DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 170800 COR
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Montag, 17.02.2020, 12:25 Uhr

Heute im Nordwesten stürmische Böen, an der Küste Sturmböen und an der Nordsee schwere Sturmböen. Im Norden und Osten im Binnenland steife Windböen. In Staulagen des Schwarzwaldes örtlich Dauerregen. Kommende Nacht in Höhenlagen oberhalb 800 bis 1000 m Schneefall und Glätte möglich.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Dienstag, 18.02.2020, 11:00 Uhr:

Die Kaltfront eines Sturmtiefs nordöstlich des Nordkaps hat den Süden Deutschlands erfasst und erreicht bis Tagesende die Alpen.

WIND/STURM:
Heute im Nordwesten sowie an der Ostsee weiterhin kräftiger Wind. Dabei im Binnenland steife und einzelne stürmische Böen zwischen 50 und 75 km/h (Bft 7-8), an der Ostsee stürmische Böen und exponiert einzelne Sturmböen zwischen 60 und 85 km/h (Bft 8-9), an der Nordsee Sturmböen und schwere Sturmböen zwischen 75 und 100 km/h (Bft 9-10). St

DAUERREGEN:
Bis zum Abend im Schwarzwald örtlich Dauerregen mit Regenmengen zwischen 25 und 35 Litern.

SCHNEE/GLÄTTE:
Abends und nachts Schneefallgrenze auf 1000 bis 600 m sinkend. Neuschneemengen meist 1- 7 cm, in höheren Staulagen gut 10cm (vor allem Allgäu). Dabei streckenweise Glätte.

GEWITTER:
Ab dem Nachmittag bis in der Nacht zu Dienstag im Nordwesten einzelne Gewitter mit Sturmböen um 75 km/h und Graupel aus West (Stärke 8 bis 9).

Nächste Aktualisierung: spätestens Montag, 17.02.2020, 16:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Olaf Pels Leusden

Korrektur fürDWD -> Thema des Tages – TT

Thema des Tages

Windscherung: Gefahr für den Luftverkehr

Korrigierte Passage:



Turbulenzen während des Fluges - für jeden Reisenden unangenehm. 
Windscherungen während der Start- und Landephase eines Fluges können 
sogar eine ernste Gefahr darstellen. Was Windscherungen sind und 
welche Auswirkungen für die Luftfahrt hat, klären wir im heutigen 
Thema des Tages. 


 Unter dem Begriff Windscherung versteht man eine Änderung der 
Windgeschwindigkeit oder Windrichtung über eine relativ kurze Distanz
in der Atmosphäre. Je geringer die Distanz ist, über welche der 
Richtungs- oder Geschwindigkeitswechsel auftritt, desto stärker ist 
die Scherung. Für ein Luftfahrzeug sind insbesondere die Low-Level 
Windscherungen (also in niedrigen Höhen über dem Erdboden) 
entscheidend. Windscherungen sind regelmäßig mit Turbulenzen 
verbunden. Das führt im einfacheren Fall bloß zu einem unruhigen 
Flug, gegebenenfalls aber auch zu ernsten Problemen und Gefahren 
während der Start- und Landephase. So können bei einem in der Luft 
befindlichen Flugzeug Windscherungen und Turbulenzen zu strukturellen
Überlastungen führen und ein heftiges Durchsacken oder Hochsteigen 
des Flugzeugs bewirken. 

Low-Level Windscherungen beruhen auf Änderungen der vertikalen und 
horizontalen Komponente des räumlichen Windvektors (siehe 
www.dwd.de/lexikon), so dass man auch in horizontale und vertikale 
Windscherungen unterscheidet. Horizontale Windscherungen beeinflussen
ein Luftfahrzeug wesentlich stärker als vertikale, da es bei Start 
oder Landung horizontal eine größere Strecke zurücklegt als in 
vertikaler Richtung und deshalb viel schneller unter andere 
Windeinflüsse geraten kann.

Unter horizontaler Windscherung versteht man die Änderung der 
Windgeschwindigkeit und/oder -richtung in einem bestimmten 
horizontalen Abstand. Diese Scherungen treten beispielsweise häufig 
in der Umgebung von kräftigen Gewittern auf. Die aus einem Gewitter 
herabstürzende Kaltluft breitet sich dabei in Erdbodennähe horizontal
in allen Richtungen aus und kann starke Windböen verursachen. Die 
Gewitterböe ist umso heftiger, je größer der Temperaturunterschied 
zwischen der ausfallenden Kaltluft und der Umgebungsluft ausfällt. 
Oberhalb der Kaltluft strömt warme Luft aus der entgegengesetzten 
Richtung in die Gewitterzelle ein. Besonders gefährlich sind 
sogenannte "Downbursts", die je nach Heftigkeit bzw. zeitlicher und 
räumlicher Ausdehnung als Macro- oder Microburst bezeichnet werden. 
Microbursts können besonders starke horizontale Windscherungen 
verursachen. Beim Durchfliegen eines Microbursts zwischen 
Gewitterzelle und Landebahn kann eine totale Windrichtungsänderung 
stattfinden. Die plötzliche Verringerung des Gegenwindes bewirkt eine
Auftriebsabnahme, so dass das Flugzeug an Höhe verliert, wenn der 
Pilot nicht korrigierend eingreift. 

Horizontale Windscherungen entstehen ebenfalls durch Störungen und 
Verwirbelungen der bodennahen Luftströmung aufgrund örtlicher 
Hindernisse wie Gebirge oder Hügel aber auch durch große Gebäude wie 
beispielsweise Flugzeughangars. Darüber hinaus werden in der Umgebung
von Bodenfronten und deren zugehörigen räumlich breiter gefassten 
Frontalzonen (Luftmassengrenzen) teils starke horizontale 
Windscherungen beobachtet. Immer dann, wenn ein Flugzeug eine 
Frontalzone durchquert, wird es Scherungen antreffen. Geschieht dies 
bodennah und sind diese stark ausgeprägt, können die Scherungen eine 
mögliche Gefahr für das Luftfahrzeug bedeuten. Winterliche 
Warmfronten mit markanten Luftmassengegensätzen gelten dabei als 
besonders scherungsträchtig.

Im Bereich einer 2 - 4 km langen Start- und Landebahn sind 
horizontale Windrichtungs- und Geschwindigkeitsänderungen von mehr 
als 10 Knoten durchaus nicht ungewöhnlich. Horizontale Windscherungen
treten nicht alleine auf, sondern sie sind meist mit vertikaler 
Scherung und Turbulenz verbunden. 

Die Änderung der durchschnittlichen horizontalen Windgeschwindigkeit 
und -richtung mit der Höhe wird als vertikale Windscherung 
bezeichnet. Die Mehrzahl der Fälle mit starker vertikaler Low-Level 
Windscherung treten bei stabilen atmosphärischen Bedingungen auf. Das
bedeutet, dass starke vertikale Scherungen meist nachts und/oder in 
Verbindung mit markant ausgeprägten Inversionen oder sogenannten 
Low-Level Jets (ein vertikal eng begrenztes Windmaximum in bodennahen
Luftschichten) beobachtet wurden. 
Die vertikale Windscherung ist im Allgemeinen von geringerer 
Bedeutung, da die Scherungswerte üblicherweise nicht sehr groß 
werden.

Wie bereits eingangs erwähnt haben Windscherungen im Landeanflug oder
im Steigflug den stärksten Einfluss auf Luftfahrzeuge, da diese sich 
in beiden Fällen mit reduzierter Geschwindigkeit bewegen. In der 
Luftfahrt wird die Windscherung aufgrund des Gewinnes oder Verlustes 
der Fluggeschwindigkeit als negative und positive Windscherung 
bezeichnet. So kann eine negative Windscherung im Landeanflug 
unvermittelt einen Auftriebsverlust (eine Zunahme der 
Rückenwindkomponente oder Abnahme der Gegenwindkomponente) mit einem 
plötzlichen Abfall der Geschwindigkeit der anströmenden Luft 
bewirken, so dass ein sofortiges Durchstarten mit voller 
Triebwerksleistung erforderlich wird. Eine positive Windscherung 
hingegen stellt keine unmittelbare Gefahr für das Flugzeug dar, da 
ein zusätzlicher Auftrieb durch die Zunahme der Gegenwindkomponente 
oder Abnahme der Rückenwindkomponente erreicht wird. Gefährlich wird 
es jedoch, wenn nach einer positiven Windscherung die Leistung 
reduziert wird und es dann zu einer negativen Windscherung mit einem 
Wegfall der vorherigen zusätzlichen Gegenwindkomponente kommt. 
Windscherungen müssen daher rechtzeitig erkannt werden, um 
Flugunfälle zu vermeiden. 


M.Sc. Meteorologe Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 16.02.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 150800 COR
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Samstag, 15.02.2020, 13:08 Uhr

Heute tagsüber im Nordwesten auflebender Südwestwind, Bergland und Deutsche Bucht teils stürmisch. Nacht zum Sonntag Westen und Norden stürmisch, Bergland und Deutsche Bucht Sturm, exponiert schwere Sturmböen. Süden leichter Frost.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Sonntag, 16.02.2020, 11:00 Uhr:

Am Wochenende setzen sich mit einer lebhaften südwestlichen Strömung milde, fast schon warme Luftmassen aus Südwesteuropa bei uns durch. Dabei wird es besonders im Westen und Norden erneut stürmisch.

WIND/STURM:
Heute von Westen weiter auflebender südwestlicher Wind mit einzelnen steifen Böen, Bft 7 im Nordwesten, über der Nordsee auch mit stürmischen Böen Bft 8. Im höheren Bergland zunehmend stürmisch, auf exponierten Gipfeln teils schwere Sturmböen.

In der Nacht zum Sonntag im Westen und Nordwesten im Tiefland stark böiger bis stürmischer Südwestwind (Bft 7-8), Berge und Deutsche Bucht Sturmböen (Bft 9), exponiert auch schwere Sturmböen (Bft 10). Brocken Orkanböen (Bft 12).

Am Sonntag über der Mitte und dem Osten/Nordosten stark böiger bis stürmischer Südwestwind (Bft 7-8), im Westen und Nordwesten Sturmböen, exponiert auch schwere Sturmböen (Bft 9-10). Exponierte Lagen der zentralen Mittelgebirge sowie Nordfriesische Inseln teils orkanartige, exponiert Orkanböen (Bft 11-12, UNWETTER). Süden deutlich schwächerer Wind aus Süd.

In der Nacht zum Montag zunächst unverändert, zweite Nachthälfte jedoch überall Windabschwächung.

FROST:
In der Nacht zum Sonntag im Süden (speziell Südosten) leichter Frost von 0 bis -3 Grad.

Nächste Aktualisierung: spätestens Samstag, 15.02.2020, 16:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Rolf Ullrich

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Brandenburg und Berlin –

VHDL30 DWPG 141800 COR
WARNLAGEBERICHT für
Brandenburg und Berlin

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Freitag, 14.02.2020, 20:30 Uhr

In der Nacht zum Sonnabend vereinzelt Glätte und dichter Nebel. Am Sonntag Wind- und Sturmböen.

Entwicklung der WETTER- und WARNLAGE:
Am Wochenende geraten Brandenburg und Berlin in den Einflussbereich eines Tiefdruckkomplexes über dem Nordostatlantik. Mit zunehmend lebhafter Südwestströmung wird sehr milde bis ungewöhnlich milde Luft herangeführt.

GLÄTTE:
In der Nacht zum Sonnabend bei längerem Aufklaren gebietsweise Frost in Bodennähe um -1 Grad. Stellenweise Glättegefahr durch
überfrierende Nässe.

NEBEL:
In der Nacht zum Sonnabend gebietsweise Nebel, örtlich mit
Sichtweiten unter 150 m.

STURM/WIND:
Gegen Sonntagmorgen erste Windböen bis 60 km/h (Bft 7) aus Südwest. Sonntag tagsüber weitere Intensivierung mit Sturmböen bis 70 km/h (Bft 8).

Deutscher Wetterdienst, RWB Potsdam, HS

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 140800 COR
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Freitag, 14.02.2020, 15:43 Uhr

Wetterberuhigung. Kommende Nacht im Süden leichter Frost und Glätte. Am Samstag im Westen auflebender Südwind, im Bergland teils stürmisch.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Samstag, 15.02.2020, 11:00 Uhr:

Hinter dem ostwärts abgezogenen Tief kommt die Meereskaltluft unter leichten Zwischenhocheinfluss. Am Wochenende setzen sich milde, fast schon warme Luftmassen aus Südwesteuropa bei uns durch, dabei schwächt sich der Hochdruckeinfluss wieder ab.

WIND/STURM:
Im Süden anfangs auf den Bergen stürmisch (8-9 Bft), weiter nachlassend.

In der Nacht zum Samstag über der Deutschen Bucht zeitweise auffrischender südlicher Wind mit steifen Böen 7 Bft.

Am Samstag von Westen weiter auflebender südlicher Wind mit einzelnen steifen Böen, Bft 7 im Nordwesten, über der Nordsee stürmische Böen Bft 8. Im höheren Bergland zunehmend stürmisch, auf exponierten Gipfeln Sturmböen.

GLÄTTE/FROST:
In der Nacht zum Samstag im Süden sowie entlang der östlichen zentralen Mittelgebirge leichter Frost von 0 bis -3 Grad. Dabei Gefahr von Glätte durch gefrierende Nässe.

NEBEL:
In der Nacht zum Samstag im Süden und Südosten stellenweise Nebel mit Sichtweiten unter 150 m.

Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 14.02.2020, 16:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Bernd Zeuschner