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Thema des Tages

Der Herbst kommt!


Pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn stellt sich die 
Großwetterlage in Europa um. Wie die Entwicklung in Deutschland 
abläuft, wird im heutigen Thema des Tages erläutert.


Heute ist kalendarischer Herbstanfang und pünktlich dazu stellt sich 
die großräumige Wetterlage in Europa um. Das Hoch MANFRED 
verabschiedet sich endgültig nach Osteuropa und verliert zunehmend an
Einfluss auf unser Wetter. Vom Atlantik nähern sich mehrere 
Tiefdruckgebiete, die in den nächsten Tagen einen sehr wechselhaften 
Witterungsabschnitt einleiten. 

Der heutige Dienstag ist mancherorts der letzte Tag, um die Sonne und
die spätsommerlichen Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad zu 
genießen. Lediglich im Südwesten Deutschlands sorgt ein Tief in 
höheren Luftschichten für mehr Wolkenbildung. Am Nachmittag und am 
Abend können sich daraus vor allem zwischen Schwarzwald und Alpen 
vereinzelte Schauer und Gewitter entwickeln. 

Am Mittwoch ändert sich die Wetterlage zusehends. Über dem 
Nordatlantik bringen sich mehrere Tiefs in Stellung. Mit einer 
südlichen Strömung gelangt feuchtwarme Luft in die Südhälfte des 
Landes. Bis rauf nach Sachsen zeigt sich der Himmel wolkig und im 
Tagesverlauf entstehen einzelne Schauer und Gewitter. In den übrigen 
Landesteilen bleibt die Sonne noch ein treuer Begleiter, ehe sich am 
Abend im äußersten Westen und Nordwesten Wolken mit ersten Schauern 
bemerkbar machen. Mit Höchstwerten zwischen 22 und 27 Grad ändert 
sich am Temperaturniveau zunächst noch nicht viel. 

Am Donnerstag überquert der erste Ausläufer eines Tiefs über 
Südskandinavien Deutschland von West nach Ost und bringt gebietsweise
Regen. Dabei frischt der Südwestwind auf und weht teilweise mäßig, an
der Nordsee sowie im Bergland auch stark mit stürmischen Böen. Im 
Westen und Nordwesten sickert schon kühlere Luft ein. Dabei erreichen
die Höchstwerte nur knapp 20 Grad, sonst liegen sie noch zwischen 22 
Grad im Südwesten und 25 Grad in der Lausitz. 

Am Freitag haben dann mehrere Tiefdruckgebiete Deutschland 
"umzingelt". Ein Tief über dem Golf von Genua zusammen mit einem 
weiteren Tief über Polen sorgen in Süd- und Ostdeutschland für 
langanhaltenden, teils ergiebigen Regen. Zwei weitere Tiefs über der 
Nordsee und Nordostfrankreich beeinflussen das Wetter in den übrigen 
Regionen mit einzelnen Schauern und kurzen Gewittern. Dabei erfasst 
ein Schwall kühlerer Atlantikluft das Land, sodass in den Alpen die 
Schneefallgrenze auf knapp unter 2000 Meter sinkt. Die Höchstwerte 
liegen dann nur noch zwischen 14 und 19 Grad, am Alpenrand werden 
knapp 12 Grad erreicht. 

Am Wochenende verbleibt Deutschland voll unter Tiefdruckeinfluss. 
Dabei werden gebietsweise weitere, teils kräftige Niederschläge 
erwartet. Mit nur 7 Grad an den Alpen und 16 Grad an den Küsten wird 
es herbstlich kühl. In den Alpen oberhalb von 1200 bis 1500 Meter 
schneit es. 


Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 22.09.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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Thema des Tages

Das Äquinoktium ist (fast) da!

Auch wenn uns derzeit noch der Spätsommer fest im Griff hat, so 
schreiten wir zumindest kalendarisch am morgigen Dienstag in die 
dritte Jahreszeit: den Herbst. Was bedeutet dabei Äquinoktium und wie
ist der astronomische Herbstanfang überhaupt definiert? Mehr dazu im 
heutigen Thema des Tages.

Wir Meteorologen haben bereits vor drei Wochen am 1. September den 
Herbst eingeläutet und weichen daher von der Definition des 
kalendarischen Beginns ab. Demnach beginnen für uns die Jahreszeiten 
immer am ersten Tag jenes Monats, in den der kalendarische Termin 
fällt. Dadurch dauern die Jahreszeiten immer drei komplette Monate, 
wodurch eine statistische Vergleichbarkeit von klimatologischen Daten
(z.B. Monatsmittel, Monatssummen u.a.) gewährleistet wird.

Am morgigen Dienstag, den 22. September 2020, startet um 15:30 Uhr 
mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) auch aus astronomischer bzw. 
kalendarischer Sicht auf der gesamten Nordhalbkugel der Herbst (auf 
der Südhalbkugel hingegen der Frühling). Die beiden Tage im Jahr, auf
die die Tag-und-Nacht-Gleiche fällt, werden als Äquinoktien (von lat.
aequus - gleich und nox - Nacht) bezeichnet. Sie markieren den 
Herbst- bzw. den Frühlingsbeginn. Am Tag des Äquinoktiums dauern 
somit lichter Tag und die Nacht überall auf der Erde zumindest 
theoretisch gleich lang an.

Doch wie kommt es überhaupt zur Existenz von Jahreszeiten? Unsere 
Erde dreht sich wie ein Kreisel durch den Weltraum. Die 
Rotationsachse dieser Kreiselbewegung wird als Erdachse bezeichnet. 
Gleichzeitig reist unser Planet um die Sonne. Ein Sonnenjahr ist 
dabei die Zeitspanne, in der die Erde die Sonne einmal komplett 
umkreist. Stellt man sich den Bereich innerhalb der Umlaufbahn als 
flache Scheibe vor, ergibt sich daraus die Ekliptikebene. Die 
Erdachse ist dabei um etwa 23,4° zur Ekliptik geneigt. Diese Neigung 
stellt eine entscheidende Rolle für die Existenz der Jahreszeiten auf
unserem Planeten dar und hat direkte Auswirkungen auf die Variation 
der Sonneneinstrahlung sowie auf die Tageslänge innerhalb eines 
Jahres. (Stünde die Erdachse im rechten Winkel zur Bahnebene, gäbe es
auf der Erde keine Jahreszeiten.)

Während der Tag-und-Nacht-Gleiche schneiden sich nun die Ekliptik der
Sonne (ihre scheinbare Umlaufbahn um die Erde) und der Himmelsäquator
(Schnittlinie der Ebene des Erdäquators mit der gedachten 
Himmelskugel). Im Herbstäquinoktium steigt dabei die Sonne über den 
Himmelsäquator ab (bzw. überquert von Norden nach Süden den Äquator).
Umgekehrt steigt die Sonne im Frühlingsäquinoktium über dem 
Himmelsäquator (von Süden nach Norden) auf. Zu den Äquinoktien steht 
die Sonne dabei mittags senkrecht über dem Äquator und geht an diesen
Tagen überall auf der Erde (ausgenommen unmittelbar an den Polen) 
fast genau im Osten auf bzw. im Westen unter.

Die theoretische Tag-und-Nacht-Gleiche gilt, weil in der sphärischen 
Astronomie Himmelsobjekte vereinfacht betrachtet werden und die 
Ausdehnung der Sonnenscheibe ebenso wie Einflüsse der Atmosphäre 
unberücksichtigt bleiben. Während der Äquinoktien wird der 
geometrische Mittelpunkt der Sonnenscheibe betrachtet, der an diesen 
Tagen etwa 12 Stunden oberhalb des Horizontes steht. Da allerdings 
die ersten und letzten Sonnenstrahlen eines Tages vom oberen Rand der
Sonnenscheibe ausgehen (und nicht von deren Mittelpunkt), dauert der 
Tag also etwas länger als 12 Stunden. Auch die Brechung des 
Sonnenlichts durch die Erdatmosphäre verlängert den Tag. Durch dieses
Phänomen kann der obere Rand der Sonne sichtbar sein, auch wenn er 
sich knapp unterhalb des Horizonts befindet. Aufgrund dieser 
Gegebenheiten dauern der lichte Tag und die Nacht zum Herbstanfang 
(ebenso zum Frühlingsanfang) eben nicht exakt gleich lang an. 
Stattdessen ist die Nacht um elf Minuten kürzer. Der Kalendertag, an 
dem tatsächlich zwölf Stunden lichter Tag und zwölf Stunden Nacht 
herrschen, wird Equilux genannt. Dieser liegt für den 50. Breitengrad
(geografische Breite von Mainz) um den 25. September und ist somit um
ein paar Tage in Richtung Wintersonnenwende verschoben.

Zu keiner Zeit des Jahres verändern sich die Tageslängen so schnell 
wie um die Äquinoktien im Herbst und im Frühling. Zum Herbstbeginn 
nimmt die Tageslänge besonders rasch ab und dieser Effekt ist umso 
stärker, je weiter nördlich ein Ort liegt. So verkürzen sich zum 
Beispiel um die Tag-und Nacht-Gleiche in Oberstdorf die Tage um 3 
Minuten und 23 Sekunden, während in Flensburg zu dieser Jahreszeit 
jeden Tag ganze 4 Minuten und 24 Sekunden weniger Tageslicht zur 
Verfügung stehen. Doch warum werden die Tage nach der 
Sommersonnenwende erst langsam kürzer, dann um das Herbstäquinoktium 
schneller, und dann bis zur Wintersonnenwende wieder langsamer? 
Dieses Muster ist analog zu einer Pendelbewegung. Ein Pendel ist am 
oberen und unteren Wendepunkt langsam, während seine Bewegung genau 
in der Mitte zwischen diesen beiden Punkten am schnellsten ist.  
Mathematisch gesehen entspricht dieses Muster einer Sinuskurve. 
Während also bei der Sommer- und Wintersonnenwende die Tage in 
unseren Breiten die Tageslängen nur um jeweils 1 Minute pro Tag 
ändern, werden die Nächte Ende September (bzw. die Tage Ende März) 
jeweils knapp 4 Minuten länger.


M.Sc.-Met. Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 21.09.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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Thema des Tages

Wenn das Alphabet ausgeht...


Die diesjährige Hurrikansaison zählt zu den aktivsten seit Beginn der
Aufzeichnungen. Da kann einem bei der Benennung der Stürme schon mal 
das Alphabet ausgehen.


Sie sind nicht mehr aus den Wetterkarten wegzudenken: Namen für Hoch-
und Tiefdruckgebiete. Die Idee dazu, Druckgebilde, die einen Einfluss
auf unser Wettergeschehen in Deutschland haben, zu benennen, hatte 
1954 Karla Wege, damalige Studentin des Instituts für Meteorologie 
der Freien Universität (FU) Berlin. 

Vorreiter diesbezüglich waren allerdings die USA. Der US-Wetterdienst
begann bereits im Zweiten Weltkrieg damit, Taifune, also tropische 
Wirbelstürme über dem Pazifik, mit Vornamen zu versehen. Der Grund 
hierfür war recht simpel: Man konnte dadurch deutlich leichter den 
Überblick über das aktuelle Wettergeschehen behalten. Dies machte 
sich vor allem dann bezahlt, wenn nicht nur ein, sondern gleich 
mehrere Taifune unterwegs waren. Diese Vorgehensweise war so 
erfolgreich, dass man sich entschied, in Zukunft auch Hurrikane 
(tropische Wirbelstürme über dem Atlantik mit Mittelwinden über 118 
km/h) zu benennen. 

Nach einigen Weiterentwicklungen dieses Benennungsprozesses werden 
seit 1979 alle tropischen Stürme über dem Nord- und Zentralatlantik 
(Mittelwinde über 60 km/h) mit männlichen und weiblichen Vornamen 
versehen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man bei der FU Berlin ein 
Hoch oder Tief gegen Bezahlung taufen lassen kann, sind die Namen der
Tropenstürme durch die WMO (Weltorganisation für Meteorologie) 
vorgegeben. Sie entwickelte sechs Namenslisten, wobei pro 
Kalenderjahr eine Liste genutzt wird. 1979 startete man mit Liste 1, 
1980 wurde Liste 2 genutzt und 1984 schließlich Liste 6. Darauf 
wiederholt sich dieser Listendurchlauf, d.h. 1985 kam wieder Liste 1 
zum Einsatz. In diesem Jahr wird auf Liste 6 zurückgegriffen.

Jede Liste beinhaltet dabei 21 Namen, beginnend mit allen Buchstaben 
des Alphabets außer Q, U, X, Y und Z (mit diesen Anfangsbuchstaben 
gibt es kaum Namen bei den "Amis"). Der erste Tropensturm dieses Jahr
hieß somit Arthur (aktiv vom 16. bis 19.05.) und der letzte dieser 
Liste Wilfred, der seit letztem Freitag über dem offenen Atlantik 
unterwegs ist. Bisher gab es in diesem Jahr 23 Tropenstürme, darunter
8 Hurrikane. 

Äh, 23 Stürme bei 21 Namen? Ja! Für diesen ungewöhnlichen Fall, der 
bis dato nur 2005 vorkam (damals 28 Tropenstürme), hat die WMO 
vorgesorgt und bringt schlicht und ergreifend das griechische 
Alphabet ins Spiel. Das bedeutet, der nächste Tropensturm nach 
Wilfred wurde Alpha getauft, also wie der erste Buchstabe des 
griechischen Alphabets. Auch Beta wurde bereits vergeben und 
bezeichnet nun einen Tropensturm, der derzeit seine Kreise über dem 
Golf von Mexiko zieht. Da die atlantische Hurrikansaison allerdings 
offiziell von Juni bis November dauert (wobei rund 95 % der Stürme im
Mittel zwischen Mitte August und Ende Oktober auftreten), ist es mehr
als wahrscheinlich, dass das Griechische Alphabet noch weiter 
ausgeschöpft werden muss. Die nächsten Namen wären demnach Gamma, 
Delta und Epsilon.

Änderungen an den Namenslisten gibt es übrigens nur, wenn ein 
besonders schadensträchtiger Sturm gewütet hat. Dann wird dieser Name
durch die WMO gestrichen und neu besetzt. So erging es beispielsweise
2005 Katrina. 

Eine Übersicht über die Namenslisten finden Sie beispielsweise auf 
den Seiten des Nationalen Hurrikan Zentrums (https://bit.ly/33JbnmT).
Der Autor blickt auf jeden Fall schon gespannt auf 2022. Dann könnte 
Tropensturm Tobias über dem Atlantik wirbeln. Hoffentlich muss der 
Name daraufhin nicht gestrichen werden...

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 20.09.2020

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Thema des Tages

Eitel Sonnenschein auf und über dem Platz?

Endlich wieder Bundesliga, jetzt können die Schönwetterkicker aus der
Beletage des deutschen Profifußballes ihr Können wieder unter Beweis 
stellen. Über welcher Stadt die Sonne lacht soll dabei im heutigen 
Thema des Tages mit einem Augenzwinkern beschrieben werden.


Der Ball rollt endlich wieder, die Bratwurst in der einen Hand, das 
Bier in der anderen und auf dem Platz zumindest zu Beginn 22 Spieler 
und drei Unparteiische. Fußballerherz was willst du mehr? Am besten 
noch Sonnenschein und 20 bis 25 Grad? Kein Problem, zumindest nicht 
am heutigen Samstagnachmittag und -abend. Nachdem die Bayern gestern 
in einem eher langweiligen Spiel die Knappen des FC Schalke souverän 
abschießen konnten und es lediglich knapp war, ob das Ergebnis 
zweistellig ausfällt, hoffen wir heute auf hitzige, hart umkämpfte 
und spannende Spiele. Das Wetter sollte dabei nur eine untergeordnete
Rolle spielen und Schönwetterfußballer kommen voll auf ihre Kosten. 
Auf die einzelnen Spielorte soll nun etwas genauer eingegangen 
werden:

In Frankfurt gibt der Aufsteiger von der Bielefelder Alm seine 
Visitenkarte ab. Durch die Höhenluft in Bielefeld sollten sie 
zumindest konditionell auf der Höhe sein. Der Himmel über der 
Rhein-Main-Metropole zeigt sich meist in einem tiefen Blau und die 
Temperaturen liegen während des Spiels bei 24 bis 26 Grad. Es 
herrscht also perfektes Fußballwetter. Dennoch glaubt der Verfasser, 
dass es auf dem Platz durchaus hitziger zur Sache gehen könnte und 
die Temperaturen zumindest gefühlt ab und an in die Höhe schnellen. 
Tipp: 2:1

Bei den Eisernen aus Berlin wird weiterhin Bundesligaluft 
geschnuppert. Dies haben sie sich in der letzten Saison redlich 
verdient. Zwar wurde nicht immer Schönwetterfußball gespielt, aber 
man muss sich auch bei schlechtem Wetter durchbeißen und das Beste 
daraus machen. Heute sollten teils dichte, hohe Wolkenfelder über 
Berlin das Spielgeschehen zwischen Union und Augsburg nicht 
wesentlich beeinträchtigen. Bei angenehmen Temperaturen um 21 Grad 
steht einem hoffentlich spannenden Fußballspiel nichts im Wege. Tipp:
1:1

In Köln hat der Geißbock, trotz des trockenen Wetters in den letzten 
Wochen, hoffentlich genug zum Fressen gefunden, damit er seine Mannen
heute gestärkt aufs Feld führen kann. Die von der Sonne verwöhnten 
Kraichgauer aus dem beschaulichen Hoffenheim sind nämlich zu Gast und
wollen möglichst drei Punkte aus der großen Domstadt entführen und 
nicht nur zum Sightseeing vorbeischauen. Aber auch das ginge bei viel
Sonnenschein und Temperaturen zwischen 25 und 27 Grad problemlos. 
Tipp: 0:2

Bremen hat ein sehr turbulentes Jahr hinter sich. Sportlich war die 
letzte Saison mit dem Klima auf den Färöer-Inseln zu vergleichen: 
trüb und turbulent. Doch auch dort scheint ab und an die Sonne und 
dies tat sie dann auch in der Relegation, sodass heute weiterhin 
Bundesligafußball in Bremen genossen werden kann. Dafür, dass gleich 
wieder triste Tage in Bremen anstehen, kann heute die alte Dame aus 
Berlin sorgen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Berliner sich noch mehr
bewegen können, als eine alte Dame. Aufs Wetter können sie es nicht 
schieben, falls das Spiel verloren geht, denn durchziehende 
Wolkenfelder trüben den freundlichen Eindruck bei Temperaturen um 20 
Grad kaum. Tipp: 3:1

Schwaben gegen Baden heißt es in Stuttgart. Allein diese geografische
und in früheren Jahren auch politische Trennung bringt einige Brisanz
in dieses Duell. Können die Stuttgarter in Freiburg verbunden mit der
Aufstiegseuphorie einen Sturm entfachen oder reicht es nur zum 
berüchtigten Sturm im Wasserglas? Schließlich zeigten die Freiburger 
letzte Saison einen sehr guten und erfrischenden Fußball. Eine 
Erfrischung würde den mit Sicherheit erhitzten Gemütern auf dem Platz
guttun. Ob damit allerdings ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix bei 
rund 26 Grad dienen kann, ist fraglich. Tipp: 2:0

Und nun Prost! auf eine hoffentlich spannende und interessante 
Bundesligasaison. Mal schauen, wer den Platz an der Sonne einnimmt 
und für wen turbulente Zeiten anstehen. 


Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 19.09.2020

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Thema des Tages

Vom Spätsommer in den Frühwinter?

Viele haben es bemerkt: Es ist deutlich kälter als noch zu Beginn der
Woche. Wie kalt genau und warum eigentlich?

In den vergangenen 36 Stunden ist die Temperatur in Deutschland 
kräftig zurückgegangen. Am Mittwoch gab es verbreitet noch einen 
heißen Tag und nun örtlich eine frostige Nacht. Grund für das alles 
sind Hochdruckgebiete. Nun werden sich einige Fragen, wie ein Hoch 
einmal den Sommer und einmal den Winter bringen kann und das 
innerhalb von nicht mal zwei Tagen. Die Antwort darauf ist ganz 
einfach: Es kommt auf die richtige Lage an. 

Die Luft umströmt ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn. Je nachdem wo
sich das Hoch vom Betrachter aus befindet, kann diesen Luft aus 
tropischen oder polaren Regionen erreichen. In unserem Fall lag 
zunächst ein Hoch über Osteuropa. Die Luft strömte also aus Süden 
oder Südwesten zu uns und war entsprechend warm, da sie ihren 
Ursprung in den Subtropen hatte.

Aktuell liegt das Hoch aber über der Nordsee und Norddeutschland. 
Entsprechend strömt Luft aus Nordost bis Ost ein. Das Hoch holt sich 
die Luft aus den höheren Breiten, die durch den tiefen Sonnenstand 
bereits abgekühlt sind, und lenkt diese dann über Osteuropa zu uns. 
Die Luft hat nun ihren Ursprung also eher in den subpolaren Gebieten,
kann sich auf dem langen Weg zu uns über der relativ gesehen warmen 
Ostsee und den noch warmen Landmassen Osteuropas aber deutlich 
erwärmen.

Der Temperaturrückgang in Deutschland in den vergangenen zwei Tagen 
war signifikant. Betrachtet man die Höchstwerte von Mittwoch und 
Donnerstag, so fällt einem vor allem im Nordosten und über der Mitte 
ein Unterschied von mehr als 10 Grad auf. In diesen Regionen wurde am
Mittwoch eine Maximumtemperatur von mehr als 30 Grad gemessen. An der
Wetterstation in Perl-Nennig wurde der Höchstwert des Tages mit exakt
34 Grad registriert. Am Donnerstag hingegen hat sich im Norden und 
über der Mitte die kühlere Luft bereits durchgesetzt und sorgte "nur"
noch für Höchstwerte zwischen 19 und 21 Grad. Temperaturbegünstigt, 
wenn man denn ein Freund von Wärme ist, war und ist der Südwesten 
Deutschlands. In diesen Regionen kann sich die Luft durch Sonne und 
warme Erdböden deutlich erwärmen und schafft so Tag für Tag 
sommerliche Höchstwerte. So wurden am Donnerstag dort Höchstwerte von
26 bis 28 Grad erreicht, mit dem höchsten Wert in Rheinfelden (28,1 
Grad).

Bei den Tiefstwerten ist ebenfalls ein spürbarer Temperatursturz 
aufgetreten. In der Nacht zum Mittwoch gab es örtlich noch 
Tropennächte, also Nächte mit Tiefstwerten über 20 Grad. In der Nacht
zum Donnerstag sickerte bereits kühlere Luft in den Norden und die 
Mitte Deutschlands und so lagen die Tiefstwerte nur noch bei 15 bis 8
Grad. In der Nacht zum Freitag aber gab es einen weiteren Abfall der 
Temperatur bis auf Werte um 0 Grad über dem Osten und Nordosten 
Deutschlands. Dabei war es in Quickborn mit einem Tiefstwert von -0,3
Grad am kältesten. Im Süden hielten sich in der vergangenen Nacht 
Restwolken der am Donnerstag dort langsam verhungerten Kaltfront, und
so war es dort mit Tiefstwerten von 12 bis 7 Grad am mildesten.

Wie geht es weiter? Der Südwesten bleibt am Wochenende 
temperaturtechnisch auf sommerlichem Niveau mit Höchstwerten bis zu 
28 Grad. Im übrigen Bundesgebiet liegen die Maxima bei 20 bis 25 
Grad. An den Küsten kann es bedingt durch die kühlere See auch 
Höchstwerte knapp unter 20 Grad geben. In der Nacht zum Samstag ist 
es in der Osthälfte Deutschlands erneut empfindlich kühl. Tiefstwerte
von 5 bis 2 Grad sind dort keine Seltenheit. Gebietsweise droht Frost
in Bodennähe. Nach Westen und Südwesten hin bleibt es etwas milder, 
vor allem, wenn sich Wolken halten oder bilden. Die folgenden Nächte 
sind dann auch in der Osthälfte weniger kalt. Frost wird 
unwahrscheinlicher, wenn auch die Minima meist unter 10 Grad liegen. 


Dipl.-Met. Jacqueline Kernn 
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 18.09.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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