DWD -> Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland –

Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Donnerstag, 02.07.2020, 21:00 Uhr

Vor allem im Norden zum Teil windig. Am Montag vereinzelt Gewitter 
mit lokalem Starkregen. Am Dienstag an den Alpen Stark- oder 
Dauerregen gering wahrscheinlich.

Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Samstag, 04.07.2020, 24:00 Uhr

Am Freitag anfangs im Alpenraum Starkregen über 20 mm nicht ganz 
ausgeschlossen. Sonst keine markanten Wettergefahren.

Am Samstag im Küstenbereich und auf Gipfeln der nördlichen 
Mittelgebirge stürmische Böen wahrscheinlich, exponiert auch 
Sturmböen. Ansonsten keine markanten Warnungen erforderlich.


Weitere Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Montag, 06.07.2020

Am Sonntag und Montag an der Nordsee und auf exponierten Gipfeln der 
nördlichen Mittelgebirge mit erhöhter Wahrscheinlichkeit stürmische 
Böen aus Südwest.

Am Montag insbesondere im Norden und im äußersten Süden vereinzelt 
Gewitter, dabei lokal Starkregen gering wahrscheinlich.

Ausblick bis Mittwoch, 08.07.2020

Am Dienstag an den Alpen gewittriger Stark- oder Dauerregen gering 
wahrscheinlich.

Am Mittwoch voraussichtlich keine markanten Wettererscheinungen.

Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 03.07.2020, 05:00 Uhr

DWD/VBZ Offenbach

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 021800
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Donnerstag, 02.07.2020, 21:00 Uhr

Im Südosten kräftige Gewitter, teils auch Unwetter. Im Norden und in 
der Mitte von West nach Ost ebenfalls einzelne kräftige Gewitter, 
geringes Unwetterpotenzial aber wohl nur eingangs der Nacht in der 
Osthälfte. 

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden
bis Freitag, 03.07.2020, 21:00 Uhr:

Der Südosten liegt anfangs noch im Bereich schwülwarmer und labiler 
Luft. Die Kaltfront eines Tiefs über Skandinavien ersetzt erst in der
Nacht diese Luftmasse durch kühlere Meeresluft.

GEWITTER, TEILS UNWETTERARTIG: 
Bis in die Nacht hinein in etwa von Oberschwaben bis zum Oberpfälzer 
Wald und südöstlich davon kräftige Gewitter mit Starkregen, 
kleinkörnigem Hagel und Sturm-, vereinzelt schweren Sturmböen. 
Bevorzugt an den Alpen und im südlichen Alpenvorland lokal eng 
begrenzt auch Unwetter mit mehr als 25 l/qm Regen in kurzer Zeit, 
schweren Sturmböen über 100 km/h und Hagel bis 3 cm nicht 
ausgeschlossen. Später dort gebietsweise auch mehrstündiger 
gewittriger Starkregen.
Im Norden und in der Mitte von West nach Ost einzelne kräftige 
Schauer und Gewitter, ebenfalls lokal eng begrenzt mit Starkregen, 
kleinkörnigem Hagel und Sturmböen. In der ersten Nachthälfte dabei 
vor allem in Sachsen und Brandenburg bzgl. Starkregens und schwerer 
Sturmböen auch einzelne Unwetter nicht ausgeschlossen.
In der zweiten Nachthälfte allgemein abklingende Schauer- und 
Gewittertätigkeit, zuletzt im Nordosten.

WIND:
Am Freitagabend an der Nordfriesischen Küste aufkommende steife 
Windböen (um 55 km/h).  
 
Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 03.07.2020, 05:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Jens Winninghoff, 
Helge Tuschy
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SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 021800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 02.07.2020 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Abends und kommende Nacht im Südosten und Osten noch kräftige Gewitter. Freitag
Wetterberuhigung, danach West zyklonal: Im Norden unbeständig und zeitweise
Sturmböen an den Küsten, im Süden dagegen mehr Sonne und warm.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC

Aktuell … befindet sich Deutschland an der Südflanke eines Langwellentroges
über Westeuropa unterhalb einer recht kräftigen südwestlichen Höhenströmung.
Darin eingebettet, hat ein markanter Kurzwellentrog inzwischen Benelux erreicht
und zieht im Laufe der Nacht rasch über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts.
Dabei verschärft er sich noch und vorderseitig kann aufgrund kräftiger
differentieller PVA markante Hebung wirksam werden.
Im Bodenfeld hat die Kaltfront eines Tiefs nördlich des Nordkaps inzwischen den
äußersten Südosten Bayerns erreicht. Die präfrontale instabile Luftmasse
subtropischen Ursprungs wird aktuell aus dem Vorhersagegebiet verdrängt, wobei
es noch einzelne kräftige, vereinzelt unwetterartige Gewitter gibt, gebietsweise
fällt in den kommenden Stunden auch noch gewittriger Regen, eventuell in Form
eines MCS, der aus den Alpen über den äußersten Südosten Bayerns hinweg
ostnordostwärts zieht. Vor allem C-D2 zeigt im Zeitraum 18 bis 00 UTC recht hohe
Wahrscheinlichkeiten für recht flächendeckende Niederschläge von mehr als 20 mm
in sechs Stunden und hat sogar hat sogar mit mehr als 30% Wahrscheinlichkeit
Mengen über 35 mm auf der Agenda (Unwetter). Auch länger anhaltende
„ungewittrige“ Regenfälle sind möglich, da sich postfrontal mit Vorstoß eines
Bodenhochkeiles am Alpenvorland vorübergehend eine Gegenstromlage einstellt.
Postfrontal wird die ehemals subtropische Luftmasse in mehreren Staffeln durch
eine subpolare ersetzt, wobei diese noch immer erhöhte Instabilitätswerte
aufweist. Die PPW-Werte liegen zwischen 23 und 28 mm, vor allem nach Sachsen und
Brandenburg wird auf der Vorderseite des oben angesprochenen Kurzwellentroges
sogar noch einmal etwas feuchtere Luft advehiert (Taupunkte um oder knapp über
15 Grad, PPW um 30 mm). Erst mit Durchzug einer an den Kurzwellentrog
gekoppelten Kaltfront wird diese im Laufe der Nacht von Nordwesten her durch
trockenere erwärmte Polarluft ersetzt.
Somit dauert die Schauer- und Gewittertätigkeit im Norden und in der Mitte des
Landes zunächst noch an bzw. arbeitet sich nach Osten vor. Trogvorderseitig
können mehrere 100 J/kg ML-Cape generiert werden und unterstützt durch die
markante Hebung treten vor allem nach Osten zu verbreitet und teils auch
kräftige Schauer und Gewitter auf. Begleiterscheinungen sind in erster Linie
Starkregen und aufgrund der mäßigen, sich noch etwas erhöhenden Scherung (LLS 5
bis 10 m/s, DLS nach Osten zu über 20 m/s) können auch regional eng begrenzte
Sturmereignisse (bis 100 km/h) nicht ausgeschlossen werden, vor allem bei linear
organisierten Multizellensystemen und bei Bow-Echos. Das Unwetterpotenzial ist
wohl eher als gering einzuschätzen und höchstens in Brandenburg und Sachsen
vielleicht noch leicht erhöht.
Im Laufe der zweiten Nachthälfte schwächen sich die Niederschläge sowohl im
Süden als auch im Osten allmählich ab und ziehen sich Richtung Alpen bzw. Polen
zurück. Vor allem in der Mitte und im Südwesten lockern die Wolken stärker auf,
stellenweise kann sich Nebel bilden. In den Nordwesten gelangen unterhalb einer
schwachen Inversion in etwa 850 hPa feuchte Nordseeluftmassen, so dass es dort
überwiegend stark bewölkt bis bedeckt bleibt. Mit Tiefstwerten zwischen 15 und 8
Grad fällt die Nacht im Einflussbereich der kühleren Meeresluft (T 850 in der
Früh zwischen 5 Grad im Nordwesten und 8 Grad an den Alpen) frischer aus als die
Vornacht.

Freitag … stellt sich nach Abzug des Kurzwellentroges in Norddeutschland eine
relativ glatte und vorübergehend auffächernde westliche Höhenströmung ein,
während das Potenzialfeld über Süddeutschland an der Nordflanke eines von
Ostfrankreich über Nordwestitalien abtropfenden Höhentiefs schwachgradientig
bleibt.
Im Bodenfeld verstärkt sich – gestützt durch WLA an dessen Nordflanke – der über
Frankreich bis ins Vorhersagegebiet reichende Hochkeil. An den Alpen fällt
anfangs noch Regen, der im Vormittagsverlauf aber abklingen sollte. Ansonsten
setzt sich aber im Süden und in der Mitte, später auch im Osten vielerorts die
Sonne durch. Innerhalb der noch relativ feuchten Grundschicht bilden sich einige
Quellwolken, die aber lediglich bis zur Absinkinversion (in etwa 700 hPa)
reichen und höchstens an den Alpen etwas höher wachsen, so dass es dort
eventuell für den ein oder anderen Schauer oder ein kurzes Gewitter reichen
könnte.
Im Norden und Nordwesten macht sich dagegen zunehmend die WLA anhand teils
mehrschichtiger Bewölkung bemerkbar, vor allem im Nordseeumfeld kann es
gebietsweise auch etwas regnen oder nieseln. Dabei verschärft sich an der
Nordflanke des Hochkeils der Gradient und der Südwestwind frischt vor allem im
Nordwesten auf, entlang der Nordfriesischen Küste kann es zum Abend hin steife
Böen (Bft 7) geben.
Sowohl advektiv als auch durch die Einstrahlung kann sich die Luftmasse vor
allem in der Mitte und im Süden wieder etwas erwärmen. Die Temperatur in 850 hPa
steigt bis zum Abend auf 7 Grad im Norden und bis 11 Grad im Südosten. Das lässt
Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad, mit viel Sonne am Oberrhein bis 26 Grad
erwarten, im Nordwesten werden unter den dichten Wolken dagegen nur 18 bis 21
Grad erreicht.

In der Nacht zum Samstag greift ein flacher Kurzwellentrog von Westen her auf
die Nordsee über, wodurch die Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet wieder
etwas auf Südwest zurückdreht und sich über Norddeutschland verschärft, während
sich nach Süddeutschland ein schwacher Höhenkeil ausweitet.
Im Bodenfeld weitet sich eine Tiefdruckrinne vom Seegebiet nördlich Schottlands
bis nach Südskandinavien aus, gleichzeitig verstärkt sich der nach
Süddeutschland gerichtete Azorenhochkeil. Das führt zu einer weiteren
Gradientverschärfung im äußersten Norden des Landes und im Nordseeumfeld gibt es
im Laufe der Nacht verbreitet steife bis stürmische Böen (Bft 7 bis 8), an der
Ostsee eventuell schon steife Böen aus Südwest.
Von Westen her greift das teilokkludierte Frontensystem eines Tiefs bei den
Färöer-Inseln auf die Nordsee über, die Warmfront erreicht morgens die Deutsche
Bucht. Die frontale Hebung wird noch gestützt durch WLA und auch etwas PVA auf
der Vorderseite des Kurzwellentroges und somit setzen bereits im Vorfeld
Regenfälle ein, die morgens auch den äußersten Nordwesten des Vorhersagegebietes
erfassen.
Ansonsten verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig und vor allem im Osten und
Süden sowie in den mittleren Landesteilen oft gering bewölkt oder wolkenlos.
Dabei bleibt es im Norden und Nordwesten unter den dichten Wolken mit 15 bis 11
Grad relativ mild, während es sonst auf 13 bis 8 Grad abkühlt.

Samstag … verlagert sich der flache Kurzwellentrog von der Nordsee her rasch
über Norddeutschland hinweg ostwärts, wobei sich die westsüdwestliche
Höhenströmung weiter verschärft und sich die Frontalzone allmählich auch auf die
mittleren Landesteile ausweitet. Nach Süddeutschland bleibt weiterhin von
Frankreich her ein Höhenkeil gerichtet.
Das höhenströmungsparallel exponierte Frontensystem kommt nur langsam ostwärts
voran, die Warmfront greift auf Norddeutschland über, während die Kaltfront über
der mittleren Nordsee zurückhängt. Die frontale Hebung wird weiterhin auch
dynamisch gestützt, ganz im Norden werden bis zum Abend 5 bis 10 mm in 12
Stunden simuliert, im aktuellen ICON-EU-Lauf im Bereich der Elbmündung auch
mehr. Die Niederschläge kommen bis zum Abend in etwa bis zu einer Linie
Niederrhein – Uckermark voran.
Der Gradient kann sich vorübergehend noch etwas verschärfen und der Wind nimmt
ein wenig zu, an den Küsten gibt es vielerorts stürmische Böen aus Südwest,
exponiert vorübergehend vielleicht sogar auch mal eine Sturmböe. Ähnliches gilt
für den Brocken. Im küstennahen Binnenland kann es einzelne steife Böen geben.
Nachmittags und abends fächert der Gradient mit Abzug des Kurzwellentroges ein
wenig auf und der Wind flaut etwas ab.
Die dichten Wolkenfelder weiten sich im Tagesverlauf auf weite Teile der West-
und Nordhälfte aus, während im Süden und Osten – etwa von der Pfalz bis nach
Brandenburg – vielerorts neben hohen und mittelhohen Wolkenfeldern die Sonne
scheint. Von Südwesten her werden wieder wärmere Luftmassen ins Vorhersagegebiet
advehiert, die Temperatur in 850 hPa steigt auf 9 Grad im Norden und 13 Grad im
Alpenvorland. Unter den dichten Wolken im Norden und Westen werden damit
Höchstwerte zwischen 17 und 22 Grad erreicht, ansonsten wird es mit 23 bis 28
Grad sommerlich warm.

In der Nacht zum Sonntag überquert ein weiterer, dieses Mal schärfer
ausgeprägter Kurzwellentrog auf die Britischen Inseln über und erreicht morgens
die westliche Nordsee. Dadurch verschärft sich die Höhenströmung über
Norddeutschland erneut und dreht etwas auf Südwest zurück. Auf der Vorderseite
des Troges entwickelt sich über Schottland bzw. Nordengland ein Bodentief und
zieht unter leichter Vertiefung zur nördlichen Nordsee.
Die Warmfront über Norddeutschland zieht nordostwärts ab und schwächt sich ab.
Die Kaltfront interagiert mit dem Bodentief und wird als Frontalwelle
vorübergehend etwas nach Norden zurückgeführt. Somit klingen die Niederschläge
über dem Norden und Westen des Landes etwas ab, vor allem in den Staulagen der
westlichen und zentralen Mittelgebirge können noch wenige mm fallen. Aufgrund
der kräftigen WLA im Warmsektor bleibt es aber stark bewölkt bis bedeckt und die
dichten Wolkenfelder weiten sich auch weiter nach Süden aus. Lediglich von der
Lausitz bis zum Schwarzwald und südöstlich davon bleibt es noch meist gering
bewölkt.
Der Wind frischt mit Annäherung des Bodentiefs angesichts der stabilen
Schichtung im Warmsektor trotz Gradientverschärfung zunächst nur an den Küsten
(Bft 7, Nordsee auch Bft 8) und auf einigen Gipfeln (Brocken Bft 9) warnrelevant
aus Südwest auf. Vor allem im Norden und in der Mitte bleibt es unter den meist
dichten Wolken mit Tiefstwerten zwischen 18 und 14 Grad sehr mild, im Süden wird
es mit 15 bis 10 Grad etwas frischer.

Sonntag … verlagert sich der Kurzwellentrog unter deutlicher Verschärfung über
die Nordsee und Südskandinavien hinweg bis zur mittleren Ostsee. Das
korrespondierende Bodentief kann sich weiter vertiefen (Kerndruck abends unter
985 hPa) und zieht nach Mittelschweden.
Die Kaltfront nimmt nun an Fahrt auf und greift am späten Nachmittag oder Abend
mit schauerartigen Regenfällen auf Norddeutschland über, eventuell ist auch ein
kurzes Gewitter dabei. Allzu üppig fallen die Niederschläge aber nicht aus (2
bis 7 mm/12 h), da die Kaltfront bereits von KLA überlaufen wird.
Der Gradient im Vorfeld der Kaltfront verschärft sich noch vorübergehend und
somit kann es auch im Binnenland steife Böen aus Südwest geben, die bis in die
mittleren Landesteile ausgreifen. An den Küsten gibt es stürmische Böen, an
exponierten Küstenabschnitten eventuell auch Sturmböen, ähnliches gilt für
einige Gipfel der Mittelgebirge, mit Ausnahme der süddeutschen.
Während es in der Mitte und im Norden vielerorts stark bewölkt, teilweise sogar
bedeckt bleibt und höchstens im Lee der Mittelgebirge längere sonnige Abschnitte
möglich sind (z.B. im Thüringer Becken bzw. im Erzgebirgsvorland bzw. in der
Lausitz), scheint im Süden, vor allem vom Schwarzwald bis zum Bayerischen Wald
und südlich davon, überwiegend die Sonne.
Dabei steigen die Temperaturen in der Südhälfte sowie im Südosten auf
sommerliche 25 bis 30 Grad, während es unter den dichten Wolken im Norden und
Westen mit 20 bis 25 Grad mäßig warm bleibt, im Nordseeumfeld werden kaum 20
Grad erreicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Die synoptischen Basisfelder werden im Kurzfristzeitraum von allen Modellen
ziemlich einheitlich simuliert. Unterschiede ergeben sich im Detail, am ehesten
noch, was die konvektive Aktivität während der kommenden Nacht angeht. C-D2-EPS
simuliert im Alpenvorland für die erste Nachthälfte noch erhöhte
Wahrscheinlichkeiten für mehr als 35 mm in 6 Stunden, die wahrscheinlich der
aktuell dort noch stattfindenden konvektiven Aktivität geschuldet sind.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 02.07.2020 um 10.30 UTC

Nach Kaltfrontdurchgang kühler und Stabilisierung. Im Wochenverlauf allmählich
wieder wärmer, dabei im Norden leicht wechselhaft.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 09.07.2020

Die am Sonntag beginnende Mittelfrist steht im Zeichen eines Langwellentrogs,
der über dem Nordostatlantik liegt und sich zunächst von Grönland über die
Nordsee und dem Nordmeer bis nach Skandinavien erstreckt. Am Boden ist er mit
einem Tiefdruckkomplex mit Schwerpunkt über Skandinavien verbunden. Dieses
wiederum lässt die Frontalwelle samt Kaltfront von Nordwesten her auf
Deutschland übergreifen, sodass die zunächst warme Luft mit T850 hPa von 9 bis
15 Grad postfrontal durch frischere Meeresluft mit T850 hPa von 3 bis 10 Grad
ersetzt wird. Die die Kaltfront überlaufende KLA hemmt dabei die
Wetteraktivität.

Ab Dienstag, wenn sich der Langwellentrog in seiner Gesamtheit leicht ostwärts
verlagert, ist durch das Vorschieben eines Keils des Azorenhochs allmählich
steigender Druck bei uns zu erwarten. Die Kaltfront des nach Nord-Skandinavien
weiterziehenden Tiefs verabschiedet sich bald aus Deutschland. Im Norden ist
allerdings ein leicht zyklonaler Touch zu verzeichnen, der vor allem auf der
Nähe zum Trog beruht. Die T850 hPa pendeln sich bei 1 Grad im Norden und 10 Grad
im Süden ein.

Bis zum Donnerstag kommt die 10 Grad-Isotherme in 850 hPa wieder bis in die
Mitte des Landes voran. Ein zu den Britischen Inseln ziehender Rücken, der den
Langwellentrog nach Osten abdrängt, verstärkt den Hochdruckeinfluss noch.
Gleichzeitig begibt sich ein Höhentief westlich der Britischen Inseln in
Stellung, um die Ausläufers seines mit ihm verbundenen Bodentiefs an fast
gleicher Stelle nach Kontinentaleuropa zu bringen.

In der erweiterten Mittelfrist zieht das Höhentief nach England weiter, sodass
auf der Vorderseite des zugehörigen Bodentiefs von Süden oder Südwesten warme
bis heiße Mittelmeerluft einströmt und die T850 hPa auf 10 Grad im Nordosten und
bis zu 19 Grad im Südwesten steigen. Die Kaltfront des Tiefs erreicht
Deutschland aber erst zum Modellvorhersageende (Sonntag, 12.7, 0 UTC). Die zuvor
sehr warme Luftmasse wird mit Annäherung zunehmend feucht, sodass sich das
Konvektionspotenzial präfrontal erhöht. Dabei drohen angesichts der
Eigenschaften der Luftmasse dann auch kräftige Gewitter.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bis zum Dienstag ist die Konsistenz der heutigen 0 UTC-Lauf zu seinen beiden
gestrigen Vorläufen noch ganz passabel, auch wenn es im Ablauf von Randtrögen um
den Langwellentrog bereits zu Unterschieden kommt. Dabei fällt vor allem ein 6-
bis 12-stündige Verzug des Kaltfrontdurchgangs am Sonntag und Montag in den
beiden jüngsten Läufen auf.
Ab Mittwoch werden die Differenzen rasch größer. Der gestrige 0 UTC-Lauf ließ
den Trog schneller nach Osten abwandern und brachte einen flachen Rücken ins
Spiel. Nachfolgend hätte ein Höhentief über der Nordsee dort ein Bodentief
etabliert, dass vor allem im Norden für Tiefdruckeinfluss gesorgt hätte, während
nach Süden hin der Hochdruckeinfluss überwogen hätte. Dabei wären die T850 hPa
deutlicher angestiegen, da sich eine Südwestströmung ausgebildet hätte.
Der gestrige 12 UTC-Lauf hingegen verkürzte die Wellenlänge des Troges, der am
Donnerstag schon nach Osten abgezogen wäre, womit es unter dem Einfluss eines
kräftigen Rückens zu Druckanstieg gekommen wäre. In der erweiterten Mittelfrist
hätte ein neues Höhentief über der Nordsee die Kaltfront eines Tiefs nach
Deutschland gebracht, sodass der Hochdruckeinfluss nur vorübergehender Natur
gewesen wäre.
Im neuesten Lauf dagegen ist der Trog am Mittwoch und Donnerstag zwar breiter
angelegt, allerdings ist seine Amplitude auch geringer. Der sich über den
Britischen Inseln aufwölbende Rücken kann somit ein Hoch über Mitteleuropa
aufbauen, das nachfolgend mit dem sich nach Osten verlagernden Rücken allmählich
zum Baltikum zieht. Das wie im 12 UTC-Lauf vorhandene Höhentief wird in der
erweiterten Mittelfrist nun westlicher gerechnet, sodass die warme Luft mit dem
neuesten Lauf etwas länger bleiben soll.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

ICON lässt aus dem Langwellentrog ab Dienstag ein Höhentief abspalten, das ins
zentrale Mittelmeer zieht. Das Trogresiduum schwenkt nur langsam nach Osten
durch, sodass der nachfolgende Rücken ab Mittwoch und das zugehörige Bodenhoch
weiter westlich liegen. Damit bleibt uns die kühlere Luft länger erhalten.
GFS ist bis Mittwoch dem EZMW ähnlich, hat am Donnerstag und Freitag aber keinen
Rücken und sich aufbauenden Hochdruck auf dem Zettel. Vielmehr würden in
nordwestlicher Strömung weitere Tiefausläufer zu uns kommen, wobei es dann auch
4 bis 6 Kelvin kühler bleibt.
GEM folgt größtenteils den Ideen des EZMW.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles unterstützen für viele deutsche Städte durch
enge Mediane, in denen jeweils auch Haupt- und Kontrolllauf eingebettet sind,
die Aussagen des deterministischen Laufs. Ab Montag existieren zwar ein paar
wenige Ausreißer, die die Streuungen öffnen, allerdings erschüttern sie nicht
substanziell das Vorhersagekonzept. In der erweiterten Mittelfrist ab kommenden
Freitag geht der Median insbesondere bei der Temperatur in 850 hPa jedoch
schneller zurück als beim Haupt- und Kontrolllauf. Dies könnte als Hinweis für
ein schnelleres Vordringen der Kaltfront des neuen Tiefs verstanden werden.

Die Clusteranalyse zeigt bereits für Sonntag (0 UTC) bis Montag (0 UTC) 6
Cluster an. Unterschiede gibt es vor allem in der Amplitude und Stärke des
Trogs. Die bisher eher schwach ausgeprägte Kaltfront könnte daher noch
dynamische Unterstützung erhalten, sodass das Geschehen am Sonntag und Montag
stärker vonstattengeht als bisher angedacht.
Von Dienstag (0 UTC) bis Donnerstag (0 UTC) werden 3 Cluster gerechnet. Auch
darin werden Unterschiede in der Behandlung des Trogs sichtbar. So ist in C3
beispielweise das Abtropfen ins zentrale Mittelmeer zu sehen, das auch schon
ICON als Lösung hatte. C2 deutet so etwas ebenfalls an, wobei der Abtropfprozess
aber gen Balkan und Schwarzes Meer gerichtet ist.
Zwischen Freitag (0 UTC) und Sonntag (0 UTC) kommt die Clusteranalyse etwas
überraschend mit nur einem Cluster aus. Dabei greift von Westen her das
Höhentief, hier eher als Trog simuliert, auf uns über.

FAZIT: Der Kaltfrontdurchgang am Sonntag und Montag ist sicher, wenn auch der
zeitliche Ablauf und die Stärke noch eingetütet werden müssen. Bisher sieht es
deutlich nicht nach einer Unwetterlage aus. Danach stabilisiert sich das Wetter
den meisten Modellen zufolge insbesondere nach Süden hin, ab Wochenmitte geht es
auch wieder mit den Temperaturen aufwärts. Zum übernächsten Wochenende könnte es
bei zunehmender Gewittergefahr sogar warm bis heiß werden, darüber ist aber noch
nicht das letzte Wort gesprochen worden.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

EFI gibt am Sonntag und Montag Hinweise auf überdurchschnittlich viel Wind in
der Nordhälfte. Das wird von COSMO-LEPS durch hohe Wahrscheinlichkeiten für
starke, an der Küste und auf Kuppen der nördlichen Mittelgebirge auch für
stürmische Böen bestätigt.

Beim Niederschlag werden von EFI keine Signale gegeben, dennoch könnte es am
Dienstag es an den Alpen mit geringer Wahrscheinlichkeit durch Staueffekte zu
gewittrigen Stark- oder Dauerregen kommen.

Außerdem treten am Sonntag und Montag hauptsächlich im Norden und im äußersten
Süden einzelne Gewitter auf, die stellenweise die Gefahr von Starkregen bergen.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-ENS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler

DWD -> Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland –

Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Mittwoch, 01.07.2020, 21:00 Uhr

Am Donnerstag im Südosten noch schwere Gewitter (Unwetter) möglich. 
Sonst meist ruhiges Wetter und lediglich an der Nordsee am Wochenende
stürmische Böen. Erst am Montag vorübergehend kurze Gewitter mit 
Starkregen und Böen Bft 8. 

Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Freitag, 03.07.2020, 24:00 Uhr

Am Donnerstag im Südosten und Süden noch markante Gewitter mit 
Unwetterpotential durch Starkregen um 25 l/qm/h und großen Hagel. 
Sturmböen oder schwere Sturmböen sind ebenfalls möglich (Bft 9-10). 
Im Norden nur einzelne markante Gewitter mit Starkregen über 15 l/qm 
in kurzer Zeit.

Am Freitag im Norden und Osten geringe Gewittergefahr. Sonst keine 
markanten Wettergefahren.


Weitere Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Sonntag, 05.07.2020

Am Samstag und Sonntag an der Nordsee und auf exponierten Gipfeln der
nördlichen Mittelgebirge mit erhöhter Wahrscheinlichkeit stürmische 
Böen aus Südwest. In Nordwestdeutschland mit geringer Gefahr Stark- 
oder Dauerregen um 25 mm innerhalb von 6 bis 12 Stunden. 
Ansonsten meist keine Wettergefahren.


Ausblick bis Dienstag, 07.07.2020

Am Montag bei wechselnder Bewölkung Schauer und einzelne Gewitter mit
Starkregen über 15 mm und stürmischen Böen. Im Norden mit geringer 
Wahrscheinlichkeit auch Sturmböen.
Am Dienstag im Nordosten noch einzelne Gewitter möglich. Ansonsten 
Wetterberuhigung und mehr Sonnenschein.
Lediglich im Alpenraum Starkregen/Dauerregen über 25 mm nicht 
ausgeschlossen. An der See noch einzelne stürmische Böen möglich. 

Nächste Aktualisierung: spätestens Donnerstag, 02.07.2020, 05:00 Uhr

DWD/VBZ Offenbach