SXEU31 DWAV 241800 SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST ausgegeben am Mittwoch, den 24.02.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 241800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 24.02.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Warnarmes Wetter. Temperaturniveau von „überhitzt“ auf „mild“ zurückgehend.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC

Aktuell … herrscht fast überall vorgezogenes Frühlingswetter, wobei ich mir
eine Wertung verkneife, denn von „perfekt“ bis „erschreckend“ kann diese
Anomalie je nach Sichtweise umschrieben werden. Geschuldet ist dieser warme
Abschnitt einer umfangreichen Antizyklone in 500 hPa, die mit ihrem Zentrum über
Norditalien/dem Alpenraum liegt. Gleichzeitig dominiert anormal hoher Bodendruck
über dem gesamten Mittelmeerraum mit den höchsten Druckwerten zwischen der
Ukraine und dem Kaspischen Meer. Deutschland liegt peripher beider
Druck/Geopotenzialmaxima auf der warmen Seite und einzig zwischen Emsland und
der Kieler Bucht trüben ausgedehnte Wolkenfelder den eitlen Sonnenschein
(Nordfriesland bei auflandigem Südwestwind bedeckt mit Nachmittagswerten von 10
bis 12 Grad). Sonst gehen wir in einen wolkenlosen und deutschlandweit trockenen
Abend. Dabei liegen die abendlichen Werte nach zahlreich erzielten Rekorden mit
14 bis 10 Grad weiterhin im ausgesprochen milden Bereich. Einzig in Bayern, im
Bergland und im Küstenumfeld ist es mit 10 bis 7 Grad etwas frischer. Auf Sylt
weht der Wind zeitweise stark böig aus Südwest, sonst spielt er keine Rolle.

Die Nacht zum Donnerstag verläuft unverändert ruhig, auch wenn die Antizyklone
in der Höhe etwas nach Osten in Richtung Adria wandert. Dünne Cirrenfelder
ziehen im Nordwesten und Norden über den Himmel, sonst bleibt er klar und in den
berüchtigten Nebelgebieten wie dem Umfeld der Donau bildet sich teils dichter
Nebel. Dabei kühlt es auf Minima von +3 bis 1 Grad im Süden (speziell Bayern)
und sonst auf +10 bis +6 Grad ab (am wärmsten entlang des Niederrheins). Der
Wind weht im Süden schwach aus Südost, sonst aus Südwest mit einzelnen Böen auf
Sylt.

Donnerstag … wandert die Höhenantizyklone weiter nach Osten und liegt abends
über Rumänien, sodass besonders der Nordwesten zunehmend in die Nähe der
Frontalzone gelangt. Zudem tropft ein Langwellentrog vor den Toren Europas ab,
wobei ein kurzwelliges Residuum über die Irische/Keltische See nach England
geführt wird (und sich in der Folge wiederum aufspaltet). Für Deutschland sind
die Auswirkungen jedoch zumeist gering, einzig zwischen Kölner und Mecklenburger
Bucht verdichten sich die Wolken fortwährend. Allerdings könnte man sich
vorstellen, dass die Numerik die Cirrenbewölkung zu aggressiv erwartet, da die
WLA vergleichsweise schwach ausfällt. Zudem deutet sich nachmittags und abends
eine Phasenverschiebung der über die Nordsee ostwärts geführten Welle an, die
z.B. in 850 hPa zügig nach Dänemark vorankommt, weiter südlich jedoch noch über
dem Ärmelkanal verbleibt. Die dadurch verstärkte KLA über der Deutschen Bucht
könnte eher eine niedertroposphärische Inversion zwischen 800 und 850 hPa im
äußersten Nordwesten fördern (nördliche Niedersachsen und SchleswigHolstein),
entlang der sich dichte Stratusbewölkung ausbreitet. Fazit, es könnte ein recht
markanter und scharf begrenzter Wolkenstreifen sein, der nach Osten von
ungetrübtem Sonnenschein flankiert wird. Vielleicht fallen abends im
Grenzbereich zu Benelux bereits die ersten Tropfen, meist sollte es jedoch noch
trocken bleiben.
Besonders zwischen Schwarzwald und Oder bleibt es bis zum Abend durchweg sonnig
und trocken in Bayern selbstverständlich erst nach Auflösung der lokalen
nächtlichen Nebelfelder. In diesen Regionen könnten die Höchstwerte erneut etwas
gedrückt werden, fallen jedoch mit 11 bis 15 Grad für Februar sehr bis
ungewöhnlich mild aus. Sonst wird es mit 15 bis 20 Grad erneut ungewöhnlich bis
rekordverdächtig mild. Anders sieht es im äußersten Nordwesten aus, wo mit
westlichen Winden kühle Meeresluft die Höchstwerte auf 6 bis 11 Grad im Umfeld
der Deutschen Bucht und auf 11 bis 14 Grad zwischen Ostfriesland und Kieler
Bucht drückt. Abgesehen von einzelnen Windböen im Grenzbereich zu Dänemark und
Sturmböen auf dem Brocken weht der Wind schwach bis mäßig aus West bis Südwest,
im Süden aus Südost.

In der Nacht zum Freitag zieht der nördliche Wellenanteil zügig über Südschweden
zur Ostsee, während sich der südliche Part in Form eines schärfer konturierten
Kurzwellentroges nur zögernd Benelux nähert. Allerdings wird ein schwach
ausgeprägter Bodentrog im Verlauf der Nacht zunehmend nach Deutschland gedrückt
und ein darin eingebetteter, wellender Frontenzug erfasst im Verlauf der Nacht
den Westen und Norden Deutschlands. Dabei stützt sowohl vorübergehende PVA am
Scheitel der Welle über Südschweden als auch die PVA präfrontal des
Kurzwellentroges vor Benelux die Front. Zudem sorgt die differenzielle
nächtliche Abkühlungsrate über Deutschland für eine frontogenetische
Intensivierung der Front, sodass mit der Ausbildung eines recht umfangreichen
skaligen Regengebietes gerechnet wird, das ausgangs der Nacht die Gebiete
zwischen Kölner Bucht und Berlin erfasst. Mit 12std. Mengen von 48 l/qm fällt
der Niederschlag jedoch in überschaubaren Mengen.
Südlich der zentralen Mittelgebirge ist davon (abgesehen von dichteren
Wolkenfeldern) wenig zu spüren. Erneut breitet sich besonders im Umfeld der
Donau Nebelfelder aus und in Bayern wird es vielerorts mit Minima etwas unter 0
Grad leicht frostig. Derweilen bleibt es entlang des Oberrheins sowie im
bedeckten Norden mit +8 bis +5 Grad frostfrei und milder. Postfrontal der Front
klart es im Umfeld der Deutschen Bucht ausgangs der Nacht auf und je nach
Zeitpunkt kann man hier gebietsweise leichten Frost in Bodennähe inklusive
lokaler Glätte nicht ausschließen. Der Westwind spielt nirgendwo eine
warnwürdige Rolle.

Freitag … steht dann als Übergangstag im Zeichen einer allmählichen
Wetterberuhigung. Sowohl Geopotenzial als auch Bodendruck steigen im
Tagesverlauf von Westen an, wobei die seichte Bodentiefdruckrinne von dem sich
von Frankreich nach Westdeutschland aufwölbenden Bodenhoch rasch aufgefüllt
wird. Auch in der Höhe (rund 500 hPa) setzt sich immer mehr Absinken zwischen
dem sich über Frankreich einnistenden Kurzwellentrog/Kaltlufttropfen und einem
nach Nordosteuropa schwenkenden Haupttrog durch, sodass die vorübergehend
forcierte Frontogenese über Deutschland wieder abgeschwächt wird. Dennoch sieht
es zwischen NRW und Brandenburg/Sachsen nach einem trüben und regnerischen Tag
aus, wobei 12std. nur wenige Liter Nass pro Quadratmeter vom Himmel fallen.
Südlich der Donau und im postfrontalen Absinkbereich der Front zeigt sich die
Sonne hingegen längere Zeit, besonders südlich der Donau bleibt es regional auch
wolkenlos und in diesen Regionen bleibt es trocken. Bewölkungstechnisch
schlechter könnte der Tag im nördlichen Niedersachsen, SchleswigHolstein und MV
ablaufen, wo etwas feuchtere Nordseeluft mit tiefem Gewölk einsickert, wobei die
Modelle noch uneins sind, wie weit nach Süden diese Bewölkung ausgreift und wie
dich sie ist. Die Höchstwerte liegen südlich der Donau bei sehr milden 12 bis 17
Grad und sonst je nach Sonnenanteil zwischen nasskühlen 710 Grad im Dauergrau
und 9 bis 12 Grad bei etwas Sonnenschein in Norddeutschland. Der Nordwestwind
weht schwach bis mäßig, im Norden und Nordosten leicht böig.

In der Nacht zum Samstag steigt der Bodendruck/das Geopotenzial weiter und die
Frontenreste werden unter Abschwächung rasch nach Osten gedrückt, sodass nur
noch am östlichen Alpenrand und im Erzgebirgsstau etwas Nass zu erwarten ist.
Ansonsten verläuft die Nacht besonders über der Mitte meist klar, im Süden
(Staubewölkung) und im Norden (Nordseeluft) teils hochnebelartig bewölkt. Die
Tiefstwerte liegen dabei je nach Wolkenanteil zwischen +4 und 3 Grad.
Straßenglätte muss mit Restfeuchte besonders über der östlichen Mitte in
Betracht gezogen werden. Der Wind weht schwach aus Nordwest bis Nord mit
einzelnen Böen im Ostseeumfeld.

Samstag … etabliert sich endgültig ein umfangreiches Bodenhoch über
Irland/Großbritannien/Schottland und erfasst mit seiner „kalten Schulter“ auch
Deutschland. Da sich jedoch vom Bodenhoch ausgehend ein schwacher Keil von
England zum Erzgebirge erstreckt, wird die Advektion von feuchter Nordseeluft
recht effektiv unterdrückt, sodass die vorhandene Restfeuchte den einzigen
Anhaltspunkt für teils dichte Hochnebelfelder bietet. Aus heutiger Sicht kommt
dabei besonders die nördliche Mitte (NRW bis Sachsen) am schlechtesten weg und
auch am direkten Alpenrand kann sich diese Bewölkung recht hartnäckig halten.
Ansonsten scheint jedoch die Sonne und in der eingeflossenen Meeresluft (T850
bei 0 bis 4 Grad) wird es besonders im Dauergrau mit 2 bis 5 Grad
vergleichsweise kalt, während es sonst mit 7 bis 13 Grad weiterhin mild bleibt.
Der Wind weht schwach bis mäßig, im Nordosten aus Nordwest und im Südwesten aus
Nordost. Dabei könnten im Hochschwarzwald je nach Inversionshöhe Böen auftreten
(Bft 7).

Noch kurz ein Blick auf die Nacht zum Sonntag, die fast deutschlandweit frostig
ausfällt (+2 Grad im Küstenumfeld und sonst 0 bis 5 Grad). Dabei bleibt es
teils klar, teils hochnebelartig bedeckt, wobei die Bewölkungsvorhersage noch
sehr unsicher ist und von der exakten Bodendruckkonfiguration abhängt.
Tendenziell scheint jedoch von Norden wieder feuchtere Luft und somit mehr
Hochnebel einzusickern.

Modellvergleich und einschätzung

Insgesamt wird der Ablauf während der Kurzfrist sehr homogen gezeigt. Allerdings
gibt es noch größere Unsicherheiten bei der Entwicklung des Kurzwellentroges am
Freitag über Frankreich, der sich allmählich in einen Kaltlufttropfen (KLT)
umwandelt. Dieser sollte zwar aus heutiger Sicht Deutschland nicht beeinflussen,
jedoch wird seine Entwicklung mit größeren Unsicherheiten gezeigt. ICON zeigt
eine westlichere und schwächere Variante, während IFS und GFS östlicher
ansetzen. In allen Modellen soll dabei die blockierende Antizyklone über
Nordwesteuropa den KLT sukzessive nach Westen drücken, doch kann man sich hier
eine Überraschung in Form eines östlicheren Ansetzens oder gar einer anderen
Zugrichtung weiterhin vorstellen. GFS z.B. zeigte in den Vorläufen eher ein
Abdriften in Richtung westliches Mittelmeer und nun eher die Variante in
Richtung Bretagne ziehend.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Mittwoch, den 24.02.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 24.02.2021 um 10.30 UTC

Unter Hochdruckeinfluss ruhiges und tagsüber vor allem im Westen und Südwesten
eher mildes Wetter. Nachts zumindest in Bodennähe häufig leichter Frost.

Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 03.03.2021

Am Samstag verändert sich die Lage des bereits am Vortag abgetropften Höhentiefs
über Frankreich nur wenig. Der restliche Höhentrog schwenkt von Polen zum
nördlichen Balkan und zum Schwarzen Meer. Dazwischen hat sich ein kleinräumiges
Höhenhoch über der Nordsee etabliert, welches das kräftige Bodenhoch über den
Britischen Inseln stützt, dessen Keil sich im Tagesverlauf nach Tschechien
vorschiebt. An der Nordseite des Keils dringt feuchte Nordseeluft nach
Norddeutschland vor.

Am Sonntag verlagert sich das Cut-Off-Tief über Frankreich im Randbereich eines
weiteren Höhentiefs über Südwesteuropa zum Ärmelkanal und es bildet somit mit
diesem Tief eine Dipolstruktur. Zwischen dem nördlichen Höhentief und dem
osteuropäischen Höhentrog gibt es weiterhin hohes Geopotential über
Mitteleuropa, wobei die von Irland über die südliche Nordsee und Deutschland bis
zum nordwestlichen Balkan reichende Bodenhochdruckbrücke gestützt wird. Am
Nordostrand dieser Brücke strömt relativ feuchte Nordseeluft in die
nordöstlichen Landesteile.

Während das südwesteuropäische Höhentief sich am Montag unter Abschwächung kaum
verlagert, zieht das nördliche Höhentief nach Nordwesten zum Seegebiet
südwestlich von Irland. Damit kann sich der von Südeuropa ausgehende und über
Deutschland zur Nordsee reichende Höhenrücken noch etwas verstärken, wobei die
von den Britischen Inseln über Mitteleuropa bis zum nördlichen Balkan reichende
Hochdruckbrücke gestützt wird.

Am Dienstag und Mittwoch schwächt sich der mitteleuropäische Potentialrücken
durch einen sich von Westeuropa nähernden Höhentrog zwar ab, jedoch bleibt
zunächst noch die Bodenhochdruckzone über uns wetterbestimmend, wobei sich der
Hochschwerpunkt nach Südskandinavien verlagert.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Ab Sonntag gibt es zwar geringe Differenzen bei den Potential- und Druckfeldern,
die sich aber beim Wetter und vor allem bei den Warnungen kaum bemerkbar machen,
da sie sich bei hohem Potential und hohem Luftdruck abspielen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

GEM lässt am Samstag das Höhentief zum westlichen Mittelmeer abtropfen und
gleichzeitig nähert sich dem Küstenbereich von Norden ein Randtrog, so dass dort
zum Tagesende etwas Niederschlag aufkommt. Dieser Trog tropft am Sonntag zum
mittleren Deutschland ab und das resultierende Cut-Off-Tief zieht bis Tagesende
nach Südwestdeutschland. Es zeigt leichte Wetteraktivität. Am Montag zieht
dieses Tief dann nach Nordwestfrankreich ab. Im Bodendruckfeld ist aber auch in
der kanadischen Simulation die kräftig Hochdruckzone erkennbar.
Die anderen Globalmodelle inclusive ICON simulieren ebenfalls den
Hochdruckeinfluss ohne das neuerliche Abtropfen eines Höhentroges nach
Mitteleuropa (wie es GEM zeigt).

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse des IFS berechnet heute bis zum 7. Folgetag 6 Cluster, die
allesamt als blockierend eingestuft werden. Sie zeigen jeweils einen
mitteleuropäischen Höhenrücken, der leicht unterschiedliche Achsenlagen besitzt
und sich auch leicht in den Keilen und Trögen im Randbereich unterscheidet. So
zeigt der 4. Cluster mit insgesamt 9 Modellruns einen Randtrog, der
Dienstagabend auf den Norden übergreift und am Mittwoch von dort südostwärts
abzieht. Die Kaltfront eines Nordosteuropa-Tiefs würde danach am Dienstag den
Norden erreichen und am Mittwoch auch den Osten überqueren. Nachfolgend würde
kühle Luft den Nordosten erreichen und für einzelne Schauer sorgen.
In der Rauchfahne von Offenbach erkennt man im Kurzfristzeitraum den
Kalfrontdurchgang anhand der absinkenden 850-hPa-Temperatur. Von Samstag bis
Dienstag steigt dann die Temperatur in diesem Niveau durch Hochdruckeinfluss und
Absinken langsam wieder an auf Werte zwischen 2 und 8 Grad. Anschließend geht
die Temperatur in 850 hPa wieder leicht zurück meist auf -1 bis 5 Grad und auch
das Geopotential 500 hPa sinkt wieder. Korrespondierend dazu erkennt man ab
Mittwoch wieder eine zunehmende Niederschlagswahrscheinlichkeit.
Im EPS-Meteogramm von Offenbach überwiegen Winde aus nordöstlichen Richtungen im
Randbereich des Hochdruckgebietes, das sich hinter der o. e. Kaltfront zu Beginn
des Mittelfristzeitraumes bildet. Offenbar gelangt nach einer vorübergehenden
leichten Erwärmung ab Dienstag/Mittwoch von Nordosten wieder etwas kältere Luft
vor allem in den Norden und Osten. Dort erkennt man in den EPS-Meteogrammen ab
Mittwoch/Donnerstag der kommenden Woche etwas niedrigere Tagestemperaturen bei
steigender Nachtfrostgefahr. Dort nimmt ab Mittwoch auch wieder der Wolkenanteil
zu bei steigender Niederschlagswahrscheinlichkeit.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Die Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen ist angesichts des
Hochdruckeinflusses nur gering.
Lediglich Samstagabend ist im Raum Rügen nach CosmoLEPS die Wahrscheinlichkeit
von stürmischen Böen geringfügig erhöht.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, oper. Modelle.

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Dienstag, den 23.02.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 23.02.2021 um 10.30 UTC

Unter überwiegendem Hochdruckeinfluss sehr ruhiges Wetter. Mild.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 02.03.2021

Am Freitag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt nach IFS ein
langwelliger, aber recht flacher Rücken über Südost- und Osteuropa. Von
Nordwesten schwenkt dagegen ein kurzwelliger, aber weit nach Südwesten
ausgreifender Trog herein, von dem über Nordfrankreich ein Höhentief abtropft.
Über den Britischen Inseln baut sich erneut ein Rücken auf. Dieser stützt ein
Hochdruckgebiet, dessen Schwerpunkt sich bis zum Abend schon nach Südengland
verlagert. Deutschland liegt an dessen Ostflanke in einer nordwestlichen
Bodenströmung. Mit dieser wird eine Kaltfront (die zu einem Tief über
Nordrussland gehört) langsam über Deutschland hinweg südwärts geführt, wobei sie
sich in der Nacht zum Samstag über dem Süden des Landes auflöst. Mit der
Kaltfront gelangt dichte Bewölkung vom Norden allmählich in den Süden des
Landes, an der auch Regen fällt, der aber nach Süden hin immer schwächer wird.
Das Temperaturniveau in 850 hPa liegt vor der Front im Süden noch bei über 6
Grad und geht rückseitig allgemein auf 0 bis -2 Grad zurück, ganz im Osten auch
darunter, wo dann im höheren Bergland Schnee fällt.
Am Samstag verändert sich die Lage des Hochs kaum, es dehnt sich aber noch etwas
Richtung Deutschland aus, so dass der Wind meist nur noch schwach aus Nordwest
bis Nord weht. Im Südwesten dreht er auf Nordost und frischt auf. Mit der
bodennahen Strömung gelangt feuchte Luft vor allem in die nördlichen und
östlichen Landesteile, wo vielfach Stratusbewölkung vorherrscht. Im Südwesten
ist es dagegen freundlicher.
Am Sonntag greift ab dem Morgen ein neuer Kurzwellentrog von Nordwesten über, an
den schwache Regenfälle gekoppelt sind. Vor allem in den Norden ziehen wieder
viele Wolken, im Süden kommt davon nicht so viel an. Das Temperaturniveau ändert
sich kaum. In der zweiten Tageshälfte steigt dann die Dominanz eines Höhenhochs
über der Nordsee, das durch den dann über Süddeutschland liegenden
Kurzwellentrog und das schon am Freitag über Frankreich abgetropfte Höhentief
von hohem Potential über dem zentralen Mittelmeerraum abgeschnitten ist.
Bodennah verlagert sich der Hochschwerpunkt zur Nordsee und am Montag dann
zunehmend nach Deutschland. Dementsprechend herrscht am Montag ruhiges und
trockenes Wetter, wobei der Wind im Tagesverlauf auf Ost dreht. Die
Grenzschichtbewölkung löst sich dann auch immer mehr auf. In 850 hPa steigt die
Temperatur durch Absinken schon wieder auf 5 bis 6 Grad, bodennah bleibt es aber
vorerst noch vergleichsweise kühl mit Höchstwerten um 10 Grad.
Am Dienstag ist das Höhenhoch dann über Norditalien zu finden und weiterhin
liegen wir im Einflussbereich des Hochs, das sich bei recht flacher
Druckverteilung über weite Teile Südeuropas und über Mitteleuropa hinweg über
das Nordmeer bis nach Grönland erstreckt. Der Schwerpunkt des Hochs liegt dabei
östlich unseres Landes, so dass der Wind meist aus Süd oder Ost kommt. Die Sonne
treibt die Temperatur wieder etwas höher als zuletzt, ganz im Norden besteht
aber eine Tendenz zu Grenzschichtbewölkung.
Auch in den Folgetagen bleibt die Tendenz zum Hochdruckeinfluss, allerdings
sollen nach dem IFS in den Norden Reste von Fronten gelangen, die dort wieder
für mehr Bewölkung und etwas Regen sorgen. Im Süden dominiert dagegen der
Sonnenschein und es wird noch milder.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Betrachtet man nur die Bodendruckverteilung, so ist die Konsistenz des aktuellen
Laufs mit seinen beiden Vorgängerläufen als sehr gut zu bewerten. Ein Blick auf
die Höhenkarte offenbart aber deutliche Unterschiede. Während beim heutigen Lauf
der Freitagstrog abtropft, ist es bei den beiden gestrigen Läufen der
Sonntagstrog, wobei die resultierenden Kaltlufttropfen am Montag und Dienstag
dann sogar ähnliche Positionen einnehmen. Nach dem gestrigen 00-UTC-Lauf gelangt
dann so ein Kaltlufttropfen am Mittwoch zu uns, während er uns nach den anderen
Läufen noch fernbleibt. Während also die großskalige Situation recht klar ist,
könnten die Ostereier (die sind dieses Jahr aber sehr früh dran…) für kleinere
Überraschungen sorgen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

IFS, GFS, UKMO und ICON zeigen insgesamt recht ähnliche Lösungen. Leichte
Unterschiede zeigen sich am Sonntag, an dem ICON und GFS den Trog, der nach
Südosten schwenkt stärker und schneller zeigen, so dass Deutschland vor allem
nach GFS im Osten sogar in den Einflussbereich höhenkalter Luft (unter -30 Grad
in 500 hPa) käme. Zum Beginn der neuen Woche zeigen dann GFS und ICON das
Höhenhoch noch etwas weiter nördlich über Deutschland und nicht schon nach
Norditalien zurückgezogen. Eine ganz andere Lösung haben die Kanadier zu bieten:
Sie lassen am Sonntagabend ein abgetropftes Höhentief von Nordosten her über
Deutschland hinweg südwestwärts ziehen. Nachfolgend bilden sich
Höhenhochschwerpunkte über Südosteuropa und westlich der Britischen Inseln.
Letzterer dominiert dann zur Wochenmitte, wenn das Höhentief Anschluss an einen
nordosteuropäischen Trog sucht, so dass sich eine Nordlage einstellt, mit der
wieder deutlich kältere Luft (-8 Grad in 850 hPa) nach Deutschland gelangt. Als
Außenseiterlösung verfolgen wir diese Variante erstmal nicht weiter.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Das Ensemble des IFS verteilt sich im Zeitraum von Sonntag, 00 UTC bis Dienstag,
00 UTC auf zwei Cluster. Diese sind sich im mitteleuropäischen Bereich sehr
ähnlich. Im Zeitraum von nächsten Mittwoch bis Freitag werden ebenso zwei
Cluster gebildet. C1 (26 Mitglieder, Kontrolllauf, Hauptlauf) zeigt bis Freitag
einen breiten Rücken im Bereich Britische Inseln, Nordmeer, Skandinavien und
Deutschland am Randes eines Hochs über dem Nordmeer und Skandinavien. Damit
tendiert es zu einer weiter nördlichen Lage des Hochs als der Hauptlauf und
ähnelt daher etwas mehr GFS. C2 (25 Mitglieder) lässt ab Donnerstag einen
starken Trog vom Nordmeer her in den Rücken reinbohren, der am Freitag
Deutschland erreicht.
Die Rauchfahnen für die Mitte Deutschlands (Erfurt) zeigen bei der
850-hPa-Temperatur eine mäßige Streuung, die erst in der Mitte der nächsten
Woche deutlich zunimmt. Zunächst pendelt sich die Temperatur bei knapp unter 0
Grad ein, um dann zum Montag/Dienstag wieder bis auf etwa 5 Grad zu steigen. Im
Laufe der nächsten Woche geht es dann wieder langsam zurück. Das Geopotential
pendelt auf hohem Niveau. Hinweise auf stärkere herumeiernde Kaltlufttropfen
(Einzelläufe mit vorübergehend stark absinkendem Potential) sind nicht
vorhanden. Nächste Woche gibt es eine allgemeine Potentialabnahmetendenz.
Nennenswerte Niederschlagssignale gibt es nur am Freitag, dort sind sie aber bei
allen Läufen vorhanden.
Leichte Unterschiede gibt es bei GFS: Der Temperatureinbruch am Freitag ist
etwas stärker (bis auf -5 Grad) und nachfolgend bleibt die Temperatur des
Hauptlaufs für einigen Tage etwas unter dem Ensembleschwerpunkt, der näher am
IFS liegt. Beim Geopotential zeigen sich stärkere Dellen am Freitag und Sonntag,
die mit den bei GFS stärkeren Trögen zusammenhängen. Auch hier gibt es keine
Signale für herumirrende Kaltlufttropfen. Ansonsten sind die GFS-Rauchfahnen
denen des IFS sehr ähnlich.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der EFI zeigt am Freitag und Samstag noch ein kleines Signal für ungewöhnlich
warmes Wetter vor allem im Norden und Osten. Bei Cosmo-LEPS gibt es am Freitag
geringe Wahrscheinlichkeiten für stürmische Böen in exponierten Lagen der
Ostseeküste.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS

VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann

SXEU31 DWAV 231800 SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST ausgegeben am Dienstag, den 23.02.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 231800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 23.02.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Antizyklonale Südwestlage; sonnig und deutlich zu warm. Ab Freitag Übergang zu
Hoch Britische Inseln mit schwachem Trogdurchgang und Abkühlung.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 12 UTC

Aktuell … liegt eine kräftige Höhenantizyklone über Süd und Mitteleuropa. Ihr
Kern erstreckt sich von Italien bis nach Südpolen und beeinflusst somit auch
Deutschland. Flankiert wird diese Antizyklone von einem stärker ausgeprägten
Langwellentrog über dem Atlantik, einem Trog über Westrussland und einem
CutOffTief über Algerien. Zwischen dem Atlantiktrog und der Hochdruckzone hat
sich eine südwestliche Strömung eingestellt, in der warmen Saharaluft bis zur
Südspitze Skandinaviens geführt wurde, die uns für die Jahreszeit
außergewöhnlich hohe Tagestemperaturen beschert hat. So werden einige Stationen
heute wieder Rekorde für den Februar zu vermelden.
Die Nacht verläuft meist klar. Abgesehen vom Norden. Dort ziehen dichter hohe
Wolkenfelder ausgelöst durch Warmluftadvektion durch. Im Süden bildet sich in
den bekannten Niederungen wieder dichter Nebel. Zudem sinken die Temperaturen in
großen Teilen Bayerns, in einigen Mittelgebirgstälern sowie südlich der Alb
wieder in den leichten Frostbereich. Entsprechende Warnungen laufen. Die
Sturmböen auf dem Brocken halten an, sonst wird die Nacht nur schwach windig.

Mittwoch … kommt der atlantische Langwellentrog etwas weiter östlich voran,
beginnt sich aber schon abzuschwächen. Ansonsten verbleibt Mitteleuropa unter
dem Einflussbereich des Höhenrückens. Von den Ostfriesischen Inseln bis nach
SchleswigHolstein zieht im Tagesverlauf Nordseestratus auf, aus dem zur
dänischen Grenze hin ein paar Tropfen fallen können. Die Nebel und
Hochnebelfelder in den Niederungen lösen sich im Tagesverlauf rasch auf.
Abgesehen von Cirrusbewölkung im Norden bleibt es ansonsten weitergehend sonnig.
Dabei prognostiziert MOSMIX sogar noch geringfügig höherer Höchstwerte als
heute, sodass lokal durchaus 22 °C erreicht werden können. Der allzeit
Februarrekord aus dem Jahre 1900 in Arnsberg (NRW) wird allerdings nicht in
Gefahr sein. Abgesehen von Sturmböen auf dem Brocken weht nur ein mäßiger, an
den Nordseiten der Mittelgebirge leicht böiger Wind um Süd.
Die Nacht auf Donnerstag wird abgesehen vom Nordseestratus in SchleswigHolstein
und Cirrusbewölkung im Norden verbreitet klar. Dabei sinken die Temperaturen im
Südosten wieder in den leichten Frostbereich. Nebel bildet sich wieder in den
Niederungen im Süden.

Donnerstag … kommt der atlantische Langwellentrog noch weiter ostwärts voran.
Dabei tropft ein Höhentief westlich der iberischen Halbinsel ab. Der Trog
schwächt sich dabei ab, da er von einem Keil des Azorenhochs überlaufen wird,
der sich vorderseitig eines neuen Langwellentroges aufsteilt. Die Achse des
Trogresiduums zieht im Tagesverlauf über GroßBritannien. Das europäische
Höhenhoch setzt sich dabei ostwärts in Bewegung. Der Keil des Höhenhochs, der
sich Richtung Skandinavien geschoben hat, wird dabei abgehobelt. Zudem setzt
sich dort zunehmend tiefer Luftdruck fest. Die Strömung über Nordeuropa
zonalisiert dadurch deutlich. Mit dem näher rückenden Trog setzt über
Nordostdeutschland Kaltluftadvektion ein. So greifen erste Wolkenfelder auf den
Nordwesten über, aus denen ein paar Tropfen Regen fallen können. Sie gehören zu
einer Kaltfront, die vom Tiefdrucksystem nördlich von Skandinavien aus geht. Der
Rest von Deutschland wird weiterhin antizyklonal beeinflusst, wobei die
Temperatur nicht mehr ganz die Werte vom Vortag erreicht.
In der Nacht zum Freitag zieht das Trogresiduum als Kurzwellentrog über Benelux.
Die dem Trog vorlaufende Kaltfront erreicht dabei mit mäßigem Regen gegen morgen
etwa die Mitte Deutschlands. Rückseitig fließt maritime Polarluft ein, in der
die 850hPaTemperatur wieder unter 0 °C fällt. Im Südosten bleibt es noch
aufgelockert mit Nebel und gebietsweise leichtem Frost.

Freitag … erreicht das neue Hoch mit seinem Schwerpunkt den Südwesten
Englands. Dadurch rutscht der Trog weiter nach Deutschland herein, wird aber
bodennah von Hochdruck überlaufen. An seinem Südwestende tropft noch mal über
Westfrankreich ein kleiner Kaltlufttropfen ab, der aber keinen weiteren Einfluss
auf unser Wettergeschehen hat. Die Front richtet sich Trogvorderseitig zunehmend
strömungsparallel aus, wodurch sie über der Mitte Deutschland nur noch langsam
südwärts vorankommt. Die genaue Lage der Front und somit auch die
Niederschlagsmengen sind derzeit noch etwas unsicher. Bisher kann man von 3 6
mm in Staulagen über 10 mm Niederschlag ausgehen, der allerdings durchgehend auf
der warmen Seite der Front und somit bis in die Gipfellagen als Regen fällt. Im
Nordwesten sinkt die 850hPaTemperatur in der einfließenden maritimen Polarluft
auf bis zu 5°C. Der nachfolgende Trog selber ist weitgehend inaktiv, da er
bodennah rasch vom nachrückenden Hoch überlaufen wird. So lockert die
Wolkendecke von Norden her rasch auf.
In der Nacht zum Samstag zieht die Front dann über den Süden hinweg, wobei sie
sich abschwächt und die Niederschläge nachlassen. Nördlich davon lockert die
Wolkendecke bis in die südliche Mitte weitestgehend auf, wodurch in der
Nordhälfte und in der Mitte die Temperaturen bis auf Werte um den Gefrierpunkt
sinken und somit Glätte durch überfrierende Nässe ein Thema wird.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modellsimulationen sind bis Freitag im Wesentlichen gleich. Erst am Freitag
ergeben sich geringe Unterschiede bezüglich des zeitlichen Ablaufs und der
Regenmengen beim Frontdruchgang. Für die Vorhersage ist bis Freitag MOSMIX
empfohlen. Nebel kann im Nowcasting in der Nacht bewarnt werden. Am Freitag sind
die Modellunterschiede bezüglich des Frontdurchganges mit dem 12zLauf nicht
mehr so groß, sodass hinreichend genau mit ICON oder ECMWF gearbeitet werden
kann und Ensembleprognosen nicht notwendig sind.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold

SXEU31 DWAV 181800 SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST ausgegeben am Montag, den 22.02.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 221800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 22.02.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Weiterhin überwiegend warnarmes Hochdruckwetter. In der Nacht in der
Südosthälfte leichter Frost, stellenweise Nebel. Am Dienstag in vielen Regionen
wieder sehr mild, im Norden und Nordwesten allerdings dichtere Wolken.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC

Aktuell … ist die Wetterlage bestimmt durch einen umfangreichen Höhenrücken
über Mittel und Osteuropa sowie einen CutOffProzess über Westeuropa. Dort
tropft der Trog in Richtung Iberische Halbinsel und den Norden Algeriens ab.
Dieser Abtropfprozess wird im Laufe der Nacht zum Dienstag vollendet, wobei das
Höhentief seinen Weg in die Sahara mit großem Elan fortsetzt. Damit entsteht
über Westeuropa eine Geopotentialbrücke zwischen dem Höhenhoch mit Schwerpunkt
über der oberen Adria und dem nach Nordspanien gerichteten Rücken auf dem
Atlantik. Ein aus dem Abtropfen übrig gebliebener Kurzwellentrog umläuft im
Laufe der Nacht das Höhenhoch auf der Nordwestflanke und erreicht ausgangs der
Nacht Mittel und Südschweden. Am Boden bleibt das Hoch mit Schwerpunkt über
Südosteuropa dominierend, wobei die mit dem KWT in Verbindung stehende Welle die
Luftmassengrenze dem Nordwesten etwas näher rücken lässt. Damit weiten sich
dichtere Wolkenfelder vom Westen im Laufe der Nacht etwas in Richtung Mitte
unter Verdichtung aus (weiterhin mit etwas Saharastaub kontaminiert), auch ein
paar Tropfen Regen sind möglich (v.a. ICON setzt auf diese). Im Südosten rückt
dagegen die Grenzschichtmeteorologie in den Mittelpunkt, denn auch in dieser
Nacht wird sich der Hochnebel wieder ausweiten bzw. neu bilden, die Verbreitung
dürfte aber geringer sein als in der vergangenen Nacht. Sonst zeigt sich der
Himmel klar oder gering bewölkt, damit sinken die Temperaturen in der
Südosthälfte wieder in den leichten Frostbereich. Glättegefahr besteht in den
Nebelregionen durch überfrierende Nebelnässe, sonst im Südosten vereinzelt durch
Reif.

Dienstag … zieht der angesprochene Kurzwellentrog rasch in Richtung Ostsee und
Finnland ab. Dem weiterhin markanten Höhenhoch, nun mit Schwerpunkt über
Mittelitalien, kann dieser aber nur wenig anhaben. Etwas „markanter“ sind die
Auswirkungen im Bodendruckfeld, denn die Kaltfront tangiert dieses auf seiner
Nordwestflanke und umläuft den Hochschwerpunkt über Tschechien in Richtung
Polen. Besonders in den Vormittagsstunden sind in der Nordhälfte weiterhin ein
paar Tropfen Regen möglich, am Nachmittag sollte es weitgehend trocken bleiben.
Dementsprechend gibt es auch bei der Bewölkung einen NordSüdUnterschied:
Südlich der zentralen Mittelgebirge scheint nach Auflösung der Nebel und
Hochnebelfelder häufig die Sonne, nach Norden zu ist es stark bewölkt, später
wolkig. Außerdem nähert sich ein gut entwickeltes Tief auf dem nahen Ostatlantik
Irland und Schottland an, das zu einer leichten Gradientverschärfung im
Nordwesten des Bundesgebiets führt. Im Westen sind in freien Lagen einzelne
frische bis starke, vereinzelt steife Böen aus Südwest möglich, auf dem Brocken
treten ab und zu stürmische Böen oder Sturmböen auf (im Harzlee sind einzelne
starke Böen nicht ganz ausgeschlossen). Die Luftmassentemperatur (850 hPa)
reicht von +4 Grad im Norden bis +9 Grad im bayerischen Raum, damit sind mit
Ausnahme der nördlichsten Regionen verbreitet Höchstwerte von mehr als 15 Grad
wahrscheinlich, entlang des Rheins ist die Überschreitung der Marke von 20 Grad
möglich.
In der Nacht zum Mittwoch amplifiziert sich der Langwellentrog auf dem Atlantik
deutlich, gleichzeitig steilt der Rücken über Festlandseuropa auf und erreicht
mit seiner Spitze das südliche Nordeuropa. Der Schwerpunkt positioniert sich
unverändert über den mittleren Regionen Italiens. Die Frontalzone über
Nordwesteuropa verbleibt ebenfalls in ihren angestammten Regionen, entfernt sich
sogar etwas von Deutschland. Der Gradient fächert im Nordwesten leicht auf,
sodass die Wahrscheinlichkeit für starke Böen zurückgeht und sich gegebenenfalls
auf Nordfriesland beschränkt. Im Süden verläuft die Nacht abseits der Nebel und
Hochnebelgebiete klar, im Norden nimmt die Bewölkung ebenfalls etwas ab. Die
höchste Frostwahrscheinlichkeit besteht südlich der Donau, sonst sollte in der
Südhälfte die Temperatur nur ganz vereinzelt in den negativen Bereich sinken.

Mittwoch … festigt sich erneut die Omegastruktur im Potentialfeld, die
Rückenachse kippt dabei etwas ostwärts in reicht vom Osten Österreichs bis zum
Baltikum. Am Boden ändert sich an der antizyklonalen Krümmung über Mitteleuropa
nicht viel, der Schwerpunkt des Hochs befindet sich zum Mittagstermin über
Südosteuropa. Der Gradient ist dabei im Nordwesten weiterhin stärker ausgeprägt
als im Südosten, damit ergibt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für frische
bis starke, vereinzelt steife Böen aus Südwest im Nordwesten des Landes.
Besonders in den auflandigen Bereichen Nordfrieslands sind entsprechende „gelbe“
Warnungen nicht ausgeschlossen. Die Sturmböen auf dem Brocken bleiben bestehen.
Die Luftmassencharakteristik ändert sich nicht viel, im Süden werden in 850 hPa
weiterhin bis 10 Grad erreicht, im Norden bis 6 Grad. Die Kombination aus
längerem Sonnenschein und relativ guter Durchmischung dürften vielerorts für
Höchstwerte um oder über 20 Grad sorgen. Mit etwas weniger Sonnenschein muss man
sich im äußersten Norden zufriedengeben, denn die über Nordwesteuropa
verlaufende Frontalzone sorgt dort für dichtere Wolken, ICON simuliert sogar ein
paar Tropfen Regen im Bereich der Nordsee. In den typischen Hochnebelregionen
entlang der Donau dürfte sich außerdem wieder länger Nebel oder Hochnebel
halten, zum Nachmittag sollte aber auch dort der Sonnenschein die Überhand
gewinnen. Die Thematik „Saharastaub“ ist außerdem noch nicht vom Tisch, der
Himmel könnte daher gebietsweise optisch getrübt sein.
In der Nacht zum Donnerstag setzt sich der Amplifizierungstrend des Troges auf
dem Atlantik fort, gleichzeitig flacht der Rücken über Nordwesteuropa etwas ab.
Damit kann sich die Frontalzone etwas annähern und sorgt im Nordwesten für
dichtere Wolkenfelder, Niederschlag wird aber nach übereinstimmender Modelllage
noch keiner dabei sein. Sonst verläuft die Nacht bei ungebrochenem
Hochdruckeinfluss klar bis locker bewölkt, wobei sich in den typischen Lagen im
Südosten wieder Nebel oder Hochnebel bilden wird. Dort sinken die Tiefstwerte
gebietsweise unter 0 Grad, sonst dürfte Luftfrost kein großes Thema mehr sein.
Die Sturmböen auf dem Brocken stehen weiterhin auf der Karte und auch in
Nordfriesland ist die eine oder andere steife Böen möglich.

Donnerstag … erfolgt wie schon am Beginn des Kurzfristzeitraum ein
Abtropfprozess über der westlichen Iberischen Halbinsel. Der übrig gebliebene
Langwellentrog nimmt damit auf seinem Weg nach Osten Fahrt auf und drängt den
mittel und osteuropäischen Rücken leicht südostwärts ab. Damit kann die
Frontalzone in den Nordwesten Deutschlands rücken und dort für einen eher
wechselhaften, stark bewölkten Tag sorgen. Der Südosten „profitiert“ dagegen
weiterhin vom Bodenhoch über Südosteuropa, daher setzt sich dort das sonnige und
trockene Wetter fort. Hochnebel und Nebel können sich aber stellenweise etwas
länger halten. Beim Wind ändert sich nicht viel, der Brocken ist weiterhin mit
Sturmböen dabei, die nordfriesische Küste mit einzelnen steifen Böen. In vielen
Regionen bleibt es mild bis sehr mild, im äußersten Nordwesten ist aber
wahrscheinlich bei Höchstwerten von 15 Grad aufgrund der einsickernden kühleren
Luftmasse Schluss.

Modellvergleich und einschätzung

Die synoptischen Basisfelder werden von den Modellen ähnlich simuliert. Kleiner
Abweichungen gibt es bei den möglichen geringen Niederschlägen im Nordwesten und
Norden, die vor allem von ICON propagiert werden. Die anderen relevanten Modelle
sind etwas defensiver aufgestellt.

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach
Mag.rer.nat. Florian Bilgeri