#DWD -> #SXEU31 #DWAV 021800 #SYNOPTISCHE UEBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Montag, den 02.08.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 021800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 02.08.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Heute im Süden einzelne, in der Mitte vermehrt kurze Gewitter mit Starkregen,
vereinzelt auch stürmischen Böen. Am Abend abklingend. Am Dienstag von Westen
auf die Mitte übergreifend vermehrt Gewitter, Unwettergefahr durch heftigen
Starkregen, teils auch mehrstündig. Abends nachlassend.
Am Mittwoch im nördlichen Mittelgebirgsraum und im Nordosten und am Donnerstag
vor allem nordöstlich der Elbe nochmals Gewitter, Unwetter meist nur wenig
wahrscheinlich.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC

Aktuell … liegt Deutschland unter einem breiten Langwellentrog, an dessen
Südflanke wiederholt kurzwellige Anteile nach Osten ablaufen. Im Grunde genommen
handelt es sich um eine zyklonale Westlage, wobei Deutschland eher an der kalten
Seite der Frontalzone liegt. Diese kurzwelligen Tröge laufen relativ weit
südlich nach Osten ab, so dass sich im Norden bei leicht stabiler Schichtung nur
unstrukturierte Hebung ausmachen lässt, die aus der Tatsache resultiert, dass
nun mal ein Trog über Mitteleuropa liegt. Ein sich über der Ostsee auffüllendes
Randtief macht sich noch im Nordosten mit einem kräftigen Gradienten bemerkbar,
was Windböen an der Vorpommerschen Ostseeküste erklärt. Am Abend sollte aber der
Wind abflauen, so dass danach dort keine Warnungen mehr erforderlich sind.
Einer dieser südlich ablaufenden Kurzwellentröge verlässt aktuell das
Vorhersagegebiet nach Osten, ein weiterer hat Ostfrankreich erreicht. An dessen
Vorderseite erfolgte ein Einschub feuchtlabiler Luft mit CAPE (MU, KK) bis ca.
500 J/kg und einem Flüssigwassergehalt von 20 bis 25 mm, was heißt, dass diese
Luftmasse weit von dem entfernt ist, was wir diesen Sommer bereits hatten und
was unwetterträchtig ist. Demzufolge wird durch den hereinschwenkenden
Kurzwellentrog kleinräumige Konvektion induziert; nur im ungünstigsten Fall,
d.h. wenn mehrere Konvektionszellen über ein eng begrenztes Gebiet ziehen,
werden mehr als 25 mm innerhalb einer Stunde erreicht. Dies betrifft einen
breiten Streifen von den westlichen Mittelgebirgen bis in den Erzgebirgsraum
hinein.
Auch ganz im Süden, d.h. aus den Alpen heraus, können sich einzelne Gewitter mit
Starkregen entwickeln, wobei aufgrund von deren rascher Verlagerung die
Niederschlagssummen im markant zu bewarnenden Bereich verbleiben dürften.
Generell ist die Scherung gering, so dass es sich durchweg um wenig organisierte
Konvektion handelt.
In der Nacht zum Dienstag stellt sich dann eine leicht antizyklonal gekrümmte
Strömung ein, so dass Absinken dominiert. Die Konvektion sollte daher alsbald in
sich zusammenfallen. Aufgrund der geringen Luftdruckgegensätze kann sich
stellenweise Nebel bilden.

Dienstag … nähert sich bereits in den Frühstunden ein weiterer und wesentlich
kräftigerer Kurzwellentrog. Vorderseitig erfolgt aus dem Rhonetal heraus ein
erneuter Schwall labil geschichteter Luft (mit CAPE bis etwa 800 J/kg und einem
Gehalt an niederschlagbarem Wasser bis über 25 mm). Von den westlichen
Mittelgebirgen her setzen schauerartig verstärkte Niederschläge ein, wobei
eingelagerte kurze Gewitter vorstellbar sind. Diese greifen bis Mittag auf die
Mitte und später bis auf die Harzregion und den Erzgebirgsraum über. Wenngleich
es sich wiederum nur um kleinräumig eng begrenzte Ereignisse handelt, ist jedoch
die Hebung ausgeprägter und die Luftmasse etwas feuchter, so dass unwetterartige
Niederschlagssummen (durch wiederholte Ereignisse) mit einer gegenüber heute
durchaus erhöhten Wahrscheinlichkeit zustande kommen können. Nach wie vor
relativ gering ist in diesen Gebieten die Scherung.
Da dieser Kurzwellentrog bis zu den Alpen reicht, dürfte auch der Süden von
konvektiven Umlagerungen nicht verschont bleiben. Aus den Alpen heraus können
sich Gewitter entwickeln, ebenfalls mit der Gefahr von Starkregen, die aufgrund
der höheren Scherung (sowohl niedertroposphärisch als auch hochreichend) einen
höheren Organisationsgrad aufweisen können. Dabei sind staffelartige Strukturen
vorstellbar, deren Passage mit Böen bis Sturmstärke einhergehen kann. Für
Großhagel ist CAPE zu gering. Generell sind aber Unwetter im Süden weniger
wahrscheinlich als in dem Bereich vom westlichen Mittelgebirgsraum bis in die
mittleren Teile Deutschlands hinein. In den Abendstunden sollte auch dieser
Kurzwellentrog, der vor allem in höheren Troposphärenschichten (300 hPa) markant
ausgeprägt ist, Deutschland nach Tschechien und Niederösterreich hin verlassen,
so dass dann die Hebung fehlt, um noch die Konvektion länger am Leben zu halten.

Von diesen Entwicklungen verschont bleibt der Norden. Zwischen dem o.g.
Kurzwellentrog und einem weiter nördlich über Jütland und Südschweden nach Osten
ablaufenden Kurzwellentrog stellt sich in den nördlichen Teilen Deutschlands
kompensierendes Absinken ein. Dort ist die Schichtung nicht so labil wie in der
Mitte und im Süden (aber auch noch nicht richtig stabil!), zudem liegt der
Flüssigwassergehalt nur wenig über 20 mm, so dass zwar einzelne Schauer
auftreten können, aber Gewitter eher unwahrscheinlich sind. In diesen Gebieten
sind auch größere Auflockerungen am wahrscheinlichsten. Die
Tageshöchsttemperaturen erreichen 17 bis 22, im Osten und Südosten bis 24 Grad.

In der Nacht zum Mittwoch wird die Strömung antizyklonaler, wodurch die Hebung
alsbald nachlässt und die Konvektion in sich zusammenfällt. Die feuchteste und
labilste Luft wird zudem in den Nordosten Deutschlands abgedrängt, die von
Südfrankreich nachfolgende Luftmasse weist zwar eine vergleichbare Feuchte auf,
ist aber stabil geschichtet. Aufgrund der gradientschwachen Lage können sich
Nebelfelder bilden.

Mittwoch … greift ein weiterer Kurzwellentrog auf Frankreich über. Dessen
Achse erstreckt sich von der westlichen Nordsee bis ins westliche Mittelmeer,
reicht demzufolge weiter nach Süden als die bisherigen Kurzwellentröge. Folglich
wird von diesem Trog wieder feuchtere Luft (mit einem Flüssigwassergehalt
zwischen 25 und 30 mm) nach Deutschland geführt. Dabei ist die Schichtung im
Süden noch stabil, wogegen die leicht labil geschichtete Luftmasse (mit CAPE bis
500 J/kg) dann in der Mitte und im Norden zu finden ist. In diesen Gebieten
(aber deutlich abseits der Küste) dürfte noch einmal etwas Konvektion ausgelöst
werden, was einem in der unteren Troposphäre ausgeprägten und nach Nordosten
schwenkenden Kurzwellentrog zuzuschreiben ist. Dabei besteht die Gefahr von
Starkregen; Unwetter sind jedoch eher unwahrscheinlich. Mangels Scherung ist die
Konvektion zudem relativ unorganisiert. Ansonsten zeichnen sich über dem Norden
und der Mitte größer Auflockerungen und mehr zur Küste hin auch längere sonnige
Phasen ab, wodurch Tageshöchsttemperaturen zwischen 21 und 25 Grad zu erwarten
sind.
Im Süden sollte Konvektion mangels Hebung und aufgrund der stabilen Schichtung
unterbleiben. Allerdings kommt durch die auf die Westalpen übergreifende
Trogspitze südlich der Alpen kräftige Hebung in Gang, die in abgeschwächter Form
auch auf die Alpennordseite übergreifen kann. Die Folge sind dann skalige
Niederschläge geringer Intensität, die auf das alpennahe Vorland ausgreifen
können, ohne jedoch wahrscheinlich auch nur annähernd warnrelevant zu werden.
Größere Auflockerungen sind eher selten, so dass sich die Temperaturen meist
zwischen 17 und 22 Grad bewegen.

In der Nacht zum Donnerstag greift der Trog unter Ausweitung nach Süden auf
Deutschland über. Abgesehen vom Norden (vor allem Schleswig-Holstein und die
Gebiete von der Unterelbe bis zur unteren Weser), wo durch diesen Trog noch
Hebung wirksam ist, sollte die Konvektion in sich zusammenfallen.
Der weit nach Süden bis ins Tyrrhenische Meer reichende Trog tendiert zum
Austropfen; im 700 hPa-Niveau zeichnet sich über Oberitalien bereits die Bildung
eines Tiefs ab. Vorderseitige Hebung, die durch herumgeholte Warmluft zustande
kommt, lässt auf den Südosten Deutschlands skalige Niederschläge übergreifen,
wobei Dauerregen bis 40 mm innerhalb von 12 Stunden nicht auszuschließen ist.
Allerdings bestehen hier noch erhebliche Modellunterschiede; ICON-EU zeigt
gegenüber GFS und EZMW keine warnrelevanten Niederschlagssummen; nach COSMO-LEPS
wären vom Karwendelgebirge bis zu den Berchtesgadener Alpen sogar 40 bis 50 mm
innerhalb von 12 Stunden möglich. Beide Szenarien (das von ICON mit den relativ
geringen Niederschlägen, aber auch die höheren Niederschlagssummen) werden durch
weitere Modelle bestätigt, so dass noch weitere Modellläufe abzuwarten sind, um
hier eine Entscheidung zu treffen.
Da nach wie vor geringe Luftdruckgegensätze bestehen, muss vor allem in den
Frühstunden erneut mit flachen Nebelfeldern gerechnet werden.

Donnerstag … folgt in der westlichen zyklonalen Strömung ein weiterer
Kurzwellentrog, der von Ostfrankreich kommend auf Deutschland übergreift und
rasch ostwärts gesteuert wird. Dieser Trog weist keine senkrechte und keine
eindeutig definierte Achse auf, die Hebung ist zudem unstrukturiert, daher hält
sich die Konvektion in Grenzen. Insgesamt dürfte dieser Prozess bewirken, dass
die skaligen Niederschläge über dem Südosten Deutschlands rasch nach Osten
abgedrängt werden.
Über den Britischen Inseln bringt sich aber im Tagesverlauf ein weiterer und
wesentlich kräftigerer Trog in Position. In diesen ist ein Tief eingelagert, an
der Vorderseite dieses Tiefs dreht die Strömung auf Südwest zurück, weist aber,
bedingt durch den zuvor nach Osten abziehenden Kurzwellentrog, eine ausgeprägte
Diffluenz auf, was in Verbindung mit Warmluftadvektion von Westen her
Niederschläge aufkommen lässt. Die Schichtung ist aber in diesen Gebieten
relativ stabil. Allerdings nimmt der Flüssigwassergehalt der Luft im Westen
wieder zu und steigt auf etwa 30 mm.
Die labilste Luft wird in den Nordosten Deutschlands und nach Schleswig-Holstein
abgedrängt, dort erreicht CAPE mehr als 500 J/kg (bei ähnlichem Gehalt an
niederschlagbarem Wasser wie im Westen). Dort ist der nach Nordosten schwenkende
Kurzwellentrog noch wetterwirksam, was, nicht auch zuletzt gestützt durch den
Tagesgang, einiges an hochreichender Konvektion verspricht. Unwetterartige
Entwicklungen (vor allem durch heftigen Starkregen) sind zwar wenig
wahrscheinlich, können aber aufgrund der langsamen Verlagerung der
Konvektionszellen nicht ganz ausgeschlossen werden.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 20 bis 25, im höheren Bergland und im
Alpenvorland nur Werte um 17 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen weitgehend die oben beschriebene Entwicklung.
Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten
Unterschiede ableiten.
Lediglich hinsichtlich der Niederschläge in der Nacht zum Donnerstag, die dann
am Alpenrand und im Südosten Deutschlands zu erwarten sind, bestehen
unterschiedliche Prognosen, auf die bereits weiter oben hingewiesen wurde.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

#DWD -> #SYNOPTISCHE UEBERSICHT #MITTELFRIST Montag, den 02.08.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 02.08.2021 um 10.30 UTC

Anhaltende unbeständige, teils windige und überwiegend nur mäßig warme
Witterungsperiode.

Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 09.08.2021

Ein ausgeprägter und sich wiederholt regenerierender Langwellentrog dominiert
das mittelfristige Wettergeschehen in weiten Teilen Europas. Entsprechend sind
vor allem die Wetterlage Trog Mitteleuropa und Trog Westeuropa besonders im
Fokus. Nur vereinzelt lässt die großskalige Analyse auch andere Interpretationen
zu, die aber insgesamt ebenfalls eine zyklonale Ausprägung aufweisen.

Am Donnerstag zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums liegt Deutschland im
Einflussbereich eines Kurzwellentroges, dessen Achse ausgehend von einem
Höhentief bei Irland von der südlichen Nordsee über Deutschland und Österreich
hinweg bis in die Adria reicht. Bodennah korreliert das Höhentief mit einem Tief
an gleicher Stelle, der Trog stützt dabei eine Tiefdruckrinne über die
Nordhälfte Deutschlands hinweg. Rückseitig des Kurzwellentroges kann man in der
Höhe zaghaft einen schwachen Rücken erkennen, der sich von Frankreich Richtung
Nordsee aufbäumt und am Boden mit einem Hochkeil von Frankreich bis in den Süden
des Landes in Verbindung steht. Während nach Südwestdeutschland im Bereich des
Hochkeils und auf der Rückseite der Trogachse die Hebungsimpulse wegbrechen, von
Absinken überlagert werden und schließlich mit einer deutlich geringeren
Niederschlagsneigung einhergehen, sorgt PVA auf der Vorderseite des Troges sowie
Hebung im Umfeld der Rinne in Nordost- und Ostdeutschland sowie Teilen Bayerns
für schauerartige, teils gewittrige Niederschläge, die mit der weiteren
Verlagerung des Troges gen Osten sowie Tagesgang basierend in der Nacht
nachlassen bzw. abklingen.

Am Freitag zieht sich die Trogachse ausgehend vom Höhentief zwischen Irland und
England über Nord- und Ostdeutschland hinweg bis nach Rumänien. Der schwache
Rücken beult sich nun von Norditalien bis in den südostdeutschen Raum auf. Über
dem Ostatlantik und Westeuropa nimmt die Strömung vorübergehend eine zonale
Ausrichtung an. Im Bodenniveau korreliert das Höhentief bei Irland/England
weiter mit einem Tief an gleicher Stelle. Der markante Kurzwellentrog stützt ein
Tief über Polen, welches sich aus der Tiefdruckrinne heraus intensivieren
konnte. Der schwache Rücken reicht zudem aus, bodennah die Rinne zu sprengen.
Kompensierendes Absinken sorgt somit vor allem von der Ostsee bis zu den Alpen
für eine vorübergehende Wetterberuhigung. Die Trogachse kann allenfalls im
äußersten Nordosten noch kräftigere Hebung generieren und entsprechend Schauer
und Gewitter auslösen. Im Nordwesten und Westen hält der unbeständige
Wettercharakter dagegen im Umfeld eines hochreichenden Kurzwellentroges
inklusive aufkommender schwacher bodennaher Okklusion an. Dort stehen also
Schauer und Gewitter wieder auf der Tagesordnung, die sich nachts vor allem in
der Nordhälfte ostwärts ausbreiten.

Zum Samstag verlagert sich ein Höhentief westlich von Irland südwärts bis an die
Iberische Halbinsel heran. Nachfolgend vergrößert sich auf der Westflanke des
breiten Langwellentroges die Amplitude des eingelagerten Kurzwellentroges
signifikant. Gleichzeitig stützt die WLA auf der Vorderseite des Troges den
schwachen Rücken, sodass sich dieser verstärkt und weiter nordwärts aufbäumen
kann. Demnach steht die Trogachse des Kurzwellentroges, die von England bis nach
Westspanien reicht, der Achse des Rückens über der Balkanregion und dem
östlichen Mitteleuropa gegenüber. Deutschland liegt dabei in einer teils
kräftigen südwestlichen, diffluenten Höhenströmung, die bodennah mit einem
kleinräumigen Tief über Südwestdeutschland korreliert. Gleichzeitig nähert sich
von Westen ausgehend vom Bodentief über der Nordsee eine Kaltfront, die langsam
von Nordwesten auf das Land übergreift. Entsprechend ist ein deutlicher
Temperaturgegensatz zu verzeichnen. Während im Nordwesten die Werte auf 850 hPa
bei 7 Grad liegen, werden an den Alpen bis 19 Grad simuliert. Da sich zudem über
Nordösterreich ein weiteres Bodentief entwickeln kann, wird im Süden von
Deutschland ab dem Nachmittag eine Gegenstromlage ausgelöst. Abgesehen vom Osten
sorgen somit PVA in Kombination mit dem frontalen Hebungsantrieb sowie
diabatischen Input für auflebende Schauer und Gewitter, die im Verlauf auch
induziert durch die Gegenstromlage vor allem im Südwesten in kräftige und
schauerartige, teils gewittrige Regenfälle übergehen.

Am Sonntag liegen West- und Mitteleuropa genau im Bereich des Langwellentroges
mit Drehzentrum über der Nordsee. In der Strömung um den Trog herum sind dabei
wiederholt mehr oder weniger stark ausgeprägte kurzwellige Anteile zu
verzeichnen, die bodennah teilweise mit kleinräumigen, aber durchaus
signifikanten Tiefs korrelieren. Eines dieser zieht am Sonntag rasch auf die
Ostsee, versorgt aber zunächst den Nordosten und Osten noch mit vertikalen
Umlagerungen und entsprechend mit kräftigen Niederschlägen. Doch auch der
Nordwesten und Westen bleiben von Schauern und einzelnen Gewittern nicht
verschont, da dort schon ein neuer kurzwelliger Anteil ausreichend Hebung
generiert. Zudem blubbert es nach IFS auch weiter an den Alpen. Erst in der
Nacht zum Montag nimmt die Niederschlagsneigung abgesehen von den Küstenregionen
und dem östlichen Alpenrand deutlich ab.

Am Montag überquert dann schon wieder ein neuer hochreichender Kurzwellentrog
das Land ostwärts, sodass die Schauer und Gewitter vielerorts wieder sprudeln.
Nach dem aktuellen IFS-Lauf stehen dabei vor allem der Norden und der Süden im
Fokus, während in einem Streifen über die Mitte hinweg kompensierendes Absinken
die Niederschlagsaktivität dämpft.

Nach Durchzug der Kaltfront am Samstag wird Deutschland zudem von kühlerer
Meeresluft geflutet. In 850 hPa sind nachfolgend meist nur noch Temperaturen
zwischen 5 und 11 Grad zu verzeichnen.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die großskaligen Strukturen des Geopotential- und Luftdruckfeldes werden vom
aktuellen 00 UTC Lauf konsistent wiedergeben. Abweichungen ergeben sich
allerdings bei der zeitlichen Einordnung der vergangenen Läufe. Demnach rechnet
das IFS zunehmend eine raschere Verlagerung der Kurzwellentröge, wodurch die
Niederschlagsfelder im Vergleich zum gestrigen Sonntag früher auf Deutschland
übergreifen. Vor alle bodennah simulieren die neueren Läufe über dem Ostatlantik
eine zonalere Strömung, welche die Tiefs ostwärts schiebt. Der gestrige 00 UTC
Lauf ließ das Tief mit größerer Amplitude länger bei den Britischen Inseln
legen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Auch weitere Globalmodelle (ICON, GFS, UKMO, GEM) zeigen mittelfristig zum IFS
vergleichbare Geopotential- und Luftdruckstrukturen. Bei allen Modellen
dominiert eine Troglage weite Teile Europas. Vor allem das GFS zeigt bis
einschließlich Samstag eine gute Konsistenz zum deterministischen IFS. Erst ab
Sonntag weist das GFS eine zonalere Strömung auf, während das IFS einen
Kurzwellentrog/einen kurzwelligen Anteil über Mitteleuropa zeigt. Das ICON
beschreibt bis einschließlich Freitag zum IFS ähnliche Verhältnisse. Ab Samstag
tendiert das ICON zu einer stärkeren Amplifizierung der Trog-Rücken-Muster, was
schließlich zu einer langsameren Verlagerung dieser führt. Zudem liegt
Deutschland länger auf der Vorderseite des Troges in einer südwestlichen
Grundströmung, sodass entgegen der Ergebnissen von GFS und IFS die Südosthälfte
im Zustrom warmer bis sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs bleibt. Das GEM
und das UKMO beschreiben bis einschließlich Sonntag Lösungen zwischen GFS und
IFS. Ab Montag nähert sich das GEM aber zunehmend dem deterministische ICON an.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen verschiedener Städte, über Deutschland verteilt, zeigen über
nahezu den gesamten kurz- und mittelfristigen Zeitraum sowohl für die Temperatur
in 850 hPa als auch für das Geopotential in 500 hPa einen konstanten Spread, der
im Süden etwas geringer als im Norden ausfällt. Haupt- und Kontrolllauf liegen
dabei recht mittig im Bereich der größten Auftrittswahrscheinlichkeit. Größere
Abweichungen werden lediglich am Wochenende gezeigt, wo es einige Ausreißer zu
wärmeren Temperaturen gibt. Auch beim Niederschlag zeigt sich das ENS
konsistent. Nahezu alle Lösungen sehen eine niederschlagsreiche Witterungsphase,
wobei im Westen tendenziell mehr Niederschlag als im Osten zu erwarten ist. Die
Meteogramme stützen die Rauchfahnen mit vergleichsweise konstanter
Box-Plot-Größe.

Bei der Analyse der Großwetterlage wird das ENS im Zeitraum von +72 bis +96h
insgesamt in vier Grundmuster eingeordnet. Alle Cluster sind dabei im Schema
einer positiven NAO anzusiedeln, was auf zonalen Strömungsbedingungen über dem
Atlantik zurückzuführen ist. Cluster 1 und 2 unterscheiden sich bei der
räumlichen Einordnung der Strukturen kaum. Bei Cluster 2 mit Haupt- und
Kontrolllauf wird der Langwellentrog sowie die eingelagerten Kurzwellentröge
etwas intensiver berechnet. Auch die weiteren Cluster 3 und 4 zeigen keine
signifikanten Unterschiede. Allenfalls über Osteuropa wird der Trog weniger
konturiert dargestellt.
Im Zeitraum von +120 bis +168h werden insgesamt drei Cluster benötigt, um die
Unsicherheiten im ENS ausreichend zu beschreiben. Bis auf eine kleine Ausnahme
bei Cluster 1 zum Ende des Zeitraums können alle Zeitabschnitte dem Schema einer
negativen NAO zugeordnet werden. Allerdings sind die zonalen Verhältnisse
überwiegend auf dem Atlantik zu finden, während über Europa selber der
Langwellentrog dominiert. Genau bei diesem unterscheiden sich die Cluster jedoch
am stärksten. Sowohl die Intensität als auch die Lage der Trogachse wird
verschieden abgebildet. Cluster 1 zeigt dabei den schwächsten Trog, die
geringste Amplitude und somit die schnellste Verlagerung nach Osten. Cluster 2
ist am stärksten aufgestellt. Der Trog reicht weit nach Süden. Cluster 3
beschreibt einen Mittelweg zwischen Cluster 1 und 2. Der Haupt- und der
Kontrolllauf befinden sich mit 17 Member in Cluster 2. Cluster 1 verfügt über 21
Mitglieder.

In der erweiterten Mittelfrist von +192 bis +240h beschreiben insgesamt sechs
Cluster die Unterschiede im ENS-Raum. Dabei zeigen nahezu alle Lösungen ein
Blocking. Für das Wetter in Deutschland ist dabei von entscheidender Bedeutung,
wie weit die Frontalzone nach Süden vorankommt und wo genau sich Trog und Rücken
meridional und zonal amplifizieren. Haupt- und Kontrolllauf zeigen bei zonalen
Verhältnissen mit Cluster 4 eher unbeständige und kühle Aussichten. Bei Cluster
1 ist zwar auch eine zonale Strömung Trumpf, allerdings ist diese weiter nach
Norden geschoben, sodass nach Süden zu kräftigerer Hochdruckeinfluss einziehen
könnte. Die Temperaturen würden aber nur wenig anziehen. Cluster 3 steht auf
Wechsel. Demnach würden Trog-Rücken-Strukturen durchziehen. Im Norden ist es
dabei unbeständiger als im Süden. Das Cluster 2 weicht am stärksten von den
anderen Lösungen ab und zeigt eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa hinweg,
wobei der Schwerpunkt weiter westlich von Deutschland liegt. Zusammenfassend
gibt es in der erweiterten Mittelfrist Potential für Wetterberuhigung und
größeren Sonnenanteilen, allerdings wohl weiter auf verhältnismäßig kühlem
Sommerniveau.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der Donnerstag und Freitag sind regional von konvektiven Ereignissen geprägt.
Demnach treten am Donnerstag vor allem im Nordosten und Osten, am Freitag
bevorzugt im Norden und Westen Schauer und Gewitter auf.

Bei PPW zwischen 25 und 32 mm besteht am Donnerstag Starkregenpotential,
heftiger Starkregen zwischen 25 und 40 l/m² kann zudem nicht ausgeschlossen
werden. Bei CAPE-Werten bis 1000 J/kg ist auch kleinkörniger Hagel bis 2 cm im
Bereich des Möglichen. Eine recht hohe Richtungsscherung spricht zudem für
teilweise organisierte Ereignisse, die dann auch mit Sturmböen einhergehen
können.

Auch am Freitag sind analog zum Vortag bei vergleichbaren PPW-Werten sowie
regional erneut Cape-Werten bis 1250 J/kg Starkregen- und Hagelpotential (bis 2
cm).
,
Von Samstag bis Sonntag im Süden sowie Teilen Sachsen länger anhaltender,
schauerartig verstärkter Regen, in dem einzelne Gewitter eingebettet sind. Vor
allem südlich der Donau gibt es vom EZ-EPS im 24-stündigen Zeitraum
Wahrscheinlichkeiten zwischen 10 und 40% für mehr als 30 l/m²und um 2% für mehr
als 50 l/m². Ansonsten vor allem im Norden und Westen sowie am Samstag im
äußersten Südosten teils kräftige Gewitter, lokal mit Starkregenpotential.

Am Montag in der Nordhälfte erneut einzelne Gewitter mit Sturmböen, Starkregen
nicht ausgeschlossen.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS, det. IFS TT auch MosMix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel

#DWD -> #SXEU31 #DWAV 011800 #SYNOPTISCHE UEBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Sonntag, den 01.08.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 011800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 01.08.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Wechselhaft, besonders über der Mitte und dem Süden wiederholt mit überwiegend
markanten Gewittern. Am Montag im Nordosten böiger Westwind. Mäßig warm.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC

Aktuell … beeinflusst ein umfangreicher Langwellentrog unser Wetter, wobei
mehrere kurzwellige Anteile, die in diesen Trog eingebettet ostwärts ziehen, die
wettertechnisch spannendsten synoptischen Merkmale darstellen. Die eine Welle
mit geringer Amplitude verlässt abends Bayern in Richtung Tschechien/Österreich,
während ein zweites, wohl eher als robuster Randtrog zu bezeichnendes System,
über Dänemark ostwärts zieht.

Die skaligen Niederschläge der ersten Welle lassen über Süddeutschland immer
weiter nach, sodass die Dauerregenwarnung mit gemessenen 20 bis 30 l/qm, lokal
bis 40 l/qm in 16 Stunden auslaufen konnte. Ansonsten entwickeln sich unter dem
vom Modellklima (negativ) abweichenden Geopotenzial im Nachmittags- und
Abendverlauf weitere Schauer und Gewitter, die besonders im Norden auch
linienhaft angeordnet ostwärts ziehen (präfrontal einer zögernd ins Binnenland
ziehenden Kaltfront). Labilität und Scherung fallen im Norden so gering aus,
dass wohl nur hier und da eine kräftigere Böe Bft 7 (Bft 8 nur strichweise mit
unter 10% vom ID2 EPS) und markanter Starkregen von 15 bis 20 l/qm auftreten.
Über der südlichen Mitte fällt die Labilität mit 400-800 J/kg SBCAPE etwas
besser aus, sodass hier lokal Graupel/Hagel nicht ausgeschlossen werden kann –
neben den bereits weiter oben beschriebenen Begleiterscheinungen.
Bewölkungstechnisch lockert diese vom Saarland bis in den Osten teils stärker
auf und bleibt sonst im Süden und Nordwesten meist sehr hartnäckig und verdeckt
erfolgreich die Sonne. Der Südwest-, im Norden Westwind tritt abseits der
Konvektion nur schwach bis mäßig in Erscheinung. Die abendlichen Werte liegen
bei etwas mehr Sonnenanteil um 20 Grad und sonst zwischen 15 und 19 Grad, am
direkten Alpenrand etwas unter 15 Grad.

In der Nacht zum Montag arbeitet sich die Kaltfront bis zur nördlichen Mitte
voran und stellt den Blickfang für erhöhte und die Nacht über anhaltende
Schauertätigkeit dar (geringes MUCAPE um 100 J/kg). Im Südosten regnet es noch
zeitweise leicht und auch sonst können sich im gesamten Süden zeitweise Schauer
der Nummer „schwach“ entwickeln, bleibt die Luftmasse doch auch hier geringfügig
labil geschichtet. Und auch die von der Nordsee ins Binnenland driftenden
Schauer sorgen bis Bremen/Hamburg noch für strichweise etwas Nass. Besonders im
Norddeutschen Tiefland bleibt es hingegen meist trocken und zeitweise auch klar.
Lokale Nebelfelder im Süden zeugen von der insgesamt recht feuchten Luftmasse.
Die Tiefstwerte liegen im Küstenumfeld um 15 Grad und sonst zwischen 14 und 10
Grad, im Bergland auch etwas darunter.
Mit der Passage des Randtroges frischt der West- bis Nordwestwind im
Küstenumfeld stark böig auf, wobei ID2-EPS für Böen Bft 7 entlang der östlichen
Deutschen Bucht Wahrscheinlichkeiten von 40-60% und über 80-90% über der Ostsee
anzeigt. Besonders zwischen Kühlungsborn und Rügen sind daher zum Morgen
zunehmend warnrelevante Windböen zu erwarten.

Montag … hinterlässt der zur Ostsee abziehende Randtrog eine leicht
antizyklonal geprägte zonale Höhenströmung, die weiterhin von einem bezüglich
des 79-09 Modellklimas zu niedrigen Geopotenzials geprägt ist. Zudem kippt am
Abend von Westen die Höhenströmung bereits wieder auf „leicht zyklonal“ im Zuge
einer neuen Welle, die über Irland zum Ärmelkanal zieht. Die über der Mitte
liegenden Kaltfront wird von der zonalen Hintergrundströmung „eingefangen“ und
bleibt somit quer über der Mitte liegen. Im Nachmittagsverlauf wird der
westliche Bereich sogar rückläufig und dürfte als Warmfront analysiert werden.
Die Luftmasse entlang und südlich der Kaltfront weist mit 300-600 J/kg SBCAPE
überschaubare Labilitätswerte bei insgesamt nur geringer Windscherung auf (meist
unter 10 m/s in allen Höhenbereichen).

Von der Früh weg treten im direkten Umfeld der Kaltfront von der Eifel bis zum
Thüringer Wald und weiter zur Lausitz wiederholt Schauer auf, die mit dem
weiteren Tagesgang an Intensität zulegen. Ansonsten entwickeln sich ab der
Mittagszeit im gesamten Süden ebenfalls teils kräftige Schauer und einzelne
Gewitter, nur südlich der Donau fällt die Schaueraktivität dank schwachen
synoptisch-skaligen Absinkens deutlich geringer aus. Die PPWs liegen bei 20 bis
25 mm und die Zellen ziehen mit rund 20 bis 30 km/h, sodass meist die markante
Warnfarbe bezüglich des Starkregens überwiegen sollte. Dennoch sollte man nicht
die von ID2-EPS gezeigten lokalen Wahrscheinlichkeitsmaxima von rund 10% für
mehr als 25 l/qm/h unter den Tisch fallen lassen – durch verschmelzende Zellen
oder forciert durch die Orographie können lokal auch Mengen entsprechend unseres
Unwetterkriteriums auftreten. Dies sind aber nur sehr punktuelle und kurzlebige
Ereignisse.
Nördlich der Kaltfront ist die Luftmasse mit PPWs von unter 20 mm deutlich
trockener und die Schichtung fällt hier dank einer etwas höhenmilderen Luftmasse
stabiler aus. Immer wieder gibt es einzelne, schwache Schauer, besonders entlang
der nördlichen Mitte sorgt kompensatorisches Absinken der Querzirkulation für
überwiegend freundliches und trockenes Wetter.
Die Höchstwerte liegen in diesem Streifen bei 20 bis 23 Grad und sonst je nach
Sonnenanteil etwas über oder unter der 20 Grad-Marke.

Der noch recht stramme Luftdruckgradient fächert im Nordosten nur zögernd auf,
sodass besonders in MV und Nord-Brandenburg wiederholt Böen Bft 7 aus West zu
erwarten sind. Entlang exponierter Küsten wie auf Rügen müssen auch stürmische
Böen Bft 8 ins Kalkül gezogen werden. Zum Abend schwächt sich der Wind überall
sukzessive ab – erfolgreicher im Binnenland und langsamer entlang der Küsten.

In der Nacht zum Dienstag zieht die Kurzwelle vom Ärmelkanal zügig weiter ins
nordöstliche Frankreich. Verstärkte synoptisch-skalige Hebung sowie die etwas
nordwärts drückende Warmfront sorgen nach Abklingen der
nachmittäglichen/abendlichen Konvektion im Westen die Nacht hindurch für
weitere, jedoch meist nur schwache Schauer, während sonst die Konvektion vom
Tage rasch in sich zusammenfällt und nachfolgend eine meist trockene und teils
klare Nacht erwartet wird. Besonders in Richtung Bayern können sich teils dichte
Bodennebelfelder ausbilden, was besonders die Donau sowie den Südstau des
Thüringer Waldes betrifft.
Der meist schwache Wind aus Süd bis Südwest spielt keine große Rolle mehr.
Ausgenommen davon ist der Bereich Rügen-Usedom, wo eingangs der Nacht noch
letzte Windböen erwartet werden.
Die Tiefstwerte liegen im Küstenumfeld um 15 Grad und sonst zwischen 14 und 9
Grad, im Bergland teils auch etwas darunter.

Dienstag … zieht die Kurzwelle weiter nach Osten und öffnet sich bzw. schwächt
sich ab. Der induzierte Hebungsimpuls interagiert jedoch mit der über dem
Süden/der Mitte liegenden mäßig labilen Luftmasse, sodass im Tagesverlauf erneut
zahlreiche Schauer und Gewitter auftreten sollen. Dies betrifft besonders den
Südwesten, die Mitte und den Osten. Das MLCAPE legt wieder etwas zu, sodass in
diesen Bereichen Werte von 400 bis 800 J/kg, lokal bis 1000 J/kg erwartet werden
können. Die Windscherung ähnelt den Werten vom Vortag, sodass mit ähnlichen
Begleiterscheinungen zu rechnen ist: Lokal Hagel, Böen Bft 7-8 und Starkregen,
der meist markant, lokal jedoch auch unwetterartig ausfallen sollte.
Im Nachmittagsverlauf bilden sich zudem entlang der Alpen einige Gewitter, die
bei einer hochreichenden Windscherung von bis zu 15 m/s lokal auch größeren
Hagel bringen können. Diese Konvektion zieht nordostwärts bis ostwärts und
verbleibt somit im deutsch-österreichischen Grenzbereich.
Im äußersten Norden dämpft die weiterhin etwas trockenere/stabilere Luftmasse
die Schauertätigkeit, ganz trocken bleibt es jedoch auch hier nicht. Den meisten
Sonnenschein dürfte es über der Norddeutschen Tiefebene und vom Bodensee bis
nach Mittelfranken geben.

Die Höchstwerte liegen je nach Sonnenanteil zwischen 18 und 24 Grad und der
Südwestwind weht meist nur schwach bis mäßig.

In der Nacht zum Mittwoch – oh Wunder – nähert sich von Nordfrankreich die
nächste Welle, sodass die Nacht über bei wechselnder Bewölkung hier und da mit
einzelnen Schauern zu rechnen ist. Ausgangs der Nacht kann im Südwesten auch
skaliger Regen der Marke „leichter Natur“ aufkommen, doch das wird bisher noch
recht variabel gezeigt. Die Tiefstwerte liegen zwischen 16 Grad (Küsten) und 8
Grad (Bergland).

Mittwoch … kommt es zu einer kräftigeren Austrogung über Frankreich, die die
Welle irgendwo über Benelux einfängt und somit kaum nach Osten vorankommen
lässt. Diese Konfiguration würde dem Großteil Deutschlands eine wechselhafte
Trogvorderseite mit Schauern und einzelnen Gewitter bescheren, in Richtung
Alpenrand kann es auch mal längere Zeit regnen. Allerdings gehen hier die
Modelle bezüglich der Detailfragen noch etwas auseinander, sodass noch keine
Schwerpunkte herausgearbeitet werden.
Die Höchstwerte liegen unverändert bei mäßig warmen 18 bis 23 Grad. Der Wind
weht im Süden schwach aus Südwest, im Norden aus Nordost.

Modellvergleich und -einschätzung

Die angesprochenen Wellen finden sich in den Modellen allgemein recht gut
wieder, allerdings mit geringen zeitlichen Diskrepanzen. Dies hat jedoch kaum
Auswirkungen auf den beschriebenen Wettercharakter, sodass die Prognosegüte
insgesamt als „sehr gut“ bezeichnet werden kann. Zum Mittwoch nehmen die
Diskrepanzen mit einem neuen Trog über Frankreich schon deutlicher zu.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy

#DWD -> #SYNOPTISCHE UEBERSICHT #MITTELFRIST Sonntag, den 01.08.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 01.08.2021 um 10.30 UTC

Wechselhaft mit meist nur kurzen sonnigen Abschnitten und örtlichen Schauern
oder Gewittern. Zunächst nur mäßig warm, am Wochenende vor allem im Osten und
Süden wärmer.

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 08.08.2021

Deutschland liegt am Mittwoch in einer flauen westsüdwestlichen Höhenströmung
auf der Vorderseite eines von Frankreich nach Benelux ziehenden Troges. Das
zugehörige schwache Bodentief erreicht erst abends den Raum Paris. Das
zugehörige konvektiv durchsetzte Regengebiet erreicht im Tagesverlauf den
Westen, Süden und die Mitte Deutschlands.

Am Donnerstag zieht der Höhentrog unter Abschwächung und Verkürzung der
Wellenlänge über Deutschland ostwärts und ein weiterer flacher Kurzwellentrog
folgt nach. Am Boden bildet sich eine Tiefdruckrinne mit Zentrum am Nordrand der
Mittelgebirge. Damit bleibt es insgesamt wechselhaft und nur mäßig warm, nach
Südosten hin auch warm.

Am Freitag tropft der Höhentrog ins Grenzgebiet Polen/Ukraine ab, wobei eine
Frontalwelle an der Ostseite des Cut-Off-Tiefs über der Westukraine nach Norden
geführt wird. Zwischen dem Tief im Osten und dem atlantischen Höhentief baut
sich über Deutschland ein Höhenkeil auf und die Luft kann sich insgesamt leicht
erwärmen auf Temperaturen in 850 hPa zwischen 12 Grad am Alpenrand und 8 Grad an
der Nordsee (18 UTC).

Am Samstag rückt das atlantische Zentraltief etwas näher und erreicht das
Seegebiet vor Südwestirland. Gleichzeitig verstärkt sich der Keil bei uns und
verlagert sich zum östlichen Deutschland. Am Boden kommen wir auf der Ostseite
des Zentraltiefs bei Irland in eine Süd- bis Südostströmung, mit der in den
Süden und Osten sehr warme Luft strömt.

Am Sonntag zieht das Zentraltief zum nördlichen Großbritannien und auf seiner
Vorderseite überquert seine Kaltfront den Westen und Nordwesten Deutschlands.
Östlich davon kommt in den Osten und Südosten Deutschlands sehr warme bis heiße
Luft mit 850-hPa-Temepraturen über 15 Grad.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der neue Lauf vom IFS beginnt am Freitag leicht zu differieren gegenüber den
Läufen von gestern. So greift ein neuer atlantischer Höhentrog im alten Lauf nur
langsam auf Deutschland über und sorgt im Tagesverlauf lediglich in der
Westhälfte für nennenswerten Regen. Im neuen Lauf ist dieser schwächer, aber
etwas schneller unterwegs, so dass Schauer stärker den Osten betreffen.
Am Samstag bleibt das nächste hochreichende Tief im neuen Lauf fast 1000 km
weiter im Westen südwestlich von Irland liegen, während in den alten Läufen das
Tief Großbritannien und die westliche Nordsee erreichen. Entsprechend treten im
neuen Lauf am Samstag nur einzelne Schauer oder Gewitter auf und es ist sehr
warm. In den alten Modellruns gibt es deutlich mehr Regen bei niedrigeren
Temperaturen.
Auch am Sonntag gibt es den Temperaturunterschied. Die Kaltfront des nur langsam
ostwärts ziehenden Tiefs überquert im aktuellen Lauf bis zum Abend lediglich den
Westen und Nordwesten. Vorderseitig ist es im Osten und Südosten abermals sehr
warm bis heiß, während in den gestrigen Läufen die Kaltfront schon durch ist, so
dass nur mäßig warme Luft wirksam ist.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Insgesamt wird auch von den anderen Modellen einschließlich ICON eine
wechselhafte Witterungsphase berechnet. Allerdings wird der Warmluftvorstoß vom
Wochenende, wie er bei IFS simuliert wird, bei den anderen Modellen nicht in
diesem Maße mit getragen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse des IFS zeigt heute 5 Cluster, die sich im Timing des Troges
am Wochenende unterscheiden. Die langsamste Progression hat der 2. Cluster mit
insgesamt 13 Modellruns, in den auch der operationelle Lauf und der Kontrolllauf
fallen. Auch der 3. Cluster mit 9 Modellsimulationen ist nur geringfügig
schneller. Im 1., 4. Und 5. Cluster mit insgesamt 29 Modellruns greift der Trog
bereits am Samstag zumindest auf den Westen Deutschlands über und bestimmt am
Sonntag des Wetter in ganz Deutschland.

Die Rauchfahne von Offenbach zeigt zunächst recht einheitliche Temperaturen um 8
oder 9 Grad in 850 hPa. Ab Samstag steigt in gut 50 Prozent der Modellruns die
Temperatur über die 12 Grad-Marke, um dann in der neuen Woche wieder auf das
alte Niveau zurück zu fallen.
Die EPS-Meteogramme vom IFS zeigen leicht unterkühlte Tagestemperaturen, die
meist um rund 3 Grad unter den Normwerten liegen. Ausgenommen hiervon ist nur
der Küstenbereich. Am Wochenende steigen die Temperaturen vorübergehend etwas
an, im Süden und Osten im Mittel sogar auf sommerliche Werte über dem
Klimamittel. Die Regenwahrscheinlichkeit ist durchgehend leicht erhöht, wobei
die Tagessummen meist unter 4 mm liegen. Ein Regenminimum ist am Samstag
erkennbar und im Osten auch noch am Sonntag. Ausgenommen hiervon ist nur das
Küstengebiet, in dem ab Donnerstag die Wahrscheinlichkeit für stärkere
Regenfälle zunimmt.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

In der neuen Woche dauert das leicht wechselhafte Wetter mit örtlichen
konvektiven Regenfällen an. Dabei können vereinzelt Starkregenfälle über 15 mm
in kurzer Zeit auftreten. Selbst Unwetterregenmengen über 25 mm in kurzer Zeit
können nicht ausgeschlossen werden. Am Samstag nimmt vorübergehend die
Regenwahrscheinlichkeit ab, steigt im Westen am Sonntag aber bereits wieder an.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, oper. Modelle.

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

#DWD -> #SXEU31 #DWAV 311800 #SYNOPTISCHE UEBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Samstag, den 31.07.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 311800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 31.07.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Mehr oder weniger Troglage; bis Sonntagnachmittag im Süden Stark- und
Dauerregen, Unwetter nicht ausgeschlossen. Ansonsten unbeständig, am Sonntag vor
allem im Norden und Westen, zu Wochenbeginn in der Mitte teils markante
Gewitter, mäßig warm.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC

Aktuell … reicht ein umfangreicher und mit mehreren Drehzentren ausgestatteter
Höhentrogkomplex von der Barentssee über Skandinavien und der Nordsee bis zur
Iberischen Halbinsel. Insgesamt erweist er sich als wenig progressiv, aber vor
allem mit seinem Südteil kommt er ein wenig nach Osten voran und greift bis
Sonntagfrüh mit seiner Hauptachse auf Zentralfrankreich über.
Dadurch steilt die südwestliche Höhenströmung vor allem über Süddeutschland
vorübergehend noch etwas weiter auf. Ein vorgelagerter kurzwelliger Troganteil
greift in den Frühstunden auf Nordostfrankreich bzw. die Westschweiz über, auf
dessen Vorderseite wird aufgrund von PVA markanter dynamischer Hebungsantrieb
vor allem über Süddeutschland wirksam.
Im Bodenfeld hat die Kaltfront eines Tiefs über Südnorwegen inzwischen das
Alpenvorland erreicht. Mit Aufsteilen der Höhenströmung und dem sich
verstärkenden Hebungsantrieb wird sie mit Passage eines flachen Wellentiefs
vorübergehend ein wenig nach Norden zurückgeführt, ehe sie in den Früh- bzw.
Vormittagsstunden die Alpen erreicht. Im Frontbereich bzw. präfrontal ist die
Luftmasse nach wie vor potenziell instabil geschichtet mit hohen PPW-Werten von
über 30 mm. Mangels Einstrahlung konnte im Alpenvorland aber kaum Cape generiert
werden, ebenso war tagsüber nur marginaler dynamischer Hebungsantrieb vorhanden,
erst zum späteren Nachmittag hin gab es dank orographischer Unterstützung auch
in den Bayerischen Alpen bzw. im südlichen Chiemgau und Berchtesgadener Land
einzelne kräftige Gewitter.
Mit dem sich verstärkenden Hebungsantrieb wird sich das in den kommenden Stunden
bzw. im Laufe der Nacht deutlich ändern und aus den Alpen heraus machen sich
teils kräftige Schauer und Gewitter allmählich auf den Weg Richtung
Alpenvorland. Diese neigen rasch zur Verclusterung, so dass warntechnisch
zunächst vor allem Starkregen (mehrstündig) Thema wird, später dürfte das Ganze
dann eher in schauerartigen Dauerregen übergehen. Die Niederschläge kommen bis
Sonntagfrüh in etwa bis zu einer Linie Südbaden – Oberpfälzer Wald nordwärts
voran, wobei die höchsten Mengen vom Raum Bodensee/Oberschwaben/Allgäu über
weite Teile Oberbayerns und über die südliche Oberpfalz hinweg bis nach
Niederbayern simuliert werden. Dort dürften bis Sonntagnachmittag recht
verbreitet 20 bis 50 l/qm fallen, ICON-EU und auch GFS simulieren vor allem im
Allgäu gebietsweise auch mehr als 50 mm (Unwetter), die EPS-Verfahren haben dort
dafür allerdings nur recht geringe Wahrscheinlichkeiten auf der Agenda, allen
voran ICON-EU-EPS mit etwa 20% (IFS-EPS durchwegs unter 10%). Entsprechend wurde
von einer Unwetterwarnung erst einmal abgesehen, gegebenenfalls muss z.B. bei
starker Konvektion kleinräumig „aufgesattelt“ werden.
Der Norden und Westen hingegen befinden sich zunächst noch im Einflussbereich
eines kleinräumigen, aber hochreichenden Tiefdruckgebietes über der
südwestlichen Ostsee, das sich allmählich auffüllt und als Bodentrog –
korrespondierend mit einem scharfen und kurzwelligen Höhentrog – rasch
nordostwärts abzieht. Ihm folgt ein weiteres Höhentief, das in den Frühstunden
die Südwestspitze Norwegens erreicht. Ein korrespondierendes Bodentief verlagert
sich dabei zum Oslofjord.
Der zum Höhentief gehörige Trog kommt über der Nordsee zögernd südostwärts voran
und befindet sich morgens mit seiner Achse in etwa über der Deutschen Bucht.
Somit bleiben der Westen und Norden Deutschlands im Einflussbereich leicht labil
geschichteter mäßig warmer Meeresluft. Im Binnenland klingen die Schauer und
kurzen Gewitter im Laufe der Nacht zwar vorübergehend ab, an den Küsten von Ost-
und vor allem Nordsee sorgt das warme Oberflächenwasser aber für einen
beständigen latenten Wärmestrom, so dass es dort auch die Nacht über hinweg
weitere Schauer, vereinzelt auch kurze Gewitter gibt. Als Begleiterscheinung
kommen vereinzelte steife bis stürmische Böen in Frage, bei mehrfacher
Schauertätigkeit ist auch Starkregen nicht ausgeschlossen.
Der anfangs noch lebhafte Wind flaut im Laufe der Nacht mit Abzug des Tiefs
deutlich ab, zuletzt im Bereich der vorpommerschen Ostseeküste.
Ansonsten verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig und vor allem in einem
Streifen quer über die Mitte des Landes ist es teils gering bewölkt. Die
Tiefstwerte liegen meist zwischen 15 und 9 Grad, an den Küsten bleibt es etwas
milder.

Sonntag … verlagert sich der kurzwellige Troganteil rasch über Süddeutschland
hinweg ostwärts, während die Haupttrogachse nur langsam nach Osten vorankommt
und nachmittags/abends auf Westdeutschland übergreift. Das Höhentief über
Südwestnorwegen bzw. dem Skagerrak bleibt quasistationär, das korrespondierende
Bodentief knapp südlich des Oslofjordes ebenfalls.
Der Trogachse unmittelbar vorgeschaltet ist eine flache Tiefdruckrinne samt
Kaltfront im Bodenfeld, die am Nachmittag und Abend zögernd Nordwestdeutschland
überquert. Vor allem im Einflussbereich der Rinne labilisiert die Luftmasse im
Tagesverlauf mit etwas Einstrahlung und der damit einhergehenden Diabasie
zusehends, so dass mehrere 100 J/kg ML-Cape generiert werden können. Mit dem
leicht konvergenten Bodenwindfeld entlang der Kaltfront, einhergehend mit einer
Feuchteflusskonvergenz (PPW-Werte zwischen 25 und 30 mm) ist auch etwas
frontaler Hebungsantrieb gegeben. Die Folge sind zahlreiche Schauer und auch
kurze Gewitter, vor allem im Norden und Westen des Landes. Die
Zuggeschwindigkeit dürfte etwas geringer ausfallen als am Vortag, so dass
durchaus auch Potenzial für Starkregen gegeben ist, vor allem bei wiederholter
Schauertätigkeit. Vereinzelt reicht es auch für Graupel bzw. kleinkörnigen Hagel
und steifen bis stürmischen Böen.
Rückseitig der Rinne gelangt eine etwas stabiler geschichtete und kühlere
Meeresluft in den äußersten Norden des Landes, so dass vor allem im nördlichen
Schleswig-Holstein, nachmittags und abends wohl auch im Bereich der
Ostfriesischen Inseln die Schauertätigkeit eher limitiert bleibt.
Niederschläge gibt es ansonsten vor allem noch in Süddeutschland, rückseitig der
nur zögernd abziehenden Kaltfront. Vor allem am Vormittag kann es dabei im
Alpenvorland noch durchaus konvektive Einlagerungen in Form von Starkregen,
eventuell sogar noch einzelnen Gewittern geben, am Nachmittag klingt die
Intensität der Regenfälle aber rasch ab. Am ehesten im Südwesten bekommt die
Wolkendecke dann bereits wieder größere Lücken, so dass auch dort Cape generiert
werden kann und sich einzelne Schauer und kurze Gewitter entwickeln.
Zwischen den Schauern im Nordwesten und dem Regen im Süden erstreckt sich ein im
Westen eher schmaler, nach Osten zu breiter werdender Streifen (in etwa von
Rheinland-Pfalz über Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen und
Brandenburg), in dem wettertechnisch nur wenig passiert. Dort bleibt es
vielerorts trocken und gebietsweise kommt auch mal länger die Sonne raus.
Die mäßig warme Meeresluft hat nun auch die Alpen erreicht, in 850 hPa bewegen
sich die Temperaturen allgemein zwischen 7 und 9 Grad, im Nordseeumfeld etwas
darunter. Somit liegen die Höchstwerte, je nach Sonne, meist zwischen 18 und 23
Grad, im verregneten Alpenvorland werden kaum 15 Grad erreicht, von der
Magdeburger Börde bis zur Lausitz dagegen vielleicht auch 24 Grad.

In der Nacht zum Montag ziehen das kleinräumige Höhentief samt
korrespondierendem Bodentief allmählich zum Kattegat bzw. nach Südschweden.
Damit kommt auch die Haupttrogachse vor allem über dem Norden des
Vorhersagegebietes nach Osten voran, wobei der Haupttrog mit seinem Südteil aber
noch immer über Frankreich zur Iberischen Halbinsel gerichtet bleibt. Auf dessen
Rückseite wird ein weiterer Randtrog von Nordwesten her Richtung Britische
Inseln geführt.
An der Südwestflanke des nach Südschweden ziehendes Bodentiefs verschärft sich
über dem Nordosten Deutschlands der Gradient und der Wind frischt ausgangs der
Nacht aus West bis Nordwest auf, in Nordfriesland und an der Ostsee reicht es
eventuell bereits für steife Böen (Bft 7).
Im Bodenfeld kommen Rinne und Kaltfront etwas nach Süden, bis etwa zur Mitte des
Landes, voran, wobei sie eine zonalere Ausrichtung annehmen. Somit breiten sich
die Schauer und einzelnen Gewitter allmählich süd- und auch ostwärts vor allem
auf den westlichen und zentralen Mittelgebirgsraum bis zur Lausitz aus,
verlieren aber im Laufe der Nacht mehr und mehr an Intensität und bringen in
Summe maximal nur wenige mm Niederschlag, gebietsweise bleibt es auch trocken.
Postfrontal kann sich die stabiler geschichtete und etwas kühlere Meeresluft
über ganz Norddeutschland ausbreiten, dort bleibt es dann vielerorts trocken,
lediglich an den Küsten kann es noch vermehrt leichte Schauer geben.
Nach Süddeutschland schiebt sich von Frankreich her ein zonal ausgerichteter
Bodenhochkeil, der dort für Stabilisierung sorgt, so dass auch dort die Schauer
abklingen und vor allem vom Schwarzwald bis zum ostbayerischen Mittelgebirgsraum
sowie weiter südlich die Wolken in der zweiten Nachthälfte auch stärker
auflockern. Auch im Norden gibt es hier und da größere Auflockerungen,
gebietsweise kann sich aber auch an einer sich verstärkenden Absinkinversion in
700 hPa SC-Bewölkung ausbreiten. An den Tiefstwerten ändert sich gegenüber der
Vornacht nur wenig.

Montag … zieht das Höhentief weiter nordostwärts und wird über Mittelschweden
bzw. über der mittleren Ostsee Teil des Haupttroges. Dessen Achse reicht am
Abend südwärts bis nach Zentral- und Südpolen.
Der Randtrog über den Britischen Inseln kommt bis zum Abend weiter
südsüdostwärts voran und erstreckt sich dann von der Nordsee über England bis
zur Bretagne. Dazwischen wölbt sich am Nachmittag und Abend ein flacher
Höhenrücken über dem Vorhersagegebiet auf.
Dieser stützt nach wie vor den Bodenhochkeil über Süddeutschland und blockiert
damit die Tiefdruckrinne samt Kaltfront, die über der Mitte des Landes dadurch
kaum weiter nach Süden vorankommt. Bei ähnlichen Instabilitätswerten wie am
Vortag (PPW vielleicht etwas geringer, Cape, je nach Einstrahlung, erneut etwa
100 bis 400 J/kg) entwickeln sich somit etwa vom Niederrhein bis zur Lausitz und
nach Süden bis zur Pfalz und nach Oberfranken reichend erneut Schauer, auch
kurze Gewitter sind mit von der Partie, lokal eng begrenzt mit steifen bis
stürmischen Böen, bei wiederholter Schauertätigkeit ist auch ein Starkregenevent
nicht ausgeschlossen. Auch über Süddeutschland kann die Schauertätigkeit – je
nach Einstrahlung – etwas angefacht werden, allerdings wirkt der Hochkeil weiter
dämpfend, so dass es dort vielerorts trocken bleibt und durchaus auch länger die
Sonne zum Zuge kommt, vor allem im Alpenvorland.
Im Norden verläuft der Tag im Großen und Ganzen wettertechnisch unspektakulär.
Das Bodentief über Südschweden zieht langsam zur südlichen Ostsee und füllt sich
auf; übrig bleibt ein Bodentrog, an dessen Südwestflanke es vor allem über
Vorpommern vorübergehend steife Böen aus west bis Nordwest geben kann.
Ansonsten verstärkt sich die Absinkinversion in 700 hPa noch ein wenig, so dass
sich in der Grundschicht bildende Quellwolken daran ausbreiten können,
gebietsweise setzt sich aber auch länger die Sonne durch. Einzelne leichte
Schauer sind vor allem in Küstennähe nicht ausgeschlossen, ansonsten bleibt es
aber vielerorts auch trocken.
Im Süden steigen die Temperaturen in 850 hPa wieder etwas an, auf etwa 10 Grad,
ansonsten ändert sich an der Luftmasse nur wenig und die Höchstwerte liegen
meist zwischen 18 und 23 Grad.

In der Nacht zum Dienstag schwenkt der flache Rücken über das Vorhersagegebiet
hinweg rasch weiter ostwärts, der Randtrog greift auf Frankreich über und ein
flacher Troganteil in den Frühstunden auch auf die Deutsche Bucht. Die
Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet dreht wieder mehr auf Südwest, bleibt
aber relativ glatt, dynamische Hebungsantriebe sind über Deutschland kaum
auszumachen, erst weiter westlich, trogvorderseitig über Frankreich.
Im Bodenfeld fächert der Gradient immer weiter auf, dennoch ist, wenngleich auch
nur in hoher Auflösung, weiterhin eine flache Tiefdruckrinne auszumachen, die
von einem sich etwas vertiefenden Bodentief bei Paris über
Nordostfrankreich/Belgien und die Mitte Deutschlands hinweg ostwärts reicht.
Tagesgangbedingt klingen die Schauer und kurzen Gewitter allerdings erst einmal
ab. Später kann im Westen eventuell bereits von Frankreich her etwas dynamischer
Hebungsantrieb wirksam werden und einzelne Schauer bzw. kurze Gewitter greifen
von Belgien her dorthin über. Auch im Nordwesten kann der auf die Nordsee
übergreifende flache Trog eventuell etwas labilisierend wirken, so dass im
Nordseeumfeld die Schauertätigkeit ein wenig auflebt.
Ansonsten bleibt es aber überwiegend trocken und vor allem im Süden sowie in der
Norddeutschen Tiefebene teilweise auch gering bewölkt. Örtlich kann sich Nebel
bilden. Im Norden, im Einflussbereich der etwas kühleren Meeresluft (um 5 Grad
in 850 hPa) kühlt es bei länger klarem Himmel gebietsweise auf einstellige
Tiefstwerte ab, sonst ändert sich an den Temperaturen nur wenig.

Dienstag … greift der Randtrog über Frankreich unter deutlichem Konturverlust
zum Abend hin auf West-/Südwestdeutschland über, dabei kann auch aufgrund von
PVA etwas dynamischer Hebungsantrieb wirksam werden.
Vorderseitig setzt auch im Bodenfeld über dem Vorhersagegebiet Druckfall ein,
wobei sich die Tiefdruckrinne tendenziell etwas nach Nordnordost verlagert bzw.
ausweitet, aber durch trogvorderseitiges Überströmen der Alpen sich auch im
Alpenvorland von Österreich her eventuell eine flache Rinne ausbreiten kann. Ein
flacher Bodenhochkeil bleibt aber nach Südwestdeutschland gerichtet und auch
über der Nordsee kann sich ein flaches Bodenhoch etablieren.
Insgesamt bleibt die Luftmasse somit sowohl in der Mitte als auch im Süden
potenziell instabil geschichtet mit PPW-Werten meist zwischen 23 und knapp unter
30 mm, im Tagesverlauf kann durch etwas Einstrahlung 200 bis 500 J/kg ML-Cape
generiert werden, gebietsweise auch mehr, vor allem im Südosten Bayerns. Somit
lebt die Schauer- und Gewittertätigkeit im Tagesverlauf, beginnend im Westen,
dann auf die Mitte und den Südwesten übergreifend deutlich auf, Gewitter sind
ebenfalls wieder dabei, mit ähnlichen Begleiterscheinungen wie am Vortag
(eventuell etwas höheres Potenzial für Starkregen). Auch an den Alpen entwickeln
sich später Gewitter, die noch ins Alpenvorland ziehen und dort auch etwas
kräftiger ausfallen können (je nach Luftmasse), Unwetter aufgrund von Starkregen
und Hagel nicht ausgeschlossen, wenn auch aus aktueller Modellsicht nur gering
wahrscheinlich.
Wie weit genau die Schauer und Gewitter nach Norddeutschland vorankommen, ist
noch unklar, der aktuelle GFS-Lauf lässt sie etwas weiter ausgreifen als
ICON-EU, ansonsten bleibt es aber in weiten Teilen Norddeutschlands im
Einflussbereich stabilerer Luftmassen trocken.
In den äußersten Süden und Südosten kann mit Drehung der Grundströmung auf
Südwest wieder etwas wärmere Luft gelangen, so dass die 850 hPa-Temperatur dort
auf über 10 Grad steigt. Im Norden werden dagegen nur 5 bis 8 Grad erreicht.
Dort und im Südosten kann sich auch mal länger die Sonne durchsetzen, ansonsten
bleibt es wohl eher bewölkt. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 19 und 25
Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

Bzgl. der Stark- und Dauerregensituation in der kommenden Nacht und am
Sonntagvormittag im Südosten des Landes hat ICON-EU nach wie vor kleinräumig
Mengen bis in den Unwetterbereich auf der Agenda, so dass die bereits
ausgegebene markante Warnung eventuell gebietsweise noch aufgestockt werden
muss.
Ansonsten sind im Kurzfristbereich kaum Unterschiede zwischen den vorliegenden
Modellen auszumachen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff