SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Freitag, den 27.11.2020 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 27.11.2020 um 10.30 UTC

Zunächst ruhiges Spätherbstwetter, mit leichter Abkühlung. Ab Dienstag vor allem
im östlichen Bergland und im Alpenraum zeitweise Schneefall.

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 04.12.2020

Am Montag, zum Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums,
schwenkt ein Randtrog unter leicher Verstärkung vom Nordmeer allmählich nach
Skandinavien, wobei sich über dem Ostseeraum bis Dienstagfrüh ein kleinräumiges
Tief bildet. Dies spaltet die bisherige Geopotenzial- bzw. Hochdruckbrücke in
eine West- und eine Osthälfte und lässt den Wind von Norden her allmählich von
Nordost auf Südwest drehen. Zudem frischt dieser in der Nacht zum Dienstag im
Küstenumfeld stark, exponiert auch teils stürmisch auf. Im Norden sorgt diese
Tiefdruckaktivität auch für Regen, anfangs je nach Timing in der Nacht zum
Dienstag auch mit möglicher Glättebildung, ansonsten bleibt es bei
Hochdruckwetter. Die 850 hPa-Temperatur gleicht sich deutschlandweit bis
Dienstagfrüh etwas an, d.h. im Westen und Südwesten Rückgang auf +1 bis -2 Grad,
nach Osten hingegen leichter Anstieg auf Werte zwischen -4 und -2 Grad. Die
Tagesmaxima steigen nur im Küstenumfeld mit 3 bis 5 Grad leicht an, sonst ändern
sich diese mit 0 bis + 2 Grad kaum.

Am Dienstag verstärkt sich der Randtrog über Skandinavien weiter und dehnt sich
dabei Richtung Süddeutschland hin aus und mutiert zu einem Langwellentrog über
Mitteleuropa. Gleichzeitig weitet sich ein Höhenkeil westlich von Irland
Richtung Großbritannien aus. Dadurch baut sich im weiteren Verlauf eine
Hochdruckbrücke, die von den Britischen Inseln bis nach Norwegen reicht, auf. Im
Bereich des mitteleuropäischen Langwellentroges dehnen sich Niederschläge von
Norden her bis nach Süddeutschland hin aus. In Lagen oberhalb von 400 bis 600 m
gehen diese allmählich in Schnee über.

Am Mittwoch tropft der mitteleuropäischen Langwellentrog nach Südwesten Richtung
westliches Mittelmeer ab. Dadurch verstärken sich im Alpenraum die Niederschläge
vorübergehend, während sie im Nordwesten Deutschland weiter nachlassen. Im
Nordwesten kommt es zu einer leichten Milderung. Nach Süden zu ändern sich die
Temperaturen mit 0 bis 4 Grad kaum. Die Schneefallgrenze liegt bei rund 500 m.

Am Donnerstag nähert sich vom nahen Nordatlantik ein neuer langwellentrog, der
am Freitag die Britischen Inseln erreicht haben wird. Nach kurzer
Wetterberuhigung am Donnerstag mit nur wenigen Niederschlägen, greifen am
Freitag dann die Ausläufer des nach England ziehenden Bodentiefs von Westen her
auf Deutschland über. Daher setzt im tagesverlauf im Westen des Landes teils
kräftiger Niederschlag ein, der sich langsam nach Süden und Osten hin ausdehnen
wird. Die Schneefallgrenze steigt ein wenig an, auf etwa 600 bis 800 m.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen Laufs des EZMW in Bezug auf die vorangegangenen
Läufe ist recht hoch. Es zeigt zunächst eine antizyklonal geprägte Wetterlage,
in der es kaum zu Niederschlägen und nur zu leichten Nachtfrösten kommt. Ab
Montag greifen jedoch Tiefausläufer von Norden bzw. Nordwesten her auf
Deutschland über, dadurch wird zunehmend kalte Meeresluft nach Deutschland
verfrachtet. Die Niederschläge nehmen im Allgemeinen zu und besonders in den
östlichen Mittelgebirgen muss oberhalb von etwa 400 m mit leichten Schneefällen
gerechnet werden. Über West- und Mitteleuropa wird sich im weiteren Verlauf etwa
ab Donnerstag nächster Woche ein um fangreicher Höhentrog etablieren, wobei sich
die 850 hPa Temperaturen auf Werte zwischen 0 und -6 Grad einpendeln werden.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Im Prinzip sehen die Globalmodelle (GFS, ICON) die großräumigen synoptischen
Strukturen ähnlich, einschl. bekannte Unsicherheiten bei Höhentiefentwicklung,
-verlagerung und -ausprägung. Allerdings macht GFS beim Abtropfen zum Mittwoch
eine andere Lösung (mehr nach Osteuropa und schwächeres Höhentief). ICON und IFS
sind sich bis Donnerstag relativ einig, Unterschiede bauen sich in der Folge auf
in Bezug auf die Ausprägung des amplifizierten Troges über dem Atlantik und die
eventuelle Einbindung des Höhentiefs über Mittel- bzw. Westeuropa

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse zeigt zunächst die Umstellung der GWL von Hochdruckbrücke
Mitteleuropa auf Trog Mitteleuropa. Dabei werden im Kurzfristbereich im Zeitraum
von 72 bis 96 h 5 Cluster simuliert, die aber für Mitteleuropa ähnliche
Ergebnisse liefern. Im eigentlichen mittelfristigen Bereich von 120 bis 168 h
werden 4 Cluster simuliert, die zwei hintereinander ablaufende Abtropfvorgänge
über Mitteleuropa simulieren. In der erweiterten Mittelfrist im Zeitraum von 132
bis 240 h könnte sich der Hochdruckeinfluss über Osteuropa verstärken, was
letztlich in einer Blockierung münden würde. Als Fazit kann dabei festgehaltenen
werden, dass zwar teils enorme synoptische Unterschiede zu erkennen sind, die
sich aber zumindest in Bezug auf Temperatur und Niederschlag für Deutschland
nicht in dramatischer Form auswirken.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Sonntag und Montag können in Sachsen in mittleren Lagen erste leichte
Schneefälle auftreten. Am Dienstag und Mittwoch sind im höheren Bergland 15 bis
25 cm Neuschnee möglich, in Alpennähe örtlich auch noch etwas mehr. Ansonsten
sind am Montag und Dienstag nur im Küstenumfeld Böen der Stärke 8 bis 9 möglich.
Montagabend und in der Nacht zum Dienstag könnte im Norddeutschen Tiefland sowie
in NRW Regen mit Glatteisbildung auftreten.

Basis für Mittelfristvorhersage
ECMF, IFS-EPS, GFS-EPS, MOS-MIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer

SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST ausgegeben am Donnerstag, den 26.11.2020 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 261800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 26.11.2020 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Ruhiges Spätherbstwetter ohne markante Wettergefahren.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC

Aktuell … liegt Deutschland am Rande eines von Finnland über Südschweden nach
Südengland reichenden Troges. Dieser ist den Rest eines vorherigen
Austropfprozesses. Aktuell schwenkt dieser Resttrog über den Norden Deutschlands
hinweg ostwärts, wobei sich ein weiterer Austropfprozess abzeichnet, der für ein
kleinräumiges Cut-Off-Tief vor der holländischen Küste sorgt. Bei insgesamt
hohem Geopotential ergibt dies für den Norden eine west- bis leicht südwestliche
Strömung, die bis Freitagfrüh schwächer wird. Diese lässt in Verbindung mit dem
vor der Iberischen Halbinsel liegenden Cut-Off Tief die über dem Norden
Deutschlands liegende Kaltfront rückläufig werden. Geringe Niederschläge sind
auf den Frontbereich beschränkt, diese greifen etwas über den Mittellandkanal
und den Berliner Raum südwärts über. Mehrschichtige Bewölkung erfasst die
Gebiete bis einschließlich der nördlichen Mittelgebirge.
Weiter südlich wird aufgrund der geringen Luftdruckgegensätze das
Wettergeschehen von Grundschichtprozessen dominiert. Zwar verlagert sich der
Schwerpunkt des wetterbestimmenden Hochs weiter nach Südosten, aber die
südöstliche bodennahe Windkomponente ist zu schwach, so dass im Süden und
Südosten erneut Nebel entsteht oder sich bereits vorhandener Nebel verdichtet.
Von der Mittelgebirgsschwelle aus südwärts ist leichter Frost zu erwarten; bei
dichtem Nebel und Frost besteht Glättegefahr.

Freitag … weitet sich ein von der nördlichen Nordsee bis nach Lappland
reichender Keil in die Barents-See aus und schwenkt mit seiner Achse zur
Petschora-Mündung. Das vor der holländischen Küste liegende Höhentief verlagert
sich etwas nach Nordwesten. Gestützt durch den Keil erfolgt über dem Ostseeraum
Druckanstieg, so dass der Gradient im Norden und Nordosten aufweicht.
Zunehmender antizyklonaler Einfluss sorgt für ein alsbaldiges Nachlassen der
ohnehin geringen frontalen Niederschläge. Im Bereich der über dem Norden und
Nordosten noch liegenden, aber sich auflösenden Kaltfront hält sich noch
mehrschichtige Bewölkung. Ansonsten lösen sich Nebel und Hochnebel in Tälern und
Niederungen teilweise auf, teils bleibt es neblig-trüb. In höheren und teils
auch im mittleren Lagen sowie im Lee der Mittelgebirge besteht die Chance auf
sonnige Abschnitte. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 2 bis 8, bei längeren
Sonnenschein um 10, bei zähem Nebel jedoch kaum 0 Grad.

In der Nacht zum Samstag wird das über der Nordsee liegende Höhentief nach
Norden gesteuert. Durch den nunmehr bis zur Petschora-Mündung reichenden Keil
wird eine meridionale Hochbrücke gestützt, die sich von Karelien über Schweden
und über Westpolen bis nach Griechenland erstreckt. An deren Rand kommt zwar
eine schwache südöstliche bodennahe Windkomponente zustande. Eine erneute
Bildung von Nebel oder Hochnebel bzw. deren Verdichtung dürfte dies jedoch nicht
unterbinden. Von der Mittelgebirgsschwelle aus südwärts ist leichter und örtlich
mäßiger Frost zu erwarten.

Samstag … gliedert sich das über der Nordsee liegende Höhentief der
Frontalzone an. Der nach wie vor von Südeuropa über den Ostseeraum und Karelien
nordostwärts reichende Keil wird durch einen über Weißrussland nach Süden
ablaufenden Kaltlufttropfen blockiert. Gestützt durch diesen Keil kräftigt sich
die mit ihrer Achse knapp östlich von Deutschland liegende Hochdruckzone, die
Anschluss zu dem über Westsibirien liegenden Bodenhoch findet. Zudem bildet sich
über Südskandinavien ein eigenständiger Schwerpunkt hohen Druckes. Somit kann
sich die östliche bodennahe Windkomponente ein wenig verstärken. Für
warnrelevante Böen oder für die großflächige Auflösung von Nebel oder Hochnebel
sollte es jedoch nicht reichen. Somit lässt sich nur Erhaltungsneigung
beschreiben.
Gegenüber den Vortagen dürfte aufgrund der negativen Strahlungsbilanz und des
bodennahen Zustroms kälterer Luft die Temperatur leicht zurückgehen. Selbst mit
Hilfe der Sonne sind kaum noch 10 Grad zu erwarten. Bei zähem Nebel herrscht
ganztägig leichter Frost.

In der Nacht zum Sonntag wird der bis zum nördlichen Ural reichende Höhenkeil
weiter eingeschnürt. Dies erfolgt zum einen durch den Kaltluftkörper, der von
Weißrussland zu den Waldkarpaten verlagert. Hierdurch wird die feuchtkalte
Grundschicht gehoben, so dass ganz im Nordosten geringe Niederschläge
(Sprühregen oder Schneegriesel) auftreten können. Zum anderen wird ein in der
Frontalzone eingelagerter Trog bis in den isländischen Raum gesteuert.
Das mit Schwerpunkt über Südschweden liegende Bodenhoch weitet sich mit einem
Keil bis in den ostdeutschen Mittelgebirgsraum aus. Sonst ergibt sich keine
nennenswerte Änderung. Relativ großflächig ist daher leichter Frost zu erwarten.

Sonntag … ändert sich die Lage des o.g. Kaltluftkörpers nur wenig. Der in der
Frontalzone eingelagerte Trog rückt weiter nach Osten vor, so dass von dem
bisherigen Keil nur ein Schlauch hohen Geopotentials übrigbleibt. Allerdings
hält sich eine ausgeprägte Hochbrücke, die von einem kräftigen Hoch über
Westsibirien ausgeht und über Norddeutschland sowie Südengland hinweg verläuft
und Verbindung zu einem Hoch über dem mittleren Nordatlantik aufnimmt. Über
Deutschland bleiben daher im Bereich dieser Brücke die geringen
Luftdruckgegensätze bestehen, so dass die Luftmasse ungestört weiter altern
kann.
In den Nordosten gelangt am Rande des Kaltluftkörpers kältere Luft, die sich im
850 hPa-Niveau mit Temperaturen bis unter -5 Grad bemerkbar macht. Daher können
die geringen Niederschläge, die im Nordosten und ganz im Osten auftreten, im
östlichen Bergland in fester Phase fallen. Weiter nach Westen hin erfolgt das
mit einer östlichen bodennahen Komponente Einsickern kälterer Luft nur in
Bodennähe. Längere sonnige Abschnitte sind auf den äußersten Westen sowie die
Hochlagen der Mittelgebirge beschränkt. Im Nordosten und in Teilen der Mitte
hält sich geschlossene tiefe Bewölkung, ansonsten stellen sich nach teilweiser
Auflösung des Nebels Auflockerungen ein. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen
nur noch 1 bis 6 Grad. Bei zähem Nebel sowie im höheren östlichen Bergland
herrscht leichter Dauerfrost.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen weitgehend die oben beschriebene Entwicklung.
Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten
Unterschiede ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Donnerstag, den 26.11.2020 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 26.11.2020 um 10.30 UTC

Ruhiges Spätherbstwetter, dabei leichte Abkühlung, im Bergland ab Dienstag
Schnee.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 03.12.2020

Sonntag…bzw. zum Montag hin nimmt das Höhentief über Osteuropa mehr
Tuchfühlung zu einem in Richtung Nordmeer ziehenden Trog auf und schwächt damit
die Geopotentialbrücke über der Nordsee bzw. Südskandinavien. Mitteleuropa
verbleibt aber weiter unter hohem Potential. Sowohl im Geopotenzial auf 500 hPa
als auch im Bodendruckfeld zeigt sich eine teils zonal ausgerichtete
Geopotenzial- bzw. Hochdruckbrücke, die hohes Geopotenzial bzw. hohen Luftdruck
vom Nordatlantik bis östlich des Urals verbindet. Nichtsdestotrotz dominiert
insgesamt weiter der östliche bis nördliche Wind, der die kältere Luft weiter
nach Süden und Westen vordringen lässt. Zudem bleibt es dort bei der
Hochdrucklage mit teils Hochnebel, teils Sonne. Im Nordosten und Osten kann es
am Rande des Höhentiefs etwas Regen, im Bergland etwas Schnee geben.
Gleichzeitig gehen sowohl die 850 hPa-Temperatur (Spanne zwischen -5 Grad in der
Osthälfte bis +4 Grad im Südwesten und Westen) als auch die Tagesmaxima (2 bis 7
Grad) im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Im Bergland ist bei Aufklaren nachts
mäßiger Frost zu erwarten. Die schwachen Niederschläge können in der Osthälfte
nachts zu Glätte führen.

Montag… schwenkt der Trog vom Nordmeer mehr nach Skandinavien, wobei sich über
dem Ostseeraum bis Dienstagfrüh ein kleinräumiges Tief bildet. Dies spaltet die
Geopotenzial- bzw. Hochdruckbrücke in eine West- und eine Osthälfte und lässt
den Wind von Norden her allmählich von Nordost auf
Südwest drehen. Zudem frischt dieser in der Nacht zum Dienstag im Küstenumfeld
stark, exponiert auch teils stürmisch auf. Im Norden sorgt diese
Tiefdruckaktivität auch für Regen, anfangs je nach Timing in der Nacht zum
Dienstag auch mit möglicher Glättebildung, ansonsten bleibt es bei
Hochdruckwetter. Die 850 hPa-Temperatur gleicht sich deutschlandweit bis
Dienstagfrüh etwas an, d.h. im Westen und Südwesten Rückgang auf +1 bis -2 Grad,
nach Osten hingegen leichter Anstieg auf Werte zwischen -4 und -2 Grad. Die
Tagesmaxima steigen nur im Küstenumfeld leicht an, sonst ändern sich diese kaum.

Dienstag und Mittwoch…tropft der skandinavische Trog unter
Geopotenzialanstieg, ausgehend von Südwesteuropa über die Nordsee bis nach
Skandinavien reichend, auf der Vorderseite eines Langwellentroges über dem
Nordatlantik ab und zieht in der Nacht zum Mittwoch entweder ins östliche
Mitteleuropa (GFS) oder direkt nach Mitteleuropa (IFS, ICON). Das Bodentief
zieht dabei unter leichter Abschwächung ebenfalls südwärts. Dazu werden dann
doch recht flächige Niederschläge über Deutschland (Schwerpunkt zunächst
Osthälfte, später auch im Süden und nach Westen hin) simuliert, die im mittleren
und oberen Bergland bei zurückgehenden 850 hPa-Temperaturen auf Werte zwischen
-3 und -6 Grad durchweg als Schnee fallen dürften. Die Tagesmaxima am Boden
liegen in der Südosthälfte nur noch bei 0 Bis 5 Grad, im Westen und Nordwesten
bis etwa 7 Grad. Die Schneefallgrenze sinkt damit im Osten und Süden bis in
tiefere Lagen. ICON simuliert in den östlichen Mittelgebirgen gar 10 bis 20 cm
Neuschnee bis Mittwochfrüh. An der Küste sind steife Böen, exponiert auch
stürmische Böen aus nördlicher Richtung zu erwarten. Am Mittwoch soll das
abgetropfte Höhentief noch etwas west- bis südwestwärts wandern, obwohl dann die
Unsicherheiten doch erheblich zunehmen. Möglich ist eine High-Over-Low-Lage mit
dem entsprechend hohen Geopotenzial von den Britischen Inseln bis nach
Südskandinavien (zonal ausgerichtet). Bei einer eher meridionalen Ausrichtung
der Geopotenzialbrücke wiederum könnte unser Höhentief auch ohne Probleme gen
Süden wandern. Ebenso könnte das Höhentief bei Westverlagerung Tuchfühlung
aufnehmen mit dem erneut nach Süden austrogenden Langwellentrog etwa westlich
der Britischen Inseln aufnehmen (IFS Hauptlauf, ICON nur angedeutet, dort
deutliche Amplifizierung und Verkürzung der Wellenlänge des Langwellentroges).

Die Verhältnisse sollten sich wettertechnisch für Deutschland gegenüber Dienstag
jedoch voraussichtlich zunächst kaum ändern – die Regen- und Schneefälle könnten
sich insgesamt etwas mehr nach Süden und Westen verlagern und dabei abschwächen.
Die Tagesmaxima steigen im Westen und Nordwesten noch etwas an, sonst verharren
diese bei 1 bis 6 Grad.

Donnerstag…könnte Deutschland bis Freitagfrüh durch Einfangen des Höhentiefs
(falls diese Variante greift) durch den weiter abtropfenden Langwellentrog über
Südwesteuropa und den Britischen Inseln (Ausbildung eines Höhentiefkomplexes)
mehr auf dessen Trogvorderseite gelangen. Allerdings ist wie bereits beschrieben
die Unsicherheit bezüglich Verbleib unseres Höhentiefs über Mittel- und
Westeuropa relativ unsicher. Ein Trend zu einer durchgreifenden Zonalisierung
ist auch aufgrund vorhandener bzw. sich neu aufbauender Blockierungen sowohl auf
dem Nordatlantik als auch über Nord- und Nordosteuropa schwer auszumachen.
Steigendes Geopotenzial und auch der 850 hPa-Temperaturen von Südwesten her sind
bei uns durchaus möglich (siehe Rauchfahnenanalyse). Leichte Niederschläge
werden ebenso simuliert.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen Laufs in Bezug auf die Vorläufe ist rein synoptisch
gesehen bereits ab Sonntag nicht mehr gegeben. Die genaue Lage und Ausprägung
des Höhentiefs über Osteuropa (und dessen Einfluss auf Mitteleuropa), am Rande
hohen Luftdrucks über Mitteleuropa und Skandinavien bringen die Deterministik
gehörig durcheinander. Die Auswirkungen auf die Temperaturen und Niederschläge
sind allerdings zunächst gering. Der zweite Abtropfprozess über Mitteleuropa bei
ähnlicher synoptischer Konstellation zum Mittwoch hin ändert an den Temperaturen
in Bodennähe wenig (etwas niedriger als in den Vorläufen), obwohl die Temperatur
in 850 hPa deutlich geringer simuliert wird (Höhentiefkomplex über
Mitteleuropa). Allerdings wird bei dieser Konstellation am Mittwoch und teils
auch am Donnerstag in der Fläche deutlich mehr Niederschlag simuliert als in den
Vorläufen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Im Prinzip sehen die Globalmodelle (GFS, ICON) die großräumigen synoptischen
Strukturen ähnlich, einschl. bekannte Unsicherheiten bei Höhentiefentwicklung,
-verlagerung und -ausprägung. Allerdings macht GFS beim Abtropfen zum Mittwoch
eine andere Lösung (mehr nach Osteuropa und schwächeres Höhentief). ICON und IFS
sind sich bis Donnerstag relativ einig, Unterschiede bauen sich in der Folge auf
in Bezug auf die Ausprägung des amplifizierten Troges über dem Atlantik und die
eventuelle Einbindung des Höhentiefs über Mittel- bzw. Westeuropa.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Eine Clusteranalyse sowohl bei IFS als auch bei GFS erscheint gerade im
entscheidenden für die Mittelfrist Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag recht
müßig. Werden doch eine Vielzahl von Lösungen (6 gruppierte Cluster allein bei
IFS) angeboten. Daher schauen wir direkt auf die Rauchfahnen ausgewählter Orte
in Deutschland: Hier zeigt sich die erwähnte Konsistenz bezüglich
Temperaturwerte (850 hPa, 2m) sehr deutlich – bis Mittwoch/ Donnerstag weiter
leicht sinkend, dann erneut Trend zum Anstieg. Der Peak der Niederschläge für
Dienstag/ Mittwoch ist sowohl im Norden und Osten als auch später im Süden
deutlich zu erkennen. Als Fazit kann nochmals festgehaltenen werden, dass zwar
teils enorme synoptische Unterschiede zu erkennen sind, die sich aber zumindest
in Bezug auf Temperatur und Niederschlag für Deutschland nicht in dramatischer
Form auswirken.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Dienstag und Mittwoch sind im höheren Bergland 15 bis 25 cm Neuschnee
möglich, örtlich auch noch etwas mehr. Ansonsten sind am Montag und Dienstag nur
im Küstenumfeld Böen der Stärke 8 möglich. In der Nacht zum Dienstag könnte im
Norddeutschen Tiefland Regen mit Glatteis auftreten.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, GFS-EPS, ICON, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Dr. Jens Bonewitz

SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST ausgegeben am Mittwoch, den 25.11.2020 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 251800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.11.2020 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Ruhiges Spätherbstwetter mit Nebel und Frost.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC

Aktuell … liegt Deutschland am Nordwestrand eines breiten Höhenrückens.
Dieser wird von einem Trog flankiert, der sich von Nordnorwegen über Schottland
hinweg südwestwärts bis zu den Kanaren erstreckt, nach Südwesten austropft und
ein Cut-Off-Tief vor der Iberischen Halbinsel ergibt. Der Resttrog schwenkt bis
Donnerstagfrüh in die mittlere Nordsee und drückt die Frontalzone etwas nach
Süden. Die an der Trogvorderseite schleifende Kaltfront wird durch eine Welle,
die nach Südschweden gesteuert wird, zurückgehalten und erreicht ausgangs der
Nacht die ostfriesischen Inseln und Nordfriesland, wodurch geringe Niederschläge
auf die Nordseeküste übergreifen.
Das wetterbestimmende Bodenhoch verlagert sich nach Südosteuropa, wobei über dem
Süden und Südosten Deutschlands die Luftdruckgegensätze gering bleiben.
Hierdurch bildet sich gebietsweise Nebel oder noch vorhandene Nebel- und
Hochnebelfelder werden dichter. Verbreitet gibt es leichten Frost, in Gebieten
mit Frost und Nebel besteht Glättegefahr durch Reif.
Im Norden und Westen wird die Bildung von Nebel durch aufziehende mehrschichtige
Bewölkung und den leicht zunehmenden Gradienten unterbunden. Dort dürfte es auch
weitgehend frostfrei bleiben.

Donnerstag … schwenkt der o.g. Resttrog über den Norden Deutschlands hinweg
ostwärts, wobei sich ein weiterer Austropfprozess abzeichnet, der für ein
kleinräumiges Cut-Off-Tief über der Doggerbank sorgt. Bei insgesamt hohem
Geopotential ergibt dies für den Norden eine west- bis leicht südwestliche
Strömung. Diese lässt in Verbindung mit dem vor der Iberischen Halbinsel
liegenden Cut-Off Tief die Kaltfront über dem Küstenbereich rückläufig werden.
Geringe Niederschläge sind daher auf den Küstenbereich und den Nordwesten
beschränkt, mehrschichtige Bewölkung erfasst die Gebiete bis einschließlich der
nördlichen Mittelgebirge.
Weiter südlich wird aufgrund der geringen Luftdruckgegensätze das
Wettergeschehen von Grundschichtprozessen dominiert. Zwar verlagert sich der
Schwerpunkt des wetterbestimmenden Hochs weiter nach Südosten, aber die
südöstliche bodennahe Windkomponente ist zu schwach, so dass zwar im Lee der
Mittelgebirge größere Auflockerungen abzeichnen, sonst aber Nebel und Hochnebel
erhalten bleiben. Die Obergrenze der tiefen Bewölkung, die heute bei 600 bis 900
m liegt, dürfte durch Absinken dann etwas tiefer zu finden sein, so dass auch
einige mittlere Berglagen oberhalb der Inversion liegen. Je nach
Sonnenscheindauer sind Temperaturmaxima zwischen kaum über 0 Grad (bei zähem
Nebel) und um 10 Grad (bei längerem Sonnenschein sowie in Küstennähe) zu
erwarten.

In der Nacht zum Freitag verlagert sich das aus dem zweiten Austropfprozess
hervorgegangene Tief vor die holländische Küste. Hierdurch können die
Niederschläge unter leichter Verstärkung (aber fernab von jeglicher
Warnrelevanz) im Nordwesten weiter landeinwärts ausgreifen. Mit der im Osten
weiter nach Süden vordringenden Kaltfront kommen dann auch in Mitteldeutschland
und bis in die Lausitz hinein geringe Niederschläge zustande.
Im Süden und Südosten dürfte erneut Nebel entstehen oder sich bereits
vorhandener Nebel verdichten. Vom östlichen und zentralen Mittelgebirgsraum
südwärts ist leichter Frost zu erwarten; bei dichtem Nebel und Frost kann
örtliche Glätte nicht ausgeschlossen werden.

Freitag … weitet sich ein von der nördlichen Nordsee bis zu den Lofoten
reichender Keil nach Lappland aus und schwenkt nach Karelien. Das an dessen
Südflanke, d.h. vor der holländischen Küste liegende Höhentief ändert seine Lage
kaum. Gestützt durch den Keil erfolgt auch über dem Ostseeraum Druckanstieg, so
dass der Gradient auch im Norden und Nordosten aufweicht. Der zunehmende
Hochdruckeinfluss sorgt im Nordwesten und Norden daher für ein alsbaldiges
Nachlassen der ohnehin geringen Niederschläge. Im Bereich der über dem Norden
und Nordosten noch liegenden, aber sich auflösenden Kaltfront hält sich noch
mehrschichtige Bewölkung. Ansonsten lösen sich Nebel und Hochnebel auch in
Tälern und Niederungen teilweise auf, teils bleibt es neblig-trüb. In höheren
und teils auch im mittleren Lagen sowie im Lee der Mittelgebirge besteht die
Chance auf sonnige Abschnitte. Eine Temperaturänderung erfolgt kaum.

In der Nacht zum Samstag wird das über der Nordsee liegende Höhentief, das den
Charakter eines Kaltlufttropfens angenommen hat, nach Norden gesteuert. Durch
den nunmehr bis zur Petschora-Mündung reichenden Keil wird eine meridionale
Hochbrücke gestützt, die sich von Schweden über Westpolen bis nach Griechenland
erstreckt. An deren Rand kommt zwar eine schwache südöstliche bodennahe
Windkomponente zustande. Eine erneute Bildung von Nebel oder Hochnebel bzw.
deren Verdichtung dürfte dies jedoch nicht unterbinden.

Samstag … gliedert sich der über der Nordsee liegende Kaltlufttropfen der
Frontalzone an. Der nach wie vor von Südeuropa über den Ostseeraum und Karelien
nordostwärts reichende Keil wird durch einen über Weißrussland nach Süden
ablaufenden Kaltlufttropfen blockiert. Gestützt durch diesen Keil kräftigt sich
die mit ihrer Achse knapp östlich von Deutschland liegende Hochdruckzone. Die
ost- bis südöstliche bodennahe Windkomponente kann sich hierdurch ein wenig
verstärken. Für warnrelevante Böen oder für die großflächige Auflösung von Nebel
oder Hochnebel sollte es jedoch nicht reichen. Somit lässt sich nur
Erhaltungsneigung beschreiben.
Gegenüber den Vortagen dürfte aufgrund der negativen Strahlungsbilanz und des
bodennahen Zustroms kälterer Luft die Temperatur leicht zurückgehen. Selbst mit
Hilfe der Sonne sind kaum noch 10 Grad zu erwarten. Bei zähem Nebel kann
ganztägig leichter Frost nicht ausgeschlossen werden.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Mittwoch, den 25.11.2020 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.11.2020 um 10.30 UTC

Weitgehend ruhiges Hochdruckwetter am Rande von Höhentiefs, die auch etwas
Niederschlag hervorrufen können.

Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 02.12.2020

Am Samstag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, ist nach IFS eine
Geopotentialbrücke zu erwarten, die einen Rücken im Raum Griechenlands mit
weitem Schwung nach Nordwesten über Frankreich hinweg mit einem
Geopotentialmaximum über Skandinavien verbindet. Dieses Gebilde wird von
Höhentiefs flankiert, die über Belarus und dem westlichen Mittelmeer ihr Unwesen
treiben, wobei ersteres auch mit viel kalter Luft aufwartet. Bodennah ist die
Luftdruckverteilung von Hochs dominiert, deren Zentren aber weit entfernt
liegen, zum einen im Bereich des Urals und zum anderen weit draußen auf dem
Atlantik. Tiefs liegen dagegen weit im Norden im Raum Grönlands und vor der
Iberischen Halbinsel. Relativ hoher Luftdruck, aber bei sehr flacher
Druckverteilung ist über weiten Teilen Nord- und Osteuropas zu finden, wobei
sich über Belarus das Höhentief als flaches Bodentief in die Hochdruckzone
durchpaust. Dieses Tief führt auch eine wenig wetteraktive Kaltfront in den
Nordosten Deutschlands, die dort für etwas mehr Bewölkung und ein paar
Regentropfen sorgen kann. Die dort deutlich niedrigere Temperatur in 850 hPa
(bis -8 Grad) macht sich bodennah nicht bemerkbar, denn unter der milden
Luftmasse im restlichen Land liegt eine Inversion, so dass auch dort bodennah
mäßig-kaltes Temperaturniveau herrscht. Immerhin ist es dort trocken und
zumindest stellenweise kann der Hochnebel auflockern, was bei leichtem Ostwind
an den Westseiten der Berge am wahrscheinlichsten ist. Nicht großer Erwähnung
bedarf, wie sonnig es in den Hochlagen wird.

Am Sonntag verbindet sich das östliche Höhentief mit einem zum Nordmeer
ziehenden Trog und durchbricht damit die Geopotentialbrücke. Wir verbleiben aber
weiter unter hohem Potential. Blickt man auf das Bodendruckfeld, so bildet sich
zunehmend eine weit nördlich liegende zonale Hochdruckbrücke, die ein Hoch
westlich Irlands mit einem mittlerweile auf über 1050 hPa aufgeblähten Hoch
östlich des Urals verbindet, wobei die Brücke über dem Ostseeraum eine
Schwachstelle aufweist. Trotzdem dominiert insgesamt weiter der östliche bis
nordöstliche Wind, der die kältere Luft nach Westen vordringen lässt, was dort
zumindest in den bisher thermisch begünstigten Lagen zu spüren sein dürfte.
Weiter bleibt es dort bei der Hochdrucklage mit teils Hochnebel, teils Sonne,
wobei die Abschwächung der Inversion teilweise die Sonnenchancen erhöhen dürfte.
Schlecht sieht es dagegen im Alpenvorland aus, wo sich zunehmend eine
Staukomponente einstellt. Im Osten kann es in der Nähe der Kaltfront weiterhin
etwas Regen.

Am Montag schwenkt der Trog vom Nordmeer nach Skandinavien, wobei sich über dem
Ostseeraum bis Dienstagfrüh ein Tief bildet. Dies spaltet das Hoch in eine West-
und eine Osthälfte und lässt den Wind von Norden her allmählich von Nordost auf
Südwest drehen. Zudem frischt dieser in der Nacht zum Dienstag im Ostseeraum
auf. Ganz im Norden sorgt die zyklonale Aktivität auch für Regen, ansonsten
bleibt es bei Hochdruckwetter.

Am Dienstag tropft der skandinavische Trog ab und zieht in der Nacht zum
Mittwoch nach Polen. Das Bodentief zieht unter Abschwächung ebenfalls südwärts.
Ein schwaches Regengebiet überquert Deutschland von Nordost nach Südwest. Der
Wind dreht auf Nordwest, teils Nord und nach vorübergehend milderer Luft gelangt
wieder kältere Luft zu uns. Rückseitig der Front geht im Nordosten die
Temperatur in 850 hPa auf -6 Grad zurück. Im höheren Bergland ist folglich etwas
Schnee zu erwarten.

Am Mittwoch soll das abgetropfte Höhentief westwärts nach Deutschland wandern.
In 500 hPa geht dann die Temperatur bis -35 Grad zurück, in 850 hPa bis -8 Grad.
Das Hoch etabliert seinen Schwerpunkt über Russland und der Wind dreht wieder
Richtung Ost. Insbesondere im Nordosten könnte der Ostwind recht kräftig werden.
Ansonsten ist bei bewölktem Himmel zeitweise Niederschlag zu erwarten, wobei die
Schneefallgrenze allmählich in tiefere Lagen sinkt.

In der erweiterten Mittelfrist soll das Höhentief nach Nordwesten abziehen. Im
Osten hält sich das Hochbollwerk, sieht sich aber zunehmend mit einem
Langwellentrog über Südwesteuropa konfrontiert. Damit könnte der Wind wieder
Richtung Süd drehen, allerdings dürfte noch recht lange Hochdruckeinfluss
herrschen und damit zumindest bodennah mäßig kaltes Wetter.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen IFS-Laufs mit den beiden Vorgängern ist schlecht.
Schon am Samstag/Sonntag gibt es Unterschiede bezüglich der Ausdehnung des
Höhentiefs und damit der kälteren Luft nach Westen. Das nächste System wird am
Dienstag erwartet, aber in den letzten Läufen gab es diesbezüglich immer sehr
unterschiedliche Simulationen. Die Geschichte mit dem Höhentief am Mittwoch
wurde immerhin im gestrigen 12-UTC-Lauf schon über Polen angedeutet, während der
gestrige 00-UTC-Lauf noch einen Trog über Osteuropa zeigte.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Auch die übrigen Globalmodelle zeigen recht unterschiedliche Entwicklungen. Am
Sonntag lässt kein anderes Modell das Höhentief so weit nach Westen ausgreifen
wie IFS. Am Dienstag soll das nächste System bei ICON und GFS eher vom Hoch
abgeblockt werden, GEM lässt das Höhentief dagegen direkt von Norden her zu uns
abtropfen und dann nach Süden abziehen.
In der erweiterten Mittelfrist tummelt sich dieses dann nach GEM über dem
Tyrrhenischen Meer, nach IFS zieht es – wie oben beschrieben – nach Nordwesten
ab. Bei GFS taucht es dagegen erst am Donnerstag von Osten her bei uns auf.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

In der frühen Mittelfrist am Samstag und Sonntag wird das IFS-Ensemble schon auf
sechs Cluster verteilt. Diese spiegeln die Unsicherheit der Lage des Höhentiefs
wider, wobei nicht nur östlichere Varianten (wie zu erwarten) auftauchen,
sondern in C6 (3 Mitglieder) auch eine Variante mit dem Höhentief über
Deutschland. In der zentralen Mittelfrist von Montag, 00 UTC bis Mittwoch, 00
UTC gibt es dann drei Cluster. Bei C1 (21 Mitglieder) zieht das Höhentief nie
richtig ab, kommt dann zum Mittwoch hin über dem östlichen Mitteleuropa als Trog
zu liegen. C2 (17 Mitglieder, Hauptlauf, Kontrolllauf) lässt das Höhentief etwas
nach Osten wandern und dann am Mittwoch wieder von dort zurückkommen. Bei C3 (13
Mitglieder) bleibt dagegen das ganze Höhentiefsystem eher östlich unseres
Landes. In der erweiterten Mittelfrist zeigen sechs Cluster zumindest eines
einheitlich: Hohem Potential im Nordosten steht niedriges im Südwesten
gegenüber. Wer setzt sich durch? Dafür gibt es unterschiedliche Varianten, von
einem sehr beständigen Hoch bis hin zum Sturmtief über den Britischen Inseln und
der Nordsee (C6 mit drei Mitgliedern).

Die Rauchfahnen zeigen für verschiedene Orte einen leichten Rückgang der
Temperatur mit Minimum zwischen Sonntag und Dienstag und danach im Mittel wieder
einen allmählichen Anstieg. Allerdings ist die Unsicherheit hoch und die
Aussagekraft für tiefere Lagen gering. Beim Geopotential deutet sich im Mittel
allenfalls ein leichter Rückgang an, zudem nimmt auch hier die Unsicherheit zu.
Das Minimum zur Mitte der nächsten Woche wird zwar von mehreren Läufen gezeigt,
längst aber nicht von der Mehrheit. Niederschlagssignale tauchen zur Mitte der
nächsten Woche überall auf, im Norden schon ab Montag.

Bei den GFS-Rauchfahnen fällt auf, dass diese vor allem in der Mitte und im
Süden Deutschlands nächste Woche etwas deutlicher in Richtung niedrigerer
Temperatur und niedrigeres Potential zeigen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Bezüglich signifikanter Wettergefahren sieht es in der Mittelfrist sehr ruhig
aus. Erst zum Dienstag deutet sich bei IFS-EPS eine geringe Wahrscheinlichkeit
für stürmische Böen an einigen Küstenabschnitten an.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX (21 UTC), IFS-EPS; Wir nehmen heute das MOS-MIX, das den 12-UTC-Lauf des
IFS enthält, da das Höhentief, das der jüngste Lauf nächsten Mittwoch simuliert,
eine zu extreme Lösung ist.

VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann