#SXEU31 #DWAV #051800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 05.07.2022 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 051800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 05.07.2022 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Nacht zum Donnerstag und Donnerstag tagsüber wechselhaft mit mehr Niederschlag.
Windig, Küsten stürmisch. Nach Südwesten zu freundlich und meist trocken.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 12 UTC

Aktuell … liegt ein Trog vor den Toren Deutschlands und erfasst mit seiner
Achse in den kommenden Stunden Belgien und Holland. Auf der Vorderseite dieses
Troges passierte eine Welle mit geringer Amplitude Bayern ostwärts und ließ
entlang des Bayerischen Waldes im Nachmittagsverlauf nochmal kräftigere Schauer
und Gewitterzellen entstehen (punktuell unwetterartig durch Starkregen). Bis zum
Abend ziehen diese Niederschläge endgültig nach Tschechien und Österreich ab.
Ansonsten aber zieren zahlreiche Cumuli den Himmel, die zum Abend zunehmend in
sich zusammenfallen. Niederschlag fällt daraus keiner. Etwas dichter fällt die
Bewölkung im Umfeld der Trogachse über Nordwestdeutschland aus, wobei aber die
nachmittäglichen Schauer auch hier bis zum Abend zügig in sich zusammenfallen.
Die abendlichen Werte liegen bei 17 bis 19 Grad im Umfeld der Deutschen Bucht,
sonst zwischen 20 und 24 Grad und entlang/südlich der zentralen Mittelgebirge
zwischen 24 bis 28 Grad. Der Nordwestwind weht schwach, im äußersten Norden auch
mäßig.

In der Nacht zum Mittwoch schwenkt die Trogachse über Norddeutschland in
Richtung Oder und sorgt mit fokussierter Hebung besonders in Thüringen, Sachsen
und Sachsen-Anhalt für dichte Bewölkung mit etwas Niederschlag (wenige Liter in
12 Stunden und örtlich gewittrig durchsetzt in Richtung Oberlausitz). Im Verlauf
der zweiten Nachthälfte ziehen von der Nordsee einzelne Schauer in Richtung
Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und in ostseeküstennahe
Bereiche Mecklenburg-Vorpommerns. Abgesehen davon verläuft die Nacht meist klar
und trocken bei Tiefstwerten von 13 bis 9 Grad. In Richtung Eifel kühlt es ab
auf bis zu 7 Grad.

Mittwoch … verläuft dann unter schwachem Zwischenhocheinfluss zunächst
warntechnisch ruhig. Im Norden quillt es im Tagesverlauf stärker und es
entwickeln sich immer wieder schwache Schauer, die im Nachmittagsverlauf in
Richtung Oder driften. Auch am direkten Alpenrand herrscht ein geringes
Schauerrisiko. Sonst aber verläuft der Tag sonnig oder freundlich und trocken.

Etwas spannender verläuft der späte Nachmittag und Abend im Umfeld der Deutschen
Bucht. Dort nähert sich von Nordwesten eine Welle, die niedertroposphärisch von
einem seichten Bodentief begleitet wird, das „offshore“ im IFS-ENS noch gut
gebündelt zu erkennen ist, jedoch sich beim Landgang über Südnorwegen öffnet und
auch im „tracker“ mehr oder weniger verloren geht. Dieses System wird von einer
Warmfront begleitet, die jedoch im einsetzenden Okklusionsprozess immer
verwaschener daherkommt. Dennoch sorgt hochreichender Hebungsantrieb inklusive
der modifizierten subtropischen Luftmasse für ein kräftiges Niederschlagsgebiet,
das zum Abend die Nordfriesen und den Norden von Schleswig-Holstein erfasst mit
Mengen von 2 bis 5 l/qm in wenigen Stunden.

Die Höchstwerte liegen im Vergleich zu den Vortagen mit 18 bis 20 Grad im Norden
und sonst 20 bis 24 Grad, im Süden bis 26 Grad in kühleren Gefilden. Der
Nordwestwind weht meist schwach und frischt ab der Mittagszeit vorlaufend der
Welle über der Deutschen Bucht unter Drehung auf West stark böig auf. ICON-D2
EPS hebt dabei die Elbmündung mit 70% für Bft 8 Böen hervor, mehr sollte der
Gradient aber nicht hergeben (was auch dank der neutralen Schichtung und
fehlendem konvektiven Input zu einem Abfall der Wahrscheinlichkeiten auf 10% für
Bft 9 Böen führt).

In der Nacht zum Donnerstag passiert die Welle Dänemark und erfasst ausgangs der
Nacht weite Bereiche Norddeutschlands. Das mittlerweile teilokkludierte
Frontensystem wird zügig weiter nach Südosten geführt, wobei jedoch aus heutiger
Sicht noch immer ein dünner Warmsektor analysiert werden kann. Die skaligen
Niederschläge erfassen nach Mitternacht auch das Umfeld der Oder und gehen
stromauf im Warmsektor in zahlreiche Schauer über, die bei leichter Labilität
auch gewittrig ausfallen können. Dank der subtropischen Herkunft der Luftmasse
liegen die PPWs bei rund 30 mm, sodass konvektiv verstärkt die Niederschläge
teils kräftig ausfallen können. Ausgangs der Nacht erreicht dann die Kaltfront
die Deutsche Bucht. Der Schwerpunkt der Niederschläge erstreckt sich von der
Nordsee bis zur Oder mit 5-10 l/qm in 12 Stunden, strichweise bis 20 l/qm. Die
Mengen fallen in Richtung NRW/Hessen und Thüringen mit 1-5 l/qm geringer aus und
südlich der zentralen Mittelgebirge bleibt es bei wechselnder Bewölkung eh
überwiegend trocken.

Der West- bis Südwestwind weht in den meisten Regionen schwach und kommt im
Norden aus Nordwest, wobei der Wind in Richtung Küsten böig, zeitweise auch
stürmisch auffrischt (Bft 7-8). Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 8 Grad.

Donnerstag … nähert sich vom südliche Norwegen der nächste Impuls, der als
scharf konturierte Kurzwelle über den Skagerrak/das Kattegat zieht und bis zum
Abend die westliche Ostsee erreicht. Dabei wird die mittlerweile
durchokkludierte Front unter Abschwächung in Richtung Tschechien/Polen und
Österreich gedrückt, sodass die skaligen Niederschlage den Osten Deutschlands
rasch verlassen. Danach folgt jedoch ein Schwall feuchter Meeresluft, die mit
dem Tagesgang auch moderat labilisiert wird (bis zu 600 J/kg SBCAPE), sodass ein
„Apriltag im Juli“ mit zahlreichen Schauern zu erwarten ist. Dabei nimmt ab der
Mittagszeit die Gewittergefahr besonders südlich der zentralen Mittelgebirge und
im Osten zu. Lokal droht Starkregen bei PPWs um 25 mm (jedoch abgeschwächt durch
eine zügige Verlagerung). Östlich einer Linie Allgäu – Hamburg fallen 12-std.
Mengen von 5 bis 10 l/qm, strichweise bis 20 l/qm.

Deutlich freundlicher und trockener verläuft der Tag im Westen, wobei es in
Richtung Oberrhein auch ganz trocken bleiben könnte.

Die Höchstwerte liegen deutschlandweit zwischen 18 und 23 Grad, entlang des
Oberrheins um 25 Grad.

Begleitet wird diese Welle von einem für Juli doch recht kräftigen Windfeld (EFI
Böen bei 0.8 mit leicht positivem SOT), das vor allem die Deutsche Bucht mit Bft
8 bis 9 Böen aus Nordwest erfasst. In Richtung Sylt kann auch eine einzelne Bft
10 nicht ausgeschlossen werden. Auch sonst muss in Verbindung mit der Konvektion
nördlich der zentralen Mittelgebirge immer wieder mit Böen Bft 7 gerechnet
werden, im exponierten Bergland sind ebenfalls stürmische Böen oder Sturmböen zu
erwarten. Im Westen weht der Wind meist nur mäßig aus Nordwest.

In der Nacht zum Freitag ist der Spuk auch fast schon wieder vorbei. Die
Kurzwelle läuft zügig über das Erzgebirge und den Bayerischen Wald in Richtung
Alpenraum ab, wobei sich besonders entlang der bayerischen Alpen eine
Nordstaulage einstellen dürfte. Dabei fallen die Stauniederschläge besonders bis
weit in die erste Nachthälfte konvektiv verstärkt aus bzw. sind eingelagerte
Gewitter möglich, sodass 12-std. Niederschlagsmengen von 20 bis 30 l/qm zu
erwarten sind, strichweise auch deutlich mehr. Inwieweit dieses Ereignis mit
einer Starkregen- oder Dauerregenwarnung bzw. mehreren Gewitterwarnungen bewarnt
wird ist noch unsicher. Immerhin heben die Ensembles die Stauregionen mit 30 bis
40% für markante Mengen hervor und zeigen mittlerweile auch geringe Signale für
das Erreichen unwetterartiger Mengen.

Abgesehen davon fallen die Schauer des Tages allmählich in sich zusammen und die
meisten erleben eine bewölkte, in Richtung Oberrhein auch überwiegend klare
Nacht ohne nennenswerte Niederschläge.

Bei Tiefstwerten von 15 bis 8 Grad weht der Nordwestwind meist schwach bis
mäßig, im Küstenumfeld zeitweise auch böig.

Freitag … sorgt ein neuer progressiver Keil mit geringer Amplitude für eine
deutliche Wetterberuhigung, wobei besonders im Norden und Osten mit Durchzug
ausgedehnter Wolkenfelder der eine oder andere schwache Schauer auftreten kann.
In Richtung Westen und Südwesten überwiegt der Sonnenschein bei trockenen
Verhältnisse. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 25 Grad (am wärmsten in
Richtung Oberrhein) und das bei einem schwachen, im Nordosten auch mäßigen
Nordwestwind mit einzelnen Böen Bft 7 im Ostseeküstenumfeld.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Numerik erfasst die Kurzfrist sehr gut, sodass der gezeigte synoptische
Ablauf recht gesichert ist. Allerdings fällt auf, dass die Geometrie der Welle
am Donnerstag z.B. in den jüngsten GFS Läufen nochmals stark verändert wurde und
zwar von einem breiten Randtrog hin zu einer scharf konturierten Kurzwelle.
Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf das niedertroposphärische Windfeld, das
sich innerhalb der Numerik über der Deutschen Bucht für Donnerstag doch noch
nennenswert unterscheidet (ICON 40kn, IFS 30 kn, GFS zwischen 45 und 50 kn in
925 hPa). Somit können sich bei der Böenvorhersage für die Deutsche Bucht noch
Änderungen ergeben, was maßgeblich von der Zugbahn, Intensität und Geometrie der
Welle abhängt.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 05.07.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 05.07.2022 um 10.30 UTC

Gemäßigte Temperaturen, im Norden und Osten wechselhaft.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 12.07.2022

Am kommenden Freitag liegt Deutschland zwischen einem Höhenrücken über
Westeuropa und einem Trog, der von Skandinavien bis zum Balkan reicht, in einer
antizyklonalen nördlichen Strömung. Im Bodendruckfeld ist eine Hochdruckbrücke
zu erkennen, die vom großen Nordatlantikhoch nach Mitteleuropa zeigt und im
Norden und Osten von kurzwelligen Bodentrögen umlaufen wird. Dabei gelangt mäßig
warme, teils recht kühle Luft nach Mitteleuropa. In der Nordosthälfte frischt
der Nordwestwind zeitweise böig auf, Regen gibt es in Staulagen nach Osten hin
und in geringem Maße über dem Norden.
Am Wochenende kommt es zu einem Trogvorstoß von Skandinavien zum östlichen
Mitteleuropa. Der antizyklonale Einfluss wird dabei nach Westen zurückgedrängt,
die Blockierung über Westeuropa sowie das atlantische Hochdruckgebiet bleiben
erhalten. Dabei gelangt erneut ein Schwall bestenfalls mäßig warmer Luft mit
Temperaturen um 5°C in 850 hPa zu uns, wobei zeitweise Niederschläge auftreten.
Davon ausgenommen sind der Westen und Südwesten, die unter dem Einfluss des
nahen Hochs liegen, sowie Bereiche im Lee der Mittelgebirge, wo es weitgehend
trocken bleiben dürfte.
Zu Beginn der nächsten Woche entwickelt sich ein umfangreiches Höhentief über
Osteuropa, demgegenüber der westeuropäische Höhenrücken nebst
Bodenhochdruckgebiet steht. Der Schwerpunkt des hohen Druckes soll sich dann
Richtung Britische Inseln verlagern, wobei noch nicht ganz klar ist, wie die
Einflusssphären von Hoch und Tief über Deutschland aufgeteilt werden.
Tendenziell darf nach Osten hin eher von unbeständig-kühlerem Wetter ausgegangen
werden, nach Westen hin sollte antizyklonaler Einfluss überwiegen mit höherem
Temperaturniveau und geringer Niederschlagsneigung.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Großwetterlage wurde auch von den Vorläufen übereinstimmend simuliert, in
Richtung Blockierung über Westeuropa. In den Details, betreffs der kurzen
Wellen, die den Rücken umlaufen gibt es immer wieder, teils auch gar nicht mal
so kleine Unterschiede. So wird die Austrogung am Wochenende im letzten Lauf
deutlicher betont mit größerem Gewicht auf unser Wetter. Auch der große Trog
über Osteuropa am Ende der Mittelfrist, der ja auch aus der Austrogung
resultiert, taucht erst im letzten Lauf so richtig auf. Er sollte auch dafür
sorgen und dass die moderaten Temperaturen bei uns erhalten bleiben. Die
Vorläufe sahen teilweise von Südwesten her wieder eine deutliche Erwärmung vor,
die aktuell erstmal vom Tisch scheint.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen Globalmodelle ähneln einigermaßen der Simulation des IFS, mit
einigen Unterschieden, die aber teils schon in den Vorabschnitten anklangen. Wie
rasch und weit der Trog am Wochenende nach Süden und Westen ausgreift und wie
weit der Einfluss des Höhentiefs am Ende nach Westen reicht, sind Fragen, die
auch die anderen Modelle offenlassen. Die Grundtendenz: nach Osten zyklonaler,
im Westen hochdrucklastiger scheint sich aber zu bestätigen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Anhand der Rauchfahnen diverser deutscher Städte stützen die Ensembles die
Aussagen des operationellen Laufs. Allerdings rutschen die Kurven des Hauptlaufs
nächste Woche an den unteren Rand der Ensembles, was Fragen bezüglich der Lage
der Austrogung und der Verteilung der Niederschläge und Temperaturen aufwirft.
Die Ensembles scheinen insgesamt eher Richtung antizyklonal zu tendieren, worauf
auch die spärlichen Niederschlagssignale hindeuten. Gerade was die Temperaturen
angeht, zeigt sich nächste Woche ein kontinuierlicher Aufwärtstrend der
Ensembles, der in der erweiterten Mittelfrist schon fast an die 20°C in 850 hPa
geht.

Die Clusterung bietet in allen Zeitschritten 3 Cluster an und der operationelle
Lauf wird auch immer brav in den größten Cluster getan. Fast immer wird das
Großwetterlagen Regime Blockierung, Westeuropa simuliert. Im Zeitraum bis +168h
liefert Cluster 3 (11 Member) einen recht markanten Osteuropatrog, sodass
vermutlich der Hauptlauf auch nicht schlecht da hineingepasst hätte. Die
grundsätzliche Struktur, in Form des Westeuroparückens ist überall zu erkennen
und in der erweiterten Mittelfrist tendiert diese dazu, sich über uns nach Osten
auszudehnen mit der in den Ensembles zu sehenden starken Erwärmung.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Die gesamte Lage spricht zunächst nicht für markante Entwicklung. Unter
antizyklonalem Einfluss bei Zufuhr meist „energiearmer“ Luftmassen passiert
nicht viel. In der Nordosthälfte frischt der Wind zeitweise stärker auf, ohne
das eine echt Sturmlage resultiert. In Staulagen an den Alpen kann es mal
kräftiger regnen, dass aber wahrscheinlich nur sehr lokal.

Entsprechend sind in den Ensembleverfahren auch Hinweise auf etwaige
Entwicklungen Fehlanzeige.

Basis für Mittelfristvorhersage
MosMix, IFS und EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner

#DWD #Thema des Tages 2022-07-05: Die Dienste in der Vorhersage- und Beratungszentrale – Teil 2

Thema des Tages

Die Dienste in der Vorhersage- und Beratungszentrale – Teil 2

Die Dienste in der Vorhersage- und Beratungszentrale (VBZ) sind
vielfältig und abwechslungsreich. Doch was machen wir Meteorologen
hier nun eigentlich genau und was beinhalten die Dienste?

Nachdem im ersten Teil am vergangenen Sonntag
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/3.html) bereits
auf drei Dienste eingegangen wurde, sollen heute die restlichen
Dienste vorgestellt werden.

Mediendienst:

Der Medienmeteorologe tritt ebenfalls am Morgen seinen Dienst an und
ist dann bis in die Mittagsstunden einem relativ straffen Programm
ausgesetzt. Zuerst muss der Wetterbericht fürs Deutschlandradio
überarbeitet werden. Im Anschluss folgt der allgemeine Wetterbericht
für Deutschland und ein erstes Posting auf den Plattformen der
sozialen Medien. Am besten mit einem schön gestalteten und
aussagekräftigen Bild garniert. Im weiteren Verlauf wird der
Pressetext verfasst, der an verschiedene Medienanstalten verschickt
wird. Dabei geht es darum, das Wetter möglichst anschaulich für die
Bevölkerung zu beschreiben. Danach folgt die Kernaufgabe des
Mediendienstes, nämlich die Erstellung eines Wetterclips
beziehungsweise eines Unwetter- oder Hitzeclips. Diese Clips werden
bei entsprechenden Lagen auf YouTube und auf der Homepage
hochgeladen. Dafür wird mit einer Software ein Wetterfilm erzeugt,
der dann im betriebseigenen TV-Studio vorgetragen und aufgenommen
wird. Am Mittag und Nachmittag wird dann der Deutschlandwetterbericht
fortlaufend aktualisiert und ein Thema des Tages verfasst. Außerdem
gibt es bei Unwetterlagen einen extra Bericht für Medienanstalten.
Des Weiteren müssen weitere Postings erzeugt werden, Kundenmails
beantwortet werden. Ebenso kann den ganzen Tag über das Telefon
klingeln, weil beispielsweise ein Radiosender ein Interview will oder
eine Zeitung Informationen für einen Artikel braucht. Gelegentlich
kommt auch ein Fernsehteam vorbei, um Aufnahmen zu machen. Der
Mediendienst ist also sehr vielfältig und man hat viel Kontakt mit
den Kunden.

Warnproduktion:

Dieser Dienst ist äußerst facettenreich und man befasst sich mit sehr
vielen unterschiedlichen Bereichen. Am frühen Morgen steht ein
hydrologischer Bericht für ganz Deutschland und im Speziellen
nochmals für das Rheineinzugsgebiet an. Danach erstellt man im
Bedarfsfall Grafiken für das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für
Bund und Länder (GMLZ) und die Deutsche Bahn (DB). Interessant für
diese Kundengruppen sind vor allem großräumig zu erwartende
Unwetterereignisse mit gewissem Schadenspotenzial. Daran anschließend
nimmt der Meteorologe dann das weltweite Wetter in Betracht und dafür
nutzt er zum Beispiel auch den Extreme Weather Index (EWI). Dieser
Index dient zur Abschätzung von außergewöhnlichen Wetterereignissen
weltweit und wird dazu genutzt, frühzeitig Unwetterereignisse zu
erfassen. Diese Erkenntnisse werden dann entweder mündlich oder in
Form eines Berichtes an das GMLZ weitergeleitet, damit dort
beispielsweise Hilfsaktionen koordiniert werden können. Im
Warnproduktionsdienst werden weitere deutschlandinterne oder
internationale Sonderaufgaben bearbeitet. Derzeit werden
beispielsweise verschiedene Berichte zum aktuellen Wetter und die
Windverhältnisse für die Ukraine erstellt. Auch für die international
stationierte Bundeswehr wird Zuarbeit geleistet. Der Dienst ist somit
sehr anspruchsvoll, da man sich in viele unterschiedliche
Themenbereiche einarbeiten muss und in großem Umfang
Geografiekenntnisse erfordert.

Evaluierungsdienst:

In diesem Dienst sollen Produkte auf Herz und Nieren geprüft und
mögliche Fehler beziehungsweise Verbesserungsvorschläge dokumentiert
werden. Das können Untersuchungen zu neu entwickelten Radarprodukten,
neuen Modellfeldern oder Weiterentwicklung von bestehenden Produkten
sein. Des Weiteren dient dieser Dienst der Unterstützung des
Guidancemeteorologen oder des Supervisors vor allem bei komplexen
Warnlagen. Außerdem übernimmt der Meteorologe bei Ausfall der
Außenstellen deren Arbeit, wie beispielsweise die Erstellung von
Wetter- und Warnlageberichten sowie von akuten Warnungen. Gerne
genutzt wird dieser Dienst auch, um Onlinefortbildungen wahrzunehmen
und zur Bearbeitung von liegen gebliebenen E-Mails.

Analysedienst:

Man könnte diesen Dienst mit „Malen nach Zahlen“ titulieren, denn
schließlich geht es hier um die Erstellung von Analysekarten in
unterschiedlichen Formaten. Dazu werden klassischerweise Fronten und
Isobaren sowie die Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten in
Wetterkarten eingezeichnet. Zusätzlich erstellt der Meteorologe
Prognosekarten für zu erwartende Druckfelder und die Lage von Fronten
innerhalb der nächsten 48 Stunden. Evaluierungsaufgaben zu
Wetterkarten führt der Meteorologe im Analysedienst ebenfalls aus.
Dies ist der längste Dienst in der VBZ und erstreckt sich von morgens
bis abends über fast 11 Stunden, daher erfordert er ein großes Maß an
Konzentration und Ausdauer.

Nachtdienste:

Neben dem Supervisorennachtdienst gibt es noch zwei Nachtdienste, die
nachts die Aufgaben der Außenstellen von Essen, Leipzig und Potsdam
übernehmen. Neben der Erstellung der Guidance sind sie dann für akute
Warnungen im Zuständigkeitsbereich der Außenstellen, für die
Erstellung von Warnlage- und Wetterberichten, für die telefonische
Beratung und für eine Reihe von Sonderaufgaben verantwortlich.

Dies war nun ein Überblick über die verschiedenen Dienste in der VBZ.
Nicht weiter aufgeführt wurden eine Reihe von Sonderaufgaben, wie
beispielsweise die Erstellung von Ausbreitungsrechnungen im
Bedarfsfall und die Übernahme von Projektarbeiten, die einen immer
größeren Raum im Dienstplan einnehmen. Die Arbeit in der VBZ ist also
sehr spannend, anspruchsvoll und nicht langweilig, da man sich immer
wieder mit neuen Aufgaben befassen und sich in neue Themengebiete
einarbeiten muss.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.07.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Diesen Artikel und das Archiv der „Themen des Tages“
finden Sie unter www.dwd.de/tagesthema

Weitere interessante Themen zu Wetter und Klima finden
Sie auch im DWD-Wetterlexikon unter: www.dwd.de/lexikon

#DWD -> #Pollenflug-Gefahrenindex für Baden-Württemberg ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am Dienstag den 05.07.22 um 11 Uhr gültig bis: Mittwoch, den 06.07.22 abends  

Pollenflug-Gefahrenindex für Baden-Württemberg
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Dienstag, den 05.07.22 um 11 Uhr
gültig bis: Mittwoch, den 06.07.22 abends

Bereich: Baden-Württemberg
Teilbereich: Oberrhein und unteres Neckartal 
       Dienstag  Mittwoch
Hasel     0        0       
Erle      0        0       
Esche     0        0       
Birke     0        0       
Gräser    2        2       
Roggen    0        0       
Beifuss   0-1      1       
Ambrosia  0        0       

Teilbereich: Hohenlohe/mittlerer Neckar/Oberschwaben 
       Dienstag  Mittwoch
Hasel     0        0       
Erle      0        0       
Esche     0        0       
Birke     0        0       
Gräser    2        2       
Roggen    0        0       
Beifuss   0        0       
Ambrosia  0        0       

Teilbereich: Mittelgebirge Baden-Württemberg 
       Dienstag  Mittwoch
Hasel     0        0       
Erle      0        0       
Esche     0        0       
Birke     0        0       
Gräser    2-3      2-3     
Roggen    0        0       
Beifuss   0        0       
Ambrosia  0        0       



Legende:
0   keine                Belastung
0-1 keine bis geringe    Belastung
1   geringe              Belastung
1-2 geringe bis mittlere Belastung
2   mittlere             Belastung
2-3 mittlere bis hohe    Belastung
3   hohe                 Belastung

Deutscher Wetterdienst
Medizin-Meteorologie

#DWD -> #VHDL16 #DWSG 051000 #Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg   

VHDL16 DWSG 051000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg

ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Dienstag, 05.07.2022, 11:30 Uhr

Sonnig, im Südosten auch wolkig, dort vereinzelt Schauer, Richtung
Allgäu geringes Gewitterrisiko.

Vorhersage für Baden-Württemberg:
Heute Mittag viel Sonnenschein, hier und da ein paar Quellwolken, es
bleibt trocken. Lediglich ganz im Südosten teils wolkig, einzelne
Schauer möglich. Geringes Gewitterrisiko Richtung Allgäu. Maxima von
23 Grad im Südschwarzwald bis 29 Grad in der Kurpfalz. Meist
schwacher Wind, in Böen mäßig bis frisch aus West bis Nordwest.

In der Nacht zum Mittwoch gering bewölkt oder klar und trocken.
Tiefstwerte 14 bis 9 Grad.

Am Mittwoch von teils dichteren Schleierwolken abgesehen sonnig,
nachmittags über dem Bergland ein paar Quellwolken.
Niederschlagsfrei. Temperaturanstieg auf 20 Grad auf der Alb und 25
Grad im Breisgau. Schwacher bis mäßiger Wind aus Nordwest bis Nord,
gelegentlich in Böen auffrischend.

In der Nacht zum Donnerstag anfangs gering, im Laufe der Nacht
zunehmend bewölkt. Im äußersten Norden ein paar Tropfen möglich,
sonst trocken. Minima zwischen 13 und 8 Grad.

Am Donnerstag von Norden sich ausbreitende Bewölkung, gebietsweise
mit Regen oder Schauern. Nachmittags an und südlich der Donau
einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Maxima von 19 Grad im
Bergland bis 24 Grad im Rheintal. Schwacher bis mäßiger Nordwestwind
mit frischen Böen.

In der Nacht zum Freitag anfangs noch vereinzelt Schauer, dann
zunehmend Wolkenauflockerung. Südlich der Donau noch etwas länger
regnerisch. Minima 13 bis 9 Grad.

Am Freitag vor allem im Süden einige Quellwolken, jedoch überwiegend
sonnig. Trocken. Höchstwerte 18 Grad in hohen Lagen, um 24 Grad am
Rhein. Meist schwacher Wind aus nördlichen Richtungen, zeitweise in
Böen auffrischend.

In der Nacht zum Samstag gering bewölkt, niederschlagsfrei. Abkühlung
auf 13 bis 7 Grad.

Deutschlandübersicht:
Offenbach, Dienstag, den 05.07.2022, 10:15 Uhr –
„Während sich die Tiefdruckgebiete WIETE, ULRIKE und VALLY über
Nordeuropa tummeln, dominiert über Süd- und Westeuropa
Hochdruckwetter (HARTMUT und IOSIF). In Deutschland kommt es dabei
heute zu einer Wetterdreiteilung. Im Norden und Nordwesten gibt es
dichte Wolkenfelder, kaum Sonne und vereinzelt Schauer. Über der
breiten Mitte zeigt sich die Sonne teils über 12 Stunden und ganz im
Süden kann es vereinzelt noch für Blitz und Donner reichen.

Am Mittwoch sorgt Hoch IOSIF im Süden des Landes noch für
freundliches und warmes Sommerwetter. Im Norden und Nordosten machen
sich im Tagesverlauf die Ausläufer von WIETE bemerkbar und gegen
Abend kommt leichter Regen auf. Außerdem legt der West- bis
Nordwestwind etwas zu.

Am Donnerstag herrscht dann nahezu im ganzen Land wechselhaftes
Tiefdruckwetter. Zeitweiliger Regen und Schauer dominieren dann das
Wettergeschehen. Das Ganze wird garniert mit einem lebhaften, an der
Nordsee unter Umständen sogar stürmischen West- bis Nordwestwind. Der
Wettereindruck ist daher eher herbstlich als sommerlich und die
Höchstwerte fühlen sich kühler an als sie sind. Große Regenmengen
sind allerdings nicht zu erwarten und daher wird die Trockenheit nur
etwas gelindert. Im Südwesten kommt sogar kaum Regen an und die Sonne
zeigt sich etwas mehr.

Zum Wochenende streckt Hoch IOSIF von Westen her dann wieder seine
Fühler nach Deutschland aus und besorgt vor allem der Südhälfte
sommerlich warmes und freundliches Wetter. In der Nordhälfte hingegen
wird es allenfalls mäßig warm und es bleibt leicht wechselhaftes. Ein
deutschlandweites Sommercomeback ist erst mal nicht in Sicht. „

Das erklärt Dipl.-Met. Marcel Schmid von der Wettervorhersagezentrale
des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der
kommenden Tage.

Hinweis:
Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333

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