SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 17.08.2019 um 10.30 UTC

Zunächst Stark- bzw. Dauerregen sowie starke Gewitter im Süden. Im Verlauf Wetterberuhigung, im Küstenumfeld leicht unbeständig, am Wochenende an den Alpen
und im Schwarzwald zunehmende Schauer- und Gewitterneigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 24.08.2019

Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag dominiert ein ausgeprägter
Langwellentrog das Wetter in Nord-, West- und Mitteleuropa. Auf der Südflanke
werden dabei wiederholt kurzwellige Anteile ostwärts geführt. Deutschland liegt
am Dienstag weiter auf der Vorderseite eines Kurzwellentroges, dessen Achse sich
jedoch zunehmend von Westen nähert und in der Nacht zum Mittwoch ostwärts überquert. In die südwestliche Strömung ist bis Mittwochnacht im Bodenniveau
eine Luftmassengrenze eingebettet, die in der Südosthälfte weiter für teils kräftige, konvektive durchsetze Niederschläge sorgt. Erst mit durchschwenken des
Troges wird das Frontensystem samt Niederschläge nach Südosten und Osten abgedrängt. Am Boden kann von Frankreich her gleichzeitig das Azorenhoch weiter
nach Osten vorstoßen.

Am Mittwoch liegt Deutschland weiter im Bereich des breiten
Langwellentroges,
der sich nach Süden bis zum nördlichen Mittelmeerraum erstreckt und vom Atlantik
bis ins östliche Mitteleuropa zunehmend zonale Strömungsverhältnisse zeigt. Im
Detail schwenkt am Mittwoch ein schwacher Rücken mit seiner Achse über Deutschland hinweg. Zusammen mit Hochdruckeinfluss im Bodenniveau sorgt dieser
von Westen für Wetterberuhigung.

Am Donnerstag gelangt das Land erneut in den Einflussbereich eines schwachen
Kurzwellentroges, der am Boden mit einer Kaltfront korreliert. Nach den neusten
Berechnungen wird jedoch nur im Norden ausreichend Hebung generiert, sodass die
Kaltfront mit Ausnahme des Nordens weitgehend wetterinaktiv das Land passieren
soll.

Ab Freitag beginnt sich über dem Ostatlantik ein Höhentief nach Süden zu verlagern, sodass die Struktur des Langwellentroges kippt. Die Verkürzung der
Wellenlänge über dem Ostatlantik und die gleichzeitige Amplifizierung nach Süden
stützt vorderseitig das Aufbäumen eines Rückens, der sich seinerseits bis in den
Norden Norwegens ausdehnt. Die Achse des Rückens liegt dabei am Sonntag etwa
über Deutschlands. Im Bodenniveau korreliert der Rücken am Wochenende mit einem
Hochdruckgebiet, das sich von Skandinavien bis nach Polen erstreckt. Vorderseitig des Troges kann sich am Boden, ausgehend vom Meeresgebiet nördlich
von Irland bis nach Südfrankreich, eine Tiefdruckzone ausbilden. In Deutschland
würden in Bodennähe zwischen den beiden Luftdruckgebilden demnach östliche bis
südöstliche Winde vorherrschen, mit denen nochmals sehr warme bis heiße Luft
nach Deutschland transportiert gelangt.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen 00 UTC Laufes des IFS ist zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag als gut zu bezeichnen. Ab Mittwoch ergeben
sich jedoch schon signifikante Unterschiede zu den beiden Vorläufen. So will der
aktuelle 00 UTC-Lauf nichts mehr von dem Randtrog wissen, der sich zuvor über
der iberischen Halbinsel amplifizieren und ostwärts gesteuert werden sollte.
Während der heutige 00 UTC Lauf eine recht glatte, nur von wenigen kurzwelligen
Anteilen durchsetze zonale Strömung vom Atlantik bis nach Osteuropa zeigt, war
in den Vorläufen entweder ein ausgeprägter Trog oder sogar ein CutOff über dem
nördlichen Mittelmeerraum im Spiel. Die Veränderungen machen sich schließlich
auch im Bodendruckfeld bemerkbar, indem der aktuelle Lauf eine Hochdruckzone vom
Atlantik bis nach Russland zeigt, die lediglich im Bereich der Nordsee durch ein
Tief leicht zyklonal geprägt ist. Entsprechend werden in den neusten Berechnungen Niederschläge nur für den Norden des Landes simuliert, während der
gestrige IFS-Lauf diese noch bis in den Süden zeigte. Die neuen Strukturen führen zudem dazu, dass das Vorankommen eines nachstoßenden Troges inklusive
Bodentief zum Wochenende ausgebremst wird, sodass das Wochenende abgesehen von
einer gewissen Gewittergefahr an den Alpen und im Schwarzwald derzeit wohl trocken und sehr warm bis heiß verlaufen dürfte.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums zeigen auch die Globalmodelle anderer
Wetterdienste (GFS, ICON, GEM) bis Mittwoch vergleichbare Geopotential- und Luftdruckstrukturen. Im weiteren Verlauf weichen GFS und ICON deutlich von den
neusten Interpretationen des IFS ab und verfolgen weiter die Strukturen, die das
IFS in den gestrigen Läufen zeigte. Während das IFS von der
Amplifizierung eines
Kurzwellentroges teils bis hin zur Abschnürung nichts mehr wissen möchte, behaaren ICON und GFS auf diese Entwicklung. Zum Wochenende nähert sich das GFS
allmählich wieder dem IFS an, indem es auch den weit nach Süden ausdehnenden
Kurzwellentrog über dem Ostatlantik sowie ein Höhenhoch über Dänemark wiedergibt. Beim ICON gibt es für eine Meridionalisierung der Strömung keine
Spur. Stattdessen wird vom Atlantik her der Langwellentrog wiederholt regeneriert und kurzwellige Anteile ostwärts gesteuert.
Aufgrund der Randtrogentwicklung bis hin zur Abschnürung über dem nördlichen
Mittelmeerraum beim ICON und GFS ändert sich auch die
Niederschlagsverteilung.
Während bei der relativ glatten zonalen Strömung beim IFS der Norden am Donnerstag und Freitag schauerartige Niederschläge erwarten darf, dringen beim
ICON und GFS die Hebungsprozesse der kurzwelligen Anteile nicht bis nach Deutschland vor, sodass auch im Norden kaum Niederschläge auftreten. Dafür wird
im Alpenraum nahezu durchgehend eine gewisse Schauer- und Gewitteraktivität gezeigt.
Das GEM zeigt über dem gesamten mittelfristigen Zeitraum zum IFS vergleichbare
Strukturen und stützt somit die neusten Berechnungen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen ausgewählter Deutscher Städte zeigen im mittelfristigen Zeitraum
eine unterschiedliche Vorhersagegüte. Während die Städte im Norden bis einschließlich Donnerstag bei einem geringen Spread der Modellläufe eine gute,
teils sehr gute Vorhersagegüte zeigen, gibt es weiter nach Süden schon ab Dienstag größere Varianzen. Zwar tummeln sich die meisten Member zumindest bis
einschließlich Mittwoch noch im gleichen Temperatur- und
Geopotentialniveau,
mehrere Ausreißer zu wärmeren Temperaturverhältnissen spreizen jedoch den Ensemble-Raum. Ab Donnerstag nehmen die Unsicherheiten in der Südhälfte weiter
zu, wobei eine Vorhersage aufgrund der Verteilung der Member, vor allem bezüglich der Temperatur, kaum noch möglich scheint. Auch Kontroll- und Hauptlauf verlaufen bezüglich der Temperaturen nun auseinander, wobei sich der
Hauptlauf am oberen Rand des Ensembles befindet. Am Freitag ist schließlich auch
im Norden keine eindeutige Vorhersagelösung mehr feststellbar. Der Spread steigert sich von 5 Grad am Donnerstag auf etwa 12 Grad am Sonntag. Auch beim
Geopotential nehmen die Member mit Trend zu tieferen Werten ab Donnerstag stark
zu, wobei die größte Drängung bis Sonntag bei höherem Geopotential zu verzeichnen ist.

Die Meteogramme stützen die Rauchfahnen, indem sich die Box-Plots nach Süden zu
schon ab Dienstag aufspannen. Im Norden steigern sich die Unsicherheiten bei der
Temperatur analog zu den Rauchfahnen erst ab Donnerstag. Auch beim Wind sind
ähnliche Veränderungen zu erkennen. Bei den Niederschlägen zeigt sich die Variabilität vor allem bei den Städten im Norden, wo von Dienstag bis Sonntag
das Potential für signifikante Niederschläge durch einzelne Member wiedergegeben
wird.

Die Clusteranalyse bestimmt für die Variabilität der Geopotential- und Luftdruckstrukturen im Zeitraum +72 bis +96h insgesamt drei Cluster, die alle in
das Schema einer positiven NAO eingeordnet werden können und somit über dem Atlantik und Westeuropa eine überwiegend zonale Strömung zeigen. Die Unterschiede zwischen den Lösungen sind gering und beschränken sich meist auf
die Ausprägung der kurzwelligen Anteile.

Im Zeitraum +120 bis +168h beschreiben vier Cluster die Abweichungen der großskaligen Strukturen. Dabei wechseln alle Cluster von einer positiven NAO zu
blockierenden Verhältnissen. Bis Samstag wird die zonale Strömung bei allen Clustern komplett aufgebrochen und von meridionalen Verhältnissen abgelöst. Die
Unterschiede zwischen den Lösungen sind bei der Lage der
Trog-Rücken-Struktur
sowie deren Intensität zu finden. Bei Cluster 1, das den Kontroll- und den Hauptlauf sowie 21 Member enthält, bäumt sich der Rücken über der Nordsee nach
Norden auf, während der Kurzwellentrog sich über dem Ostatlantik nach Süden amplifiziert. Bei Cluster 2 mit 16 Modellläufen sind die Strukturen weniger meridional geprägt, da der Trog auf dem Atlantik nicht so markant daherkommt und
sich weniger weit nach Süden ausdehnt. Der Rücken ist dabei breiter aufgestellt
und liegt direkt über Deutschland.
Cluster 3 und Cluster 4 sind mit jeweils 7 Lösungen unterpräsentiert. Während
Cluster 4 zu Cluster 1 vergleichbare Strukturen zeigt, allerdings mit einem intensiveren Höhentief auf dem Atlantik, simulieren die Läufe in Cluster 3 den
Rücken ausgehend von den Britischen Inseln nordwärts mit eigenständigem, kräftigen Höhenhoch westlich von Norwegen. Deutschland würde bei dieser Lösung
im Bereich eines schwachen Troges hin zu unbeständigen
Witterungsbedingungen
liegen.

In der erweiterten Mittelfrist von +192 bis 240h wird die Geopotential- und Luftdruckvariabilität im Ensemble-Raum in drei Cluster aufgeteilt, die alle weiterhin dem Schema Blocking zuzuordnen sind. Im Detail unterscheiden sich die
Cluster jedoch signifikant. Die Verlagerung der Trog-Rücken-Struktur sowie auch
die Intensität der Druckgebilde und mögliche Abschnürungsprozesse lassen bei
gleichverteilten Membern (17 Mitglieder pro Cluster) keine vernünftige Vorhersage zu.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der EFI zeigt zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag noch ein Signal für überdurchschnittliche Regenmengen im Süden des Landes. Im weiteren
Verlauf gibt es keine Hinweise auf mögliche Extreme.

Auch aus Sicht der probabilistischen Produkte EZ-EPS, C-LEPS und ICON-EPS werden
mit Wahrscheinlichkeiten zwischen 5 und 45% Stark- bzw.
Dauerniederschläge mit
24-stündige-Mengen über 30 mm gestützt. Die höchsten Werte zeigt das EZ-EPS.
Dabei wird der Schwerpunkte modellübergreifend vom Allgäu bis zum Berchtesgadener Land gesehen. Mit Wahrscheinlichkeiten zwischen 5 und 25% sind
auch die Regionen von der Ostalb bis zur Lausitz bezüglich Regensummen über 30
mm bedacht. Werte bis 20% für Regenmengen über 50 mm in 24 Stunden sind bevorzugt vom Allgäu bis zur Ostalb zu verzeichnen.

Basis für Mittelfristvorhersage
EZ-EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 170800 COR
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Samstag, 17.08.2019, 13:53 Uhr

An der Nordsee steife Böen, auf einigen Gipfeln stürmische Böen oder Sturmböen, gegen Abend abnehmend.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Sonntag, 18.08.2019, 11:00 Uhr:

Von Westen her greift die Kaltfront eines Sturmtiefs über
Nordwesteuropa auf den Nordwesten Deutschlands über, kommt aber kaum südostwärts voran. Dabei wird zunehmend feuchte, vor allem nach Südosten zu auch teils sehr warme Luft herangeführt.

WIND:
An der Nordsee Windböen bis Bft 7 aus Südwest, in Gipfellagen einiger Mittelgebirge stürmische Böen, auf dem Brocken Sturmböen (Bft 9). Abends und in der Nacht zum Sonntag wieder abnehmender Wind. Später in exponierten Gipfellagen der südwestdeutschen und zentralen Mittelgebirge erneut stürmische Böen aus Südwest.
Am Sonntagvormittag zunächst in den westlichen, später auch in den zentralen Mittelgebirgen Wind- und stürmische Böen Bft 7/8, in höheren Berglagen Sturmböen bis Bft 9, exponiert Gefahr schwerer Sturmböen.

GEWITTER:
Ab Sonntagmittag von Westen auf Teile der Mitte und später auch weiter nordostwärts übergreifend sowie von Südwesten aufkommend einzelne Gewitter, dabei Gefahr von Sturmböen. Unwetterartige Gewitter durch schwere Sturm- oder orkanartige Böen nicht
auszuschließen.

Nächste Aktualisierung: spätestens Samstag, 17.08.2019, 16:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Olaf Pels Leusden

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 170800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 17.08.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
SW z
Heute abgesehen von stürmischen Böen an der Nordsee und auf exponierten Berggipfeln keine markanten Wettergefahren. Am Sonntag von Westen nordostwärts
übergreifend sowie im Süden teils heftige Gewitter; Unwettergefahr durch schwere
Sturm- und orkanartige Böen. In der Nacht zum Montag im Süden und Südosten in
teils gewittrigen Starkregen übergehend. Am Montag auch im östlichen Mittelgebirgsraum und an den Alpen kaum noch Starkregen. Ansonsten abgesehen von
einzelnen stürmischen Böen an der Nordfriesischen Küste keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag… liegt Deutschland an der Vorderseite eines breiten Troges, der sich
westlich der Britischen Inseln nach Süden ausweitet. In der südwestlichen Strömung schwenkt ein vorlaufender Anteil nach Südskandinavien, lässt sich aber
kaum noch diagnostizieren. Die südwestliche Strömung steilt etwas auf, wodurch
das darin eingelagerte und bis dahin weitgehend okkludierte
Frontensystem (mit
Kaltfrontcharakter) zusehends ins Schleifen gerät und sich vor der Bretagne eine
Welle bildet. Die Lage der Schleifzone ist noch unsicher. Neben den Niederschlägen im Frontbereich kann von Südwesten und Westen her ein Niederschlagsband übergreifen. Die hierfür relevante Hebung resultiert zum einen
aus schwacher Warmluftadvektion und zum anderen aus kurzwelligen Keil-Trog-Strukturen, die sich als Flattern der west- südwestlichen Strömung
äußern. In dieser Strömung, die sich auch in den bodennahen Schichten einstellt,
legt der Gradient zu, so dass neben einigen Küstenabschnitten auch in freien
Lagen Nordwest- und Westdeutschlands Windböen auftreten können. Exponiert können
(vor allem anfangs an der Nordfriesischen Küste) stürmische Böen nicht ganz ausgeschlossen werden.
Bedingt durch die Annäherung der Front sind Auflockerungen nach Osten und Südosten hin am wahrscheinlichsten. Allerdings werden diese Wolkenlücken von
Modelllauf zu Modelllauf zusehends reduziert. Dies lässt dort die Temperatur auf
24 bis 27 Grad steigen, wobei am Alpenrand zudem ein leicht föhniger Einfluss
wirksam wird. Ansonsten sind je nach Bewölkung 18 bis 23 Grad zu erwarten. In der Nacht zum Sonntag wird die o.g. Welle von der Bretagne kommend in den
Westen gesteuert. Dort kommen kräftigere Niederschläge auf, die allerdings nicht
warnrelevant sind. Zudem frischt der Wind auf, im westlichen Bergland sind warnrelevante Böen vorstellbar. Der Osten und der größte Teil Süddeutschlands
wird von diesen Niederschlägen noch nicht erfasst. Während im Nordosten und Osten Warmluftadvektion mehrschichtige Bewölkung aufziehen lässt, bleibt es nach
Süden hin vielfach klar.

Sonntag… rückt der Haupttrog in die Biskaya vor. Aus diesem läuft erneut ein
kurzwelliger Anteil heraus und schwenkt nordostwärts bis in das Kattegat hinein.
Dies lässt die Strömung vorübergehend noch weiter aufsteilen, um nach Trogpassage wieder leicht rückzudrehen. Somit wird die in der südwestlichen Strömung eingelagerte Welle vom Westen nach Nordostdeutschland gesteuert. An
deren Südflanke erfolgt ein Einschub von Subtropikluft aus dem südfranzösischen
Raum. Zudem erfolgt eine Gradientverschärfung, die durch eine intensivere Wellenentwicklung zustande kommt als bisher anzunehmen war. Vom westlichen Bergland auf den gesamten Mittelgebirgsraum ausgreifend sind daher auch ohne
konvektive Unterstützung Wind- und in freien Lagen stürmische Böen, im Bergland
Sturmböen und exponiert auch schwere Sturmböen zu erwarten.
Die in der südwestlichen, leicht mäandrierenden Strömung eingelagerte Kaltfront
erfasst schleifend den Westen Deutschlands. In deren Bereich sowie unmittelbar
präfrontal entwickeln sich Gewitter, die durchaus Unwetterpotential aufweisen
können. Den erforderlichen Hebungsantrieb liefert der nach Nordosten schwenkende
Kurzwellentrog, den weiter zurückliegende Modellläufe noch nicht so deutlich
gezeigt hatten. Im Gegensatz zu bisherigen konvektiven Lagen ist als unwetterfördernder Parameter zuallererst die kräftige Strömung zu nennen, wobei
die Windgeschwindigkeit im 700 hPa-Niveau 50 bis 60 kt und in 850 hPa bis 50 kt
erreicht. Aufgrund mangelnder Einstrahlung wird aber nicht so viel CAPE generiert, so dass kaum mehr als 500 J/kg zu erwarten sind. Allerdings steigt
der Gehalt an niederschlagbarem Wasser auf 35 bis 40 mm. Zudem liegt das Kondensationsniveau mit 800 bis 900 hPa relativ niedrig. Die stark ausgeprägte
Scherung (sowohl niedertroposphärisch als auch bis in mittlere Troposphärenschichten hinaufreichend) lässt einen hohen
Organisationsgrad der
Konvektion erwarten. In Verbindung mit Gewittern können daher Sturm- und auch
schwere Sturmböen auftreten; orkanartige Böen sind bei entsprechender Organisation nicht auszuschließen. Für heftigen Starkregen ist die Zuggeschwindigkeit der Konvektionszellen zu hoch; auch größerer Hagel sollte nur
eine untergeordnete Rolle spielen.
Einzelne Gewitter sind auch weiter im Süden in der Warmluft deutlich abgesetzt
von der Front vorstellbar, die ebenfalls mit Sturm- und teils schweren Sturmböen
einhergehen können, wobei dort aufgrund der schwächeren Strömung und des geringeren Flüssigwassergehalts die Unwettergefahr geringer ist. Aufgrund der unwetterträchtigen Situation wäre die Ausgabe einer entsprechenden
Vorabinformation überlegendwert. Aufgrund der Modellunterschiede (siehe weiter
unten) lässt sich noch keine Regionalisierung vornehmen, so dass hier noch keine
Entscheidung getroffen werden kann.
Im Südosten und Süden sowie im östlichen Mittelgebirgsraum sind längere sonnige
Abschnitte zu erwarten. An den Alpen ergibt sich zudem leicht föhniger Einfluss.
Mit der Erwärmung auf 25 bis 30, ganz im Südosten bis 32 Grad sind in die Voraussetzungen für das Erreichen der Auslösetemperatur gegeben. Im Norden und
Westen sowie in der (westlichen) Mitte ist die Schichtung weitgehend stabil, so
dass dort skalige Niederschläge auftreten. Eine Ausnahme stellt die Küste dar,
wo von der Meeresoberfläche her und durch die Passage des o.g. Kurzwellentroges
eine Labilisierung erfolgt und daher Schauer sich entwickeln. In diesen Gebieten
werden 18 bis 24 Grad erreicht.
In der Nacht zum Montag erfasst ein weiterer Kurzwellentrog Nordfrankreich, wobei sich über dem nahen Ostatlantik eine Regenerierung des Haupttroges abzeichnet. Somit bleibt über dem Vorhersagegebiet die südwestliche Strömung
bestehen, so dass sich die Kaltfront weiterhin schleifend nur somit nur sehr
zögernd ein wenig nach Südosten verlagert. Der sich von Westen annähernde Kurzwellentrog bringt kräftigere Hebung mit ins Spiel. Die stärksten Niederschläge dürften daher in einem breiten Band auftreten, das sich vom Schwarzwald bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein erstreckt. Da im Frontbereich und präfrontal, d.h. vor allem nach Südosten hin die Schichtung
nach wie vor labil ist, sind Gewitter bis hin zum Unwetter bis weit in die Nacht
zum Montag hinein vorstellbar. Während die Böen dann etwas in den Hintergrund
treten, rückt dann der heftige (und teils gewittrige) Starkregen mehr in den
Fokus. Aufgrund der nach wie vor hohen Scherung sind auch weiterhin organisiertere Strukturen hochreichender Konvektion vorstellbar. Zumindest lassen sich bei hochauflösenden Modellen hierfür entsprechende Signale finden.
In den anderen Gebieten, d.h. über die Mitte hinweg weiter nord- und westwärts,
lässt postfrontales Absinken die Bewölkung auflockern. Die auch in Bodennähe
vorhandene südwestliche Strömung hält in diesen Gebieten die Nebelneigung gering. An der Küste können sich Schauer entwickeln, zudem sind an der See Wind-
und in exponierten Lagen an der Nordsee auch stürmische Böen möglich.

Montag… greift der Haupttrog nunmehr auf die Britischen Inseln über, wodurch
die südwestliche Strömung über dem Vorhersagegebiet bestehen bleibt. Daher verbleibt die Kaltfront schleifend über dem Südosten Deutschlands, mit dem Ergebnis, dass die feuchtwarme Luft aus diesen Gebieten noch nicht herausgedrängt wird. Allerdings setzt durch Stabilisierung, die in erster Linie
durch das Entrainment trockenerer Luft von Nordwesten her bedingt ist, auch in
diesen Gebieten zusehends Entspannung ein. Markant zu bewarnende Starkniederschläge sollten daher nicht mehr auftreten. Auch wenn die Niederschläge vor allem zum Bayerischen Wald hin sowie am östlichen Alpenrand
längere Zeit andauern, kommen wahrscheinlich nicht die für eine entsprechende
Warnung erforderlichen Niederschlagssummen zusammen.
Im Norden und Westen und größtenteils auch über der Mitte lässt kompensierendes
Absinken die Bewölkung auflockern. Im Lee der Mittelgebirge sind auch längere
sonnige Abschnitte vorstellbar. Allenfalls in Nordseenähe dürften, bedingt durch
die Nähe zum Trog, weiterhin Schauer auftreten. Zudem sind an der Nordseeküste
Wind- und exponiert vielleicht auch stürmische Böen zu erwarten. Die Nachmittagstemperaturen bewegen sich meist zwischen 19 und 25 Grad, wobei eine
relativ ausgeglichene Temperaturverteilung erkennbar ist.
In der Nacht zum Dienstag verlagert sich der Haupttrog in die Nordsee, hängt
aber mit seinem südlichen Teil zurück, so dass sich hinsichtlich der Strömung
und der Verteilung der Luftmassen über Mitteleuropa keine wesentliche Änderung
ergibt. Daher dauern die Niederschläge im Südosten sowie in Teilen des östlichen
Mittelgebirgsraumes noch an. In den anderen Gebieten sorgt
Zwischenhocheinfluss
für Absinken, so dass es gebietsweise aufklart. Weiter im Binnenland können sich
flache Nebelfelder bilden. An der Nordsee zeichnet sich jedoch weiterhin eine
rege Schauertätigkeit ab.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Problematisch ist jedoch die Abschätzung, in welcher Region am Sonntag die stärksten konvektiven Entwicklungen zu erwarten sind. Laut
Zutatenmethode wäre
dies ein Streifen etwa vom südlichen Rheinland-Pfalz bis in den Erzgebirgsraum
und nach Oberfranken, d.h. in Frontnähe, aber in einem Bereich, wo die Einstrahlung noch wirksam ist. Nach COSMO-D2 würde die Passage der Welle kaum
konvektive Umlagerungen generieren; auch stürmische Böen würden nur vereinzelt
auftreten. Auch an der Kaltfront bleibt die konvektive Aktivität eher schwach.
Erst ab dem späten Abend kommen aus dem Jura heraus und auf den Südwesten Deutschlands übergreifend konvektive Umlagerungen bis hin zum Unwetter (mit Sturmböen) in Gang.
Andere Modelle, wie z.B. AROME, lassen bereits im Bereich des Wellenkopfes hochreichende und unwetterträchtige Konvektion zu, die nordostwärts bis auf den
Berliner Raum ausgreift. Ab dem Abend können sich demnach von Südwesten her staffelartig Gewitter organisieren, die im Süden ostwärts übergreifen. Aufgrund
der synoptischen Voraussetzungen scheinen einige Modelle die am Sonntag zu erwartenden Entwicklungen, vor allem, was die Böen betrifft, zu unterschätzen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

DWD -> Regionenwetter – Baden-Württemberg –

VHDL16 DWSG 171000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg

ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Samstag, 17.08.2019, 11:30 Uhr

Meist kompakte Wolkenfelder und etwas Regen. In den Hochlagen des Schwarzwaldes zunehmend stürmisch.

Vorhersage für Baden-Württemberg:
Heute Mittag vermehrt Wolkenfelder und örtlich leichter Regen. Nachmittags und abends dann häufiger leichter Regen. Maxima von 19 Grad im Bergland bis 25 Grad am südlichen Oberrhein. Schwacher bis mäßiger, in Böen auffrischender Südwestwind. In den Hochlagen des Schwarzwaldes aufkommende starke bis stürmische Böen.

In der Nacht zum Sonntag zu Beginn wolkig, ab Mitternacht von Süden her abnehmende Bewölkung. Anfangs noch zeitweise leichter Regen. Minima 18 bis 13 Grad. Im Hochschwarzwald starke bis stürmische Böen, auf exponierten Gipfeln Sturmböen aus Südwest.

Am Sonntag viel Sonne, ganz im Norden Wolkenfelder. Ab dem Nachmittag von Nordwesten her dichtere Wolken und abends Schauer und örtliche, teils unwetterartige Gewitter. Höchstwerte von 24 Grad im Bergland bis 31 Grad. Schwacher bis mäßiger Südwestwind mit starken, im Hochschwarzwald stürmischen Böen. Auf exponierten Schwarzwaldgipfeln Sturmböen, in Gewitternähe teils schwere Sturmböen.

In der Nacht zum Montag stark bewölkt bis bedeckt. Verbreitet aufkommender schauerartiger, teils auch gewittriger Regen.
Tiefstwerte 18 bis 14 Grad. Auf Schwarzwaldgipfeln anfangs stürmische Böen, exponiert Sturmböen aus Südwest. In Gewitternähe teils schwere Sturmböen.

Am Montag wolkig bis stark bewölkt. Zunächst häufig und zum Teil gewittriger Regen, nachmittags und abends noch zeitweise leichter Regen. Vor allem im Nordwesten auch längere trockene Abschnitte. Höchstwerte von 19 Grad im Bergland bis 25 Grad in der Kurpfalz. Schwacher, in Böen frischer Wind aus westlichen Richtungen.

In der Nacht zum Dienstag wolkig bis stark bewölkt. Zeitweise, im Laufe der Nacht häufiger Regen. Tiefstwerte 16 bis 12 Grad.

Am Dienstag stark bewölkt, verbreitet Regen. Im Nordwesten auch längere trockene Abschnitte. Maxima von 17 Grad im Bergland bis 24 Grad in der Kurpfalz. Schwacher, in Böen teils frischer Wind aus unterschiedlichen Richtungen.

In der Nacht zum Mittwoch teils schauerartiger Regen, allmählich abklingend. Dann von Westen her einsetzende Auflockerungen und örtlich Nebel. Minima 14 bis 9 Grad.

Deutschlandübersicht:
Offenbach, Samstag, den 17.08.2019, 11:30 Uhr –
„Tief „Bernd“ bei den Britischen Inseln hat offenbar ausreichend Brot und Brötchen gegessen, sodass er kräftig genug ist, uns am morgigen Sonntag vielerorts mit Regen, Gewittern und starkem Wind zu versorgen. So ist es am Vormittag im Norden, am Nachmittag
insbesondere in der Mitte und ab dem Abend hauptsächlich im Süden vielerorts nass. Dazu wird es im Süden vorübergehend „hitzig“, steigen die Temperaturen dort doch auf über 30 Grad. Im Norden sind dagegen nur 19 bis 24 Grad zu erwarten.

Zum Wochenanfang pendeln sich die Temperaturen dann überall auf ein für die Jahreszeit übliches Niveau zwischen 19 und 26 Grad ein. Dazu gibt es am Montag und vor allem am Dienstag im Süden und Südosten im Bereich einer Luftmassengrenze, die uns „Bernd“ freundlicherweise hinterlässt, weitere teils gewittrige und intensive Regenfälle. „Bernd“ backt dort also alles andere als kleine Brötchen. In der Nordosthälfte dagegen gibt es vom ihm nur kümmerliche Semmeln, dort können sich die Sonnenscheinfreunde ihren Anteil abholen. Nur an der Nordsee stört vielleicht der eine oder andere Schauer.

Ab Mittwoch wendet sich das Blatt ein wenig, weil sich zunehmend Hochdruckeinfluss breitmacht und die Luftmassengrenze aus Deutschland abgedrängt wird. Dann bleibt es – außer an den Küsten – weitgehend trocken und auch der Sonnenschein kommt nicht zu kurz. Die
Temperaturen steigen geringfügig auf Höchstwerte von 20 bis 28 Grad an, sodass es gebietsweise wieder sommerlich wird.

Am übernächsten Wochenende besteht dann sogar die Möglichkeit der Rückkehr der Hitze, allerdings sind die Vorhersagen bis dahin noch mit größeren Fragezeichen versehen.“

Das erklärt Dipl.-Met. Simon Trippler von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.

Hinweis:
Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter: www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333

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IDW10100 Western Australia Forecast

IDW10100
Australian Government Bureau of Meteorology
Western Australia

Western Australia Forecast
Issued at 4:30 pm WST on Saturday 17 August 2019
for the period until midnight WST Wednesday 21 August 2019.

Warning Information
For latest warnings go to www.bom.gov.au, subscribe to RSS feeds, call 1300 659 210* or listen for warnings on relevant TV and radio broadcasts.

Weather Situation – Northern Western Australia
A ridge of high pressure will build over central parts of the State over the next few days resulting in a fresh east to southeasterly flow across the north over the weekend and most of coming week

Weather Situation – Southern and Central Western Australia
A cold front is contracting into the Bight, with a pool of cold and unstable moving across southern parts in its wake. A ridge will develop in the wake of the front and a high pressure system will form over southern parts of the State from Sunday.

Forecast for the rest of Saturday 17 August
Showers over southern parts of State, with possible thunderstorms and small hail, gradually easing from the west during the day. Showers possible near the west coast south of Jurien Bay, clearing by the evening.

Forecast for Sunday 18 August
Showers near the southern and Eucla coasts. Widespread areas of morning frost over southern inland parts of the State.

Forecast for Monday 19 August
Showers possible near the western south coast. Widespread areas of morning frost over southern inland parts of the State. Gusty easterly winds over northern districts in the morning.

Forecast for Tuesday 20 August
Widespread areas of morning frost over southern inland parts of the State. Mostly sunny day. Gusty easterly winds over northern districts in the morning.

Forecast for Wednesday 21 August
Widespread areas of morning frost over southern inland parts of the State. Mostly sunny day. Gusty easterly winds over northern districts in the morning.

The next routine forecast will be issued at 4:45 am WST Sunday.

* Calls to 1300 numbers cost around 27.5c incl. GST, higher from mobiles or public phones.

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