DWD -> Thema des Tages 2021-05-15: Drohende Naturkatastrophe am Arabischen Meer

Thema des Tages

Drohende Naturkatastrophe am Arabischen Meer

Der ungewöhnlicher starke Zyklon TAUKTAE bedroht in den kommenden 
Tagen Teile Indiens und Pakistans.

Schon seit einigen Tagen blicken Atmosphärenforscher und 
Tropenwetter-Experten mit Sorge zum westlichen Indischen Ozean und 
speziell zum Arabischen Meer. In diesen Tagen stellen sich dort 
nämlich extrem förderliche Bedingungen für die Entwicklung starker 
tropischer Wirbelstürme ein. Das betrifft gleichermaßen großräumige 
wie regionale atmosphärische Strömungsbedingungen und nicht zuletzt 
auch die Meeresoberflächentemperaturen. 

Im Hinblick auf die großräumigen, globalen Strömungsbedingungen in 
den Tropen ist die Madden-Julien-Oszillation (MJO) von herausragender
Bedeutung. Die MJO ist ein Zirkulationsphänomen, das innerhalb von 30
bis 60 Tagen in den Tropen, etwa zwischen 20 Grad Nord und 20 Grad 
Süd, ostwärts einmal um den Globus wandert. Dabei wird zwischen einer
feuchten Phase mit verstärkten (schauerartigen und gewittrigen) 
Regenfällen und einer trockenen Phase, in der die 
Niederschlagsneigung unterdrückt wird, unterschieden. Die feuchte 
Phase der MJO ist bereits Anfang Mai zum westlichen Indischen Ozean 
gelangt und verstärkt sich dort unter zunächst nur langsamer weiterer
Verschiebung nach Osten. Damit sind die Grundvoraussetzungen für 
Konvektion, also Schauer und Gewitter, gegeben. 

Schaut man nun auf die regionalen Strömungsbedingungen, fällt auf, 
dass gerade über Teilen des Arabischen Meeres sehr schwache Winde 
herrschen und damit auch geringe Windscherung (Änderung des Windes 
mit der Höhe). Zudem liegen die Temperaturen des 
Meeresoberflächenwassers verbreitet mehr oder weniger deutlich über 
den Mittelwerten. Warmes Meereswasser als Treibstoff und kaum 
hemmende Windscherung: Es scheint alles angerichtet für besonders 
kräftige Schauer- und Gewittersysteme, die zu starken tropischen 
Wirbelstürmen heranreifen könnten.

Und tatsächlich: Betrachtet man am heutigen Samstagmorgen die 
Satellitenbilder, erkennt man massive Bewölkung über dem Westindik, 
die die aufflammende Schauer- und Gewittertätigkeit eindrücklich 
aufzeigt. Besonders auffällig ist ein "Wolkenbatzen" vor der 
Südwestküste Indiens, der sich bereits in deutliche Rotation um ein 
Drehzentrum etwa 200 km vor der Küste des indischen Bundesstaates 
Karnataka versetzt hat. Die starke, hochreichende Konvektion und 
deren Drehbewegung um ein gemeinsames Zentrum veranlassten die 
zuständigen Behörden dazu, das System als tropischen Sturm zu 
klassifizieren. Der auf den Namen TAUKTAE getaufte Sturm ist der 
erste dieses Jahres über dem nördlichen Indischen Ozean.

Die extrem förderlichen Bedingungen lassen eine weitere, sehr 
schnelle Verstärkung vermuten. Schon heute dürfte TAUKTAE zu einem 
waschechten Zyklon heranreifen. Nach Angaben des Joint Typhoon 
Warning Center (JTWC) soll TAUKTAE bis kommenden Dienstag mit 
mittleren Windgeschwindigkeiten über 200 km/h sogar die zweithöchste 
Kategorie eines "extrem gefährlichen Zyklons" erreichen. Das 
entspricht der dritthöchsten Kategorie der für Hurrikane angewendeten
Saffir-Simpson-Skala.

Allerdings ist die Vorhersage im Hinblick auf die Intensität relativ 
unsicher, was insbesondere mit Problemen der Verlagerungsprognose 
zusammenhängt. Am Rande eines Subtropenhochs weiter östlich wird 
TAUKTAE zwar tendenziell nach Norden verfrachtet, allerdings ist 
völlig unklar, in welcher Entfernung zur indischen Küste. Das 
europäische Wettermodell IFS lässt den Zyklon sehr nahe entlang der 
Küste nach Nordnordwest ziehen, sodass sich neben der Reibung an den 
Landflächen auch trockene Luft hemmend auf die Verstärkung auswirken 
kann. Im amerikanische Wettermodell GFS dagegen hält TAUKTAE 
ausreichend Abstand zu störenden Land- und Luftmassen.

Doch selbst wenn TAUKTAE einen "Sicherheitsabstand" zur Küste hält, 
treiben kräftige westliche Winde Schauer- und Gewitterwolken gegen 
die Kardamon- und Nilgiri-Berge sowie die West-Ghats im Südwesten des
Landes, wo sie sich stauen und abregnen. Dadurch sind mehrere Hundert
Liter Regen pro Quadratmeter möglich, die zu Überschwemmungen und 
Erdrutschen führen können. 

Die Vorhersageunsicherheit lässt uns auch im Dunklen darüber, wo 
TAUKTAE auf Land treffen wird. Wahrscheinlich passiert dies in der 
zweiten Wochenhälfte (ab Mittwoch) irgendwo zwischen der 
westpakistanischen Küste und der Küste des indischen Bundestaates 
Gujarat. Dort drohen dann die heftigsten Auswirkungen durch 
sintflutartige Regenfälle und Orkanböen - nicht zuletzt auch durch 
die teilweise dichte Besiedlung.

Unabhängig davon, wie stark TAUKTAE nun wirklich wird, handelt es 
sich um ein außergewöhnliches Wetterereignis, das im Kontext des 
Klimawandels zu sehen ist. Denn starke Zyklone sind vor Beginn des 
Monsuns eigentlich sehr selten, häuften sich allerdings in den 
letzten Jahren deutlich. Das erste Mal seit Beginn 
satellitengebundener Fernerkundung traten Zyklone über dem Arabischen
Meer in vier aufeinanderfolgenden Jahren (2018, 19, 20 und 21) auf.

Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 15.05.2021

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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IDW10100 Western Australia Forecast Issued at 4:45 am WST on Saturday 15 May 2021

IDW10100
Australian Government Bureau of Meteorology
Western Australia

Western Australia Forecast
Issued at 4:45 am WST on Saturday 15 May 2021
for the period until midnight WST Tuesday 18 May 2021.

Warning Information
For latest warnings go to www.bom.gov.au, subscribe to RSS feeds, call 1300 659
210* or listen for warnings on relevant TV and radio broadcasts.

Weather Situation – Northern Western Australia
A strengthening ridge of high pressure lies to the south of the State, with
fresh and gusty east to southeasterly winds during the morning over northern
parts. A high moves into the Bight over the weekend maintaining the morning
surges in the north.

Weather Situation – Southern and Central Western Australia
A ridge is strengthening near the south coast as a high moves into the Bight
over the weekend. On Monday a front will reach the west coast during the
afternoon. The front will move through the South West Land Division during
Tuesday.

Forecast for the rest of Saturday 15 May
Showers near the southern and Eucla coasts in the morning and across the Lower
West, South West, western parts of the Great Southern and South Coastal during
the day. Fresh and gusty easterly winds over northern parts in the morning.

Forecast for Sunday 16 May
Showers southwest of a line Mandurah to Albany. Light falls anticipated.

Forecast for Monday 17 May
Showers developing southwest of a line Geraldton to Albany, with the risk of a
thunderstorm.

Forecast for Tuesday 18 May
Showers and the chance of a thunderstorm extending through most of the South
West Land Division apart from the far northern and eastern parts. Showers about
the coastal parts of the Gascoyne.

The next routine forecast will be issued at 4:30 pm WST Saturday.

  • Calls to 1300 numbers cost around 27.5c incl. GST, higher from mobiles or
    public phones.

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532). Users of these web pages are deemed to have read and accepted the
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SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST ausgegeben am Freitag, den 14.05.2021 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 141800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 14.05.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Unter Tiefdruckeinfluss bleibt es wechselhaft und kühl mit einzelnen Gewittern.
In exponierten Höhenlagen weht der Wind zeitweise stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Montag 12 UTC

Aktuell … liegt Deutschland unter tiefem Geopotential, das sich vom Nordwesten
Europas über Mitteleuropa hinweg südostwärts erstreckt. Damit verbunden ist im
Bodendruckfeld eine umfangreiche Zone tiefen Luftdrucks, die weite Teile Europas
überdeckt. Dabei gibt es aktuell zwei Haupttiefs. Eines über dem Seegebiet
westlich von Irland und ein weiteres über Südskandinavien und dem Baltikum. Die
Frontalzone verläuft südlich von uns, sodass wir uns auf dessen kalter Seite
befinden. Dabei ist bei uns relativ kühle Meeresluft wetterbestimmend, die in
850 hPa Temperaturen zwischen 6 und 3 Grad aufweist. Im Bereich des Höhentroges
haben sich in einer labil geschichteten Luftmasse tagsüber vornehmlich im Westen
und Südwesten einige Schauer sowie örtlich kurze Gewitter entwickelt. Diese
fallen bedingt durch den Tagesgang und durch leichten Druckanstieg am Boden im
Laufe des Abends und eingangs der Nacht meist in sich zusammen, kommen aber
nicht gänzlich zum Erliegen, da von Westen ein Randtrog zu uns reinschwenkt. Er
sorgt im Südwesten, aber auch aus den Alpen heraus im Südosten Bayerns in der
Nacht für erneute Schauer.
Die skaligen Niederschläge, die derzeit noch im Norden und Nordosten am Rande
der von Skandinavien bis zum Baltikum reichenden Tiefdruckrinne auftreten,
werden sich mit Abzug der selbigen Richtung Norden bzw. durch weiteres Auffüllen
ebenfalls weiter abschwächen bzw. über den äußersten Norden und Nordosten
Deutschlands Richtung Ostsee abziehen. Nachfolgend lockert die Bewölkung im
Norden und Osten stärker auf. So kann sich in den Gebieten, in denen es noch
länger geregnet hat, teils dichter Nebel bilden. In den weiteren Landesteilen
sollten sich bei teils dichter, teils aufgelockerter Bewölkung nur lokal
Nebelfelder bilden. Die Temperatur sinkt auf 8 bis 3 Grad ab. Bedingt durch
einen Low-Level-Jet kann der Wind insbesondere im Hochschwarzwald zeitweise
stürmisch aus Südwest auffrischen.

Samstag … verbleiben der Haupttrog und das Haupttief westlich der Britischen
Inseln. Ausgehend davon schwenkt der o.e. Randtrog mit der höhenkältesten Luft
(T500 hPa um minus 25 Grad) langsam nordostwärts über Deutschland hinweg. Somit
verlagert sich auch die labilere Luftmasse (CAPE bis 450 J/kg) von der Mitte in
den Norden des Landes, sodass die Konvektion am Nachmittag hauptsächlich im
Norden und Osten des Landes zu erwarten ist mit Schauern und einzelnen
Gewittern. Bei PPW bis 18 mm und nur geringer Scherung, kann es lokal markanten
Starkregen geben. Auch einzelne Böen bis 60 km/h (Bft 7) sowie kleinkörniger
Hagel sind nicht ausgeschlossen. Zwischen den Schauern kann sich im Norden und
Osten auch mal kurz die Sonne zeigen.
Eher trüb gestaltet sich der Tag dagegen im Westen und Südwesten. Denn nach
Abzug des ersten Randtroges folgt dort ein weiterer Randtrog. Er ist verbunden
mit einem teilokkludierten Frontensystem des Tiefs westlich der Britischen
Inseln, das im Laufe des Vormittags zunächst auf den Westen und Südwesten
übergreift und allmählich ost- bzw. nordostwärts vorankommt. Die damit
verbundenen Niederschläge sind meist nur leicht (<5mm in 6 Stunden), verstärken
sich aber mit Reinschwenken des Randtroges vor allem über dem Südwesten des
Landes. Dann können im Bereich des Schwarzwaldes auch mal um 10 mm in 6 Stunden
fallen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass sich am Vorderrand der
Okklusionsniederschläge von RLP über Hessen, den Norden BaWüs und Bayerns bis
nach Thüringen einzelne Gewitter entwickeln. Im Südosten Bayerns bleibt es
präfrontal noch trocken mit einigen Wolkenlücken.
Mit Übergreifen der Front frischt der Südwestwind etwas auf, vor allem in den
Höhenlagen der zentralen und südwestlichen Mittelgebirge mit Böen um 60 km/h, im
Hochschwarzwald sind auch Sturmböen bis 80 km/h möglich. Die Temperatur erreicht
15 bis 19 Grad, mit den höchsten Werten bei Sonne im Osten/Nordosten. Im
Südwesten bleibt es bei dichter Bewölkung kühler bei Werten um 14 Grad.

In der Nacht zum Sonntag schwenkt auch der zweite Randtrog nebst eingelagertem
okkludiertem Frontensystem nordostwärts über Deutschland hinweg. Die konvektiven
Niederschläge im Norden werden also zunächst Richtung Norden abgedrängt, bevor
mit der Okklusion weitere leichte Niederschläge aufkommen. Auch im Südosten
Bayerns kommen die Niederschläge an, wo sie bedingt durch etwas mehr Hebung
etwas stärker ausfallen können und so gebietsweise Mal an die 10 mm in 6 Stunden
fallen können. Meist bleiben aber die Mengen unter 5 mm. Postfrontal lockert die
Bewölkung von Westen etwas auf, vereinzelt gibt es noch Schauer und auch der
Wind lässt wieder nach. Einzig im Hochschwarzwald sowie auf dem Brocken kann er
noch teils stürmisch wehen. Es kühlt auf 10 bis 4 Grad ab.

Sonntag … verlagert sich der zonal ausgerichtete Höhentrog etwas ostwärts und
liegt schließlich mit seinem Drehzentrum über den Britischen Inseln und auch das
Bodentief liegt nahezu achsensenkrecht in diesem Gebiet. Die Okklusion ist
ostwärts abgezogen. Deutschland verbleibt aber im Einflussbereich des
Höhentroges, sodass der Wetterablauf dem an den Vortagen ähnelt. Innerhalb einer
landesweit labil geschichteten Luftmasse (CAPE bis etwa 200 J/kg) entwickeln
sich Schauer und einzelne Gewitter mit ähnlichen Begleiterscheinungen wie am
Vortag. Mit der Neubildung eines flachen Tiefs etwa über der Deutschen Bucht
bzw. mit Annäherung des Tiefs über England verschärft sich der Druckgradient vor
allem über dem Südwesten Deutschlands etwas, sodass dort teilweise bis in tiefe
Lagen Böen um 55 km/h (Bft 7) aus Südwest auftreten können, im Hochschwarzwald
gibt es weiterhin Sturmböen (Bft 9) oder sogar schwere Sturmböen (Bft 10). Die
Sonnenanteile bleiben weiter gering bei Höchstwerten zwischen 13 und 18 Grad.

In der Nacht zum Montag kommen das Höhentief und das Hauptbodentief Richtung
Nordsee voran. Ausgehend davon schwenkt ein erneuter Randtrog von Frankreich
kommend Richtung Deutschland. Somit kommen nach kurzer Wetterberuhigung vor
allem in der Westhälfte erneut Schauer auf. An der Windsituation ändert sich
wenig. Es kühlt auf 9 bis 4 Grad ab.

Montag … schwenkt der Randtrog nach Deutschland rein, sodass uns der Einfluss
tiefen Geopotentials weiter erhalten bleibt. Das Bodentief zieht unter
Abschwächung von der südlichen Nordsee Richtung Schleswig-Holstein. An dessen
Südostflanke hält die Zufuhr relativ kühler Meeresluft bei uns weiter an, sodass
die Temperaturen kaum mehr als 13 bis 18 Grad erreichen. Der wechselhafte
Wettercharakter bleibt erhalten, sodass sich erneut schauerartige und teils
gewittrige Niederschläge entwickeln. Mit Verlagerung des Tiefs nimmt der
Gradient über der Mitte und dem Süden noch weiter zu. Entsprechend muss in
tiefen Lagen recht verbreitet mit Windböen Bft 7, in höheren Lagen mit
stürmischen Böen Bft 8, in exponierten Gipfellagen auch mit Böen bis hin zur
schweren Sturmstärke (Bft 10) gerechnet werden.

Modellvergleich und -einschätzung

Die betrachteten Modelle prognostizieren die Wetterentwicklung der kommenden
Tage ähnlich. Etwaige kleinere Unterschiede bezüglich der
Niederschlagsschwerpunkte ergeben sich aufgrund des meist konvektiven Charakters
der Niederschläge.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Freitag, den 14.05.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 14.05.2021 um 10.30 UTC

Kühle und feuchte, wechselhafte West- bis Nordwestwetterlage. In Staulagen etwas
höhere Niederschlagsmengen möglich. Zeit- und gebietsweise windig, einzelne
Gewitter.

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 21.05.2021

Montag … reicht ein Langwellentrog vom Nordostatlantik über die Britischen
Inseln und die Nordsee bis nach Mitteleuropa, der Jetstreak verläuft dabei von
der Biskaya bis zum Bosporus südlich der Alpen. Im Bereich des Troges strömt
kühle Meeresluft subpolaren Ursprungs heran, die T 850 pendelt um 1 bis 4 Grad.
Das Bodendruckfeld ist ebenfalls bestimmt durch tiefen Luftdruck, zum
Mittagstermin sind über der Nordsee und Dänemark mehrere Tiefdruckkerne
ersichtlich. Wesentliche thermische Gradienten und damit einhergehend frontale
Strukturen lassen sich dabei über Deutschland aber nicht ableiten. Bei
ausgesprochen wechselhaften Verhältnissen mit immer wieder auftretenden, teils
schauerartig oder gewittrigen Niederschläge und vor allem im Südwesten zeitweise
stark böig auffrischendem Wind kommen die Temperaturen nicht an die
20-Grad-Marke heran. In der Nacht zum Dienstag setzt sich dieser Trend fort,
wenngleich die Schauerwahrscheinlichkeit sich regional etwas reduziert. Die
Nacht verläuft daher und aufgrund der kaum vorhandenen Wolkenlücken frostfrei,
im Südwesten bleibt vor allem in freien Lagen der stark böige Südwestwind
erhalten.

Dienstag und Mittwoch … etabliert sich der Langwellentrog über Nordwest-,
Mittel- und Osteuropa. Die wechselhafte und kühle Witterung (T 850 unverändert)
findet dabei seine Fortsetzung. Immer wieder muss mit schauerartigen
Niederschlägen gerechnet werden, die sich in der Nacht zum Mittwoch aufgrund
eines im Bodendruckfeld von der Iberischen Halbinsel nach Mitteleuropa
reichenden Keils vorübergehend abschwächen können. Am Mittwoch tagsüber werden
diese allerdings einhergehend mit einem von West nach Ost durchschwenkenden
Randtrog wieder angefacht. Einzelne Gewitter sind möglich. Die Tagesmaxima
reichen weiterhin von 12 bis 17 Grad, in den Nächten kühlt es auf 9 bis 3 Grad
ab. Der Wind ist deutlich spürbar, zeitweise und vor allem in Schauernähe kommt
es zu starken, vereinzelt stürmischen Böen aus Südwest. Zwischendurch ist auch
etwas Sonne möglich, diese Abschnitte sind aber meist zeitlich begrenzt.

Donnerstag … wölbt sich im Geopotentialfeld in 500 hPa von Südwesteuropa ein
Rücken in Richtung Westeuropa/westliches Mitteleuropa auf. Die nun über
Deutschland leicht antizyklonalen Strukturen stützen auch etwas ansteigenden
Luftdruck im Bodenniveau. Die Schauerwahrscheinlichkeit nimmt daher von den
Alpen her zunehmend ab, bleibt aber über dem Norden weiterhin erhalten.
Gleichzeitig vertieft sich ein ins Seegebiet zwischen Bretagne und Cornwall
ziehendes Tief (Kerndruck unter 1005 hPa), wobei der Südwesten Deutschlands hohe
und mittelhohe Wolkenfelder der Warmfront abbekommt. An der
Luftmassencharakteristik ändert sich aber nur unwesentliches, nur im äußersten
Süden sind etwas höhere Werte in 850 hPa zu erwarten. Allerdings kommen die
Höchstwerte auch dort trotz etwas Sonnenunterstützung nur etwas über die
15-Grad-Marke hinaus. Der Wind ist etwas schwächer als an den Vortagen,
allerdings sind einzelne starke Böen weiterhin nicht ausgeschlossen. In der
Nacht zum Freitag zieht das vorhin erwähnte Bodentief unter weiterer Vertiefung
in Richtung Mitte Deutschlands. Damit fällt in der Nacht wieder verbreitet
Regen, der schauerartig verstärkt sein kann. Vor allem in den klassischen
Weststaulagen sind auch etwas höhere Mengen möglich.

Freitag … zieht das Bodentief weiter in Richtung Polen. Längere trockene
Phasen sind damit unwahrscheinlich, in den Nachmittagsstunden werden die
Niederschläge zudem durch das Einfließen von etwas höhenkälterer Luft im Westen
schauerartig verstärkt. Die einströmende Meeresluft weist weiterhin einen
subpolaren Ursprung auf. In weiterer Folge etabliert sich voraussichtlich wieder
der Trog über Mitteleuropa.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der verschiedenen Läufe des EZMW kann bezüglich der
Großwetterlage als sehr konsistent bezeichnet werden. Der umfassende Trog, der
weite Teile Europas beeinflusst, bleibt auch für Deutschland im
Mittelfristzeitraum weit überwiegend wetterbestimmend. Dabei strömt kühle
Meeresluft heran, die erwarteten Temperaturen sind unterdurchschnittlich. Zudem
kommt es immer wieder zu Regenfällen, die schauerartig (verstärkt) sein können.
In manchen Staulagen kann es abschnittsweise länger regnen. Der genaue Ablauf
zwischen Regen und trockenen Abschnitten kann aber zeitlich nicht genau
eingegrenzt werden, da die kleinräumigen niederschlagsbildenden Abläufe
Unsicherheiten aufweisen. Besonders beim zum Ende des Mittelfristzeitraum
durchziehenden Tief gibt es größere Unwägbarkeiten.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die Großwetterlage (Trog Mitteleuropa) wird von den verschiedenen Modellen sehr
ähnlich simuliert, die Unsicherheiten in der genauen Niederschlagsprognose sind
natürlich nicht vermeidbar. Am allgemeinen Wettercharakter mit wechselhaft-kühl
ist damit zu Beginn des Mittelfristzeitraums nicht mehr zu rütteln. Ab Mittwoch
kommt es jedoch zu Unterschieden, denn ICON rechnet bereits an diesem Tag ein
vom Atlantik zu den Westalpen ziehendes, dabei auffüllendes Tief. Dies hätte im
Süden länger anhaltende, eventuell warnrelevante Niederschläge zur Folge. Das
bei EZMW einen Tag später auf den Plan tretende Tief hat ICON dagegen nicht im
Plan, dafür lässt dieses Modell den Druck von Südwesten her, gestützt durch den
progressiver aufsteilenden Rücken über Westeuropa, etwas steigen. GFS nimmt eine
gewisse Zwischenposition ein mit einem glatter verlaufenden Geopotentialfeld.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

EPS:
Die Rauchfahnen für verschiedene Orte in Deutschland stützen die
deterministischen Aussagen. Die Temperaturkurve in 850 hPa verläuft
ausgesprochen glatt ohne wesentliche Streuung und pendelt dabei zwischen 1 und 5
Grad. Dies geht einher mit Niederschlagssignalen, wobei massive Peaks nicht
erkennbar sind. Eine mögliche Dauerregengefahr basiert daher auf den längeren
Warnkriterien oder kurzzeitigen, lokal eng begrenzten Starkregenereignissen. Am
Donnerstag nimmt die Unsicherheit etwas zu, wobei sich nach dem kurzzeitigen
Geopotentialanstieg relativ schnell wieder die kühle, wechselhafte Troglage
einstellen könnte.

CLUSTER:
+120 … 168h: Es liegen drei Cluster vor, deren Memberanzahl zwischen 11 und 22
liegt. Dabei wird meist positive NAO angezeigt, wobei C1 eher glattere
Geopotentiallinien zusammenfasst und die beiden anderen etwas Mäandern über
Südeuropa zulässt.

+192 … 240h: Die Clusteranzahl erhöht sich auf 6, wobei die Member
gleichverteilt sind. Selbst C1 weist nur 10 Mitglieder auf, der Hauptlauf ist
diesem ebenfalls zugeordnet. Der Kontrolllauf befindet sich in C4, das den
Rücken über Westeuropa deutlicher aufsteilen lässt. Die Mehrzahl der Cluster
setzt aber auf Trog Mitteleuropa, teils auch Trog Westeuropa.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

REGEN:
In manchen Staulagen (evt. westlicher Alpenrand am Mittwoch/Donnerstag) ist das
Übertreffen von Warnschwellen für markanten Stark-/Dauerregen nicht
ausgeschlossen. Bei Gewittern sind 15 l/qm in einer Stunde ebenfalls nicht
ausgeschlossen.

WIND:
Im Bergland und freien Lagen des Südwestens und Südens einzelne stürmische Böen
gering wahrscheinlich.

Der EFI weist am Beginn des mittelfristigen Zeitraums im Südwesten und Süden
beim Wind erwähnenswerte Signale auf, beim Regen gibt es im Westen sporadische
Hinweise.

Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW-EPS, Mos-Mix

VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

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DWD -> Thema des Tages 2021-05-14: Das weißeste Weiß

Thema des Tages

Das weißeste Weiß


Wissenschaftler haben die bisher weißeste Wandfarbe entwickelt: Sie 
reflektiert nicht nur 98% des Sonnenlichts, sondern bleibt selbst in 
der Mittagshitze noch 4,5 °C unter der Umgebungstemperatur.


Tagelange, brütende Hitze blieb uns in diesem Jahr bisher (noch) 
erspart, aber sicherlich erinnern sich noch viele an die heißen 
Sommertage der letzten Jahre. Die morgendliche Wahl am Kleiderschrank
fällt bei solch sonnig-heißem Wetter dann oft auf das weiße statt auf
das schwarze T-Shirt, schließlich wissen die meisten, dass Weiß 
Sonnenlicht reflektiert und Schwarz es im Gegensatz dazu absorbiert 
(wobei das Temperaturempfinden auch stark vom Material der Kleidung 
beeinflusst wird). Hechelnd mit dem Papierfächer vorm Gesicht wedelnd
wünscht man sich dann manchmal, dass das weiße Shirt die 
Sonnenstrahlung nicht nur reflektieren, sondern auch den Körper 
kühlen möge?

Und genau solch eine weiße Farbe haben Wissenschaftler aus den USA 
nun entwickelt - okay, es handelt sich nicht um eine Farbe zum Färben
von Klamotten, sondern vielmehr zum Anstreichen beispielsweise von 
Häusern, aber der Effekt ist deshalb nicht weniger beeindruckend: Die
Forscher der Purdue University in West Lafayette (Bundesstaat 
Indiana) haben nämlich das ?weißeste Weiß? entwickelt, das alle 
bisherigen Weißtöne (sprichwörtlich) in den Schatten stellt. 
Diese Farbe strahlt so hell, dass sie 98,1 % der einfallenden 
Sonnenstrahlung reflektieren kann und sogar eine kühlende Wirkung 
hat: Messungen im Freien haben gezeigt, dass sich mit der neuen Farbe
angestrichenen Oberflächen in der Mittagssonne um bis zu 4,5 Grad 
gegenüber der Umgebung abkühlten. In der Nacht waren es sogar bis zu 
10,5 Grad.  

Da fragt man sich zurecht: Wie kann das funktionieren? 
Ausschlaggebend sind die verwendeten Partikel. Die Farbe besteht im 
Wesentlichen aus Bariumsulfat-Partikeln von unterschiedlicher Form 
und Größe. Durch die hohe Konzentration von Bariumsulfat und 
unterschiedliche Partikelgrößen zwischen 270 und 530 Nanometern hat 
die Farbe eine sehr breite Spektralstreuung, wodurch ein größerer 
Bereich des Lichtspektrums reflektiert werden kann als bisher.

Hinzu kommt, dass die Farbe eine sehr hohe Emissivität 
(Strahlungsvermögen) im sogenannten ?atmosphärischen Fenster? hat. In
diesem speziellen Wellenlängenbereich ist die Atmosphäre weitgehend 
durchlässig und abgegebene Wärmestrahlung kann fast ungehindert ins 
Weltall entweichen. Insgesamt "verliert" die Farbe mehr an Wärme als 
sie absorbiert, sodass eine beschichtete Oberfläche unter die 
Umgebungstemperatur abkühlt.

Der Vorteil einer solchen weißen Farbe mit kühlender Wirkung liegt 
auf der Hand: Sie könnte (auf Fassaden angebracht) die städtischen 
Wärmeinseln mildern und die Nutzung von elektrisch betriebenen 
Klimaanlagen reduzieren. Würde man zum Beispiel ein 92 Quadratmeter 
großes Dach mit dem Anstrich versehen, erzielte man eine Kühlleistung
von zehn Kilowatt, so die Forscher. Damit könne die Farbe mit einer 
handelsüblichen Klimaanlage mithalten.

Die neue weiße Farbe ist das Ergebnis von sechs Jahren Forschung. 
Dabei hat sich unter anderem gezeigt: Eine höhere Konzentration der 
Bariumsulfat-Partikel liefert nicht unbegrenzt immer bessere 
Ergebnisse: Denn je höher die Partikelkonzentration, desto eher 
bricht die Farbe oder blättert ab. Deshalb war es unter anderem eine 
Herausforderung, das richtige Maß zu finden.

Übrigens: Auch die Deutsche Bahn testet seit 2019 weiße (wenn auch 
nicht diese neu entwickelte) Farbe. Weil extreme Hitze den 
Schienenstahl belastet, soll ein weißer Farbanstrich die Schienen bei
hohen Temperaturen kühler halten (nach Laboruntersuchungen um 7 bis 8
Grad). Im Praxistest wurde auf der Pfieffetalbrücke bei Melsungen in 
Nordhessen auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg also ein 
Gleisabschnitt von einem Kilometer weiß gestrichen, dessen Temperatur
mit einem daneben befindlichen ungestrichenen Gleis verglichen wird. 
Zeigt sich auch im realen Bahnbetrieb ein positiver Effekt der weißen
Farbe, sollen weiße Schienen auch an anderen Stellen eingesetzt 
werden.

Weiße T-Shirts, weiße Häuser, weiße Bahnschienen: Diese Maßnahmen 
können vielleicht ein bisschen dabei helfen, gut durch die zunehmend 
heißen Sommer zu kommen, aber ganz bestimmt sind sie nicht der 
Weis(ß)heit letzter Schluss?


Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 14.05.2021

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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