SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 17.02.2020 um 10.30 UTC

Andauer der meist zyklonalen West- bis Nordwestlage: Wechselhaft, windig, zeit-
und gebietsweise stürmisch und mild.

Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 24.02.2020

„West at its best“: Sowohl NAO- als auch AO-Index streben zu immer neuen
Höhenflügen an, somit dauert das abwechslungsreiche, zeitweise stürmische und
milde bis sehr milde Spätwinterwetter über den gesamten Mittelfristzeitraum
weiter an.
Eingebettet in die vorübergehend etwas stärker mäandrierende Frontalzone wird
Mitteleuropa zu Beginn des Mittelfristzeitraumes, am Donnerstag, rasch von einem
recht markanten Höhenkeil überquert, dessen Achse sich bereits am Freitag, 00
UTC von Norditalien über den Osten Österreichs nordnordostwärts bis zum Baltikum
bzw. Nordwestrussland erstreckt. Dem Keil folgt ein mit recht großer Amplitude
ausgestatteter Kurzwellentrog, der abends auf die Nordsee und Kontinentaleuropa
übergreift. Das mit diesem Trog korrespondierende Frontensystem eines Sturm-
bzw. Orkantiefs knapp südöstlich von Island überquert die Britischen Inseln bzw.
die Nordsee rasch ostwärts. Die Kaltfront erreicht abends bereits
Nordwestdeutschland mit Sturmböen auch im Binnenland bzw. in tiefen Lagen,
schauerartigen Regenfällen und eventuell auch einzelnen Gewittern. Ihr folgt in
der Nacht zum Freitag ein Schwall maritimer Polarluft (um -5 Grad in 850 hPa),
so dass es im Bergland (ab etwa 400 bis 600 m) auch für einzelne Schneeschauer
reicht.
Am Freitag zonalisiert die westnordwestliche Höhenströmung über dem Nordatlantik
wieder zusehends. Nach Abzug des Kurzwellentroges überquert ein flacher Rücken
Mitteleuropa im Tagesverlauf rasch ostwärts und sorgt für vorübergehende
Wetterberuhigung und auch im Norden für eine deutliche Windabnahme.
In der Nacht zum bzw. am Samstag gelangt Deutschland dann an der Südflanke eines
auf Skandinavien übergreifenden Langwellentroges aber wieder zunehmend unter die
Frontalzone, womit im Bodenfeld die Passage des Frontensystems eines vom
Nordmeer allmählich Richtung Barentssee ziehenden Zentraltiefs einhergeht.
Die Gradientzunahme führt zu einem deutlichen Auffrischen des Windes, vor allem
in Norddeutschland gibt es wieder vielerorts stürmische Böen, an den Küsten und
auf den Bergen Sturm- eventuell auch schwere Sturmböen, auf exponierten Gipfeln
(Brocken) auch mehr. Im Warmsektor steigt die Temperatur in 850 hPa vor allem in
Süddeutschland auf deutlich über 5 Grad, der Kaltfront folgt erwärmte Polarluft,
die nur wenig Abkühlung bringt (-2 bis -5 Grad in 850 hPa).
Am Sonntag greift nach kurzem Zwischenhocheinfluss von den Britischen Inseln
bzw. der Nordsee her eine in die nach wie vor kräftige westliche Höhenströmung
eingebettete Frontalwelle auf Mitteleuropa über, deren Zugbahn und Intensität
noch mit größeren Unsicherheiten behaftet ist. Von den vorliegenden
deterministischen Modellläufen hat das IFS dabei die intensivste Entwicklung
(hin zu einem Sturmtief in der Nacht zum Montag über Südskandinavien) auf der
Agenda, allerdings auch auf nördlicherer Zugbahn als GFS und ICON, die die Welle
deutlich progressiver über Norddeutschland bzw. Dänemark hinwegziehen lassen.
Wie auch immer die Passage im Detail vonstattengeht – es bleibt windig, vor
allem in Norddeutschland und wohl auch in der Mitte stürmisch mit Böen bis
Orkanstärke auf den Bergen. Das Potenzial für ein Schnellläufer-Sturm- oder gar
Orkantief ist nach wie vor gegeben, allerdings taucht diese Variante in den
deterministischen Läufen aktuell (noch) nicht auf.
Nach Abzug des Tiefs setzt sich am Montag mit Annäherung eines flachen Rückens
(der aber bereits von kräftiger WLA überlaufen wird) vorübergehend
Wetterberuhigung durch, ehe wohl am Nachmittag oder Abend die Ausläufer eines
weiteren Sturmtiefs (das sich nach Lesart des IFS am Dienstag, 00 UTC knapp
westlich von Schottland, nach GFS aber bereits über der mittleren Nordsee
befindet) auf den Westen des Landes übergreifen.

Auch in der erweiterten Mittelfrist ist ein Ende der zyklonalen Westlagen nicht
absehbar. Im Gegenteil – das Tief am Dienstag birgt nicht nur nach IFS vor allem
für den Norden und die Mitte Deutschlands erneut erhebliches Sturmpotenzial. Mit
diesem Tief geht voraussichtlich auch eine etwas intensivere Trogpassage einher,
womit die Höhenströmung vorübergehend etwas ins Mäandrieren gerät, allerdings
deutet der aktuelle IFS-Lauf Richtung zweite Wochenhälfte erneut eine rasche
Zonalisierung an.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bis einschließlich Samstag kann dem aktuellen IFS-Lauf eine gute bis sehr gute
Konsistenz zu seinen beiden Vorgängern bescheinigt werden. Prognoserelevante
unterschiede lassen sich bis dahin kaum ableiten.
Die frontale Welle am Sonntag hatten auch die beiden gestrigen Läufe auf der
Agenda, allerdings flacher, deutlich progressiver und auf südlicherer Zugbahn
als der aktuelle Lauf. Nach Lesart beider Läufe wären eher die Mitte und der
Süden des Landes vom Sturmfeld betroffen.
Das der Welle folgende Sturmtief zu Beginn kommender Woche zeigen die beiden
Vorgänger ebenfalls, wobei die Unterschiede noch größer werden. Der gestrige 00
UTC-Lauf simuliert das Tief bereits Montagmittag über der mittleren Nordsee,
während es sich im gestrigen 12 UTC-Lauf zu diesem Zeitpunkt noch nördlich von
Schottland befindet und im aktuellen sogar erst nordwestlich von Irland. Nach
Lesart aller drei Läufe birgt aber auch dieses Tief nicht unerhebliches
Sturmpotenzial für Mitteleuropa.
In der erweiterten Mittelfrist, also Mitte kommender Woche, deutet der gestrige
12 UTC-Lauf eine markantere Austrogung über Mitteleuropa an als der aktuelle.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bis einschließlich Samstag sind kaum prognoserelevante Unterschiede zwischen den
vorliegenden Globalmodellen auszumachen.
Die Frontalwelle am Sonntag wird sowohl vom ICON als auch vom GFS flacher und
auch progressiver simuliert als vom IFS, die Zugbahn verläuft nach Lesart beider
Modelle, vor allem aber nach ICON, weiter südlich (ICON über Norddeutschland,
GFS über Dänemark). Mit der südlichen Zugbahn des ICON steigt auch das Potenzial
für Dauerregen vor allem in den zentralen und westlichen Mittelgebirgen. Im
Gegensatz zum IFS und zum kanadischen GEM, die eine schwächere Entwicklung als
das IFS auf der Agenda haben, aber auf ähnlicher Zugbahn, führen ICON und GFS
das Tief auch noch lange Zeit, nämlich bis in die Nacht zum Montag, als offene
Frontalwelle.
In der erweiterten Mittelfrist, also wohl mindestens bis Mitte kommender Woche
und wahrscheinlich auch darüber hinaus, dauert die zyklonale West- bis
Nordwestlage (mit höchstens kurzen antizyklonalen Einschüben, am ehesten in
Süddeutschland) weiter an. Das nächste Sturmtief steht bereits am Montag oder
spätestens Dienstag „ante portas“, wobei GFS und auch GEM diesbezüglich
progressivere Varianten auf der Agenda haben als IFS. Allen Unsicherheiten im
Detail zum Trotz: Das Potenzial für eine markante Sturmlage oder gar mehr ist
vor allem ab Sonntag bis Dienstag bzw. Mittwoch (also pünktlich zu den „tollen
Tagen“) keinem Modell von der Hand zu weisen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Zwar verteilen sich die 49 Einzelmember, der Haupt- und Kontrolllauf zu Beginn
des Mittelfristzeitraumes (T+72-96 Stunden) auf sage und schreibe 6 Cluster
(jeweils 14, 13, 7, 6, 6 und 5 Member), allerdings lassen sich – die
Wetterentwicklung über Mitteleuropa betreffend – keine prognoserelevanten
Unterschiede ausmachen.
Auch im nächstfolgenden Zeitraum (T+120 bis 168 Stunden) lassen sich 5 Cluster
(jeweils 15, 11, 9, 8 und 8 Member, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1)
ausmachen, sämtlich ausgestattet mit positivem NAO-Index. Dabei sind Cluster 2
und 5 zum Ende hin, also zu Beginn kommender Woche, zumindest für Süddeutschland
etwas antizyklonaler aufgestellt als die übrigen.
Die erweiterte Mittelfrist (T+192 bis 240 Stunden) hat nur noch einen Cluster
auf der Agenda, wonach die kräftige Zonalströmung zu Mitte kommender Woche mal
vorübergehend etwas ins Mäandrieren geraten könnte.
Bzgl. einer oder mehrerer eventueller Schnellläufer-Sturmtiefentwicklungen im
Zeitraum Sonntag bis Mittwoch (und vielleicht auch noch darüber hinaus) lässt
sich konstatieren, dass einzelne Member der Ensemble Prediction Systems von IFS,
GFS und GEM durchaus markante Entwicklungen auf der Agenda haben, ein absoluter
„Knaller“ in Form einer großräumigeren Unwetterlage lässt sich aktuell aber
nicht ausmachen.

Fehlt noch der Blick auf die Rauchfahnen verschiedener Orte innerhalb
Deutschland: Der zeigt Symptome einer klassischen Westlage mit rasch
erfolgenden, aber von Member zu Member zeitlich leicht versetzten
Frontensystemen: Bis zum Samstag verläuft die Kurvenschar der 850 hPa-Temperatur
noch in einem relativ engen Spread, mit den weiter oben ausführlich
beschriebenen Unsicherheiten bzgl. eventueller Frontalwellen oder
Schnellläufertiefs wird der Spread ab Sonntag deutlich größer. Zu Wochenmitte
wird der Spread auf relativ niedrigem Niveau wieder etwas kleiner, was auf einen
markanteren Trogdurchgang hindeutet, den viele Member wohl so auch auf der
Agenda haben.
Wie es sich für eine zyklonale Westlage gehört, sind die einzelnen Meteogramme
mit reichlich Niederschlagssignalen ausgestattet, im Norden bzw. in den
Mittelgebirgen mehr als im Süden.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Als markante Wettererscheinung steht im Mittelfristzeitraum natürlich die
Windentwicklung eindeutig im Fokus. Bis in die erweiterte Mittelfrist hinein
dürfte es in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und vor allem ab
Samstag dann auch der Alpen fast durchgehend stürmische Böen und Sturmböen aus
westlichen Richtungen (mal Südwest, mal Nordwest) geben, exponiert zeitweise
auch schwere Sturmböen, am Samstag und Sonntag auf einzelnen Gipfeln Orkanböen.
In den Niederungen Nordwestdeutschlands muss zunächst mit Kaltfrontpassage am
Donnerstagabend bzw. innerhalb von Schauern und Gewittern in der Nacht zum
Freitag, im Nordosten auch noch am Freitag tagsüber mit einzelnen stürmischen
Böen gerechnet werden (Wahrscheinlichkeiten meist bei 20 bis 50%), Sturmböen
(unter 20% Wahrscheinlichkeit) nicht ausgeschlossen.
Nach vorübergehender Abnahme steigt dann am Samstag tagsüber das Potenzial für
stürmische Böen und Sturmböen im Norden und später auch in der Mitte des Landes
erneut deutlich an, Richtung Küsten sind nach Lesart des IFS-EPS auch Sturmböen
wahrscheinlich, an den Küsten, vor allem der Nordsee, schwere Sturmböen nicht
ausgeschlossen.
Die Windentwicklung am Sonntag ist zwar noch unsicher, aber mit zunehmender
Wahrscheinlichkeit dürfte dann auch Süddeutschland von stürmischen Böen
betroffen sein. Auch, wenn es seitens der Probabilistik momentan keine konkreten
Hinweise darauf gibt 8acu nicht seitens des EFI), kann eine Unwetter-Sturmlage
am Sonntag bzw. dann auch im Laufe der kommenden Woche nicht komplett
ausgeschlossen werden.

Eine eher untergeordnete Rolle spielt dagegen der durchaus häufig und recht
verbreitet auftretende Niederschlag, in den Niederungen durchgehend in flüssiger
Form. Erst mit der Frontalwelle am Sonntag sind schwache Signale für ein
Überschreiten der Warnschwellen für Dauerregen in erster Linie in den Staulagen
der westlichen und zentralen Mittelgebirge auszumachen. Diese resultieren wohl
in erster Linie aus der Simulation des deterministischen ICON-EU-Laufes. IFS-EPS
zeigt lediglich in exponierten Staulagen des Siegerlandes bzw. Bergischen höhere
Wahrscheinlichkeiten als 10% dafür.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, IFS, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 16.02.2020 um 10.30 UTC

Wechselhaft, windig und für die Jahreszeit zu mild. Im Norden und in der Mitte
bis in tiefe Lagen zeitweise Gefahr von Sturmböen.

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 23.02.2020

Während des gesamten Vorhersagezeitraumes bliebt eine zunächst mehr und später
weniger mäandrierende westliche bis leicht nordwestliche Strömung bestehen.
Diese sorgt für wechselhaftes und für die Jahreszeit zu mildes Wetter.
Am Mittwoch überquert ein Trog Mitteleuropa. Dieser kann im Norden und in Teilen
der Mitte zu kurzen Gewittern führen. Mit der im Trogbereich und rückseitig
einfließenden kühleren Luft sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 600 m, im
östlichen Mittelgebirgsraum vorübergehend auf etwa 400 m. Allerdings sind nur
wenige (in Staulagen vielleicht um 10) cm Schnee zu erwarten.
Diesem Trog folgt am Donnerstag ein Keil, der im Süden für schwachen
Zwischenhocheinfluss sorgt. Mit der auf Südwest drehenden Strömung setzt sich
rasch wieder mildere Luft durch. Bereits in der Nacht zum Donnerstag greift ein
weiterer Trog auf Deutschland über, wodurch erneut bis in Lagen um 600 m die
Niederschläge als Schnee fallen. Auch mit diesem Trog sind selbst im Bergland
nur geringe Schneemengen zu erwarten, die wahrscheinlich keine markanten
Warnungen erforderlich werden lassen. Nach einem flachen Keil, der am Freitag
über Deutschland hinweg ostwärts schwenkt, stellt sich eine relativ glatte
Zonalströmung ein, wobei Deutschland unter die Frontalzone gelangt. Dies bringt
im Norden und in der Mitte Deutschlands eine markante Gradientzunahme mit sich.
In diesen Gebieten besteht am Samstag bis in tiefe Lagen die Gefahr von
Sturmböen. An der See muss zumindest mit schweren Sturmböen, auf höheren
Berggipfeln mit Böen bis Orkanstärke gerechnet werden.
Am Sonntag wird eine in dieser Strömung eingelagerte Welle über die Nordsee
hinweg ostwärts gesteuert. Deren Zugbahn ist noch unsicher; auch lässt sich noch
nicht abschätzen, ob sich diese Welle zu einem Sturmtief entwickelt. Zumindest
zeichnet sich auch für den Süden Deutschlands eine Windverstärkung bis hin zu
Sturmböen in tieferen Lagen ab.
Tendenziell fallen die meisten Niederschläge im Norden und in der Mitte, wogegen
sich im Lee der Mittelgebirge und im Süden Auflockerungen wahrscheinlicher sind.

Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum besteht weiterhin die Gefahr
einer Sturmlage. Möglicherweise wird eine weitere Welle auf ähnlicher Zugbahn
ostwärts gesteuert, die sich zu einem Sturmtief entwickeln kann. Ein weiteres
Tief mit einer etwas weiter südlich verlaufenden Zugrichtung folgt diesem am
Dienstag. Danach dürfte sich die Situation etwas entspannen. Im Norden und die
Mitte erfolgt ab Dienstag ein leichter Temperaturrückgang.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bis einschließlich Samstag ist der aktuelle Lauf gegenüber den beiden gestrigen
Modellrechnungen weitgehend konsistent. Prognoserelevante Unterschiede lassen
sich bis dahin nicht ableiten. Ab Sonntag ergeben sich Unterschiede hinsichtlich
einer Welle, die bei den beiden Modellrechnungen des Vortages noch nicht zu
finden war. Diese Welle sorgt auch am Sonntag für einen Einschub milder Luft.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum ist eine heftige Zyklogenese
auch bei den beiden gestrigen Vorhersagen zu finden, wobei dann die Unterschiede
bzgl. Der Lage des sich entwickelnden Tiefs durchaus bei ca. 1000 km liegen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bis Freitag ergeben sich nur geringe Unterschiede zwischen den verfügbaren
Modellen. Allenfalls ICON lässt den Keil ein wenig rascher über Deutschland
hinweg ostwärts schwenken. Auch ist am Freitag der Zwischenhochkeil über dem
Süden Deutschlands bei ICON weniger ausgeprägt als bei den anderen Modellen.
Die Welle, die am Sonntag den Norden und Nordosten Deutschlands überqueren soll,
wird nach GFS an der Südspitze Norwegens vorbei ostwärts verlagert. ICON und
auch das Modell des kanadischen Wetterdienstes haben diese Welle nicht im
Programm.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum stützt das kanadische Modell
das oben beschriebene Szenario, wonach eine Sturmlage zumindest für den Norden
und die Mitte Deutschlands nicht auszuschließen ist. GFS hingegen entwickelt ein
Zentraltief über der Norwegischen See.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

GFS stützt weitgehend die Version des hauseigenen deterministischen Modells und
betont ab dem Wochenende im Süden Deutschlands den antizyklonalen Einfluss
stärker. Allerdings gibt es (im Vergleich zu weiter zurückliegenden
Modellrechnungen) eine zunehmende Anzahl von Membern, die am Wochenende, im
Nordosten auch noch zu Wochenbeginn, zumindest im Norden eine Sturmlage für
wahrscheinlich halten und vor allem an der Küste entsprechende Signale für Böen
bis in den orkanartigen Bereich hinein zeigen.
Das EPS des EZMW stützt die erneut sich abzeichnende Zonalisierung. Dabei
besteht von Samstag bis einschließlich Dienstag die Gefahr einer Sturmlage, was
von mehreren EPS-Membern jeweils gestützt wird. Wann sich der Höhepunkt dieser
Entwicklung ergibt, lässt sich noch nicht abschätzen. Hierzu sind die Signale
der verschiedenen Produkte noch nicht eindeutig genug. So lässt sich bislang
herausarbeiten, dass am Samstag in Verbindung mit einem breiten Warmsektor im
Norden und in der Mitte Deutschlands bis in tiefe Lagen Sturmböen auftreten
können, abseits der Küste und abgesehen von Berggipfeln orkanartige Böen jedoch
nur wenig wahrscheinlich sind. Von Sonntag bis Dienstag besteht die Gefahr einer
rapiden Zyklogenese, wobei einzelne EPS-Member bis in tiefe Lagen Böen bis
Orkanstärke für möglich halten.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Als einziges Wetterelement, das markante (und höhere) Warnungen erfordert, kommt
der Wind in Frage. So können am Mittwoch in Verbindung mit der Passate des o.g.
Troges in Verbindung mit kräftigeren Schauern oder kurzen Gewittern relativ
großflächig stürmische Böen, an der Küste und im Bergland Böen bis Sturmstärke
und exponiert schwere Sturmböen auftreten.
Am Donnerstag sind Böen bis Sturmstärke sehr wahrscheinlich auf höhere
Berggipfeln der nördlichen und westlichen Mittelgebirge sowie auf die
Nordfriesische Küste beschränkt. In der Nacht zum Freitag sind dann auch in den
Hochlagen der anderen Mittelgebirge Sturmböen möglich.
Am Freitag besteht an der gesamten Küste und in den Kamm- und Gipfellagen die
Gefahr von Sturmböen. Auf exponierten Berggipfeln können schwere Sturmböen nicht
ausgeschlossen werden.
Am Samstag zeichnet sich eine relativ großflächige Sturmlage ab, wonach im
Norden und in der Mitte Deutschlands bis in tiefe Lagen Sturmböen auftreten
können. Im Bergland und an der Küste sind dann schwere Sturmböen, exponiert
orkanartige Böen wahrscheinlich. Nach Süden hin sind Sturmböen auf höhere
Berglagen beschränkt.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS + EPS(EZMW)

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 15.02.2020 um 10.30 UTC

Wz, zeitweise auch NWz: Unbeständig, eher mild. Am Dienstag nach Norden zu noch
stürmisch. Zum nächsten Wochenende neue markante Sturmlage möglich!

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 22.02.2020

Nachdem es vergangene Woche tatsächlich für einen Rekord des Indexes der
Arktischen Oszillation geben hatte (nie war der Wert höher, selbst zur
Orkanserie im Jahre 1990 nicht), deuten sich für den kommenden
Mittelfristzeitraum wieder ähnlich hohe Werte an, eventuell könnte es gleich den
nächsten Rekord geben. Da sich auch der quasi über dem geographischen Nordpol
zentrierte Polarwirbel sowohl dynamisch als auch thermisch vitaler denn je in
diesem Winter zeigt, deutet weiterhin alles auf eine aktive Westdrift hin. Die
für Mitteleuropa resultierende Großwetterlage „West“ kommt in einer eher
zyklonalen Ausprägung daher, was für uns unbeständiges, windiges bis
stürmisches, allerdings weiterhin eher mildes Wetter bedeutet. Erst zum Ende der
Mittelfrist, grob ab Wochenmitte, mehrten sich jüngst die Anzeichen für
phasenweise antizyklonaleres Wetter. Ob sich dieser Trend bestätigt, dazu später
mehr.

Zu Beginn der Mittefrist am Dienstag befindet sich Deutschland unter einer
westlichen Höhenströmung, in der sich zwei Kurzwellen analysieren lassen, die im
Tagesverlauf das Land rasch ostwärts überqueren. Dadurch wird die zunächst noch
am Alpenrand schleifende Kaltfront des steuernden Tiefs über der Barentssee
(hervorgegangen aus der sonntäglichen „Sturmwelle“) endgültig nach Südeuropa
verabschiedet. Ihr folgt schließlich maritime, vor allem nach Norden zu labile
Subpolarluft (T850 -1 bis -5 Grad, T500 im Norden -35 Grad), in der
staffelweise, eventuell als Bänder in Erscheinung tretende schauerartige Regen-,
im höheren Bergland auch Schneefälle von Nordwest nach Südost über das Land
ziehen. Vornehmlich in der Nordhälfte sowie im Bergland treten stürmische Böen
auf, an der See bei Schauern und etwaigen Graupelgewittern sind Sturmböen
möglich.

Am Mittwoch beginnt die Frontalzone, ausgehend von einer stärkeren Austrogung
über dem Atlantik, stärker zu oszillieren. Dabei wölbt sich stromab ein Rücken
auf, der zu den Britischen Inseln schwenkt. Der im Sinne des „downstream
development“ folgende Trog über Mitteleuropa schwenk bis zum Abend mit seiner
Achse über Deutschland hinweg. Mit dem Höhentrog korreliert auch ein gut
ausgeformter Bodentrog, dem nach Abzug des Höhentroges durch NVA und KLA ein
Hochkeil folgt. Summa Summarum steht ein weiter wechselhafter Wettertag ins
Haus, wobei die Niederschlagsaktivität vor allem im Süden im Vergleich zum
Vortag zunimmt. Dadurch, dass die Strömung mehr Nordkomponente bekommt, gelangt
etwas frischere Polarluft zu uns (T850 -3 bis -6 Grad), sodass die
Schneefallgrenze noch etwas auf mittlere Höhenlagen absinkt. Der Wind weht mit
Durchschwenken des Bodentroges in Böen nochmal stark, im Norden und auf den
Bergen auch stürmisch.

Am Donnerstag schwenkt der Rücken von den Britischen Inseln nach Deutschland.
Aus dem Hochkeil spaltet sich über Süddeutschland eine eigene Hochdruckzelle ab,
die mit ihrem Schwerpunkt aber ins östliche Mitteleuropa abzieht. Der
nachfolgende Höhentrog erreicht derweil die Britischen Inseln, das okkludierende
Frontensystem des korrespondierenden Sturmtiefs mit Kern südlich Island bleibt
bis zum Abend aber noch nordwestlich von uns. Der Tag steht demnach im Zeichen
einer Wetterberuhigung. In den Frühstunden besteht durch regionales Aufklaren
und Frost gebietsweise Glättegefahr. Tagsüber wird es dann aber recht mild,
sofern sich die unterhalt der Absinkinversion ausbildende Statusbewölkung
auflöst.

Am Freitag erreicht uns der Höhentrog und schwenkt unter Verkürzung seiner
Wellenlänge rasch über Deutschland hinweg. Die mit dem nun vollständig
okkludierten Frontensystem des zum Nordmeer ziehenden Tiefs in Verbindung
stehenden Regenfälle fallen wohl eher schwach aus. Etwas Neuschnee ist bei
vorübergehend ansteigenden T850 wohl nur im höheren Bergland ein Thema, genauso
wie vereinzelte stürmische Böen.

Am Wochenende zonalisiert die Strömung über dem Nordatlantik wieder. Es
verwundert dabei nicht, dass der Index der Arktischen Oszillation einen neuen
Höhenflug startet bei solch extremen Geopotenzial-Gegenspielern: negative
Anomalie von unter -50 gpdam über dem Nordmeerüber und positive Anomalie von ca.
+30 gpdam über Südwesteuropa. Im Gegensatz zu seinen gestrigen Vorgängern soll
die überaus gut ausgeprägte Frontalzone mit einem Jet-Streak von knapp 200
Knoten wieder genau gen Mitteleuropa gerichtet sein. Somit würde sich eine
weitere unbeständige und nasse Wetterphase (zyklonal Wesr bis Nordwest)
einstellen, die für Deutschland sehr hohes Sturmpotenzial in petto hat.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Über weite Strecken der Mittelfrist reiht sich die Simulation des jüngsten
IFS-Modelllaufes von 00Z nahtlos in die seiner Vorgänger ein. Es zeigen sich
sogar kaum Unterschiede in Ausprägung und Phase des Trog-Rücken-Musters.
Zum Ende der Mittelfrist bzw. in der erweiterten Mittelfrist ab etwa Freitag
divergieren die Berechnungen aber rasch und signifikant. Während der gestrige
IFS00Z-Lauf noch den Vorstoß eines Höhenrückens von Westen simulierte mit dem
Resultat einer „nördlichen“, damit zumindest nach Süden zu antizyklonalen
Westlage, wurde die Frontalzone in den beiden Nachfolge-Läufen sukzessive
südlicher gerechnet. Der neuste IFS-Lauf von heute Morgen kommt schließlich mit
einem Revival der durchweg zyklonalen Westlage daher, die für Deutschland erneut
sehr hohe Sturmgefahr birgt (s.o.).

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bis Freitag zeigen sich keine nennenswerten Unterschiede zwischen den führenden
deterministischen Globalmodellen. Danach zeigen interessanterweise sowohl GFS
und ICON nun ebenfalls das schnelle Übergreifen der Frontalzone zum Wochenende
mit hoher Sturmgefahr. Bei ICON wölbt sich ausgehend von der Höhenantizyklone
über Südwesteuropa allerdings verstärk ein Rücken gen Grönland, wodurch die
Höhenströmung über Deutschland etwas mehr Nordkomponente bekommt. Dadurch würde
die Frontalzone schneller nach Süden „durchrutschen“ und wir in den Zustrom
kälterer Polarluft kommen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen von T850 und H500 verlaufen bis Donnerstag eng gebündelt und
bestätigen das durch den deterministischen IFS-Run skizzierte und oben
beschriebene Vorhersageszenario.
Ab Freitag weiten sich die Rauchfahnen von T850 und H500 rasch auf, was auf
starkes Oszillieren mit zunehmender Phasenverschiebung zurückzuführen ist. Die
Schwankungsbreite des IFS-EPS beträgt bei T850 landesweit rund 20 K (-9 bis +11
Grad), bei H500 60 gpdam! Dabei lassen sich nur mit Müh‘ und Not Fokuspunkte
ausmachen, im Norden eher im unteren Bereich der Verteilung für T850 und H500,
im Süden im oberen Bereich.
In den Meteogrammen ausgewählter deutscher Orte manifestieren sich die
Unwägbarkeiten der end-mittelfristigen Prognose in sehr großen Boxplots für
quasi alle gängigen meteorologischen Parameter. Es fällt dabei aber auf, dass es
ab Freitag sehr deutliche Niederschlagssignale mit teilweise extremen Spitzen
gibt und auch der Median(!) der Windböen jetzt schon recht verbreitet auf 15-20
m/s (Bft 7-8) ansteigt. Bemerkenswert ist derweil der selbst im 10% der
2m-Temperatur fast durchweg ausbleibende Nachtfrost.

Für die drei Clustering-Zeiträume der Mittelfrist (+72-96h, +120-168h,
+192-240h) fallen alle Cluster auf die Klasse „positiv NAO“.
Nennenswerte Unterschiede zeigen sich erst im Zeitraum +120-168h. Hier wird der
am Freitag übergreifende Trog was Timing und Ausprägung bereits etwas
differierend simuliert. Allerdings deuten alle Cluster hinten raus die
Zonalisierung über dem Nordatlantik an.
Im Zeitraum +192-240h setzt sich in allen Clustern die Zonalisierung bis Europa
fort, wobei die Lage der Frontalzone stark schwankt. C1 und C2 (38 Member,
inklusive Haupt- und Kontrollauf) ähneln sich sehr, in diesem befindet sich
Deutschland inmitten der Frontalzone. In C3 (13 Member) hält die
Höhenantizyklone über Südwest- und Südeuropa stärker dagegen, sodass die
Frontalzone deutlich nördlicher verläuft und Deutschland nur peripher erfasst.

FAZIT: Das leicht unbeständige, aber nicht sonderlich aufregende Wetter bis
Donnerstag ist in Sack und Tüten. Danach nehmen die Unsicherheiten sehr schnell
zu. Am Wochenende sind schließlich keine haltbaren Aussagen mehr über den
Wetterablauf möglich. Allerdings fällt durchaus auf, dass sowohl die
probabilistische als auch deterministische Modellwelt in den jüngsten
Simulationen die zyklonale West-/Nordwestlage zunehmend präferieren. Das
Potenzial für weitere, signifikante Niederschläge mit daraus folgender
Hochwassergefahr, insbesondere aber das Sturmpotenzial sind nicht von der Hand
zu weisen. Das letzte Wort ist zwar noch lange nicht gesprochen, aber alleine im
Sinne der „ominösen“ Erhaltungsneigung würde der Autor der zyklonalen Westlage
den Vorzug geben.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

STURM:
Am Dienstag zeigt der EFI für die Nordhälfte Sturmsignale (EFI>0.6). Passend
dazu liefern sowohl COSMO-LEPS als auch das IFS-EPS für die genannte Region hohe
Wahrscheinlichkeiten für Böen Bft 8, an der See und im Bergland auch für Böen
Bft 9. ICON-EU-EPS ist etwas verhaltener.
Die Probabilistik springt für die potenzielle Sturmlage am nächsten Wochenende
bereits an. IFS-EPS rechnet mit einem vorläufigen Höhepunkt am Sonntag. Demnach
wären Böen Bft 8-9 verbreitet wahrscheinlich. Für Böen Bft 10-11 sind derzeit
nur geringe Wahrscheinlichkeiten vorhanden.

SCHNEE:
Für den Mittwoch simuliert das COSMO-LEPS erhöhte Wahrscheinlichkeiten für
markante Neuschneemengen (>10 cm/12 h) am Alpenrand und in Staulagen der
süddeutschen Mittelgebirge, steht damit aber noch alleine da.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS00Z, IFS-EPS, IFS-MIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Adrian Leyser

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 14.02.2020 um 10.30 UTC

Unbeständiges und windig bis stürmisches Wetter bleibt weiter Trumpf!

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 21.02.2020

Über dem gesamten mittelfristigen Zeitraum dominiert nach derzeitigen
Modellberechnungen weiter eine Westwetterlage, die überwiegend auch zyklonal
geprägt ist. Erst nach Wochenmitte der kommenden Woche gibt es im Ensemble
vorübergehend zaghafte Versuche einer vorübergehenden Blockierung mit
Hochdruckeinfluss.

Im Detail startet der mittelfristige Zeitraum am kommenden Montag mit einer
zonal ausgerichteten Grundströmung, die über den Britischen Inseln einen
Kurzwellentrog aufweist, der wiederum in der Nacht über Deutschland hinwegzieht.
Tagsüber würde Deutschland demnach auf der Vorderseite dieses Troges und
zugleich zunehmend rückseitig einer südostwärts durchziehenden Kaltfront liegen,
hinter der von Westen Meeresluft polaren Ursprungs mit Temperaturen auf 850 hPa
zwischen 0 und -6 Grad einfließt. Vor allem im Süden sorgt die an den Alpen
schleifende Front dabei für teils länger anhaltende Niederschläge. Der
Trogdurchgang selber generiert dann in der Nacht bevorzugt in der Nordhälfte
schauerartige, teils gewittrige Regenfälle.

Am Dienstag und Mittwoch befindet sich Deutschland weiter im Bereich eines
Langwellentroges, der mit diversen kurzwelligen Anteilen gespickt ist. In der
polaren Meeresluft mit Temperaturen in 850 hPa weiter zwischen 0 und -6 Grad
sorgen diese Kurzwellentröge gepaart mit Höhenkaltluft um -33 Grad in 500 hPa
für wiederholt auftretende, teils kräftige schauerartige, teils gewittrige
Niederschläge, die im höheren Bergland als Schnee fallen.

Erst in der Nacht zum Donnerstag deutet sich zumindest vorübergehend
Wetterberuhigung an, indem sich ein Rücken mit seiner Achse von Frankreich her
ostwärts verlagert und Deutschland im Laufe des Freitags überquert. Die
Stauniederschläge an den Alpen, induziert durch die nordwestliche Strömung auf
der Vorderseite der Rückenachse, klingen am Freitag ebenfalls weitgehend ab.

Da der Rücken nach Leseart des IFS in der zonalen Grundströmung recht schnell
von einem nachstoßenden Kurzwellentrog abgehobelt und südostwärts weitergereicht
wird, ist der Zwischenhocheinfluss nicht nachhaltig. Stattdessen soll das Land
schon in der Nacht zum Freitag von einem markanten Trog dominiert werden, der im
Bodendruckfeld wohl mit einer okkludierten Front einhergeht. Entsprechend muss
in der Nacht sowie am Freitag selber erneut mit schauerartigen Niederschlägen
gerechnet werden.

In der erweiterten Mittelfist ab Samstag deutet der Hauptlauf des EZMW einen
Abschnürungsprozess des Kurzwellentroges in den zentralen Mittelmeerraum an.
Dabei soll das Höhentief über Italien und Sizilien bis vor die Küste Afrikas
wandern. Gleichzeitig soll sich ein kräftiger Rücken vom Ostatlantik bis in den
Südwesten Deutschlands schieben. Diese Konstellation würde dazu führen, dass die
stramme zonale Grundströmung und somit die Frontalzone nach Norden gedrückt wird
und etwa über Dänemark hinweg verlaufen würde. Inwieweit diese Modellvariante
über Signifikanz verfügt, wird später nochmals genauer unter die Lupe genommen.

Zusammenfassend ist der mittelfristige Zeitraum von einer zyklonal geprägten
Westwetterlage dominiert, die überwiegend mit einem unbeständigen, windigen und
meist milden Wettercharakter einhergeht.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen IFS-Laufes ist bezüglich der großskaligen
Strukturen als gut bis Mittwoch sogar als sehr gut zu bezeichnen. Ab Mittwoch
gibt es jedoch auch nur geringe Unterschiede bei der Verlagerungsgeschwindigkeit
der durchschwenkenden Trog-Rücken-Strukturen, was wiederum geringe zeitliche
Unterschiede beim Durchzug möglicher Niederschlagsfelder zur Folge hat.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Auch andere Globalmodelle führender Wetterdienste (GFS, ICON, GEM, etc.)
simulieren die großskaligen Entwicklungen ähnlich zum IFS. Mit der
Vorhersagezeit sind allenfalls geringe Unterschiede in der
Verlagerungsgeschwindigkeit sowie Ausprägung der Trog-Rücken-Strukturen zu
erkennen, die wiederum aber kaum Einfluss auf das prognostizierte Wetter haben.

Das GFS und das ICON zeigen vergleichbar zum IFS auch den Abschnürungsprozess
zum Ende des mittelfristigen Zeitraums und zu Beginn der erweiterten
Mittelfrist, während beim GEM der Trog recht schwach ausgeprägt ist und von der
Zonalströmung nur ostwärts durchgereicht wird. Von einer möglichen Blockierung
oder Hochdruckeinfluss ist beim GEM nichts zu sehen. Das UKMO simuliert den Trog
im Vergleich zum ICON, GFS und IFS noch markanter und lässt ihn mit großer
Amplitude über den Ostatlantik weit nach Süden reichen. Damit wird auf der
Vorderseite der Rücken gestützt, der am Boden mit einem kräftigen Hoch von der
Iberischen Halbinsel bis nach Deutschland einhergeht.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland zeigen bezüglich der
Temperatur in 850 hPa bis einschließlich Mittwoch aufgrund eines recht geringen
Spread eine gute Vorhersagegüte. Erst ab Donnerstag spreizt sich das Ensemble
weiter auf, was in Verbindung mit dem Trogdurchgang in der Nacht zum Freitag
steht. Die Member simulieren dabei die Amplitude sowie aufgrund der
Verlagerungsgeschwindigkeit auch die zeitliche Einordnung leicht
unterschiedlich. Beim Geopotential ist ein ähnliches Bild zu verzeichnen. Dort
liegt bis Mittwoch ebenfalls eine gute Vorhersagegüte vor. Erst wenn ab
Donnerstag etwas mehr Schwung in die Zirkulation kommt und die Unsicherheiten
bei den Trog-Rücken-Strukturen zunehmen, bildet sich dieses auch in den
Rauchfahnen entsprechend ab. Die Meteogramme stützen die Aussagen der
Rauchfahnen.

Bei der Clusteranalyse werden die Unsicherheiten des Ensembles im Zeitraum von
+72 bis +96h durch insgesamt vier Cluster hinreichend beschrieben. Dabei sind
alle Cluster dem Schema einer positiven NAO zugeordnet, die wiederum typisch für
eine zonale Grundströmung mit stark ausgeprägten Tiefdruckkomplex über dem
Nordatlantik ist. Die Unterschiede der vier Cluster beziehen sich überwiegend
auf die Amplitude und das Timing kurzwelliger Randtröge, die mit der Strömung
ostwärts geführt werden. Cluster 1 und Cluster 2 sind dabei etwa gleichverteilt.
Haupt- und Kontrolllauf sind im Cluster 2 eingeordnet.
Im Zeitraum von +120 bis +168h wird vom Ensemble übereinstimmend weiter eine
meist zyklonal geprägte Westlage gezeigt, bei der die Trog-rücken-Strukturen nun
jedoch größere Amplituden und entsprechend größere Meridional-Komponenten
aufweisen. Die Unterschiede bei der Verlagerungsgeschwindigkeit und Ausprägung
der Strukturen führt schließlich dazu, dass insgesamt fünf Cluster zur
Beschreibung der Unsicherheiten nötig sind. Dabei sind vor allem Cluster 1 bis 4
nahezu gleichverteilt. Die Cluster 1 und 2 verfügen dabei über vergleichbare
Strukturen. Bei Cluster 1, das auch den Haupt- sowie Kontrolllauf enthält, wird
der rücken über Westeuropa etwas stärker gezeigt, während bei Cluster 2 der
Rücken über den Atlantik intensiver gerechnet wird. Die weiteren Cluster weichen
von den Erstgenannten vor allem durch Unterschiede bei der Lage sowie der
Verlagerungsgeschwindigkeit ab. Bei der Intensität der verschiedenen
Geopotentialfelder ähnelt Cluster 3 dem ersten Cluster und Cluster 4 dem zweiten
Cluster. Das Cluster 5 zeichnet sich durch eher schwache Amplituden der
Geopotentialgebilde aus, sodass dort im Grunde bis Freitag eine stramme
Zonalströmung dominiert.

In der erweiterten Mittelfrist im Zeitraum von +192 bis +240h bleibt die
zyklonale Westwetterlage und somit das Schema einer positiven NAO über alle
Cluster erhalten. Die geringen Abweichungen im Luftdruck- und Geopotentialfeld
werden dabei durch vier Cluster beschrieben. Vor allem Cluster 1 und 2 sowie 4
zeigen wieder zunehmend eine starke Westdröhnung ohne Tröge/Rücken nennenswerter
Amplitude. Je nach Cluster ist allerdings die Frontalzone weiter nach Norden
oder Süden verschoben. Bei Cluster 1 und 2, die jeweils mit 17 Mitgliedern
gleichverteilt sind, würde die Frontalzone erneut direkt über der Nordhälfte
Deutschlands verlaufen. Diese Variante wird durch den Kontrolllauf in Cluster 2
gestützt. Bei Cluster 4 würde sich ein kräftiger und großräumiger Rücken weiter
nach Norden schieben und die Frontalzone ins südliche Skandinavien schicken.
Cluster 3 mit dem Hauptlauf zeigt einen kräftigen Rücken, der sich von West-
bzw. Südwesteuropa bis nach Russland erstreckt, den nachfolgenden Langwellentrog
blockiert und schließlich eine starke südwestliche Grundströmung produziert.

Zusammenfassend bleibt also die zyklonale Westwetterlage auch nach Betrachtung
der Cluster Trumpf. Während sich die Geopotential- und Luftdruckgebilde in der
Mittelfrist etwas variabler zeigen und durch eine größere Amplitude an
Meridional-Komponente zunehmen, scheint in der erweiterten Mittelfrist wieder
stramm West vorzuherrschen.

Um nochmals auf den Abschnürungsprozess über dem östlichen Mitteleuropa zum Ende
der Mittelfrist zurückzukommen, so lässt sich auch nach Betrachtung der Cluster
feststellen, dass dieser von nahezu allen ENS-Mitgliedern gezeigt wird, aber
keinen nachhaltigen Einfluss auf die weiteren Entwicklungen hat.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Aus Sicht der Probabilistik gibt es vor allem am Sonntag und Montag hinreichend
Signale für überdurchschnittliche Witterungsbedingungen.

Der EFI zeigt für Sonntag nördlich von Mosel und Main überdurchschnittliche
Windgeschwindigkeiten im Nordwesten zudem übernormale Regenmengen im
24-stündigen Bezugszeitraum. Dazu werden im Vergleich zur Referenzperiode des
Modellklimas landesweit stark überdurchschnittliche Temperaturen erwartet. Am
Montag zeichnet der EFI ein ähnliches Bild, wobei überdurchschnittliche
Windspitzen bevorzugt im Norden und an der Kaltfront und vergleichsweise hohe
Regensummen im Südwesten gezeigt werden. Auch die Temperaturanomalie soll sich
etwas abschwächen. Auch der Dienstag steht beim EFI noch im Zeichen des Windes
mit im Vergleich zum Modellklima höheren Geschwindigkeiten in der Nordhälfte. Im
weiteren Verlauf der Mittelfrist legt der EFI eine Pause ein und hat für den
deutschen Raum keinen Hinweis für signifikant vom Modellklima abweichende
Wetterbedingungen.

Von den ENS gibt es am Montag vor allem im Norden und Westen höhere
Wahrscheinlichkeiten zwischen 25 und 90%, im Küstenumfeld bis 100% für
stürmische Böen oder Sturmböen. Weiter nach Süden stützen nur 0 bis 25%
stürmische Böen, südlich der Donau gibt es gar keine Hinweise für markante Böen.
Für orkanartige Böen gibt es im Nordseeumfeld von den ENS (EZ-EPS, ICON-EPS,
CLEPS) Signale zwischen 5 und 15%. Neben dem Wind soll es regional auch länger
anhaltend und kräftig regnen. Entsprechend gibt es für den Schwarzwald geringe
Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen Dauerregenschwelle von 30 l/qm/24h.

Am Dienstag bleibt es weiter windig bis stürmisch. An der Küste sowie im
Bergland werden dabei stürmische Böen oder Sturmböen von Wahrscheinlichkeiten
zwischen 45 und 75% gestützt. Im Binnenland, etwa bis zur Mittelgebirgsschwelle,
sind noch in 10 bis 25% der Member einzelne stürmische Böen zu verzeichnen,
wobei das EZ-EPS noch etwas höhere Werte als CLEPS und ICON-EPS zeigt. Sonst
bleibt es weiter unbeständig, ohne aber markante Regenmengen zu erreichen.

Am Mittwoch simulieren die Läufe des ENS (ICON-EPS und CLEPS) nur noch im
direkten Küstenumfeld und in den Hochlagen mit Wahrscheinlichkeiten von 20 bis
40% stürmische Böen oder Sturmböen. Das EZ-EPS ist mit Werten bis 50% an der
Küste und bis 30% in Teilen Ostdeutschlands etwas stärker ausgeprägt. Mit Zufuhr
kühlere Meeresluft polaren Ursprungs sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht zum
Mittwoch ab. Dabei gibt es für Alpen und den Bayerischen Wald ab Dienstagabend
geringe Hinweise von 5 bis 25, exponiert bis 50%, dass etwa oberhalb von 700 bis
1000 Meter Neuschneemengen über 10 cm in 12 Stunden auftreten. Im Schwarzwald
und im Erzgebirge stützen noch 5 bis 10% diese Mengen.

Basis für Mittelfristvorhersage
EZ-EPS, det. EZ, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 13.02.2020 um 10.30 UTC

Unbeständig, windig, anfangs sehr mild, später etwas kühler. Ab der Wochenmitte
zunehmend Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 20.02.2020

Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums liegt Deutschland auf der
Südseite einer recht glatten Frontalzone in einer kräftigen westlichen bis
südwestlichen Strömung. Im Bodendruckfeld erreicht die wellende Kaltfront eines
Tiefs über der norwegischen See, das sich im Tagesverlauf bis zum Bottnischen
Meerbusen verlagert, den Norden. Die Front verlagert bis in die Mitte und an der
Front kann es teilweise kräftigen Regen geben. Vor allem im westlichen Bergland
können auch die Warnschwellen für Dauerregen überschreiten werden. Der Wind ist
am Sonntag Thema, da es an der Küste und auf den Berggipfeln schwere Sturmböen,
teilweise sogar orkanartige Böen geben kann. Zudem muss im gesamten
norddeutschen Tiefland mit stürmischen Böen oder Sturmböen gerechnet werden. Das
geschieht alles bei ungewöhnlich milden Temperaturen, von 14 Grad im Nordosten
bis 20 Grad im Südwesten.

Am Montag nähert sich vom östlichen Atlantik ein recht breiter Trog. Er wird in
den kommenden Tagen durch fortwährende KLA in seine Rückseite regeneriert und
ein erster Randtrog erreicht bis Tagesende unsere westlichen Landesteile. Die
Höhenströmung dreht dadurch auf Südwest. Die Front kommt bis zu den Alpen voran
und rückseitig wird etwas frischere subpolare Meeresluft herangeführt. Das recht
milde Temperaturniveau bleibt aber erhalten. Der Gradient fächert im Süden etwas
auf, sodass der Wind vor allem im Norden mit stürmischen Böen und Sturmböen bis
ins Flachland ein Thema bleibt.

Der Trog erstreckt sich am Dienstag von den Britischen Inseln bis nach
Weißrussland. Ein erster Randtrog schwenkt am Dienstag über den Osten hinweg und
dahinter stellt sich kurzzeitig ein recht glatte westliche Höhenströmung ein,
ehe der nächste Randtrog uns erreicht. Dadurch kann am Boden der Keil des
Azorenhochs Richtung Alpen und Süddeutschland vorstoßen. Der Wind schwächt sich
auch im Norden ein wenig ab. Stürmische Böen oder Sturmböen bleiben dabei
voraussichtlich auf den Küstenbereich beschränkt. Ein weiterer Randtrog sorgt
vor allem in den westlichen Landesteilen erneut für etwas Regen. Die
Schneefallgrenze bleibt recht hoch bei etwa 600 bis 800 m.

Am Mittwoch folgt ein weiterer Randtrog, wodurch die kältere Luft sich bis zu
den Alpen durchsetzen kann. Es bleibt wechselhaft und die Regen und Regenschauer
gehen in der Mitte oberhalb von etwa 400 m, im Süden oberhalb von 700 m in
Schnee über. Der westliche Wind bleibt frisch, warnwürdige Böen, teils bis Bft
8, sind aber nur auf den Berggipfeln und an der Küste zu erwarten.
Am Donnerstag schwenkt der Trog, der sich mittlerweile bis nach Süditalien
ausgedehnt hat über die Mitte und den Osten hinweg in Richtung Osten. Ihm folgt
ein Keil, der sich ausgehend von einem Höhenhoch über Südspanien über Westeuropa
in Richtung Skandinavien ausdehnt. Das stützt am Boden ein Hoch über Frankreich
und Deutschland, das vor allem im Süden für Aufheiterungen sorgt. Es bleibt
abgesehen vom Nordosten und dem Alpenrand meist trocken. Das Temperaturniveau
verbleibt auf dem Niveau der letzten Tage. Zweistellige Werte werden aber nur am
Oberrhein erwartet. Wind ist weiterhin an der Küste sowie auf den Berggipfeln
ein Thema.

In der erweiterten Mittelfrist ab Freitag dominiert ein Hochkeil, der sich von
Frankreich in Richtung Nordosten ausdehnt und der sorgt für meist ruhiges und
trockenes Wetter. Auch die Windsituation entspannt sich deutlich.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen Laufs im Vergleich zu den Vorläufen kann insgesamt
als recht gut bezeichnet werden. Unterschiede gibt es erst ab dem erweiterten
Mittelfristzeitraum, bei dem der aktuelle Lauf etwas antizyklonaler geprägt ist
als die Vorläufe.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen Modelle simulieren die Entwicklung im Großen und Ganzen ähnlich wie
das IFS. Signifikante prognoserelevante Unterschiede sind nicht zu erkennen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalysen für Sonntag und Montag zeigen 5 Cluster, die sich bei uns
allerdings kaum unterscheiden. Im anschließenden Zeitraum von Dienstag bis
Donnerstag wird dagegen nur ein Cluster gerechnet. Im erweiterten
Mittelfristzeitraum ab Freitag werden 4 Cluster unterschieden, wobei der
operationelle Lauf sich in Cluster 1 befindet. Auch die Cluster 2 und 3 sind bei
uns recht ähnlich wie Cluster 1 und deuten auf einen antizyklonal geprägten
Witterungsabschnitt hin.
Die Rauchfahne für einen Standort in der Mitte von Deutschland weist bei der
Temperatur bis nächsten Mittwoch einen recht engen Verlauf auf. Ab Sonntag sinkt
die Temperatur in 850 hPa steil auf Werte um -6°C. Erst ab Donnerstag steigt die
Temperatur wieder an. Die Niederschlagssignale sind recht niedrig mit einem
relativen Maximum am Montag.
Das Temperaturniveau ist dabei laut GEFS am Wochenende und am Montag noch teils
deutliche über dem vieljährlichen Mittel 1981 bis 2010, danach von Dienstag bis
Donnerstag knapp darunter und steigt zum Wochenende hin wieder deutlich an.
Weiterhin wird es Anfang übernächster Woche wieder etwas unbeständiger.
Insgesamt stützen die Ensemblevorhersagen den aktuellen Lauf des IFS.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der Extreme Forecastindex (EFI) zeigt für Sonntag Signale für einen milden, im
Norden auch deutlich zu milden Witterungsabschnitt. Mit Voranschreiten der
Kaltfront gibt es am Montag für den Norden, am Dienstag auch für den Südwesten
Signale für kräftige Niederschläge und für den Norden und die Mitte deutliche
Signale für Wind/Sturm. Auch am Mittwoch gibt EFI in der Nordhälfte Hinweise auf
Wind/Sturm. Ab Donnerstag gibt es keine EFI-Signale mehr für signifikantes
Wetter.

Wind:
Die Ensembles geben für Sonntag Signale für hohe Wahrscheinlichkeiten für
Sturmböen an der Nordsee sowie in den höheren Lagen der Mittelgebirge. Auf See
und auf den Nordseeinseln sind auch orkanartige Böen wahrscheinlich. Am Montag
gibt es in Schleswig-Holstein und auf den Nordseeinseln hohe
Wahrscheinlichkeiten für Sturm, teilweise auch Bft 10. Auch am Dienstag muss
wahrscheinlich an der Nord- und Ostsee sowie auf den Bergen noch mit Sturmböen
(Bft 9) gerechnet werden. Das Sturmfeld zieht am Mittwoch ostwärts ab und so
gibt es noch an der Ostsee Signale für stürmische Böen (Bft 8).

Niederschlag:
Am Sonntag gibt es Signale für Dauerregen im Bereich Sauerland, geringer auch in
der Eifel. Am Montag gibt es von COSMO-LEPS und ICON-EPS geringe
Wahrscheinlichkeiten für Dauerregen im Schwarzwald, was von EZMW-EPS allerdings
nicht bestätigt wird. In den Folgetagen gibt es keine Hinweise mehr auf
signifikante Niederschlagsereignisse.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, EZMW-IFS, EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Rolf Ullrich