S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 21.05.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 21.05.2022 um 10.30 UTC

Anfangs zum Teil noch kräftige Schauer und Gewitter. Zum nächsten Wochenende
dann allmählich Wetterberuhigung und leichte Abkühlung.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 28.05.2022

Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am kommenden Dienstag
schwenkt ein Teil eines LW-Troges von den Britischen Inseln als Randtrog
nordostwärts, bei zunehmend negativer Achsneigung. Ein Teil des Haupttroges
hängt zunächst südlich der Britischen Inseln zurück und zieht unter
Abschnürungstendenz ins westliche Mittelmeer. Daher ist mit dynamischer
Unterstützung am westlichen baroklinen Teil des abziehenden Rückens eine
schleifende Frontalzone v.a. im Süden/Südosten erkennbar, in der Kurzwellen in
der mittleren und oberen Troposphäre ablaufen. Das könnte zu konvektiv,
durchsetztem Dauerregen im Süden und Südosten führen.

Dagegen sind im Nordwesten, am Mittwoch mit einem weiteren markanten LW-Trog von
Westen auch generell im Norden einzelne Gewitter der Marke dynamisch getriggert
zu erwarten. Dementsprechend sollte dort der Wind das Kriterium für markante
Gewitter sein. Die Tageshöchstwerte gehen im Vergleich zum Wochenbeginn zurück
(850 hPa-Temperatur so bei 4 bis 10 Grad, von Nordwest nach Südost.)

Am Donnerstag zieht ein Randtrog des sich amplifizierenden LW-Troges über
Skandinavien über die Nordhälfte Deutschlands hinweg, während der Südwesten in
den Randbereich eines Hochs mit Zentrum über der Biskaya kommt. Von daher kommt
es in der Nordhälfte zu weiteren einzelnen Schauern oder auch kurzen Gewittern.
In der Südhälfte lassen die Niederschläge dagegen im Tagesverlauf nach und die
sonnigen Abschnitte nehmen zu.

Am Freitag amplifiziert sich der LW-Trog von Skandinavien bis ins nördliche
Mitteleuropa und vergrößert seine Wellenlänge noch. Damit wird dessen
Ostverlagerung verlangsamt (Gruppengeschwindigkeit der Welle lässt nach).
Derweil sorgt ein südlicher Trogvorstoß eines LW-Troges weit stromauf auf dem
Atlantik für den Aufbau eines veritablen Rückens mit negativer Achsneigung von
den Britischen Inseln bis nach Grönland. Damit wäre es dann auch mit der
vorübergehenden Glättung der Frontalzone über dem Nordatlantik vorbei. Für
Deutschland würde das beschriebene Szenario eine Wetterteilung zwischen Nord-
und Südhälfte bedeuten, d.h. im Norden wechselhaft und kühler mit Schauern,
vereinzelt auch Gewittern, dazu auch steife bis stürmische Böen aus westlichen
Richtungen. Im Süden wird es wieder etwas wärmer und sonniger, dazu gibt’s in
der weiterhin etwas feuchteren Luftmasse, etwa südlich der Donau liegend,
zumindest an den Alpen vereinzelt Gewitter mit Starkregengefahr.

Am Samstag weitet sich der westeuropäische Rücken Richtung Großbritannien hin
aus. Das Bodenhoch verlagert sich mit seinem Zentrum zur Nordsee und Schottland.
Gleichzeitig zieht der LW-Trog von Skandinavien zum Baltikum und Nordrussland.
Somit wird der Einfluss dieses Tiefdruckgebildes auf das Wetter in Deutschland
immer schwächer. Lediglich im äußersten Nordosten sowie am Alpenrand könnte es
noch zu letzten schauern kommen. Bei (850 hPa Temperaturen um 5 Grad) werden
Höchstwerte zwischen 19 Grad im Nordosten und 23 Grad im Südwesten erwartet.

In der erweiterten Mittelfrist stellt sich aller Voraussicht nach die
Großwetterlage Hoch Britische Inseln (HB) bzw. Hoch Nordmeer antizyklonal
(HNa)ein.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der neue IFS-Lauf weist bis zur Wochenmitte eine gute Konsistenz auf. Die
Glättung der Frontalzone ab Wochenmitte wird auch von anderen Globalmodellen wie
ICON oder GFS ähnlich simuliert. Ab Freitag nimmt die Konsistenz etwas ab, im
neuen IFS-Lauf wird die GWL Hoch Britische Inseln (HB) favorisiert.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Wie weiter oben bereits beschrieben, sind sich die Globalmodelle IFS, GFS und
ICON bis etwa zur Wochenmitte einig. Uneinigkeit kommt in dem Moment auf, wo die
zunächst zonal geglättete Frontalzone zum Ende der Woche erneut ins Schlingern
kommt. Dabei muss man sagen, dass aktuell die Tendenz auszumachen ist, dass sich
über den Britischen Inseln ein blockierendes Hochdruckgebiet bilden dürfte.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Bezüglich der gruppierten Cluster zeigt sich folgendes Bild. Für den Zeitschritt
t+120 bis t+168 h sind Haupt- und Kontrolllauf im Modus NAO positiv, lediglich
die Abschnürung und Austrogung über dem westlichen Mittelmeer wird anders
behandelt. Cluster drei sieht dagegen bereits den Übergang zum Atlantischen
Rücken (AtR).

Im Zeitschritt t+192 bis t+240 h liegen Haupt- und Kontrolllauf bereits im Modus
AtR, mit Tendenz zu NAO negativ, wohingegen das erste majoritäre Cluster zwar
AtR favorisiert, aber eine weiterhin glattere und nach Norden verschobene
Frontalzone aufweist. Weniger Member signalisieren Variationen des Europeen
Blocking oder auch weiterhin NAO positiv, allerdings als Übergangsvarianten mit
amplifizierter Frontalzone.

Bei den Rauchfahnen zeigt sich folgender Sachverhalt:

Im Norden ist die Tendenz so, die 850-hPa-Temperatur sinkt nach dem Peak am
Montag (ca. 11 Grad) bis Freitag stetig auf etwa 3 bis 1 Grad bei nicht allzu
großem Spread beim Haupt- und Kontrolllauf. Danach bleibt die beschriebene
Tendenz von Haupt- und Kontrolllauf gleichbleibend bis noch etwas nach unten,
wobei der Spread nach oben enorm ist (bis ca.12 Grad!). Beim Niederschlag sind
erwartungsgemäß über den gesamten Zeitraum veritable Signale für leichte
Niederschläge enthalten. Beim Geopotenzial in 500 hPa ist ähnlich wie bei der
850 hPa-Temperatur ein stetiger Abfall zu vermerken, der zum Wochenende
allerdings einen enormen Spread nach oben aufweist.

Im Süden (in Richtung Alpen) fällt die 850 hPa-Temperatur nach Montag auch ab,
aber nicht so stark (auf etwa 6 bis 3 Grad zum Freitag hin, Haupt- bzw.
Kontrolllauf). Danach steigt die 850 hPa-Temperatur wieder leicht an. Der
Member-Spread ist geringer als im Norden. Bezüglich Niederschlag bestehen starke
Signale von Montag bis Mittwoch für 6-h-Niederschlag über 10, Dienstag teils bis
20 l/qm. Danach nehmen die Niederschlagssignale deutlich ab. Beim Geopotenzial
in 500 hPa ist der Abfall bis Wochenmitte mit geringem Spread drin, danach
steigt das Geopotential deutlich (Hauptlauf) bzw. gemäßigt (Kontrolllauf) an,
bei größer werdendem Spread nach unten.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

EFI liefert kaum Hinweise auf ungewöhnliches Wetter.

Niederschlag:

Anfangs treten im Bereich der Alpen und im Schwarzwald Hinweise auf markante
Mengen auf.

Gewitter:
Vor allem am Montag, Dienstag und teils auch noch am Mittwoch werden hohe
Wahrscheinlichkeiten für Gewitter im markanten Bereich simuliert

Wind:
Am Dienstag werden im Nordseeumfeld Böen der Stärke 8 bis 9 erwartet.
Am Donnerstag ist mit Böen 8 bis 9 in der gesamten Nordhälfte zu rechnen.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, GEFS, ICON, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 20.05.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 20.05.2022 um 10.30 UTC

Nach den Gewittern ab Dienstag kühler und gebietsweise wechselhaft, nach
Wochenmitte im Süden mehr Sonne und allmählich wieder wärmer.

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 27.05.2022

Ein kurzer Blick auf übergeordnete Faktoren lässt den Verlauf der bevorstehenden
(erweiterten) Mittelfrist zumindest skizzieren. Die Prognose des NAO-Index zeigt
einen Peak bis nahezu +2 beim Geopotenzial in 500 hPa (lt. NOAA) um die
Wochenmitte. Das deckt sich mit der Analyse/Prognose der zirkumpolaren Wellen,
die derzeit bei relativ hoher zonaler Wellenzahl mehr kurzwellige als
langwellige Anteile aufweisen. Dementsprechend ist zur Wochenmitte eine
Forcierung des Teil-Jetstreaks über dem Nordatlantik zu beobachten (mit
entsprechend erhöhten Werten des zonalen Windes in der oberen Troposphäre). Zum
Ende der nächsten Woche geht dann allerdings der NAO-Index recht konsistent (bei
geringem Memberspread) wieder gen 0, einige Member (GEFS) simulieren sogar NAO
leicht negativ, wobei das Ensemble-Mean im positiven Bereich bleiben soll. Diese
negativen Member finden sich auch bei einigen Clustern und im aktuellen
Hauptlauf des IFS (GWL Atlantischer Rücken in der Ausprägung NAO negativ)
wieder. Ein anderes Szenario bietet der aktuelle ICON-Lauf, der die Frontalzone
zwar weiterhin eher zonal verlaufen lässt, diese aber zum Wochenende weiter nach
Norden in Richtung Skandinavien verschiebt. Summa summarum ergeben sich damit
zum Ende der Mittelfrist und zu Beginn der erweiterten Mittelfrist recht große
Unsicherheiten. Schaut man zu guter Letzt noch auf die Wellenflüsse (EP-Flüsse),
so fallen schon verstärkte und teils konvergente meridionale und vertikale
Flüsse in Richtung höhere Breiten (etwa 55 bis 70 Grad Nord, zonal gemittelt)
auf, die eine gewisse Blockingtendenz (einschl. NAO negativ) enthielten.

Auch der zonal gemittelte zonale Wind in 60 Grad Nord (auf 100 hPa, in der
unteren Stratosphäre, Indikator auch für die Stärke des Jets in der oberen
Troposphäre) weist nach einem starken Abfall zu Beginn des Monats (Diagnose
NASA) derzeit nur vorübergehend erhöhte Werte auf (Prognose NASA), die eine
längere zonal glatte Strömung begründen würden.

Nun folgt noch kurz die Übersicht über die einzelnen Tage der Mittelfrist.

Am Montag überquert uns ein amplifizierter Rücken ostwärts und vom Atlantik
schwenkt ein
Langwellentrog in Richtung Britische Inseln. Dadurch steilt die Höhenströmung
bei uns auf und somit wird von Südwesten her recht warme und feuchte Luft bis in
den Nordosten geführt. Auf der Vorderseite des Trogs schwenkt ein Randtrog über
Westeuropa hinweg ebenfalls in Richtung Nordosten. Das führt zu einer
Verstärkung eines kleinräumigen Tiefs über Frankreich und Benelux, dass sich im
Tagesverlauf über Westdeutschland hinweg in Richtung Nordwesten verlagert. Mit
diesem ist eine Warmfront verbunden, die schon in der Frühe auf den Südwesten
übergreift. Die Kaltfront (verbunden mit einem Frontensystem über der nördlichen
Nordsee) erreicht den Westen erst am Abend oder in der Nacht zum Dienstag. Unter
Umständen kann sich davor noch die eine oder andere Konvergenz entwickeln und
daher muss vom Südwesten bis in die Mitte ab dem Mittag mit kräftigen Gewittern,
teils unwetterartig durch heftigen Starkregen, größeren Hagel und orkanartige
Böen, gerechnet werden. Hinzu kommt es, bedingt durch die Gradientzunahme
aufgrund des Durchzugs des Tiefs, zu stürmischen Böen in der Südhälfte, auf den
Bergen auch zu Sturmböen.

Am Dienstag und Mittwoch schwenkt ein Teil des LW-Troges von den Britischen
Inseln als Randtrog nordostwärts, bei zunehmend negativer Achsneigung. Ein Teil
des Haupttroges hängt zunächst südlich der Britischen Inseln zurück und zieht
unter Abschnürungstendenz ins westliche Mittelmeer. Am Dienstag ist mit
dynamischer Unterstützung am westlichen baroklinen Teil des abziehenden Rückens
eine schleifende Frontalzone v.a. im Süden/Südosten erkennbar, in der Kurzwellen
in der mittleren und oberen Troposphäre ablaufen. Das könnte den teils auch
konvektiv durchsetzten Dauerregen im Süden und Südosten erklären. Dagegen sind
im Nordwesten, am Mittwoch mit einem weiteren markanten LW-Trog von Westen auch
generell im Norden einzelne Gewitter der Marke dynamisch getriggert zu erwarten.
Dementsprechend sollte dort der Wind das Kriterium für markante Gewitter sein.
Die Tageshöchstwerte gehen im Vergleich zum Wochenbeginn zurück (850
hPa-Temperatur so bei 4 bis 7 Grad, von Nord nach Süd.)

Bis zum Freitag amplifiziert sich der LW-Trog von Skandinavien bis ins nördliche
Mitteleuropa und vergrößert seine Wellenlänge noch. Damit wird dessen
Ostverlagerung verlangsamt (Gruppengeschwindigkeit der Welle lässt nach).
Derweil sorgt ein südlicher Trogvorstoß eines LW-Troges weit stromauf auf dem
Atlantik für den Aufbau eines veritablen Rückens mit negativer Achsneigung von
den Britischen Inseln bis nach Grönland. Das wäre dann konform zum eingangs
erwähnten Szenario Tendenz NAO negativ. Damit wäre es dann auch mit der
vorübergehenden Glättung der Frontalzone über dem Nordatlantik vorbei. Für
Deutschland würde das beschriebene Szenario eine Wetterteilung zwischen Nord-
und Südhälfte bedeuten, d.h. im Norden wechselhaft und kühler mit Schauern,
vereinzelt auch Gewittern, dazu am Donnerstag auch steife bis stürmische Böen
aus westlichen Richtungen. Im Süden wird es wieder etwas wärmer und sonniger,
dazu gibt’s in der weiterhin etwas feuchteren Luftmasse, etwa südlich der Donau
liegend, zumindest an den Alpen sowie im Bergland vereinzelt Gewitter mit
Starkregengefahr. Der Freitag dürfte dabei durch die langsame Ostverlagerung des
Haupttroges und Ausweitung hohen Luftdruckes bis nach Westeuropa von Südwesten
und Westen her insgesamt freundlicher ausfallen.

Für die erweiterte Mittelfrist zieht IFS in der Tat im Hauptlauf NAO negativ mit
hohem Geopotenzial im Raum Island/Grönland und korrespondierendem tiefen
Geopotenzial über Skandinavien durch. ICON hingegen rechnet eine deutlich
wärmere Variante mit hohem Geopotenzial über West- und Mitteleuropa. GFS setzt
hierbei weiterhin auf eine straffe Frontalzone, wenn auch etwas nordwärts
verschoben, was wiederum in die Richtung der ICON-Variante geht.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der neue IFS-Lauf weist bis zur Wochenmitte eine gute Konsistenz auf. Die
Glättung der Frontalzone ab Wochenmitte wird auch von anderen Globalmodellen wie
ICON oder GFS gesehen. Ab Freitag nimmt die Konsistenz deutlich ab, im neuen
IFS-Lauf wird die GWL Atlantischer Rücken, in der erweiterten MiFri auch NAO
negativ angedeutet, wohingegen die anderen Globalmodelle bei einer eher zonalen
Strömung verbleiben, wenn auch mit nach Norden verschobener Frontalzone (ICON).

Die kräftigen Gewitter zu Beginn der MiFri (Mo) sind weiterhin drin.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Wie weiter oben bereits beschrieben, sind sich die Globalmodelle IFS, GFS und
ICON bis etwa zur Wochenmitte einig. Uneinigkeit kommt in dem Moment auf, wo die
zunächst zonal geglättete Frontalzone zum Ende der Woche erneut ins Schlingern
kommt. Dabei muss man sagen, dass keine eindeutige Tendenz auszumachen ist,
obwohl zum Ende der Woche leichte Blockierungstendenzen oder aber Verschiebungen
der Frontalzone nordwärts denkbar wären, siehe auch weiter unten.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die s.g. Weather Regimes probabilities des IFS vom 19.05.22 zeigen in der
erweiterten Mittelfrist einige Signale für die GWL Atlantischer Rücken oder auch
Scandi- bzw. Europeen Blocking, ganz wenige Member gehen direkt auf NAO negativ.

Bezüglich der gruppierten Cluster zeigt sich folgendes Bild. Für den Zeitschritt
t+120 bis t+168 h sind Haupt- und Kontrolllauf im Modus NAO positiv, lediglich
die Abschnürung und Austrogung über dem westlichen Mittelmeer wird anders
behandelt. Cluster drei sieht dagegen bereits den Übergang zum Atlantischen
Rücken (AtR).

Im Zeitschritt t+192 bis t+240 h liegen Haupt- und Kontrolllauf bereits im Modus
AtR, mit Tendenz zu NAO negativ, wohingegen das erste majoritäre Cluster zwar
AtR favorisiert, aber eine weiterhin glattere und nach Norden verschobene
Frontalzone aufweist. Weniger Member signalisieren Variationen des Europeen
Blocking oder auch weiterhin NAO positiv, allerdings als Übergangsvarianten mit
amplifizierter Frontalzone.

So, was sagen uns die Rauchfahnen heute? Es sollen zwei beliebig gewählte Orte
in Norddeutschland und Süddeutschland beleuchtet werden.

Im Norden ergibt sich folgendes Bild. Die Tendenz der 850-hPa-Temperatur sinkt
nach dem Peak am Montag (ca. 11 Grad) bis Freitag stetig auf etwa 3 bis 1 Grad
bei nicht allzu großem Spread am Haupt- und Kontrolllauf. Danach bleibt die
beschriebene Tendenz von Haupt- und Kontrolllauf gleichbleibend bis noch etwas
nach unten, wobei der Spread nach oben enorm ist (bis ca.12 Grad!). Beim
Niederschlag sind erwartungsgemäß über den gesamten Zeitraum veritable Signale
für leichte Niederschläge enthalten. Beim Geopotenzial in 500 hPa ist ähnlich
wie bei der 850 hPa-Temperatur ein stetiger Abfall zu vermerken, der zum
Wochenende allerdings einen enormen Spread nach oben aufweist (ICON-Lösung?).

Im Süden (in Richtung Alpen) fällt die 850 hPa-Temperatur nach Montag auch ab,
aber nicht so stark (auf etwa 6 bis 3 Grad zum Freitag hin, Haupt- bzw.
Kontrolllauf). Danach steigt die 850 hPa-Temperatur wieder leicht an. Der
Member-Spread ist geringer als im Norden. Bezüglich Niederschlag bestehen starke
Signale von Montag bis Mittwoch für 6-h-Niederschlag über 10, Dienstag teils bis
20 l/qm. Danach nehmen die Niederschlagssignale deutlich ab. Beim Geopotenzial
in 500 hPa ist der Abfall bis Wochenmitte mit geringem Spread drin, danach
steigt das Geopot deutlich (Hauptlauf) bzw. gemäßigt (Kontrolllauf) an, bei
größer werdendem Spread nach unten.

Insofern lassen sich keine größeren Widersprüche zum Text weiter oben erkennen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

EFI liefert kaum Hinweise auf ungewöhnliches Wetter. Schwache Signale für Wind
und Niederschlag sind am Montag auszumachen.

Niederschlag:
Die Ensembles liefern vor allem zum und am Dienstag im Bereich der Alpen/ ggf.
auch Südschwarzwald Hinweise auf markante Niederschlagsmengen, konvektiv
durchsetzt. An den Folgetagen gibt es für den Alpenraum allenfalls schwache und
meist nur konvektive Signale für markante Niederschlagsmengen.

Gewitter:
Vor allem am Montag gibt es eine recht hohe Wahrscheinlichkeit für gebietsweise
kräftige Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotenzial.

An den Folgetagen beschränken sich die voraussichtlich markanten Gewitter auf
den Alpenraum, allerdings sind auch im Nordseeumfeld, zur Wochenmitte generell
im Norden markante Gewitter mit Sturmböen nicht ausgeschlossen.

Wind:
EZMWF-EPS simuliert am Montag im Südwesten mittlere Wahrscheinlichkeiten für
markante Böen (Bft 8).

ICON-EU EPS liefert am Dienstag gewisse Wahrscheinlichkeiten für markante Böen
im Nordseeumfeld, am Donnerstag generell im Norden sowie auf den Bergen.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, GEFS, ICON, MOSMIX, NOAA/NASA

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Dr. Jens Bonewitz

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 19.05.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 19.05.2022 um 10.30 UTC

Anfangs Hochdruckeinfluss, am Montag wärmer und gewittrig. Danach ab Dienstag
wechselhaft mit Schauern und kühler. Ab Donnerstag wieder Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 26.05.2022

Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Sonntag wölbt sich ein
Rücken über dem westlichen Mittelmeer weiter in Richtung Britische Inseln auf.
Dadurch dreht die relativ glatte Höhenströmung bei uns weiter auf West-Nordwest.
Am Boden stützt der Rücken ein flaches Hochdruckgebiet bei uns und das sorgt für
recht ruhiges und trockenes Wetter. Lediglich am Alpenrand können die Ausläufer
eines Tiefs über im Südrussland noch zu etwas Regen oder Regenschauern führen.
Im Südwesten ist es heiter oder sogar wolkenlos und hier können die
Tageshöchsttemperaturen Werte über 25 Grad ansteigen.

Am Montag überquert uns der Rücken ostwärts und vom Atlantik schwenkt ein
Langwellentrog in Richtung Britischen Inseln. Dadurch steilt sich die
Höhenströmung bei uns auf und somit wird von Südwesten her recht warme Luft bis
in den Nordosten geführt. Auf der Vorderseite des Trogs schwenkt ein Randtrog
über den Westen hinweg in Richtung Nordosten. Das führt zu einer Verstärkung
eines kleinen Tiefs über Frankreich, dass sich im Tagesverlauf über
Westdeutschland hinweg bis Tagesende in die Nordsee verlagert. Mit diesem ist
ein Frontensystem verbunden, dessen Warmfront schon in der Frühe auf den
Südwesten übergreift. Die Kaltfront erreicht den Westen erst in der zweiten
Tageshälfte. Unter Umständen kann sich davor noch eine Konvergenz entwickeln und
daher muss im Südwesten ab dem Nachmittag mit kräftigen Gewittern, teils
unwetterartig durch heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen, gerechnet werden.
Hinzu kommt es, bedingt durch die Gradientzunahme aufgrund des Durchzugs des
Tiefs, auch auf den Bergen zu Sturmböen.

Am Dienstag wird der Langwellentrog über den Britischen Inseln von Westen her
regeneriert und der alte Trog überquert als Randtrog den Nordwesten und Norden.
Die Kaltfront überquert uns rasch ostwärts und auf der Rückseite wird kühlere
Meeresluft zu uns geführt. Es wird unbeständig mit Schauern und vor allem an den
Alpen muss auch wieder mit Gewittern gerechnet werden. Ein Sommertag wird auch
im Südwesten nicht mehr erreicht.

Am Mittwoch erreicht der langwellige Trog den Westen Deutschlands und schnürt
sich über Norditalien ab. Das Trogresiduum im Norden liegt am Tagesende über dem
Osten Deutschlands. Dadurch wird es wechselnd bis stark bewölkt und vor allem im
Norden kann es Regen oder Regenschauer, im Süden in Alpennähe auch kräftige
Schauer oder Gewitter geben.

Hinter dem abgezogenen Resttrog erreicht am Donnerstag von Westen her ein Rücken
unser Vorhersagebiet. Dies stützt im Süden am Boden den Vorstoß eines Keils des
Azorenhochs. Das sorgt im ganzen Land für Wetterberuhigung und wieder
ansteigende Temperaturen.

In der erweiterten Mittelfrist ab Freitag stellt sich hinter dem Rücken eine
recht glatte Westströmung ein. Dadurch, dass die Frontalzone weiter nach Norden
verschoben wurde, erreichen die in der Westströmung ablaufenden Wellen vor allem
den Norden Deutschlands, während es im Süden teilweise recht freundlich ist.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der aktuelle Lauf des IFS steht bis Mittwoch in recht guter Übereinstimmung mit
seinen Vorläufen. Am Mittwoch lässt der neue Lauf mit Übergreifen des Trogs auf
Deutschland die kalte Luft deutlich weiter nach Süden vorstoßen. Bei den
Vorläufen wird das durch ein rascheres Übergreifen des nachfolgenden Keils
inklusive der darin befindlichen wärmeren Luft kompensiert. Ab Freitag zeigen
die Vorläufe eine südwestliche Strömung und sind somit etwa wärmer, als der
aktuelle Lauf des IFS.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen globalen Modelle stimmen bis Mittwoch recht gut mit dem IFS überein.
Sie lassen, wie auch die IFS-Vorläufe, die kalte Luft im Trog am Mittwoch und
Donnerstag nicht so weit nach Süden vorstoßen. Daher überquert das nördliche
Trogresiduum den Norden deutlich rascher ostwärts und so stellt sich auch die
nachfolgende Zonalisierung schneller ein als bei IFS.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalysen zeigen für Sonntag und Montag 5 Cluster, wobei der aktuelle
Lauf sich in Cluster 1 befindet. Die Cluster werden außer einem klimatologischen
Szenario Positive NAO zugeordnet.
Im anschließenden Zeitraum werden sogar 6 Cluster gerechnet, alle aus dem
Szenario Positive NAO. Der aktuelle IFS Lauf wird dem Cluster 1 zugeordnet. Die
Clusterlösungen unterscheiden sich im Wesentlichen in der Konturierung der Tröge
und der Rücken über West- und Mitteleuropa. Ein alternatives Szenario, welches
konträr zu dem aktuellen IFS Lauf wäre, ist nicht zu erkennen.

Dagegen zeigt der Trendbereich ab Freitag nächster Woche teilweise recht
konträre Lösungen und der aktuelle Lauf ist hier dem Cluster 4 zugeordnet. D.h.
die Aussagen für den Trendbereich sind nur mit großer Vorsicht zu genießen!

Die Rauchfahnen zeigt beim Temperaturverlauf nach einem Maximum am Sonntag und
Montag ein deutliches Absinken der Temperatur zum Dienstag hin, allerdings
verbunden mit einem deutlich stärkerem Spread. Tendenziell kommt es bis zum
Wochenende zu einem leichten Temperaturanstieg, allerdings verbunden mit einem
sehr großen Spread von fast 20 K (zwischen 17 Grad und -2 Grad). Die
Niederschlagssignale sind am deutlichsten von Montag bis Mittwoch, danach setzt
sich Wetterberuhigung durch. Die 2m-Temperatur im Meteogramm befindet sich bis
Montag deutlich im warmen Bereich (über 75%). Mit Kaltfrontdurchgang sinken die
Höchstwerte bis Mittwoch in den Bereich des M-Climate Medians. Danach steigen
die Höchsttemperaturen wieder an, allerdings verbunden mit einem deutlichen
Spread.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

EFI stuft die Entwicklung am Sonntag und Montag als im Vergleich zur
Modellklimatologie zu warm ein. Ansonsten liefert EFI keine Hinweise auf
ungewöhnliches Wetter.

Niederschlag:
Die Ensembles liefern vor allem am Montag und Dienstag im Bereich der Alpen
Hinweise auf markante Niederschlagsmengen. An den Folgetagen gibt es für den
Alpenraum allenfalls schwache Signale für markante Niederschlagsmengen.

Gewitter:
Vor allem am Montag gibt es eine recht hohe Gewitterwahrscheinlichkeit vor der
Kaltfront im Südwesten und Süden. An den Folgetagen beschränken sich die
Gewitter zunächst auf den Bereich südlich der Donau und im weiteren Verlauf nur
noch auf den Alpenraum.

Wind:
EPS liefert am Dienstag mittlere Wahrscheinlichkeiten für markante Böen im
Nordseeumfeld. Ansonsten sind die Signale für markante Böen an der See und auf
den Bergen eher schwach.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, IFS, EZMW-EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Rolf Ullrich

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 18.05.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 18.05.2022 um 10.30 UTC

Am Wochenende vorübergehend Hochdruckeinfluss, im Nordosten am Samstag aber noch
stürmische Böen möglich.
Am Montag wieder wärmer, von Südwesten aber wieder zunehmend gewittrig.
Am Dienstag wechselhaft mit Schauern und Gewittern und kühler. Im Laufe des
Mittwochs Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 25.05.2022

In einer in der Höhe gut ausgeprägten Westströmung zieht ein Randtrog am Samstag
rasch ostwärts ab und es folgt ein flacher Höhenrücken, der von Südfrankreich
ausgeht. Damit kann sich in der von Westen einströmenden frischeren Meeresluft
ein Hochdruckgebiet entwickeln, das sich von Frankreich nach Deutschland
ausdehnt. Dadurch lassen die Schauer im Norden und in Südostbayern gegen Abend
nach.

Sonntagfrüh erreicht ein wenig wetteraktiver Kurzwellentrog Deutschland, zieht
aber rasch ostwärts ab. Dahinter steilt sich dicht westlich von uns der
Höhenkeil erneut auf und stützt das Bodenhoch an der Nordseeküste, das
Verbindung hat zum Azorenhoch. Dabei kann sich die eingeströmte Meeresluft
bereits etwas erwärmen.

Am Montag schwenkt der kräftige Höhenkeil über Deutschland hinweg nach Osten,
seine Hauptachse erreicht zum Tagesende etwa die Oder. Wir liegen aber
größtenteils noch in seinem antizyklonalen Randbereich, da Geopotential an
seinem Westrand durch WLA angebaut wird. Gleichzeitig zieht der Randtrog des bis
Tagesende nach Irland schwenkenden Haupttroges nach Ostfrankreich. Das
zugehörige Gewittertief erreicht Belgien und seine Kaltfront den Westen und
Südwesten. Im Vorfeld der Front entwickelt sich eine Konvergenz mit Gewittern.

Am Dienstag dreht sich das ehemalige Gewittertief über der Nordsee ein, wobei
sich der Haupttrog im Tagesverlauf ebenfalls dort ŽeinfindetŽ und seine Achse
dann auch den Raum Paris erreicht. Schauer und Gewitter ziehen dadurch über
Deutschland hinweg nach Nordosten und eine weitere Kaltfront greift abends auf
den Westen und Südwesten über.

Am Mittwoch überquert der anfangs kräftige Höhentrog weite Teile Deutschlands
ostwärts, bleibt aber noch länger über Bayern ŽhängenŽ. Dadurch ist es dort und
anfangs im Osten noch längere Zeit stark bewölkt und es kann noch tröpfeln.
Ansonsten setzt sich der nach Mitteleuropa ausweitende Azorenhochkeil mit
frischer Meeresluft durch.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der neue Lauf von IFS simuliert die Wetterentwicklung bis Sonntag ähnlich wie
die beiden Modellruns von gestern.

Am Montag kommt der gestrige Mittagslauf zu anderen Ergebnissen im Vergleich zu
den beiden 00-UTC-Runs von gestern.
Ein Randtrog kommt im gestrigen 00-UTC-Lauf lediglich nach Spanien voran und im
aktuellen Lauf bis zum Abend nach Westfrankreich voran.
Dagegen liegt die Achse des Troges im 12-UTC-Lauf am Montag, 18 UTC bereits über
dem Elsass und NRW, seine wetterwirksame Vorderseite also über Deutschland. Dies
führt zu Schauern und Gewittern vor allem im Süden, aber auch in der Mitte
Deutschlands, wobei sich ein Gewittertief um 18 UTC über dem Mittelgebirgsraum
zeigt. Diese Variante wird auch durch ICON, bedingt auch durch GFS gestützt (die
Entwicklung ist dort etwas langsamer als bei IFS von 12 UTC).
Am Dienstag kommen die Schauer und Gewitter in den 00-UTC-Läufen nach
Deutschland, während der 12-UTC-Lauf von gestern eine Wetterberuhigung im
Bereich des sich nach Mitteleuropa vorschiebenden Azorenhochkeils simuliert.
Am Mittwoch sind die Felder zwar unterschiedlich, aber insgesamt kommt es zur
leichten Wetterberuhigung, wobei von Westen (akteuller Lauf und Lauf von
gestern, 00 UTC) oder von Nordwesten (Lauf von 12 UTC) kühlere Meeresluft
einströmt. Dabei werden im neuen Lauf im Osten und Südosten anfangs noch
Regenfälle simuliert, die aber nachlassen, während sonst im Norden und Osten
noch einzelne teils gewittrige Schauer fallen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Größere Modellunterschiede gibt es erst ab Montag: ICON lässt die neuerlichen
Schauer und Gewitter, die durch einen Randtrog ausgelöst werden, am weitesten
nach Nordosten bis etwa zur Elbe vorankommen, während bei IFS nur der Westen und
Südwesten erfasst werden. GFS nimmt eine Zwischenposition ein.

Am Dienstag breiten sich die Schauer und Gewitter nach Osten aus und insofern
gleichen sich die Modelle wieder an.

Am Mittwoch setzt sich nach GFS in weiten Teilen Deutschlands
Zwischenhocheinfluss durch, nur ganz im Südwesten wird es am Nachmittag wieder
gewittrig. IFS zeigt dagegen im Norden und Osten noch Restzyklonalität mit
Schauern. ICON liefert noch mehr Tiefdruckeinfluss und in den meisten Gebieten
Deutschlands bleibt es somit unbeständig mit Schauern und kühl (Höhentrog
regeneriert sich bei uns). Dies gilt beim kanadischen Modell hauptsächlich für
den Norden und Osten.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse berechnet bis zum 7. Folgetag nur 2 Cluster, die sich im
Timing beim Trogdurchgang am Dienstag und Mittwoch unterscheiden. Im ersten
Cluster mit 29 Modellläufen liegt der Trog am Mittwoch, 00 UTC bereits über
Norddeutschland, würde also rasch abziehen und insofern würde sich der
Hochdruckeinfluss dann auch recht rasch durchsetzen. Im 2. Cluster, in den auch
der operationelle Lauf fällt, verzögert sich der Trog, so dass es noch zu
weiteren Niederschlägen am Mittwoch kommt.
In der erweiterten Mittelfrist vom 8. Bis zum 10. Folgetag ist dann ein Blocking
gar nicht so unwahrscheinlich (2. von 3 Clustern mit 16 Fällen). Auch der 3.
Cluster bringt ansatzweise einen Hochdruck-Block (12 Modellruns). Im 1. Cluster
allerdings greift im Verlauf ein Höhentrog auf Deutschland über.

In der Rauchfahne von Offenbach erkennt man mit Kaltfrontdurchgang in der Nacht
zum Samstag einen Temperatursturz um fast 10 Grad auf Werte um 6 Grad in 850
hPa. Bis Montag steigt dann die Temperatur mit Übergreifen des nächsten
Höhenrückens wieder an auf Werte zwischen 8 und 15 Grad. Danach geht’s wieder
runter mit der Temperatur und mit dem Geopotential (ähnlich wie beim oben
beschriebenen operationellen Lauf).

Ein auf und ab ist auch in den EPS-Meteogrammen bei den 2-Meter-Temperaturen in
Deutschland zu sehen. Nach gemäßigten Temperaturen am Wochenende wird es am
Montag wieder teils sommerlich warm, ehe ab Dienstag wieder kühleres Wetter
angesagt ist (nach oder mit Durchgang der Gewitterstörung).

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Nach Durchgang der gewittrigen Kaltfront im Kurzfristzeitraum herrscht am
Wochenende meist ruhiges Wetter, da sich im Verlauf ein Hoch durchsetzt.
Lediglich am Samstag sind im Nordosten noch stürmische Böen möglich.

Am Montag steigt dann auf der Rückseite des Höhenkeiles im Südwesten und Süden
die Gefahr kräftiger Gewitter. Die Wahrscheinlichkeit von Regenmengen über 30 mm
ist allerdings recht gering. Auch am Dienstag gibt es vor allem im Süden und
Osten noch Starkregenpotential, ehe sich am Mittwoch das Wetter im Tagesverlauf
beruhigt.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, oper. Modelle, EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 17.05.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 17.05.2022 um 10.30 UTC

Am Freitag gewittrig mit gebietsweise auch Unwettern, ab Samstag Umstellung auf
eine zonale Wetterlage, Temperaturrückgang.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 24.05.2022

Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Freitag befinden wir uns im
Bereich eines Omegas, dass von zwei langwelligen Randtrögen im Westen und im
Osten flankiert wird. Im Tagesverlauf wird die Nordflanke des Omegas über
Dänemark von einem Randtrog umlaufen und regeneriert sich anschließend über
Westeuropa neu. Am Boden erreicht ein wellendes Frontensystem den Westen und den
Norden. Auf der warmen Seite der Front ist teilweise sehr warme Luft zu uns
eingeflossen und daher ist es vor allem in der Mitte und im Süden schwül-heiß
und in der zweiten Tageshälfte ist durch die leichte Hebung, die von dem
Randtrog kommt, mit teilweise schweren Gewittern mit Unwettergefahr zu rechnen.
Das betrifft vor allem die Mitte, währen im Süden das Absinken durch den Rücken
noch zu stark ist. Die Front kommt als Kaltfront weiter nach Süden voran und
rückseitig wird deutlich frischere Luft in den Nordwesten geführt.

Am Samstag zonalisiert die Strömung und die Kaltfront kommt weiter nach Süden
bis zu den Alpen voran. Dadurch wird die feucht-labile Luft bis an den Alpenrand
durch frische Meeresluft verdrängt. Lediglich direkt an den Alpen sind noch
Gewitter möglich. Ansonsten herrscht bei einem recht flotten West- bis
Nordwestwind mit steifen Böen wechselnde Bewölkung mit einzelnen Schauern vor.
Das Temperaturniveau sinkt im Vergleich zum Vortag deutlich. Ein Sommertag ist
allenfalls noch im Südwesten und Süden zu erwarten. In Küstennähe sind kaum 20
Grad zu erwarten.

Am Sonntag sorgt in der westlichen Strömung ein flacher Rücken über den
Britischen Inseln bei uns für leichten Druckanstieg. Im Norden gibt es viele
Wolken, es bleibt aber trocken. Nach Süden zu gibt es mehr Sonne und im
Südwesten auch wieder Temperaturen über 25 Grad. Am Nachmittag kann es
allerdings an den Alpen wieder zu Gewittern kommen. Der Wind weht weiterhin aus
Nordwest und lässt auch im Norden nach.

Am Montag dreht die Strömung aufgrund eines Langwellentrogs, der die Britische
Inseln erreicht, auf West-Südwest und somit kommt vor allem in den Süden erneut
etwas wärmere Luft. Der Trog schwenkt bis Tagesende in die südliche Nordsee und
vorderseitig erreicht am Abend eine Kaltfront den Norden und Westen
Deutschlands. Daran gebunden ist ein Niederschlagsgebiet, dass im Norden und
Westen für etwas Regen sorgt. Ansonsten gibt es viele Wolken und ein Sommertag
ist allenfalls noch im Südwesten zu erwarten.

Am Dienstag überquert die Achse des Troges Deutschland von West nach Ost. In der
Folge ist es wechselhaft mit Schauern und im Süden auch einzelnen Gewittern. Im
Norden und in der Mitte werden kaum 20 Grad erreicht.

Im weiteren Verlauf ab Mittwoch liegen wir meist in einer nordwestlichen
Strömung und es bleibt unbeständig. Am Donnerstag setzt sich von Westen her
wieder zunehmend Hochdruckeinfluss durch.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bis Freitag besteht eine recht gute Übereinstimmung des aktuellen Laufs des IFS
mit seinen Vorläufen. Am Samstag simuliert der neue Lauf einen kurzwelligen
Trog, der auf den Norden übergreift, deutlich schwächer ausgeprägt als vom
Vorlauf gezeichnet. Auch die sich anschließend einstellende Westlage ist
deutlich glatter als vom Vorlauf prognostiziert. Die am Montag beginnende
Austrogung über den Britischen Inseln haben dann wieder sowohl der Vorlauf als
auch der aktuelle Lauf im Programm.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Im Prinzip besteht bis Samstag eine recht gute Übereinstimmung zwischen IFS und
den anderen globalen Modellen. Unterschiede gibt es vor allem am Sonntag, denn
da simulieren ICON und GFS eine Tiefentwicklung über der Biskaya. Das
resultierende Bodentief zieht nach ICON von Frankreich kommend am Montag über
Deutschland hinweg ostwärts. Bei GFS bleibt das Tief im Westen und verlagert
sich nordwärts. Das IFS hat diese Entwicklung so nicht im Programm. Trotzdem
simuliert es am Montag ein flaches Tief über Norddeutschland, das aber das
Resultat einer bodennahen Austrogung aus Richtung Skandinavien ist.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalysen zeigen am Freitag allesamt die Umstellung von der Omega-Lage
auf eine Westlage. Dabei gibt es natürlich große Unterschiede hinsichtlich der
Konturierung und daher werden auch für Freitag und Samstag 6 Cluster gerechnet.
Im Zeitraum zwischen Sonntag und Dienstag werden die Einzellösungen in 6
Clustern zusammengefasst. Ein Teil der Cluster wechselt die Einteilung des
Klimatologischen Szenarios von positive NAO durch die fortschreitende
Meridionalisierung der Strömung auf Atlantic Ridge. Der aktuelle Lauf ist
hierbei dem Cluster 2 zugeordnet. Unterschiede ergeben sich vor allem in
Konturierung des einschwenkenden Trogs und der Ausprägung des Keils im Süden.

Die Meteogramm zeigen ab Freitag einen deutlichen Rückgang der Temperatur um
fast 10 K. Auch das geopotential nimmt in der Folge ab und steigt erst ab
Dienstag wieder zu, wobei der Spread ab Montag doch sehr groß wird.
Für die Höchsttemperaturen bedeutet das, dass sie ab Samstag immer weiter an den
Median annähern. Ein erneuter Anstieg der Temperaturen ist bis Monatsende nicht
absehbar.

Insgesamt zeigen die Ensembles kein grundlegend anderes Szenario als der
aktuelle Hauptlauf des IFS.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

EFI zeigt für Freitag neben hohen Temperaturen im Nordwesten ein
Niederschlagsereignis. Weiterhin signalisiert EFI am Samstag, abgesehen vom
Westen, ein Windereignis. Für Sonntag und Montag gibt es dagegen keine weiteren
Signale für Wind und Niederschlag. EFI CAPE-Shear zeigt deutliche Signale für
den Freitag für den Norden und die Mitte. Am Samstag gibt es noch etwas
schwächere Signale für den äußersten Osten und den Alpenraum. Am Sonntag und
Montag sind Gewitter nur noch im Alpenraum ein Thema.

Die Ensembles liefern hinsichtlich Niederschlag nur sehr schwache Signale für
warnwürdige Mengen. Beim Wind gibt es am Samstag mittlere Wahrscheinlichkeiten
für Bft 8 im Nordosten Deutschlands. An den Folgetagen sind markante Windböen
allenfalls in exponierten Lagen an der Küste ein Thema.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, IFS, EZMW-EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Rolf Ullrich