SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Donnerstag, den 14.01.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 14.01.2021 um 10.30 UTC

Winterliche Westlage bleibt bestehen. Anfang nächster Woche teils stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 21.01.2021

Zu Beginn des Mittelfristzeitaumes am Sonntag erstreckt sich ein ausgedehnter
Langwellentrog mit mehreren Tiefzentren über Osteuropa (Nordwestrussland über
Slowakei bis zur Ägäis). Ein weiterer Trog erstreckt sich auf dem Atlantik von
Grönland bis nach Schottland. Zwischen diesen Trögen wölbt sich ein schwacher
Höhenkeil von den Azoren über Deutschland bis nach Schweden auf. An der
Ostflanke des Keils fließen kalte Luftmassen polarem Ursprungs nach Deutschland.
In Temperaturfeld in 850 hPa ist Sonntag 00 UTC flächig die -10 Grad zu finden.

Bereits in den Frühstunden des Sonntags greift aber ausgehend von dem
atlantischen Trog ein teil-okkludiertes Frontensystem auf Westdeutschland über.
Die dabei verbunden teils eher geringen Niederschläge dürften dabei bis in die
tiefen Lagen als Schnee fallen. Im Schwarzwald, der Alb und am Alpenrand ist
aber auch mäßiger Schneefall (starker Schneefall – gering wahrscheinlich)
wahrscheinlich. Die Okklusion gerät unter Absinken und wird nach Osten hin von
dem nun abgespaltenen Hoch über Polen und Ostsee blockiert. Dabei gelangen
Zusehens auch etwas mildere Luftmassen nach Deutschland. Sonntag 18 UTC liegt
der Spread in T 850 hPa von Ost nach West bei -8 bis -5 Grad.
In der Nacht zu Montag verlagert sich ein Randtrog rasch an der Südflanke des
atlantischen Troges in Richtung Nordsee. Derweil amplifiziert der osteuropäische
Trog etwas weiter nach Südosten in Richtung Türkei. Dabei bleibt die
Luftmassengrenze weiterhin recht weit südlich über dem östlichen Mittelmeer.
Die Okklusion befindet sich ausgangs der Nacht zu Montag über Ostdeutschland und
kommt nach wie vor nur zögerlich ostwärts voran.

Am Montag zieht sich das Hoch Richtung Skandinavien bzw. europäisches Nordmeer
zurück, während die Ausläufer des o. beschriebenen Randtrogs Norddeutschland
erreichen. Der Wind frischt vor allem an der Küste und auf den Mittelgebirgen
teils stürmisch auf. Bei der straffen westlichen Strömung bleiben die
winterlichen Temperaturen (um -5 Grad in T 850 hPa) erhalten. Nach Südwesteuropa
zu herrscht leichter antizyklonaler Einfluss.
In der Nacht zu Dienstag nähert sich vom Atlantik her ein ausgeprägter
Tiefausläufer Europa an und greift ausgangs der Nacht auf Groß Britannien über.
Vorderseitig wölbt sich ein Höhenrücken auf, was für eine flächige Auflockerung
über Deutschland sorgt. Die ehemals wetterbestimmende Okklusion ist derweil
unter weitere Abschwächung nach Polen ostwärts abgezogen.

Am Dienstag erhält das atlantische Frontensystem ausgehend von dem Trog über
Grönland neuen Aufschwung und entwickelt sich im Laufe des Tages zu einem
Sturmtief mit einer Kernisobare um 975 hPa (18 UTC) über Schottland. Neben
starker Bewölkung bleibt es aber erstmals niederschlagsfrei. Erst in der Nacht
zu Mittwoch, wenn die dazugehörige Warmfront auf Westdeutschland übergreift,
beginnt der Niederschlag auszufallen. Da es aber auch schon im Vorfeld der
Warmfront allmählich wärmer wurde, ist die Frage der Phase nicht einfach zu
beantworten. Generell könnten wohl alle Phase vertreten sein. Berücksichtigung
müssen dabei die teils gefrorenen Böden finden und das Timing wann der
Niederschlag eintrifft.

Am Mittwoch verlagert sich der Höhenkeil etwas weiter nach Osten, während eine
Teiltiefentwicklung vor der Westküste Portugals die Kaltfront vorerst von Europa
zurückhält. Deutschland bleibt in einer straffen, teils stürmischen südlichen
bis südwestlichen Anströmung, dabei bleiben die 850 hPa Temperaturen über
Deutschland aber um 0 Grad. Zum Abend hin füllt sich die Teiltiefentwicklung
auf. In der Nacht zu Donnerstag daher nimmt die Kaltfront Fahrt auf und
überquert Westdeutschland. Ausgangs der Nacht liegt sie quer über Deutschland in
einer Linie etwa Rügen – Trier.

Am Donnerstag verlagert sich die Kaltfront rasch südwärts. Auf dessen Rückseite
fließen erneut kühle Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen zwischen 0 und -3 Grad
nach Deutschland. Das hochreichende Sturmtief bei Schottland hat sich derweil in
Richtung Skandinavien verlagert.
Eine Randtrogentwicklung über den Britischen Inseln sorgt erneut für eine
Tiefentwicklung entlang der Luftmassengrenze über dem Atlantik.

Auch in der erweiterten Mittelfriest bleibt es eher winterlich mit einer
zyklonalen Westlage. Erst zu Sonntag hin deutet sich ausgehend von kräftigen
atlantischen Tiefentwicklung eine deutlichere Milderung evtl. auch einen
Wetterumschwung an.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der Vorläufe mit dem aktuelle IFS Lauf ist bis einschließlich
Montag recht gut. Erst mit dem Übergreifen einer sich entwickelnden
Warmfrontwelle, die von den britischen Inseln sich nach Mitteleuropa verlagert,
gibt es einige Unterschiede in den Trogkonfigurationen. Im gestrigen 00 UTC Lauf
des IFS sollte die Warmfront bereits Dienstag 12 UTC quer über Deutschland
liegen, im aktuellen und im gestrigen 12 UTC Lauf erreicht die Warmfront erst
den Westen Deutschlands. Nachfolgend entwickelt sich aus der Welle ein
ausgewachsenes Sturmtief über Schottland. Dessen Windfeld wird aber vor allem an
den Küsten und auf den Gipfeln der Mittelgebirge zum Tragen kommen. Die
inbegriffene Erwärmung und das Übergreifen der Kaltfront im Laufe des
Donnerstages ist wiederum bei den verschiedenen Läufen ähnlich.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Schon am Sontag gibt es Unterschiede zwischen GFS und IFS. GFS lässt entlang der
Okklusion noch ein Teiltief entstehen, welches sich am Montag bereits wieder
auflöst.
Die Randtrogentwicklung wird von den verschiedenen Modellen jeweils etwas anders
simuliert. Somit gibt es auch Unterschiede bei der entsprechenden
Windentwicklung am Montag. ICON ist dabei etwas schwächer auf der Brust.
Die Sturmtiefentwicklung am Dienstag und Mittwoch wird ebenfalls von den
Globalmodellen unterschiedlich simuliert. Sie stimmen zwar im Gro überein,
jedoch werden die Detailfragen lange noch unsicher bleiben. Die Kaltfrontpassage
simulieren wieder alle ähnlich, jedoch simuliert ICON nachfolgend eine weitere
Sturmtiefentwicklung westlich von Frankreich, die weder IFS och GFS in Petto
haben.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

In den Plumes für Offenbach ist das Gro der 850 hPa Entwicklung gut zu erkennen,
der operationelle Lauf simuliert dabei am Mittwoch die höchsten Werte im
Vergleich zu den anderen Ensemblemitglieder. Im 500 Geopot. nehmen die
Unsicherheiten ab Dienstag stark zu. Eine ähnliche Varianz ist auch beim GFS zu
erkennen.

In der Cluster Analyse des ECMWFs gibt es 3 Lösungen für den Zeitbereich 120 bis
168 h. Der Operationelle und der Kontrolllauf befinden sich mit insgesamt 18
Membern in Cluster 1. Cluster 2 und 3 besitzen nachfolgend 17 und 16 Member.
Im Gro unterscheiden sich die Cluster nicht so stark. Die mehr oder weniger
starke Troglage scheint recht sicher zu sein. Jedoch die Auswirkungen, wie die
genaue Wind- und Niederschlagsprognose ausfällt, sind dabei sehr variabel.
Selbst die Phase des Niederschlags kann kaum soweit im Vorfeld bestimmt werden.
Einige wenige Grad weniger als im Hauptlauf und wir haben Schnee oder vielleicht
auch gefrierenden Niederschlag.

Es bleibt spannend.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Die winterliche Westlage bleibt weiterhin bestehen.

Es muss immer mal wieder mit Schnee, gefrierenden Niederschlägen oder Regen
gerechnet werden. Vor allem die Mittel- und südlichen Gebirgszüge werden einiges
an Neuschnee erhalten, und bei den auffrischenden, teils stürmischen Winden ist
auch Schneeverwehung ein Thema.
Ab Dienstag jedoch gibt es starke Unsicherheiten was das Timing und die Phase
des Niederschlags angeht.

Auch bei der Windentwicklung gibt es große Unsicherheiten ab nächster Woche.
Eine großflächige Sturmlage ist zwar nicht in Sicht. Aber vor allem an der Küste
und auf den Bergen gibt es immer wieder Hinweise auf Sturm. Auch im
nordwestlichen Flachland gibt es Signale für Windböen und stürmische Böen.

Strenger Frost wird vor allem am Wochenende im Osten und Südosten ein Thema
sein.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Mittwoch, den 13.01.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 13.01.2021 um 10.30 UTC

Insgesamt wechselhaft mit Niederschlägen, teils Schnee, durch vorübergehende
Milderung teils aber bis in mittlere/höhere Lagen Regen, im Übergangsbereich
teils Glatteisgefahr.

Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 20.01.2021

Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag stehen die Zeichen auf ansteigenden
Luftdruck und weitgehende Wetterberuhigung. Das Höhentief verlagert sich weiter
ostwärts und von Westen dehnt sich der Einflussbereich eines Keils aus, der
allerdings von Westen durch eine kurzwellige Austrogung westlich der Britischen
Inseln bereits wieder abflacht. Der Osten Deutschlands liegt allerdings zunächst
noch am Rande des Troges und der Höhenkaltluft, so dass es dort noch zu
gelegentlichen Niederschlägen in Form von Schnee kommt. Die Niederschläge
dürften meist Schauercharakter haben, lediglich im Stau des Erzgebirges oder
auch Richtung Berchtesgadener Land schneit es noch etwas länger. In der Nacht
zum Sonntag nähert sich der Kurzwellentrog bei den Britischen Inseln weiter den
westlichen Landesteilen, das korrespondierende Bodentief liegt mit seinem Kern
südöstliche von Island, die Strömung dreht auf Südwest und das dazugehörige
Frontensystem greift au den Westen Deutschlands über. Die Temperaturen in 850
hPa liegen zunächst landesweit um oder verbreitet sogar unter -10 Grad (die
anfänglichen Niederschläge im Osten sind durchweg Schnee), mit Drehung der
Strömung auf Südwest in der Nacht zum Sonntag fließt auch wieder mildere Luft in
den Westen und Südwesten ein – die 850 hPa-Temperaturen steigen im Westen auf
Werte um -5 Grad. Damit steigt die Schneefallgrenze auf 300 bis 400 m, abseits
des Berglandes fällt also dann voraussichtlich Regen oder Schneeregen. Im
Zusammenspiel mit der kalten Vorgeschichte besteht dann die Gefahr von Glätte
bzw. Glatteis.

Am Sonntag wird der Rücken vom übergreifenden Kurzwellentrog vollends abgebaut.
Der Kurzwellentrog selbst wird in den über Osteuropa lagernden Langwellentrog
integriert und läuft dann als Randtrog südostwärts über Deutschland hinweg
Richtung Mittelmeer. Das Frontensystem des steuernden Tiefs östlich von Island
verlagert sich über die Mitte unter leichter Abschwächung auch in den Osten
Deutschlands. Nachfolgend steigt der Luftdruck im Westen an, da sich das Hoch
mit Schwerpunkt über Südwesteuropa und der Biskaya ostwärts ausdehnt. Im Zuge
dessen dreht die Strömung postfrontal auf Nordwest und Richtung Alpen ergibt
sich so auch wieder eine gewisse Staukomponente, so dass dort wieder andauernde
Schneefälle zu erwarten sind. Die einfließende Luftmasse ist zwar etwas milder
mit 850 hPa-Temperaturen um -5 Grad im Westen, nach Südosten und vor allem Osten
aber kälter mit -8 bis -10 Grad. Daher fällt im Osten und Südosten weitgehend
Schnee, in den westlichen Landesteilen dürfte die Schneefallgrenze bei 300 bis
400 m liegen. Nach Osten hin herrscht auch weiterhin gebietsweise leichter
Dauerfrost, so dass tagsüber vor allem im Übergangsbereich, also in den
mittleren Landesteilen, streckenweise Glätte bzw. Glatteis auftreten kann.

Am Montag wölbt sich ein flacher Rücken auf und es weitet sich ein Bodenhochkeil
von der Biskaya nach Südwestdeutschland aus, der aber nur in Teilen des
Südwestens seinen leicht antizyklonalen Einfluss ausüben kann, wo die
Niederschläge vorübergehend abklingen. Im Südosten/Osten liegen die Reste der
okkludierten Front mit leichten Niederschlägen, die in Staulagen des Berglandes
(östlicher Alpenrand, Erzgebirge) teils auch noch andauern können. Die
Schneefallgrenze dürfte mit 850 hPa Temperaturen im Osten und Südosten um -6
Grad bei 200 bis 300 m liegen, in den entsprechenden Staulagen fällt als Schnee.
Im Norden macht sich bereits wieder der Einfluss des von Island her folgenden
Troges inklusive Bodentief mit Zentrum nördlich von Schottland bemerkbar. Die
Strömung dreht im Norden somit wieder zunehmend auf West und am Abend/in der
Nacht zum Dienstag greift von Benelux her das Frontensystem mit Niederschlägen
über. In die westlichen Landesteile wird mit der drehenden Strömung eine etwas
mildere Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen um – 3 Grad, die Schneefallgrenze
liegt dann bei 600 bis 800 m, es fällt also überwiegend Regen.

Am Dienstag stellt sich für weite Landesteile eine zonale Strömung ein und von
Westen greifen die Ausläufer einer Tiefdruckzone auf weite Landesteile über. Die
Tiefdruckzone erstreckt sich vom nahen Ostatlantik über die Britischen Inseln
bis ins Nordmeer, dabei nimmt der Gradient bei uns zu. Die Milderung setzt sich
fort, in der Nacht dreht die Strömung dann auch von West weiter auf Südwest, so
dass die 850 hPa-Temperaturen im Westen und der Mitte auf Werte um oder leicht
über 0 Grad ansteigen, nach Osten hin liegt noch kühlere Luft um -3 Grad mit
einer Schneefallgrenze um 600 bis 800 m. Es fällt also abseits hoher Berglagen
Regen, der in den Frühstunden mit gebietsweisem Frost allerdings streckenweise
zu Glätte/Glatteis führen kann. Nach Süden sorgt ein flacher Rücken für leicht
antizyklonalen Einfluss, so fällt nach Süden und Südosten nur wenig oder kaum
Niederschlag.

Am Mittwoch kommt es zu einer markanten Austrogung über dem nahen Ostatlantik
bzw. bei den Britischen Inseln und es entwickelt sich ein markantes Bodentief.
Dabei nimmt über dem Westen und Norden Deutschlands der Gradient weiter zu, die
Strömung dreht noch deutlicher auf Südwest. Damit wir also mit einer recht
flotten Strömung noch mildere Luft (850 hPa-Temperaturen deutschlandweit
zwischen 2 und 5 Grad) weit nach Norden (bis Südskandinavien) geführt. Das
Wetter gestaltet sich wechselhaft mit zeitweiligen Niederschlägen – in
Anbetracht der milden Luftmassen fällt außer in Gipfellagen Regen. Der Süden und
Südosten Deutschlands liegen auf der Seite des höheren Drucks im Einflussbereich
des flachen Höhenrückens über dem östlichen Mitteleuropa. Dort überwiegt also
der antizyklonale Einfluss und auch der Gradient ist hier schwächer.

Für die erweiterte Mittelfrist bleibt das erwähnte Bodentief über der Nordsee
und der dazugehörige, breite Trog über großen Teilen Europas wetterbestimmend.
Mit der wieder zunehmend nördlichen Strömung wird wieder kühlere Luft nach ganz
Deutschland geführt. Der Wettercharakter dürfte sich wechselhaft und kühl
gestalten, im Bergland fällt Schnee.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Läufe kann zunächst als recht gut bezeichnet
werden, allerdings zeigen sich auch bereits am Wochenende schon kleinere Phasen-
und Timingunterschiede (z.B. verzögert sich das Eintreffen der Front in der
Nacht zum Sonntag und deren weitere Verlagerung nach Osten in den neueren
IFS-Läufen und das entsprechende Tief wird etwas weniger markant vorhergesagt).
Das Vorhersagekonzept für das Wochenende sollte aber weitgehend beibehalten
werden können, wonach zum Sonntag hin Niederschläge, teils Schnee von Westen
aufkommend, die in Zusammenspiel mit der kalten Vorgeschichte auch gebietsweise
zu Glätte/Glatteis führen können. Die Unterschiede werden zu Beginn der
kommenden Woche naturgemäß größer und haben sicher Folgen für die Prognosen im
Detail, der Grundtenor aber ist identisch. Es stellt sich dann eine weitgehend
zyklonal geprägte (wechselhafte und teils windig), im Vergleich zu den Vortagen
mildere West- bis Südwestlage ein.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Der Vergleich des IFS mit anderen Globalmodellen wie ICON und GFS liefert keine
neuen Erkenntnisse. Zwar zeigen sich ab Beginn der kommenden Woche doch
zunehmende Phasen- bzw. Amplitudenunterschiede, die Grundmuster der Basisfelder
stimmen aber recht gut überein.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse des EZMW liefert für den ersten Zeitraum (+72 bis +96 h, Sa,
Nacht zum Sonntag) ganze 6 Cluster mit 14,11,10,7,5 und 4 Membern, Haupt- und
Kontrolllauf werden dem 1. Cluster zugeordnet n alle Cluster werden dem Regime
„atlantischer Rücken“ zugeordnet. Es zeigen sich durchaus Unterschiede, die für
uns prognoserelevant Unterschiede in der Behandlung des Kurzwellentroges zur
Nacht zum Sonntag zeigen. Hier zeigen sich die Unsicherheiten in Ausprägung und
vor allem auch Timing der von Westen aufkommenden Niederschläge, die sich auch
bei der Konsistenzbetrachtung der vorliegenden IFS-Läufe (siehe oben) zeigt. Im
Folgezeitraum Montag bis Mittwoch (+120 bis +168 h) werden dann 3 Cluster
angeboten (28, 14 und 9 Member), wobei Haupt- und Kontrolllauf dem gut besetzten
ersten Cluster zugeordnet werden. Cluster 2 zeigt auch für den Süden eine
deutlich zyklonalere Entwicklung, Cluster 3 setzt allerdings mit nur 9 Membern
hingegen auf die Aufwölbung eines Rückens über Mitteleuropa mit folgender
markanter Austrogung westlich davon. Die Mehrheit der Member stütz also die
wechselhafte Variante des Hauptlaufes, ob für den Süden eine zumindest
vorübergehende Wetterberuhigung ansteht, bleibt offen.

Die Rauchfahnen am Beispiel von Offenbach zeigen die relativ große Bandbreite
der möglichen Wetterentwicklung. Am Samstag und auch Sonntag sind die Lösungen
noch ganz gut gebündelt, nachfolgend bewegen sich Haupt- und Kontrolllauf zwar
ganz gut im Bereich der meisten Lösungen, es gibt aber doch einige Läufe, die
davon weit entfernt sind. Mit anderen Worten legt ab Montag der Spread
ordentlich zu. Es gibt häufige Niederschlagssignale, die Temperaturen gehen nach
Lesart der Mehrheit der Läufe nach einer Milderung ab Sonntag und einer
nochmaligen, sogar deutlicheren Milderung ab Dienstag zum Ende der Woche
voraussichtlich wieder zurück. Das Geopotenzial verbleibt auf derzeitigem Niveau
bzw. sinkt tendenziell noch etwas ab.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

FROST/GLÄTTE:
In der Nacht zum Samstag und der Nacht zum Sonntag vor allem im südlichen und
östlichen Bergland gebietsweise strenger Frost. Zudem deutet EFI für Samstag bis
Montag vor allem n der Südost-/Osthälfte eine Abweichung der Temperatur nach
unten an. Gebietsweise herrscht dort Dauerfrost, wobei das Risiko von Westen
abnimmt. In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag selbst ist im Übergangsbereich
von Frost und milderer Luft im Zusammenhang mit den von Westen aufkommenden
Niederschlägen (in tiefen Lagen zunehmend Regen) streckenweise Glatteis möglich.

SCHNEE:
Zunächst werden nur leichte Schneefälle (am Samstag im Osten, ab der Nacht zum
Sonntag auch wieder von Westen bei allerdings ansteigender Schneefallgrenze)
erwartet. Im Laufe des Sonntags stellt sich an den Alpen aber wieder eine
gewisse Stausituation ein, auch der EFI liefert hier ein paar Signale, so dass
dort erneut mäßiger Schneefall mit Neuschneemengen mit etwa 20 bis 30 cm zu
erwarten ist (abklingen der Schneefälle an den Alpen im Laufe des Montags). Am
Montag kann es teils noch Verwehungen geben.

WIND:
Mit Gradientverschärfung im Laufe des Montags und Dienstags können zunächst in
den Gipfellagen, ab Dienstag wieder allgemein im Bergland Sturmböen, teils auch
schwere Sturmböen auftreten. Signale in den EPS-Verfahren und im EFI sind aber
eher gering.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, MOS-Mix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Dienstag, den 12.01.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 12.01.2021 um 10.30 UTC

Zunächst Wetterberuhigung und kalt, zum Sonntag wieder zyklonaler mit Milderung,
erweiterte Mittelfrist eventuell wieder kälter.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 19.01.2021

Die großräumige Entwicklung im atlantisch-europäischen Raum ist geprägt durch
eher meridionale Strömungsmuster. Dabei erstreckt sich hohes Geopotenzial über
dem Atlantik bis zur Arktis, demgegenüber ist die Frontalzone in Teilen
Eurasiens weit nach Süden verschoben. Das kann mittlerweile als ein sich
einstellendes troposphärisches Muster nach der plötzlichen
Stratosphärenerwärmung am 05./06.01.2021 betrachtet werden. Dementsprechend
bewegen sich sowohl AO als NAO-Index weiterhin im negativen Bereich.

Die weitere Entwicklung (auch über die Mittelfrist hinaus) wird wahrscheinlich
weiterhin dadurch beeinflusst, obwohl die Prognoseunsicherheit relativ groß
bleibt. Zudem soll zur Monatsmitte der zonal gemittelte zonale Wind in 60 Grad N
und 10 hPa erneut reversieren, also auf Ostwind drehen, wonach mit einer
gewissen Verzögerung auch ein weiteres troposphärisches Arktik- bzw.
Grönlandblocking gestützt werden sollte. In der Tat finden sich in den
weitergehenden Clustern des IFS verwertbare Signale dafür. Damit würden auch in
Nord- und Mitteleuropa etwa ab Mitte nächster Woche die Lösungen mit Nord oder
Nordost wieder zyklonal zunehmen. Ein weiterer Punkt könnte auch die allmähliche
Verlagerung des stratosphärischen und troposphärischen Polarwirbels infolge von
Split und Displacement mehr nach Nordsibirien/ Asien und damit einhergehende
hohe Werte der Potenziellen Vorticity (PV in der oberen Troposphäre und unteren
Stratosphäre) auch in dessen Randbereich (Mittel- und Osteuropa) für eine
nachhaltigere Abkühlung sorgen.

Actio gleich reactio heißt es in der Physik, und in der Tat lebt als
Gegengewicht (und erhöhter Unsicherheitsfaktor für die Modellwelt) auch die
Tiefdruckaktivität über dem Atlantik (ausgehend von Kanada/ Neufundland) wieder
deutlich auf. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass infolge hohen
Geopotenzials über dem östlichen Nordpazifik auch über Nordamerika vermehrt
arktische Luftmassen ausfließen, die bei relativ hohen
Meeresoberflächentemperaturen des Nordatlantik vermehrt rapide Zyklogenesen
befördern könnten. Das hohe Geopotenzial über dem Nordpazifik wiederum sollte
mit der andauernden La Nina in Zusammenhang gebracht werden. Die
Tiefentwicklungen über dem Nordatlantik könnten vorderseitig zunehmend hohes
Geopotenzial über Grönland forcieren. Damit ergäbe sich eine Geopotenzialbrücke,
die vorwärts geneigt bis zur Arktis reicht. Damit wäre der Weg frei für die
weiter oben beschriebenen Zirkulationsmuster (siehe auch IFS ab Mitte nächster
Woche).

Natürlich ist auch eine südlichere Zugbahn der Tiefentwicklungen möglich. Dann
bliebe es zwar bei einer mehr oder weniger stark ausgeprägten
High-over-low-Situation über dem atlantisch-europäischen Raum, für Mitteleuropa
hieße das aber wieder zyklonalen Wettercharakter mit atlantisch geprägten
maritimen Luftmassen (ebenso in den Clustern des IFS und GFS enthalten).

Zurück zur Mittelfrist und dem prognostizierten synoptischen Ablauf:

Am Freitag liegt über dem nahen Ostatlantik ein langgestreckter Höhenrücken, der
bis zur Arktis reicht. Dieser korrespondiert mit hohem Luftdruck vom westlichen
Nordskandinavien über Mittel- und Westeuropa bis ins westliche Nordafrika.
Demgegenüber steht ein Langwellentrog über Ost- und Südosteuropa, der arktische
Luftmassen weit nach Süden transportiert. Deutschland liegt im Randbereich
dieses Höhentrogs, wobei das Bodentief mittlerweile über der Ukraine liegt. Ein
markanter Randtrog soll Ostdeutschland dabei von diesem Höhentrog gesteuert
südwärts überqueren. Damit verbunden sind erneute, meist leichte Schneefälle,
die im östlichen Bergland 5 bis 10 cm Neuschnee bringen können. Weiter westlich
ist der Höhenkeil wirksam, im Südwesten hingegen sorgt ein Kurzwellentrog im
Bereich der Luftmassengrenze noch für Niederschläge, die meist als Schnee
fallen. In der Nacht tritt vor allem im Süden und im Bergland über Schnee
strenger Frost auf.

Am Samstag ändert sich nicht viel an der Synoptik, einzig wird die
Geopotenzialbrücke über dem nahen Ostatlantik durch einen markanten
Kurzwellentrog durchbrochen, der sich samt korrespondierendem Bodentief über
England allmählich Westeuropa annähert. Damit einhergehend werden
Hebungsvorgänge in Gang gesetzt und die Temperatur in 850 hPa steigt in der
Nacht zum Sonntag von West nach Ost auf +2 bis -4 Grad. Die Niederschläge gehen
im Westen und Südwesten bis in hohe Lagen in Regen über, weiter östlich sowie
anfangs fällt meist Schnee. Je nach Vorgeschichte ist gebietsweise auch mit
Glatteisbildung durch gefrierenden Regen zu rechnen, im Osten und Süden tritt
bei Aufklaren zuvor nochmals strenger Frost auf. An der Nordsee und in Hochlagen
der Mittelgebirge treten stürmische und Sturmböen auf.

Am Sonntag und Montag verlagert sich der beschriebene Kurzwellentrog unter
Abschwächung ostwärts. Gleichzeitig soll vom Nordatlantik ein neuer markanter
Trog nachrücken, allerdings nehmen hier die Unsicherheiten zu. Über Neufundland
hingegen nehmen teils kräftige Zyklogenesen (von ICON bereits am Samstag
gerechnet) Fahrt auf und könnten das Grönlandblocking (siehe oben) forcieren.
Die Zeichen stehen allerdings zunächst auf Zonalisierung der Strömung in unserem
Bereich. Damit sind dann an beiden Tagen recht flächige Niederschläge verbunden,
im Schwarzwald und im Allgäu mit Signalen für Dauerniederschläge am Sonntag und
der Nacht zum Montag, die zumindest im mittleren und oberen Bergland bei
850hPa-Temperaturen so zwischen -2 und -5 Grad meist als Schnee mit
entsprechender Neuschneeauflage fallen dürften. Auch der Wind bleibt ein Thema.

Am Dienstag fließt zunächst vorderseitig des Troges über den Britischen Inseln
(mit vorübergehender Aufwölbung eines Höhenrückens nach ICON) mildere Luft in
die West- und Südhälfte (850 hPa-Temperatur von West nach Ost +4 bis -2 Grad).
Laut IFS soll dann über Deutschland ein schleifendes Frontensystem liegen,
einschließlich Randtiefentwicklung mit kräftigen Niederschlägen in der Südhälfte
sowie lokal teils wieder warnwürdigen Mengen. Bei positiven Temperaturen in 850
hPa ist zunächst Regen zu erwarten, erst in der Nacht zum Mittwoch sinkt die
Schneefallgrenze mit der Kaltfront von Nordwesten her. Stürmisch bleibt es im
Bergland, teils aber auch in tiefen Lagen.

Sowohl die synoptische Entwicklung, vor allem ab Dienstag, als auch die weiter
oben beschriebene weitere großräumige Entwicklung ist allerdings noch recht
unsicher.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der aktuelle Lauf des EZMW erhöht zumindest im Vergleich mit dem Vorlauf die
Konsistenz bis zum Ende der Woche (siehe auch einheitlichere Cluster des IFS).
Wird doch mittlerweile recht einheitlich das zu erwartende Trog-Keil-Muster für
das Wochenende konzipiert. Einzig am Freitag könnte sich ein markanterer
Randtrog des nach Südosteuropa ziehenden Langwellentroges für Ostdeutschland mit
mehr Niederschlägen bzw. Schneefällen bemerkbar machen sollten. Ansonsten
greifen die Fronten eines Tiefs bei den Britischen Inseln bereits am
Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag auf die Westhälfte mit Niederschlägen
über, im Verlauf meist Regen. Ab Beginn der neuen Woche nehmen die
Unsicherheiten naturgemäß deutlich zu, sodass auch die Konsistenz deutlich
schwächer ausfällt.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

ICON und GFS haben bereits am Freitag einen markanteren Randtrog über dem
östlichen Mitteleuropa simuliert im Vergleich zu IFS. Bis einschließlich Sonntag
sind die Unterschiede zwischen IFS und ICON nicht signifikant, wohingegen nur
GFS den Kurzwellentrog zum Sonntag deutlich schwächer darstellt. Größere
Modelldiskrepanzen ergeben sich in Zusammenhang mit dem neuen Trog bei den
Britischen Inseln ab Dienstag, da werden (wie beschrieben) von der Modellwelt
doch diverse synoptische Ansätze präsentiert.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

IFS bietet von Sonntag bis Dienstag (+120…+68 h) 5 verschiedene Cluster an, die
allerdings für Mitteleuropa allesamt eher nach Zonalisierung aussehen.
Interessanter wird die Entwicklung in der erweiterten Mittelfrist (+192…+240 h),
wo sowohl einige Cluster die Beibehaltung der mehr oder weniger zonalen und
damit zyklonalen Verhältnisse simulieren. Ebenso gibt es aber auch weiterhin
Varianten mit dem besprochenen Grönland- bis Arktikblocking (positiv geneigter
Rücken), die Nord- bzw. Nordostlagen für Mitteleuropa die Tür öffnen könnten.

Bei den Rauchfahnen bestätigt sich das beschriebene Bild weitgehend:
Bis Sonntag recht enge Drängung der Member bei 850 hPa-Temperaturen und 500
hPa-Geopotential ausgewählter deutscher Städte, in der neuen Woche der Trend zu
sinkendem Geopotenzial (allerdings mit zunehmender Streuung ab Wochenmitte nach
oben, siehe Einzelmember für Blockinglösungen). Den Trend der 850 hPa-Temperatur
kann man dagegen schon als kleine Achterbahnfahrt beschreiben. Auch die
Niederschlagssignale haben gerade bei den zu erwartenden höheren Mengen im Süden
und Südwesten eine signifikante Streuung.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Die Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen sind auf jeden
Fall für das mittlere und obere Bergland (markanter Schneefall) ab Sonntag
wieder deutlich erhöht. Ähnliches gilt für Sturm- bzw. schwere Sturmböen in den
Hochlagen der Mittelgebirge und den Alpen. Bezüglich Dauerniederschlag gibt es
bei Cosmo-Leps und IFS-EPS am Sonntag/ Nacht zum Montag im Schwarzwald und im
Allgäu 15 bis 25%-ige Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 30 l/qm/24 h und bei
Cosmo-Leps auch 5 bis 10%-ige Wahrscheinlichkeit für Mengen über 50 l/qm/24h.

Für Dienstag und die Nacht zum Mittwoch hat IFS-EPS für den Südwesten, teils
auch Westen Mengen über 30 l/qm/24 h mit rund 15% Wahrscheinlichkeit drin, im
Süden dagegen nur mit knapp 10% Wahrscheinlichkeit.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, GFS-EPS, MOSMIX, ICON

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Dr. Jens Bonewitz

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Montag, den 11.01.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 11.01.2021 um 10.30 UTC

Anfangs an Alpen und Erzgebirge noch anhaltender Schneefall, nachfolgend
vorübergehend trocken-kaltes Winterwetter – gebietsweise Dauerfrost. Im Laufe
des Wochenendes wieder wechselhafter und vorübergehend etwas „milder“.

Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 18.01.2021

Am Donnerstag liegt ein Höhentief mit höhenkalter Luft (im Osten Deutschlands
teils unter -35 Grad) über dem östlichen Mitteleuropa und damit liegt
Deutschland in einer nördlichen Strömung. Über den östlichen und südöstlichen
Landesteilen kommt es zu Niederschlägen, meist Schnee und vor allem die Alpen,
aber auch die Erzgebirgsregion werden von Norden her angestaut. Die
Dauerniederschläge klingen mit allmählicher Ostverlagerung des Höhentiefs und
daher abnehmender Staukomponente im Tagesverlauf ab. Eine Tiefdruckrinne
zwischen einem Hoch über Skandinavien und einem weiteren vor der Iberischen
Halbinsel kann vielleicht im Südwesten anfangs noch für etwas Niederschlag
(Schneefallgrenze um 200 bis 300 m) sorgen.

Zum Freitag und am Freitag selbst hin füllt sich diese Tiefdruckrinne mehr und
mehr auf und der Höhenkeil über Westeuropa und dem nahen Ostatlantik wölbst sich
weiter bis nach Nordskandinavien auf. Das Höhentief verlagert sich weiter
ostwärts Richtung Ukraine/Westrussland. Ganz im Osten sind noch leichte, am
Osterzgebirge vielleicht auch noch mal mäßige Schneefälle mit abnehmender
Tendenz möglich. Insgesamt steigt über Deutschland der Luftdruck und es stellt
sich meist eine trocken-kalte Witterung ein. Nach Westen ist es dabei etwas mit
850 hPa-Temperaturen um -5 Grad etwas „milder“ als im Osten bei Werten um -12
Grad in 850 hPa.

Am Samstag setzt sich das Absinken unter leichtem Hochdruckeinfluss mit
Verlagerung des Trog-Keil-Musters noch etwas besser durch. Dabei sollte es auch
im Osten weitgehend trocken bleiben, im Westen kann sich zeitweise auch die
Sonne durchsetzen. Das Temperaturniveau bleibt unverändert, so dass im Osten und
Süden häufig Dauerfrost herrscht, gen Westen und Nordwesten „nur“ in Lagen
oberhalb etwa 500 bis 600 m. Nordwestlich der Britischen Inseln setzt sich eine
relativ kurzwellige Austrogung samt Bodentiefentwicklung mit Kerndruck unter 995
hPa fort. Dies hat tagsüber noch keine Auswirkungen auf das Wettergeschehen in
Deutschland, sorgt aber dafür, dass der Druck übe Westeuropa bereits wieder
fällt und dann im Laufe der Nacht zum Sonntag das Frontensystem des Tiefs mit
Kern bei Schottland den Westen Deutschlands erreicht. Damit fließt im Westen
auch wieder etwas mildere Luft von Südwesten ein (850 hPa-Temperaturen um 0
Grad). Auch im Osten wird die -10-Grad-Isotherme ostwärts abgedrängt.

Am Sonntag verlagert sich das hochreichende Tief zur nördlichen Nordsee und das
Frontensystem kommt über Deutschland ostwärts voran, wo es im Tagesverlauf auch
die östlichen Landesteile erreicht. Die Niederschläge fallen oberhalb etwa 500
bis 700 m als Schnee (höhere Werte im Westen, tiefere im Osten), Der Keil wird
mit Ostwärtsverlagerung des Höhentiefs in seinem Nordteil abgehobelt. Mit 850
hPa-Temperaturen etwa zwischen -1 und -4 Grad hat sich in ganz Deutschland eine
nicht mehr ganz so kalte Luftmasse durchgesetzt und die Gebiete mit Dauerfrost
werden etwas kleiner.

Am Montag liegt Deutschland im Einflussbereich des Tiefs, das sich unter
Abschwächung Richtung südliche Ostsee verlagert hat. Mit seinem Frontensystem
und der von West, später Nordwest einfließenden maritimen Kaltluft sorgt es in
ganz Deutschland für Niederschläge, die oberhalb 500 bis 700 m wieder allmählich
in Schnee übergehen. Mit kurzem Zwischenhocheinfluss klingen die Niederschläge
im Westen vorübergehend ab, insgesamt stellt sich dann aber voraussichtlich eine
weitgehend zyklonal geprägte Westlage mit wechselhaftem und überwiegend mäßig
kaltem Wetter ein.

Für die erweiterte Mittefrist von Dienstag bis Donnerstag kommender Woche sind
aufgrund der großen Unterschiede der Modellläufe keine Aussagen möglich.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Läufe kann lediglich am Donnerstag noch als
gut bezeichnet werden. Nachfolgend zeigen die beide aktuelleren Modellläufe eine
deutlich andere Entwicklung: über dem Atlantik, westlich von Irland, zeigt sich
ein deutlich südlicherer und kräftigerer Kurzwellentrog mit entsprechender
Zyklogenese. Während der gestrige 00 UTC-Lauf nur eine flache Welle
prognostizierte (Sonntagmittag mit „Kerndruck“ von 1020 hPa) entwickelt sich bei
den beiden neuern Modellläufen ein veritables Tief mit Kerndruck unter 995 hPa,
das über Schottland gen Südskandinavien zieht und dessen Frontensystem dann im
Laufe des Sonntages deutlich rascher von Westen auch auf Deutschland
übergreifen.
Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass trotz dieser anderen Entwicklung die
Auswirkungen auf das Wettergeschehen in Deutschland zunächst begrenzt sind. Das
gestrige Vorhersagekonzept bis einschließlich Samstag (zu Beginn abklingende
Dauerniederschläge an den Alpen und nachfolgend weitgehend trocken-kalt) kann
etwa beibehalten werden, zum Sonntag und Montag ergeben sich dann zunehmen
größere Unterschiede. Vom Grundtenor einer ab dem Wochenende zunehmend
wechselhaften und mäßig kalten Witterung besteht wohl kein Zweifel, die genaue
Druckverteilung und damit die Ausgestaltung des Wetters ist jedoch sehr
unsicher.

In der erweiterten Mittelfrist (Dienstag bis Donnerstag kommender Woche) laufen
die Modellläufe weiter auseinander, so dass eigentlich keine Aussage über die
weitere Wetterentwicklung möglich ist.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Sowohl ICON als auch GFS zeigen die Tiefentwicklung am Donnerstag und Freitag
über Westeuropa etwas markanter – IFS hat hier „nur“ die erwähnte Tiefdruckrinne
zwischen den 2 Hochs über Skandinavien und vor der Iberischen Halbinsel. Durch
diese etwas kräftigere Tief ergeben sich zum einen für Do/Fr im Westen etwas
mildere Temperaturen und zum anderen Niederschläge, die etwas mehr in den Westen
und Südwesten Deutschlands vordringen könnten. Hier tut sich dann doch wieder
die Frage nach der Schneefallgrenze im Westen/Südwesten und potenziellem
Dauerregen-/Dauerschneefall auf.
Am Wochenende dann laufen die betrachteten Globalmodelle weiter auseinander.
Während IFS das erwähnte Tief ja zum Sonntag gut entwickelt hat und es dann
unser Wetter beeinflusst, haben sowohl ICON als auch GFS andere Pläne. GFS
belässt Deutschland weitgehend unter Hochdruckeinfluss, die Frontalzone verläuft
hier deutlich weiter nördlich als beim IFS. ICON etabliert zum Sonntag eine im
Vergleich zum IFS deutlich schwächere Tiefdruckrinne über Westeuropa mit einem
Tiefzentrum über Frankreich, Frontensystem deutlich später im Verlauf des
Sonntages und unter Abschwächung auf Deutschlands Westen übergreift und sich
nachfolgend zumindest im Süden wieder Hochdruckeinfluss breit macht. Der Norden
gelangt nach Lesart von ICON dann im Laufe des Montags in den Bereich der
Frontalzone. GFS will über den gesamten Zeitraum (also ab dem Wochenende) von
Tiefeinfluss nichts mehr wissen.

Fazit: Es herrschen große Unsicherheiten in der Mittelfristprognose – zum einen
hinsichtlich der Niederschlagsphase und potenziellem Dauerregen am
Donnerstag/Freitag im Südwesten und zum anderen in der generellen
Wetterentwicklung ab dem Wochenende.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse des IFS liefert für den ersten Zeitraum (+72 bis +96 h,
Do/Fr) 3 relativ gleich besetzte Cluster (20, 16 und 15 Member), wobei Haupt-
und Kontrolllauf in den ersten, „am stärksten“ besetzten Cluster eingruppiert
werden. Alle Cluster werden dem Regime „Atlantischer Rücken“ zugeordnet. Für
Deutschland, vor allem den Osten Deutschlands relevant ist di leicht
unterschiedliche Behandlung des Höhentiefs über dem (östlichen) Mitteleuropa.
Dieses Höhentief wird in Cluster 2 und 3 etwas intensiver vorhergesagt und
könnte damit im Vergleich zum deterministischen Hauptlauf im Osten zu einer
etwas regeren Niederschlagstätigkeit (Schneefall) führen.
Der Folgezeitraum von Samstag bis Montag (+120 bis +168 h) liefert 4 Cluster mit
16, 16, 12 und 7 Membern, Haupt- und Kontrolllauf werden erneut dem ersten
Cluster zugeordnet. Im Vergleich zum ersten Cluster und dem deterministischen
Lauf hält sich in den anderen Clustern das Höhentief noch etwas länger im
Einzugsgebiet Deutschlands, dafür erfolgt aber ein deutlicheres Aufwölben des
atlantischen/westeuropäischen Rückens, das Tief, welches im deterministischen
Lauf am Sonntag Niederschläge bringt, gibt es teils nicht oder nur in deutlich
abgeschwächter Form. Spätestens zum Montag steuern aber alle Cluster für
Deutschland wieder in Richtung zyklonal geprägtem Wetter. Für die erweiterte
Mittelfrist werden ebenfalls 4 Cluster angeboten, die doch recht unterschiedlich
daher kommen – auch wenn eigentlich alle Cluster auf der zyklonalen Seite zu
finden sind.

Die Betrachtung der Rauchfahnen bestätigt die Prognoseunsicherheit im
Mittelfristzeitraum. Eng gebündelt sich sowohl Temperatur in 850 hPa und
Geopotenzial in 500 hPa eigentlich nur am Donnerstag, bereits ab Freitag nimmt
der Spread zu und weitet sich dann zum Wochenende weiter. In punkto Geopotenzial
in 500 hPa ist ab Anfang kommender Woche dann eigentlich fast alles möglich. Die
Niederschlagssignale deuten erwartbar ein Minimum fü Freitag/Samstag an,
kommende Woche muss wohl immer wieder mit Niederschlägen gerechnet werden.

Fazit: Die Unsicherheiten, die sich bei der Betrachtung der vorliegenden
IFS-Läufe (Konsistenz) und der anderen Globalmodelle ergeben, kann auch die
Betrachtung der EPS-Verfahren nicht mildern.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

SCHNEE (DAUERREGEN?):
Am Donnerstag klingen die Schneefälle im Stau der Alpen und am Erzgebirge
allmählich ab bzw. lassen nach. Es werden 5 bis 10 cm am Erzgebirge und im
Schwarzwald erwartet, im Schwarzwald Anstieg der Schneefallgrenze auf 400 bis
600 m bis zum Abend. Am Alpenrand Schnee weiterhin bis in tiefe Lagen,
Neuschneemengen 10 bis 15 cm, in Staulagen bzw. vor allem Richtung Allgäu bis 30
cm in 24 Stunden. Vor allem in höheren Lagen weiterhin Gefahr von Verwehungen.
EFI-Signale liegen hier vor allem für den Alpenrand vor, die EPS arbeiten vor
allem den Alpenrand und insbesondere das Allgäu heraus. Aus heutiger Sicht
besteht zumindest für Donnerstag/Freitag gesehen keine Dauerregengefahr. Es gibt
zwar bei den 48-stündigen Niederschlagsmengen Dauerregensignale, allerdings
sollte meist Schnee fallen. Der Schwarzwald gelangt zwar in den Bereich nicht
ganz so kalter Luft und die Schneefallgrenze steigt, allerdings lassen dort auch
die Niederschläge zuerst nach.

Am Sonntag von Westen im Bergland oberhalb 500 bis 700 m wieder Schnee (höhere
Schneefallgrenze im Westen, tiefere im Osten), vor allem am Alpenrand bis
Montagfrüh dabei 10 bis 15 cm Neuschnee

FROST:
Freitag, vor allem Samstag gebietsweise (besonders Süden und Osten) Dauerfrost,
dort zeigt der EFI Signale für negative Temperaturabweichung. In den Nächten zum
Freitag und zum Samstag gebietsweise (vor allem im Süden) strenger Frost unter
-10 Gad.

STURM:
Am Donnerstag an den Alpen und den östlichen Mittelgebirgen sowie an der Ostsee
Böen 7, exponiert 8 bis 9, vor allem am Alpenrand liefert der EFI Signale.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, MOS-Mix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST Sonntag, den 10.01.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 10.01.2021 um 10.30 UTC

Winterlich, im Osten und Süden Übergang zu Dauerfrost. Im Südwesten und Süden
teils kräftige Schneefälle, zum Wochenende Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 17.01.2021

Am Mittwoch, dem Beginn des heutigen Mittelfristzeitraums liegt Deutschland auf
der Rückseite eines kräftigen Langwellentroges, der sich von Skandinavien über
Osteuropa bis ins östliche Mittelmeer erstreckt. Seine Achse ist also leicht
negativ geneigt. Über der Osthälfte Deutschlands liegen dabei 500 hPa
Temperaturen unter -30 Grad, an der vorpommerschen Küste sogar bis nahe -40
Grad. Das korrespondierende Bodentief befindet sich zur Mittagszeit mit einem
Kerndruck nahe 1000 hPa über der südöstlichen Ostsee, wobei der Norden und Osten
in der nordwestlichen Strömung noch schwach zyklonal geprägt. So entwickeln sich
in der polaren Meeresluft mit 850 hPa Temperaturen zwischen -5 und -8 Grad noch
einzelne Schauer, die meist als Schnee fallen. Nur in Nordseenähe ist auch Regen
dabei. In Schauernähe treten vereinzelt Windböen, im höheren Bergland auch
Sturmböen auf. Zwischendurch zeigt sich aber auch die Sonne. Über
Schleswig-Holstein könnte sich in der begünstigten Anströmung sogar ein längeres
Sonnenfenster dank des Skandinavienföhns auftun.
Der Südwesten profitiert unterdessen von einem schwachen Keil des Hochs über der
Iberischen Halbinsel, der allerdings über Frankreich und Benelux schon von einer
Warmfrontwelle überlaufen wird, die aber voraussichtlich erst in der Nacht zum
Donnerstag auf Deutschland übergreift. In der gut durchmischten Luftmasse werden
Höchstwerte zwischen 2 und 7 Grad erreicht. Im höheren Bergland herrscht
leichter Dauerfrost.
In der Nacht zum Donnerstag ziehen sich die Schneeschauer allmählich zum
Nordrand des Erzgebirges zurück. Im Stau sind dabei durchaus 5 bis 10 Zentimeter
Neuschnee vorstellbar. Weitaus interessanter ist jedoch die Warmfrontwelle, die
sich nahezu strömungsparallel in den Südwesten Deutschland hereinschiebt und im
Laufe der Nacht in etwa zwischen Eifel , Schwarzwald und den Alpen für länger
anhaltendende und teils kräftige Niederschläge sorgt. Während der Wind auf der
kalten Seite der Welle an der Nordostflanke komplett rausgeht und schwach
umlaufend ist, frischt er an der Südwestflanke stark böig aus West auf und es
fließt mildere Atlantikluft ein. Noch ist die genaue Lage der Luftmassengrenze
allerdings mit Unsicherheiten behaftet. Derzeit muss man davon ausgehen, dass
sie vom Saarland über den Großraum Stuttgart bis dicht südlich von München
verläuft. Nördlich davon sind bis in tiefe Lagen Schneefälle mit 5 bis 10
Zentimeter, lokal um 15 Neuschnee binnen 12 Stunden zu erwarten. Südlich davon
fällt Regen mit ansteigender Schneefallgrenze bis in die Kammlagen des
Schwarzwaldes auf weit über 1000 Meter. Dort muss jedoch wie auch in den Alpen
bei Sturmböen mit Verwehungen gerechnet werden.
Am Donnerstag verlagert sich der Schwerpunkt des Höhentiefs etwas südwärts und
erstreckt sich vor allem von Polen bis zum Balkan. Über Skandinavien setzt von
Westen Potentialanstieg ein. Die durchaus beachtliche Ausdehnung der -40
Grad-Isotherme in 500 hPa umspannt dabei den Großteil Polens. Angesichts des
bisher (im Flachland) enttäuschenden Winters mit trauriger Luftmassen- und
Temperaturverteilung gerade über Ost- und Nordeuropa ein durchaus
bemerkenswerter Umstand. Ein Kurzwellentrog ist dabei noch nach Norddeutschland
gerichtet, so dass es immer noch zu einzelnen schwachen Schneeschauern kommen
kann, die in Odernähe vereinzelt auch von einem kurzen Donnergrummeln begleitet
sein können. Mit -10 Grad in 850 hPa fließt etwas kontinentaler geprägte
Polarluft ein, die zwar hochreichend labil geschichtet ist, aber eben auch
trockener daherkommt. Über der Mitte schließt sich ein Bereich kompensatorischen
Absinkens an, bevor wir erneut den Brennpunkt im Süden und Südwesten des Landes
erreichen. Dort liegt schleifend noch immer die Luftmassengrenze, wobei die
nächtliche Welle zwar über die Alpen gesteuert wird, über dem Englischen Kanal
jedoch die nächste bereits ansetzt. Folglich halten die Niederschläge weiter an
und insbesondere in Staulagen des Schwarzwaldes sowie am Alpenrand treten
weiterhin markante Neuschneefälle auf mit Größenordnungen von 20 bis 30
Zentimeter Neuschnee binnen 24 Stunden, in Staulagen noch darüber. Durch das
südwärtige Schwenken des o.e. Kurzwellentroges über Norddeutschland wird auch
die Luftmassengrenze im Süden langsam etwas südwärts abgedrängt. Dadurch ziehen
sich die Niederschläge zum Freitag zunehmend zum Hochrhein und in die Alpen
zurück und gehen von Norden selbst in den Flussniederungen in Schnee über.
Am Freitag und Samstag liegen wir zwischen dem Höhentrog über Osteuropa und dem
ostatlantischen Rücken in einer nördlichen Strömung. Auf der Keilvorderseite
schiebt sich von der Nordsee langsam eine Hochdruckbrücke am Boden nach
Deutschland und die ehemalige Welle wird südwärts ins westliche Mittelmeer
gesteuert. Deutschland ist nun gänzlich mit der trockeneren Polarluft geflutet,
die 850 hPa Temperaturen um -10 Grad und durchweg einstellige Werte im 850 hPa –
Thetafeld aufweist. Dabei ist es nun mit der Durchmischung nicht mehr ganz so
weit her, weshalb doch der Großteil des Landes in den leichten Dauerfrost
rutscht. Ausgenommen sind voraussichtlich nur noch die Gebiete Ballungsgebiete
im Westen und Südwesten sowie das Nordseeumfeld. In den Nächten herrscht bei
zeitweiligem Aufklaren verbreitet mäßiger Frost zwischen -5 und -9 Grad, über
Schnee muss mit strengem Frost gerechnet werden.
Zum Ende der Mittelfrist ist es noch, ob es atlantische Tiefausläufer mit
milderer Luft in den Westen schaffen. Im Osten und Süden bleibt wohl ziemlich
wahrscheinlich trocken-kaltes Winterwetter erhalten.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des IFS Modells ist insgesamt passabel. Die Ausprägung des
Höhentiefs mit unter -40 Grad in 500 hPa war in den vorherigen Läufen aber noch
nicht mal ansatzweise vorhanden. Die Lage über Polen wurde zwar ähnlich
gerechnet, aber allenfalls mit -35 Grad, die rasch zum Balkan durchrauschen
sollten. Die Frage ist zum einen die Geschwindigkeit der Verlagerung und wie
schnell sich dabei die ursprünglichen Eigenschaften des Höhentrogs modifizieren.
Niedertroposphärisch spricht das Vorhandensein einer nur sporadisch ausgeprägten
Schneedecke über Südskandinavien und Polen eher gegen den Erhalt oder gar die
Regeneration der Luftmasse. Insofern ist selbst die Schaueraktivität am
Donnerstag im Osten noch mit großen Fragezeichen versehen. Der gestrige 0z Lauf
hatte da sogar skalige Aufgleitniederschläge im Schlepptau.
Gleiches gilt für die Grenzwetterlage im Südwesten. Der gestrige 12z Lauf setzte
mit dem Tief sehr weit nördlich noch über der Rheinmündung an. Das brächte zwar
auch in Niedersachsen etwas Schnee, gleichzeitig aber dem Westen und Südwesten
meist nur Schneeregen oder Regen selbst in den Mittelgebirgen. Grundsätzlich
gilt: Je weiter südwestlich die Welle über Frankreich abläuft, desto weniger
Niederschläge bei uns aber umso mehr in fester Phase. Kommt es doch stärker zu
uns herein, droht im Südwesten selbst in den Hochlagen teils kräftiger Regen und
Tauwetter, dafür bekäme die Mitte teils kräftige Schneefälle ab.
Zum Ende der Mittelfrist nistete sich nach gestrigem 0z Lauf ein Residuum des
Höhentiefs noch genau über Süddeutschland ein. Inzwischen muss der Blick eher
wieder nach Westen gehen, inwieweit uns atlantische Tiefausläufer nicht schon
wieder auf die Pelle rücken.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

ICON schert bereits am Mittwoch etwas aus, indem es die neue Warmfrontwelle
direkt schon über dem Südwesten Deutschlands ansetzen lässt – quasi ohne
Niederschlagspause bei Übergang von Kurz- zur Mittefrist. Deutlich
wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich kurzzeitig einmal Zwischenhocheinfluss im
Südwesten durchsetzen kann, bevor die frontalgebundenen Niederschläge in der
Nacht zum Donnerstag aufziehen. Dieses „agressivere“ Voranpreschen beim ICON
führt dann auch dazu, dass sowohl die akkumulierten Niederschlagssummen als auch
die Ausdehnung der flüssigen Phase nach Nordosten aller Voraussicht nach
überschätzt werden. Demnach würde es selbst in den Alpen bei positiven
Temperaturen in 850 hPa kurzzeitig auf über 1500 Metern regnen. Dafür muss man
allerdings sagen, gleicht sich das deutsche Modell am Donnerstag rasch wieder
den übrigen Modellen hinsichtlich der Lage der LMG an.
In der Folge herrscht allgemeiner Konsens über eine eher antizyklonal geprägte
trocken-kalte Winterlage. Das Ende der Mittelfrist zum darauffolgenden
Wochenwechsel ist derzeit noch vollkommen offen. Tendenziell verbleibt aber die
Osthälfte eher unter Hochdruckeinfluss im leichten Dauerfrost, wohingegen in der
Westhälfte bei auffrischenden südlichen Winden atlantische Tiefausläufer unter
Abschwächung übergreifen würden. GME zeigt gar eine durchgreifende
Zonalisierung.
Der Ablauf der bevorstehenden Grenzwetterlage ist da sicherlich nicht
irrelevant, denn sollte sich damit über Ostfrankreich mit Abzug der Welle eine
Schneedecke ausbilden, ist ein thermisch induziertes Blocking atlantischer
Systeme und damit eher die GFS Variante wahrscheinlicher.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen zeigen einen mehr oder minder kontinuierlichen und recht
einheitlichen Abfall der 850 hPa Temperaturen – deutschlandweit auf unter -10
Grad bis zum kommenden Wochenende. Spätestens dann nimmt aber die Bandbreite der
Lösungen so stark zu, dass weitere Aussagen nicht mehr möglich sind.
In den Clustern sind man durch die Bank weg eine stark positive
Geopotentialanomalie, die sich von der Labradorsee über die nahezu gesamte
Arktis erstreckt. Kein Wunder, wenn man im Hinterkopf hat, dass der Polarwirbel
gestört und stark nach Süden verschoben ist derzeit. Die Mehrzahl belässt
Deutschland dabei eher an der Trogrückseite des osteuropäischen Kältepols in der
Höhe, weshalb bei eher hohem Bodendruck eine Fortdauer des trocken-kalten
Winterwetters bis zum Übergang in die erweiterte Mittelfrist wahrscheinlich ist.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

SCHNEE/DAUERREGEN:
Signale für mehr als 30 l/qm binnen 24 Stunden zeigen sowohl für Mittwoch als
auch für Donnerstag alle vorliegenden Ensembleverfahren. In den typischen
Nordweststaulagen der Alpen und des Schwarzwaldes liegen die
Wahrscheinlichkeiten sogar bei bis zu 50%, was ein deutliches Signal zum
jetzigen Zeitpunkt ist. COSMO-LEPS und ICON-EPS schließen gar Mengen größer als
50 l/qm binnen 24 Stunden nicht aus (bis 20%). Hochgerechnet auf 48 Stunden muss
nach jetzigem Stand demnach mit 30 bis 60, in Staulagen bis 100 l/qm gerechnet
werden. Vor allem dem Schwarzwald droht mit Warmlufteinschub dabei zeitweise
Regen bis in die Kammlagen. Sonst fällt zumindest oberhalb von 1000 Meter
mehrheitlich Schnee, wobei die Schneefallgrenze im Laufe des Donnerstag bis in
tiefe Lagen absinken sollte. Das würde im Extremfall über das gesamte Ereignis
hinweg in den Hochlagen von Alpen und Schwarzwald einen Meter Neuschnee
bedeuten, der bei Sturmböen zudem stark verweht.
Die EFI Signale für die zu erwartenden Neuschneemengen sind unterhalb 0.8 bei
positiver SOT zwar vorhanden, aber räumlich eher überschaubar und auf die
Höhenzüge beschränkt, wo sich das Ereignis zugegebenermaßen auch nicht allzu
stark von der Klimatologie abhebt.
STURM:
Insbesondere am Südrand der Welle treten im Bergland Sturmböen auf. Auf dem
Feldberg im Schwarzwald sind schwere Sturmböen, auf der Zugspitze Böen bis
Orkanstärke wahrscheinlich. In tiefen Lagen sind Sturmböen nur gering
wahrscheinlich. Das IFS-EPS zeigt vor allem in Verbindung mit dem
Leitplankeneffekt im Alpenvorland geringe Signale dafür (bis 30%).

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, Mos-Mix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen