SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 13.08.2020 um 10.30 UTC

Weiterhin Zufuhr feuchtwarmer bis heißer Luftmassen. Somit Andauer von teils
kräftigen Schauern und Gewittern mit Unwetterpotential.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 20.08.2020

Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagzeitraums, am kommenden Sonntag, lässt
sich über Europa weiterhin eine OMEGALAGE festmachen. So befindet sich zwischen
einem Höhentief über der Biskaya und einem Trog über Westrussland ein breiter
Rücken über Mitteleuropa mit einer nur flachen Geopotentialverteilung. Im
Bodendruckfeld lassen sich nur schwache Luftdruckgegensätze ausmachen, die
eingeflossene feuchte und sehr warme Luftmasse bleibt erhalten. In dieser bleibt
eine rege Schauer- und Gewittertätigkeit erhalten, lokal muss mit
unwetterartigen Erscheinungen, wie heftiger Starkregen und Hagel gerechnet
werden.

Am Montag und Dienstag wird das westeuropäische Höhentief (über dem Ärmelkanal)
in das neue Trogsystem eingebunden. Deutschland liegt nun stärker auf seiner
Vorderseite in einer zunehmend diffluenten Höhenströmung, die auch mehr Dynamik
zulässt. Zudem lässt sich im Bodenfeld ein Bodentrog ausmachen. Dieser wandert
aus der Nacht heraus nordostwärts über Deutschland hinweg. Darin eingelagert ist
auch eine Kaltfront die bis zum Abend den Osten und Süden erreicht. Je nach
genauem Timing sind präfrontal und mit der Front selbst kräftige Gewitter
denkbar. Von Westen fließt nachfolgend etwas weniger warme und trockenere Luft
ein.

Am Mittwoch schreitet von Westen her die etwas trocknere und nicht mehr ganz so
warme Luft voran. Auch setzt sich von Westen schwacher Hochdruckeinfluss durch
und nachfolgend erreicht ein flacher Rücken die Westhälfte, was dort zu einer
weiteren Wetterberuhigung führt. Im Osten kommt es in der feuchtwarmen Luftmasse
dagegen weiterhin noch zu teils kräftigen Schauern und Gewittern.

Am Donnerstag wölbt sich über Mitteleuropa der Höhenrücken etwas auf. Vor allem
in der Süd- und Osthälfte setzt sich dadurch Hochdruckeinfluss durch, während
die Nordwesthälfte von einer nachfolgenden Warmfront erfasst wird, die
voraussichtlich aber nur zum Durchzug von mehrschichtiger Bewölkung ohne
nennenswerte Niederschlägen führen wird. Mit dem Transport von sehr warmer bis
heißer Luft aus Süden, wird die 30 Grad Marke wieder häufiger überschritten.

Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum nimmt die Gewittertätigkeit
durch die Ausdehnung eines Troges Richtung Mitteleuropa zum kommenden Wochenende
wieder zu.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Im mittelfristigen Vorhersagebereich sind die verschiedenen Modellläufe am
Wochenende zunächst recht konsistent. Unterschiede liegen allenfalls in der
genauen Positionierung kurzwelliger Anteile und damit die genaue Lage von
Bodenkonvergenzen und Gewitterschwerpunkten. Danach bleibt die Konsistenz
ebenfalls hoch und erst zum kommenden Mittwoch bzw. Donnerstag gibt es
Diskrepanzen. Der heutige operationelle Lauf rechnet mit einem sich von Westen
her aufwölbenden Keil, was die vorangegangenen Läufe so nicht auf der Agenda
hatten.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Am Wochenende zeigt sich noch recht gute Einigkeit in der grundlegenden
Ausrichtung. Im Detail bestehen allerdings noch gewisse Unsicherheiten was die
genaue Positionierung der Gewitterschwerpunkte betrifft, insbesondere am
Sonntag.

In der neuen Woche werden die Unsicherheiten allmählich größer. Während sich am
Montag und Dienstag noch ein ähnliches Muster erkennen lässt, laufend die
Modelllösungen am Mittwoch dann deutlich auseinander. Bei ICON liegt das
Höhentief dann bei Irland und die Höhenströmung ist damit deutlich flacher, als
nach der EZ-Lösung (Biskaya). Bei GFS liegt das Höhentief sogar über dem
Nordmeer mit einer westlichen Strömung über Deutschland mit mehreren
kurzwelligen Anteilen (zonale Strömung).

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen bis einschließlich Dienstag einen recht eng
gebündelten Verlauf mit nur wenigen Ausreißern. Dabei verlaufen Haupt- und
Kontrolllauf im Bereich des Median.
Ab Mittwoch nimmt die Streubreite allmählich zu und wird dann recht groß. Das
gilt sowohl für das Geopotential, als auch die 850 hPa Temperatur. Der Hauptlauf
bewegt sich dabei im oberen Bereich der Lösungen für die 850 hPa Temperatur. Der
Kontrolllauf zeigt sogar noch etwas höhere Werte.
Am Donnerstag klingen die Niederschlagssignale rasch ab, werden aber zum
Wochenende nächster Woche wieder größer.

Das Clustering des ECWMF zeigt für den Zeitraum +120 bis +168 h (Di 00 bis Do
00) zwei Cluster. Diese sehen zunächst Mitteleuropa vorderseitig eines
westeuropäischen Troges, der ostwärts abzieht und sich dabei auflöst. Danach
folgt ebenfalls von Westeuropa her ein sich aufwölbender Keil, der in
Deutschland nachfolgend für eine Wetterberuhigung sorgt.

Das EPS des GFS zeigt ein ähnliches Bild mit dem Knackpunkt am kommenden Mi/Do.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der EFI zeigt in den nächsten Tagen eine hohe bis sehr hohe Wärmebelastung.
Auch gibt es Signale für lokale Starkregenereignisse, die durch schwere
Gewittern ausgelöst werden können. Dieses Szenario wird gleichsam durch alle
gängigen globalen Modelle als auch durch die Pobabilistik gestützt.

Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF-EPS, ECMWF, MOS-MIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 12.08.2020 um 10.30 UTC

Im Mittelfristzeitraum weiterhin feuchtwarme Luftmassen aktiv. Daher Andauer der
gewitterträchtigen Großwetterlage mit Unwetterpotential.

Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 19.08.2020

Am Samstag lässt sich über Europa eine Art Omegalage ausmachen. So befindet sich
ein Höhentief bei der Biskaya und ein Trog über Westrussland. Dazwischen liegt
ein breiter Rücken mit einer allerdings nur flachen Geopotentialverteilung. Auch
am Boden gibt es kaum Druckgegensätze. Allerdings findet man eine klare
Konvergenz ausgehend von Niedersachsen bis nach Sachsen. Diese wird in der
labilen und feuchten Luftmasse sicherlich die Hauptzone für Gewitter mit
Unwetterpotential durch Starkregen sein. Nordöstlich davon liegen trockenere
Luftmassen, südwestlich davon ist orographisch getriggert ebenfalls Konvektion
möglich.

Am Sonntag verschiebt sich die Achse des Rückens nach Osteuropa. Damit gelangt
der Vorhersageraum stärker auf die Vorderseite des westeuropäischen Höhentiefs,
das zunehmend in einen von Westen sich nähernden Trog eingebunden wird. Am Boden
gibt es weiter kaum Druckgegensätze. Über dem Norden Deutschlands lässt sich ein
Randtrog ausmachen, sodass dort die Gewittertätigkeit am wahrscheinlichsten ist.
Sonst dominiert vornehmlich antizyklonaler Einfluss, vorderseitig der noch über
Frankreich liegenden Troges.

Am Montag wird das westeuropäische Höhentief (über dem Ärmelkanal) in das neue
Trogsystem eingebunden. Deutschland liegt nun stärker auf seiner Vorderseite in
einer zunehmend diffluenten Höhenströmung, die auch mehr Dynamik zulässt. Zudem
lässt sich im Bodenfeld ein Bodentrog ausmachen. Dieser wandert aus der Nacht
heraus nordostwärts über Deutschland hinweg. Darin eingelagert ist auch eine
Kaltfront die bis zum Abend den Osten und Süden erreicht. Je nach genauem Timing
sind präfrontal und mit der Front selbst kräftige Gewitter denkbar. Von Westen
fließt nachfolgend etwas weniger warme und trockenere Luft ein.

Am Dienstag und Mittwoch wird der westeuropäische Trog an seiner Westflanke
reaktiviert. So lässt sich ein darin eingelagertes kräftiges Höhentief finden,
das zu Biskaya zieht. Deutschland liegt auf der diffluenten Trogvorderseite,
sodass weiterhin die Zufuhr feuchtwarmer Luftmassen zu erwarten ist und auch
Unwetterpotential besteht.

In der erweiterten Mittelfrist zeigt der aktuelle deterministische ECMWF-Lauf,
dass der Haupttrog Deutschland bis zum Ende der kommenden Woche überquert und
anschließend der Vorhersageraum rückseitig in eine nordwestliche Höhenströmung
gelangt. Damit würden dann endgültig kühlere Luftmassen in den Vorhersageraum
einfließen.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Im mittelfristigen Vorhersagebereich sind die verschiedenen Modellläufe am
Wochenende zunächst recht konsistent. Unterschiede liegen allenfalls in der
genauen Positionierung kurzwelliger Anteile und damit die genaue Lage von
Bodenkonvergenzen und Gewitterschwerpunkten.

Zur neuen Woche nehmen die Unterschied dann schon zu. Gerade im Vergleich zum
gestrigen 00 UTC Lauf bestehen noch Fragezeichen, wo und wie genau das Höhentief
in den von Westen sich nähernden Trog eingebunden wird. Die Abweichungen
zwischen aktuellen und gestrigen 00 UTC Lauf werden im weiteren Verlauf noch
deutlich größer, während der gestrige 12 UTC Lauf noch eine gewisse Ähnlichkeit
mit der neuesten Modelllösung aufweist.

Zur Wochenmitte laufen die drei Modellläufe dann deutlich auseinander und es ist
keine Konsistenz mehr gegeben.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Am Wochenende zeigt sich noch recht gute Einigkeit in der grundlegenden
Ausrichtung. Im Detail bestehen allerdings noch gewisse Unsicherheiten was die
genaue Positionierung der Gewitterschwerpunkte betrifft, insbesondere am
Sonntag.

In der neuen Woche werden die Unsicherheiten allmählich größer. Während sich am
Montag und Dienstag noch ein ähnliches Muster erkennen lässt, laufend die
Modelllösungen am Mittwoch dann deutlich auseinander. Bei ICON liegt das
Höhentief dann bei Irland und die Höhenströmung ist damit deutlich flacher, als
nach der EZ-Lösung (Biskaya). Bei GFS liegt das Höhentief sogar über dem
Nordmeer mit einer westlichen Strömung über Deutschland mit mehreren
kurzwelligen Anteilen (zonale Strömung).

Darüber hinaus laufen die Prognosen dann komplett auseinander.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen bis einschließlich Montag einen recht eng
gebündelten Verlauf mit nur wenigen Ausreißern. Dabei verlaufen Haupt- und
Kontrolllauf im Bereich des Median.
Ab Dienstag nimmt die Streubreite allmählich zu und wird ab Mittwoch dann recht
groß. Das gilt sowohl für das Geopotential, als auch die 850 hPa Temperatur. Der
Hauptlauf bewegt sich dabei im oberen Bereich der Lösungen für die 850 hPa
Temperatur. Der Kontrolllauf zeigt sogar noch etwas höhere Werte.
Beim anschließenden Übergreifen des Troges bewegen sich Haupt- und Kontrolllauf
dann eher am Unterrand der 52 Member.

Das Clustering des ECWMF zeigt für den Zeitraum +120 bis +168 h (Mo 00 bis Mi
00) fünf verschiedene Lösungen. Diese unterscheiden sich vornehmlich bezüglich
der genauen Positionierung der Lage des westeuropäischen Höhentiefs, die dann
auch die Situation auf seiner Vorderseite beeinflusst. Die Verteilung der Member
auf die einzelnen Cluster ist dabei recht einheitlich. Haupt- und Kontrolllauf
im Cluster 4 (10 Member). Im am stärksten besetzten Cluster 1 (14 Member) liegt
der Haupttrog weiter östlich und damit stärker an Deutschland dran.
Im Zeitraum +192 bis +240 h (Do00 bis Sa00) gibt es erneut fünf Lösungen. Die
Spannbreite zwischen den einzelnen Clustern ist dabei sehr groß (Rücken,
Troglage, Zonalisierung).

Das EPS des GFS zeigt ein ähnliches Bild mit dem Knackpunkt am kommenden Di/Mi.

FAZIT: Die Entwicklung der Wetterlage am kommenden Wochenende erscheint
abgesehen von Details recht klar. Auch der Beginn der neuen Woche lässt sich
noch mit einer gewissen Sicherheit prognostizieren. Spätestens zum Mittwoch
nimmt die Spannbreite der Lösungen deutlich zu. Viel hängt davon ab, wie das
Höhentief in den von Westen kommenden Trog eingebunden wird und wie stark sich
das System amplifizieren kann. Eine Prognose ist dann nicht mehr möglich.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Im gesamten Mittelfristzeitraum stehen warntechnisch weiterhin die Gewitter im
Vordergrund.

Am Samstag besteht in einem breiten Streifen von Niedersachsen bis Sachsen
erhöhte Gefahr von Gewittern mit Unwetterpotential durch Starkregen. Weiter nach
Südwesten kann es vornehmlich im Bergland einzelne starke Gewitter.

Am Sonntag muss vor allem im Norden mit markante Gewitter gerechnet werden,
Unwetter nicht ausgeschlossen. Am Abend und in der Nacht auf Montag greifen von
Westen neue teils kräftige Gewitter über, lokal Unwetter nicht ausgeschlossen.
Dann ist auch mehr Dynamik mit im Spiel.

Am Montag vor allem im Osten und Süden Gewitter wahrscheinlich, lokal Unwetter.
Dabei neben Starkregen auch größerer Hagel im Fokus. Dazu erhöhte Gefahr von
Sturmböen und mehr

Am Dienstag gebietsweise Gewitter, weiterhin örtlich Unwettergefahr. Genau
Schwerpunkt noch nicht auszumachen.

Ab Mittwoch Prognose kaum noch möglich.

Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF-EPS, MOS-Mix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 11.08.2020 um 10.30 UTC

Sommerlich warm bis heiß, dabei zeit- und gebietsweise wechselhaft mit Schauern
und teils starken bis schweren Gewittern (Unwetterpotential vor allem durch
heftigen Starkregen und Hagel).

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 18.08.2020

Freitag … sind die markantesten Strukturen im Isohypsenfeld (500 hPa) zum
einen ein Langwellentrog über dem westlichen Russland bzw. der östlichen Ukraine
und zum anderen ein abgeschlossenes Höhentief über dem nahen Ostatlantik. Große
Teile Mitteleuropas befinden sich dabei „zwischen diesen Stühlen“ in einer auch
am Boden ausgesprochen flachen Druckverteilung. Die wetterbestimmende Luftmasse
verdient dabei in den meisten Teilen des Landes die Attribute „sommerlich warm“
und „feucht“, nur im äußersten Nordosten Deutschlands überwiegt eine etwas
trockenere, aber jedenfalls nicht weniger warme Festlandsluft. Bei 850
hPa-Temperaturwerten zwischen 12 und 16 Grad steht erneut ein sommerlich warmer
Tag ins Haus, wobei regional die Marke von 30 Grad erneut überschritten werden
dürfte (voraussichtlich bei längerem Sonnenschein im Nordosten). Allerdings wird
es nicht überall ein Tag zum durchgehenden Sonnenbaden, denn in der feuchtwarmen
Luft entwickeln sich im Tagesverlauf vermehrt Schauer und Gewitter, die dem Tag
einen wechselnd bewölkten und zeitweise wechselhaften Touch verpassen.
Unterzieht man die Isobaren einer Feinanalyse (1 hPa-Auslösung), ergeben sich
auch Hinweise auf kleinräumige Tiefdruckrinnen bzw. konvergente Strukturen, die
aber bei der aktuellen Vorlaufzeit natürlich noch nicht hinreichend lokalisiert
werden können. In der Nacht zum Samstag wird zwar in der einen oder anderen
Innenstadt die Temperatur weiterhin nicht unter 20 Grad sinken, in der Fläche
sollten die Tiefstwerte aber zwischen 19 und 14 Grad liegen.

Samstag … verlagert sich das Höhentief vor der französischen Atlantikküste
langsam ostwärts und wird wieder etwas in die Höhenströmung eingebunden. In
unserem Vorhersageraum ändert dies aber zunächst nichts an der
Grundkonstellation mit einer sehr warmen, feuchten und daher zu Schauern und
Gewitter neigenden Luftmasse. Wie bereits am Vortag sind die
Strömungsverhältnisse ausgesprochen schwach, daher liegt der Fokus der
Gewitterbegleiterscheinungen auf örtlich möglichem Starkregen. Außerdem
tendieren die Modelle dazu, dass sich im Südwesten etwas trockenere Luft
breitmacht, während die feuchtwarme Luftmasse nun auch den äußersten Nordosten
Deutschlands erreicht. Dies hat natürlich auch unmittelbare Auswirkungen auf die
Regionalisierung der Schauer- und Gewitterschwerpunkte. Am Temperaturniveau
ändert sich nicht viel, es bleibt weitgehend sommerlich warm, örtlich auch heiß.

Sonntag … erreicht das Höhentief über dem Atlantik das europäische Festland,
am Boden weitet sich gleichzeitig die westeuropäische Tiefdruckzone weiter in
Richtung Mitteleuropa aus. Ein markanter Luftmassenwechsel findet weiterhin
nicht statt, daher ähnelt die Wettercharakteristik jener des Vortages. Heiß
dürfte es wieder entlang des Rheins sowie auch im Bereich der Lausitz werden,
die Schauer- und Gewitterschwerpunkte werden aktuell von den Modellen
unterschiedlich simuliert, wobei EZMW diesen eher in den Norden des Landes legt.

Montag … (und auch bereits in der Nacht zu diesem) gelangt Deutschland auf die
Vorderseite des nun entwickelten Langwellentroges über Westeuropa, außerdem
passiert die Tiefdruckrinne die westlichen Landesteile und erreicht im
Tagesverlauf die Osthälfte. Da sich an der Luftmassencharakteristik weiterhin
nichts Gravierendes ändert, stehen vom Westen ostwärts ausweitende Schauer und
teils starke bis schwere Gewitter auf der Agenda. Am längsten sonnig dürfte es
im Osten bleiben, dort werden erneut Tagesmaxima über 30 Grad erwartet.

Dienstag … befindet sich der Westen und große Teile des Südens in der nun
eingeflossenen etwas kühleren und trockeneren Luftmasse, während im Osten in der
bisher wetterbestimmenden Luft weitere Schauer und Gewitter auftreten werden. Um
das Bodentief herumgeholte Warmluft dürfte später auch im Westen wieder für
Schauer und Gewitter sorgen. Ein gewisses Maß an Konvektion bleibt damit in
allen Landesteilen erhalten.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der letzten drei EZMW-Läufe kann als relativ gut beurteilt
werden. Das Wochenende ist gekennzeichnet durch die erwähnte flache
Druckverteilung über großen Teilen Mitteleuropas. In Kombination mit der
vorhandenen feuchtwarmen Luftmasse resultieren daraus leicht wechselhafte, durch
Schauer und Gewitter gekennzeichnete und weiterhin sommerlich warme
Verhältnisse.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bei den synoptischen Grundmustern unterscheiden sich die maßgeblichen
Globalmodelle nur wenig. Sowohl ICON, als auch GFS stützen die EZMW-Simulationen
im Wesentlichen. Es liegt allerdings in der Natur der Sache, dass die
Regionalisierung der Schauer und Gewitter im mittelfristigen Vorhersagezeitraum,
besonders bei den erwarteten flachen Druckverteilungen, doch einigen
Unterschieden unterworfen ist. Beispielsweise zeigt EZMW den Gewitterschwerpunkt
am Sonntag im Nordosten, ICON (gestützt durch GFS) dagegen eher im Südwesten.
Die grobe Richtung der Wetterentwicklung ist klar, der genaue Pfad dahin wird
sich erst in den nächsten Tagen manifestieren.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

EPS:
Die Rauchfahnen für repräsentative Orte in Deutschland stützen im Wesentlichen
die deterministischen Aussagen. Bis zum Beginn der neuen Woche ist der Spread
sowohl beim Geopotential (der Mangel an markanten Strukturen ist deutlich zu
erkennen, dafür langsamer Abbau), als auch beim Temperaturverlauf 850 hPa
gering. Bezieht man die Niederschlagssignale in die Analyse ein, lässt sich die
beschriebene feuchtwarme und teils wechselhaften Witterung auch aus den
Ensembles ableiten. Zur Mitte der nächsten Woche ergeben sich Diskrepanzen
zwischen Haupt-/Kontrollauf und der Mehrzahl der Ensembles, die den
Temperaturrückgang vor allem in der Mitte und im Süden nicht 1:1 stützen.

CLUSTER:
+120 … 168h: Es liegen zwei Cluster vor, wobei sowohl Haupt-, als auch
Kontrolllauf dem zweiten Cluster mit 24 Membern zugeordnet werden. Beide Cluster
propagieren „Blocking“. Dabei variiert die Lage des von Westen sich Deutschland
annähernden Troges nur wenig, die Prognosegüte bezüglich der grundlegenden
Strömungsmuster ist daher bis dahin als gut zu bewerten.

+192 … 240h: Die Clusteranzahl erhöht sich auf sechs. Die Mehrzahl (4) sind
nun dem Strömungsmuster „negative NAO“ zuzuordnen, jeweils eines „Blocking“ und
„positive NAO“. Es kristallisiert sich etwas heraus, dass der Langwellentrog
über Westeuropa langsam auf Mitteleuropa übergreift. Damit wären in weiterer
Folge zyklonale und etwas weniger warme Verhältnisse verbunden, allerdings ist
der Grat zwischen „Vorderseite“ und „Troglage“ doch noch ein sehr schmaler –
vorsichtige Formulierungen sind daher angesagt.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

GEWITTER:
Regional starke Gewitter mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und stürmischen
Böen. Besonders bezüglich Starkregen sind auch unwetterartige Mengen
wahrscheinlich. Die genaue Regionalisierung ist noch deutlichen Modellunschärfen
unterworfen, abschließend kann diese wahrscheinlich erst in der Kurzfrist
beurteilt werden. Es gibt aber Hinweise darauf, dass am Freitag zunächst der
Nordosten etwas außen vor ist, am Wochenende sinkt dagegen im Südwesten die
Gewitterwahrscheinlichkeit.

HITZE:
Regional noch starke Wärmebelastung, allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit für
tropische Nächte (Tmin über 20 Grad).

Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW-EPS und MOS-Mix.

VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 10.08.2020 um 10.30 UTC

Zu kräftigen bis unwetterartigen Gewittern neigender Witterungsabschnitt,
zunächst noch starke Wärmebelastung.

Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 17.08.2020

Am Donnerstag, zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraumes, befindet sich
Deutschland zunächst noch unter einem Höhenrücken, jedoch schwenkt ausgehend von
einem Trog westsüdwestlich Irlands im Tagesverlauf von Frankreich her ein
Randtrog in den Westen Deutschlands. Die Achse des Rückens verlagert sich dabei
jedoch nur geringfügig ostwärts und liegt abends in etwa auf einer Linie
Südostbayern – Deutsche Bucht. Im Bodenfeld zeigen sich nur geringe
Luftdruckunterschiede – ein wahrer Tiefdrucksumpf zwischen 1011 und 1015 hPa.
Löst man sich die Isobaren 1:1 auf, so kann man eine rinnenartige Struktur
erkennen, die sich ausgehend von den einem Tief bei der Normandie (Kerndruck
knapp unter 1009 hPa) über das Rhein-Maas-Schelde-Delta über die Mitte
Deutschlands bis nach Südostpolen erstreckt. Die mit gewitterträchtiger Luft
angefüllte Luft weitet sich somit in etwa bis zu einer Linie Ostfriesland –
Vogtland aus. Angesichts von PPW zwischen 30 und 44 mm und MU-CAPE-Werten von
über 1000, teils über 1500 J/kg können sich gebietsweise kräftige Gewitter mit
Unwetterpotenzial (vor allem hinsichtlich heftigen Starkregens und größerem
Hagel) entwickeln. Bei 850-hPa-Temperaturen zwischen 14 und 18 °C wird es wieder
heiß, wenngleich die Maxima wegen des langsam zunehmenden Bewölkungsanteils
etwas gedämpfter bleiben. Aufgrund der ansteigenden Feuchtigkeit bleibt es aber
bei der starken Wärmebelastung.

Am Freitag verlässt die Achse des Höhenrückens Deutschland ostwärts. Alsbald
greift ein weiterer kurzwelliger Randtrog auf den Westen und Südwesten des
Landes über. Dadurch erfährt die instabile Luftmasse Hebung und es kommt vor
allem südwestlich der Elbe (später auch in Schleswig-Holstein) gebietsweise zu
kräftigen Gewittern, wobei man bei sehr hohen PPW- (35 bis 45 mm) und
MU-CAPE-Werten (teils um 1500 J/kg) wieder schnell im Unwetterbereich landet. Am
Boden bleibt es bei den geringen Druckgegensätzen. Während in den Westen und
Südwesten rückseitig der Schauer und Gewitter etwas gemäßigtere Luft einsickert
(T850 um 12 °C), bleibt es sonst bei T850-Werten um 15 °C.

Am Samstag weitet sich der Trog über Westeuropa mehr nach Süden aus, als dass er
ostwärts vorankommen würde. Dadurch gerät Deutschland in ein
Nicht-Fleisch-nicht-Fisch-Geopotenzialfeld, wobei jedoch immer wieder
kurzwellige Anteile für die gebietsweise Auslöse oder Anfachung von Konvektion
sorgen, denn der Tiefdrucksumpf mit T850-Werten zwischen etwa 10 und 15 °C
bleibt erhalten. Die Hauptkonvergenzachse verläuft dabei über den Norden und
Osten Deutschlands, weshalb wahrscheinlich dort die Hauptaktivität sein wird. In
der Nacht zum Sonntag soll sich dann nach Lesart des neueste IFS-Laufes von
Westen her ein Kurzwellenrücken hereinschwenken, wodurch sich das
Wettergeschehen meist beruhigt. Nur östlich der Elbe stünden dann konvektive
Umlagerungen bei zyklonaler Konturierung der Höhenströmung weiterhin auf dem
Programm.

Am Sonntag wird der Rücken mit Annäherung des seine Wellenlänge verkürzenden
westeuropäischen Troges allmählich abgebaut. Konvergente Strukturen im
schwachgradientig ausgeprägten Bodendruckfeld können gleichwohl für die
Auslösung von Konvektion sorgen, vor allem im Norden. Dadurch, dass die Strömung
wieder stärker auf Südwest dreht, wird noch einmal kräftig Subtropikluft
advehiert: Zum Abend erreicht die T850 zwischen 13 °C an der See und 20 °C im
Südwesten. In der Nacht zum Montag nähert sich der Trog weiter. Ihm vorgelagert
ist eine sich dann immer deutlicher ausprägende Kaltfront eines von England zur
Nordsee ziehenden Tiefs. An dieser gibt es schauerartig verstärkte Niederschläge
mit eingelagerten Gewittern.

Am Montag gelangt ganz Deutschland in den Einflussbereich des sich immer weiter
verjüngenden Troges, die Kaltfront überquert bis zum Tageswechsel das ganze Land
von West nach Ost. Der Front vorgelagert kann man eine gut ausgeprägte Rinne
erkennen. Dadurch kommt es recht verbreitet zu schauerartigen Niederschlägen mit

  • auch tagesgangbedingt – kräftigen Gewittern, die bis in den Unwetterbereich
    gehen können. Präfrontal liegt die Temperatur im 850-hPa-Niveau um 15 °C,
    postfrontal geht sie mitunter auf unter 10 °C zurück.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen Laufes gegenüber seinen Vorgängern ist gut, es
werden keine grundlegend neuen Ideen gezeigt.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die mittelfristige Entwicklung wird von den Modellen recht ähnlich gesehen,
wobei ICON allerdings eine etwas antizyklonalere und teils wärmere Variante
fährt (vor allem am Freitag und Samstag). Ansonsten unterscheiden sich die
Modelle eher in Details, die freilich in unterschiedlicher Regionalität
konvektiver Ereignisse münden.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen für eine repräsentative Auswahl deutscher Städte zeigt bei der
T850 bis einschließlich Freitag, beim 500-hPa-Geopotenzial bis einschließlich
Sonntag einen stark gebündelten Verlauf der Kurvenschar. Das Geopotenzial sinkt
dabei kaum ab, während die 850-hPa-Temperatur ab Freitag vorübergehend
zurückgeht, jedoch trotzdem auf hohem Niveau verbleibt. Zum Sonntag erfolgt
abgesehen vom Norden wieder ein Anstieg, was auch von einem Großteil der
Ensemblemitglieder so gesehen wird. Der Kaltfrontdurchgang am Montag wird
hingegen nicht von allen Membern so simuliert, Haupt- und Kontrolllauf befinden
sich dann eher am unteren Ende der Kurvenschar, während sie sich sonst jeweils
in etwa mittig in der Kurvenschar und im Bereich der wahrscheinlichsten Lösung
befinden. Vermehrte Niederschlagssignale zeigen sich vor allem im Westen, der
Mitte und im Süden ab Donnerstag, im übrigen Land ab Freitag.

Zwar gibt es über den gesamten Mittelfristigen Zeitraum sechs Cluster, die alle
eine Blocking-Lage zeigen und sich für Mitteleuropa kaum voneinander
unterscheiden. Haupt- und Kontrolllauf korrespondieren dabei mit dem ersten
Cluster, das mit 17 bzw. 18 Membern auch am stärksten besetzt ist.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Über den kompletten mittelfristigen Vorhersagezeitraum muss mit gebietsweise
auftretenden kräftigen Gewittern gerechnet werden, da uns die gesamte Zeit die
Trogvorderseite mit dem Tiefdrucksumpf am Boden erhalten bleibt. Angesichts der
Luftmasse werden Unwetterwarnschwellen gerade in Bezug auf heftigen Starkregen
und größeren Hagel lokal schnell erreicht. Zudem kommt es selbst bei
zurückgehender T850 wegen der zunehmenden Schwüle weiterhin zu einer starken
Wärmebelastung.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOSMix

VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Stefan Bach

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 09.08.2020 um 10.30 UTC

Heiß mit zunehmender Gewitterneigung, Unwettergefahr.

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 16.08.2020

Eingangs der Mittelfrist am kommenden Mittwoch liegen wir im Zustrom heißer
Luftmassen am Rand eines Hochs mit Schwerpunkt über Nord- und Osteuropa. Die
Temperaturen liegen in 850 hPa zwischen 14 Grad im Nordosten und 19 Grad im
Südwesten, was verbreitet Maxima über 30 Grad zur Folge, im Westen gebietsweise
über 35 Grad. Der Höhenrücken über Mitteleuropa, der auch das Bodenhoch im
Nordosten stützt, wird flankiert von einem Trog über Westeuropa und einem über
Osteuropa, so dass sich eine omegaähnliche Strömung ergibt. Die
Bodentiefdruckrinne über Frankreich weitet sich dabei nach Osten aus und mit
steigender feuchte kommt es vor allem über der Südwesthälfte Deutschlands im
Tagesverlauf zu teils starken, unwetterartigen Schauern und Gewittern. Weiter
östlich dauert die Zufuhr trockener Festlandsluft aus dem Hoch heraus noch an.
Am Donnerstag schwenkt ausgehend vom Drehzentrum des Troges südwestlich Irlands
ein Randtrog über Frankreich nach Nordosten. Der Höhenrücken bekommt einen
Schubs nach Osten und der Luftdruck über Mitteleuropa fällt weiter. Die
Tiefdruckrinne und mit ihr die gewitterträchtige Luftmasse weiten sich nach
Nordosten aus. Ausgespart davon bliebe dann wahrscheinlich nur der Bereich
zwischen Ostsee und Erzgebirge. Ansonsten bilden sich erneut teils kräftige
Gewitter mit Unwetterpotential. Auch an der Hitze ändert sich vorerst fast
nichts, die Temperaturen gehen wegen des langsam zunehmenden Bewölkungsanteils
zwar geringfügig zurück, die steigende Feuchte hält die Hitzebelastung weiter
sehr hoch.
Am Freitag weitet sich der Trog über Westeuropa eher nach Süden aus und macht
nur wenig Boden nach Osten hin gut. Insgesamt ist die Strömungsanordnung aber
nach wie vor leicht progressiv und die Rückenachse liegt über Ostdeutschland.
Darunter sollte in etwa auf die Bodenrinne liegen, auf deren Westflanke nun
etwas weniger heiße, aber weiter zumindest sehr warme Luftmassen in den Süden
und Westen eindringen. Diese Luft ist feucht und instabil geschichtet, so dass
es zu weiteren Schauern und Gewittern kommt, die lokal unwetterartig ausfallen
können. Trotz des darüber befindlichen Höhenrückens sind auch im Osten und
Nordosten, in der dort noch lagernden heißen Luft örtliche, teilweise schwere
Gewitter nicht ausgeschlossen.
Am Samstag und Sonntag macht die weitere Ostprogression des Strömungsmusters
erst mal Pause. Der Höhenrücken sollte knapp östlich von uns angekommen sein und
Deutschland damit auf der Vorderseite eines Troges über Westeuropa. Mit
südlicher bis südwestlicher Strömung wird teils heiße Luft vor allem in den
Süden und Osten geführt, während im Nordwesten und Westen etwas moderater
temperierte Luft einsickern kann, die aber ebenfalls sehr warm sein dürfte. Bei
zyklonal aufgestelltem Bodendruckfeld mit Tiefdruckrinne und entsprechenden
Konvergenzen muss von schwülwarmem Wetter mit wiederholten Schauern und teils
starken Gewittern ausgegangen werden.
In der erweiterten Mittelfrist gehen die Temperaturen von Westen her langsam
leicht zurück, es bleibt aber trogvorderseitig unbeständig mit Schauer- und
Gewitterneigung.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des IFS Modells ist in den letzten Läufen recht gut. Die
anfängliche Omegalage und die anschließende zögernde Ostverschiebung des Musters
wurden auch in den Vorläufen mit überschaubaren Abweichungen simuliert.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die Unterschiede zwischen den globalen Modellen sind für einen mittelfristigen
Zeitraum eigentlich sehr überschaubar. Anfangs hat ICON den Höhenrücken deutlich
breiter konfiguriert, lässt ihn dann aber rasch auf das Maß der anderen Modelle
schrumpfen. Trotzdem zeigt ICON die Ausbreitung der Gewitter nach Nordosten
gegenüber GFS und den Europäern verzögert, wobei GFS die Nase vorn hat, wohl
aber auch wegen der bekannten Überbetonung der Konvektion. Die Abläufe werden
aber alles in allem ähnlich simuliert, wirkliche Alternativen zur oben
beschriebenen Entwicklung sind nicht zu finden.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Anhand der Rauchfahnen diverser deutscher Städte stützen die Ensembles der
Europäer die Aussagen des Hauptlaufs. Der Spread wird vor allem in der T850
Kurve ab dem Wochenende größer, wohl aus dem Umstand heraus, dass das
Übergreifen des Troges von Westen her noch unsicher ist, bzw. vor allem in
welchem Maße auch frischere Luft einsickert, da in der Geopotentialkurve der
Spread bis zum Ende der Mittelfrist eigentlich überschaubar bleibt. Ein leichtes
Einknicken der Temperaturen ist ab Freitag vor allem im Westen und Süden zu
sehen, während die Kurven nach Osten hin auf hohem Niveau verharren. Es sind
auch immer wieder Niederschlagssignale vorhanden, auch bundesweit, so dass
zumindest konvektive Niederschläge in den bis dato „dürren“ Regionen zu erwarten
sind.
Mittelfristig bleibt in der Clusterung das Muster „Blocking“ bestimmend, das bis
zum Ende der Mittelfrist alle Cluster dominiert. Der Schwerpunkt der positiven
Geopotentialanomalie liegt aber über Nordeuropa, während über Westeuropa
zyklonale Strukturen bestimmend sind, die auch in den meisten Clustern nach
Mitteleuropa ausgreifen.
Die Ensembles des GFS zeigen ab Freitag von Westen her ein langsameres Absinken
der Temperaturen, als der Hauptlauf. Ansonsten ähnelt der Ablauf dem im IFS mit
wiederholten Niederschlagssignalen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Signifikant ist zunächst mal die Hitze und in weiten Teilen des Landes die
anhaltende Trockenheit, die durch die konvektiven Niederschläge auch kaum
beendet wird.
Daneben treten aber zusehends die Gewitter auf den Plan, die eigentlich täglich
zu erwarten sind. Dabei sind auch Unwetter vor allem durch Starkregen und Hagel
möglich. Vor allem im EFI CAPE sind deutliche Signale auf die sehr instabile
Luftmasse und damit die hohe Gewitterneigung zu sehen. Auch bei Cape Shear sind
leichte Hinweise auf mögliche unwetterartige Entwicklungen zu sehen.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix, IFS, IFS EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner