#SXEU31 #DWAV S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 28.09.2022 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 281800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 28.09.2022 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Unter Trog-/Tiefeinfluss kühl und unbeständig, im Allgäu noch Dauerregen.
Freitag kurze Wetterberuhigung.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC

Aktuell … zeigt sich vom Nordmeer ausgehend über Skandinavien bis zum
Baltikum, Mitteleuropa und den Britischen Inseln ein Langwellentrog, der sich
letztlich sogar bis zum zentralen Mittelmeer erstreckt. Über Norddeutschland
liegt dabei in ellipsenförmiger Anordnung ein Höhentief, das Kontakt aufnimmt zu
einem weiteren Höhentief über dem äußersten Westen Russlands. Fortan wachsen
diese beiden Gebilde in dipolartiger Struktur zusammen. Die Achse dieses
Gebildes hat zunächst eine zonale Anordnung von West nach Ost, kippt in der
Nacht dann aber auf Südwest-Nordost. Hebung durch PVA wird dadurch vor allem an
den Achsvorderseiten über den Britischen Inseln und über dem Baltikum ausgelöst,
hinzu kommt WLA an der Südostflanke des Höhentiefpärchens und ebenfalls über den
Britischen Inseln.
Am Boden wandelt sich Tief THORVI mehr und mehr in eine Rinne um, die
Donnerstagmorgen von den südlichen Britischen Inseln über Dänemark bis zur
östlichen Ostsee reicht. In ihrem Einflussbereich gibt es durch Gegenstrom (am
Boden Südwest-, in der Höhe Nordostwind) an der Küste und in Schleswig-Holstein
schauerartige Niederschläge, wobei die Mengen mit 1 bis 10 l/qm nicht
warnrelevant sind. Kurze Gewitter sind aufgrund des recht warmen Meers nicht
völlig ausgeschlossen, der Tagesgang spricht aber dagegen.
Weiter Richtung Binnenland lässt die Schauerneigung ebenfalls durch den
fehlenden Tagesgang größtenteils nach, zumal ja auch aus der Höhe keine
Hebungsimpulse rühren. Bei einigen Auflockerungen bildet sich dann gebietsweise
jedoch Nebel.
Im Süden allerdings hinterlassen Reste einer Welle, die tagsüber hereingezogen
ist, noch Feuchtigkeit und weitere Niederschläge. 12-stündig sind noch einmal 3
bis 10 l/qm zu erwarten, sodass die Dauerregenwarnungen im Allgäu bis morgen
früh bestehen bleiben können. Die Schneefallgrenze sinkt im Laufe der Nacht auf
1400 bis 1500 m, oberhalb davon sind also 3 bis 10 cm Neuschnee möglich.
Der Wind lässt bei nachlassendem Gradienten in der Nacht immer mehr nach, nur
auf den allerhöchsten Alpengipfeln treten anfangs noch stürmische Böen auf.
Die Temperaturen sinken auf 7 bis 1, in der Eifel bis nahe 0 Grad. Gebietsweise
ist in den Regionen mit größeren Auflockerungen mit leichtem Frost in Bodennähe
zu rechnen.

Donnerstag … bleibt das Höhentief über Norddeutschland nahezu stationär,
während das Höhentief vom westlichen Russland ins westliche Finnland zieht.
Dabei haben beiden Höhentiefs am Abend zwar wieder eine eigenständige 544
gpdam-Isohypse, das gesamte Gebilde kippt aber durch die Wanderung des
nördlichen Höhentiefs weiter auf Südwest-Nordost. Im Südwestteil der
resultierenden neuen Trogkonfiguration zeigt sich zudem eine leichte Austrogung
über Frankreich bis hin zu den Pyrenäen. Hebung wird vor allem auf der
Vorderseite davon vom westlichen Mittelmeer bis zur Ukraine generiert, wobei
diese auch den Südosten von Deutschland touchiert.
Infolgedessen gibt es dort, unterstützt durch Tief VERONIKA über Norditalien,
weitere Niederschläge. Mit 1 bis 10 l/qm in 12 Stunden liegen die Mengen
allerdings fernab der Warnschwellen.
Weiter Richtung Mitte ist die Luftmasse noch labil geschichtet, sodass es dort
zu einzelnen Schauern und Gewittern kommt. Dabei wird von ICON-D2 sogar lokaler
Starkregen angedeutet, was möglicherweise eine Folge nur langsam ziehender
Zellen in der flachen Druckverteilung sein könnte.
Im Norden dagegen ist am Boden noch THORVI (wahrscheinlich THORVI II)
eingebettet in der Tiefdruckrinne aktiv. Damit bleibt die Gegenstromlage
erhalten. Das alleine bringt schon schauerartige, vereinzelt gewittrige
Regenfälle, die durch WLA aber noch ein wenig angefacht werden können. Dabei
verlagern sich die Niederschläge allmählich in Richtung Deutsche Bucht und in
den Hamburger Raum. Die Regenmengen betragen 5 bis 15, punktuell um 20 l/qm in
12 Stunden. Von ICON-D2-Ensemble gibt es Hinweise für mehr als 20 l/qm in 6
Stunden insbesondere an der Nordsee.
Angesichts der flauen Druckverteilung spielt der Wind keine Rolle und weht
häufig nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen. An der Nordsee frischt er
jedoch zeitweise auf und kann in Böen um 55 km/h (Bft 7) erreichen, da dort der
Gradient in der Nähe zum Tief stärker ist.
Zwischen dem Niederschlagsgebiet im Norden und den Schauern bzw. Gewittern in
der Mitte gibt es einen Bereich kompensatorischen Absinkens, in dem es meist
trocken bleibt. Das gilt im Groben für die Bereiche von NRW über
Südostniedersachsen bis nach Brandenburg.
Bei Höchsttemperaturen zwischen 9 und 16 Grad erwärmt sich die alternde
Luftmasse polaren Ursprungs nur zögerlich.

In der Nacht zum Freitag weitet sich der positiv geneigte Trog noch etwas
Richtung Spanien aus, wobei die beiden bisher vorhandenen Drehzentren noch einen
dritten Begleiter über den Pyrenäen bekommen. Insgesamt zeigt der Trog nur eine
sehr langsame Südost-Verlagerung.
Am Boden wandert das an das Höhentief über Norddeutschland gekoppelte Bodentief
THORVI (vermutlich THORVI II) in Richtung westliche Nordsee, dort füllt es sich
ab der zweiten Nachthälfte bald auf. Die Niederschläge (lokal immer noch Blitz
und Donner nicht ausgeschlossen) kommen im Zuge dessen ein wenig ins Binnenland
bis ins südliche Emsland bzw. Richtung Mecklenburg voran. Die
Niederschlagsmengen nehmen mit 1 bis 10 l/qm in 12 Stunden ab, wobei der
fehlende Tagesgang sein Übriges tut.
Das gilt auch für die Mitte Deutschlands, dort lassen die Schauer und Gewitter
nach Nachteinbruch alsbald wieder nach. Bei größeren Auflockerungen bildet sich
neuerlich Nebel.
Im Südosten (Alpenrand bis südlicher Bayerischer Wald) gibt es immer noch
Aufgleitniederschläge durch Tief VERONIKA, das langsam Kurs auf Korsika nimmt.
Die Tiefstwerte liegen bei schwacher Luftbewegung bei 8 bis 1 Grad, in der Eifel
lokal um 0 Grad. Erneut ist gebietsweise mit Frost in Bodennähe zu rechnen,
insbesondere bei größeren Auflockerungen.

Freitag … weitet sich der Trog noch weiter Richtung Marokko aus, dabei bildet
sich über Marokko ein viertes Drehzentrum. Die Achse des Troges kommt im
Tagesverlauf bis auf eine Linie Finnland – Polen – Löwengolf – Marokko voran.
Das Höhentief über den Pyrenäen marschiert zum Löwengolf, das über
Norddeutschland löst sich dafür auf, das Trogresiduum dort wird nach Osten
geführt.
Die Feuchtefelder bzw. Niederschläge kommen damit nach Osten in Bewegung, lösen
sich aber bald auf. Im nordöstlichen Niedersachsen, in Mecklenburg-Vorpommern
und an der Ostsee gibt es noch einzelne Schauer.
Ansonsten folgt dem abziehenden Trogresiduum ein flacher Höhenrücken und die
Luft wird trockener, sodass Schauer im Rest des Landes die Ausnahme bleiben.
Darüber hinaus kann sich bei leichtem Druckanstieg bzw. dadurch
Zwischenhocheinfluss die Sonne zum Teil länger zeigen.
Im Südosten nimmt die Niederschlagsneigung bei steigendem Luftdruck und
abziehendem Trog ebenfalls ab, weil zusätzlich auch die Hebungsimpulse und
Feuchtefelder des Tiefs VERONIKA nach Südosten abgeführt werden.
Im Nordwesten nimmt die Bewölkung nachmittags dann schon wieder zu. Damit
kündigen sich die Ausläufer eines neuen Islandtiefs (vermutlich hört es auf den
Namen WALBURGA) an, Regen fällt bis zum Abend allerdings noch nicht.
Der Wind weht schwach bis mäßig um Süd, an der Nordsee frischt er mit Herannahen
der Tiefausläufer jedoch auf, auf den Inseln gibt es dann erste starke Böen um
55 km/h (Bft 7).
Die Temperaturen erreichen 10 bis 18 Grad.

In der Nacht zum Samstag schwenkt der flache Rücken bereits über Deutschland
hinweg nach Osten durch. Somit gelangen wir auf die Vorderseite eines neuen
Langwellentrogs über dem Nordostatlantik, an dem das neue Islandtief (WALBURGA)
gekoppelt ist. Die Ausläufer des Tiefs erfassen in der zweiten Nachthälfte den
Nordwesten mit Regen, bis zum Morgen erreichen sie bereits eine Linie
Mecklenburg – Franken – Schwarzwald. Die Niederschlagsmengen betragen 1 bis 10,
in Weststaulagen des Berglandes bis 15 l/qm in 12 Stunden.
Mit Ankunft des Frontensystems nimmt auch der Gradient deutlich zu, sodass der
Wind auffrischt und mit starken Böen Bft 7 insbesondere in der Mitte aus Südwest
weht. Im Bergland gibt es stürmische Böen Bft 8 oder Sturmböen Bft 9, auf den
höchsten Gipfeln schwere Sturmböen Bft 10 oder sogar orkanartige Böen Bft 11.
Präfrontal bleibt es von Vorpommern über Sachsen bis ins südöstliche Bayern und
Baden-Württemberg noch trocken bei aber langsam sich verdichtender Bewölkung, im
Süden örtlich begleitet von Nebel.
Die Temperaturen gehen auf 11 bis 7 Grad unter den Wolken und auf 8 bis 1 Grad
sonst zurück.

Samstag … erfasst der Trog bereits den Nordwesten Deutschlands. Das
okkludierende Frontensystem des Islandtiefs (WALBURGA), das einen Ableger über
Skandinavien bekommt, erreicht die Mitte, wobei es dort durch eine Wellenbildung
bei den Britischen Inseln bereits rückläufig wird und ins Schleifen gerät.
Im Osten und Südosten kommt es also zunächst zu frontalen Niederschlägen, im
Süden dabei zusätzlich zu Staueffekten an den Alpen. Nachfolgend erfolgt von
Westen her im Trogbereich ein Übergang zu Schauern und Gewittern.
Die Niederschlagsmengen liegen deutschlandweit in der Fläche meist zwischen 2
und 10, in Staulagen vereinzelt um 15 l/qm in 12 Stunden. Für diese geben die
Ensembles sogar geringe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 25 l/qm in 12 Stunden
aus.
Bei den Schauern und Gewittern spielt zudem der Wind eine Rolle. Allein vom
Gradienten her weht er bis in tiefe Lagen in Böen schon zum Teil stark (Bft 7),
im Bergland mit Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen in den höchsten Etagen
(Bft 9 bis 11). Bei Schauern und Gewittern sind damit stürmische Böen Bft 8 bis
ins Tiefland denkbar. Etwas geringer ist die Windentwicklung im Nordosten.
Weil aus Südwesten nun mildere Luft mit T850 hPa von 3 bis 8 Grad einströmt,
steigen die Höchsttemperaturen geringfügig auf 12 bis 18 Grad an.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelldiskrepanzen sind zwar nicht all zu hoch, im Detail gibt es aber
Unterschiede. So hat GFS das morgige Tief in Norddeutschland weniger stark drin,
sodass auch die Niederschläge zurückbleiben und Starkregen durchaus fraglich
ist. Auf der anderen Seite zeigt GFS in der Nacht zum Freitag und am Freitag in
der Mitte und im Süden noch länger Niederschläge an als die anderen Modelle.
Daran bestehen allerdings Zweifel, weil GFS bei Konvektion durchaus für
Übertreibung bekannt ist und die Synoptik eher dagegenspricht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler

#SXEU31 #DWAV S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 27.09.2022 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 271800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 27.09.2022 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Stattliche Troglage mit zahlreichen Schauern und kurzen Gewittern, im Süden
schleifende Luftmassengrenze mit Dauerregen, ab ca. 1800 m Schneefall. Ab
Donnerstag zögernde Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 12 UTC

Aktuell … nistet sich ein langgestreckter Trog, der dipolartig von den
Shetlands bis zum Böhmischen Becken reicht, richtig über Deutschland ein. An
dessen Südflanke stößt der Jet in 300 hPa von der Mosel bis zum Bayerischen Wald
vor, was wiederum im äußersten Süden einen kleinen Warmlufteinschub begünstigt.
Während sonst verbreitet eine stattliche Meereskaltluft mit Temperaturen um oder
nur wenig über dem Gefrierpunkt in 850 hPa wetterwirksam ist, die zudem labil
geschichtet ist, gelangt in den äußersten Süden eine mildere Meeresluft
subtropischen Ursprungs. Diese wurde in einem weiten Bogen um das stattliche
nach Norden verschobene Azorenhoch herumgesteuert und hat immerhin noch Theta
Werte in 850 um 35 Grad (sonst über Deutschland rund 23 Grad) und PPW’s bis 25
mm im Schlepptau.

Dementsprechend setzt aktuell mit Übergreifen einer flachen Welle von Frankreich
ostwärts ausgreifend bereits Warmluftadvektion ein, die zu schauerartig
verstärkten und teils länger anhaltenden Regenfällen führt. Dabei fallen binnen
12h vom Oberrheingraben bis zum Alpenvorland rund 10, in Staulagen von
Schwarzwald und Allgäu 20-30 Liter auf den Quadratmeter. Entsprechende
Dauerregenwarnungen wurden bereits ausgegeben. Signale für mehr als 25 l/m² gibt
es im COSMO-D2 EPS vor allem im Oberallgäu.

Aber auch an den Küsten sorgt die anhaltende Schaueraktivität über dem noch
vergleichsweisen warmen Wasser von teilweise noch 15 oder 16 Grad für erhöhte
Niederschlagssummen. Im zentralen Trogbereich nimmt nämlich die
Zuggeschwindigkeit der Zellen weiter ab, so dass diese durch lokale
Küstenkonvergenzen verstärkt, teilweise stationär werden. Von Cuxhaven bis Emden
sowie vom Darß bis nach Fehmarn liefern sowohl die deterministischen Läufe als
auch die Probabilistik ebenfalls ernstzunehmende Signale 10 bis 20 l/m², lokal
um 30 l/m² über mehrere Stunden hinweg.

Ansonsten nehmen die Schauer in der Fläche mit Ende des Tagesgangs zwar etwas
ab, dennoch bleibt die Tätigkeit insgesamt aufrecht. Gewitter treten kaum noch
auf, sind aber bei Wolkenoberkantentemperaturen um -20 Grad nicht
ausgeschlossen. Gebietsweise gibt es größere Auflockerungen. Die Tiefstwerte
liegen zwischen 10 und 5 Grad, im höheren Bergland sowie bei längeren
Auflockerungen bei 5 bis 2 Grad.

Die nachlassende Böigkeit des Tagesgangs überkompensiert den Gradienten, der
insgesamt etwas abnimmt, mit der Welle über dem Süden aber noch am längsten
aufrechterhalten wird. Das äußert sich letztlich aber nur noch am Höhenwind mit
Sturmböen > 1000-1500 m. Apropos Höhenstufe: Die Schneefallgrenze steigt durch
den Warmlufteinschub mit T850 bis 5 Grad vorübergehend etwas an, je nach
Intensität von rund 1700 bis auf 2000 m.

Mittwoch … orientiert sich das Höhentief ellipsenförmig in West-Ost Richtung
über Norddeutschland. Bodennah ist noch immer ein etwas kräftigeres Zentrum mit
995 hPa über der Doggerbank vorhanden und ein schwächeres breiter angelegtes
Zentrum über Ostdeutschland und der südlichen Ostsee.

Innerhalb des Troges wird etwas ML CAPE bereitgestellt und die Schichtung ist
mit -28 Grad in 500 hPa auch noch hochreichend labil. Folglich hält das
wechselhafte Wetter mit zahlreichen Schauern und vereinzelt auch kurzen
Gewitter, teils mit Graupel über dem Norden und der Mitte des Landes an.
Sonstige Begleiterscheinungen sind neben Böen Bft 6/7 eher nicht zu erwarten,
wobei festgehalten werden muss, dass die Zellen gerade in Ostfriesland nahezu
ortsfest sind (weiter lokal Starkregenpotential). Potential für Böen Bft 8
besteht allenfalls noch entlang des Mains, wo noch ein ausreichend guter
Überlapp zwischen Labilität und Jet besteht.

Entlang und südlich der Donau schleift weiter die Welle als Luftmassengrenze
entlang mit länger anhaltenden, teils schauerartig durchsetzten Regenfällen.
Dort, sowie bei kräftigen Schauern und Gewittern fallen binnen 12h um 10 l/m²,
vom Südschwarzwald bis zum Lech 10 bis 20 l/m², in Staulagen auch etwas mehr.
COSMO-D2 EPS sieht gar bis zu 80% im Oberallgäu für mehr als 25 l/m², was selbst
durch die sonst so niederschlagsfreudigen AROME und UK10 höchstens angekratzt
wird. Im Großen und Ganzen scheint die Dauerregenwarnung erstmal bezüglich der
Mengen ausreichend gut aufgestellt zu sein.

Die Schneefallgrenze bleibt um oder nur knapp unter 2000 Metern. Ein bisschen
Leitplankeneffekt ist noch da. Die Böen gehen über Bft 6 im Alpenvorland aber
nur noch in den Höhenlagen hinaus und sind auch dort zum Nachmittag auf dem
absteigenden Ast.

Dabei bleibt es weiterhin vergleichsweise kühl mit maximal 10 bis 14, bei
längeren Aufheiterungen bis 16 Grad.

In der Nacht zum Donnerstag rotieren die Tiefkerne über der Doggerbank und bei
Bornholm weiter munter um ihre gedachte Achse über der Deutschen Bucht vor sich
hin. Dabei verschiebt sich der östliche Kern etwas nach Norden, der westliche
nach Süden. Die Welle erreicht als Kaltfront die Alpen und durch die südwärts
beginnende Austrogung über dem westlichen Mittelmeerraum fällt südlich des
Alpenbogens permanent der Druck.

Hierzulande lässt diese Konfiguration den Druck etwas ansteigen, zwischen Donau
und Aller kann sich sogar eine flache Hochdruckbrücke mit bis zu 1005 hPa
etablieren. Das sorgt neben Auflockerungen weiterhin für äußerst windschwache
Verhältnisse. Diese Kombination sorgt mit Annäherung an den Oktober in der
feuchten Grundschicht mit hoher Wahrscheinlichkeit für rasche ausgedehnte Nebel-
und Hochnebelfelder. WarnMOS schlägt diesbezüglich vor allem von
Schleswig-Holstein bis ins Emsland sowie von Mittelhessen bis nach Unterfranken
mit W-keiten >40% für Sichtweiten unter 150 m zu.

An der See und südlich der Donau fallen örtlich noch einige Tropfen bei frischen
8 bis 2 Grad. Bei längerem Aufklaren besteht lokal die Gefahr von leichtem Frost
in Bodennähe.

Donnerstag … kippt der Höhentrog als Ganzes aufgrund der bereits beschriebenen
Prozesse wieder zunehmend in die Meridionale. Er erstreckt sich zur Mittagszeit
mit mehreren eingelagerten Teilzentren vom Finnischen Meerbusen über
Norddeutschland bis nach Nordfrankreich.

Darunter leidet zunehmend etwa die Labilität. Die Lapse-Rates erreichen kaum
noch Werte unter -0.7K/100m. Zudem ist die Luftmasse durch den leichten
Druckanstieg und das entsprechende Absinken auch etwa abgetrocknet. Aufgrund der
nur wenig dynamischen Lage sucht man Temperaturgegensätze und Hebungsantriebe
aus der Höhe ohnehin vergeblich. In der Konsequenz wird es nach teils zäher
Auflösung von Nebel und Hochnebel schon noch die Umwandlung in Quellbewölkung
geben. Schauer sind aber längst nicht mehr so kräftig und häufig wie noch an den
Vortagen. Auch Gewitter werden immer unwahrscheinlicher, erreichen doch die
Cloud Tops kaum noch unter -10 Grad. Zu verhehlen sind allerdings nicht die
hervorragenden Scherungsbedingungen von Ostsachsen bis zu den Alpen, die gerade
über dem Erzgebirge, dem Bayerischen Wald, Franken oder der Schwäbischen Alb
doch für die ein oder andere langlebigere Schauerzelle sorgen können.

Bei etwa zunehmenden Sonnenscheinanteilen geht es mit den Höchstwerten zwischen
12 und 17 Grad marginal aufwärts.

In der Nacht zum Freitag bleibt das Höhentief wetterbestimmend, zeigt aber zum
Morgen erste Abtropftendenzen Richtung Löwengolf.

Schauer oder schauerartige Regenfälle halten sich vor allem noch an der See und
den Alpen. Unsicher ist noch, inwiefern trogvorderseitige WLA von der Adria über
die Alpen nordwärts ausgreift. Im Extremfall greifen kräftigere, aber wohl nicht
warnwürdige Regenfälle bis zum Main aus (UK10).

Sonst klart es gebietsweise auf und erneut rücken Grenzschichtphänomene in den
Vordergrund. Die Tiefstwerte liegen erneut im niedrigen einstelligen Bereich. In
ungünstigen Lagen kann es für geringen Luftfrost reichen.

Freitag … greift im Vorfeld eines sich entwickelnden schweren Sturmtiefs bei
Irland kräftige WLA auf die Britischen Inseln und die Nordsee über, die die
Trogreste über Deutschland allmählich zuschüttet. Der südliche, immer schmaler
werdende Anteil tropft über dem Löwengolf respektive dem Ligurischen Meer ab und
sorgt für neuerliches Ungemach im Bereich der Adria und den angrenzenden
Gebieten.

Je nach Stärke des Residuums über uns reicht es im Tagesverlauf erneut noch für
den ein oder anderen Schauer. Die große Nummer wird das aber bei weitem nicht
mehr. Ansonsten scheint unter schwachem Zwischenhocheinfluss auch längere Zeit
die Sonne, zumal die bodenahe Strömung sich auf südliche Richtungen einschießt
und zum Abend an der Nordsee auch spürbar zulegt (Helgoland erste Bft 7).

Größere Unsicherheiten bestehen weiterhin im Südosten des Landes, wo Ausläufer
des Adriatiefs für mehrschichtige Bewölkung und zeitweiligen Regen sorgen
könnten. Größenordnungen über 10 l/m² binnen 12 h sind dabei aber aus heutiger
Sicht unwahrscheinlich.

Auch wenn sich die niedertroposphärische Erwärmung schwertut, so sorgt zumindest
die Abtrocknung/Alterung der Luftmasse im Zusammenspiel mit erhöhten
Sonnenanteilen für einen leichten Anstieg auf 13 bis 18 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

In den Basisfeldern bestehen kaum Kontroversen. Eine Schilderung und Bewertung
der Unsicherheiten bezüglich des Abtropfens sowie der Niederschläge wurde im
Text bereits vorgenommen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen

#SXEU31 #DWAV S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 26.09.2022 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 261800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 26.09.2022 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
GEWITTER:
Zunächst nur vereinzelt Gewitter. Heute Abend und kommende Nacht an der Nordsee
aufkommend vermehrt kurze Gewitter mit Gefahr stürmischer Böen. Am Dienstag
nahezu in ganz Deutschland einzelne kurze Gewitter möglich. Dabei vor allem in
der Mitte und im Süden steife bis stürmische Böen.
Am Mittwoch im Norden und in der Mitte, am Donnerstag wahrscheinlich nur noch in
den nördlichen Landesteilen und dort vor allem in Nordseenähe kurze Gewitter.

WIND-/STURMBÖEN:
Bis zum Abend exponiert (vor allem an der Nordsee) stürmische Böen um 70 km/h.
Auf exponierten Bergen Sturmböen Bft 9.
In der Nacht zum Dienstag auf Gipfeln der süddeutschen Mittelgebirge und im
Oberharz Sturmböen, exponiert (Brockenplateau) schwere Sturmböen.
Dienstagvormittag noch andauernd, danach bis einschließlich Mittwoch
wahrscheinlich nur auf exponierten Gipfeln Süddeutschlands sowie auf
Alpengipfeln Sturmböen um 80 km/h.

DAUERREGEN:
Im Schwarzwald ab dem späten Abend aufkommender Dauerregen. Mit kurzen
Unterbrechungen bis Donnerstagfrüh in Staulagen Regenmengen zwischen 40 und 60
l/qm, in exponierten Staulagen kleinräumig auch mehr Regen möglich.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC

Aktuell … liegt Deutschland unter einem Langwellentrog. In diesen stößt von
der Nordsee kommend ein markanter Trog hinein. Die Trennung beider Tröge wird
dabei zusehends schwieriger. Da die Trogachse des neuen Troges erst gegen Abend
den äußersten Westen Deutschlands erreicht, ergibt sich an der Vorderseite des
neuen Troges zunächst eine südwestliche und etwas aufsteilende Strömung. Das
Frontensystem, das dem von der Nordsee sich südwärts ausweitendem Trog
vorgelagert ist, gelangt hierdurch zusehends ins Schleifen, wodurch nennenswerte
Niederschläge (einige Millimeter innerhalb von 12 Stunden, in Staulagen und in
Nordfriesland auch bis 10 mm) auf den Nordwesten und Westen Deutschlands
beschränkt sind und es östlich einer Linie Lübecker Bucht – Pfälzer Bergland
noch weitgehend trocken bleibt. Von Vorpommern bis in den Süden Deutschlands
hinein sind Auflockerungen zu erwarten, im Lee des Erzgebirges sind sogar bei
leicht föhnigem Einfluss längere sonnige Abschnitte vorstellbar. Allenfalls an
und in den Alpen können sich einzelne Gewitter entwickeln. Die
Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch nicht allzu hoch.
Bleibt noch der Wind im Nordwesten zu erwähnen. Der weht unverändert aus
Süd-Südwest, an der Nordsee mit Wind- und stürmischen Böen. Im Nordwesten und
Westen sind auch in freien Lagen Windböen Bft 7 vorstellbar, genauso in Leelagen
der nördlichen und zentralen Mittelgebirge. Auf höheren Berggipfeln der
nördlichen, westlichen und ab dem Abend auch der südwestdeutschen Mittelgebirge
muss mit Sturmböen Bft 8/9 (Brocken Bft 10) gerechnet werden. Abgesehen von den
Mittelgebirgslagen flaut der Wind ab dem Abend ab. Danach hin sind nur noch an
der Nordsee sowie über der offenen Ostsee (dort ist der Wind ablandig)
warnrelevante Böen möglich.

In der Nacht zum Dienstag gelangt Deutschland zusehends in den Bereich des o.g.
Troges, der von einem Zentraltief über der Nordsee ausgeht. Das diesem Trog
vorgelagerte Frontensystem greift dann auf den Osten Deutschlands über, ist aber
nicht mehr eindeutig definiert. Hierdurch erfassen teils schauerartige
Niederschläge weite Teile Deutschlands. Wahrscheinlich bleibt es nur im
äußersten Osten noch weitgehend trocken.
Im Bereich des Troges, d.h. von der Nordsee und vom Westen Deutschlands bis in
die Mitte hinein reichend, sind auch kurze Gewitter möglich. An der Nordsee kann
bei wiederholt auftretenden Gewittern oder kräftigeren Schauern stürmische Böen
und kleinräumig eng begrenzt Starkregen nicht ausgeschlossen werden. Mit dem
Trog und der damit verbundenen gesamttroposphärischen Abkühlung gehen die
Niederschläge an den Alpen oberhalb etwa 1500 m wieder in Schnee über, der
oberhalb von 2000 m liegen bleibt.
An der Südflanke des Zentraltiefs erfolgt auch weiter im Binnenland eine leichte
Gradientzunahme. Auf höheren Berggipfeln der westlichen und süddeutschen
Mittelgebirge sind daher Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten, in tieferen Lagen ist
der Wind wahrscheinlich nicht warnrelevant.

Dienstag … verlagert sich das o.g. Zentraltief mit seinem Zentrum in die
mittlere Nordsee. Der von diesem Tief ausgehende Trog hält sich über Deutschland
und sorgt über dem gesamten Vorhersagegebiet für eine rege Schauertätigkeit bis
hin zu kurzen Gewittern. Wolkenlücken sind dabei eher selten. Eine
Regionalisierung hinsichtlich des Maximums der Schauer- und Gewittertätigkeit
ist nicht möglich.
Der kräftigste Gradient zeichnet sich dann im Süden Deutschlands ab. Dort und
vor allem im Alpenvorland sind in freien Lagen Windböen möglich, in den
Gipfellagen der süddeutschen Mittelgebirge und den Hochlagen der Alpen sind
Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 und 14 Grad bleibt es dabei sehr kühl.
Lediglich in Oder- und Neißenähe sind Höchstwerte bis 15 Grad möglich.

In der Nacht zum Mittwoch verlagert sich das Höhentief in den Nordwesten
Deutschlands. Das korrespondierende Bodentief verliert seine Struktur, vielmehr
zeigt sich eine von der südlichen Nordsee über Polen hinweg bis in die Ukraine
reichende flache Tiefdruckrinne. Im Bereich des Höhentiefs sind weitere
schauerartige Niederschläge bis hin (wenn auch tagesgangsbedingt mit einer sehr
geringen Wahrscheinlichkeit) zu kurzen Gewittern zu erwarten, wobei sich durch
kurzwellige Tröge, die dieses Tief umlaufen, Niederschlagsmaxima über dem
Südwesten und Westen Deutschlands ergeben.
In den Gipfellagen der südwest- und süddeutschen Mittelgebirge können nach wie
vor Sturmböen Bft 8/9 auftreten. Da der Gradient jedoch etwas auseinandergezogen
wird, verringert sich die Wahrscheinlichkeit für Windböen im Alpenvorland.

Mittwoch … hat sich das Höhentief mit seinem Zentrum über dem Norden
Deutschlands festgesetzt. In dessen Bereich, d.h. hauptsächlich in den
nördlichen und in den mittleren Landesteilen, dauert eine rege Schauertätigkeit
bis hin zu kurzen Gewittern an. Erst später am Tag können vom Westen und
Nordwesten bis in die mittleren Teile Deutschlands hinein ein paar Wolkenlücken
zustande kommen; von Auflockerungen kann jedoch keine Rede sein.
An der Südflanke des über Norddeutschland liegenden Zentraltiefs wird eine
Warmfrontwelle in die Zirkulation einbezogen, die den Südwesten Deutschlands
erfasst und dann über das Alpenvorland hinweg nach Osten gesteuert wird. Zuvor
erfolgt in diesen Gebieten Stabilisierung, die Niederschläge, die infolge von
kräftiger Warmluftadvektion ab den Frühstunden von Südwesten her verstärkt
einsetzen, weisen durchweg skaligen Charakters auf. In Staulagen (südlicher
Schwarzwald, Allgäu) können die Warnschwellen für Dauerregen überschritten
werden.
In der ersten Tageshälfte sind im höheren Bergland Süddeutschlands noch
Windböen, in Gipfellagen Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Auch im Alpenvorland
können Windböen nicht ausgeschlossen werden. Dies ist von der Zugbahn der
Warmfrontwelle abhängig. Hierzu müssen diese Gebiete in den Bereich des
Warmsektors dieser Welle gelangen. Bis zum Abend zeichnet sich jedoch rückseitig
dieser Welle eine leichte Gradientabschwächung ab, so dass dann die
Wahrscheinlichkeit für Windböen in den alpennahen Gebieten und Sturmböen auf
Berggipfeln zusehends geringer wird.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 und 14 Grad bleibt es deutschlandweit
sehr kühl.

In der Nacht zum Donnerstag hält sich das Zentraltief über dem Norden
Deutschlands. In dessen Bereich wird die Schauer- und Gewittertätigkeit in
Küstennähe aufrecht gehalten, wogegen weiter im Binnenland Wetterberuhigung
einsetzt. Mit dem Abzug der Warmfrontwelle schwächen sich auch im Süden
Deutschlands die Niederschläge ab, so dass diese dann nicht mehr warnrelevant
sind.
Im Norden und in der Mitte Deutschlands kann es gebietsweise aufklaren. Während
im Norden und Nordwesten an der Südflanke des über der Nordsee liegenden
Bodentiefs etwas Gradient aufkommt, ist dort Nebel unwahrscheinlich. Allerdings
ist der Gradient zu schwach, als dass warnrelevante Böen zustande kommen. Am
ehesten dürften sich daher Nebelfelder vom Westen bis in die mittleren
Landesteile hinein bilden. In weiten Teilen Deutschlands sind niedrige
einstellige Temperaturminima zu erwarten. Ob sich dann leichter Bodenfrost oder
gar Luftfrost einstellt, ist noch nicht sicher, kann aber nicht ganz
ausgeschlossen werden. Die Luftmasse gibt das her.

Donnerstag … verlagert sich das Zentraltief mit seinem Zentrum zögernd bis in
den Bereich der Dänischen Inseln. Ein weiterer, von Westen hereinlaufender Trog
wird in die Zirkulation dieses Tiefs einbezogen, so dass sich ein vom Zentrum
des Zentraltiefs mit seiner Achse in Richtung Iberischer Halbinsel gerichteter
Trog ergibt. Die Folge ist erneut eine südwestliche Strömung. Durch
kurzwelligem, nach Nordosten ablaufende Anteile wird im Süden etwas Niederschlag
induziert.
Als weiteres Niederschlagsmaximum kristallisiert sich der Küstenbereich und dort
vor allem die Nordseeküste heraus. Ein Kurzwellentrog, der das o.g. Zentraltief
zentrumsnah umläuft, induziert über der Nordsee eine schwache Zyklogenese.
Allerdings ist die Zugbahn des hierdurch entstehenden Tiefs noch etwas unsicher.
Kräftige Hebung an der Südflanke dieses Tiefs ist als Ursache für das
Niederschlagsmaximum in Nordseenähe zu sehen. Zudem ist die Schichtung dort noch
relativ labil, der latente Wärmestrom von der Nordsee tut sein Übriges, so dass
an der Nordseeküste auch (ggf. teils mehrstündige) Starkniederschläge bis hin zu
eingelagerten Gewittern nicht ganz ausgeschlossen werden können.
Im weitaus größten Teil Deutschlands, d.h. in einem Bereich, der sich vom Westen
bis zur Oder und Neiße erstreckt, erfolgt kompensierendes Absinken. In diesen
Gebieten bleibt es weitgehend niederschlagsfrei und es stellen sich im Gegensatz
zu den Vortagen größere Auflockerungen ein. Aufgrund der fortgeschrittenen
Jahreszeit hat die Luftmasse keine Chance, sich zu erwärmen, so dass sich
hinsichtlich der Tageshöchsttemperaturen keine wesentliche Änderung ergibt.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen weitgehend die oben beschriebene Entwicklung.
Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten
Unterschiede ableiten. Ob nun das Zentraltief am Donnerstag mit seinem Zentrum
über den dänischen Inseln oder Südschweden liegt, hat keine Auswirkungen auf die
Finalprognose. Selbst die Zyklogenese am Donnerstag über der südlichen Nordsee
hat die Mehrzahl der Modelle im Programm.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

#SXEU31 #DWAV S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 25.09.2022 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 251800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 25.09.2022 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
GEWITTER/STARKREGEN:
In der Südosthälfte schauerartige Regenfälle und einzelne Gewitter. Bevorzugt an
den Alpen sowie vom nordbayerischen bis in den östlichen Mittelgebirgsraum
regional eng begrenzt erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Starkregen um 20 l/qm in
kurzer Zeit bzw. um 30 l/qm in mehreren Stunden, vereinzelt auch darüber. In der
Nacht zum Montag zunächst noch an den Alpen Starkregen möglich, Regenfälle nur
zögernd nachlassend.

WIND-/STURMBÖEN:
Im Nordseeumfeld ab der zweiten Nachthälfte der Nacht zum Montag exponiert
stürmische Böen bis 8 Bft, auf Helgoland Sturmböen 9 Bft.
Am Montag an und auf der Nordsee zunächst stürmisch (Böen 8, vereinzelt 9 Bft),
ab Mittag nachlassend.
Darüber hinaus und auch bis in die Nacht zum Dienstag andauernd in exponierten
Hochlagen der zentralen und südwestlichen Mittelgebirge Sturmböen 8/9 Bft. Auf
dem Brocken schwere Sturmböen 10 Bft nicht ausgeschlossen.
Am Dienstag in den Hochlagen der süddeutschen Mittelgebirge mit hoher, am
Mittwoch mit geringer werdender Wahrscheinlichkeit Sturmböen Bft 8/9.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC

Aktuell … liegt Deutschland unter einem Trog, der sich mit seiner Achse vom
Ostseeraum diagonal über Deutschland hinweg bis nach Galizien erstreckt. Somit
ergibt sich für den Südosten Deutschlands bis hin zum östlichen
Mittelgebirgsraum eine südwestliche bis westliche Strömung. Etwas Hebung
aktiviert die dort liegende leicht labil geschichtete Luft. CAPE erreicht nur
wenige hundert J/kg, der Gehalt an niederschlagbarem Wasser etwas über 20 mm.
Für Gewitter, die mit Starkregen einhergehen können, ist dies hinreichend.
Trogvorderseitig hat sich eine staffelartige Struktur gebildet, die vom Vogtland
leicht gekrümmt nach Süden reicht. Scherung und auch Hebung sind jedoch zu
schwach, als dass hier noch eine kräftigere Entwicklung zustande kommen könnte.
Darüber hinaus entwickeln sich über den östlichen Mittelgebirgen einzelne
Gewitter, bei welchen es sich um Einzel- oder Multizellen handelt und denen aber
auch keine große Lebensdauer beschieden ist.
Im Nordwesten und Westen hat sich trogrückseitig bereits stabilere Luft
durchgesetzt, was dort allenfalls schwache Schauer zustande kommen lässt.

In der Nacht zum Montag greift vom Nordmeer unter Ausweitung östlich an
Schottland vorbei ein markanter Trog auf die Nordsee über. Dieser Trog ist das
Ergebnis einer Downstream Development, resultierend aus der Umwandlung des
Hurricans „FIONA“ in ein extratropisches Tief, die im Raum Neufundland erfolgte.
Durch diesen nach Süden vorstoßenden Trog wird der über Deutschland liegende
Trog unter Auffüllung nach Osten gedrückt, so dass dessen Achse bis Montagfrüh
auch den Südosten Deutschlands überquert hat. Bis es soweit ist, verbleibt der
äußersten Südosten noch trogvorderseitig, so dass zumindest in der ersten
Nachthälfte an den Alpen und dort vor allem nach Osten hin noch die Gefahr von
(auch mehrstündigem) Starkregen besteht. Mit Passage der Trogachse lassen
ausgangs der Nacht auch dort die Niederschläge allmählich nach.
Darüber hinaus ist dem Nordwesten mehr Beachtung zu schenken. Dem in die Nordsee
vorstoßenden Trog ist ein okkludierendes Frontensystem vorgelagert, präfrontal
frischt im Nordwesten Deutschlands der Wind auf. An der Nordsee sind Wind- und
stürmische Böen, exponiert (Sylt, Helgoland usw.) sowie über der offenen See
erreicht der Wind in Böen Sturmstärke. An der Ostsee sind infolge des ablandigen
Windes dagegen Windböen auf die offene See begrenzt. Zudem greifen auf den
Nordseeküstenbereich Niederschläge über, die aufgrund der stabilen Schichtung
skaligen Charakter aufweisen und fernab von jeglicher Warnrelevanz sind.
Dazwischen ergibt sich ein Streifen mit Auflockerungen, die durch
kompensierendes Absinken zustande kommen. Da jedoch auch in diesen Gebieten der
Gradient beginnt, anzuziehen, ist die Wahrscheinlichkeit von Nebelfeldern, auch
wenn die Grundschicht nahezu mit Feuchte gesättigt ist, gering.

Montag … weitet sich der über der Nordsee liegende Trog unmittelbar westlich
von Deutschland nach Süden aus und stößt in den über Mitteleuropa liegenden Trog
hinein. Die Trennung beider Tröge wird dabei zusehends schwieriger. Da die
Trogachse des neuen Troges erst gegen Abend den äußersten Westen Deutschlands
erreicht, stellt sich erneut eine aufsteilende südwestliche Strömung ein. Das
Frontensystem, das diesem Trog vorgelagert ist, gelangt hierdurch zusehends ins
Schleifen, wodurch nennenswerte Niederschläge (bis 10 mm innerhalb von 12
Stunden, in Staulagen und in Nordfriesland auch darüber) auf den Nordwesten und
Westen Deutschlands beschränkt sind und es östlich einer Linie Lübecker Bucht –
Pfälzer Bergland noch weitgehend trocken bleibt. Von Vorpommern bis in den Süden
Deutschlands hinein sind Auflockerungen zu erwarten, im Lee des Erzgebirges sind
sogar bei leicht föhnigem Einfluss längere sonnige Abschnitte vorstellbar.
Allenfalls an und in den Alpen können sich im Tagesverlauf einzelne Gewitter
entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch nicht allzu hoch.
Bleibt noch der Wind im Nordwesten zu erwähnen. Der weht unverändert aus
Süd-Südwest, an der Nordsee mit Wind- und stürmischen Böen, über der offenen See
sowie in Nordfriesland auch mit Böen bis Sturmstärke. Im Nordwesten und Westen
sind auch in freien Lagen Windböen Bft 7 vorstellbar, genauso in Leelagen der
nördlichen und zentralen Mittelgebirge. Auf höheren Berggipfeln der nördlichen,
westlichen und später auch der südwestdeutschen Mittelgebirge muss mit Sturmböen
Bft 8/9 (Brocken Bft 10) gerechnet werden. Abgesehen von den Mittelgebirgslagen
flaut der Wind im Tagesverlauf ab. Zum Abend hin sind nur noch an der Nordsee
sowie über der offenen Ostsee (dort ist der Wind ablandig) warnrelevante Böen
möglich.
Im Nordwesten und Westen erreichen die Tageshöchsttemperaturen 9 bis 14 Grad, im
Osten und Süden sind noch einmal Maxima zwischen 15 und 18 Grad zu erwarten.

In der Nacht zum Dienstag gelangt Deutschland zusehends in den Bereich des o.g.
Troges, der von einem Zentraltief über der Nordsee ausgeht. Das diesem Trog
vorgelagerte Frontensystem greift dann auf den Osten Deutschlands über, ist aber
nicht mehr eindeutig definiert. Hierdurch erfassen teils schauerartige
Niederschläge weite Teile Deutschlands. Wahrscheinlich bleibt es nur in einigen
östlichen Regionen noch weitgehend trocken. Im Bereich des Troges, d.h. von der
Nordsee und vom Westen Deutschlands bis in die Mitte hinein reichend, sind auch
kurze Gewitter möglich. An der Nordsee kann bei wiederholt auftretenden
Gewittern oder kräftigeren Schauern kleinräumig eng begrenzt Starkregen nicht
ausgeschlossen werden. Mit dem Trog und der damit verbundenen
gesamttroposphärischen Abkühlung gehen die Niederschläge an den Alpen oberhalb
etwa 1500 m wieder in Schnee über.
An der Südflanke des Zentraltiefs erfolgt auch weiter im Binnenland eine leichte
Gradientzunahme. Auf höheren Berggipfeln der westlichen und süddeutschen
Mittelgebirge sind daher Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten, in tieferen Lagen ist
der Wind wahrscheinlich nicht warnrelevant.

Dienstag … verlagert sich das o.g. Zentraltief mit seinem Zentrum in die
südliche Nordsee und gelangt bis zum Abend vor die holländische Küste. Der von
diesem Tief ausgehende Trog hält sich über Deutschland und sorgt über dem
gesamten Vorhersagegebiet für eine rege Schauertätigkeit bis hin zu kurzen
Gewittern. Wolkenlücken sind dabei eher selten. Eine Regionalisierung
hinsichtlich des Maximums der Schauertätigkeit ist nicht möglich.
Der kräftigste Gradient zeichnet sich dann im Süden Deutschlands ab. Dort und
vor allem im Alpenvorland sind in freien Lagen Windböen möglich, in den
Gipfellagen der süddeutschen Mittelgebirge und den Hochlagen der Alpen sind
Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 und 14 Grad bleibt es dabei sehr kühl.
Lediglich in Oder- und Neißenähe sind Höchstwerte bis 15 Grad möglich.

In der Nacht zum Mittwoch verlagert sich das Höhentief in den Norden
Deutschlands. Das korrespondierende Bodentief verliert seine Struktur, vielmehr
zeigt sich eine von der südlichen Nordsee bis nach Polen reichende flache
Tiefdruckrinne. Im Bereich des Höhentiefs sind weitere schauerartige
Niederschläge bis hin zu kurzen Gewittern zu erwarten, wobei sich durch
kurzwellige Tröge, die dieses Tief umlaufen, Niederschlagsmaxima über dem
Südwesten Deutschlands sowie in Ostseenähe ergeben.
In den Gipfellagen der südwest- und süddeutschen Mittelgebirge können nach wie
vor Sturmböen Bft 8/9 auftreten. Da der Gradient jedoch etwas auseinandergezogen
wird, verringert sich die Wahrscheinlichkeit für Windböen im Alpenvorland.

Mittwoch … hat sich das Höhentief mit seinem Zentrum über dem Norden
Deutschlands festgesetzt. In dessen Bereich dauert eine rege Schauertätigkeit
bis hin zu kurzen Gewittern an. Erst später am Tag können vom Westen bis in die
mittleren Teile Deutschlands hinein ein paar Wolkenlücken zustande kommen; von
Auflockerungen kann jedoch keine Rede sein.
In der ersten Tageshälfte sind im höheren Bergland Süddeutschlands noch
Windböen, in Gipfellagen Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Auch im Alpenvorland
können Windböen nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Abend zeichnet sich jedoch
eine leichte Gradientabschwächung ab, so dass dann in Verbindung mit dem
nachlassenden Tagesgang die Wahrscheinlichkeit für Windböen in den alpennahen
Gebieten und Sturmböen auf Berggipfeln zusehends geringer wird.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 und 14 Grad bleibt es deutschlandweit
sehr kühl.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen weitgehend die oben beschriebene Entwicklung.
Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten
Unterschiede ableiten. Selbst am Ende des Vorehrsagezeitraumes betragen die
Unterschiede hinsichtlich der Position des Höhentiefs weniger als 300 km, d.h.
alle Modelle positionieren dieses Tief über dem Nordosten Deutschlands.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

#SXEU31 #DWAV S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 24.09.2022 um 18 UTC

SXEU31 DWAV 241800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 24.09.2022 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
In der Nacht in der Mitte lokal Starkregen.
Am Sonntag vor allem im Süden und Südosten einzelne Gewitter mit Starkregen.
In der kommenden Woche unbeständige, kühle Trogwetterlage, dabei an der Nordsee
und im oberen Bergland zeitweise stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC

Aktuell … vollzieht sich über Ostkanada die außertropische Umwandlung des
ungewöhnlich starken Hurrikans FIONA. Energieumwandlungsprozesse sorgten nochmal
für eine Vertiefung des Systems auf einen minimalen Kerndruck von gut 930 hPa.
Solch ein niedriger Wert wurde in Neuschottland, wo FIONA rund 200 km östlich
von Halifax an Land ging, wohl noch nie registriert. Diese Entwicklung hat auch
mittelbaren Einfluss auf unser Wetter. Denn FIONAS „E.T.“ (engl., extratropical
transition) führt zu einer instantanen Amplifizierung der Rossby-Wellen stromab,
auch „Downstream Development“ genannt. Während sich über dem Nordatlantik ein
mächtiger Rücken aufwölbt, vollzieht sich ein von Grönland und dem Nordmeer in
Richtung Mitteleuropa gerichteter Trogvorstoß. Damit steht uns ein sehr
unbeständiger, niederschlagsreicher und vor allem tagsüber reichlich
unterkühlter Witterungsabschnitt bevor.

Derzeit liegt Deutschland bereits auf der Vorderseite eines stark positiv
geneigten und mit mehreren Drehzentren ausgestatteten Langwellentroges. In
seinem Südwestteil weiter er sich bis nach Nordwestspanien aus, von wo aus seine
Achse über Frankreich und Benelux nordostwärts bis nach Südnorwegen verläuft. Im
Laufe der kommenden Nacht arbeitet sich der Trog zögerlich bis nach Nordwest-
und Westdeutschland vor. Der Trog stützt eine diffuse, rinnenartige
Tiefdruckzone über dem westlichen-zentralen Mittelmeer und Mitteleuropa. Der
Rinne schließt sich im Nordwesten eine Okklusion mit zunehmendem
Kaltfrontcharakter an, die den äußersten Nordwesten Deutschlands bereits
erreicht hat und ebenfalls nur sehr zögerlich südostwärts vorankommt. Der
Okklusion folgt schließlich ein Hochkeil über den Britischen Inseln und der
Nordsee. Dieser wird gestützt von einem Rücken, der sich zwischen dem Trog über
dem Kontinent und der o. e., mit FIONA in Verbindung stehenden Austrogung über
dem Nordwestatlantik aufwölbt.

In der mit der Tiefdruckrinne einfließenden, ziemlich feuchten, erwärmten
Supolarluft ‚xPs‘ (T850 zwischen 3 und 8 Grad) werden durch schwache, meist
PVA-bedingte Hebungsprozesse gebietsweise Regenfälle generiert. Da die Luft
mitunter leicht labil geschichtet ist, fällt der Regen schauerartig verstärkt
aus. Vor allem im Süden und Südwesten zeigt sich in den Aufstiegskurven eine
schmale, aber hochreichende Labilitätsfläche ab (ML-CAPE zwischen 100 und 400
J/kg), sodass auch einzelne, kurze Gewitter mit von der Partie sind. Bei eher
schwacher hochreichender Scherung handelt es sich meist um pulsierende
Einzelzellen, die bei PPWs von 20 bis 25 mm und nicht allzu schneller
Verlagerung aber lokalen Starkregen bringen können.

In der Nacht zum Sonntag fließt in den äußersten Westen und Nordwesten
postfrontal eine etwas kühlere, weniger feuchte maritime Polarluft ein. Zudem
macht sich im Bodenfeld der Einfluss des Hochkeils bemerkbar. Damit stabilisiert
es und die Niederschläge klingen ab, teils klart es sogar auf.
In den übrigen Regionen ist gebietsweise mit weiteren Niederschlägen zu rechnen,
bevorzugt über der Mitte im Wirkungsbereich einer der Drehzentren des Troges
sowie unmittelbar präfrontal zwischen Eifel und Schleswig-Holstein. Stärkere
Schauer oder Gewitter werden im Vergleich zum Tag aber unwahrscheinlicher und
damit auch die Starkregengefahr. Bei ICON-D2 zeichnet sich rund um das
Rhein-Main-Gebiet ein Schwerpunkt ab, dort werden kleinräumig Regenmengen
zwischen 20 und 35 mm/6 h simuliert, das ICON-D2-EPS liefert
Wahrscheinlichkeiten von 20 bis 35% für mehrstündigen Starkregen.
Die Tiefstwerte liegen bei 11 bis 7 Grad. Bei größeren Auflockerungen geht es
auf bis zu 5 Grad runter, allerdings kann sich bei geringen „Spreads“ dann auch
rasch dichter Nebel bilden.

Sonntag … arbeitet sich der Trog unter Konturverlust weiter nach Südosten vor,
sodass so dass sich dessen Achse am Abend diagonal über Deutschland hinweg vom
Nordosten in den Südwesten erstreckt. Der nachfolgende Trog, der aus der
Downstream Development hervorging, weitet sich östlich an Island vorbei nach
Süden in Richtung Schottland aus. Der Rücken dazwischen flacht deutlich ab und
erreicht die südliche Nordsee. Im Bodenfeld weitet sich der Hochkeil in der
Nordwesthälfte Deutschlands aus und drückt die Kaltfront nach Südosten. Sie
liegt mittags etwa auf einer Linie von der Pfalz nach Westmecklenburg.
Südöstlich davon bleibt die Rinne mit feuchter, instabil geschichteter Luft
wetterbestimmend, zudem ist trogvorderseitig noch schwache, PVA-bedingte Hebung
wirksam. Dies führt im Tagesverlauf zu wiederauflebender Schauertätigkeit.
Einzelne Gewitter sind vor allem im Süden und Südosten sowie über den östlichen
Mittelgebirgen wahrscheinlich, aber auch unmittelbar präfrontal im Osten und
Nordosten nicht ausgeschlossen. Den Zellen stehen etwas ML-CAPE (100 bis 200
J/kg), aber kaum Scherung zu Verfügung. Es handelt sich also um Einzelzellen,
die bei PPWs zwischen 20 und 25 mm ganz vereinzelt Starkregen bringen können.
Die höchsten Wahrscheinlichkeiten dafür simuliert das ICON-D2-EPS am Alpenrand
und über dem östlichen Bergland.
Rückseitig der Kaltfront setzt sich die Stabilisierung mit Einfließen der
kühleren, trockeneren Polarluft und dem einsetzenden Absinken im Westen und
Nordwesten fort. Zwar kommt unterhalb der Absinkinversion bei rund 700 hPa
flache Konvektion in Gang, Schauer sind aber selten und ohne Warnrelevanz. Am
meisten Sonne gibt es zwischen Niederrhein und Nordsee sowie Richtung Lausitz,
wo sich die Schauer noch Zeit lassen.
Die Höchstwerte liegen zwischen 13 Grad im Alpenvorland und 19 Grad in der
Lausitz.

In der Nacht zum Montag zeichnet sich bei dem über Deutschland liegenden Trog
ein Austropfprozess in Richtung Iberischer Halbinsel ab. Der Resttrog verlagert
sich unter Abflachung in den Südosten und Osten. Trogvorderseitig werden die
schauerartigen Niederschläge zwischen Alpenrand, östlichen Mittelgebirgen und
Vorpommern noch einige Zeit am Leben gehalten, Gewitter sollten dann aber kaum
mehr auftreten. Warnwürdige Mengen hat nur noch GFS auf der Agenda. Demnach
stünden dem Alpenrand 12-stündige Mengen von 30 bis 60 mm bevor, die
probabilistischen Verfahren tragen dieses Szenario aber kaum mit.
Ansonsten bleibt es unter dem schwachen Zwischenhocheinfluss zunächst trocken,
gebietsweise ist die Bewölkung aufgelockert, dann bildet sich wieder Nebel.
Von Nordwesten her driften im Verlauf aber bereits wieder hohe und mittelhohe
Wolken herein, bedingt durch WLA auf der Vorderseite des nächsten, bis zur
südwestlichen Nordsee vorstoßenden Troges.
Mit der Annäherung des okkludierten Frontensystems des mit dem Trog
korrespondierenden Sturmtiefs über dem Nordmeer beginnt es im Nordwesten
ausgangs der Nacht zu regnen. Zudem frischt der Wind auf und erreicht an der
Nordsee in Böen Bft 7 bis 8, über der offenen See und an der Nordfriesischen
Küste können Böen bis Sturmstärke Bft 9 nicht ausgeschlossen werden.
Die Luft kühlt ab auf 11 bis 7 Grad, bei längerem Aufklaren bis auf 4 Grad.

Montag … weitet sich der Trog über der Nordsee weiter nach Süden aus und stößt
über Frankreich in den bisherigen Trog vor. Die Trogachse positioniert sich dann
von der Nordsee über Mittelfrankreich und die Pyrenäen dann südwestwärts
abbiegend, so dass das Cut-Off-Tief über der Iberischen Halbinsel wieder
eingefangen wird. Als Ergebnis wird der an Kontur verlierende, flache Rücken
über dem Südosten und Osten nach Polen und Tschechien verdrängt und durch eine
südwestliche, leicht zyklonal konturierte Strömung ersetzt. Diese lässt das
okkludierte Frontensystem nur sehr zögernd weiter nach Osten vorankommen.
Entsprechend bereiten sich die Regenfälle, die in den südweststaulagen der
Mittelgebirge auch mal etwas kräftiger ausfallen können, bis zur einer Linie von
der Saar bis zur Lübecker Bucht aus. Abends geht der Regen ganz im Nordwesten
mit Annäherung der Trogachse und Labilisierung in höhenkalter Luft in Schauer
über, auch einzelne Gewitter mit stürmischen Böen sind nicht auszuschließen.
Vorderseitig der Front frischt auch der Wind weiter auf, so dass auch im
nordwestlichen Binnenland und im westlichen Bergland Windböen Bft 7 auftreten
können. An der Nordsee sind bis gegen Mittag stürmische Böen Bft 8, exponiert
und über der offenen See Sturmböen Bft 9 zu erwarten. Auch in einigen hierfür
anfälligen Berglagen (Brocken, Feldberg/Schwarzwald) muss Sturmböen gerechnet
werden.
In der Südosthälfte sorgt der abziehende Rücken noch für leichten
Hochdruckeinfluss, sodass es trocken bleibt und zwischen einigen Wolkenfeldern
auch die Sonne ihre Chancen bekommt. Lediglich an den Alpen besteht in Resten
der feuchteren, labilen Luft noch ein gewisses Schauerrisiko.
Mit Unterstützung der Sonne steigen die Temperaturen in der Südosthälfte auf 15
bis 19 Grad, unter den Regenwolken im Nordwesten nur auf 10 bis 15 Grad.

In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Trog in die Westhälfte Deutschlands.
Damit greift auch die höhenkälteste Luft mit T500 unter -25 Grad über, sodass
die rückseitig der Okklusion einfließende polare Meeresluft weiter labilisiert.
Im Zusammenspiel mit weiteren Hebungsantrieben kommt es somit trotz sich
auflösender Okklusion verbreitet zu schauerartigen Regenfällen, die sich im
Verlaufe auch den Osten und Südosten erreichen. Kurze Gewitter gibt es natürlich
am ehesten unter der höhenkältesten Luft im Westen. Mit dem Übergreifen des
Troges und dem Vordringen der Kaltluft gehen die Niederschläge in den Alpen
oberhalb von etwa 1500 m wieder in Schnee
über.
Vor allem im Bergland sind anfangs noch Windböen Bft 7, exponiert je nach
Höhenlage auch (schwere) Sturmböen Bft 8-10 möglich, später lässt der Wind dann
aber nach.
In gut durchmischter Luft hält sich die Abkühlung in Grenzen, die
Tiefsttemperaturen liegen meist zwischen 10 und 5 Grad.

Dienstag … liegt die Achse des elliptisch geformten Troges mit Zentrum über
der Nordsee diagonal von Nordwest nach Südost über Deutschland. Im Bodenfeld
steigt der Luftdruck im Süden von Westen zwar schon wieder deutlich an, sodass
sich ein Hochkeil hereinschiebt, Wetterwirksamkeit entfaltet dieser aber kaum.
Vielmehr stellt sich typisches, wechselhaftes Troglagen-Schauerwetter ein mit
kurzen Graupelgewittern. Die Sonne zeigt sich nur sehr selten. Die einfließende
maritime Polarluft kühlt noch etwas ab (T850 zwischen 3 und 0 Grad), womit die
Schneefallgrenze in den Alpen noch etwas auf rund 1200 m absinken kann. In
hochgelegenen Staulagen sind immerhin 10 bis 20 cm Neuschnee möglich.
Bei höchsten Temperaturen zwischen 8 Grad in den Mittelgebirgen und rund 15 Grad
in der Lausitz ist es sehr kühl.
In der Südhälfte komplettiert ein mit der Druckanstiegswelle stark böig
auffrischender Westwind den sehr „usseligen“ Wettercharakter. In Kammlagen kommt
es zu Sturmböen Bft 8-9.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Strukturen werden sehr ähnlich simuliert.
Die einzelnen Gewitter und etwaigen Starkregenereignisse werden im Nowcast
bewarnt.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Adrian Leyser