DWD -> Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland –

Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Sonntag, 08.12.2019, 21:00 Uhr

Wechselhaft und windig, an der Küste und im Bergland Sturmböen.

Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Dienstag, 10.12.2019, 24:00 Uhr

Am Montag im Binnenland bei kräftigen Schauern stürmische Böen (Bft 8) nicht auszuschließen. An der See und auf den Bergen Sturmböen (Bft 9) und exponiert am Nachmittag schwere Sturmböen. Auf einigen Bergen orkanartige Böen (Bft 11). Auf den nordfriesischen Inseln einzelne orkanartige Böen (Bft 11) nicht ganz auszuschließen. Vor allem an der Küste Gefahr von kurzen Gewittern. In der Nacht zum Dienstag im Alpenraum oberhalb 800 bis 1000 m markanter Schneefall über 10 bis 15 cm möglich.
Oberhalb 400 bis 500 m Schneeschauer und in den östlichen
Mittelgebirgen Schneeverwehungen nicht ausgeschlossen.

Am Dienstag meist keine markanten Warnungen erforderlich. Erst abends an der Nordsee aufkommende stürmische Böen aus Süd bis Südwest.

Weitere Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Donnerstag, 12.12.2019

Am Mittwoch an der Küste sowie auf den Bergen Sturmböen (Bft 8 bis 9) wahrscheinlich.

Am Donnerstag an der Nordseeküste sowie in exponierten Lagen der süddeutschen Gebirge Sturmböen (Bft 8 bis 9) gering wahrscheinlich.

Ausblick bis Samstag, 14.12.2019

Am Freitag und Samstag weiterhin wechselhaft und windig. Dabei an der Küste Sturmböen wahrscheinlich, in exponierten Lagen der süddeutschen Gebirgen auch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen gering wahrscheinlich. Am Freitag in den Hochlagen des Schwarzwaldes und des Allgäus geringe Wahrscheinlichkeit für Schneefall über 10 cm in 12 Stunden.

Nächste Aktualisierung: spätestens Montag, 09.12.2019, 05:00 Uhr

DWD/VBZ Offenbach

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 081800
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Sonntag, 08.12.2019, 21:00 Uhr

Nachts von Westen her erneut auffrischender Südwestwind. Tagsüber windiges Schauerwetter, vereinzelt Gewitter mit Sturmböen, gegen Abend an und auf der Nordsee kurzzeitig schwerer Nordweststurm.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Montag, 09.12.2019, 21:00 Uhr:

Ein kleines Sturmtief zieht von der norwegischen Westküste zum Skagerrak. Dabei gelangt zunächst noch milde, ab Montagnachmittag von Nordwesten her kältere Meeresluft polaren Ursprungs nach Deutschland.

WIND/STURM:
Im Laufe der Nacht zum Montag von Westen bis in die Mitte wieder auffrischender Südwestwind. Im Flachland steife Böen bis 60 km/h (7 Bft), an der Küste sowie in höheren Berglagen stürmische Böen oder Sturmböen 65-85 km/h (8-9 Bft). In exponierten Kamm-, Kuppen- und Gipfellagen schwere Sturmböen bis Orkanböen 90 bis 130 km/h (10 bis 12 Bft).

Am Montag zeitweise lebhafter Südwestwind mit steifen bis stürmischen Böen 7-8 Bft, vor allem in Schauern bzw. kurzen Gewittern. In exponierten Höhenlagen des Berglands weiterhin schwere Sturm- oder Orkanböen 10 bis 12 Bft. Am Nachmittag und Abend mit Winddrehung auf Nordwest an der Nordsee schwere Sturmböen, vereinzelt orkanartige Böen 10-11 Bft. Auch im nordwestdeutschen Binnenland Sturmböen oder schwere Sturmböen 9 bis 10 Bft nicht ausgeschlossen (Vorhersage noch unsicher).

In der Nacht zum Dienstag im Westen und Süden rasch abnehmender Wind. Im Nordosten aber noch längere Zeit steife, an den Küsten stürmische Böen, anfangs auch Sturmböen aus Nordwest. In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge vor allem nach Osten zu sowie auf den Alpengipfeln noch Sturmböen, vereinzelt schwere Sturmböen.

GEWITTER:
Heute Nacht über und an der Nordsee sowie im Westen einzelne kurze Gewitter möglich.
Tagsüber im ganzen Land einzelne kurze Graupelgewitter mit
stürmischen Böen, kleinräumig auch mit Sturmböen nicht
ausgeschlossen.
Abends und in der Nacht zum Dienstag von Westen her rasch abnehmende Gewittergefahr.

SCHNEE/GLÄTTE:
Heute Nacht in den Hochlagen einiger Mittelgebirge Glätte durch geringen Neuschnee oder etwas Schneematsch.
Tagsüber oberhalb 600 bis 800 m, an den Alpen 1000 m einzelne Schneeschauer, wahrscheinlich aber keine nennenswerte Schneedecke. Lediglich im Hochschwarzwald bis zum Abend um 5 cm, in exponierten Staulagen bis über 10 cm Neuschnee.
In der Nacht zum Dienstag in den südlichen und östlichen
Mittelgebirgen bis in tiefe Lagen noch einzelne Schneeschauer, in Staulagen bis 5 cm Neuschnee.
An den Alpen Schneefall bis in die Täler, dabei 5 bis 10 cm Neuschnee, in Staulagen vor allem auch des Oberallgäus um 15 cm. Auch im südlichen Alpenvorland einige Zentimeter Neuschnee möglich.

Nächste Aktualisierung: spätestens Montag, 09.12.2019, 05:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Jens Winninghoff

SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 08.12.2019 um 10.30 UTC

Wechselhaft, windig und mild, im Bergland zeitweise Schnee.

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 15.12.2019

Am Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Mittwoch liegt Deutschland
zwischen einem Trog über dem Ostatlantik und einem weiteren Trog, der sich von
Südrussland bis in den Mittelmeerraum erstreckt im Bereich eines Keils. Der Keil
schwenkt allerdings im Tagesverlauf südostwärst, sodass der nachfolgende Trog
auf Westeuropa übergreifen kann. Im Vorfeld erreicht uns bereits in den
Frühstunden ein Frontensystem mit einem Niederschlagsband. Das Frontensystem
überquert uns bis zum Abend ostwärts. Die Mengen sind nicht warnwürdig, aber
oberhalb von etwa 800 m geht der Regen in Schnee über. Am Donnerstag schwenkt
der Trog unter Abschwächung über Deutschland hinweg ostwärts und rückseitig der
Front wird etwas kühlere Meeresluft zu uns geführt. Es ist vor allem im Süden
wechselhaft und die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 500 m ab. Später nähert sich
von Westen her ein Randtrog Westeuropa und vorderseitig bildet sich dort ein
Bodentrog aus. Dadurch nimmt der Gradient zu und vor allem im Bergland der
Westhälfte gibt es stürmische Böen oder Sturmböen aus Südwest. Der hochreichende
Trog erreicht uns am Freitag und über den Niederlanden wird ein abgeschlossenes
970 hPa Bodentief simuliert. Vor allem im Westen gibt es länger andauernden
Niederschlag, ohne das jedoch Warnschwellen überschritten werden. Die
Schneefallgrenze liegt bei etwa 600 und vor allem im Schwarzwald als auch im
Thüringer Wald und im Erzgebirge kann es auch mäßigen Schneefall geben. Das
Bodentief füllt sich langsam auf und verlagert sich im Tagesverlauf des Freitags
in Richtung Nordostdeutschland. Am Samstag schwenkt der Trog weiter nach Osten
und bei uns stellt sich sowohl am Boden als auch in der Höhe eine flotte
westliche Strömung ein. Wir bleiben aber auf der kalten Seite der Frontalzone,
wobei die Temperatur in 850 hPa bei etwa -2°C liegt. Es bleibt unbeständig mit
Regen im Flachland und Schnee oberhalb von etwa 500 bis 700 m. Am Sonntag trogt
es über dem mittleren Atlantik aus und die Strömung dreht sowohl am Boden als
auch in der Höhe von West auf Südwest rück. Die flotte Grundströmung bleibt
erhalten und es ist auch weiterhin unbeständig mit Regen und im Bergland Schnee,
wobei etwas mildere Luft zu uns geführt wird. Auf den Bergen muss mit
stürmischen Böen oder Sturmböen gerechnet werden. In exponierten Gipfellagen
sind auch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen nicht auszuschließen.
In der erweiterten Mittelfrist nähert sich der Trog langsam dem europäischen
Kontinent und die Strömung steilt langsam auf. Dadurch setzt sich das
wechselhafte, windige und für die Jahreszeit recht milde Wetter fort.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bis Donnerstag stimmt der aktuelle Lauf des IFS recht gut mit den Vorläufen
überein. Dann allerdings lässt der neue Lauf den hochreichenden Trog deutlich
weiter nach Süden ausgreifen. Allerdings ist der Trog auch deutlich schmaler und
tendiert zum Cut-Off und daher ist die nachfolgende Westwindzone glatter und
weniger antizyklonal gekrümmt wie bei den Vorläufen. Am Sonntag besteht zwischen
dem aktuellen Hauptlauf und dem gestrigen 12UTC-Lauf eine recht gute
Übereinstimmung. Auch in der erweiterten Mittelfrist besteht eine recht hohe
Konsistenz zwischen den beiden letzten Läufen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bis Donnerstag besteht eine gute Übereinstimmung zwischen dem IFS und den
anderen Modellen. Unterschiede gibt es dann am Freitag, wenn IFS und ICON das
Sturmtief fast kongruent über den Niederlanden simulieren, während GFS das Tief
weiter nördlich am Skagerrak und auch deutlich tiefer, positioniert. Danach
stimmen die Modelle wieder recht gut überein.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Cluster Analysen zeigen für Donnerstag bis Samstag 3 Cluster, wobei der
deterministische Lauf sich in Cluster 1 befindet. Die Cluster zeigen ähnlich wie
der aktuelle IFS Lauf eine recht langgestreckte und glatte Westströmung die in
einem Trog über West- und Mitteleuropa endet. Das Strömungsmuster ändert sich in
Cluster 1 und 3 von einer positiven NAO am Donnerstag und Freitag zu einer
negativen NAO am Samstag. Für den anschließenden Zeitraum von Sonntag bis
Dienstag werden dann nur noch ein Cluster gerechnet, das dem Muster einer
negativen NAO entspricht.

Die Rauchfahne eines Punktes aus der Mitte Deutschlands zeigt für Mittwoch einen
kräftigen Temperaturrückgang. Die Temperatur steigt dann bis Mittwoch nächster
Woche wieder langsam an. Es werden für jeden Tag Niederschläge gerechnet, jedoch
ohne das jedoch bei den Ensembleläufen besonders hohe Niederschlagsspitzen
auftreten. Nach GEFS liegt das Temperaturniveau des Ensemblemittels ab
Donnerstag etwa 2K über dem Mittel 1981 bis 2010.

Als Resümee kann man konstatieren, dass die Ensembles die Lösung des
deterministischen Laufs des IFS stützten.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der Extreme Forecast Index (EFI) zeigt am Donnerstag für kleine Gebiete im
Westen und im Norden ein Niederschlagssignal, was weder von EZMW-EPS noch von
COSMO-LEPS gestützt wird. Für Donnerstag zeigt der EFI Signale für Wind im
Westen, für Freitag auch für den Süden. Das wird von den Ensembles gestützt. Am
Samstag gibt es im Südwesten Signale für ein Niederschlagsereignis. Das wird von
den Ensembles wenigstens für den Alpenraum bestätigt.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, EZMW-IFS, EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Rolf Ullrich

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 080800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 08.12.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
Im Nordwesten bis in nördliche NRW sowie im Thüringer Becken und im Harzvorland
stürmische Böen. An der Küste und im höheren Bergland Sturmböen, auf exponierten
Bergen Böen Bft 10 bis 12. In der Nacht zum Dienstag im Bergland oberhalb 400
bis 500 m Schneeschauer mit Schneeglätte, in Hochlagen der östlichen
Mittelgebirge Schneeverwehungen nicht auszuschließen, am Dienstag unter
Zwischenhocheinfluss Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC

Sonntag… Die Okklusion eines Sturmtiefs bei den Shetlandinseln hat auf den
Nordwesten übergegriffen und verlagert sich ostsüdostwärts über Deutschland
hinweg. Sie erreicht zum Tagesende etwa die Donau. Dabei wir die nach
Deutschland einströmende Subtropikluft durch erwärmte Meeresluft subpolaren
Ursprungs ersetzt. Die an den Tiefausläufer gekoppelte breite Trogvorderseite
sorgt für Hebung und Regenfälle, die allerdings mit 1 bis 7 mm, in Staulagen
vereinzelt um 10 mm innerhalb von 12 Stunden weitab von Warnschwellen liegen. Im
Bereich der Front und postfrontal frischt der Wind auf und so sind in der Mitte
und im Nordosten sowie Osten steife Windböen zu erwarten. In höheren Lagen und
in Nordwestdeutschland, später auch im Thüringer Becken sowie im Harzvorland
stehen stürmische Böen, unmittelbar an der See und auf Berggipfeln 9er Böen auf
der Warnkarte. Auf exponierten Bergen muss mit Böen Bft 10 bis 12 gerechnet
werden. In den Abendstunden kann es dann auch ganz im Süden 7er und exponiert
8er Böen geben. Postfrontal strömt zwar wenig kühlere Meeresluft zu uns, in der
die Temperatur in 850 hPa bis zum Abend im Norden und in der Mitte auf 0 Grad
oder knapp darunter zurückgeht, jedoch ist diese Luftmasse gut durchmischt, so
dass es heute sogar milder wird als am Samstag: Die Maximum-Temperaturen liegen
verbreitet zwischen 10 und 12 Grad, im Südwesten vereinzelt bei bis zu 14 Grad
und im höheren Bergland um 8 Grad.

In der Nacht zum Montag erreicht die Front die Alpen, kommt also im Südosten nur
langsam voran, so dass die Regenmengen in Staulagen des Bayerischen Waldes 10
bis 15 mm erreichen können. Postfrontal fallen bei aufgelockerter bis starker
Bewölkung einzelne Schauer und an der Nordsee ist vielleicht mal ein kurzes
Gewitter dabei. Hier sinken in 500 hPa die Temperaturen vorübergehend auf -32
Grad, so dass die Temperaturdifferenz zwischen 500 und 850 hPa vorübergehend auf
30 K ansteigt. Der Gradient fächert vor einem von Westen her nach Benelux
schwenkendem, auch in der Höhe ausgeprägten Trog nur vorübergehend auf, so dass
meist nur noch auf den Bergen und an der See stürmische Böen und Sturmböen
auftreten. In der 2. Nachthälfte und Montagfrüh nimmt aber im Westen vor dem
Bodentrog der Wind wieder zu mit steifen, exponiert mit stürmischen Böen.

Montag… zieht der o. e. Trog über Deutschland hinweg nach Osten und in der
Höhe wird er abends und in der Nacht zum Montag im Osten regeneriert. Mit dem
Durchgang des Bodentroges ist die subpolare Meeresluft nicht besonders kalt mit
850-hPa-Temperaturen um -2 Grad, so dass die Schauer erst oberhalb von 800 bis
1000 m in Schnee übergehen. Angesichts von Temperaturen bei -30 Grad oder knapp
darunter kann auch ein kurzes Gewitter mit Graupel nicht ganz ausgeschlossen
werden. Mit dem Trogdurchgang und den Schauern ist vorübergehend eine
Windzunahme verbunden, so dass wieder häufiger 7er Böen auftreten. Bei kräftigen
Schauern kann auch eine stürmische Bö nicht ausgeschlossen werden. In dem
Bodentrog befindet sich knapp nördlich von uns eine Bodenzyklone, die bis zum
Abend zur Südspitze Schwedens zieht. In ihrem Randbereich nimmt am Nachmittag in
Nordwestdeutschland der Wind zu und dreht auf Nordwest. Damit sind dann an der
Nordsee 9er und 10er Böen wahrscheinlich und ICON simuliert vor den
Nordfriesischen Inseln gar die Bft 11. Landeinwärts können im Nordwesten 8er
Böen auftreten.
Auf exponierten Bergen gibt es weiterhin 8er bis 10er und sehr exponiert auch
11er Böen.
Allgemein ist es wechselnd bis stark bewölkt und die Sonne zeigt sich allenfalls
nur kurz. Es bleibt noch mild mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 Grad in
Holstein und 11 Grad in der Lausitz und am Oberrhein.

In der Nacht zum Dienstag zieht das Bodentief zur östlichen Ostsee und es führt
von Nordwesten zunehmend kältere Meeresluft polaren Ursprungs nach Deutschland,
in der die 850-hPa-Temperatur auf -4 Grad im Nordosten und -7 Grad im Süden
sinkt. Entsprechend sinkt auch die Schneefallgrenze auf 500 bis 300 m und vor
allem im Harz und in den östlichen Mittelgebirgen muss mit Schneeschauern
gerechnet werden. Meist dürfte aber die gelbe Schneefallwarnung ausreichen, da
die Niederschlagsmengen meist bei 1 bis 5 mm innerhalb von 12 Stunden liegen.
Lediglich im einsetzendem Nordweststau der Alpen ist mit 5 bis 10 cm und örtlich
mit 10 bis gut 15 cm Neuschnee oberhalb von 800 bis 1000 m zu rechnen.
Der Wind ist eingangs der Nacht im Norden noch kräftig mit steifen Windböen. An
der See sind 8er bis exponiert 10er Böen möglich, ehe in der 2. Nachthälfte der
Wind schwächer wird, so dass Dienstagfrüh nur noch im Nordosten steife Böen
auftreten sowie stürmische Böen an der Ostsee. Auf den Bergen gibt es weiterhin
stürmischen und exponiert auch Sturmböen, auf dem Brocken anfangs 10er Böen.
Bei Tiefstwerten zwischen 4 und 0 Grad kann es wieder recht verbreitet
Bodenfrost geben und im Bergland ist geringer Luftfrost zu erwarten.

Dienstag… ziehen Höhen- und Bodentrog ab und von Westen her steigen Potenzial
und Luftdruck kräftig an. Oder anders ausgedrückt, die eingeflossene polare
Meeresluft (T850 inzwischen -4 bis -7°C) kommt unter Zwischenhocheinfluss, was
Wind und Niederschlag zur Ruhe bringt. Am Vormittag kommt es im Süden und
Südosten noch zu einigen Schneeschauern, die vor allem an den Alpen noch mal ein
paar Zentimeter Neuschnee bringen. Ansonsten lockert die Wolkendecke mal mehr,
mal weniger auf und es bleibt für längere Zeit niederschlagsfrei.
Zum Abend hin frischt der auf Süd drehende Wind auf der Nordsee sowie an der
Grenze zu BeNeLux schon wieder auf – ein klares Zeichen auf das nächste
Sturmtief (genannt SIRO), das am Mittag vor der isländischen Südküste thront.
Kerndruck knapp unter 965 hPa! Temperaturmäßig reicht es am Dienstag „nur“ noch
zu 4 bis 8°C und im höheren Bergland liegen die Werte um 0 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch gibt es bei anfangs teils klarem Himmel in der
Südosthälfte und im Mittelgebirgsraum leichten Frost. In Südostbayern sind sogar
Tiefstwerte zwischen -5 und -9 Grad zu erwarten. In der 2. Nachthälfte setzt im
Westen und Nordwesten durch ein neues Frontensystem Niederschlag ein. Dabei ist
in den westlichen Mittelgebirgen sowohl etwas Schnee als auch gefrierender Regen
möglich!

Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle zeigen sowohl von den Basisfeldern als auch beim Niederschlag und
beim Wind eine recht ähnliche Entwicklung.

Was die Wahrscheinlichkeit von orkanartigen Böen morgen an der Nordsee angeht,
so gibt es bei CosmoLEPS praktisch keine Hinweise dafür. Anders bei PEPS: Hier
liegen die Wahrscheinlichkeiten zwischen Friedrichskoog und Sylt bei 30 bis 50
Prozent!

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 080800
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Sonntag, 08.12.2019, 11:00 Uhr

Heute von Westen her wieder windig mit steifen Böen bis zur Mitte Deutschlands. Im Nordwesten bis ins nördliche NRW und vom Harz bis zum Erzgebirge stürmische Böen. An der See und auf exponierten Bergen 9er und 10er Böen, auf einigen Gipfeln Orkanböen.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Montag, 09.12.2019, 11:00 Uhr:

Heute überquert der Ausläufer eines Sturmtiefs bei den Shetlandinseln Deutschland ostwärts und führt milde Meeresluft heran. Ab Montagabend kommt von Nordwesten kältere Meeresluft polaren Ursprungs zu uns.

WIND:
Heute im Norden und in der Mitte teils frischer Südwestwind mit Böen Nft 7. An der Küste und im Bergland oberhalb von 600 m Böen Bft 8 bis 9 Bft. Auf exponierten Bergen Böen 9 bis 10, auf dem Brocken und im Hochschwarzwald Böen 11 bis 12 Bft).

In der Nacht zum Montag vom Westen bis in die Mitte sowie im Norden erneut auffrischender Wind. Dann wieder verbreitet bis ins Flachland Windböen bis 60 km/h (Bft 7), an der Ostsee stürmische Böen bis 75 km/h (Bft 8). An der Nordsee und in Mittelgebirgslagen stürmische Böen oder Sturmböen (60 bis 85 km/h, Bft 8 bis 9). In Kamm- und Gipfellagen schwere Sturmböen bis Orkanböen 90 bis 130 km/h (Bft 10 bis 12).

Nächste Aktualisierung: spätestens Sonntag, 08.12.2019, 16:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Olaf Pels Leusden