S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 04.11.2026 um 10.30 UTC

Schlagzeile:
Das ruhiges Hochdruckwetter weicht ab kommender Woche zunehmend regnerischen
Einfluss eines Langwellentrogs.

Entwicklung der Großwetterlage:
Nach dem Ensemble: Zu Begin der Mittelfrist dominiert zunächst Hochdruckeinfluss
(SEa), ab Sonntag gibt es bereits einige Member (ca. 20%) die SWz anbieten. Die
große Mehrheit lässt aber noch das Hoch dominieren. Im Laufe der kommenden Woche
gibt es immer mehr Member die SWz, TrW oder HNz anbieten. Es gibt aber weiterhin
eine nicht zu vernachlässigbare Anzahl von Membern die auch kommende Woche den
Hochdruckeinfluss in den unterschiedlichsten Formen gewinnen lassen.

Synoptische Entwicklung und Warnkriterien bis Mittwoch, den 11.11.2026

  1. Folgetag (Samstag, den 07.11.2026)

Synoptische Entwicklung:
Am Samstag dominiert ein umfangreiches Hoch über Nordosteuropa und der Nordsee.
In der Höhe wird dieses eingerahmt von einem umfangreichen und hochreichend mit
Kaltluft gefüllten Langwellentrog über Osteuropa und einem Höhentiefkomplex mit
mehreren Drehzentren über Westeuropa, welches sich von Irland bis nach Italien
erstreckt. Dabei hält sich in der Osthälfte meist trockene Luftmassen, so dass
dort bei zumeist klaren Verhältnissen mit Nachtfrost zu rechnen ist. Nach Westen
und Südwesten hin, bleibt es dagegen vielfach bedeckt und frostfrei.

Potentielle Warnelemente:
Im Osten leichter Nachtfrost, strichweise Nebel.

Modellvergleich:
Es gibt gewisse Unterschiede bei der genauen Konfiguration des
Höhentiefkomplexes über Westeuropa. IFS lässt als einziges Globalmodell ein
Höhentief nach Italien abwandern, wobei sich die Amplitude des zentralen
Höhentiefs über den britischen Inseln verkürzt. Dabei bleibt der Höhenkeil an
dessen Ostflanke etwas stärker als in den anderen Globalmodellen. Relevante
Änderungen in der Wetter- und Temperaturprognose ergeben sich aber nicht.

Konsistenz:
Konsistenz gut.

Entwicklung von Sonntag, 08.11.2026 bis Mittwoch,11.11.2026

Synoptische Entwicklung:
Am Sonntag bleibt der Einfluss des Bodenhochs über Deutschland zunächst
erhalten, jedoch greift das Höhentief von den Britischen Inseln langsam auf die
Nordsee und den Nordwesten Deutschlands über, wobei ein Schwall feuchterer Luft
von den Südwesten in die Mittel des Landes advehiert wird. Der Höhenkeil wird
gleichzeitig nach Osteuropa abgedrängt. Um das Höhentief herum gelangt ebenso
etwas kühlere Luft mit 850 hPa Temperaturen um – 2 Grad in den Norden. Gerade im
Küstenumfeld muss Schauern gerechnet werden. Weiterhin nähert sich, ausgehend
von einem neuen atlantischen Tiefdrucksystem westlich von Portugal, eine
Warmfront den Süden Deutschlands. Dort beginnt es in der Nacht zu Montag teils
kräftiger zu regnen.

Am Montag verlagert sich das Höhentief langsam Richtung Dänemark, wobei die
teils wellende Warmfront kaum Raum nach Norden machen kann. Dabei halten sich
die teils kräftigen Regenfälle am Alpenland und dem Schwarzwald, in deren
Staulagen können warnrelevante Regenmengen zustande kommen. Gleichzeitig stärkt
sich auf der Vorderseite des neuen atlantischen Tiefs/Trogs ein Höhenrücken, der
sich vom Mittelmeer bis zur Nordsee erstreckt und vor allem im Norden und Osten
für absinken und Sonnenschein sorgt.

Erst Dienstagabend kann die Warmfront mit den korrespondierenden Niederschlägen
von Frankreich her weiter nach Norden und Osten übergreifen. Vor allem in den
westlichen Staulagen könnten lokal Warnschwellen erreicht werden.

Am Mittwoch bleibt das Tief bzw. der Trog über Südwesteuropa erhalten und sorgt
dafür, dass die Zufuhr an milder und feuchter Luft nach Deutschland erhalten
bleibt. Die dazu gehörige Warmfront erreicht den Norden.

Potentielle Warnelemente:
Anfangs im Osten noch leichte Nachtfrostgefahr. Ab Montag am Alpenrand und
Schwarzwald geringes Risiko vor Dauerregen.

Modellvergleich:
Ab Anfang nächster Woche ergeben sich schon größere Unterschiede bei der
Simulation des Höhentiefs, bzw. wie es sich von den britischen Inseln langsam
nach Nordosten verlagert. Je nachdem gibt es auch Unterschiede wie die Warmfront
von Südwesten auf Deutschland übergreift und somit ist auch die Prognose der
dazugehörigen Niederschläge sehr unsicher.

Konsistenz:
Im Gro simulieren die Vorläufe von IFS alle eine ähnliche synoptische Struktur.
Über Osteuropa sorgt ein Höhenkeil für zumeist ruhiges Herbstwetter, während
über Westeuropa ein Höhentiefkomplex mit mehreren Drehzentren für zum Teil
regnerisches Wetter sorgt. Die Vorhersage der Höhentiefs wird von den Vorläufen
und dem aktuellen auf jeweils etwas anders simuliert. Im aktuellen Lauf hat das
zentrale Höhentief über den britischen Inseln mehr Einfluss auf Deutschland,
während der gestrige 00UTC Lauf das Höhentief etwas weiter im Norden ansiedelte.

Ob ab Montag eine Dauerregenlage am Alpenrand und Schwarzwald ansteht ist
unklar.

Clusteranalyse:
Im Zeitbereich 120 bis 168 gibt es 3 Cluster, nach einem beginnenden Blocking
sehen die meisten Member einen Wechsel. Auf was ist aktuell aber noch sehr
unsicher. In allen Clustern ist ein Trog über Osteuropa und ein umfangreicher
Höhentiefkomplex westlich von Portugal zu erkennen. Zwischen diesem und
Langwellentrog über Osteuropa wölbt sich wieder ein Keil nordwärts auf. Dabei
könnten kleinere Höhentiefs für unbeständigeres Wetter sorgen.

In den Plumes öffnet sich der Spread ab Mitte nächster Woche sehr stark.

Fazit:
Das teils tröge Hochdruckwetter setzt sich bis zum Wochenende weiter fort. Je
nach Bewölkung kann es nachts lokal auch leichten Frost und Nebel geben. Erst
mit dem Annähern eines neuen atlantischen Höhentiefkomplex und dessen Warmfront
am Sonntag kann endlich wieder etwas nennenswerten Regen fallen. Nachfolgend
könnte sich zwar auch wieder der Höhenkeil stabilisieren, es gibt aber auch
einige Signale, dass sich die Grundstimmung über Mitteleuropa etwas zyklonaler
ausrichtet. Wie ist aktuell aber noch sehr unsicher.

Basis für Mittelfristvorhersage:
IFS, EPS, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher