S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 02.11.2026 um 10.30 UTC

Schlagzeile:
Ruhiges Herbstwetter, meist Hochdruckeinfluss, nachts teils leichter Frost und
Nebel.

Entwicklung der Großwetterlage:
Es dominieren in der gesamten Mittelfrist Hochdruckwetterlagen, anfangs mit
bodennaher Ostströmung. Ein Höhentief bzw. ein flaches Bodentief sorgen
vorübergehend für etwas Zyklonalität.

Synoptische Entwicklung und Warnkriterien bis Montag, den 09.11.2026

  1. Folgetag (Donnerstag, den 05.11.2026)

Synoptische Entwicklung:
Sowohl in der Höhe als auch am Boden liegt ein Hoch über dem Nordteil der
Nordsee. Dieses schwächt sich zwar etwas ab und wandert langsam ostwärts, bleibt
aber für Deutschland wetterbestimmend. Ein flaches Tief über Südwestfrankreich
zieht langsam nordostwärts, nimmt aber noch keinen Einfluss auf das Wetter in
Deutschland. Mit einer östlichen Strömung, die unterhalb der Warnschwellen
bleibt, wird kühle und trockene Festlandsluft herangeführt. Gebietsweise gibt es
Nebel und Hochnebel. In den klaren Regionen gibt es in der Nacht zum Freitag
leichten Nachtfrost.

Potentielle Warnelemente:
Gebietsweise leichter Nachtfrost und Nebel.

Modellvergleich:
Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung sehr ähnlich.

Konsistenz:
Die Konsistenz zu den Vorläufen des IFS ist sehr gut.

Entwicklung von Freitag, 06.11.2026 bis Montag,09.11.2026

Synoptische Entwicklung:
Am Freitag wandert das Hoch in der Höhe nach Ostdeutschland. Am Boden erstreckt
sich eine Hochdruckzone vom Seegebiet südlich von Island nach Osteuropa. Ein vor
allem in höheren Luftschichten ausgeprägtes Tief über Frankreich zieht langsam
ostwärts. Ab dem Abend greift ein schwacher Ausläufer auf den äußersten
Südwesten Deutschlands über und bringt neben mehrschichtiger Bewölkung etwas
Regen. Im Rest des Landes wird mit östlicher Strömung kühle und trockene Luft
herangeführt. Vor allem im Nordosten driftet wahrscheinlich Stratus herein. In
der Nacht zum Samstag gibt es in den wolkenarmen Gebieten leichten Nachtfrost,
örtlich auch Nebel.

Am Samstag wandert ein Rücken über dem östlichen Mitteleuropa unter Abschwächung
langsam ostwärts. Die Hochdruckbrücke wandert ebenfalls ostwärts und reicht
Samstagabend von Südnorwegen nach Südosteuropa. Ein Höhentief über Frankreich
zieht langsam ins Dreiländereck Schweiz/Frankreich/Deutschland. Ein flaches Tief
liegt über der südwestlichen Nordsee. Dessen schwacher Ausläufer schwenkt sehr
langsam nordostwärts. In seinem Bereich fällt etwas Regen (Temperatur in 850 hPa
um 0 Grad). Der Norden, Osten und Südosten bleiben im Einflussbereich des Hochs
in trockener Luft. Im Osten kann es bei größeren Auflockerungen leichten
Nachtfrost geben.

Am Sonntag wandern Höhenrücken und Bodenhochdruckzone langsam ostwärts. Das
Höhentief zieht nach Tschechien. Das Bodentief über der südwestlichen Nordsee
verlagert sich kaum. Sein Ausläufer kommt mit meist leichten Niederschlägen bis
in die mittleren Landesteile voran. Die Schneefallgrenze liegt um 1000 Meter.
Der Nordosten liegt noch im Einflussbereich des Hochs, wobei es aus dem Stratus
teilweise nieseln kann. Im Südwesten und Süden sind Auflockerungen und damit
Nachtfrost am wahrscheinlichsten.

Am Montag verlagert sich das Hoch über Osteuropa kaum. Das Höhentief über
Tschechien ist ebenfalls nahezu stationär. Von der Biskaya schwenkt ein Keil
nach Frankreich. Ausläufer eines umfangreichen Tiefs über dem Ostatlantik
erreichen Westeuropa bis zum Abend. Gebietsweise kann es leichten Regen geben.
Aus dem Hochnebel im Norden und Nordosten kann es nieseln. Meist trocken und
teils freundlich ist es wohl im Südwesten des Landes. Bei Auflockerungen kann es
im Süden leichten Frost geben.

In der erweiterten Mittelfrist schwenken ein westeuropäischer Rücken und
nachfolgend die Ausläufer des ostatlantischen Tiefs langsam nach Deutschland. Es
kommt zu einer deutlichen Milderung: In 850 hPa steigt die Temperatur von Werten
um 0 Grad auf 6 bis 10 Grad. Am Boden ist die Erwärmung im Osten und Südosten
verhalten. Im Westen und Südwesten werden dagegen nach und nach gebietsweise 10
bis 15 Grad erreicht. Markante Wettererscheinungen sind unwahrscheinlich.

Potentielle Warnelemente:
In den Nächten gebietsweise leichter Nachtfrost und Nebel.

Modellvergleich:
Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung nur anfangs sehr ähnlich,
unterscheiden sich aber schon in der Frage, wie weit nördlich das Höhentief bzw.
das Bodentief über der südwestlichen Nordsee nach Osten zieht und damit, wie
weit die Ausläufer gegen das Hoch nach Norden schwenken. ICON ähnelt dem IFS;
UK10 und GFS zeigen nördlichere Varianten. Zu Beginn der Woche ist die
Entwicklung bei ICON deutlich schneller und bei GFS etwas schneller als bei IFS.

EPS und EFI geben keine Hinweise auf markante Wettererscheinungen. Einzig bei
der Temperatur gibt es beim EFI geringe Hinweise auf Temperaturen am unteren
Rand des Modellklimas, solange mit östlicher Strömung kühle Festlandsluft
herangeführt wird.

Konsistenz:
Die Modellkonsistenz nimmt zu den Vorläufen ab Samstag spürbar ab und wird in
der erweiterten Mittelfrist schlecht. ICON ist anfangs IFS am ähnlichsten. Zum
Wochenwechsel werden aber die Unterschiede eklatant.

Clusteranalyse:
CLUSTERUNG:

Für Donnerstag und Freitag ergeben sich zwei ähnlich große Cluster des Regimes
„Blocking“. Die Unterschiede zwischen den Clustern sind gering.

Für Samstag bis Montag ergeben sich drei Cluster, wobei der Hauptlauf dem
Cluster 1 angehört. Die beiden kleineren Cluster zeigen einen zügigeren Abbau
des Blocking-Szenarios. Sie werden am Ende dem Regime „NAO positiv“ zugeordnet.
Sie zeigen eine beginnende Zonalisierung über Mitteleuropa.

Für Dienstag bis Donnerstag gibt es ebenfalls drei Cluster. Diese sind fast
gleich stark besetzt und gehören überwiegend dem Regime „Blocking“ und in
kleinerer Anzahl dem Regime „NAO positiv“ an. Für Mitteleuropa ist entscheidend,
wie sich der ostatlantische Trog verhält. Ob und inwieweit er nach Mitteleuropa
vorankommt oder wie in Cluster [X] nach Süden abtropft.

PLUMES / RAUCHFAHNEN:

Beim 500-hPa-Geopotenzial fällt eine deutlich zunehmende Streuung ab dem Samstag
auf. Diese steht in Verbindung mit dem hereinziehenden Höhentief. Auffällig ist,
dass der Hauptlauf im Süden eine Lösung am unteren Ende des Geopotenzials
einnimmt. In der Mitte und im Norden ist dies nicht der Fall. Dies spricht für
eine eher nördlichere Zugbahn des Höhentiefs im Ensemble.

Die Temperatur in 850 hPa und am Boden weist ab dem Wochenende eine deutlich
zunehmende Streuung auf. Auch hier befindet sich der Hauptlauf am Wochenende am
unteren Ende des Ensembles.

Mäßige oder gar ergiebige Niederschlagssignale gibt es nicht.

Fazit:
Anfänglicher Hochdruckeinfluss und eine östliche Strömung werden langsam von
Südwesten her abgebaut. Nennenswerte Niederschläge bleiben aber wahrscheinlich
aus, ebenso wie im Allgemeinen auch markante Wettererscheinungen. Am
„spannendsten“ wird die Beantwortung der Frage nach Nebel/Hochnebel/Sonne und
der Verbreitung von leichtem Nachtfrost sein.

Basis für Mittelfristvorhersage:
IFS, IFS-ENS, MOSMIX

VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen