SXEU31 DWAV 280800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 28.10.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
HM

Keine markanten Wetterentwicklungen.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch… hat die Kaltfront eines Sturmtiefs bei Island den Osten Deutschlands
erreicht und überquert am Vormittag auch die restlichen Landesteile im Osten und
Südosten Richtung Polen und Österreich. Mit dem Tiefausläufer ist ein Regenband
verbunden. Es hat bis dato regional 2 bis 5 mm Regen gebracht.
Am längsten (teils bis in den Nachmittag oder Abend) regnet es von der Lausitz
bis zum Alpenrand. Staueffekte
sorgen vor allem zwischen Karwendel und Berchtesgadener Alpen für eine
Intensivierung der Regenfälle, was in der Tagesbilanz bis zu 15, vereinzelt an
die 25 l/m² (Arome, ICON D2 und dessen ENS) ausmacht.

Der auf die Kaltfront folgende Höhen- und Temperaturtrog bringt mit rund -22°C
auf 500 hPa über +1/+2°C auf 850 hPa nicht die labilste, dafür eine
wasserdampfarme Luftmasse. Zudem zeigen sich durch das nachrückende
Bodenhochdruckgebiet stabilere Schichten bei 800 bis 700 hPa, die durch das
einsetzende Absinken entstehen. Entsprechend folgen unter dem Trog nur wenige
Schauer, die am ehesten im östlichen Mittelgebirgsraum nachmittags auftreten und
schwach bleiben.

So lockern die Wolken in der frisch einfließenden Polarluft (mP) bald wieder
auf, insbesondere im Westen und Nordwesten scheint auch längere Zeit die Sonne.
Erst zum Abend hin nimmt die Bewölkung mit Annäherung eines Bodentrogs in
Nordseenähe sowie im Grenzbereich zu den Niederlanden zu.

Das gilt auch für den Südwestwind über der Deutschen Bucht, der schon am
Nachmittag etwas auffrischt, aber nur auf Helgoland bzw. über der offenen See in
Böen 7 Bft erreicht.
Wo sich die Wolken und Regen am längsten halten, liegt die Temperatur bei um
10°C. Ansonsten werden, Dank Sonne und Durchmischung, eher milde 12 bis 16°C
erwartet.

Die Nacht zum Donnerstag steht ganz im Zeichen einer neuen Hochdruckzelle, die
such über Deutschland breitmacht. Der Gradient wird auch im Norden im geringer.
Lediglich im Küstenbereich sowie in Teilen des norddeutschen Tieflands, wo die
Passage des o.e. Bodentrogs auf dem Fahrplan steht, geben dichte Wolken und
zeitweilig leichter Regen den Ton an. Aber auch der wird immer weniger.
Ansonsten gehtŽs teils gering bewölkt oder klar in die Nacht, bevor sich Nebel
oder Hochnebel bilden.
Der letzte Regen am östlichen Alpenrand klingt langsam ab. Dabei dürfte die
Schneefallgrenze kaum unter 1500 m sinken, weil keine richtig kalte Luft folgt
(T850 +1°C). Während es ganz im Norden unter den Wolken mit 11 bis 7°C mild
bleibt, kühlt es sonst auf 6 bis 0°C. Vereinzelt tritt Frost bis -1°C auf,
gebietsweise Bodenfrost.

Donnerstag… liegt ein kräftiges Bodenhochdruckgebiet mit mehr als 1030 hPa
über Mitteleuropa. Es wird gestützt durch einen Höhenrücken über Westeuropa, der
darüber hinaus bis weit ins Nordmeer reicht. Derweil ist aus „unserem“ Trog ein
Höhentief über der Adria und dem Balkan entstanden.

Die eingeflossene Luftmasse modifiziert langsam zu xP und die Grenzschicht im
Süden wird nicht mehr so schnell getilgt, sodass Nebel und Hochnebel sich dort
teilweise zäh bis in den Nachmittag retten. Wo das nicht der Fall setzt sich
über der Mitte und dem Süden gebietsweise die Sonne durch, wobei das mittlere
und höhere Bergland klar in der Vorderhand sein sollte.

Über Norddeutschland liegt Restfeuchte des Troges in Form einer wolkenreichen
Grundschicht, die dort nur wenig oder gar keine Sonne zulässt. Auch ganz im
Südosten halten sich Wolken in der Peripherie des Höhentiefs; lokaler und
unbedeutender Niederschlag, wie auch im Norden, inklusive.

Bei längerem Nebel werden es kaum 10°C, sonst meist 11 bis 15°C. Der schwache
Wind spielt keine Rolle. Nur im Südwesten lebt der dort östliche Wind tagsüber
auf, vor allem oberhalb der Grundschicht, und kann in Gipfellagen des
Schwarzwaldes abends erste Böen 7-8 Bft erreichen.

In der Nacht zum Freitag geben Grenzschichtphänomene den Ton an. Wolkenfelder
über dem Norden und Nordosten drosseln die Nebelneigung und Abkühlung ein
bisschen. Ansonsten kühlt es kräftiger ab auf unter 5°C in einer etwas
erweiterten SW Hälfte. Im Südosten tritt gebietsweise leichter Frost bis -2°C
auf. Dazu bildet oder verdichtet sich Nebel und Hochnebel in größeren
Landesteilen.
Oberhalb der entkoppelten Grundschicht weht der Ostwind im Hochschwarzwald
teilweise mit Böen 7-8 Bft.

Freitag… sitzt das große Hoch über uns fest im Sattel. An den grundlegenden
Strukturen über Mitteleuropa ändert sich nichts. Ein zum Baltikum abtropfender
Trog beschäftigt uns kurzfristig noch nicht.

Da der Hochschwerpunkt Richtung Nordsee wandert, kann von der Ostsee her
bodennah feuchte Luft in den Norden und Nordosten mit tiefer Bewölkung
einsickern. Gebietsweise halten sich Nebel und Hochnebel zäh, was auch für den
Süden gilt, wo die abgekühlte Grenzschicht kaum abgebaut wird.

Insgesamt kann sich in der SW Hälfte aber schon gebietsweise die Sonne
durchsetzen, erneut am ehesten im Bergland, aber auch abseits davon. Bei
Dauernebel im Süden wird es wieder schwer mit der 10°C-Marke, sonst liegen die
Maxima meist bei 10 bis 14°C.
Der Ostwind ist vor allem im Hochschwarzwald flott unterwegs mit steifen bis
stürmischen Böen. Sonst schwachwindig.

In der Nacht zum Samstag bildet sich gebietsweise Nebel und Hochnebel, im Süden
tritt stellenweise leichter Frost auf und der Hochschwarzwald bleibt windig.
Also genau wie in den Vornächten.

Nur dreht die Strömung in der Höhe zwischen dem Keil über Westeuropa und dem
nach Osteuropa ziehenden Höhentief nach Nordost und lebt auf. Damit werden
Feuchtefelder über die Ostsee herangeführt, die für Bewölkung und vereinzelte
Regentropfen im Norden und Nordosten gut sind. Da ist die Nebelneigung nur
gering und es bleibt milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren ähnlich. Warnungen vor Dauerregen an den Alpen oder Frost
in der kommenden Nacht bieten sich nicht an.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner