S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 27.10.2026 um 10.30 UTC

Ruhiges Hochdruckwetter. Schwache Tiefausläufer nach Osten zu möglich.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 03.11.2026

Am Freitag ist die Strömung stark meridional aufgestellt mit einem markanten
Höhenkeil von der Iberischen Halbinsel bis ins Nordmeer. Dieser stützt ein
großes Bodenhochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Deutschland. Östlich davon
weitet sich durch einen Kaltluftvorstoß ein Trog von Finnland Richtung Ukraine
aus. Das Wetter in Mitteleuropa ist geprägt von der Grenzschicht mit Nebel und
vereinzelt leichtem Frost.
Am Samstag ist der Trog zu einem Höhentief über Belarus abgetropft. Die Relevanz
für uns hält sich arg in Grenzen, weil unser Bodenhoch weiter über Mitteleuropa
liegt. Der Schwerpunkt verschiebt sich nur sehr wenig nach Norddeutschland. Da
sich die Lage der Druckgebilde etwas ändert und die Strömung in der Höhe nach
Nordost kippt, kann etwas kühlere Luft in die östlichen Landesteile einsickern.
An den Folgetagen bis zum Dienstag wird der Keil nach Osten hin von mehreren
Trögen abgeschliffen, regeneriert sich dafür aber über dem nahen Atlantik über
GB bis ins Nordmeer. Der Schwerpunkt des Bodenhochs folgt dem und findet sich
zum Ende über den Britischen Inseln und der Nordsee wieder. Am Rand des Hochs
liegen wir unter einer nördlichen Strömung im Übergangsbereich zum Trog über
Osteuropa. Darin nach Süden ziehende schwache Tiefausläufer und Tröge streifen
vor allem die östlichen Landesteile. Geringer Niederschlag und vielleicht etwas
auflebender West- bis Nordwind inklusive. In der unteren Troposphäre (850 hPa)
sickert dann etwas kältere Luft ein, der Temperaturrückgang in 2m Höhe fällt
gering aus.
In der erweiterten Mittelfrist kann sich der Hochschwerpunkt wieder Richtung
Mitteleuropa bewegen.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der letzten Läufe des europäischen Modells ist eigentlich recht
gut, abgesehen von Abweichungen, die den Trog östlich von uns betreffen. Bzw. in
welchem Maße wir von schwachen Tiefausläufern mit etwas Niederschlag nach Osten
gestreift werden.
Die Grundaussage: Hochdruckeinfluss mit retrograder Tendenz war meist gegeben.
Erst zum Ende sah der gestrige 00z Lauf eine „High over Low“ Lage mit Höhentief
über Mitteleuropa vor. Davon ist freilich nicht viel geblieben.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen Globalmodelle bieten keine grundsätzlichen Alternativen. Das Hoch
verlagert sich im Laufe der Mittelfrist westwärts zu den Britischen Inseln. Das
sehen die Modelle im Wesentlich gleich. Wie genau dann die Strömung über
Mitteleuropa aussieht, ist etwas unsicher. Streifschüsse von Trögen mit kälterer
Luft zeigen alle Modelle; Wetteraktivität und Timing sind dabei – wie erwähnt –
fraglich.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Ensembles anhand der Rauchfahnen stützen die zuvor getroffenen Aussagen
weitgehend. Die Kurven der verschiedenen Member und des Kontrolllaufs verlaufen
bis zum Wochenende eng gebündelt. Das setzt sich fürs Geopotential 500 hPa
nächste Woche fort, mit leicht fallender Tendenz. Die Temperatur 850 hPa ist ab
Sonntag mit größeren Unsicherheiten behaftet. Der Spread wird größer, wohl als
Resultat der Unsicherheiten, wie nahe uns die Tiefausläufer und KW-Tröge kommen.
Vor allem für die östlichen und nördlichen Landesteile gibt es
Niederschlagssignale, aber nur auf sehr geringem Level.
Aus Sicht der Clusterung stehen die Zeichen ganz auf Blocking. Alle Cluster bis
240h werden so einsortiert. Die 4 Cluster zu Beginn, Freitag, Samstag,
unterscheiden sich nicht viel. Eine starke positive Geopotentialanomalie
überdeckt West-, Mittel-, und Nordeuropa.
Das ist auch im Zeitraum bis +168h so. Die 2 Cluster unterscheiden sich vor
allem im Trog über Osteuropa. In Cluster 2 (21 Member) zieht ein abgetropftes
Höhentief ins zentrale Mittelmeer und ähnelt damit dem gestrigen 00z Lauf.
Cluster 1 mit dem Kontrolllauf, (30 Member) zeigt das Abtropfen schwächer und
zum Balkan.
Auch für die erweiterte Mittelfrist (1 Cluster) gibt es nichts als
Hochdruckeinfluss.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Keine signifikanten Wettererscheinungen.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix, IFS, ENS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner