S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 15.10.2026 um 10.30 UTC

Leicht windiges, zu Beginn der Woche meist trockenes, nachfolgend wieder etwas
unbeständigeres Herbstwetter. Weiterhin mild.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 22.10.2026

Am Sonntag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt nach IFS eine
Höhenantizyklone über der nördlichen Nordsee und Südskandinavien, während
kräftige Höhentiefs im Raum Frankreich und dem Schwarzen Meer zu finden sind.
Bodennah dominiert ein kräftiges Hoch von Irland bis Finnland die
Großwetterlage, an dessen Südrand liegen wir im Bereich eines mäßig starken
Gradienten in einer nordöstlichen Strömung, so dass der kalte bodennahe Wind
durchaus böig daherkommt. Das Temperaturniveau in 850 hPa ist mit 4 bis 10°C
recht hoch, da auf der Vorderseite des westlichen Höhentiefs milde Luft zu uns
gelangt. Allerdings kommt es auch zu Hebungsprozessen, so dass vielfach
Bewölkung vorherrscht, aus der es vor allem im Südwesten auch Regenfälle gibt.
Im Osten ist es sonniger. Die derzeit prognostizierten teils 15°C erscheinen
angesichts der Lage etwas optimistisch. MOS scheint da mit seinen um 12°C
realistischer zu sein.

Am Montag verlagern Boden- und Höhenhoch ihren Schwerpunkt Richtung Ostsee und
Baltikum. Das westliche Höhentief zieht zur Biskaya. Damit dreht der Wind eher
Richtung Ost, weht aber immer noch mäßig. In 850 hPa steigt die Temperatur auf 6
bis 12°C. Unter Absinken und Zufuhr von trockenerer Luft wird es vielfach sonnig
und die Temperaturen können auch bodennah etwas ansteigen.

Am Dienstag setzt sich die Progression des Hochs fort, jetzt in Richtung
Nordwestrussland. Es bleibt bei überwiegend freundlichem Wetter, allerdings
kommt bodennah etwas kühlere Luft zu uns. Der Ostwind weht weiterhin mäßig, so
dass wie auch am Vortag die Nebelneigung recht gering ist.

Am Mittwoch verlagert sich das Hoch weiter nach Nordosten. Das westliche
Höhentief wurde mittlerweile von einem atlantischen Langwellentrog eingefangen,
der sich jetzt gen Westeuropa bewegt. Im Bereich der Keltischen See soll sich
dabei ein kräftiges Tief entwickeln. Dessen nur schwach ausgeprägte Kaltfront
greift auf den Westen über und bringt etwas Regen. Im Osten kann es noch recht
sonnig bleiben. Der weiterhin meist mäßige, vor allem über der Nordsee stark
böige Wind dreht auf Südost.

Am Donnerstag zieht das Tief nordwärts über Schottland hinweg ins Nordmeer. Der
Langwellentrog arbeitet sich langsam nach Frankreich voran, wird aber von dem
Höhenhoch über Nordwestrussland blockiert. Die Front kann allerdings über
Deutschland ostwärts vorankommen und gebietsweise Regenfälle bringen, abseits
davon ist es teils aber auch gering bewölkt. Der Wind weht vor allem im
Nordseebereich noch kräftig, nimmt aber von Südosten her ab. Zudem dreht er
allgemein auf Süd.

Nachfolgend schwächt sich der Langwellentrog ab. Nach kurzem
Zwischenhocheinfluss zieht aber am Wochenende schon der nächste Trog heran. Eine
vorlaufende Kaltfront überquert Deutschland am Samstag und bringt deutlich
kältere Luft zu uns. Insgesamt bleibt es recht unbeständig mit zeitweiligen
Regenfällen. Im Nordwesten bleibt es recht windig.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen Laufs mit seinen beiden Vorgängerläufen ist bis zum
Montag gut. Lediglich am Sonntag fällt auf, dass der jüngste Lauf im Norden
Deutschlands schon höheres Geopotential und damit auch höhere Temperaturen
aufweist. Am Dienstag zeigte der gestrige 12-UTC-Lauf die Kaltfront schon über
dem Westen Deutschlands. Am Mittwochmittag ist nach diesem Lauf die Kaltfront
schon über Deutschland hinweg gezogen, während sie bei den beiden 00-UTC-Läufen
dann erst auf den Westen übergreift. Danach ist die Stoßrichtung in etwa
dieselbe. Allerdings zeigte der gestrige 00-UTC-Lauf noch kein so starkes Tief
bei den Britischen Inseln. Auch geht zum nächsten Donnerstag und Freitag die
Tendenz von Lauf zu Lauf zu tieferem Geopotential.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Der Vergleich der aktuell vorliegenden deterministischen Modelle offenbart schon
am Sonntag erste deutliche Unterschiede: So ist das westliche Höhentief bei ICON
und UK10 im Verglich zu IFS, GFS und GEM deutlich in die Länge gezogen und
erstreckt sich damit viel weiter nach Nordosten, was auch das Temperaturniveau
im Nordwesten Deutschlands beeinflusst. Dies setzt sich auch am Montag fort mit
einem Höhentief über der Nordsee (ICON) bzw. einem Trog über Großbritannien
(UK10), was zumindest für mehr Bewölkung im Nordwesten Deutschlands sorgen
dürfte. Die anderen Modelle haben des westliche Höhentief in unterschiedlicher
Lage, aber ohne Einfluss auf uns.

Während IFS, ICON, GFS und GEM am Mittwoch von Westen oder Südwesten Wolken mit
Regen übergreifen lassen, kommt bei GFS ein Höhentief von Osten heran. In den
Folgetagen bleibt es bei allen Modellen unbeständig und am Donnerstag setzt sich
auch bei GFS die Westströmung durch. Zunächst bleibt es noch ruhig, zum
Wochenende zeigen aber IFS, GFS und GEM eine Tendenz zu stärkeren Stürmen auf
dem nahen Atlantik. Nach GFS droht am Samstag (24.10.!) Norddeutschland ein
Sturm.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Das IFS-Ensemble verteilt sich im Zeitraum Dienstag bis Donnerstag auf vier
Cluster. Diese gehören durchweg dem Regime „Blocking“ an und weisen auf den
ersten Blick kaum Unterschiede auf. Sie sind allesamt von einer sehr starken
Geopotentialanonalie im Bereich Skandinavien und Nordwestrussland geprägt. Bei
Cluster 1,2 und 4 (42 Mitglieder incl. Kontrolllauf) lässt sich das langsame
Übergreifen des Langwellentroges von Westen sehen, bei C4 ist dieser aber
abgeschwächt. Bei C3 (9 Mitglieder) ist das Blocking etwas weiter nach
Nordwesten ausgreifend (bis Grönland), aber auch bei uns ist das Geopotential
höher, so dass hier der Langwellentrog weiter draußen bleiben muss. Dies
spiegelt sich auch in hohem Bodendruck im Bereich des Nordmeers wider, den
andere Cluster nicht zeigen. Im weiteren Verlauf bis Sonntag gibt es drei
Cluster, wovon zwei (C1 und C3 mit zusammen 37 Mitgliedern, incl. Dem
Kontrolllauf) das Blocking im Laufe des Wochenendes zurückdrängen, so dass die
Westdrift bei uns wieder Einzug halten kann. Bei C2 (immerhin 14 Mitglieder)
hält sich dagegen der Hochdruckeinfluss bis Sonntag.

Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen bei Geopotential und
Temperatur ein Maximum zu Beginn der Woche und dann ein allmähliches Abfallen
beider Größen. Zum kommenden Wochenende hin scheinen sich beide Werte bei dann
recht großer Streuung im Mittel kaum noch zu ändern. Ein deutlicher Potential-
und Temperaturrückgang zum kommenden Sonntag, wie vom Hauptlauf angedeutet, wird
vom Ensemble nicht unterstützt. Nach trockenen Tagen zu Beginn der Woche sind in
der zweiten Wochenhälfte und am nächsten Wochenende wieder deutliche
Niederschlagssignale zu sehen.

Die Ensembles des GFS zeigen eine ähnliche Entwicklung.

Fazit: Der Mittelfristzeitraum verläuft unspektakulär. Auch wenn bei den Details
noch größere Unterschiede bestehen, so bleibt es insgesamt recht ruhig und
weiterhin mild. Nach trockenen Tagen zu Beginn der Woche wird es in der zweiten
Wochenhälfte wieder etwas feuchter.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

EFI:
Seitens des EFI gibt es keine Signale für extremes Wetter in der nächsten Woche.

Sturm:
Das IFS-EPS zeigt am Montag und Dienstag schwache Signale für stürmische Böen im
Nordseeküstenbereich, aber nur in exponierten Lagen.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS

VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann