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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 01.10.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von Sa zu BM

Heute in der Westhälfte Regenfälle, örtlich Starkregen und einzelne Gewitter.
Unwetter-Regenmengen nicht ganz ausgeschlossen.
Am Freitag anfangs im Allgäu und im Süden Württembergs noch Starkregen möglich,
sonst bis einschließlich Samstag meist keine markanten Warnungen erforderlich.
In den Nächten gebietsweise dichter Nebel.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag… Heute starten wir in den Oktober und tatsächlich wird es zumindest
vorübergehend herbstlicher mit mehr Regen. Zwar entfernt sich das mittlerweile
schwächelnde Tief bei Island (EVA, Mittagskerndruck „nur noch“ bei 970 hPa)
immer weiter von uns, indem es die Dänemarkstraße ansteuert. Gleichwohl, die
zugehörige Kaltfront kommt trotz ihrer Neigung zum Schleifen weiter ostwärts
voran. Gepusht wird sie vor allem von einem Randtrog, der sich aus dem Haupttrog
löst und nach Nordostfrankreich schwenkt (18 UTC).

Kurzum, die „Schönwetterzone“ mit Sonne und Wärme wird langsam weiter nach Osten
gedrückt. So bleibt man von Vorpommern bis Südostbayern noch weitgehend
unbeeindruckt von den Geschehnissen weiter westlich (abgesehen von den üblichen
präfrontalen hohen und teils mittelhohen Wolken) bei Tageshöchstwerten zwischen
21 und 27°C. Nach Westen hin nimmt die Bewölkung aber immer weiter zu und es
kommt gebietsweise zu durchaus veritablen, teils schauerartig verstärkten und
von einzelnen Gewittern durchsetzten Regenfällen. Dabei bieten die Modelle teils
unterschiedliche Intensitätsmaxima an, was z.B. an den konvektiven
Verstärkungen, teils durch Gewitter, liegt. Diese möglichen
Starkregen-Ereignisse sollten im Nowcasting gewarnt werden (1 bis 6 Stunden).

Die Chancen auf (erwünschten) kräftigeren Regen sind nunmehr größer: Meist
liegen die simulierten Mengen zwischen 3 und 15 l/qm, örtlich zwischen 15 und 25
l/m² innerhalb von 12 Stunden. Vereinzelt stehen sogar über 30 l/qm auf der
Karte. Damit wird natürlich die vor allem nach Südwesten hin teils katastrophal
defizitäre Niederschlagsbilanz nicht wirklich verbessert. Zwar ist die Luft im
Frontbereich nur leicht labil (Cape-ML nur 50 bis 150 J/Kg), gleichwohl sind vor
allem am warmen Rand des Regengebietes einzelne Gewitter mit Starkregen ebenso
möglich wie eingelagerte ungewittrige Starkregenschauer. Die Temperatur kommt im
Westen nur noch auf Werte um 20°C, was für Anfang Oktober immer noch sehr mild
ist.

In der Nacht zum Freitag zieht der Kurzwellentrog unter Abschwächung über West-
und Norddeutschland hinweg nordostwärts zur westlichen Ostsee und entsprechend
verlagern sich die frontalen und konvektiv durchsetzen Regenfälle noch etwas
weiter nach Osten, kommen aber nicht bis in die Region von Ostsachsen bis nach
Vorpommern sowie Ostbayern voran, da das osteuropäische Hoch weiterhin
hochreichend ist und blockierend wirkt. Die Modelle simulieren allesamt eine
Abschwächung der Regenfälle in der 2. Nachthälfte (Ursache ist KLA, die über die
Front hinwegläuft und außerdem gerät sie auf die Rückseite des Troges).
Lediglich ICON-D2 zeigt im Raum Allgäu weitere Starkregenfälle über 20 l/qm,
punktuell über 35 l/qm (Unwetter).
Ungeachtet dessen nehmen die Hinweise zu, dass es ganz im Westen nicht nur
abtrocknet, sondern zudem auch auflockert. Fakt ist, dass der Spread der
nächtlichen Tiefsttemperatur gegenüber den Vornächten abnimmt. So werden in
weiten Landesteilen 16 bis 10°C erwartet, lediglich in den westlichen
Mittelgebirgen (bei Aufklaren) sowie ganz im Osten und Südosten sind noch
einstellige Werte denkbar. Im Westen bildet sich gebietsweise Nebel.

Freitag… Der Kurzwellentrog schwenkt unter Abschwächung von Ostdeutschland zur
zentralen Ostsee. Es bleibt aber am Rande des nach Tschechien gerichteten, vom
westlichen Mittelmeer ausgehendem Höhenkeil eine südwestliche Höhenströmung
übrig, so dass die Front über dem Südosten Deutschlands schleift, sich aber
weitgehend auflöst. Im Osten Deutschlands geht sie dagegen spätestens bis zum
Abend durch, schwächt sich aber ebenfalls ab, da der Trog über die Front
hinwegläuft. Damit kommt ganz im Osten kein nennenswerter Niederschlag mehr
zusammen. Ansonsten gibt es von der Ostsee bis nach Bayern örtlich 0,5 bis 5,
ganz im Süden vereinzelt über 10 l/qm (südwestliches Bayern). Im Westen ist es
bereits unter dem Einfluss des neuen Hochs, das sich zum Nordrand der
Mittelgebirge verlagert, meist trocken und gebietsweise sogar heiter.
Die Luft, die postfrontal eingeströmt ist, ist deutlich frischer mit
850-hPa-Temepraturen zwischen 11 Grad im Südosten und 6 Grad im Emsland und so
liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 19 Grad an der See sowie im mittleren
Bergland und 23 Grad im unterfränkischen Maintal. Bei trübem Wetter kann es im
Allgäu mit 17 Grad auch recht frisch bleiben.
Der Wind weht schwach, vereinzelt mäßig und kommt im Nordosten aus West bis
Nordwest, sonst aus Nordost oder unterschiedlichen Richtungen.

In der Nacht zum Samstag gibt es im Südosten noch kompakte Restwolken, während
sonst der Himmel teils gering bewölkt ist. In der neuen Luftmasse wird es
deutlich frischer als in den Nächten zuvor: Die Tiefstwerte liegen zwischen
Werten um 12 Grad an der See und 5 Grad im Münsterland sowie örtlich in den
westlichen Mittelgebirgstälern. In der maritim geprägten Luft ist diesmal Nebel
ein größeres Thema: Nebelschwerpunkte sind das Norddeutsche Tiefland bis hin zum
Rheinland, der nördliche und zentrale Mittelgebirgsraum sowie Niederbayern
(Mos).

Samstag… Nordwestlich des vom westlichen Mittelmeer bis zum nahen Osteuropa
reichenden Höhenkeiles herrscht bei uns weiterhin eine schwache südwestliche
Höhenströmung. Am Boden reicht eine Hochdruckbrücke vom rumänischen Hoch über
Mitteleuropa bis hin zum Hoch weit westlich der Biskaya. In der Höhe schwenkt
vom Raum Irland ein Kurzwellentrog bis zum Abend zur westlichen Nordsee und bis
Sonntagfrüh nach Nordwestdeutschland. Auf seiner Vorderseite befindet sich die
teilokkludierte Kaltfront eines Tiefs über der Norwegischen See. Dieser
Tiefausläufer greift aber bis zum Abend noch nicht auf den Nordwesten über. Im
Bereich von Frontresten erwartet uns wechselnde Bewölkung mit lokalen
Aufheiterungen und nur vereinzelt fallen ein Paar Regentropfen (am ehesten von
IFS gezeigt). Den meisten Sonnenschein soll es nach Mos im Südosten Bayerns und
im westlichen NRW geben mit mehr als 50 Prozent relativer Sonnenscheindauer. Bei
850-hPa-Temperaturen zwischen 12 Grad in Südostbayern und 5 Grad örtlich im
Norden erreichen die Maximumtemperaturen Werte zwischen 19 Grad an der See und
24 Grad in Baden.
Der Wind lebt im Nordwesten etwas auf und kommt dort aus Südwest. Sonst bleibt
er meist nur schwach und kommt aus Süd bis Ost.
In der Nacht zum Sonntag greift die schwache, oben erwähnte Kaltfront auf den
Nordwesten über und sorgt für einzelne Schauer. Auch weiter südöstlich wird
durch die Trogvorderseite die Luft leicht gehoben, so dass aus der Restbewölkung
etwas Regen fallen kann (vor allem in der Mitte und im Osten.)
Gebietsweis bildet sich teils dichter Nebel, wahrscheinlich am ehesten vom
Norddeutschen Tiefland bis zum Rheinland, in Mittelgebirgstälern und vom
nördlichen Baden-Württemberg bis nach Niederbayern. Es kühlt auf 12 bis 6 Grad
ab bei windschwachen Verhältnissen (außer Nordseeküstenbereich).

Modellvergleich und -einschätzung

Die Starkregenwahrscheinlichkeiten steigen heute von Südwesten her erst am
Nachmittag merklich an nach ICON-D2-EPS: Die höchsten Wahrscheinlichkeiten
zwischen 20 und 40 Prozent gibt es von der Pfalz über den Westerwald und das
östliche NRW bis zum westlichen Schleswig-Holstein (6stündig, für mehr als 20
l/qm). In diesem Bereich ist sogar heftiger Starkregen nicht ganz
ausgeschlossen. In der 1. Nachthälfte verlagert sich der Streifen etwas nach
Osten (etwa ein Streifen von Baden über Hessen und Ostwestfalen bis nach
Schleswig-Holstein und zusätzlich das Allgäu sind betroffen) und in der 2.
Nachthälfte schwächt sich der Starkregen deutlich ab. Lediglich im Allgäu und im
südlichen Württemberg ist die Starkregengefahr noch evident. Hier könnten noch
bis Freitagvormittag Starkregenwarnungen nötig sein.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden