S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 21.08.2026 um 10.30 UTC

Vorübergehendes Omegablocking bringt die Hitze zurück. Am Ende der Woche
wahrscheinlich Kaltfrontdurchgang mit schweren Gewittern.

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 28.08.2026

In den vergangenen Tagen sah es so aus, als würde sich eine längere Troglage
einstellen, mit einem Tiefdruckgebiet, das sich Anfang der Woche über
Mitteleuropa hätte etablieren und für ordentlich Regen sorgen können. Nun zeigen
die Modelle jedoch die zumindest vorübergehnd die Wiederherstellung des alten
Zirkulationsmusters mit einem Blocking über dem nördlichen Mitteleuropa.
Demzufolge würde wieder heiße Luft nach Deutschland vordringen.

Die Umstellung beginnt bereits am Montag mit einer größeren Austrogung über dem
Westatlantik. Vorderseitig wölbt sich ein Keil über dem westlichen Mitteleuropa
auf, dessen Achse über der Nordsee liegt. In der Folge wird der aktuelle Trog
über Nord- und Mitteleuropa nach Nordosten verdrängt. Zudem etabliert sich ein
zum Keil korrespondierendes, blockierendes Bodenhoch über der Nordsee, das
seinen Einfluss auf fast ganz Mitteleuropa ausweitet. Somit ergibt sich erneut
eine Omegakonfiguration.

Im weiteren Verlauf der Woche kräftigt sich das Hoch und verlagert seinen
Schwerpunkt zum Baltikum, während der Trog über dem Westatlantik abtropft. Die
eingeflossene Polarluft erwärmt sich nicht nur durch Absinken, sondern wird auch
durch die südliche bis südöstliche Strömung mit subtropischer Luft aus dem
Mittelmeerraum verdrängt. Dadurch zieht die 15-Grad-Isotherme am Mittwoch über
die Südwesthälfte Deutschlands. Bis Donnerstag zieht das blockierende Hoch
weiter nach Nordskandinavien, während das atlantische Cut-Off-Tief nach Osten
hin an Raum gewinnt und sein Zentrum nach Großbritannien verlagert. Wir gelangen
dabei wieder auf die Vorderseite des Langwellentroges, wobei zunehmend feuchtere
Luft herangeführt wird. Der Westen gelangt dabei zusehends unter Trogeinfluss,
wodurch sich dort im Südwesten bereits am Dienstag, im Westen ab Mittwoch noch
vereinzelt und am Donnerstag eventuell verbreitet teils schwere Gewitter bilden
können. Die 20 °C-Isotherme auf 850 hPa stößt dabei am Donnerstag wieder bis zur
Mitte Deutschlands vor.

Zum Ende der Woche zieht sich das Hoch unter Abschwächung immer weiter nach
Nordosten zurück. Dabei kann die Kaltfront des Cut-Off-Tiefs mit schweren
Gewittern auf Deutschland übergreifen und die subtropische Luft wird zum
Wochenende hin ausgeräumt.

Anschließend zonalisiert die Strömung über Mitteleuropa deutlich, wodurch sich
eine mäßig warme Westwetterlage ergibt.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der gestrige Sprung im IFS hin zu einem erneuten Warmluftvorstoß unter einer
Hochdruckwetterlage ab Beginn der neuen Woche, hat sich mit den vergangen beiden
Läufen weiter verfestigt.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Auch die anderen Globalmodelle, einschließlich der KI-Modelle, sehen die Lage
ähnlich. Einige Unterschiede gibt es bei der Lage und Intensität des Tiefs über
Großbritannien zum Ende der Woche sowie den damit verbundenen Unsicherheiten
bezüglich des Kaltfrontdurchgangs und der
Gewitterentwicklung.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

steigendem Geopotenzial einher. Am Donnerstag wird das ENS-Mittel in der Mitte
und im Süden wieder die 20 °C-Marke in den 850 hPa-Temperaturen erreichen. Zum
Ende der Woche zeigen alle ENS-Mitglieder einen abrupten Temperaturabfall bei
gleichzeitig steigenden Niederschlagssignalen.

Nachfolgend zeigen alle Cluster eine Westwetterlage für Mitteleuropa.

Fazit: Die Lage ist erstaunlich eindeutig. Die Troglage endet zu Beginn der
neuen Woche, zunächst bleibt es nur mäßig warm. Bis Donnerstag erfolgt dann eine
stetige Erwärmung bis hin zu erneuter Hitze. Außer im Südwesten überwiegt der
Hochdruckeinfluss. Abgesehen von einzelnen Gewittern im Südwesten, Westen und am
Alpenrand sind erst wieder am Donnerstag bzw. Freitag mit Durchgang der
Kaltfront signifikante Niederschläge in der Fläche zu erwarten. Dabei ist eine
Schwergewitterlage durchaus möglich.

Danach gilt eine mäßig warme, wechselhafte Westwetterlage als wahrscheinlichste
Lösung.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Dienstag kann es im Südwesten und am Alpenrand, am Mittwoch auch im Westen,
zu einzelnen kräftigen Gewittern kommen. Trotz guter Scherung bleiben die
simulierten CAPE-Werte jedoch begrenzt.

Mit dem Durchgang der Kaltfront am Donnerstag oder Freitag sind dann wieder
kräftige Gewitter zu erwarten. Auch hier ist das CAPE der limitierende Faktor.
Ob es zu einer Schwergewitterlage mit mehreren größeren mesoskaligen konvektiven
Systemen kommt, ist derzeit noch zu unsicher.

Basis für Mittelfristvorhersage
ICON, IFS, MOSMIX ab Freitag IFS-ENS-Mittel

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christian Herold