S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 13.08.2026 um 10.30 UTC

Anfangs in der Südhälfte teils kräftige Gewitter und schwülwarm, nachfolgend
unbeständig, zeit- und gebietsweise Regen. Im Süden sommerlich warm, im Norden
kühler.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 20.08.2026

Zu Beginn der Mittelfrist am Sonntag befindet sich ein Trog über der
Norwegischen See und Nordeuropa, der bis nach Mitteleuropa reicht.
Korrespondierend dazu fungiert ein Bodentief über Skandinavien, dessen Kaltfront
Deutschland zweiteilt. In den Norden ist deutlich kühlere und trockenere Luft
eingeflossen, während im Süden und in der Mitte weiterhin die feuchtwarme Luft
liegt. Dort erwartet uns ein Tag mit Schauern und Gewittern, die örtlich auch
unwetterartig ausfallen können. Unklar ist noch, wie aktiv die Kaltfront selbst
ist. Zumindest von ICON wird konsistent mehrstündiger, teils gewittriger
Starkregen simuliert, was die anderen Modelle so nicht auf der Agenda haben.
Während es im Süden mit um 30 Grad nochmals heiß wird, sickert im Norden schon
deutlich kühlere Luft ein, mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad.

Bis Montag amplifiziert sich der Trog noch etwas und das Bodentief zieht langsam
nach Finnland. Die Kaltfront kommt über Deutschland nur zögerlich nach Süden
voran, sodass in den Resten der feuchtwarmen Luft erneut mit gewittrig
durchsetztem Starkregen zu rechnen ist. In der Nordhälfte gibt es hingegen einen
Mix aus Sonne und Wolken, einzelne leichte Schauer sind aber auch dort nicht
ausgeschlossen. Die 10-Grad-Isotherme liegt etwa über der Mitte Deutschlands.
Südlich davon sind sommerliche 25 bis knapp 30 Grad zu erwarten, in der
Nordhälfte ist es mit 20 bis 25 Grad kühler.

Am Dienstag verlässt uns die Trogachse ostwärts und es stellt sich über
Deutschland eine glattere Westströmung ein. Die Warmfront eines Tiefs südlich
von Island erreicht die Nordhälfte im Tagesverlauf und bringt dort nach
aktuellem Stand auch mal flächigeren Regen. Im Süden halten sich weiterhin Reste
der feuchtwarmen Luft, sodass das Süd-Nord-Gefälle bei der Temperatur bestehen
bleibt. Im Süden bleibt es angenehm sommerlich warm (>25 Grad), im Norden eher
schon frühherbstlich kühl (<25 Grad).

Am Mittwoch und Donnerstag bleibt uns die westliche Höhenströmung erhalten. Im
Bodendruckfeld sind zunächst mehrere Tiefs von den Hebriden über Polen bis nach
Skandinavien zu finden, am Donnerstag erstreckt sich eine Tiefdruckzone vom
nahen Ostatlantik über die Nordsee bis nach Nordeuropa. Höherer Luftdruck liegt
hingegen weiter südlich. Wie bei einer westlichen Strömung üblich gestaltet sich
das Wetter unbeständig mit zeitweisem Regen. Die Temperaturverteilung bleibt uns
auch weiter erhalten.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz weist bereits zu Beginn am Sonntag deutliche Schwächen auf. Im
gestrigen 12UTC- und heutigem 00UTC-Lauf kommt die Kaltfront deutlich rascher
nach Süden voran, während sie im gestrigen 00UTC-Lauf noch deutlich weiter im
Nordwesten lag. Somit ist noch unklar, welche Gebiete von den Gewittern
betroffen sein werden. Auch in den darauffolgenden Tagen setzt sich die
schlechte Konsistenz fort. Zwar ist allen Läufen gemein, dass Tiefdruckeinfluss
dominiert mit wärmeren Temperaturen im Süden und kühleren Temperaturen im
Norden. Die Details sind aber noch sehr unsicher. Statt der Zonalisierung im
heutigen 00UTC-Lauf wurde in den gestrigen beiden Läufen ein Langwellentrog über
weiten Teilen West-, Nord- und Mitteleuropas simuliert. In dieser Variante käme
die kühlere Luft weiter nach Süden voran und die Niederschläge wären länger
anhaltend mit höheren Regensummen. Es bleibt also noch abzuwarten, wie sich das
Wetter im Detail gestaltet.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bei den anderen Modellen ist zu Beginn der Mittelfrist am Sonntag der
markanteste Unterschied der bereits angesprochene gewittrige, teils auch
ungewittrige Starkregen entlang der Kaltfront, der von ICON konsistent simuliert
wird, aber von den anderen Modellen nicht gestützt wird. Den durchschwenkenden
Trog haben alle Modelle auf der Agenda, ebenso wie die nachfolgende
Zonalisierung, jedoch mit unterschiedlichen Niederschlagsschwerpunkten und
-mengen. Auch beim Süd-Nord-Gefälle der Temperatur sind sich die Modelle einig,
wenngleich mit Unsicherheiten, wie weit die sommerlichen Temperaturen nach
Norden ausgreifen.

FAZIT:
Die Umstellung der Wetterlage mit dem Ende der Hitzewelle und unbeständigem
Wetter bei gemäßigteren Temperaturen ist besiegelt. Dass das nicht geräuschlos
vorübergeht, ist auch klar, somit muss vor allem am Sonntag, im Süden auch noch
am Montag mit Gewittern und gewittrigen Regenfällen gerechnet werden.
Nachfolgend wird es unbeständig mit zeit- und gebietsweisen Regenfällen, die
auch mal flächig ausfallen. Wo und wieviel Regen fällt, wird aber von den
Modellen und Modellläufen nach wie vor unterschiedlich simuliert. Zudem stellt
sich in der kommenden Woche ein Süd-Nord-Gefälle ein. Während es im Süden mit um
25 Grad angenehm sommerlich warm wird, wird es in der Nordhälfte mit unter 25
Grad kühler.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen befinden sich bei der Temperatur von Sonntag bis Dienstag im
freien Fall. Danach fächern die Member deutlich auf, was zeigt, dass noch unklar
ist, wo die Grenze zwischen warmer und eher kühler Luft liegt.

Beim Geopotential wird der Tiefpunkt bereits am Montag erreicht, wobei der
Spread schon ab Montag deutlich zunimmt. Bei den Details gibt es also noch
Unsicherheiten.

Die Niederschläge zeigen, dass es unbeständiger wird, wobei sich zwei Maxima am
Sonntag/Montag und ab Freitag zeigen. Nach einem ausgesprochen nassen
Witterungsabschnitt sieht es eher nicht aus, leicht unbeständig beschreibt die
Situation besser.

Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t120h-168h nur zwei Cluster
angeboten, die beide dem Regime eines „Atlantic Ridge“ zugeordnet werden. Dieser
Rücken erscheint allerdings recht flach und eigentlich wird eine eher zonale
Strömungskonfiguration über der Nordhemisphäre simuliert.

In der erweiterten Mittelfrist (t192h-240h) werden die einzelnen Member dann in
fünf Cluster gruppiert, mit Kontrolllauf in Cluster 4 (7 Member). Teils zeigen
die Cluster eine Fortdauer des „Atlantic Ridge“-Regimes, die Mehrzahl geht aber
in eine negative NAO über. Insgesamt gibt es im Detail schon Unterschiede bei
den Clustern, sodass die erweiterte Mittelfrist noch unsicher ist. Eine Rückkehr
zu einem neuen Blocking scheint aber erst einmal vom Tisch zu sein.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

GEWITTER/STARKREGEN:
Am Sonntag muss vor allem in der Süd- bzw. Südosthälfte Deutschlands mit starken
Gewittern gerechnet werden, die mit Starkregen (Unwetter kleinräumig möglich),
Hagel und teils auch Sturmböen begleitet sein können. ICON zeigte in den letzten
Läufen (im Gegensatz zu den anderen Modellen) auch an der Kaltfront gewittrig
durchsetzten Starkregen, was aus dem gerade eintrudelnden 06UTC-Lauf nun aber
auch rausgerechnet wurde.
Auch am Montag kann es im Süden noch starke Gewitter oder gewittrig durchsetzten
Starkregen geben, der sich zunehmend an die Alpen zurückzieht und sich dort
etwas staut.

WIND:
Wind spielt abseits der Gewitter keine größere Rolle. Durch die Westströmung
wird es nur an der Nordsee windig, zeitweise auch leicht stürmisch mit Böen Bft
8, vor allem ab Mittwoch.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel