S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 06.08.2026 um 10.30 UTC

Weitgehend ausbleibende Niederschläge. Dabei sehr warm bis heiß, nur im Norden
zu Wochenbeginn vorübergehend kühler.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 13.08.2026

Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Sonntag liegt Deutschland vorderseitig
eines Höhentroges mit Drehzentrum im Bereich des Europäischen Nordmeers. Mit der
südwestlichen Strömung gelangt weiterhin heiße Luft nach Deutschland.
Entsprechend liegen die Höchstwerte verbreitet zwischen 30 und 36 Grad. Nur im
äußersten Norden verbleibt die Temperatur knapp unter 30 Grad. Der Trog
korrespondiert im Bodendruckfeld mit einem Tiefdruckgebiet, das mit seinem Kern
nahezu achsensenkrecht unter dem Höhentief liegt. Davon ausgehend reicht eine
Tiefdruckrinne in Richtung Nordostfrankreich und Deutschland. Darin können sich
ausgehend vom Bergland vereinzelt Schauer und Gewitter entwickeln, teils in
Verbindung mit Starkregen. Überwiegend bleibt es aber trocken.

Am Montag schwenkt der Trog ostwärts und die Trogachse überquert uns in der
Nacht zum Dienstag. Damit verlagert sich auch das Bodentief weiter ostwärts über
den Norden Skandinaviens hinweg. Die teilokkludierte Front des Tiefs greift im
Laufe des Montagnachmittags von Nordwesten auf uns über und kommt bis
Dienstagfrüh etwa bis in die mittleren Landesteile voran. Dort verbleibt sie, da
sie über Westeuropa rückläufig wird und schließlich als Warmfront in ein Tief
über dem Atlantik mündet.
Postfrontal gelangt ein Schwall kühlerer Meeresluft in die Nordhälfte des Landes
und die Hitze wird vorübergehend in den Süden und Südwesten zurückgedrängt. In
der Nordhälfte liegen die Höchstwerte am Dienstag dann meist zwischen 22 und 28
Grad mit den niedrigeren Werten im Norden. Unmittelbar an der See ist es noch
etwas kühler.
Mit Frontpassage kann es im äußersten Norden und Nordosten etwas regnen. Weiter
Richtung Süden und Westen zeigt die Front aber wenig Wetteraktivität. Denn nach
Abzug des Troges baut sich über Westeuropa bereits wieder ein Höhenrücken auf
mit einem Bodenhoch, das am Dienstag von der Nordsee und Großbritannien bis nach
Mitteleuropa reicht.
Im Vorfeld der Front kann es am Montag in einer feuchteren und labileren
Luftmasse vor allem im Süden und eventuell noch bis nach Sachsen reichend für
die Entwicklung einzelner Schauer und Gewitter reichen. Am Dienstag sind dann im
äußersten Süden noch konvektive Umlagerungen möglich.

Nachfolgend können sich ab Mittwoch sowohl der Höhenrücken als auch das
Bodenhoch weiter kräftigen. Dabei verlagert sich der Hochschwerpunkt von der
Nordsee allmählich Richtung Ostsee und östliches Mitteleuropa und am Donnerstag
zum Baltikum und Belarus. Damit einhergehend kommt die heiße Luftmasse aus dem
Süden und Südwesten wieder zunehmend in die nördlichen Landesteile voran, sodass
am Donnerstag wieder nahezu landesweit ein heißer oder sehr heißer Tag zu
erwarten ist. Ausnahme bleibt der äußerste Norden.

Darüber hinaus in die erweiterte Mittelfrist hinein nähert sich von Nordwesten
der nächste Höhentrog an. Eine erneute Frontpassage könnte vereinzelt etwas
Regen bringen und die Hitze erneut etwas dämpfen. Flächige Niederschläge sind
aber weiter nicht in Sicht.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des EZMW-Modells kann über den gesamten Vorhersagezeitraum als
gut bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede zwischen den Läufen haben keine
signifikante Änderung des Wetters zur Folge.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Auch beim Modellvergleich ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Die
großräumige Entwicklung wird von den betrachteten Globalmodellen sehr ähnlich
prognostiziert.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen einen
einheitlichen Verlauf. So ist im Verlauf der T850 hPa ein erster Peak am
kommenden Sonntag zu erkennen und dann nach kurzem Temperaturrückgang (der
beispielweise für München kaum ins Gewicht fällt) ein weiterer zum
Donnerstag/Freitag hin.
Der erneute Temperaturrückgang in der erweiterten Mittelfrist wird von den
Membern gestützt, auch AIFS ENS zeigt ihn, wenngleich dieser beim Kontrolllauf
etwas früher einsetzt als bei den Ensemble Membern.
Niederschlagssignale sind äußerst rar und am ehesten am Montag und dann erst
wieder am darauffolgenden Wochenende vorhanden.

Die Clusterung des EZMW weist für die Zeiträume t+72 bis 96 und t+120 bis 168
jeweils drei Cluster auf. Dabei ergeben sich keine Alternativen zu der
beschriebenen Weiterentwicklung.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Signifikant in der Mittelfrist bleibt die extreme Trockenheit gepaart mit der
weitgehend anhaltenden Hitze.

Abgesehen davon kann es am Sonntag vereinzelt im Bergland, am Montag und
Dienstag vor allem im Süden vereinzelt Gewitter geben. In Verbindung damit ist
markanter Starkregen bis 25 l/qm/h wahrscheinlich, auch kleinkörniger Hagel und
Sturmböen Bft 8 bis 9 sind möglich. Lokal sind auch unwetterartige Entwicklungen
aufgrund von heftigem Starkregen nicht ausgeschlossen.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS

VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger