#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Mittwoch, den 05.08.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 05.08.2026 um 10.30 UTC
Weiterhin hochsommerlich, alle paar Tage wechseln sich Trogpassage mit
Hochdruckeinfluss ab.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 12.08.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag befindet sich Mitteleuropa im
Einflussbereich eines umfangreichen Höhenkeils, der sich von Nordwestafrika über
Südwesteuropa und Südeuropa bis nach Deutschland erstreckt. Nördlich und
westlich wird er von einem Langwellentrog mit mehreren Drehzentren und
Randtrögen flankiert. Bodennah liegt ebenfalls ein flaches Hoch mit 1020 hPa
über Deutschland. Die 850 hPa liegen zwischen 5 Grad im Norden und bis 16 Grad
an den Alpen. Unter hochreichenden Hochdruckeinfluss bleibt es trocken und
vielfach sonnig.
Im Laufe des Tages jedoch kann sich der atlantische Trog Westeuropa weiter
annähern und der Keil wird langsam nach Osten gedrängt. Auf der Westflanke des
Hochs strömen nun wieder sehr warme Luftmassen aus Südwesteuropa nach
Deutschland. Neben hoher Bewölkung bleibt es aber weitgehend freundlich und
trocken. Ausgangs der Nacht zu Sonntag liegen die 850 hPa Temperaturen zwischen
12 Grad im Norden und 20 Grad im Südschwarzwald.
Am Sonntag greift ein Randtrog auf Deutschland über, dabei werden die
feuchtwarmen und potenziell instabilen Luftmassen von Südwesten nach Nordosten
geführt. Es bildet sich geringfügig Cape und einzelne Gewitter, aber nach den
Prognosen des IFS sollte dies nicht die „große“ Gewitterlage werden, da weitere
Hebungsantriebe, wie Scherung und starke Höhenwinde fehlen. Weiterhin bleibt es
über Deutschland hochreichend warm, so dass die Labilität sich auch in Grenzen
halten sollte. Es gibt bestimmt ein paar kräftige Gewitter mit Starkregen und
Hagel geben, da die PPW mit Werten zwischen 20 und 35 mm nicht ohne sind.
Unwetter natürlich nicht ausgeschlossen.
In der Nacht zu Montag greift die Kaltfront eines Frontensystem des
Langwellentrogs auf den Nordwesten über. Dabei frischt der Druckgradient auf und
der Wind weht im Nordwesten stark böig aus West. Entlang der Frontalzone
verdichten sich die Wolken und es kann auch konvektiv verstärkt regnen. Evtl.
kann es dabei auch gewittern.
Am Montag greift der Haupttrog auf Deutschland über, hinter der Kaltfront
fließen wieder kühlere Luftmassen bis 5 Grad in 850 hPa an der Küste ein. In der
Nacht zu Dienstag gelangt die Frontalzone an die Alpen, dabei bewegt sie sich
aufgrund eines aufwölbenden Keils über Frankreich wieder retrograd nach Norden.
Somit wird dort die warme Luft nicht gänzlich ausgeräumt. Im Vorfeld der
Kaltfront und entlang der Kaltfront können einzelne teils kräftige
Gewitterentwicklungen nicht ausgeschlossen werden. Hauptaugenmerk liegt dabei
bei Starkregen und kleinerem Hagel. WU lokal nicht ausgeschlossen.
Am Dienstag sieht die großsynoptische Struktur aus wie am kommenden Sonntag. In
Deutschland herrscht Hochdruckeinfluss. Es bleibt sommerlich heiß mit
Höchstwerten zwischen 24 Grad im äußersten Norden und 33 Grad am Oberrhein. Über
dem Atlantik nähert sich aber wieder ein Langwellentrog, wobei bei einer
südwestlichen Strömung erneut sehr heiße Luftmassen nach Frankreich gelenkt
werden. Am Mittwoch gelangen diese Luftmassen suggestive auch nach Deutschland,
wenn sich der Trog Europa weiter annähert.
In der erweiterten Mittelfrist zieht der Trog wieder ostwärts ab, wobei es am
Donnerstag verbreitet sehr heiß werden könnte, nachfolgend ist erneut wieder
unklar wie weit die Luftmassengrenze nach Süden vorstoßen kann und ob der Süden
wenigstens eine kleine Verschnaufpause von der Hitze erhält.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der IFS Hauptläufe ist sehr gut, mit meist nur kleinen Varianzen
in der genauen Trog- bzw. Keilkonfiguration simulieren sie in etwa die gleichen
synoptischen Strukturen. Jedoch ergeben sich aus kleinen Varianzen in der
genauen Konfiguration teils große Unterschiede in der Wetterentwicklung und vor
allem in der Temperatur- und Niederschlagsvorhersage.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Im Gro simulieren alle Globalmodelle die gleichen großsynoptischen Strukturen,
jedoch ist die Vorhersage der genauen Trog Konfiguration und der Phase immer
etwas unterschiedlich. Wann welcher Trog oder Keil über uns liegt ist mit
gewissen Unsicherheiten versehen. Sommerlich heiß und weiterhin eher zu trocken
in der Fläche bleibt es aber in allen Globalmodellen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt es 4 Cluster, die meisten zeigen eine neg.
NAO und/oder den atl. Rücken auf. Wirkliche Unterschiede in den Regimes haben
sie alle nicht, da sie sich nur in der Stärke der Tröge und Keile unterscheiden.
Mal kommt die Luftmasse etwas weiter nach Süden, mal nicht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Gewitter:
Mit Trog Passage gibt es am Sonntag und Montag Hinweise auf teils kräftige
Gewitter mit Starkregen und Hagel, die lokal auch mit Unwetter einhergehen
können. Eine flächige Unwetterlage ist aber nicht in Sicht.
Hitze:
Im Laufe der Woche sind wieder verbreitet Höchstwerte über 30, gebietsweise über
35 Grad wahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher