#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Sonntag, den 02.08.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 02.08.2026 um 10.30 UTC
Unbeständiger und etwas kühler, aber weiterhin hochsommerlich.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 09.08.2026
Zu Beginn des Mittelfristzeitraumes am Mittwoch befindet sich Deutschland im
Einflussbereich eines atlantischen Troges der sich vom Nordpol über
Nordskandinavien diagonal bis nach Irland erstreckt. Über Südosteuropa sorgt
hohes Geopotential für ein nicht so rasches Übergreifen des Troges auf
Mitteleuropa. Dennach sind bereits am Dienstag auf der Vorderseite des Troges
sehr feuchte und warme Luftmassen von Südwesten her nach Deutschland
eingeflossen. Dabei nähert sich von Frankreich her eine Kaltfront, die im Laufe
des Mittwochs auf den Norden, später auch Südosten von Deutschland übergreift.
Rückseitig der Kaltfront liegen die 850 hPa Temperaturen um 12 Grad, im
äußersten Südosten etwas über 20 Grad. Entlang der Kaltfront muss gerade im
Laufe des Tagesgang mit teils unwetterartigen Gewittern und teils mehrstündigen
Starkregen gerechnet werden. Die PPWs liegen vor allem im Nordosten und Süden
zwischen 30 und 50 mm. MU Cape ist mit Werten bis 2500 j/kg ebenfalls nicht
wenig, aber nicht mehr ganz so hoch wie am Dienstag.
In der Nacht zu Donnerstag bleibt die feuchtwarme und potentiell instabile
Luftmasse im Südosten weiterhin erhalten. Viel Scherung ist im Südosten aber
nicht zu finden, die Gewittertätigkeit lässt im Allgemeinen nach.
Am Donnerstag kommt die Luftmassengrenze weiter nach Südosten voran, wobei es im
Tagesgang und vor allem am Alpenrand und Südschwarzwald zu konvektiv verstärkten
Regen und erneut zu kräftigen Gewittern kommen kann. Der Langwellentrog greift
auf Westeuropa über wobei immer kühlere und trockenere Luftmassen nach
Mitteleuropa geführt werden. In 850 liegen die Temperaturen im Nordwesten um 7
Grad und im Süden um 17 Grad. Entlang der Frontalzone kann es zu leichten
Wellenentwicklungen kommen. Daher ist es aktuell unsicher, wann genau die
Frontalzone nach Südosten abzieht. Nach dem aktuellen Lauf sollte
Freitagvormittag die wellende Luftmassengrenze abgezogen sein. Im Südosten
bleibt es bewölkt mit und teils regnerisch.
Am Freitag kann der Langwellentrog nun auch aus Südwesteuropa übergreifen und
auch über der Iberischen Halbinsel die Hitze vertreiben. Über der Nordsee fließt
indes höhenkalte Luft mit 500 hPa Temperaturen um -20 Grad ein. Was die Tages
Labilität noch befeuert und für Schauer evtl. auch Gewitter sorgt. Da an der
Trogvorderseite die Höhenwinde recht kräftig sind, könnten mit Tagesgang auch
der Wind im Nordwesten und entlang der Küste eine Rolle spielen. Am Alpenrand
bleibt es meist bewölkt und es kann immer mal wieder regnen.
Am Samstag greift der Langwellentrog auf Mitteleuropa über, die bodennahe
Druckverteilung bleibt aber eher flach. Ein kleinräumiges Tief bildet sich am
rechten Ausgang des Troges über der Mitte Deutschlands, dieses sorgt dafür, dass
im Süden wieder etwas feuchtwärme Luftmassen nach Süddeutschland gelangen. Vor
allem am östl. Alpenrand muss daher erneut mit konvektiv verstärkten Regen
gerechnet werden.
Am Sonntag zieht der Trog nach Polen ab und es kann sich schwacher
Hochdruckeinfluss über Deutschland ausbreiten. Im Norden und Nordwesten sorgen
aber Randtröge weiterhin für wechselhaftes Wetter.
In der erweiterten Mittelfrist greift ein Hochrücken von Südwesten auf
Mitteleuropa über, wobei im Laufe der übernächsten Woche wieder sehr warme
Luftmassen nach Deutschland geführt werden sollen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Anfangs sind die Vorläufe und der aktuelle Lauf sehr konsistent. Jedoch
entwickelt sich der Randtrog über dem Nordostatlantik/der Nordsee etwas anders.
Somit könnten die Niederschläge am Alpenrand am Donnerstag und Freitag etwas
kräftiger und länger anhaltend ausfallen. Dabei kann es auch zu eingelagerten
kräftigen Gewittern kommen. Nachfolgend (ab Samstag) baut sich auch der
Hochdruckeinfluss nicht so stark und schnell wieder auf, wie es im gestrigen
Lauf zu sehen war. Temperaturen bleiben sommerlich, aber nicht mehr so heiß ab
dem nächsten Wochenende wie im Vorlauf.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag ist die Vorhersage der verschiedenen Globalmodelle
recht ähnlich. 2 wesentliche Dinge werden nachfolgend jedoch etwas
unterschiedlich simuliert. Zum einen die wellende Frontalzone am Alpenrand und
die damit verbundenen Niederschläge werden immer wieder etwas anders simuliert.
Mal könnte eine Dauerregenlage anstehen, mal ist es eher normaler Regen mit
konvektiven Verstärkungen. Zum anderen der Verlauf des Randtroges, der nach
Abzug des Haupttroges auf Deutschland übergreift ist ebenfalls recht unsicher.
Jedes Globalmodell hat dabei einer etwas andere Variante, die das Wetter in
Deutschland jeweils etwas anders gestaltet, mal mit mehr oder weniger Gewittern.
Im groben Verlauf weisen die betrachten Globalmodelle aber ein ähnliches Bild
auf.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt es 5 verschiedene Cluster. Der
operationelle Lauf ist mit insgesamt 10 Membern in Cluster 3 zu finden Cluster 1
hat 15 Member. Die meisten Cluster weisen eine positive NAO auf, wobei gerade in
Cluster 1 der Trend zum atlantischen Rücken vorhanden ist. Die Cluster zeigen
jetzt keine deutlichen Unterschiede über Mitteleuropa auf, sondern haben in der
genauen Trogkonfiguration und Phase jeweils leichtere oder größere Unterschiede.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch muss abgesehen vom Nordwesten mit einer verbreiteten
Schwergewitterlage gerechnet werden. Hauptaugenmerk liegt auf dem heftigen,
evtl. auch extremen Starkregen, schwere Sturmböen und größerem Hagel.
Ab Donnerstag gibt es schwache Signale für eine konvektiv verstärkte
Dauerregenlage am östlichen Alpenrand. Diese Entwicklung ist aber sehr unsicher.
Der EFI hat ebenfalls nur schwache Signale und in den DMOS ist ebenfalls nicht
stark enthalten.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher