SXEU31 DWAV 170800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 17.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: HNz, Übergang zu Na
Heute – außer im Nordwesten/Westen – vielerorts kräftige, teils unwetterartige
Gewitter (extreme Entwicklungen bzgl. Starkregen nicht ausgeschlossen).
Am Samstag im Süden, am Sonntag im Süden/Südosten sowie im Nordosten/Norden
weitere Gewitter, überwiegend markant.
An den Küsten am Samstag stürmische Böen möglich.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag… steht ganz im Zeichen einer grundlegenden Wetterumstellung: Die Hitze
wird bis morgen nun endgültig landesweit verdrängt und weicht einer Nord- bis
Nordwestlage mit maritim erwärmter Polarluft, die am Wochenende nach und nach
das gesamt Vorhersagegebiet flutet. Die umgebenden Meere sind allesamt
überwärmt, somit kommt diese Luftmasse auch nicht allzu frisch daher,
entsprechend dürfte sich in den Folgetagen ein angenehmes, überwiegend der
Jahreszeit entsprechendes bzw. maximal nur leicht unterdurchschnittliches
Temperaturniveau einstellen.
Wie so oft (aber nicht immer), erfolgt die Umstellung nicht „geräuschlos“;
bereits in den vergangenen Tagen war ja konvektionstechnisch schon einiges los,
heute schließlich strebt die konvektive Aktivität ihrem Höhepunkt entgegen und
es sind vielerorts unwetterartige, hier und da – wie immer, sehr kleinräumig,
insbesondere bzgl. Starkregen auch extreme Entwicklungen zu erwarten.
Doch nun zur Entwicklung im Detail:
Unser ehemaliges wetterbestimmendes Höhenhoch hat sich inzwischen in zwei Teile
über dem Seegebiet südwestlich von Island und über Osteuropa gesplittet.
Verantwortlich für diesen Vorgang waren einerseits ein Höhentiefdipol mit
Drehzentren aktuell über der nördlichen Biskaya und knapp nördlich der Deutschen
Bucht und andererseits ein Trogvorstoß über dem Nordmeer Richtung Süden. Dabei
wird der Höhentiefdipol über der Nordsee mehr und mehr in den sich etablierenden
Langwellentrog einbezogen und kommt bis zum Abend langsam nordwärts Richtung
Skagerrak voran, während sich der Dipol nordwestlich der Biskaya allmählich
auffüllt. Somit stellt sich über dem Vorhersagegebiet eine sich weiter
amplifizierende, zyklonal konturierte westsüdwestliche Höhenströmung ein.
Im Bodenfeld dominiert aktuell noch eine äußerst flache, amorphe Druckverteilung
mit einer von Nordostfrankreich über Nordwestdeutschland bis zur südlichen
Ostsee reichenden Rinne. Rückseitig dieser Rinne konnte bereits eine relativ
trockene Luftmasse in weite Teile NRWs und Niedersachsens vordringen, so dass
die Nacht dort mit Tiefstwerten von unter 15 Grad angenehm temperiert war. Im
großen Rest des Landes dominiert dagegen eine deutlich feuchtere und auch
potenziell instabil geschichtete Luftmasse subtropischen Ursprungs, innerhalb
derer sich bereits gestern (und auch an den Vortagen) kräftige (in Südwest- und
Süddeutschland auch unwetterartige) Gewitter entwickelten. Bei persistent
vorhandener, wenngleich auch nicht überbordender dynamischer Hebung und
natürlich aufgrund einer gewissen Eigendynamik bei vorhandener MU-Cape
überlebten einige diese Gewittersysteme auch die vergangene Nacht, laufen
aktuell aber in das typische vormittägliche Minimum. In den Vormittagsstunden
betroffen sind noch Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen, der Osthälfte und bis
vor Kurzem auch Nordfriesland in der unmittelbaren Peripherie des Höhentiefs.
Aktuell weist die Rinne noch mehrere Tiefdruckzentren aus, im Tagesverlauf dürft
sich aber ein dank nur schwacher Höhendivergenz ebenfalls nur flaches Bodentief
(„CERRY“) über dem nördlichen Niedersachsen etablieren (Kerndruck knapp unter
1010 hPa), das bis zum Abend langsam Richtung Oder zieht. Dabei bildet es
frontale Strukturen aus, wobei vor allem die Kaltfront in den Fokus gelangt,
trennt diese letztendlich doch die deutlich gemäßigtere Luftmasse im Nordwesten
von der feuchtlabilen Subtropikluft. Am Abend erstreckt sie sich in einem Bogen
etwa von Ostholstein über das östliche und südöstliche Niedersachsen und Ost-
bzw. Südwestfalen bis zur Eifel. Postfrontal kann es zwar vor allem über dem
Weser-Ems-Gebiet auch noch einzelne Schauer und Gewitter geben, diese werden
aber angesichts der marginalen Zutaten maximal von markanten
Begleiterscheinungen begleitet.
Präfrontal hingegen ist die Luftmasse, mal abgesehen vom Südosten Bayerns (dort
findet durch das föhnige Überströmen der Alpen ein Trockeneinschub statt),
hochreichend deutlich feuchter mit einem Gehalt an niederschlagbarem Wasser von
30 bis 40 mm, im Bereich lokaler Feuchteflusskonvergenzen auch mehr. Vor allem
in Regionen mit längeren sonnigen Abschnitten können innerhalb der im
Tagesverlauf verbreitet „ungedeckelten“ Luftmasse durchaus auch mehr als 1000,
in der Osthälfte gebietsweise auch um 1500 J/kg ML-Cape generiert werden.
Als Trigger für neue Auslöse dienen dabei natürlich die bereits existierenden
Systeme bzw. deren Outflow-Boundaries im Zusammenspiel mit der Orographie. Das
erschwert die Detailprognosen natürlich ungemein. Dennoch lassen sich mehrere
Schwerpunktsregionen konvektiver Aktivität herausarbeiten:
Im Fokus steht dabei einerseits quasi die gesamte Osthälfte. Die
Scherbedingungen sind dort eher schlecht für organisierte konvektive Aktivität,
lediglich bodennahe Richtungsscherung ist mit den südöstlichen Winden vorhanden.
Die aktuellen Schauer und Gewitter dort dürften sich in den kommenden Stunden
erst einmal Richtung Polen verabschieden und zumindest für einige Stunden kommt
dann die Sonne durch. Nach Lesart der ICON-RUC-Läufe wird dann das aktuell von
Rheinland-Pfalz Richtung Hessen ziehende System ab dem frühen Nachmittag über
Thüringen wieder deutlich aktiviert und kommt über Sachsen-Anhalt Richtung
Sachsen und Brandenburg voran. Auch im Vorfeld bzw. nördlich des Systems
simulieren die Konvektion erlaubenden Modelle ab den Nachmittagsstunden kräftige
Neuentwicklungen. Überwiegend handelt es sich um rasch zu Multizellensystemen
verclusternde Einzelzellen, wobei als Begleiterscheinung eindeutig der
Starkregen im Fokus steht. Die Warnschwellen für Unwetter sind dabei rasch
überschritten, bei Mehrfachtreffen sind auch extreme Unwetter mit mehr als 40
l/m² in kurzer Zeit durchaus in Betracht zu ziehen. Hagel spielt natürlich auch
eine Rolle, vor allem bei frischen Entwicklungen sind auch Korngrößen um 2 bis 3
cm möglich und auch Sturmböen können hier und da auftreten. Es ist davon
auszugehen, dass dort recht verbreitet unwetterartige Entwicklungen auftreten,
so dass sich eine Vorabinformation quasi für die gesamte Osthälfte anbietet.
Eine zweite Schwerpunktsregion stellen die südliche Mitte und der Südwesten, im
Laufe des Abends dann auch der Süden dar. Nach Abzug der aktuellen Gewitter ist
zumindest kurzzeitig mal Einstrahlung gegeben, ICON-D2 simuliert vor allem über
Baden-Württemberg und Bayern bis in die Pfalz und nach Süd- und Osthessen recht
verbreitet 500 bis 1000 J/kg ML-Cape. Ab dem frühen Nachmittag dürfte es dann
rasch zu Neuentwicklungen kommen, vor allem vom Saarland bis zur Pfalz und in
Baden-Württemberg. Diese kommen dann langsam ostnordostwärts voran. Erhöhte
Wahrscheinlichkeiten für unwetterartige Entwicklungen in erster Linie bzgl.
Starkregen – wenngleich auch nicht so verbreitet wie in der Osthälfte – zeigt
I-D2-EPS in einem Streifen vom Saarland über Nordbaden, Süd- und Osthessen,
Unterfranken bis nach Thüringen, aber auch weiter südlich von Südbaden bis nach
Oberbayern. Vor allem entlang und südlich der Donau kommt zudem spätnachmittags
und abends moderate Scherung ins Spiel (0 bis 6 km teils über 20 m/s bei 10 bis
15 m/s LLS). Somit kann es in diesen Regionen durchaus auch einzelne Superzellen
mit größerem Hagel (3 bis 5 cm) und Sturm- bis Orkanböen geben. Die Konvektion
erlaubenden Modelle simulieren allerdings nur vereinzelte, isolierte
Entwicklungen, so dass sich eine Vorabinformation für diese Regionen zumindest
am Vormittag noch nicht aufdrängt.
Vor allem im Nordwesten kann auch für längere Zeit die Sonne scheinen und die
dorthin advehierte Luftmasse ist mit T850 hPa von etwa 10 bis 13 Grad noch so
warm, dass es für Maxima zwischen 23 und 28 Grad reicht, lediglich an der
Nordsee bleibt es bei auflandigem Nordwestwind kühler. Im Rest des Landes ist es
sehr schwül bei Höchstwerten zwischen 25 und 29, mit etwas Sonne auch 30 bis 31
Grad.

In der Nacht zum Samstag wird unser Höhentief endgültig in den Langwellentrog
mit einbezogen und dessen Trogachse schwenkt über das Vorhersagegebiet hinweg
ostwärts. Dahinter stellt sich eine leicht flatternde westnordwestliche
Höhenströmung ein, in die weitere kurzwellige Randtröge eingebettet sind.
Das Bodentief zieht nordostwärts Richtung Südschweden und kann sich noch weiter
vertiefen. Die Kaltfront kommt langsam südostwärts voran, überquert die
Osthälfte komplett und gerät über Süddeutschland ins Schleifen. Präfrontal
kommen die Gewitter nach Osten voran, in der Osthälfte dürfte das Gröbste bis
zum späteren Abend raus sein. Länger dauert es noch im Süden, wo I-D2, aber auch
die ICON-RUC-Läufe mit Durchschwenken der Trogachse im laufe der Nacht von
Frankreich her noch einmal eine zweite „Gewitterwelle“ auf der Agenda haben.
Anfangs sind auch durchaus unwetterartige Entwicklungen mit von der Partie, in
der zweiten Nachthälfte dürften diese eher die Ausnahme darstellen, wenngleich
aber auch nicht ausgeschlossen. Ob dieser zweite Gewitterschwerpunkt auch noch
Oberfranken oder gar das Vogtland und Erzgebirge erfasst, ist noch unklar.
Zumindest Super-HD hat ein solches Szenario in petto.
Ansonsten stellt sich eine rasche Wetterberuhigung ein; die Wolken lockern auf
und es bleibt meist trocken. Vor allem über Norddeutschland etabliert sich eine
recht markante Absinkinversion in etwa 850 hPa, so dass sich dort vielerorts
Stratocumulusbewölkung ausbreitet. Gleichzeitig verschärft sich an der
Südwestflanke des abziehenden und sich verstärkenden Bodentiefs der Gradient,
morgens kann es im Nordseeumfeld steife Böen aus Nordwest geben.
Im Osten und Süden bleibt es nachts noch mild mit Minima zwischen 19 und 15
Grad. Sonst wird es angenehm frisch mit Tiefstwerten zwischen 17 und 12 Grad.

Samstag… überquert an der Westflanke des Langwellentroges ein markanter
Randtrog die Nordsee südwärts und erreicht abends den Nordteil der Deutschen
Bucht. Im Zuge der Trogpassage kommt es in etwa über dem Skagerrak zu einem
Cut-Off. Über dem Vorhersagegebiet dreht die Höhenströmung wieder zurück auf
West bis Südwest, wodurch die Kaltfront des langsam zur mittleren Ostsee
ziehenden Tiefs „CERRY“ eine zunehmend höhenströmungsparallele Komponente
bekommt und über Süddeutschland quasistationär bleibt. Vor allem entlang und
südlich einer Linie Nordschwarzwald-Oberpfälzer Wald bleibt die Luftmasse
instabil geschichtet, allerdings gehen die PPWs durch das zunehmende Entrainment
trockenerer Luftmassen von Norden her auf unter 30 mm zurück.
Ja nach Einstrahlung nach Abzug der nächtlichen Gewitter können dort
gebietsweise nochmals mehr als 500 J/kg ML-Cape generiert werden und im
Tagesverlauf kommt es innerhalb der kaum gedeckelten Luftmasse erneut recht
verbreitet zu Gewittern. Diese fallen allerdings angesichts der nur noch
moderaten Zutaten um ein/zwei Stufen schwächer als am Vortag aus mit meist
markanten Begleiterscheinungen (Starkregen um 20 l/m², Hagel 1 bis 2 cm,
stürmische Böen), einzelne Unwetter bzgl. Starkregen und Hagel können dennoch
nicht komplett ausgeschlossen werden.
Postfrontal wird die maritim erwärmte Polarluft in mehreren Staffeln ins
Vorhersagegebiet advehiert. Für Schauer oder gar Gewitter ist diese zumeist
nicht hochreichend genug, lediglich in den mittleren Landesteilen, etwa von
Rheinland-Pfalz bis ins Vogtland, simulieren einige Modelle noch kurze,
überwiegend ungewittrige Schauer. Nach Norden zu bleibt nach wie vor eine recht
markante Absinkinversion in etwa 800 hPa erhalten. Darunter hält sich vor allem
im Nordwesten teils recht dichte Stratocumulusbewölkung, so dass die Sonne kaum
zum Zuge kommt. Ansonsten lockern die Wolken auch mal stärker auf, im Bereich
eines vorstoßenden Keils des kräftigen Hochs über dem Atlantik (über 1030 hPa
südlich von Island) scheint vor allem im Südwesten auch länger die Sonne.
Die 850 hPa-Temperatur sinkt auf Werte zwischen 5 Grad im Nordwesten und 12 Grad
am Main, südlich davon noch etwas darüber. Somit bewegen sich die Maxima im
Norden und Nordwesten meist zwischen 18 und 23 Grad, sonst zwischen 22 und 27
Grad, am Oberrhein vielleicht auch knapp darüber.
Anzusprechen bleibt noch die Windentwicklung über Norddeutschland. Neben „Cerry“
etabliert sich über Südschweden ein weiteres Bodentief, an dessen Westflanke ein
markanter Bodentrog von Norden her langsam Richtung Dänemark und Kattegat
geführt wird. Dadurch verschärft sich der Gradient über Norddeutschland weiter
und es treten an den Küsten sowie im angrenzenden Binnenland, eventuell auch
noch im Harzvorland recht verbreitet steife Böen aus West bis Nordwest auf. An
exponierten Küstenabschnitten sowie auf dem Brocken kann es auch einzelne
stürmische Böen geben, ebenso auf exponierten Alpengipfeln.

In der Nacht zum Sonntag zieht das Cut-Off-Tief langsam zum Kattegat und der
zugehörige Trog schwenkt in den Nordwesten bzw. Westen Deutschlands. Das
Bodentief über Südschweden kommt ein wenig nach Westen voran, an dessen
Westflanke greift von Norden her Okklusion mit einem „abgehobenen“
Warmluftkörper auf Schleswig-Holstein und die Deutsche Bucht über. Neben
schauerartigen Regenfällen kann es dabei auch einzelne Gewitter geben, am
ehesten im Nordseeumfeld bis in den Hamburger Raum, wobei lokal eng begrenzt
auch Starkregen nicht ausgeschlossen ist. Der Gradient fächert nur langsam auf,
im Binnenland nimmt der Wind aber rasch ab. An den Küsten, insbesondere der
Nordsee kann es aber nach wie vor steife, exponiert stürmische Böen geben, auch
abhängig von der noch unsicheren Geometrie des Bodentroges.
Die Meeresluftmasse kommt im Laufe der Nacht zwar weiter nach Süden voran, so
ganz kann sie aber die noch instabile Luftmasse über dem Süden bzw. Südosten des
Landes nicht verdrängen und mit Annäherung der Trogachse kann dort auch etwas
dynamische Hebung generiert werden. Somit wird die schleifende Kaltfront wieder
etwas aktiviert und es treten dort bzw. präfrontal gebietsweise schauerartige
Regenfälle auf (etwa von der Pfalz bis nach Oberfranken und Ostsachsen), dabei
sind auch kurze Gewitter möglich.
Zwischen Kaltfront und der Okklusion im Norden bleibt es dagegen aufgelockert
bewölkt und trocken, auch im Südosten Bayerns sowie an den Alpen sollte es
weitgehend trocken bleiben. Die Nacht fällt überall angenehm temperiert aus mit
Minima zwischen 16 und 10 Grad, im Südwesten vielleicht noch etwas milder, in
einigen Tälern der zentralen Mittelgebirge dagegen etwas darunter.

Sonntag… verlagert sich unser Höhentief allmählich Richtung südliche Ostsee,
das Bodentief über Südschweden kommt zum Kattegat voran und füllt sich langsam
auf. Die Trogachse überquert im Tagesverlauf das gesamte Vorhersagegebiet
südostwärts, dahinter stellt sich eine nordwestliche, im Norden eher nördliche
Höhenströmung ein. An der Westflanke des Tiefs kommt die Okklusion mit
schauerartigen, teils gewittrigen Regenfällen südostwärts voran und erfasst
neben Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch noch weite Teile der Osthälfte
des Vorhersagegebietes. Kleinräumig kann innerhalb der Gewitter auch mal
Starkregen auftreten, in der Fläche kommen aber meist weniger als 10 l/m² bis
zum Abend zusammen, am ehesten in Niedersachsen auch mehr. Der Wind frischt im
Norden und Osten auch landeinwärts wieder auf, hier und da kann es steife Böen
geben, an exponierten Küstenabschnitten auch stürmische Böen. Die räumliche
Verteilung der Böen ist aber noch unklar, da die Geometrie des Bodentroges noch
unterschiedlich simuliert wird.
Die nach wie vorm über dem Süden und Südosten des Landes schleifende Kaltfront
nimmt erst mit Trogpassage an Fahrt auf und hat bis zum Abend nun endgültig auch
den Südosten Bayerns überquert. Präfrontal und mit Frontpassage kann es dort
neben Schauern auch wieder Gewitter geben, begleitet von Starkregen und
kleinkörnigem Hagel. Bei nun sehr günstigen Scherungsbedingungen sind
linienförmig organisierte Systeme vorstellbar, dann können durchaus auch
Sturmböen auftreten.
Postfrontal sinkt die 850 hPa-Temperatur nun auch im Süden ab und schwankt
abends zwischen 4 Grad im Nordwesten und 10 Grad an den Alpen. Im Westen und
Südwesten sowie in den mittleren Landesteilen bleibt es meist trocken und vor
allem im Südwesten bleibt der Hochkeil wirksam mit viel Sonnenschein, während es
im Nordwesten und Norden meist stark bewölkt bleibt. Die Höchsttemperaturen
erreichen entsprechend Werte zwischen 17 Grad im Nordseeumfeld und 24 Grad an
Oberrhein und Neckar.

Modellvergleich und -einschätzung

Der grobe Fahrplan steht, die großräumige Entwicklung wird einheitlich
simuliert.
Im Detail ergeben sich naturgemäß vor allem bzgl. der Verteilung und Intensität
der konvektiven Niederschläge auch für heute noch gröbere Differenzen, wobei der
Schwerpunkt bzgl. Unwetterpotenzial eindeutig in der Osthälfte liegt. Für diese
Regionen wurde bereits eine Vorabinformation ausgegeben.
Auch in der Mitte bzw. im Süden ist hier und da mit unwetterartigen
Entwicklungen zu rechnen, jedoch nach Lesart der aktuell vorliegenden Modelle
nicht so verbreitet. Sollten die I-D2- und vor allem auch die I-RUC-Läufe jedoch
auch dort deutlichere Signale liefern, ist eine Ausweitung der Vorabinfo nicht
ausgeschlossen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff