#SXEU31 #DWAV140800 #SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Sonntag den 14.06.2026 um 08 UTC
SXEU31 DWAV 140800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 14.06.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
NW z
Im Norden und im Bergland heute sehr windig. Im Nordosten kurze Gewitter mit
stürmischen Böen. Am Montag im Nordosten windig. Am Dienstag einzelne Gewitter
mit Starkregen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Sonntag… liegen wir unter einer zyklonalen nordwestlichen Strömung, am Rande
eines hochreichenden Tiefs über der Ostsee. Damit gelangt recht kühle, im Süden
mäßig warme Luft zu uns, die vor allem im Nordosten, aber auch am Alpenrand
instabil geschichtet ist. Hoher Druck, bzw. Geopotential halten Abstand und sind
über West- und Südwesteuropa zu finden.
In die Strömung sind kurzwellige Trögen eingelagert, die mit ihren PVA Maxima
Hebung auslösen, die über der Mitte und dem Süden zum einen schwächer ausfällt,
zum anderen durch Kaltluftadvektion gebremst wird. Dennoch bilden sich über der
Mitte noch einzelne Schauer, im Norden, wo die Labilisierung stärker greift,
sind die Schauer häufiger und auch kurze Gewitter möglich.
Dort wo die Labilität am größten ist, hat die Scherung nachgelassen. Dank des
Gradienten, auch wenn der Organisationsgrad nicht mehr so gegeben ist, sind in
Konvektionsnähe stürmische Böen möglich, in der Nordosthälfte aus dem Gradienten
heraus Windböen 7 Bft, exponiert vereinzelt 8.
Auch im Süden, besonders entlang der Alpen, sind mit Leitplankeneffekt Windböen,
exponiert stürmische Böen aus West zu erwarten. Dazu kommen noch die etwas
stärkeren Böen an der See und im höheren Bergland, dort teils bis 9 Bft.
Dass die Südwesthälfte ruhiger und freundlicher davonkommt, liegt dann aber doch
an der zumindest relativen Nähe zur Hochdruckzone über Westeuropa. Im Südwesten
scheint sogar längere Zeit die Sonne, im Nordosten ist sie Mangelware. Die
Temperaturen pendeln sich zwischen 17 und vereinzelt 25°C an Ober- und Hochrhein
ein.
In der Nacht zum Montag ändert sich an der Gesamtkonstellation nichts
wesentliches. Die Schauer lassen nach; der West- bis Nordwestwind ebenfalls.
Windig bleibt es an den Küsten (Bft 7-8) und auf einigen exponierten Berggipfeln
(Bft 8-9).
Montag… zieht der Tiefschwerpunkt zum Baltikum und der Höhenrücken kommt von
Westen bis in die Nordsee voran, was die Bildung eines Hochs über der
Südwesthälfte Deutschlands zur Folge hat. Die Nordosthälfte sieht von der
Höhenströmung noch zyklonaler aus mit kurzwelligen Trögen. Die Zufuhr der leicht
unterkühlten bis mäßig warmen Meeresluft setzt sich fort, allerdings kommt sie
im Südwesten zur Ruhe und beginnt sich (etwas) zu erwärmen.
Die Labilität und Feuchte nimmt auch im Nordosten ab, sodass die leichte Hebung
nicht mehr viel ausrichtet. Es treten noch einzelne schwache Schauer auf, für
Gewitter reicht es wahrscheinlich nicht mehr.
Allerdings bleibt der Wind ein Thema. Der Gradient und der Tagesgang bringen von
den Küsten bis zur Lausitz wieder steife Böen aus West, an der See und auf
Brocken und Fichtelberg auch mal 8 Bft.
Die sonnigen Bereiches weiten sich im Südwesten etwas aus. Im Norden und
Nordosten überwiegen die Wolken. An der Temperaturspanne ändert sich nicht viel,
der Raum mit >20°C wird etwas größer.
Von Westen her nähern sich dann aber schon die Ausläufer eines Tiefs über dem
Atlantik, die mit WLA und kurzwelligen Trögen den Rücken überlaufen.
In der Nacht zum Dienstag greifen diese dann auf Westdeutschland über und
bringen ganz im Westen leichten Regen. Die vorlaufende hohe und mittelhohe
Bewölkung kommt bis in den Osten voran. Da sich das Tief über der Ostsee
abschwächt, wird die Druckverteilung zusehends flacher und der Wind lässt nach.
Am längsten ist es noch an der Ostsee windig mit steifen Böen, die zum
Dienstagmorgen aber auch dort wohl vorbei sein dürften.
Dienstag… regeneriert sich der Höhenrücken über Westeuropa, wird dabei aber
weiterhin von WLA und kurzwelligen Troganteilen überlaufen, die bei uns Hebung
auslösen. Hinzu kommt ein Bodentrog, der sich von Westen her nähert und
übergreift und in den auch ein kleinräumiges und flaches Tief eingelagert sein
kann.
Mit der in der unteren Troposphäre auf West drehenden Strömung wird sehr feuchte
und leicht instabile Luft advehiert. Die PPW Werte steigen auf mehr als 30 mm,
die Grenzschichtfeuchte auf ca. 10 g/kg. Dabei kann sich tagsüber, trotz des in
großen Landesteilen wolkigen Wettercharakter etwas Cape aufbauen. Neben dem
gelegentlichen Regen, der sich über die Mitte nach Osten ausbreitet, sind auch
einzelne Gewitter möglich, die angesichts des steigenden Wassergehalts mit
Starkregen verbunden sein können.
Mit der Zufuhr der warmen Luft (in 850 hPa im SW bis 15°C) steht im Westen und
Südwesten gebietsweise ein Sommertag an, am Oberrhein wird vielleicht auch die
30°C angekratzt. Der Norden wird von der warmen Luft noch nicht erreicht und es
bleibt ganz im Norden bei unter 20°C.
In der Nacht zum Mittwoch greift der Höhenrücken zwar auf Deutschland über, mit
der niedertroposphärisch westlichen Strömung wird weiter sehr feuchte (PPW >35
mm) und wolkenreiche Luft in den Norden und die Mitte geführt und gerade über
Nordwestdeutschland kann es leicht regnen. Je weiter nach Süden es geht, desto
mehr trocknet es ab und gerade über Süddeutschland stehen die Chancen auf
Auflockerungen oder geringe Bewölkung besser. Warnrelevantes Wetter steht nicht
an, weil es da, wo es die Hebung und Regen gibt, stabilisiert.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren im synoptischen Scale ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner