#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Freitag, den 10.04.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 10.04.2026 um 10.30 UTC
Anfangs unbeständig, im Wochenverlauf Wetterberuhigung. Keine markanten
Entwicklungen.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 17.04.2026
Am Montag, dem ersten Tag des Mittelfristzeitraums, liegt ein blockierendes Hoch
über Skandinavien. Dagegen läuft ein Trog vom Atlantik an, der ins westliche
Mittelmeer abtropft. Über Mitteleuropa hat sich eine Tiefdruckrinne etabliert,
unter deren Einfluss gebietsweise Regen fällt. Zum Teil anhaltend, aber ohne
warnwürdige Mengen. Auch einzelne Gewitter sind nicht ausgeschlossen. Am ehesten
trocken bleibt es in den östlichen Landesteilen in warmer Luft bei bis zu 20°C,
bei Dauergrau und Regen werden es im Südwesten nicht viel mehr als 10°C. Der
östliche Wind frischt im Norden und Osten auf, einzelne Böen 7 Bft inklusive, im
Westen kommt der weitaus schwächere Wind aus Nordwest.
Am Dienstag beginnt sich eine Brücke zu bilden, ausgehend vom Hoch über
Skandinavien zu hohem Druck über Südwesteuropa und dem mittleren Nordatlantik.
Der Druck steigt dann auch über Deutschland, die Rinne ist aber mitnichten weg
und vom Resttrog über der Nordsee in die Rinne ziehen sich Feuchtefelder, die
auch noch mit etwas Regen oder Schauer verbunden sein können. Insgesamt lässt
die Regenneigung aber wohl nach. Die Temperaturen gleichen sich an und ein paar
zaghafte 7er Böen aus Ost sind im Nordosten anzutreffen.
Am Mittwoch kräftigt sich die Hochdruckbrücke über Nordwesteuropa, wobei
Mitteleuropa unter einer (schwachen) nördlichen Höhenströmung zwischen einem
Keil über Frankreich und einem Höhentief über der Ukraine liegt. Von der Rinne
bleibt nicht viel mehr als eine leicht zyklonale Kontur der Isobaren über
Deutschland übrig. Wolken und etwas Feuchte über Süddeutschland inklusive. Dort
ist auch etwas Regen oder es sind Schauer möglich, sonst stellt sich wohl
trockenes, recht freundliches Wetter ein.
Am Donnerstag und Freitag schwächt sich der Hochschwerpunkt im Norden
wahrscheinlich ab, dafür tritt ein Neuer über Westeuropa auf den Plan. Die
antizyklonale Dominanz über Mitteleuropa hält sich wahrscheinlich, auch wenn das
nach Ostpolen ziehende Höhentief Ostdeutschland streifen kann und Tiefausläufer
in abgeschwächter Form auf den Nordwesten Deutschlands übergreifen können.
Einige Schönheitsfehler sollten also einkalkuliert werden, wobei die Abläufe
alles andere als sicher sind.
Der ganzen Konjunktive zum Trotz, echt signifikante Wettererscheinungen stehen
nicht auf der Karte.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten Läufe ist höchstens mäßig. Die großräumigen Muster
passen zwar, die Abläufe über Mitteleuropa sind unsicher. Die Vorläufe zeigten
das Höhentief über Osteuropa näher an uns dran mit niedrigerem Temperaturniveau
über Ostdeutschland und der Resttrog sollte in einem zweiten Abtropfvorgang zur
Wochenmitte einen Kaltlufttropfen über Norddeutschland liefern. Dieser ist nun
passé. Zudem sind die schwachen Tiefausläufer der zweiten Wochenhälfte von
Nordwesten alles andere, als in trockenen Tüchern.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Noch bunter wird die Lösungsmenge schauen wir auf die anderen Globalmodelle wie
ICON, GFS und UKMO. Aus dieser Sicht werden die Unsicherheiten noch größer. So
simulieren ICON und GFS am Dienstag einen Kaltlufttropfen über Westdeutschland
mit Schauern und Gewitter, wobei die Bodenrinne ostwärts abziehen soll. Am
Mittwoch tritt in den Lösungen ein buntes Durcheinander von Trögen und
Höhentiefs über Deutschland zu Tage, während nach Wochenmitte die anderen
Modelle den atlantischen Einfluss von Westen (etwas) stärker betonen als das
IFS. Zum Trost auch noch mal an dieser Stelle: Auch die anderen Lösungen deuten
keine markanten Warnlagen an.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Kurven der Temperatur in 850 hPa und des Geopotentials in 500 hPa fächern in
den Rauchfahnen diverser deutscher Städte rasch auf, als Hinweis auf die
bestehenden Unsicherheiten. Für die Temperatur ergibt sich im Median eher eine
Seitwärtsbewegung auf mäßig warmen Niveau, das Geopotential steigt leicht an,
sodass spätestens ab Wochenmitte höchstens sporadische Niederschlagssignale
übrigbleiben. In den 15 Tagen Meteogrammen zeigt die vorherrschende Nord- bis
Ostwindkomponente das andauernde Blocking.
Das wird überdeutlich bei der Clusterung, die ausnahmslos Blockinglösungen
zeigt. Im ersten zeitschritt bis +96h gibt es 3 Cluster, dann bis +168h Einen.
Dieser zeigt eine stark positive Anomalie des Geopotentials über Nord- und über
Teilen Mitteleuropas. Daran ändert sich zur erweiterten Mittelfrist nichts.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Es gibt keine Hinweise auf signifikante Entwicklungen in der Mittelfrist.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner