S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 01.04.2026 um 10.30 UTC

Wechselhaft, am Sonntag teils stürmisch, etwas wärmer

Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 08.04.2026

Die Mittelfrist startet am Samstag mit einem von West nach Ost in allen
Höhenlagen durchschwenkenden Trog samt eingelagertem Frontensystem. Dabei fließt
in die Nordhälfte vorübergehend kalte Luft (0 bis -4 Grad in 850 hPa), während
in der Südhälfte mildere Luft bestehen bleibt. An der Front und unter dem Trog
fällt etwas Regen. Die Schneefallgrenze liegt oberhalb der Mittelgebirgsgipfel.
Der verschärfte Druckgradient sorgt in der Nordhälfte für kräftigen Wind mit
teils steifen und exponiert stürmischen Böen. Ab Mittag dehnt sich am Boden
hoher Luftdruck von Südwesten her aus. Der Druckgradient wird gemindert und der
Wind lässt am Nachmittag und Abend nach. Der die wellende Front überlaufende
Hochdruck sorgt für ein Ausquetschen der feuchten Luft und ein baldiges
Abtrocknen. Der etwas zurückhängende Höhenkeil schiebt in der Nacht zum Sonntag
die kalte Luft nordostwärts. Im Südwesten strömen dann 8 bis 10 Grad in 850 hPa
ein.

Der Hochdruckeinfluss währt aber nicht lang. Bereits in der Nacht zum Sonntag
nähert sich ein Tief den Britischen Inseln, das im Tagesverlauf ostwärts über
die nördliche Nordsee nach Südnorwegen zieht. Damit sinkt auch bei uns der Druck
wieder. Das zum Tief gehörige Frontensystem erfasst uns in den frühen
Morgenstunden von Nordwesten her. Dabei bringt die zunächst aufziehende
Warmfront nur vereinzelt etwas Regen in den Nordwesten und Norden. Die am
Vormittag folgende Kaltfront bringt mehr Regen, wird aber zunehmend zonal, was
die Verlagerung gen Süden deutlich bremst. Am Abend liegt sie voraussichtlich
quer über Deutschland etwa auf einer Linie Berlin – Köln. Dahinter fließt erneut
kalte Luft (bis -4 Grad in 850 hPa) ins Land. Der der Front im Laufe des Tages
zunehmend enteilende Bodentrog sorgt vor allem in der Südhälfte in der zweiten
Tageshälfte für Schauer und Gewitter samt Regen, Graupel und einzelnen
stürmischen Böen. Der zunehmende Druckgradient zwischen dem Tief über
Südskandinavien und hohem Druck über Südwesteuropa sorgt in der Nordhälfte
Deutschlands generell für kräftigen Wind. Dabei sind stürmische Böen, exponiert
und an den Küsten auch Sturmböen wahrscheinlich. Im Laufe des Nachmittags und
Abends lässt der Wind meist wieder nach, nur im äußersten Norden ist der
Gradient noch stärker und der Wind teils stürmisch.
In der Nacht zum Montag liegt die Front zonal auf Höhe Lausitz – Eifel. An ihr
fällt noch etwas Regen, die Intensität und Verbreitung lässt mit zunehmendem
Hochdruck aber nach. Leicht anders sieht es mit den vorlaufenden
Schauern/Gewittern aus. Die konzentrieren sich in der Nacht zunehmend auf die
südlichsten 100 km, mit dabei sind Regen, Graupel und stürmische Böen.

Die Schauer im äußersten Süden halten auch am Montagmorgen noch an, versiegen
aber mit zunehmendem Hochdruck. Das Zentrum liegt in Deutschland. Auf der
Vorderseite (im Norden und Osten) ist es mit nördlichem Wind noch kühl, auf die
Rückseite fließt schon mildere Luft. In der Nacht zum Dienstag setzt sich die
mildere Luft auch weiter im Osten durch. Dann bildet sich eine meridional über
Deutschland verlaufende Hochdruckbrücke, die von Nordafrika bis zur Norwegischen
See reicht.

Am Dienstag verschiebt sich die Hochdruckbrücke leicht ostwärts. Über Westeuropa
amplifiziert sich der Trog eines Tiefs kurz vor Island. Der Bodentrog rückt in
der zweiten Tageshälfte Nahe an Deutschland heran. Ihm entgegen steht aber noch
die Hochdruckbrücke. Ihr folgt in der Höhe ein Keil, der von Afrika bis in die
Nordsee reicht und die zum Tief gehörige Front aufhält. Der Temperaturgradient
in 850 hPa reicht von 13 Grad im Südwesten bis 1 Grad im Nordosten.

In der Nacht zum Mittwoch wird der Keil abgebaut, die Hochbrücke verlagert sich
noch etwas ostwärts und reicht tagsüber von Nordskandinavien über die Ostsee und
Polen bis zum Balkan. Ausgehend vom tiefen Druck über dem Nordatlantik kann sich
eine Tiefdruckrinne von den Britischen Inseln über Benelux, Deutschland und
Frankreich bis nach Spanien und ins westliche Mittelmeer bilden. Sie fängt die
Frontalzone ein. Voraussichtlich am frühen Nachmittag zieht sie in den Westen
Deutschlands. Am Donnerstag schiebt sich vom Atlantik nach Südwesteuropa
ausdehnender hoher Luftdruck die Front über Deutschland hinweg ostwärts. Dabei
gelangen wir wieder in kältere Luft aber nur kurzzeitig unter
Zwischenhocheinfluss. Bereits am Freitag etabliert sich über Westeuropa ein
neuer Trog, der uns in den Nachmittags- und Abendstunden heimsucht.

Fazit: Insgesamt überwiegt der wechselhafte Charakter. Eine störungsfreie
Dauerhochlage ist nicht in Sicht. Immerhin bleiben wir von Sturmtiefs verschont
und es wird wieder wärmer.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Prinzipiell ist eine hohe Konsistenz zwischen den Modellläufen des IFS gegeben.
Der heutige Lauf ist ein kleines bisschen wärmer und es gibt eine 3 bis
6-stündige Phasenverschiebung nach vorn beim Trog am Sonntag. Der Aufbau des
Hochs ab Montag ist in allen Läufen sehr ähnlich. Der Trog über Westeuropa ab
Mittwoch und seine Auswirkungen auf Deutschland sind unsicher, die Modellläufe
weisen kaum noch Ähnlichkeiten auf.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Der Vergleich mit anderen Modellen ergibt anfangs eine hohe Übereinstimmung. Ab
Mittwoch ist die Prognose aber unsicher. ICON lässt den Hochdruckeinfluss länger
bestehen und die Tiefausläufer über Westeuropa verhungern. GFS und IFS
prophezeien Tiefdruckentwicklungen in einer Bodenrinne zwischen zwei
Hochdrucksystemen (Nord- und Südwesteuropa), die die atlantischen Störungen und
wieder kühlere Luft nach Deutschland bringen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Analyse der Cluster ergibt im ersten Zeitschritt (Samstag bis Sonntag)
durchweg NAO+ und in den drei Lösungen keine Unterschiede für Deutschland.
Zeitschritt zwei ergibt in zwei von drei Lösungen mit insgesamt 42 Membern den
Schwenk von NAO+ (Montag) zu Blocking (Dienstag und Mittwoch). Auch hier ist die
Variabilität für Deutschland gering. Auch Cluster drei (9 Member) zeigt für
Deutschland eine blockierende Lage, wenngleich für Europa das Regime auf NAO+
bleibt.
Zeitschritt drei (ab Mittwoch) lässt sich mit „Kraut und Rüben“ am besten
beschreiben. Drei Lösungen (18:18:15 Member), bieten drei Wetterregime: NAO+,
Blocking, NAO-.

Die Rauchfahnen ergeben für die Temperatur in 850 hPa ein Auf und Ab, wobei
Sonntag sowie Dienstag/Mittwoch die Berge markieren und der Montag sowie
Donnerstag/Freitag ein eindeutiges Tal darstellen. Beim Geopotenzial ist ein
leichter und weitgehend stetiger Anstieg bis Dienstag erkennbar, dann gibt es
einen leichten Rückgang. Dabei ist der Spread bis Dienstag recht klein, nimmt
dann aber deutlich zu. Beim Niederschlag lassen sich nur Montag/Dienstag als
weitgehend trocken nennen, an allen anderen Tagen gibt es deutliche Ausschläge.

Die Ensembles des GFS sehen denen des IFS ähnlich, wenngleich das Temperaturtal
am Montag in den südlichen Gefilden Deutschlands nicht so deutlich ausgeprägt
ist.
Auch aus dem ICON-EPS lässt sich nichts anderes ablesen. Bei allen wird die
Unsicherheit nach Mittwoch groß.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Abgesehen von Sonntag, an dem stürmischer Wind im Norden und Gewitter im Süden
wahrscheinlich sind, gibt es keine markanten Wetterscheinungen in der
Mittelfrist.
Der EFI springt beim Wind am Samstag und Sonntag im Norden mit moderaten
Signalen an. Auch die Frühlingsmilde entlockt ihm zarte Signale im Süden und
Südwesten.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, MOS-IFS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn