S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 26.03.2026 um 10.30 UTC

Zunächst wechselhaft mit teils kräftigen Schneefällen an den Alpen. An den
Küsten und im Bergland zu Beginn vorübergehend stürmischer Wind. Ab der
Wochenmitte allmähliche Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 02.04.2026

Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Sonntag erstreckt sich ein schmaler
Höhentrog von Nordeuropa über Deutschland hinweg bis in den westlichen
Mittelmeerraum. Durch einen vom nahen Nordostatlantik vorstoßenden Höhenrücken
beginnt der südliche Teil abzutropfen. Das Trogresiduum schwenkt im Tagesverlauf
allmählich ostwärts über uns hinweg. Im Bodendruckfeld kann sich ein nach
Mitteleuropa reichender Keil des Azorenhochs weiter stärken. So schwächen sich
die Niederschläge im Bereich eines über dem Osten und Süden liegenden
Tiefausläufers weiter ab. Nachfolgend kann es im Trogbereich landesweit noch
vereinzelt Schauer geben. Die Temperaturen bewegen sich meist im für Ende März
normalen Bereich. Im höheren Bergland fällt Schnee.

Bereits in der Nacht zum Montag schwenkt ein weiterer Trog von der Nordsee
kommend in Richtung Deutschland und weitet sich dort tagsüber weiter Richtung
Süden aus. Er verlagert sich im weiteren Verlauf nur sehr langsam ostwärts und
zeigt erneut Abtropftendenzen in Richtung westliches Mittelmeer. Dem Trog
vorgelagert ist ein Frontensystem eines Tiefs bei Island. Es greift mit weiteren
Niederschlägen in der Nacht von Nordwesten auf uns über und erreicht bis zum
Nachmittag auch den Osten und Süden des Landes. Dabei gelangt mit einer
nordwestlichen Strömung weiterhin Meereskaltluft zu uns, sodass in höheren Lagen
auch Schnee fällt. Vor allem an den Alpen deutet sich durch die Staukomponente
länger anhaltender Schneefall an, der bis in den Dienstag hinein anhält.
Markante Neuschneemengen sind wahrscheinlich. Sonst kommt es noch zu einzelnen
Schauern, mitunter auch kurzen Graupelgewittern. In Gewittern, aber auch
generell an den Küsten und in Gipfellagen ist es zeitweise stürmisch.

Ab Mittwoch nimmt auf Basis des EZMW-Modells der Einfluss eines Höhenrückens zu,
der sich von den Britischen Inseln und der Nordsee zunehmend auch in Richtung
Mitteleuropa ausdehnt. Dadurch kann sich auch im Bodendruckfeld der
Hochdruckeinfluss stärken und es bildet sich zum Donnerstag hin ein
abgeschlossenes Hoch über Deutschland aus. So ist auch eine Warmfront, die am
Mittwoch den Norden Deutschlands streift, nur wenig wetteraktiv. In der Mitte
und im Süden sind noch vereinzelt Schauer möglich, der Einfluss des Troges bzw.
mittlerweile Höhentiefs mit Zentrum über dem zentralen Mittelmeer lässt bei uns
aber weiter nach. Entsprechend kommen auch die Schneefälle an den Alpen zum
Erliegen. Am Donnerstag bleibt es schließlich überwiegend trocken.
Das Hoch wandert mit seinem Schwerpunkt von Deutschland in Richtung Baltikum.
Damit einher geht eine leichte Milderung und die Sonnenanteile werden von
Südwesten allmählich größer.

Ein Blick in die erweiterte Mittelfrist in Richtung Osterfeiertage deutet mit
dem heutigen 00 UTC Lauf eine nördliche Westlage an. Somit können zwar zeitweise
Niederschläge übergreifen, dies aber in abgeschwächter Form. Die Temperatur
bleibt auf ähnlichem Niveau.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bis Dienstag kann die Konsistenz des EZMW-Modells als sehr gut bezeichnet
werden. Nachfolgend lässt die Konsistenz nach und auch die Modellunterschiede
nehmen zu. Während bei den gestrigen EZ-Läufen im Bereich eines Troges weitere
Niederschläge auftreten sollten mit Hinweisen auf weitere kräftige Schneefälle
an den Alpen, schwächen sich nun nach dem heutigen 00 UTC Lauf die Niederschläge
durch den Höhenrücken ab der Nacht zum Mittwoch deutlich ab und nachfolgend
bleibt es weitgehend trocken. Entsprechend unterschiedlich ist auch die
Temperaturentwicklung. Nach den gestrigen Läufen lagen die Temperaturen in 850
hPa nahezu deutschlandweit unter 0 oder sogar unter minus 5 Grad. Nach dem
heutigen Lauf erfolgt die erwähnte leichte Milderung zum Ende der Mittelfrist.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die Modellunterschiede sind zunächst nur gering. So wird die Ausprägung des
Troges am Montag leicht unterschiedlich gezeigt, sodass die
Niederschlagsschwerpunkte und Mengen leicht variieren.
Größer werden die Unterschiede ab Dienstag. Während bei EZ der Einfluss des
Höhenrückens zunimmt, erfolgt bei den anderen Globalmodelle ein erneuter
Trogvorstoß in Richtung Deutschland mit weiteren Niederschlägen. Entsprechend
hält auch die Staulage an den Alpen länger an. Auf Basis von ICON, GFS und UK10
schneit es an den Alpen weiter, teils sogar bis in den Freitag hinein. Teilweise
gibt es dabei nochmals Hinweise auf markante Mengen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Ähnlich zur Konsistenzbetrachtung zeigen die Rauchfahnen für ausgewählte
Stationen in Deutschland bis Dienstag einen sehr engen Verlauf der Temperatur in
850 hPa. Nachfolgend nimmt der Spread etwas zu, wobei insgesamt sowohl bei den
Membern als auch beim Kontrolllauf ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist.
Beim Geopotential nimmt der Spread bereits ab Montag zu, was der angesprochenen
unterschiedlichen Ausprägung des Troges geschuldet ist. Nachfolgend zeigt auch
die Mehrheit der Member einen Anstieg. Für Stationen in Süddeutschland und an
den Alpen erfolgt der Geopotentialanstieg allerdings nicht so kräftig. Zudem
tauchen weiterhin Niederschlagssignale auf. Niederschlagsmengen, wie sie von
ICON, GFS und UK10 gezeigt werden, werden nur von sehr wenigen Membern
angedeutet, sind aber dennoch noch nicht gänzlich von der Hand zu weisen.
Diesbezüglich müssen also weitere Modellläufe abgewartet werden.

Die Clusteranalyse zeigt für den Zeitschritt von +72 bis 96 Stunden drei
Cluster, wobei sich für Mitteleuropa keine signifikanten Unterschiede ergeben.
Für den Zeitraum 120 h bis +168 h gibt es vier Cluster. Der Hauptlauf befindet
sich in Cluster 1, in dem auch die meisten Member enthalten sind. Auch die
anderen Cluster deuten auf einen Höhenrücken hin, dessen Achse mal etwas
nördlicher, mal etwas südlicher verläuft. Eine Troglage, die der Lösung der
anderen Globalmodelle ähnelt, ist nicht zu erkennen.

Insofern basiert die Vorhersage auch nach Auswertung der EPS Ergebnisse ab
Mittwoch mehrheitlich auf dem EZMW-Modell.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Montag sind an den Küsten sowie im höheren Bergland Sturmböen Bft 8 bis 9 aus
Nordwest wahrscheinlich. Im Norden und Osten sind einzelne Graupelgewitter
gering wahrscheinlich, teils in Verbindung mit stürmischen Böen Bft 8.
An den Alpen kommen im Tagesverlauf Schneefälle auf, dabei sind teils bis in
tiefe Lagen 10 bis 20, in einigen Staulagen um 30 cm Neuschnee bis Dienstagfrüh
wahrscheinlich.

Am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch treten an den Alpen weitere
Schneefälle auf. Nochmals markante Mengen in 24 Stunden sind aber nur gering
wahrscheinlich. Die Entwicklung ist aber noch unsicher.

Am Mittwoch und Donnerstag sind voraussichtlich keine signifikanten
Wettererscheinungen zu erwarten.

Basis für Mittelfristvorhersage
Zunächst MOS-Mix, ab Mittwoch EZMW und MOS-EZMW, EZMW-EPS

VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger