SXEU31 DWAV 140800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 14.03.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
An den Alpen ab dem Nachmittag bis in den Sonntag vorübergehend stärkerer
Schneefall. Am Montag abwechslungsreiches Aprilwetter mit Graupelgewittern und
Sturmböen auf den Bergen.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag… befindet sich der Vorhersageraum auf der Vorderseite eines stark
amplifizierten Höhentroges, der sich nur langsam ostwärts verlagert und im
Tagesverlauf in das westliche Mittelmeer abtropft. Trogvorderseitig erstreckt
sich eine meridional orientierte Tiefdruckrinne vom Südwesten des Landes über
die Mitte bis in den Nordosten. Darin eingelagert ist eine Kaltfront, die nahezu
parallel zur Höhenströmung verläuft. Aufgrund der fehlenden Schubkomponente
kommt das damit verbundene Niederschlagsband nur langsam ostwärts voran. Die
Niederschläge sind überwiegend postfrontal zu finden, sodass die Kaltfront
Anafrontcharakter aufweist.
Durch den Anafrontcharakter war und ist die Niederschlagsabkühlung sehr
effektiv, was die Schneefallgrenze stark absinken ließ. So sind in den
westlichen Mittelgebirgslagen und im Hochschwarzwald einige Zentimeter Neuschnee
zusammengekommen, und in Ostwestfalen gab es teilweise bis in tiefe Lagen eine
weiße „Überraschung“.
Im Verlauf des heutigen Samstags bewegt sich die Front nur zögerlich ostwärts.
Dadurch bleibt es in Südostbayern und von der Lausitz bis nach Usedom weitgehend
trocken, und gebietsweise zeigt sich noch die Sonne.
Aktuell führt ein kurzwelliger Anteil auf der Trogvorderseite über Benelux zu
einem weiteren Niederschlagsmaximum, das fast die Form eines Kommas annimmt. Die
Niederschläge ziehen langsam nord-nordostwärts und erreichen bis ins Emsland. Da
der kurzwellige Troganteil allmählich verschwindet, lassen die Niederschläge bis
zum Nachmittag nach und werden schwächer. Zuvor können jedoch vor allem am
Niederrhein nochmals bis zu 10 l/m² fallen, wodurch in der Nordeifel noch einige
Zentimeter Neuschnee möglich sind.
Einzelne Gewitter an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden sind nicht
ausgeschlossen, aber nur gering wahrscheinlich, da der Trog samt Höhenkaltluft
noch weiter westlich liegt.
Auch im Hochschwarzwald fallen noch einige Zentimeter Schnee, ehe der Schneefall
am Nachmittag nachlässt. Dann rücken zunehmend die Alpen in den Fokus: Dort
beginnt es in höheren Lagen am Nachmittag zu schneien (von West nach Ost
vorankommend). Bis zum Abend sinkt die Schneefallgrenze allmählich, sodass sich
die schneebedeckten Gebiete weiter ins Vorland ausdehnen. In der Nacht auf
Sonntag halten die Schneefälle an den Alpen an, sodass in den Hochlagen 10 bis
20 cm Neuschnee zu erwarten sind. Auch im Alpenvorland (oberhalb von 600 bis 800
m) können 1 bis 5 cm Neuschnee fallen.
Bei den Temperaturen gibt es große Unterschiede: Präfrontal werden im Südosten
und Osten noch 12 bis 18 Grad erwartet, während in der Eifel nur um 2 Grad
erreicht werden. Auf dem Kahlen Asten oder dem Feldberg im Schwarzwald herrscht
Dauerfrost.
In der Nacht auf Sonntag lockert es von Westen und Nordwesten her stärker auf.
In der feuchten Luft bildet sich rasch Nebel, und die Temperaturen können
gebietsweise bis zum Gefrierpunkt sinken. In den Mittelgebirgen gibt es
allgemein leichten Frost und Glätte. Nach Osten fällt in den Hochlagen noch
etwas Schnee, nach Westen entsteht Glätte vor allem durch überfrierende Nässe.

Sonntag… schiebt sich das Residuum des abgetropften Höhentiefs mit seiner
Höhenkaltluft nach Deutschland. Allerdings ist damit kaum noch Labilität
verbunden, und die Luft ist recht trocken. Abgesehen von Quellbewölkung sind
daher keine konvektiven Umlagerungen zu erwarten. Stattdessen zeigt sich im
Tagesverlauf häufiger die Sonne. In der Südosthälfte liegen noch postfrontale
Feuchtereste der mittlerweile ostwärts abgezogenen Front, jedoch fällt kaum noch
Niederschlag.
Nach Auflösung lokaler Nebelfelder und Anstieg der Temperaturen werden keine
Warnkriterien mehr erwartet. Stattdessen schiebt sich von Westen ein
Zwischenhoch nach Deutschland und sorgt für ruhiges Wetter. Die Höchstwerte
steigen mit Sonne vom Niederrhein bis zum Emsland sowie am Oberrhein auf
zweistellige Werte, im Rest des Landes werden 5 bis 9 Grad erwartet.
In der Nacht auf Montag macht sich ein neues, umfangreiches Trogsystem über
Westeuropa bemerkbar. Dessen Achse greift am Morgen auf den Westen Deutschlands
über und amplifiziert sich stärker. Zum Trogkomplex gehört auch ein Bodentief
mit Zentrum zwischen Schottland und Island. Die davon ausgehende Okklusion liegt
knapp vorderseitig der Trogachse. Die damit verbundenen Niederschläge greifen
von Westen her im Laufe der Nacht auf Deutschland über und erreichen bis zum
Morgen die Mitte des Landes. Bei T850-hPa-Werten im negativen Bereich fällt in
höheren Mittelgebirgslagen Schnee. Es muss mit 1 bis 3 cm, in Weststaulagen mit
bis zu 5 cm Neuschnee bis zum Morgen gerechnet werden. In den Mittelgebirgen ist
allgemein mit Glätte zu rechnen.
Präfrontal kommt es in den Auflockerungsgebieten über der Mitte und dem Osten
des Landes zu Frost. Glätte ist in den Regionen ein Thema, in denen es zuvor
Niederschläge gab.
Der Wind frischt im Laufe der Nacht auf. Im äußersten Westen und im höheren
Bergland muss vereinzelt mit Windböen gerechnet werden, auf Berggipfeln kann es
stürmisch werden. An der Nordsee sind ebenfalls Windböen möglich.

Montag… schiebt sich der Höhentrog nach Deutschland. Er ist mit ordentlicher
Höhenkaltluft angereichert: Die Temperatur in 500 hPa liegt oft unter -30 Grad,
von Norden bis zur Mitte sind bis zu -35 Grad vorhergesagt. Gleichzeitig liegt
die Temperatur in 850 hPa bei 0 bis -5 Grad. Folglich ist die Labilität hoch,
und es kann sich etwas CAPE aufbauen (100 bis 300 J/kg). Rückseitig des skaligen
Regenbandes bilden sich wiederholt Schauer und kurze Graupelgewitter. In den
Hochlagen fällt der Niederschlag als Schnee. Eine größere Akkumulation wird
nicht erwartet, es kann aber vorübergehend glatt werden – auch in Regionen mit
Graupelgewittern.
Als weiteres Warnkriterium ist der Wind zu nennen: Mit dem stärkeren Gradienten
und durch vertikale Umlagerungen muss insbesondere in Verbindung mit stärkeren
Schauern und Gewittern mit Windböen gerechnet werden. In den
Mittelgebirgshochlagen sind Sturmböen möglich. An der Nordsee lässt der Wind
bereits am Vormittag nach und nimmt erst am Abend wieder etwas zu, Warnkriterien
werden aber voraussichtlich nicht überschritten.
Neben den Schauern zeigt sich immer wieder die Sonne. Die Temperaturen
überschreiten jedoch nur vereinzelt und vorübergehend die 10-Grad-Marke – dort,
wo die Sonne länger scheint.
In der Nacht auf Dienstag zieht der mittlerweile stark amplifizierte Trog
allmählich ostwärts aus Deutschland ab. Dadurch und bedingt durch den Tagesgang
lässt die Schaueraktivität rasch nach. Mit der Stabilisierung arbeiten sich von
Westen und Nordwesten größere Auflockerungszonen nach Deutschland vor. Dann kann
sich gebietsweise auch Nebel bilden. Niederschlag fällt vor allem noch im Stau
der Alpen und der östlichen Mittelgebirge (in höheren Lagen als Schnee).
Gegen Ende der Nacht verdichten sich im Zuge eines WLA-Feldes die Wolken im
Westen und Nordwesten wieder.
Unter schwachgradientigem Zwischenhocheinfluss geht die Tagesböigkeit schnell
zurück. Dafür muss verbreitet mit leichtem Frost gerechnet werden – außer im
Norden, Westen und in einigen Ballungszentren. Wo es noch nass ist, kann es
vereinzelt Glätte geben.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle zeigen eine gute Konsistenz im kurzfristigen Vorhersagebereich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer