SXEU31 DWAV 090800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 09.02.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
SEa Übergang zu Ws
Heute im Nordosten und äußersten Norden noch geringfügig Glätte. Dienstagfrüh im
äußersten Südwesten, in der Nacht zum Mittwoch auch wieder im Nordosten
gefrierender Regen gering wahrscheinlich. Ab der Nacht zum Mittwoch in der Mitte
und im Süden im Bereich der Mittelgebirge und evtl. im Allgäu aufkommende
Dauerregen/Tauwetterlage.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag… erstreckt sich weiterhin eine umfangreiche Tiefdruckzone vom
Nordostatlantik über West- und Südwesteuropa hinweg bis in den Mittelmeerraum.
Darin eingelagert sind mehrere Tiefdruckzentren. Demgegenüber steht das Hoch
EMMERAM, das aktuell mit seinem Schwerpunkt über Belarus liegt, sich aber im
Tagesverlauf allmählich südostwärts in Richtung UKRAINE verlagert. Dennoch
bleibt es zunächst noch, verbunden mit einem Höhenrücken in der Höhe, für uns
wetterbestimmend. Das Temperaturgefälle über Deutschland bleibt bestehen. Denn
am Rande des Hochs gelangt mit einer östlichen bis südöstlichen Strömung
weiterhin kalte Kontinentalluft in den Norden und Osten Deutschlands, während in
den Westen und Süden vorderseitig des Tiefdruckkomplexes milderer Meeresluft
herangeführt wird.
Das Wetter gestaltet sich weitgehend ruhig, bzw. beschränken sich die Prozesse
weitgehend auf die Grundschicht. So hält sich vielerorts dichte, oft auch
hochnebelartige Bewölkung. Teilweise lichtet sich auch der dichte Bodennebel nur
sehr zögerlich, insbesondere vom Thüringer Becken bis zum Harz und nach
Westsachsen hinein können sich die niedrigen Sichtweiten den ganzen Tag über
halten. Größere Wolkenlücken ergeben sich im Tagesverlauf am ehesten im
Südwesten und an den Alpen sowie in NRW, aber auch im Lee und somit auf den
Nordwestseiten der Mittelgebirge.
Von Brandenburg bis nach Schleswig-Holstein kann es vereinzelt noch etwas
Niederschlag geben. Meist handelt es sich dabei um Schneegriesel, so geben es
auch die Beobachtungsdaten und Crowdsourcing Meldungen her. Auf Basis der
Soundings ist aber nicht ausgeschlossen, dass hier und da auch gefrierender
Sprühregen mit dabei ist. Bereits im Laufe des Vormittags lassen die
Niederschläge aber weiter nach. Einzig von Vorpommern bis nach SH kann es noch
etwas grieseln oder nieseln, sodass dort ggfs. die Glättewarnungen verlängert
werden müssen.
Die Temperatur bewegt sich zwischen -1 und +4 Grad in der Nordosthälfte, bei
Auflockerungen können im Erzgebirgsvorland auch bis 6 Grad erreicht werden. Im
Westen und Süden werden Höchstwerte zwischen 4 und 9 Grad erreicht, mit den
höchsten Werten entlang des Rheins.

In der Nacht zum Dienstag zieht sich das Hoch noch etwas weiter Richtung
Südosten zurück und von Westen beginnt der Luftdruck zu sinken. Gleichzeitig
beginnt die Höhenströmung über Westeuropa mehr zu zonalisieren mit eingelagerten
flachen Trog-Keil-Mustern, die sich nachfolgend wiederholt von Westen nähern. So
kommt ein erster Randtrog von Frankreich und Großbritannien heran. Dabei nähert
sich, ausgehend von dem Tiefkomplex vor Westeuropa, eine erste Okklusion, die in
den Frühstunden den Nordosten Frankreichs und Belgien erreicht. Vorlaufend zieht
in der Nacht im Westen und Südwesten mehrschichtige Bewölkung auf. Zuvor kann
sich aber dort wie auch generell in der Mitte und im Süden gebietsweise dichter
Nebel bilden. In den Frühstunden können dann von der Eifel über das Saarland bis
zum Oberrheingraben erste geringfügige Niederschläge in Form von Regen
übergreifen. In diesen Regionen bleibt es aber bereits weitgehend frostfrei und
entsprechend sind auch die Belagstemperaturen im positiven Bereich. Einzig in
der Eifel oder auch im Schwarzwald, wo die Temperaturen knapp unter 0 Grad
liegen, besteht eine geringe Gefahr für gefrierenden Regen. Aufgrund der
geringen Niederschlagsmengen sollte aber eine markante Warnung ausreichen, die
dann im Nowcasting ausgegeben werden muss.
In den weiteren Gebieten bleibt es überwiegend trocken, ganz im Nordosten ist
vereinzelt noch etwas Sprühregen oder Schneegriesel möglich und es kann
vereinzelt zu Glätte kommen. Auch sonst ist bei leichtem, an den Alpen auch
mäßigem Frost streckenweise Glätte durch Nebelnässe oder Reif nicht
ausgeschlossen.

Dienstag… schwenkt der erste flache Randtrog langsam über uns hinweg. Die
Okklusion kommt über Deutschland weiter ost-/nordostwärts voran und die
Niederschläge erreichen etwa die Elbe und Ostbayern (IFS zeigt eine langsamere
Verlagerung). Sie bleiben weiter leicht ausgeprägt, sodass die 6-stündigen
Mengen meist unter 1 mm liegen. Bei steigenden Temperaturen nimmt die
Glättegefahr rasch ab. Dabei liegen die Höchstwerte zwischen 6 und 9, an Nieder-
und Oberrhein auch bis 11 Grad und auch in den Nordosten gelangt ein Schwall
milderer Luft und die Temperatur steigt auf Werte zwischen 0 und 4 Grad an.
Bei weiter fallendem Luftdruck nimmt der Druckgradient über Deutschland etwas
weiter zu, warnwürdige Böen sind bis zum Abend aber wahrscheinlich noch nicht zu
erwarten. Dennoch sorgt er dafür, dass die Bewölkung präfrontal im Osten und
Südosten stärker auflockert und sich auch mal längere Zeit die Sonne zeigt.

In der Nacht zum Mittwoch kommt die Okklusion weiter Richtung Norden und Osten
voran (IFS weiterhin langsamer), wo sich die Niederschläge gekoppelt an einen
Kurzwellentrog nochmal etwas verstärken. Meist bleibt es in der Nacht schon
frostfrei, im Nordosten, in einigen Lagen der östlichen Mittelgebirge und auch
im Südosten Bayerns tritt aber nochmal leichter Frost auf. Somit besteht dort
mit einsetzendem Regen die Gefahr von Glatteis. Am ehesten aufgrund der
Niederschlagsraten im Nordosten, dabei kann auch kleinräumig Unwetter nicht
ausgeschlossen werden.
Im Westen und Süden lassen die Niederschläge zunächst nach, bevor dort zum Ende
der ersten Nachthälfte neue Niederschläge aufkommen. Sie gehören zu einem
teilokkludierten Frontensystem eines Tiefs (TAMARA) mit Kern nordwestlich von
Irland, wobei sich im Bereich einer von Großbritannien bis nach
Nordwestdeutschland reichenden Rinne etwa über den Niederlanden ein Teiltief
ausbilden soll. Durch einen von Frankreich hereinschwenkenden weiteren Randtrog
kommt kräftigere Hebung auf und die Niederschläge verstärken sich vor allem über
dem Südwesten. Bis Mittwochfrüh fallen dort gebietsweise Regenmengen zwischen 5
und 15 mm in 12 Stunden, im Schwarzwald auch um 20 mm und im Südschwarzwald gibt
es Signale für markante Mengen um 25 mm. Da die Niederschläge am Mittwoch und
darüber hinaus dort anhalten, ist eine Dauerregenlage wahrscheinlich (siehe
Mittwoch). Sonst liegen die Mengen im Westen und Süden meist zwischen 1 und 5
mm.
In den Frühstunden erreichen die Niederschläge auch den Südosten Bayerns, sodass
dort abermals die Gefahr von Glatteis besteht, wobei sie dann sogar höher ist,
als in Verbindung mit der ersten Okklusion. Zuvor bleibt es in der Mitte und in
weiten Teilen Bayerns auch längere Zeit trocken.
Der Wind legt noch etwas weiter zu, im Hochschwarzwald und auf Alpengipfeln sind
dann Sturmböen (Bft 8, 9) oder schwere Sturmböen (Bft 10) aus Südwest zu
erwarten.

Mittwoch… verlagert sich das Frontensystem über Deutschland hinweg weiter
nordostwärts, bevor schließlich in der Nacht zum Donnerstag eine weitere
Okklusion auf den Südwesten übergreift. Somit regnet es dort mit kurzen
Unterbrechungen weiter. So ergeben sich bis in die Nacht zum Freitag hinein
(Mittelfrist) im Grunde auch noch darüber hinaus Niederschlagsmengen, die auf
Basis von ICON im Stau der südlichen Mittelgebirge und auch im Allgäu (dort
anfangs teils noch Schneefall) Mengen zwischen 40 und 50, im Schwarzwald auch
zwischen 60 und 80 mm, lokal auch darüber in 48 Stunden von Mittwoch 00 bis
Freitag 00 liegen können. Die anderen Modelle sind diesbezüglich deutlich
zurückhaltender. Zumindest für den Schwarzwald gibt es aber auch dort Signale
für markante Mengen. Die EPS Ergebnisse zeigen hohe Wahrscheinlichkeiten im
Bereich des Schwarzwaldes, teils auch für andere Mittelgebirge für markante
Mengen, COSMO-Leps und ICON-EU EPS auch für unwetterartige Mengen im
Schwarzwald. Sonst liegen die Mengen meist zwischen 5 und 15 mm in 24 Stunden
bis Donnerstagfrüh, in Staulagen einiger Mittelgebirge auch um 20 mm.
Generell muss bedacht werden, dass in einigen Höhenlagen noch Schnee liegt und
sich mit den steigenden Temperaturen das Tauwetter verstärkt. Somit erhöht sich
das Niederschlagsdargebot, bzw. könnte es auch im Bereich weiterer Mittelgebirge
für markante Tauwetterwarnungen reichen. Richtung Osten und Nordosten liegen die
Mengen meist unter 5 mm.
Im äußersten Nordosten tritt nochmal leichter Frost auf, sodass dort in der
Nacht zum Donnerstag nochmal Glättegefahr besteht. Sonst verläuft die Nacht
relativ mild.
Mit Übergreifen der Rinne nimmt der Gradient weiter zu mit stürmischen Böen oder
Sturmböen in höheren Lagen und schweren Sturmböen exponiert aus Südwest. Im
Süden und Südwesten kann es teilweise bis in die Niederungen 7er Böen geben.

Modellvergleich und -einschätzung

Die betrachteten Modelle prognostizieren die Wetterentwicklung zunächst recht
ähnlich. Bezüglich der Niederschlagsmengen ab der Nacht zum Mittwoch ergeben
sich noch größere Unterschiede, die bereits im Text angesprochen wurden. Eine
Dauerregen-/Tauwetterwarnung für einige Mittelgebirge und evtl. auch für das
Allgäu scheint aber sicher. Die Entscheidung über die Warnungsausgabe muss dann
morgen getroffen werden.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger