#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Freitag, den 28.02.2025 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 28.02.2025 um 10.30 UTC
Ruhiges Hochdruckwetter, lediglich im Norden vorübergehend leicht wechselhafter
und zeitweise windig. Zum Ende der Mittelfrist voraussichtlich Umstellung der
Wetterlage.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 07.03.2025
Bis mindestens Freitag herrscht über Deutschland Hochdrückeinfluss. Kleine
Einschränkungen gibt es vorübergehend im Norden des Landes.
Am Montag erstreckt sich ein langgezogener Höhenkeil vom Atlantik über die
Britischen Inseln bis ins östliche Mitteleuropa. Dieser stützt eine zonale
Hochdruckzone vom Atlantik über West- bis nach Osteuropa. Die Frontalzone
verläuft über Skandinavien, die sich im Norden des Landes mit Wolkenfeldern
bemerkbar macht. Über Osteuropa und dem Mittelmeerraum sind Tröge und Höhentiefs
aktiv, ohne Einfluss auf unser Wetter. Eine stark abgeschwächte Kaltfront
streift Norddeutschland und bringt, wie oben erwähnt, nur dichtere Bewölkung,
sonst hält sich der Hochdruckeinfluss. Die Biselage im Südwesten schwächt sich
ab, dafür nimmt der Gradient im Norden zu. An der Nord- und Ostsee sind
exponiert steife Böen aus West möglich. Im Norden bleibt es unter den dichten
Wolken frostfrei, ansonsten tritt leichter Frost auf.
Am Dienstag verbleibt der Norden weiterhin am Rande der Frontalzone und die
Ausläufer eines in den Nordosten Europas ziehenden Tiefs streifen den Norden mit
starker Bewölkung und auffrischendem Westwind. An der Nord- und Ostsee werden
Windböen und stürmische Böen wahrscheinlicher. Im großen Rest des Landes hält
die Hochdruckzone die Stellung. Nach der nächtlichen Nebelauflösung scheint
überwiegend die Sonne. Das Absinken zusammen mit der Sonne bringt eine Erwärmung
auf 10 bis 15 Grad, im Norden bleibt es kühler. Die Nachtfrostgefahr nimmt etwas
ab, aber bleibt über der Mitte und dem Süden bestehen.
Am Mittwoch und Donnerstag unterbricht ein Kaltluftausbruch über dem Atlantik
die zonale Hochdruckzone im Westen. Dabei wölbt sich das Hochkeil von
Mitteleuropa nach Norden aus. Somit kann auch der Norden Deutschlands von der
Sonne profitieren. Dabei dreht die Strömung langsam von Westen auf südliche
Richtungen auf und mildere Luftmassen können dabei nach Deutschland advehiert
werden. Die Temperaturen steigen verbreitet auf zweistellige Werte zwischen 10
und 17 Grad an. Am Mittwoch weht noch an den Küsten ein kräftiger Westwind mit
steifen bis stürmischen Böen, ab Donnertag flaut der Wind auch dort ab. Die
Nachtfrostgefahr nimmt weiter ab, lediglich im Südosten tritt noch häufiger
leichter Frost auf.
In der erweiterten Mittelfrist zieht sich das Hoch wohl langsam nach Südosten
zurück. Ob daraus gleich wechselhafteres Wetter resultiert, bleibt abzuwarten.
Am Freitag und voraussichtlich am Samstag kann man auf noch auf das freundliches
und mit 10 bis 17 Grad mildes Wetter freuen. Der Westeuropäische Trog kommt
jedoch immer näher und erste Ausläufer in Form von Wolkenfeldern, vielleicht
auch mit ersten Tropfen, machen sich schon im Westen ab Samstag bemerkbar. Für
eine echte Umstellung muss man dann wahrscheinlich erst auf die Woche darauf
warten. In den Alpen stellt sich Föhnlage ein.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe ist gut. Übereinstimmend wird
Hochdruckeinfluss über den gesamten Mittelfristzeitraum simuliert, lediglich der
Norden liegt am Rande der Hochdruckzone und ist näher an der Frontalzone dran,
die über Skandinavien verläuft. Zur Wochenmitte weitet sich das Hoch durch eine
Austrogung über dem Nordatlantik nach Norden aus, so dass die Strömung langsam
auf Südwest dreht. Der Trog dürfte dann zum Wochenende, also am Ende der
Mittelfrist, langsam aber sicher ostwärts ziehen und zunehmend das Wetter vor
allem in der Westhälfte beeinflussen. Es gibt noch Unsicherheiten, wie schnell
der Vorgang ist. Sicher ist es, dass die Meisten bis mindestens Freitag ruhiges
meist freundliches Wetter bekommen werden.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Globalmodelle ICON, GFS und UKMO sehen die Wetterlage bis Freitag
ähnlich. Unterschiede nehmen ab dem Wochenende zu, wenn der westeuropäische Trog
zunehmend das Wetter in Deutschland beeinflussen wird.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte stützen in der gesamten Mittelfristzeitraum
die Aussagen des Hauptlaufs. Der Hochdruckeinfluss überwiegt. Mit den
Temperaturen und dem Geopotential geht es aufwärts bzw. bleibt es auf hohem
Niveau. Der Spread in den Kurven ist gering. Niederschlagssignale sind erst am
übernächsten Wochenende, in der erweiterten Mittelfrist zu erkennen, wenn auch
das Geopotential sinkt. Dies deutet auf eine mögliche Umstellung der Wetterlage
(zyklonal) hin.
Die Clusteranalyse zeigen bis t+96h und bis +168h jeweils 4 Cluster. Die
Hockdruckzone über weiten Teilen Europas ist (hohes Geopotential) zunächst zonal
gerichtet. Ab Mittwoch nimmt dann die Amplitude der Welle durch den Austrogung
über dem Nordatlantik zu. Für Deutschland gibt es zunächst keine großen
Änderungen.
In der erweiterten Mittelfrist gibt es 3 Cluster. Die Amplitude der Wellen nimmt
weiter zu, d. h. eine Austrogung findet über Westeuropa statt. Daraus ergibt
sich für Deutschland eine Südlage. Unsicher ist es, ob das Blocking im Osten
länger durchhalten kann oder der Trog nach Deutschland durchschwenken kann.
Fazit: bis übernächste Woche ist die Prognose sicher: Hochdruckeinfluss mit
Einschränkungen im Norden, danach mögliche Umstellung bei steigender Temperatur.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der Hochdruckeinfluss lässt nicht viel Signifikantes zu. Lediglich am Dienstag
und Mittwoch nimmt der Druckgradient im Norddeutschland vorübergehend zu, dabei
treten dort vor allem den Küsten einzelne stürmischen Böen Bft 8 aus westlicher
Richtung auf.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix, IFS und EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta