#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Donnerstag, den 10.10.2024 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 10.10.2024 um 10.30 UTC
Nach einem wechselhaften Sonntag im weiteren Verlauf der Woche kaum noch
Niederschläge und relativ mild.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 17.10.2024
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Sonntag überquert uns ein von Island bis
nach Mitteleuropa reichender Höhentrog rasch ostwärts. Damit verbunden ist im
Bodendruckfeld ein Tief mit Kern über dem Süden Skandinaviens, das im
Tagesverlauf mit dem Trog unter Abschwächung Richtung Baltikum zieht. Die
zugehörige Kaltfront des Tiefs hat bereits in der Nacht auf uns übergegriffen
und erreicht zur Mittagszeit bereits den Süden des Landes. So kommt es zeit- und
gebietsweise zu Regenfällen, die sich unter Abschwächung an die Alpen
zurückziehen. Postfrontal gelangt ein Schwall maritimer Polarluft in die
Nordhälfte (T850 um 0°C), in der sich im Norden Schauer (evtl. auch einzelne
Gewitter) entwickeln. Im Süden hält sich präfrontal eine mildere Luftmasse (T850
2 bis 6°C). Am Rande des Tiefs frischt der Nordwestwind im Norden und Osten
stark bis stürmisch auf. Insbesondere an der Nordsee sind auch Sturmböen oder
schwere Sturmböen (Bft 9 bis 10) möglich.
Nach Abzug des Tiefs gelangen wir von Westen unter einen flachen Höhenrücken und
am Boden verschiebt sich der Schwerpunkt eines Hochs Richtung Deutschland,
sodass sich abgesehen vom Norden und dem Alpenrand rasch eine Wetterberuhigung
einstellt.
Dieses Hoch wird uns auch in der kommenden Woche weiter begleiten, wenngleich es
seinen Schwerpunkt im Laufe des Montags Richtung östliches ME, bzw. Südosteuropa
verlagert, von wo aus ein Keil über die Nordosthälfte Deutschlands hinweg
Richtung Skandinavien gerichtet ist. Ein kleiner Störenfried bleibt am Montag
aber noch ein flacher Kurzwellentrog, der im Tagesverlauf über uns hinweg zieht
und vor allem in der Mitte und im Süden nochmal etwas Regen bringt.
Am Dienstag und Mittwoch gestaltet sich das Wetter in weiten Teilen des Landes
am Rande des Hochs ruhig und trocken. Der zyklonale Einfluss ist aber nicht weit
weg und so ist im Westen und Südwesten vereinzelt leichter Regen nicht
ausgeschlossen.
Insgesamt gelangt relativ milde Luft zu uns, in der die T850 hPa auf Werte
zwischen 11 und 18 Grad ansteigt.
Ab Donnerstag ist es aber zumindest nach dem EZMW-Modell mit dem ruhigen Wetter
wieder vorbei. Das Hoch zieht sich weiter nach Osten zurück und von Westen
greift ein Frontensystem auf uns über, mit dem nicht nur Regen sondern auch
wieder kühlere Luft zu uns gelangt. Diesbezüglich ist die Entwicklung aber noch
unsicher.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells lässt bereits ab Montag nach. Allerdings ist mit
dem heutigen 00 UTC Lauf die Luftdruckverteilung über Mitteleuropa
antizyklonaler geprägt als in den Vorläufen. Damit passt es sich den anderen
Modellen ICON und GFS an, die diese Lösung schon in früheren Läufen gezeigt
haben.
Das Frontensystem, das uns am Donnerstag erreichen soll, war in den gestrigen
Läufen auch vorhanden. Die Frontpassage fand aber etwas später statt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Wie bereits angedeutet, hat sich das EZMW-Modell ICON und GFS zu Beginn der
neuen Woche angepasst. Auch wenn der Hochschwerpunkt leicht unterschiedlich
prognostiziert wird, ergeben sich bis einschließlich Mittwoch keine
signifikanten Modellunterschiede. Nachfolgend hingegen schon. So bleiben neue
Frontensystem bei GFS und ICON westlich von uns. Vielmehr baut sich in der
Höhenströmung ein stabiles Omegamuster über uns auf, sodass der
Hochdruckeinfluss bis in die erweiterte Mittelfrist hinein weiter anhalten
würde.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahne am Beispiel für Offenbach zeigt zwar ab Montag eine leichte
Zunahme des Spreads, insgesamt lässt sich aber festhalten, dass die Temperatur
in 850 hPa im Laufe der Woche ansteigt und am Mittwoch ihren Höhepunkt erreicht.
Nachfolgend lässt sich zwar wieder ein leichter Rückgang beobachten, der
markantere Abfall mit Frontpassage am Donnerstag nach dem Hauptlauf wird von den
Ensemble Membern aber nicht gestützt. Auch beim Niederschlag sind keine
signifikanten Ausschläge zu erkennen, auch nachfolgend nicht. Auch beim
Geopotential bleibt die Mehrheit der Member auf relativ hohem Niveau. Somit
scheint die GFS und ICON Lösung aus heutiger Sicht die wahrscheinlichere Lösung
zu sein.
Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum t+72 bis 96 h fünf Cluster.
Signifikant andere Szenarien ergeben sich aber zur beschriebenen Entwicklung
daraus nicht.
Für den Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag 00 UTC gibt es zwei Cluster,
darüber hinaus in die erweiterte Mittelfrist hinein Richtung kommendes
Wochenende wieder fünf Cluster. Die Mehrheit der Member deutet zumindest für
Donnerstag und Freitag eine Fortdauer des antizyklonalen Einflusses an. Am
darauffolgenden Wochenende lässt sich auf Basis der Cluster keine eindeutige
Richtung ausmachen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Sonntag sind im Norden und Osten mit dem auffrischenden Wind um West einzelne
Böen Bft 8 wahrscheinlich. An der Nordsee sowie an exponierten Küstenabschnitten
der Ostsee sind Böen Bft 9 aus West bis Nordwest, auf einigen Nordseeinseln, auf
dem Brocken und dem Fichtelberg auch schwere Sturmböen Bft 10 nicht
ausgeschlossen.
Im Nordseeumfeld können sich einzelne kurze Gewitter mit Böen Bft 8 bis 9
entwickeln.
Sonst sind keine signifikanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger