SXEU31 DWAV 061800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 06.06.2024 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Im Süden kräftige Schauer und Gewitter, vereinzelt mit Unwetterpotential. Im
Norden kühles und teilweise windiges Schauerwetter.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Aktuell … liegt Mitteleuropa und Deutschland am Rand eines Troges über
Skandinavien und Nordwesteuropa unter einer leicht zyklonalen westlichen
Höhenströmung. Angefacht durch einen kurzwelligen Randtrog ziehen abends Schauer
und vereinzelte Gewitter über den äußersten Norden, die nachts vorübergehend
abklingen. Zum Freitagmorgen sind an einem weiteren Kurzwellentrog im
Nordwesten, vor allem im Nordseeumfeld erneut Schauer und vereinzelte Gewitter
zu erwarten. Dabei sind stürmische Böen möglich.

Im Süden, etwa zwischen Main und Donau, markiert die schleifende Kaltfront eines
Nordmeertiefs den Übergang von der kühlen bis mäßig warmen Luftmasse in weiten
Landesteilen, zu feuchter und wärmerer Luft ganz im Süden. Dort sind abends noch
einzelne Gewitter unterwegs, die vereinzelt von Starkregen und Hagel begleitet
sein können. Vom Hochrhein, Südbaden und Schwaben ausgehend ziehen abends und in
der ersten Nachthälfte einzelne starke Gewitterzellen an den Alpen entlang, bzw.
im Alpenvorland nach Osten. Bei guter Scherung und PPW um 25 mm sind neben
Starkregen und Hagel, eventuell Sturmböen möglich. Vereinzelt sind
unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen.

Im Laufe der Nacht beruhigt sich die Lage aber auch dort von Westen her.
In großen Landesteilen dazwischen ist das ohnehin kein Thema, hier passiert
wettertechnisch nichts und bei aufgelockerter, teils geringer Bewölkung kühlt es
auf 13 bis 7°C ab. Im Süden kann es lokale Nebelfelder geben.

Freitag … rückt das Hauptdrehzentrum des Troges, verbunden mit dem steuernden
Bodentief bis fast zu den Shetlandinseln vor. An der leicht zyklonalen
westlichen Höhenströmung über Mitteleuropa ändert das nichts. Weiterhin liegt
auch die Kaltfront/Luftmassengrenze quasistationär über Süddeutschland, eher
etwas weiter südlich als am Donnerstag und zwar unweit des Donautals.

Im Norden halten kurzwellige Tröge den wechselhaften Wettercharakter aufrecht.
Es treten in kühler Luft Schauer und einzelne Gewitter auf, die sich bis zu
einer Sperrschicht in ca. 600 hPa entwickeln. Dabei kann es Graupel und
vereinzelt stürmische Böen geben. Für Starkregen reicht es eher nicht.

Im Süden, im Wesentlichen in den Gebieten südlich der Donau, entwickeln sich in
warmer und labiler Luft Schauer und vor allem nachmittags vereinzelte Gewitter,
die besonders in Alpennähe Starkregen und Hagel im Gepäck haben können. Die
Rahmenbedingungen mit PPW um 25 mm, mäßiger Scherung und Cape um 500 J/kg sind
zwar ähnlich wie am Donnerstag, doch sind die hochauflösenden Modelle sehr
verhalten in der Gewittersimulation, was an den insgesamt recht trockenen
Prognosesoundings, teilweise unterhalb 800 hPa, vor allem aber wohl im mittleren
Niveaus liegen kann.

Im überwiegenden Teil des Landes sorgt ein schwacher Keil des nahezu ortsfesten
Hochs weit westlich von Irland für leichtes Absinken und damit trockenere Luft.
Bei zeitweiligem Sonnenschein und harmlosen Quellwolken bleibt es weitgehend
trocken. Die Temperatur liegt im Norden bei 15 bis 19°C, sonst meist 19 bis 24,
im Süden stellenweise um 25°C.

Der Wind ist meist nur schwach unterwegs, nur ganz im Norden weht er lebhafter
mit einzelnen 7er Böen aus SW bis W an der nordfriesischen Küste.

Die Nacht zum Samstag bringt wenig Änderung. Meist herrscht ruhiges Wetter in
frischer Luft. Die Minima liegen oft um, oder etwas unter 10°C. Die Schauer und
anfänglichen (vereinzelten) Gewitter lassen zunächst nach. Im Nordwesten nimmt
im Laufe der Nacht durch die Annäherung einer Kurzwelle die Schauerneigung
wieder zu, vereinzelt sind Gewitter nicht ausgeschlossen. Auch der südwestliche
Wind frischt dort kräftig auf.

Und auch im äußersten Südwesten sind ausgangs der Nacht durch die Aktivierung
der Luftmassengrenze vereinzelte Gewitter von der Schweiz und Frankreich her
wohl nicht ganz ausgeschlossen.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Samstag … ergeben sich aus den aktuellen Ergebnissen keine gravierenden
Änderungen zur Frühübersicht, deren Aussagen Bestand haben.

Im Süden sind teils starke Schauer und Gewitter möglich, mit vereinzelter
Unwettergefahr. Im Norden herrscht teils windiges und kühles Schauerwetter.
Dazwischen ist ruhiges Wetter angesagt.

Modellvergleich und -einschätzung

Der Ablauf steht im Großen und Ganzen. Die Details sind unsicher und gerade was
die Konvektion angeht, erst im Nowcastung zu klären.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner