SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 10.05.2019 um 10.30 UTC
Im Südosten etwas Regen, ansonsten Aufheiterungen und meist trocken, am Wochenende von Südwesten unbeständig und etwas ansteigende Temperaturen.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 17.05.2019
Am Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Montag liegen wir auf der Vorderseite eines Höhenrückens, der sich von der Iberischen Halbinsel in Richtung Britische Inseln erstreckt. Der Keil verlagert sich im Tagesverlauf kaum und stützt am Boden ein kräftiges Hoch mit Zentrum über der westlichen Nordsee. Im Osten liegt noch der Trog, der sich ausgehend von Skandinavien nach Süden erstreckt. Er tropft ab und wird dann von einem weiteren Höhentief über der Mittelmeer und dem Balkan eingefangen. In der Folge gibt es vor allem im Nordosten und am Alpenrand viele Wolken und teilweise auch Regen, mengenmäßig allerdings belanglos. Am Dienstag schwächt sich der Keil im Westen ab und das Höhentief über dem Mittelmeer verstärkt sich etwas. Randtröge, die um das Höhentief herum geführt werden, sorgen vor allem im äußersten Südosten für unbeständiges Wetter mit Regen, wiederum ohne nennenswerte Niederschlagsmengen. Im Rest des Landes ist es heiter und nach Westen zu auch sonnig, allerdings bleibt es bei teilweise auch frischen Wind weiterhin kühl, weil niedertroposphärisch die Erwärmung nur sehr langsam vonstattengeht. Auch am Mittwoch ändert sich an der Wetterlage nicht viel, allerdings schickt sich der Trog über Finnland an, etwas nach Südwesten vorzustoßen. Im Süden kommt
es weiterhin aufgrund von Randtrögen, die auf der Nordseite um das Höhentief über dem Mittelmeerraum schwenken, zu weiteren Regenfällen im Südosten, ohne das
jedoch größere Mengen zu erwarten sind. Am Donnerstag stößt der Trog von Nordosten weiter nach Süden vor und fängt das Höhentief über dem Balkan ein. Dabei wird über der Osthälfte Deutschlands ein Drehzentrum simuliert. IFS simuliert dabei vor allem im Norden und im Südosten etwas Regen. Ansonsten bleibt es außer im Südosten trocken und freundlich weiterhin kühlen Temperaturen. Am Freitag verstärkt sich das Höhentief über dem Osten und der Mitte und verlagert sich als Kaltlufttropfen nach Westen und verstärkt dabei ein Bodentief
über Südwestfrankreich. Diese Entwicklung sorgt vor allem im Norden und Nordosten für Regen, teilweise auch kräftiger, ohne dass jedoch Warnschwellen überschritten werden.
In der erweiterten Mittelfrist ab Samstag verstärkt sich das Höhentief, das sich
aus dem Kaltlufttropfen entwickelt hat und mittlerweile Irland erreicht hat. Dabei bildet es einen Trog aus, der sich in Richtung Iberische Halbinsel ausweitet. Dadurch verstärkt sich ein Tief über Westfrankreich und davon ausgehend verlagert sich ein Frontensystem in Richtung Nordosten, dessen Warmfront von Südwesten auf Deutschland übergreift. Das daran befindliche Regenband sorgt vor allem im Südwesten für etwas Regen. Im weiteren Verlauf verlagert sich das Tief ostwärts und das Frontensystem überquert am Samstag und Sonntag Deutschland nordwärts wobei niedertroposphärisch etwas wärmere Luft zugeführt wird. Somit können die Tageshöchstwerte wieder die 20-Grad-Marke überschreiten.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis Donnerstag kann man die Konsistenz des aktuellen Laufs des IFS im Vergleich zu den Vorläufen als recht gut bezeichnen. Der
Kaltlufttropfen, der sich über den Norden und die Mitte in Richtung Westen verlagert wird vom Vorlauf etwas kräftiger simuliert. Der 00UTC-Lauf von gestern hat das gar nicht auf der Karte.
In der erweiterten Mittelfrist simuliert der Vorlauf einen recht kräftigen zonal
orientierten Trog über uns. Das wird auf aktuellen Lauf etwas abgeschwächt dargestellt, der gestrige 00UTC-Lauf zeigt dagegen einen Keil über Westeuropa und den Britischen Inseln.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis Mittwoch stimmen die Modelle recht gut überein. An den Folgetagen fällt nach
ICON über den zentralen Bereichen Deutschlands deutlich mehr Regen. Die Entwicklung des Kaltlufttropfens findet sich bei anderen globalen Modellen nicht.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse zeigt für Montag und Dienstag insgesamt 6 Cluster, die sich jedoch bei uns kaum unterscheiden. Der aktuelle Lauf befindet sich dabei in Cluster 1. Für den anschließenden Zeitraum von Mittwoch bis Samstag werden 3 Cluster gerechnet, wobei der aktuelle Lauf den IFS sich in Cluster 3 befindet. Der Kaltlufttropfen wird zwar von Cluster 2 und 3 simuliert. Beide zusammen sind
aber noch deutlich schwächer besetzt als Cluster 1, der insgesamt eine deutlich antizyklonale Lösung simuliert. Die GEFS Ensembles simulieren einen insgesamt sehr trockenen Witterungsabschnitt und die Temperatur erreicht erst am nächsten Wochenende wieder das Niveau des
Temperaturmittels 1981-2010.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI zeigt von Montag bis Donnerstag Signale für einen zu kalten Witterungsabschnitt. Für Montag gibt es noch im Südosten Signale für Niederschlag, danach gibt es für den Rest der Woche keine Signale für extreme Wetterereignisse. Die Ensembles geben keine Hinweise auf markante Niederschlagsmengen. Markante Windböen sind allenfalls am Dienstag an der Ostsee ein Thema.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, EZMW-IFS, EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. **