#SXEU31 #DWAV030800 #SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Samstag den 03.10.2026 um 08 UTC
SXEU31 DWAV 030800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 03.10.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
BM
Heute ganz vereinzelt Schauer oder Gewitter mit Starkregen. In der Nacht zum
Sonntag gebietsweise Nebel. Am Sonntag im Süden und Südwesten lokal Schauer oder
Gewitter mit Starkregengefahr.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag… ist die Hochdruckbrücke, die sich vom nahen Nordostatlantik über
Mitteleuropa bis in den Nordwesten Russlands erstreckt, immer noch das Maß der
Dinge im aktuellen Wetter. Gestützt wird sie durch einen Rücken, der sich vom
zentralen Mittelmeer bis ins östliche Mitteleuropa aufwölbt. Namenstechnisch
sind die Hochdruckgebiete CORTE mit Schwerpunkt am Mittag über der Ostsee und
Hoch BORCHERT mit Schwerpunkt über dem östlichen Mitteleuropa beteiligt.
Dazwischen hat sich ein Tiefausläufer gemogelt, der zu einem Tief mit Zentrum
über dem nördlichen Schweden gehört und mit seinen Resten noch über
Süddeutschland liegt. Dort löst er sich derzeit auf, sodass daraus keine
Niederschläge mehr hervorgehen.
So startet der Tag mit vielerorts teils dichtem Nebel, den die Sonne erst einmal
wegbrutzeln muss. Das gelingt ihr angesichts der bereits fortgeschrittenen
Jahreszeit nicht überall mit hohem Tempo, sodass sich einige Regionen (vor allem
im Osten) länger in den Tag hinein mit Nebel oder Hochnebel herumplagen müssen.
Mit tagesgangbedingter Hebung der Grenzschicht können daraus hier und da sogar
ein paar Tropfen Regen fallen, bei etwa 800 hPa ist mit dem Inversionsdeckel
aber Feierabend mit der Hebung. Daher verwundert es auch, dass ICON-D5 und
ICON-RUC am Nachmittag sehr lokal nach kurzer Sonneneinstrahlung Schauerzellen
knapp nördlich des Harzes berechnen, die bis zu 21 l/qm (!) in kurzer Zeit
abliefern sollen. Einzelne Zellen mit lokal höheren Regenmengen bis circa 20
l/qm in kurzer Zeit werden am Nachmittag auch vom Allgäu bis zum Werdenfelser
Land berechnet, wo der Deckel bei rund 650 hPa zu finden ist. Mit orografischer
Triggerung ist dies bei Überwindung der Sperrschicht, PPWs um 20 mm und Resten
feuchter Luft der sich auflösenden Front vielleicht schon etwas eher möglich,
zumal auch ein wenig ML-CAPE generiert wird. Eine elektrische Note sollte es
dabei aber eher nicht geben, da kaum Vereisung stattfindet.
Im Rest des Landes gibt es eine Mischung aus Wolken und Sonnenschein mit 20 bis
40% relativer Sonnenscheindauer (entspricht 2 bis 5 Stunden) im Osten und Teilen
des Südostens und 40 bis 70% (entspricht 5 bis 8 Stunden) sonst.
In der flauen Druckverteilung bleibt der Wind meist schwach, an der Nordsee
frischt er aber ein wenig auf und kommt aus Südwest.
Die Temperaturen steigen auf 16 Grad im Norden bis 23 Grad im Süden.
In der Nacht zum Sonntag wird der Rücken durch einen in die Nordsee laufenden
Randtrog ein wenig abgehobelt. In diesem ist in den Morgenstunden ein kleines
Drehzentrum zu finden, ein vollständiges Abtropfen findet aber nicht statt. Mit
dem Randtrog wird eine okkludierende Kaltfront in den Nordwesten Deutschlands
gebracht, sodass dort dichtere Wolken und zum Morgen hin geringe Regenfälle
aufkommen.
Im Rest des Landes herrscht dagegen Hochdruckeinfluss, womit die Nebel- und
Hochnebellotterie in eine neue Runde geht. Gewinner dürften vielerorts der Nebel
bzw. Hochnebel werden, was angesichts schwacher Luftbewegung und Abkühlung auf
12 Grad im Süden unter Wolken und bis 4 Grad bei längerem Aufklaren auch
plausibel ist. Ein paar Spritzer Sprühregen sind dabei lokal weiterhin möglich.
Sonntag… Zieht das kleine Drehzentrum im Randtrog von der Nordsee in die
Ostsee. Die okkludierende Kaltfront legt sich dadurch quer über den Norden, wo
sie sich unter Absinken auflöst. In Konsequenz hinterlässt sie zunächst einige
dichte Wolken und lokal geringe Regenfälle. Am Nachmittag setzt sich aber
häufiger schon wieder die Sonne durch.
Im Süden und Südwesten Deutschlands ist darüber hinaus eine erhöhte
Feuchteflusskonvergenz zu sehen, die den Modellen nach allerdings
unterschiedlich genutzt wird. Die Lokalmodelle üben sich überraschenderweise in
Zurückhaltung bezüglich der Niederschlagsaktivität. UK10, EZMW und GFS halten
mit schauerartigem Regen dagegen, die Regenmengen bleiben mit 1 bis 10 l/qm
jedoch eher gering.
Dennoch ist Vorsicht geboten. Der Randtrog/das Höhentief ist mit einer
diffluenten Vorderseite versehen, an der etwas PVA generiert wird und WLA
aufkommt. Darüber hinaus nimmt die Labilität zu und die PPWs steigen auf 25 bis
30 mm. ML-CAPE wird vor allem ganz im Süden erzeugt. In ICON-D2 kristallisiert
sich zumindest eine Region mit stärkeren Zellen heraus: Der Bereich zwischen dem
Allgäu und dem Werdenfelser Land. ICON-D5 hat dort lokal eng begrenzt eine Zelle
mit 36 l/qm in kurzer Zeit drin. Erneut wird die Frage sein, ob das Absinken mit
der Inversion bei immer noch rund 650 bis 700 hPa überwunden werden kann und ob
die Orografie die notwendigen Impulse liefert.
Zwischen diesen beiden Regionen mit möglichen Niederschlägen gibt es vom Westen
bis in den Nordosten, in dem es trocken bleibt, bei lockeren Wolken 4 bis 8
Stunden Sonnenschein. In einigen Regionen kann sich aber auch wieder Nebel oder
Hochnebel länger in den Tag hinein halten.
Dazu bleibt es schwachwindig bei Höchsttemperaturen von 17 Grad im Norden bis 23
Grad im Süden.
In der Nacht zum Montag schwenkt das Höhentief/der Randtrog in das westliche
Tschechien, sodass sich das mögliche Schauergeschehen mit PVA in den Südosten
bzw. nach Bayern verlagert. Weiterhin fällt die Zurückhaltung der Lokalmodelle
ins Auge, während GFS und EZMW einzelne Gewitter und lokale Regenmengen zwischen
15 und 20 l/qm in wenigen Stunden drin haben.
Im Rest des Landes herrscht Hochdruckeinfluss, da sich hinter dem Höhentief ein
neuer Rücken aufwölbt. Dann stellt sich ein Gemisch ein aus lockeren, im Norden
teils noch dichteren Wolken sowie Nebel und Hochnebel. Letztere gewinnen jedoch
wieder häufig die Oberhand, außer vielleicht im Nordosten.
Es bleibt schwachwindig, an den Küsten kann der Wind aber ein wenig auffrischen.
Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 12 und 7 Grad im Süden und an der See,
sonst zwischen 10 und 5 Grad.
Montag… zieht das Höhentief in den Westen Ungarns weiter und verliert seinen
Einfluss auf unser Wetter. Letzte Schauer und Gewitter ziehen damit über dem
Südosten Bayerns am Vormittag ab. Der Rücken kann dadurch nach Deutschland
schwenken und der Druck steigt, wobei sich über den Alpen ein neues Hoch bildet.
Nach Auflösung etwaiger Nebel- und Hochnebelfelder scheint folglich wieder
zeitweise die Sonne, wobei im Norden 4 bis 5, sonst 6 bis 9 Stunden Sonnenschein
zusammenkommen.
Der Wind weht schwach, im Norden teils mäßig und an den Küsten in Böen frisch
bis stark. Dort ist in der Nähe zu einem weiteren Tief über dem Nordmeer der
Gradient etwas erhöht.
Die Temperaturen erreichen 18 Grad im Norden bis 24 Grad im Süden.
In der Nacht zum Dienstag bleibt der Rücken maßgeblich, womit der
Hochdruckeinfluss anhält und erneut das Spiel mit Wolken, Nebel und Hochnebel
stattfindet. Sieger werden erneut häufig Nebel und Hochnebel sein, vor allem in
der Mitte und im Süden.
Im Norden hingegen nimmt die Bewölkung zu und hier und da regnet es geringfügig.
Hintergrund ist die Annäherung eines Frontensystems eines in die Barentssee
ziehenden Tiefs. Dieses Frontensystem wird mit dem sich allmählich wieder
abflachenden bzw. nach Osten abkippenden Rücken und der damit verbundenen
Annäherung der Frontalzone nach Süden gedrückt, ohne Deutschland bis in die
Morgenstunden schon zu erreichen.
Der Wind weht allgemein schwach, im Norden teils mäßig und an der See in Böen
frisch.
Die Temperaturen sinken auf 15 bis 9 Grad im Norden unter den Wolken und auf 10
bis 3 Grad sonst.
Modellvergleich und -einschätzung
Die heutigen Schauer oder Gewitter sind ebenso diskutabel wie das morgige
Geschehen. Die Modellergebnisse schwanken erheblich. So bleibt heute nur das
Nowcasting, für das morgige Geschehen müssen weitere Modellläufe abgewartet
werden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler