#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Montag, den 28.09.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 28.09.2026 um 10.30 UTC
Am Donnerstag Ende des sehr warmen Herbstwetters. Regenfälle besonders in der
Westhälfte.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 05.10.2026
Am Donnerstag liegt ein hochreichendes, steuerndes Tiefdruckgebiet bei Island.
Die Kaltfront dieses Tiefs greift im Tagesverlauf von Westen her auf Deutschland
über, wird dabei aber zunehmend gebremst vom blockierenden Hoch über Osteuropa
und über Mitteleuropa stationär. Mit dem Ausläufer kommt sehr feuchte und leicht
instabile Luft nach Deutschland. Vor allem über der Westhälfte regnet es dabei
gebietsweise, teils auch kräftig und vereinzelt gewittrig. Inwieweit die
Regenfälle nach Osten ausgreifen, ist noch unsicher. In der Warmluft über der
Osthälfte sind bei viel Sonnenschein nochmal 25°C oder etwas mehr als Maximum
möglich, sonst werden es unter der Bewölkung und mit der einfließenden, gemäßigt
temperierten Luft nur wenig über 20°C.
Am Freitag steigt der Druck wieder und eine neue Hochzelle westlich von uns
nimmt Verbindung auf mit dem Hochdruckgebiet über Osteuropa, woraus sich eine,
auch über Deutschland verlaufende Hochdruckzone ergibt. Damit beginnt sich der
Tiefausläufer abzuschwächen, allerdings scheint das etwas zu dauern, weil in der
Höhe, siehe 300 hPa, noch eine gewisse Zyklonalität vorhanden ist. Damit sind
gebietsweise starke Bewölkung und etwas Regen weiter möglich, besonders in einem
breiten Streifen über der Landesmitte. Am ehesten ganz im Osten und Westen
scheint die Sonne.
Am Samstag spaltet sich die Hochdruckzone in einen Schwerpunkt über den
Britischen Inseln und Irland auf sowie einen über Osteuropa. Dazwischen entsteht
eine Schwachstelle, in die Tiefausläufer von der Nordsee her eindringen können.
Feuchte- und Wolkenreste sind über uns wohl ohnehin noch vorhanden, sodass
zumindest gebietsweise wolkiges Wetter ansteht, auch eventuell mit dem ein oder
anderen Schauer, vereinzelt sind auch Gewitter nicht ausgeschlossen. Die
Temperaturen liegen nachmittags oft zwischen 18 und 24°C.
Am Sonntag trocknet es von Westen her deutlicher ab, weil das Hochdruckgebiet
seine Fühler von Westen her nach Mitteleuropa ausstreckt. Etwas feuchtere und
leicht labile Luftmassen liegen zunächst noch über der Südosthälfte. Dort sind
dann auch noch einzelne Schauer, ganz vereinzelt Gewitter möglich, ansonsten
bleibt meist niederschlagsfrei. Durch den an der Ostflanke des Hochs auf West
bis Nord drehenden Wind gelangt etwas frischere Luft zu uns, in der die
Temperaturen in der Nordhälfte die 20°C kaum noch erreichen.
Am Montag liegen wir dann unter zonalen Hochdruckzone, die mit Absinken für
meist ruhiges Herbstwetter sorgt. Die Temperaturen sind langsam weiter auf dem
Rückzug.
Für die erweiterte Mittelfrist deutet sich mit Winddrehung auf Nord und
eventuell mit Tiefausläufern die Zufuhr kühlerer Meeresluft an.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst gut und lässt im Laufe der
Mittelfrist nach. Unschärfen in Detailfragen gibt es aber schon zu Beginn mit
dem Tiefausläufer, wobei unklar ist, wo genau er zu liegen kommt und viel
kräftig der Regen ausfällt.
Am Wochenende werden die Unterschiede größer. Die Vorläufe sahen zum Teil einen
abtropfenden Trog über Deutschland, oder eine östliche Strömung. Der zunehmende
antizyklonale Einfluss ist alles in allem vorhanden, der Weg dahin bleibt aber
offen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Ein Vergleich mit den anderen Globalmodellen ICON, GFS und UKMO liefert keine
grundsätzlich neuen Erkenntnisse. Erst kommt der Tiefausläufer und ein Ende der
herbstlichen Hitze, dann wird es wieder antizyklonaler.
Zum Ende der Mittelfrist am Montag nächster Woche zeigt uns ICON rascher als die
anderen Modelle im Randbereich des Hochs über Westeuropa unter einer
nordwestlichen Strömung, in der uns Tiefausläufer streifen könnten.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusterung liefert für Donnerstag und Freitag 6 Cluster, die sich für uns
kaum unterscheiden. Von Samstag bis Montag werden 4 Cluster gebildet. Wie die
Cluster für die ersten beiden Tage gibt es nur Blockinglösungen. Die starke
positive Geopotentialanomalie verschiebt sich von Nord- und Mitteleuropa nach
Westen. Unterschiede gibt es vor allem bei den kurzen Wellen, die den Höhenkeil
um- bzw. unterlaufen.
Der Trend der retrograden Verlagerung des Rückens setzt sich in der erweiterten
Mittelfrist fort, so dass die Option aufkommt, dass an der Ostflanke Tröge nach
Süden vorstoßen, die auch Mitteleuropa betreffen könnten. Das spiegelt sich auch
darin wider, dass die Cluster zunehmend in Regime „atlantischer Rücken“
wechseln.
Die ENS stützen anhand der Rauchfahnen die vom Kontrolllauf gezeigte Entwicklung
weitgehend. Vor allem am Donnerstag gibt es deutliche Niederschlagssignale, die
aber auch in der Folge nicht ganz abklingen. Während das Geopotential zunächst
eng gebündelt auf sehr hohem Niveau verläuft und erst zum Ende auffächert und
beginnt zu sinken, zeigt der Temperaturverlauf für 850 hPa die Zufuhr der nicht
mehr ganz so warmen Luftmassen mit dem Rückgang der Kurvenschar ab Donnerstag.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Donnerstag sind in der Westhälfte auch mal kräftige Regenfälle möglich,
vereinzelt mit eingelagerten Gewittern. Dabei können gebietsweise Mengen
zusammenkommen, die an Warnschwellen für Stark- oder Dauerregen heranreichen.
EFI stützt das mit leichten Signalen für den Westen und Nordwesten.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS + ENS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner