#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Sonntag, den 13.09.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 13.09.2026 um 10.30 UTC
Am Mittwoch mit Kaltfrontpassage in der Südosthälfte teils kräftige Gewitter.
Nachfolgend weiterhin unbeständig und an den Küsten teils stürmischer Wind.
Dabei mäßig warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 20.09.2026
Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums zeigt sich über Europa eine stark
mäandrierende Höhenströmung. Dabei greift am kommenden Mittwoch ein vom Nordmeer
bis in den Norden Spaniens reichender Höhentrog zunehmend auch auf Deutschland
über, sodass dessen Achse am Abend etwa von Schleswig-Holstein bis nach
Rheinland-Pfalz verläuft. Dem Trog vorgelagert ist die Kaltfront eines Tiefs mit
Kern über Skandinavien. Sie hat den Norden und Westen Deutschlands bereits
weitgehend überquert und erreicht am Mittwoch auch den Osten und Süden des
Landes. Dort befindet sich präfrontal noch eine warme und feuchte Luftmasse
subtropischen Ursprungs (T850 hPa 11 bis 14 Grad). So kommt es besonders in der
Südosthälfte zu schauerartigen Regenfällen mit einzelnen kräftigen Gewittern.
Dabei besteht Starkregengefahr, vereinzelt mit Unwetterpotenzial. Am Nachmittag
und Abend erreicht die Front die Alpen und dort kommt es bis Donnerstagfrüh
staubedingt zu Dauer- und/oder mehrstündigem Starkregen.
Postfrontal fließt eine deutlich trockenere und kühlere Meeresluft zu uns ein,
sodass T850 auf 5 Grad an der Nordsee und 10 Grad im äußersten Südosten absinkt.
Zudem kommt es im Trogbereich im Norden und Nordwesten zu Schauern und einzelnen
kurzen Gewittern.
Am Donnerstag hat uns der Höhentrog ostwärts überquert und nachfolgend baut sich
ein flacher Höhenrücken auf, der in weiten Teilen des Landes für
Zwischenhocheinfluss und somit weitgehend trockenes Wetter sorgt. Allerdings
nähert sich von Großbritannien und der Nordsee rasch der nächste Trog an. Damit
verbunden ist das Frontensystem eines Tiefs mit Kern nördlich von Schottland,
dessen Regengebiet bereits im Laufe des Nachmittags den äußersten Norden und
Nordwesten erreicht und in der Nacht zum Freitag mit leichtem Regen weiter
landeinwärts vorankommt.
Am Freitag erwartet uns die nächste Troglage. Während uns also die Front
südostwärts überquert, kommen im Norden und Westen Schauer auf. Das Bodentief
zieht auf einer etwas südlicheren Zugbahn als das Vorherige mit Kurs auf
Südnorwegen. Dadurch nimmt der Druckgradient über Deutschland zu und vor allem
an den Küsten weht der Wind stürmisch (Bft 8 bis 9) aus Südwest.
An den nachfolgenden Tagen bleibt der stete Wechsel aus Trog- und Keilstrukturen
erhalten. Es bleibt also unbeständig mit weiteren Niederschlägen. Gebietsweise
kann es aber auch mal längere trockene und mitunter auch sonnige Phasen geben.
Dabei bleibt es mäßig warm.
Dieser Wechsel dauert voraussichtlich bis Dienstag an. Nachfolgend könnte ein
Hochdruckgebiet für einen ruhigen und oft sonnigen Wechsel in den Frühherbst
sorgen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells kann bis Freitag als gut bezeichnet werden.
Nachfolgend lässt die Konsistenz nach. Während die gestrigen Läufe den
zyklonalen Einfluss vor allem für die Nordhälfte zeigten und der Süden
weitgehend trocken bleiben sollte, hält das unbeständige Wetter mit weiteren
Niederschlägen mit dem heutigen 00 UTC Lauf auch in der Südhälfte weiter an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Freitag wird die Entwicklung weitgehend übereinstimmend
prognostiziert. Nachfolgend nehmen die Unterschiede zu. Während IFS den
zyklonalen Einfluss bis in den Süden des Landes zeigt, verbleiben GFS und ICON
sozusagen auf dem gestrigen Kurs des IFS. Sprich im Norden unbeständig, Richtung
Süden aber weitgehend trocken und oft sonnig. GFS zeigt den antizyklonalen
Einfluss von Südwesten sogar noch kräftiger als ICON.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene Stationen in Deutschland stützen den
Kontrolllauf. Dabei zeigt sich insbesondere bei der T850 bis einschließlich
Samstag ein sehr geringer Spread.
Betrachtet man das Geopotential, so liegt der Kontrolllauf ab Freitag bis in den
erweiterten Mittelfristbereich aber am unteren Rand des Ensembles, während die
Mehrheit der Member ein höheres Geopotential zeigen. Dies wiederum würde den
Lösungen des ICON und GFS entsprechen.
AIFS zeigt den Anstieg des Geopotentials ebenfalls bereits ab Freitag. Somit
steht IFS mit der eher zyklonalen Lösung momentan eher alleine da, wenngleich es
für die Niederschlagsbilanz die wünschenswertere Lösung wäre.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch sind in der Südosthälfte einzelne Gewitter mit lokalem Starkregen um
20 l/qm in einer Stunde und stürmischen Böen um 70 km/h (Bft 8) wahrscheinlich.
Lokal können auch Unwetter aufgrund von heftigem Starkregen nicht ausgeschlossen
werden. An den Alpen besteht ab dem Nachmittag bis Donnerstagfrüh eine geringe
Wahrscheinlichkeit für Dauerregen mit Mengen zwischen 30 und 50 l/qm.
Am Donnerstag sind zunächst nur an der Nordsee stürmische Böen (Bft 8) aus
Südwest wahrscheinlich.
Am Freitag und Samstag sind an der Nord- und Ostsee sowie im höheren Bergland
zeitweise stürmische Böen (Bft 8), vereinzelt auch Sturmböen (Bft 9) aus Südwest
wahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger