S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 10.09.2026 um 10.30 UTC

Insgesamt wechselhaft. Am Dienstag nochmal sommerlich warm, aber auch
Gewitterneigung.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 17.09.2026

Am Sonntag schwächt sich der Einfluss einer zonalen Hochdruckbrücke, die zuvor
unser Wetter bestimmt hat, deutlich ab und von Nordwesten her greifen ein
ziemlich markanter Trog und Tiefausläufer auf Deutschland über. Sie gehören zu
einem Südskandinavien zum Finnischen Meerbusen ziehenden Tief. Damit verbunden
sind Dank signifikantem Support seitens des Höhentroges verbreitet schauerartige
Regenfälle. Auch vereinzelte Gewitter sind nicht ausgeschlossen. Dabei gelangt
zunächst warme Luft in den Südwesten, postfrontal strömt von Nordwesten eine
erwärmte Meereskaltluft ein. Eine nennenswerte Gradientverschärfung ist in
diesem Zusammenhang erstmal nicht erkennbar.
Diese kommt am Montag rasch unter den Einfluss der sich wieder über Mitteleuropa
nach Nordosten ausbreitenden Hochdruckzone. Gestützt wird die Entwicklung im
Bodendruckfeld von einem Höhenrücken über Westeuropa, stromab des nächsten
Langwellentroges über dem Nordatlantik. Letzte Regenfälle an den Ostalpen ziehen
ab, nachfolgend gibt es im Norden wechselnde Bewölkung, zur Mitte und vor allem
nach Südwesten hin auch längere sonnige Phasen. Einstrahlung und Absinken
modifizieren die Luftmasse so, dass vom kühleren Charakter kaum etwas übrig
bleibt und sich die Temperaturen nur wenig ändern. Im Südwesten sommerlich,
sonst oft 20 bis 25 Grad.
Am Dienstag schwenkt der o.e. Trog über die Britischen Inseln nach Osten und
drängt den Höhenrücken progressiv Richtung Alpen und SE Europa. Dabei kommt eine
westsüdwestliche Strömung unter der diffluenten Trogvorderseite auf und im
Tagesverlauf oder in der Nacht zum Mittwoch greifen die Ausläufer des steuernden
Tiefs über dem Nordmeer von Nordwesten auf Deutschland über.
Tagsüber hält sich in großen Landesteilen der abschwächende Hochdruckeinfluss.
Die Zufuhr sehr warmer Luftmassen nach Mitteleuropa verstärkt sich und es gibt
außer im Norden verbreitet einen Sommertag, im Südwesten vielleicht mit Werten
nahe 30°C. Im Tagesverlauf regnet es dann zunächst im Nordwesten, nachts dann in
größeren Landesteilen. Bei zunehmender Scherung wird die Schichtung instabiler,
sodass vor allem nachmittags im Nordwesten und in der ersten Nachthälfte
ausbreitend nach Südosten kräftige Gewitter möglich sind.
Die moderate Gradientzunahme löst wahrscheinlich nur an der See und im höheren
Bergland stärkere Böen 7-8 Bft aus.
Am Mittwoch überquert uns der Höhentrog nach Osten, wobei postfrontal der
abgezogenen Kaltfront aus Nordwesten kühle Meeresluft einfließt, die einen
markanten Temperaturrückgang bringen kann. In höhenkalter Luft treten zahlreiche
Schauer und einzelne kurze Gewitter auf. Besonders an den Küsten und im Bergland
frischt der Wind zeitweise stark auf.
Am Donnerstag folgen nach kurzer Wetterberuhigung wahrscheinlich bald die
nächsten Tiefausläufer und führen eher kühle als mäßig warme Meeresluft heran.

Auch die erweiterte Mittelfrist soll nach aktueller Tendenz eher zyklonal
geprägt und leicht wechselhaft über die Bühne gehen auf durchschnittlichem,
mäßig warmen Temperaturniveau.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst recht gut; sie wird zum
Ende aber schlechter. Der 00z Lauf simuliert alles in allem zyklonaler als die
Vorläufe. Das betrifft zunächst den Sonntag, wo die Regenfälle (etwas) weiter in
den Südwesten ausgreifen, als z.B. gestern 12z angedacht. Zur Wochenmitte haben
die letzten beiden Läufe einen gegenüber gestern 00z deutlich markanteren Trog
im Programm, wobei die aktuelle Lösung auch das Tempo leicht verschärft hat.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen betrachteten Globalmodelle ICON, GFS und UKMO stützen zunächst die
getroffenen Aussagen, lassen aber Unsicherheiten in Timing und Wetteraktivität
der Tiefausläufer am kommenden Sonntag erkennen.
Der dann folgende kurze Hochdruckeinfluss wird unisono angeboten, hält sich aber
unterschiedlich lange und wird unterschiedlich beendet. GFS und UKMO lassen es
zum Teil bis den Mittwoch hinein niederschlagsfrei. Und anstatt das der Trog
dann durchschwenkt (wie bei ICON und UKMO), zeigt er bei IFS und GFS am Mittwoch
Abtropftendenzen, über uns oder schon weiter westlich.
Die Prognose wird spätestens ab Mittwoch unsicher.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Ensembles stützen anhand der Rauchfahnen im Wesentlichen die Ergebnisse des
Kontrolllaufs. Die Temperaturen steigen insgesamt bis Dienstag an, beginnen
dabei auch zu streuen. Ab Mittwoch bringt die kühle Meeresluft einen markanten
T-Rückgang, dann fächert auch die Geopotentialentwicklung auf und der
Kontrolllauf rutscht in den unteren Bereich der ENS, aber ohne, dass er zur
Außenseiterlösung wird. Niederschlagssignale sind vor allem am Sonntag und zur
nächsten Wochenmitte erkennbar.
Die Clusterung spricht zunächst mal für größere Unsicherheiten. Im ersten
Zeitschritt sind 4 Cluster vorhanden, dann jeweils 6. Der Kontrolllauf liegt
immer in Cluster 1. Der Trend geht von überwiegenden Blockinglösungen zu Beginn,
zu zonaleren Szenarien je weiter die Mittelfrist fortschreitet. Die
Clustervielfalt stammt aus dem unterschiedlichen Verhalten der kürzeren Wellen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Die vereinzelten Gewitter, die mit den Tiefausläufern am Sonntag auftreten
können, sind mangels Labilität ziemlich unsicher.
Am Dienstagnachmittag sind dann im Nordwesten kräftige Gewitter möglich. EFI
liefert deutliche Signale für erhöhtes Cape Shear. Dabei scheinen auch lokale
Unwetter nicht ausgeschlossen.
In der Folge stehen dann nur noch kurze Gewitter, in kühler Luft, an, die kaum
Potential für stärkere Entwicklungen haben. Zur Wochenmitte wird es zeitweise
windig mit stürmischen Böen an den Küsten und exponiert im Bergland.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix und IFS + EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. **