#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Donnerstag, den 20.08.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 19.08.2026 um 10.30 UTC
Am Wochenende leicht wechselhaft mit nur einzelnen Gewittern und eher kühl. Am
Sonntag in der 2. Tageshälfte im Südwesten Wolkenverdichtung, später Regen
möglich. Am Montag und Dienstag im Süden und in der Mitte längere Zeit Regen,
zunächst im Südwesten, dann in der östlichen Mitte örtlich teils ergiebiger
Dauerregen möglich. Im Norden freundlicher und wärmer. Am Mittwoch in der Mitte
und im Süden allmählich nachlassender Regen.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 26.08.2026
Am Samstag liegt Deutschland am Südrand eines Zentraltiefs über Südnorwegen in
einer südwestlichen, im Norden in einer westlichen Höhenströmung, wobei noch ein
flacher Randtrog nach Nordosten durchschwenkt. Das korrespondierende Wellentief
an einer Kaltfront zieht von Südpolen nach Westrussland und seine Kaltfront
liegt quasistationär über den Alpen. In der unteren Troposphäre strömt von
Westen und Nordwesten recht kühle Meeresluft nach Deutschland mit
850hPa-Temperaturen zwischen 4 Grad an der Nordsee und 10 Grad an der Donau.
Derweil hängt der Haupttrog noch mit einer großen Amplitude über Westeuropa
zurück.
Der zurückhängende Trog tropft am Sonntag ab, so dass sich im Raum Bretagne ein
flaches Höhentief bildet. Gleichzeitig schwenkt das Trogresiduum über den Norden
und Osten Deutschlands ostwärts. Zwischen dem Trog und dem Höhentief über der
Bretagne schwenkt ein Höhenkeil nach Süd- und Mitteldeutschland, der aber von
WLA überlaufen wird. Am Boden dehnt sich der Azorenhochkeil über Nord- und
Mitteldeutschland bis nach Polen aus.
Am Montag gelangt das flache Höhentief über der Bretagne in den Randbereich
eines Zentraltiefs südlich von Island und wird dadurch nach Nordfrankreich
gelenkt. Auf der Vorderseite seines zu den Alpen schwenkenden Kurzwellentroges
verlagert sich ein Bodentief von Südfrankreich nach Südwestdeutschland. Auf
seiner Vorderseite greift WLA auf Süd- und Mitteldeutschland über.
Das Höhentief zieht am Dienstag über Süddeutschland nach Österreich und auf
seiner Vorderseite verlagert sich das Bodentief über Süddeutschland hinweg nach
Tschechien und Ungarn. Dadurch werden im Süden und in der Mitte teils kräftige
Regenfälle ausgelöst.
Das Höhentief findet am Mittwoch nun Anschluss an den nordosteuropäischen
Höhentrog und verlagert sich damit zum nördlichen Balkan. Dahinter schwenkt
unter Verstärkung der von Südeuropa ausgehende Höhenkeil nach Deutschland und
reicht bis Fennoskandien. Dort wird ein kräftiges Bodenhoch gestützt, so dass in
seinem Randbereich im Norden und in der Mitte Deutschlands die bodennahe
Luftströmung auf Ost bis Nordost dreht.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der neue Modelllauf vom IFS simuliert grundsätzlich die synoptischen Basisfelder
ähnlich wie die beiden Modellruns von gestern.
Allerdings gibt es beim Wetterablauf doch einige Differenzen: Durch eine etwas
nähere Position des etwas kräftigeren Teil-Höhentiefs über dem Ärmelkanal im
gestrigen 00-UTC-Lauf (am Samstag, 24 UTC) werden in der Mitte und im Süden am
Samstag deutlich mehr Schauer und Gewitter simuliert als in den beiden letzten
Modellruns.
Dadurch ist dann auch am Montag das Bodentief, das von Frankreich zum
Alpenvorland zieht, schneller und die Regenfälle im Süden am Montag kräftiger
als in den beiden aktuellen Läufen.
Mit dem Abzug des Tiefs am Dienstag gleichen sich die Modellruns bezüglich der
Regenfälle wieder an: Im Süden, anfangs auch in der Mitte, muss noch mit teils
kräftigen Regenfällen gerechnet werden.
Am Mittwoch setzt sich schwachen Zwischenhocheinfluss durch und die
Niederschlagsaktivität verringert sich.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Größere Unterschiede fallen ab Montag auf: Bei GFS und UK10 findet der Anschluss
des Höhentiefs über Frankreich an den Nordosteuropa-Trog nicht statt. Es
gliedert sich nämlich dem atlantischen Langwellentrog an und schwenkt als
Randtrog nach West- und Norddeutschland. Das zugehörige Bodentief setzt sich im
Raum England fest. Damit resultiert in der unteren Troposphäre eine warme Süd-
bis Südwestströmung ab Dienstag. Auch JMA stützt diese Variante.
ICON dagegen simuliert das später hochreichende Tief weiter nördlich im Raum
Kaliningrad, so dass von Norden recht kühle Luft nach Deutschland strömt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse vom EZMW berechnet heute 6 Cluster, die im Wesentlichen schon
den beiden Szenarien, die oben im Bereich ŽVergleichŽ beschrieben werden. Die
ersten 3 Cluster mit insgesamt 36 Modellruns fallen eher in den Lösungsbereich
des operationellen Laufs. Cluster 4 bis 6 mit insgesamt 15 Modellruns können in
das Szenario von UK10 und GFS eingeordnet werden.
Insofern ist der genaue Wetterablauf insgesamt ab Montag recht unsicher.
Die Rauchfahne von Offenbach zeigt bei der 850-hPa-Temperatur bis Sonntag einen
recht gebündelten Verlauf. Die Temperatur sinkt bis zum Wochenende auf 10 bis 6
Grad. In der neuen Woche nimmt die Streuung stark zu und insgesamt steigt die
Temperatur allmählich wieder an auf 9 bis 16 Grad. Offenbar lenkt das
beschriebene Tief in 850 hPa wärmere Luft nach Deutschland. Das Geopotential
erreicht vorübergehend am Dienstagmorgen einen Tiefpunkt, was die Passage des
Höhentiefs anzeigt. Anschließend steigt das Potential vorübergehend an, ehe im
erweiterten Mittelfristzeitraum das Geopotential wieder sinkt. Dies zeigt
offenbar das Übergreifen des atlantischen Troges ab Freitag nächster Woche an.
Entsprechend sieht man zu Beginn des Mittelfristzeitraumes leicht
unterdurchschnittliche Höchsttemperaturen, also am Wochenende einen kühlen
Witterungsabschnitt. In der Folgewoche steigen die Höchsttemperaturen im Mittel
auf Normalwerte, was man aber mit Vorsicht genießen muss, da vor allem in der
Mitte und im Süden der Regen die Höchsttemperaturen ordentlich drücken kann. Das
sieht man an der Höchsttemperatur von München am Dienstag, die bei großer
Regenwahrscheinlichkeit im Mittel unterdurchschnittlich ist.
In Berlin dagegen kommt der Regen wahrscheinlich nicht an und ab Dienstag sind
die Höchstwerte schon leicht überdurchschnittlich. Nach einem Maximum der
Höchsttemperatur am Donnerstag nächster Woche sinkt die Tageshöchsttemperatur
wieder ab und ab Samstag nächster Woche gibt es wieder überdurchschnittliche
häufige Südwest- und Westwinde, was den atlantischen Einfluss anzeigt.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Zunächst gibt es nur vereinzelt Gewitter. Ab Montag steigt im Süden und in der
Mitte die Gefahr von Dauer- oder Starkregen, vereinzelt mit Blitz und Donner.
Selbst ergiebiger Dauerregen über 50 l/qm in 24 Stunden ist möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, oper. Modelle
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden