S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 08.08.2026 um 10.30 UTC

Sommerliches und oft sonniges Wetter mit wieder ansteigenden Temperaturen, ab
Freitag ansteigendes Gewitterpotential.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 15.08.2026

Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Dienstag zieht ein Langwellentrog
ostwärts aus Mitteleuropa ab. Von Westen her nähert sich demnach ein Rücken,
dessen Achse sich am Mittag von Frankreich über Großbritannien bis nach Island
erstreckt. Das dazugehörige Bodenhoch liegt dann mit seinem Schwerpunkt über der
Nordsee und beeinflusst weite Teile Deutschlands mit freundlichem und oft
trockenem Wetter. Eine Kaltfront hat bereits weite Teile Deutschlands überquert,
sodass etwas weniger warme und vor allem trockenere Luftmassen Deutschland von
Norden geflutet haben. Dabei stellt sich ein deutliches Süd-Nord-Gefälle ein mit
Temperaturen von kaum 20 Grad im Norden und bis 34 Grad am Oberrhein. Am
Alpenrand liegen noch die Reste der feuchtwarmen Luft, sodass über den Alpen
einzelne Gewitter möglich sind.

Bis Mittwoch verlagert sich der Rücken allmählich ostwärts, liegt mit seiner
Achse aber noch westlich von Deutschland. Das Bodenhoch befindet sich zentral
über Mitteleuropa, sodass wir viel Sonnenschein bekommen werden. Die
eingeflossene trockene Luftmasse kann sich durch die Einstrahlung bereits wieder
erwärmen; Temperaturen unter 25 Grad sind dann nur noch im Norden zu erwarten.
Im äußersten Süden wird die feuchtwarme Luft nicht gänzlich ausgeräumt, sodass
über den Alpen weiterhin einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen sind, ebenso wie
das typische „Privatgewitter“ über dem Südschwarzwald.

Am Donnerstag erreicht die Rückenachse dann Deutschland und das Bodenhoch
verlagert seinen Schwerpunkt zur westlichen Ostsee und nach Polen. In den
Südwesten und äußersten Westen sickert wieder etwas feuchtere Luft ein. Ob es
dort bereits zu ersten Schauern und Gewittern kommt, ist aber noch fraglich. Im
großen Rest des Landes ist weiterhin die trockene Luftmasse wetterbestimmend,
die sich aber weiter aufheizen kann. Unter 25 Grad sind dann nur noch
unmittelbar an den Küsten zu erwarten, von der nördliche Mitte bis in den Süden
werden wieder heiße 30 bis 36 Grad erreicht.

Zum Freitag wird die Prognose unsicher (siehe Modellvergleich). Nach IFS
verbleiben wir unter dem Rücken und das Bodenhoch liegt weiterhin mit seinem
Schwerpunkt über Polen. Demnach würde uns ein weiterer sommerlich heißer und
überwiegend trockener Tag mit viel Sonnenschein erwarten. Dies ist aber nur eine
mögliche Lösung.

Am Samstag wird bei IFS der Rücken zwar von Norden durch einen schwachen Trog
abgehobelt, was die Hitze, verbunden mit einer übergreifenden Kaltfront, wieder
aus dem Norden in die Mitte und den Süden verdrängt. Rege Wetteraktivität ist
aber dennoch nicht zu erwarten. Im Süden und in der Mitte würde nach dieser
Variante das hochsommerliche und oft sonnige Wetter in die Verlängerung gehen.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe ist mindestens bis Freitagabend als gut
einzustufen. Erst ab Freitagabend nehmen die Unsicherheiten zu. In den beiden
gestrigen Läufen sollte dann nämlich aus Nordwesten eine Kaltfront aufziehen,
die sich am Samstag südostwärts ausbreiten sollte. Die Wetteraktivität wurde
zwar recht gering simuliert, jedoch hätten sich einzelne Gewitter ausbilden
können und die Hitze hätte effektiver in die Südosthälfte verdrängt werden
können. Im heutigen IFS-Lauf ist der Rücken kräftiger, sodass auch am Samstag
die Kaltfront lediglich den äußersten Norden erreichen soll, ohne nennenswerte
Wetteraktivität.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Auch bei den anderen Globalmodellen zeigt sich bis einschließlich Donnerstag
eine gute Konsistenz. Am Freitag nehmen dann, wie bereits erwähnt, die
Unsicherheiten zu. Während bei IFS der Rücken unvermindert über Mitteleuropa
liegt, kämen wir laut ICON hingegen auf die Vorderseite eines Trogs über
Westeuropa. Demnach könnte laut ICON schwül-heiße (statt der trocken-heißen Luft
bei IFS) nach Deutschland gelangen. Durch die Nähe zum Trog ist zusätzlich
Hebung vorhanden, sodass sich in der Südwesthälfte bereits erste kräftige
Gewitter bilden können. Diese breiten sich dann in der Nacht zum Samstag und am
Samstag auch in die Südosthälfte aus, während hinter einer Kaltfront im
Nordwesten wieder eine Stabilisierung einsetzt mit kühlerer und trockener Luft.
GFS stellt eine Art Zwischenlösung dar. Demnach würde der Trog deutlich
schwächer ausfallen und am Samstag über den Norden Deutschlands durchschwenken.
So würde zwar auch eine Kaltfront aus Nordwesten auf Deutschland übergreifen,
allerdings mit deutlich weniger Wetteraktivität, sodass man sagen könnte, dass
der heutige GFS-Lauf den gestrigen IFS-Läufen ähnelt.

FAZIT:
Bis Dienstag soll hinter einer Kaltfront trockene Luft eingeflossen sein, die
zumindest im Norden und in der Mitte für eine vorübergehende Unterbrechung der
Hitzewelle sorgen soll. Ein Rücken bzw. das dazugehörige Bodenhoch kann die
Luftmasse in den darauffolgenden Tagen allerdings rasch wieder erwärmen, sodass
am Donnerstag nur noch die Küsten unter 25 Grad liegen und die heiße Luft auch
wieder die nördliche Mitte oder gar den Norden erreichen kann. Vor allem im
Süden nimmt dann die Wärmebelastung wieder zu, wenngleich sie wegen der
trockenen Luftmasse (eher Schwüle, ausreichend nächtliche Auskühlung) nicht
extrem ausfallen dürfte. Zum Freitag nehmen die Unsicherheiten wieder zu mit
einer ansteigenden Gewitterneigung aus Südwesten.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Bei den Rauchfahnen erkennt man, dass der übergreifende und nachfolgend ostwärts
verlagernde Rücken sicher ist. Es ist kaum Spread vorhanden. Erst in der
erweiterten Mittelfrist nimmt der Spread allmählich zu.

Ähnlich sieht es mit dem Temperaturanstieg aus, der am Freitag, in der
Südosthälfte möglicherweise auch erst am Samstag sein Maximum erreicht. Beim
Übergreifen der Kaltfront am Samstag gibt es noch Unsicherheiten. Dadurch
fächern die Rauchfahnen im Norden am Samstag, im Süden erst am Sonntag deutlich
auf.

Niederschläge werden zunächst kaum bis gar nicht gezeigt. Erst ab Samstag nehmen
die Niederschlagspeaks zu.

Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t120h-168h alle Ensemble-Member in
ein Cluster gruppiert, das dem Blocking-Regime zugeordnet wird.

In der erweiterten Mittelfrist (t192h-240h) werden zwar drei Cluster gezeigt,
wobei sich am Blocking wenig ändern soll. Die Hauptunterschiede liegen bei einem
unterschiedlich stark ausgeprägten Rücken über dem nahen Ostatlantik. Der
Kontrolllauf befindet sich in Cluster 1 (21 Member).

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

GEWITTER:
Am Dienstag und Mittwoch sind nur an den Alpen und im Südschwarzwald einzelne
Gewitter möglich, sonst sorgt trockene Luft für warnfreies Wetter. Erst ab
Donnerstagabend sickert aus Südwesten wieder etwas feuchtere Luft ein. Ob es
dann dort schon für erste Gewitter reicht, ist sehr fraglich. Erst ab Freitag
nimmt in der Südwesthälfte das Gewitterpotential (zumindest laut ICON) wieder
zu, wobei dies noch unsicher ist. Die Gewitter sind dann – wie üblich – mit
Starkregen, Hagel und auch Sturmböen verbunden. Am Samstag könnte dann die
Südosthälfte Deutschlands von starken, teils schweren Gewittern betroffen sein,
wobei dies weiterhin nur von ICON angeboten wird, während es nach IFS und GFS
allenfalls an der Kaltfront einzelne Gewitter geben könnte.

HITZE:
Die eingeflossene trockene Luftmasse hinter der Kaltfront bringt uns erst einmal
eine Entspannung der Wärmebelastung. Dienstag und Mittwoch dürften nur die
Niederungen im Südwesten von einer starken Wärmebelastung betroffen sein. Erst
am Donnerstag und Freitag breitet sich die starke Wärmebelastung wieder auf
weite Teile des Südens und der Mitte aus. Auch wenn die Temperaturen in den
Niederungen im Südwesten wieder auf 37 oder gar 38 Grad ansteigen könnten,
dürfte die Wärmebelastung voraussichtlich nicht extrem werden. Die trockene
Luftmasse neigt einerseits nicht zur Schwüle und durch die niedrigen Taupunkte
kann es nachts noch einigermaßen abkühlen.

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel