#SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #MITTELFRIST ausgegeben am Samstag, den 18.07.2026 um 10.30 UTC
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 18.07.2026 um 10.30 UTC
Zunächst mäßig warm, ab Freitag wieder ansteigende Temperaturen. Leicht
unbeständig und gebietsweise etwas Regen.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 25.07.2026
Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am kommenden Dienstag liegt
Deutschland zunächst am Rande eines Höhentroges, der vom Norden Skandinaviens
über das Baltikum hinweg bis nach Südosteuropa reicht. In dessen Einflussbereich
kommt es vor allem von der Nordsee bis zum Erzgebirge vereinzelt zu Schauern. In
den weiteren Landesteilen dominiert der Einfluss eines umfangreichen Hochs mit
Schwerpunkt nordwestlich der Britischen Inseln, von dem aus ein Keil Richtung
Deutschland gerichtet ist. Entsprechend bleibt es dort trocken und die Sonne
kommt häufiger zum Vorschein. Mit der nordwestlichen Strömung gelangt eine mäßig
warme Luftmasse zu uns und die Höchstwerte liegen meist zwischen 19 und 24 Grad,
im Südwesten sind bei mehr Sonnenschein bis 27 Grad zu erwarten.
Am Mittwoch wird der Haupttrog durch einen rückseitig vorstoßenden
Kurzwellentrog regeneriert. Er verlagert sich vom Süden Skandinaviens in
Richtung Nord-/Nordostdeutschland. Ein zugehöriges flaches Bodentief zieht vom
Skagerrak in die südliche Ostsee. Dessen Ausläufer greift tagsüber mit
schauerartigem Regen und einzelnen Gewittern (maximal markante Warnstufe)
zunächst auf die Nordhälfte über und erreicht in der Nacht zum Donnerstag
schließlich auch den Süden des Landes. Dabei kann es gebietsweise 10 bis 20 mm
Regen in 24 Stunden geben (Schwerpunkte noch unsicher), meist liegen die Mengen
aber unter 5 mm, im Südwesten kann es stellenweise auch gänzlich trocken
bleiben. Zudem frischt der Nordwestwind insbesondere an der Nordsee teils
stürmisch auf.
Am Donnerstag schwenkt der Trog weiter südostwärts und verliert allmählich
Einfluss auf unser Wetter. Zuvor kommt es aber vor allem im Norden und Osten zu
weiteren Schauern. Auch im äußersten Süden sorgen die Reste des Tiefausläufers
noch für Regen. Die Temperatur liegt an beiden Tagen allgemein zwischen 18 und
24 Grad.
Von Südwesten nähert sich ein flacher Rücken und es setzt Druckanstieg ein, der
sich am Freitag ostwärts fortsetzt. Entsprechend nimmt die Niederschlagsneigung
auch im Norden und Osten ab. Die Luftmasse kann sich wieder etwas erwärmen und
erreicht meist Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad, im Südwesten bis 27 Grad.
Am Wochenende setzt sich die Erwärmung weiter fort und mit Ausnahme des Nordens
werden wieder sommerliche Werte zwischen 25 und 29 Grad erreicht. Höchstwerte
bis 30 Grad sind voraussichtlich nur sehr lokal im äußersten Südwesten zu
erwarten. Mit Annäherung eines weiteren Randtroges gestaltet sich das Wetter am
Wochenende und in die erweiterte Mittelfrist hinein eher leicht unbeständig.
Allerdings greifen Tiefausläufer nur in abgeschwächter Form über. Eine wirkliche
Linderung der extremen Trockenheit ist also weiter nicht in Sicht.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW Modells kann bis Freitag als gut bezeichnet werden.
Ab Sonntag lässt die Konsistenz nach. Unsicher ist noch, wie der neuerliche
Randtrog sich verhält, der mal rascher, mal langsamer von Westen übergreift.
Entsprechend unsicher ist auch noch die Niederschlagsentwicklung am Wochenende
und zu Beginn der neuen Woche.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Entwicklung der Wetterlage wird zunächst recht ähnlich gezeigt. Einzig ICON
lässt den Randtrog am Mittwoch und Donnerstag über Deutschland weiter nach
Westen ausgreifen als die anderen Globalmodelle. Entsprechend sind die
Niederschlagsschwerpunkte bei ICON eher in der Westhälfte und im Süden zu
finden, während sich die anderen Modelle vor allem auf den Norden und Osten des
Landes konzentrieren.
Auch der neuerliche Randtrog am Wochenende wird noch unterschiedlich ausgeprägt
und positioniert vorhergesagt und somit auch die Niederschlagsentwicklung.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen des EZMW für ausgewählte Stationen in Deutschland stützen die
Aussagen auf Basis des Hauptlaufs. So ist der Spread sowohl bei der Temperatur
als auch beim Geopotential bis einschließlich Freitag gering und nimmt ab dem
Wochenende etwas zu. Niederschlagssignale sind Richtung Westen und Süden nur
sporadisch vorhanden, Richtung Norden und Osten häufiger. Insgesamt bleiben die
Mengen aber gering.
Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum +72 bis 96 Stunden drei Cluster,
die aber für Mitteleuropa keine signifikanten Unterschiede zeigen. Für den
darauffolgenden Zeitraum gibt es vier Cluster, die alle dem Regime „Atlantic
Ridge“ zugeordnet werden. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 1, in dem
auch die meisten Member enthalten sind. Die anderen Cluster zeigen ähnlich zum
Modellvergleich noch unterschiedliche Positionen des Randtroges zum kommenden
Wochenende hin.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch sind vor allem in der Nordhälfte, am Donnerstag im Osten und
äußersten Süden einzelne Gewitter in Verbindung mit Starkregen um 15 l/qm in
einer Stunde und stürmischen Böen Bft 8 gering wahrscheinlich.
Zudem weht am Mittwoch an der Nordsee teils stürmischer Nordwestwind (Bft 8).
Sonst sind keine signifikanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger