#SXEU31 #DWAV150800 #SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Mittwoch den 15.04.2026 um 08 UTC
SXEU31 DWAV 150800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 15.04.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Überwiegend HFa
Meist keine markanten Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch… Der gestern noch über Deutschland angelangte Trog schwenkt über
Polen weiter ostwärts. Weiter nördlich hat sich in der Nähe des Bodentiefs über
Südschweden schon gestern Abend ein Cut-Off-Tief gebildet, das bis zum Abend in
den Raum Gotland zieht, wobei sich das Bodentief weiter auffüllt. Auf der
Rückseite des Troges hat sich ein abgeschlossenes Hoch gebildet, welches vom
östlichen Mittelgebirgsraum nach Polen wandert, wobei aber die Kernisobare von
1025 hPa verschwindet. Insgesamt ergibt sich am Nachmittag ausgehend vom
nordosteuropäischen Hoch eine flache Hochdruckzone über das östliche
Mitteleuropa bis nach Südosteuropa. Der hohe Luftdruck wird dabei durch einen
von Südwesteuropa ausgehendem Höhenkeil gestützt, der über Benelux zur Nordsee
reicht und nach Deutschland wandert. Auf der Rückseite der Keilachse beginnt
aber vor allem im Westen Deutschlands der Luftdruck zu sinken und es nähert sich
von Frankreich das schwaches Frontensystem eines Tiefs weit westlich von Irland.
So gibt es heute in den meisten Gebieten einen recht freundlichen Tag, wobei
sich aber Quellwolken bilden, die sich an einer Inversion in 800 hPa ausbreiten.
Weniger Sonnenschein gibt es etwa südöstlich der Alb, wo anfangs noch dichte
Bewölkung liegt und auch im Ostseeküstenbereich ziehen im Randbereich des
Cut-Off-Tiefs über Südschweden auch mal dichtere Wolken durch. Insgesamt bleibt
es weitgehend trocken. Bei langsam auf 0 Grad (Usedom) bis 6 Grad (Alpenrand)
ansteigenden Temperaturen in 850 hPa klettern die 2-Meter-Temperaturen bis zum
Nachmittag auf 15 bis 21 Grad mit den höchsten Werten im Rheintal. Nur an der
Küste kann es bei auflandigem Wind frischer sein.
Der Wind weht meist nur schwach und kommt im Süden meist aus östlichen
Richtungen und dreht im Westen auf Süd bis Südost.
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt der Keil unter Abflachung zur Oder (300
hPa) und es folgt von Westen ein schwacher, vor allem in 300 hPa ausgeprägter
Randtrog nach. Das Frontensystem über Frankreich und Benelux Okkludiert und die
entstehende Okklusion erreicht in der 2. Nachthälfte den Westen Deutschlands.
Insofern nimmt in der Westhälfte die Bewölkung zu und im Südosten gibt es noch
Restwolken ähnlich wie im Nordosten. So wird es am ehesten noch in Teilen von
Sachsen-Anhalt und Brandenburg zumindest teilweise gering bewölkt sein. Dort
gibt es dann auch die niedrigsten Tiefstwerte mit rund 2 Grad und
Bodenfrostgefahr. Ansonsten ist es dank der Bewölkung milder mit Minima zwischen
10 und 5 Grad. Der Wind kommt meist schwach aus Südost bis Süd, an der Ostsee
teils aus Ost.
Donnerstag… wird der ohnehin nur schwache Trog in 500 hPa unter weiterer
Auffüllung über den Norden Deutschlands hinweg ostwärts gesteuert. Nachfolgend
schwenkt ein besonders in 500 hPa ausgeprägter Höhenrücken unter Verstärkung
nach Mitteleuropa, an dessen Westflanke durch Warmluftadvektion noch
Geopotential ŽandocktŽ. Somit bildet sich bis zum Abend über Benelux eine
weitere Keilachse. Der schwache, in 300 hPa ausgeprägte Trog überläuft dabei die
über Deutschland liegende Okklusion, die insofern nur schwach ausgeprägt ist.
Der schwach frontale Regen im Westen geht mit Ostverlagerung in einzelne Schauer
über und da sich mit etwas Einstrahlung auch etwas Cape-ML zwischen 50 und 200
J/Kg entwickelt (bei PPWs zwischen 15 und 21 mm), sind auch isolierte Gewitter,
vor allem in einem Streifen von Mecklenburg bis zum nördlichen Baden-Württemberg
möglich, die aber meist kein markantes Wetter bedeuten (dank geringer Höhenwinde
meist nur 7er Böen und kaum Starkregen). In größeren Gebieten Deutschlands
dürfte es meist trocken bleiben oder es fallen nur wenige Tropfen.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 16 und 22 Grad wird es dabei noch etwas
wärmer als am Vortag.
Der Wind weht meist schwach, nur gelegentlich mäßig und dreht auf meist auf
westliche Richtungen.
In der Nacht zum Freitag verlagert sich die Achse des neuen Höhenrückens zum
westlichen Deutschland. Hierdurch wird eine Hochbrücke gestützt, die vom
nordosteuropäischen Hoch über Mitteleuropa bis nach Südwesteuropa reicht, wobei
die Luftdruckgegensätze nach wie vor gering sind. Eine in der mittleren und
oberen Troposphäre vorhandene westliche Strömung lässt Wolkenfelder durchziehen
und im Osten lassen die Schauer nach. Örtlich klart der Himmel aber auch auf,
was im Norden und südlich der Alb am wahrscheinlichsten ist. In diesen Gebieten
besteht daher bei rund 2 Grad die Gefahr von Bodenfrost und Nebel. Ansonsten
kühlt es meist auf 9 bis 4 Grad ab.
Freitag… Der Höhenkeil schwenkt unter leichter Verstärkung bis Tagesende zum
mittleren Deutschland und dehnt sich bis zum Bottnischen Meerbusen aus, wodurch
das nordosteuropäische Hoch weiter gestützt wird und an der Bodendruckverteilung
ändert sich bei uns nur wenig. Weiterhin werden mit der westlichen bis
nordwestlichen Höhenströmung hohe und mittelhohe Wolkenfelder nach Deutschland
geführt und im Tagesverlauf bilden sich auch einige Quellwolken, die aber durch
eine Inversion in 700 hPa am weiteren Aufsteigen gehindert werden. So bleibt es
insgesamt weitgehend trocken (eventuell vereinzelt schwache Schauer im
Mittelgebirgsraum, von GFS gezeigt). Die Luft kann sich noch etwas erwärmen, so
dass Höchstwerte zwischen 17 Grad im Nordosten und 23 Grad im Südwesten erreicht
werden. Nur im Küstenbereich ist es bei auflandigem Wind frischer. Der Wind
bleibt meist schwach und weht überwiegend aus Nordost bis Ost.
In der Nacht zum Samstag ändert sich die Lage kaum. Es kühlt auf 10 bis 2 Grad
ab mit den niedrigsten Werten im Osten, wobei dort Bodenfrost auftreten kann.
Vor allem im Mittelgebirgsraum kann sich Nebel bilden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die externen Modelle simulieren recht ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden