S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 28.03.2026 um 10.30 UTC

Anfangs nasskaltes Schauerwetter, im Verlauf voraussichtlich etwas zunehmender
Hochdruckeinfluss, aber nur sehr zögernd milder. Noch große Unsicherheiten.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 04.04.2026

Am Dienstag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, simuliert IFS zwei kräftige
Höhenhochs, eines westlich der Iberischen Halbinsel und ein weiteres über dem
nördlichen Russland. Beide stützen kräftige Bodenhochs, wobei besonders ein über
der Biskaya liegendes Hoch besonders stark ausgeprägt ist. Dazwischen liegt ein
schmaler, sehr weit nach Süden reichender Langwellentrog mit einer Achse von
Schweden über Deutschland hinweg bis Tunesien, der südlich der Alpen
Abtropftendenzen zeigt. Auf der Vorderseite dieses Troges befinden sich Tiefs
über Sizilien und der Ukraine, so dass Deutschland im Bereich einer
nordwestlichen bis nördlichen bodennahen Strömung liegt, mit welcher Meeresluft
polaren Ursprungs (T850 ca. -4°C) zu uns gelangt. Diese ist unter Höhenkaltluft
hinreichend instabil und einigermaßen feucht, so dass insbesondere im Tagesgang
mit zahlreichen Schauern und auch Gewittern zu rechnen ist, die oberhalb 800 m
durchwegs als Schnee fallen. An den Alpen kommt es durch Stau zu deutlicher
Neuschneeakkumulation mit wahrscheinlich meist über 20 cm bis in die Täler.

In der Nacht zum Mittwoch tropft das Höhentief rasch ab und findet sich am
Mittwoch über dem Tyrrhenischen Meer ein. Nördlich davon verschwindet das
Trogresiduum rasch und die beiden Höhenhochs verbinden sich rasch mit einer
Brücke über Südskandinavien. Damit stellt sich über Deutschland eine
nordöstliche Höhenströmung ein. Bodennah bildet sich eine Hochdruckbrücke vom
Azorenhoch über die Biskaya und Südskandinavien bis nach Nordrussland, so dass
bei uns der bodennahe Wind auf Nordost dreht. Die recht kalte Luft bleibt bei
uns liegen, allerdings zieht sich die Höhenkaltluft Richtung Süden zurück, so
dass es vor allem über dem Süden noch zu Schauern und einzelnen Gewittern kommt.
Nach Norden hin gibt es kaum Schauer und die Quellwolken lockern auf.

Am Donnerstag hat sich die Höhenkaltluft nach Süden verabschiedet, die Brücke
verlagert ihre Achse bodennah und in der Höhe etwas nach Süden, so dass bei uns
Hochdruckeinfluss dominiert. Unter Absinken erwärmt sich die Luftmasse nur
wenig. Über weiten Landesteilen soll es recht sonnig werden, im Südosten halten
sich aber dichte Wolken und es regnet noch etwas, in den Alpen fällt etwas
Schnee.

Am Karfreitag schwächt sich die Brücke am Boden und in der Höhe ab und über
Frankreich zieht ein schwaches Höhentief südwärts. Damit kann es insgesamt
wieder etwas wolkiger werden, auch im Süden bleibt es noch bei dichterer
Bewölkung. Das Temperaturniveau sollte dagegen leicht ansteigen. Insgesamt
bleibt das Wetter aber ruhig und niederschlagsfrei.

Am Karsamstag setzt sich von Westen her wieder eine stärkere westliche
Höhenströmung über Deutschland durch. Die Hochdruckbrücke wird zunehmend nach
Süden abgedrängt und mit einem Bodentrog schwenkt auch das okkludierte
Frontensystem eines atlantischen Tiefs durch. Bodennah dreht der etwas
auffrischende Wind von Südwest auf West. An der Front kommt es bei allenfalls
geringer Labilität zu leichten schauerartigen Regenfällen.

In den Folgetagen zieht sich die stärkere westliche Höhenströmung etwas nach
Norden zurück und von Südwesten weitet sich ein Höhenkeil sehr langsam zu uns
aus. Bodennah gelangen wir dagegen von Südwesten sehr schnell unter
Hochdruckeinfluss. Während der Norden noch von Tiefausläufern gestreift wird,
setzten sich im Süden freundliches Wetter und wieder mildere Luftmassen durch.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Zwischen dem gestrigen 00-UTC-Lauf des IFS und den beiden nachfolgenden Läufen
zeigen sich bereits am Mittwoch erhebliche Inkonsistenzen. Während die beiden
jüngeren Läufe wie oben beschrieben das Höhentief am Mittwoch nach Süden
abziehen lassen, hält sich dieses beim gestrigen 00-UTC-Lauf zäh und wird am
Karfreitag durch einen Trog von Norden her noch einmal mit Kaltluft gefüttert.
Der Abzug dieses Höhentiefs findet nach dem gestrigen 00-UTC-Lauf erst am
Karsamstag statt und auch in den Folgetagen bleibt es recht kalt, weil dann ein
Skandinavienhoch weiter für Zufuhr kühler Luft sorgt.

Die beiden jüngeren Läufe sind dagegen in weit besserer Übereinstimmung, wobei
der gestrige 12-UTC-Lauf insgesamt noch etwas antizyklonaler eingestellt ist.
Insgesamt besteht aber im gesamten Zeitraum von Mittwoch bis Samstag nach den
neueren Läufen die Tendenz zu trockenerem und etwas milderem Wetter im Vergleich
zum gestrigen 00-UTC-Lauf.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bis zum Mittwoch zeigen die vorliegenden deterministischen Modelle eine recht
homogene Entwicklung. Ab Donnerstag laufen die Entwicklungen aber dann
vollkommen auseinander, wobei GEM die recht antizyklonale Variante des IFS
stützt, während nach ICON, GFS und UK10 zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit
unterschiedlichen Ausprägungen wieder Tröge übergreifen. GFS hat am Karfreitag
ein recht kräftiges Höhentief mit einem kleinen Sturmtief über der Nordsee im
Angebot. Allen Prognosen ist aber gemein, dass ein deutlicher Temperaturanstieg
zumindest bis Karsamstag nicht zu erwarten ist. Dabei ist bei Aufklaren auch
immer wieder Nachtfrost ein Thema, bei den zyklonalen Varianten auch Schnee im
Bergland.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Donnerstag bis Samstag auf fünf
Cluster. Alle Cluster zeigen am Donnerstag und Freitag, 00 UTC, den Ansatz der
Hochdruckbrücke (bzw. Geopotentialbrücke) und stützen damit die Prognose des
Hauptlaufs. Am Samstag um 00 UTC sehen wir dann größere Unterschiede. Der Haupt-
und Kontrolllauf sind Cluster 3 (11 Mitglieder) zugeordnet, das in etwa auch die
oben beschriebene Entwicklung zeigt. C1 (13 Mitglieder) und C5 (7 Mitglieder)
zeigen ähnliche Entwicklungen wie C3, allerdings am Samstag mit etwas weiter
südlich sich annähernder starker Höhenströmung, folglich etwas zyklonaler.
Deutlich zyklonaler mit Trogeinfluss sind C2 (12 Mitglieder) und C4 (8
Mitglieder). Der Blick in die erweiterte Mittelfrist zeigt bei allen vier
Clustern einen starken Geopotentialanstieg vom Südwesten Europas bis hin nach
Mitteleuropa mit starker Tendenz zu Hochdruckeinfluss bei uns.

Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen ein über den
Zeitraum allmählich ansteigendes Geopotential, mit leichtem Rückfall am Freitag
und stark zunehmender Streuung der Einzelläufe ab Samstag. Auch die Temperatur
soll ausgehend von einem niedrigen Niveau im Verlauf langsam, aber stetig
ansteigen, im Norden aber deutlich zögerlicher als im Süden. Die Streuung der
Kurven ist anfangs gering, nimmt dann ab Samstag und Sonntag deutlich zu.
Niederschlagssignale fokussieren sich stark auf den Dienstag, sind aber auch
danach noch vereinzelt zu finden.

Die Rauchfahnen des GFS zeigen im Wesentlichen die gleiche Entwicklung wie jene
des IFS.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der EFI zeigt am Dienstag ein Signal für recht kräftigen Wind in Nordseenähe und
ergiebigen Schneefall an den Alpen.

Sturm:
Das IFS-EPS zeigt am Dienstag deutliche Signale für stürmische Böen an der
Nordsee und bis ins nordwestdeutsche Binnenland hinein.

Schneefall:
Am Dienstag zeigt das IFS-EPS hohe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 10 cm
Neuschnee an den Alpen, auch in den südlichen Mittelgebirgen und am Erzgebirge
sind solche Summen nicht ausgeschlossen. An den Alpen finden sich auch
signifikante Wahrscheinlichkeiten für mehr als 20 cm innert 24 Stunden. Im
Gesamtzeitraum von etwa Montagmittag bis Mittwochmittag erscheinen
Neuschneehöhen von 30 bis 50 cm bis in die höheren Alpentäler nicht
unwahrscheinlich.

Darüber hinaus drohen bis Karsamstag wohl keine weiteren Wettergefahren. Es wird
aber darauf hingewiesen, dass im gesamten Zeitraum immer wieder leichter Frost
auftreten kann, auch in den weniger frostanfälligen Regionen des Landes.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS

VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann