#SXEU31 #DWAV260800 #SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Donnerstag den 26.02.2026 um 08 UTC
SXEU31 DWAV 260800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 26.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
SW a, weitgehend ohne markante Wettergefahren.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag… liegt Deutschland unter einem Höhenrücken, der allmählich ostwärts
schwenkt. Dessen Achse erstreckt sich am Abend von den Beskiden über Ostpolen
hinweg bis nach Karelien. Das zuvor wetterbestimmende Bodenhoch verlagert sich
nach Nordwestrussland, weist aber einen Keil auf, der bis nach Bulgarien reicht.
Die Frontalzone kann sich mit einer west-südwestlichen Strömung bis in den
Nordwesten Deutschlands durchsetzen. Ein schwacher, darin eingelagerter Trog
wird über den Norden Deutschlands hinweg ostwärts gesteuert, aber dabei
weitgehend zugeschüttet. Somit erschöpft sich dessen Wetterwirksamkeit in Form
mehrschichtiger Bewölkung, die den Nordwesten und Norden Deutschlands streift.
Dabei bleibt es weitgehend niederschlagsfrei.
In den anderen Gebieten hält sich antizyklonaler Einfluss. Bedingt durch den bis
zur Balkanhalbinsel reichenden Hochkeil ergibt sich eine schwache südliche bis
südwestliche bodennahe Windkomponente. Somit wird in allen Niveaus sehr milde
Luft herangeführt. Nebel und tiefe St-Bewölkung sollten sich im Tagesverlauf
weitgehend, abgesehen vielleicht von einigen Regionen in Donaunähe, auflösen.
Damit wird dank Einstrahlung der Weg frei für eine Erwärmung auf 14 bis 19, in
Rheinnähe auf Werte um 20 Grad. Nur im Nordosten, im Südosten und in Gebieten
mit zähem Nebel kann sich die milde Luft bei Höchsttemperaturen zwischen 9 und
13 Grad noch nicht so recht durchsetzen. In Vorpommern werden wahrscheinlich nur
niedrige einstellige Temperaturmaxima erreicht.
In der Nacht zum Freitag stößt ein Trog in den nahen Ostatlantik vor, was die
west-südwestliche Strömung etwas aufsteilen lässt. Zwar zieht der Gradient etwas
an, aber für warnrelevante Böen reicht es eher nicht. Abgesehen vom Süden und
Südosten dürfte hierdurch die Nebelneigung geringer werden.
Bedingt durch die Nähe der Frontalzone dominiert im Norden Deutschlands stärkere
Bewölkung, ohne dass nennenswerter Niederschlag fällt. Ansonsten klart es
verbreitet auf. Im Südosten kann sich hierdurch noch einmal leichter Frost
einstellen. Ansonsten bleibt es frostfrei. In den südlichen und südöstlichen
Landesteilen können sich erneut Nebelfelder bilden.
Freitag… rückt der Trog bis in die Biskaya vor. Durch diesen Trog wird eine
Zyklogenese induziert, wobei das resultierende Tief bis vor den Westausgang des
Ärmelkanals gelangt. Mit der Warmfront dieses Tiefs hält sich im Nordwesten
Deutschlands mehrschichtige Bewölkung, in Nordseenähe kann etwas Regen fallen.
Ansonsten überwiegt unter dem Höhenrücken, der sich vom Ostalpenraum bis zu den
Baltischen Staaten erstreckt, Absinken. Am Rande des nach Südosteuropa
reichenden Bodenhochkeils bleibt die südliche bis südwestliche bodennahe
Windkomponente bestehen. Nebel und tiefe St-Felder im Süden und Südosten sollten
sich spätestens in den Mittagsstunden auflösen, so dass dann einer weitgehend
ungehinderten Einstrahlung nichts mehr im Wege steht. Gegenüber heute ist ein
weiterer Temperaturanstieg auf 15 bis 20, in tieferen Lagen Südwestdeutschlands
bis 22 Grad zu erwarten, was für Ende Februar Rekordwerte ergibt. Nur
unmittelbar an der See und vielleicht auch in Vorpommern wird es mit 9 bis 14
Grad noch nicht so mild.
In der Nacht zum Samstag stößt der Trog nach Westfrankreich vor und überläuft
somit das über England liegende Bodentief, das den Höhepunkt seiner Entwicklung
erreicht haben dürfte. Mit der schleifenden Warmfront dieses Tiefs und der auf
den Westen Deutschlands übergreifenden schwachen Kaltfront kommt im Nordwesten
etwas Regen auf, wobei jedoch kaum mehr als 5 mm innerhalb von 12 Stunden zu
erwarten sind.
Da im Süden und Südosten der Gradient kaum anzieht, können sich dort erneut
flache Nebelfelder bilden. In den südöstlichen Landesteilen, etwa vom
Bayerischen Wald bis zu den Alpen, ist leichter Frost zu erwarten. Ansonsten
bleibt es frostfrei, unter Wolken im Nordwesten und Westen sind die
Tiefsttemperaturen zum Teil zweistellig.
Samstag… wird das mit dem Trog über Westeuropa korrespondierende Tief in die
nördliche Nordsee gesteuert. Der hiervon ausgehende Boden- und Höhentrog wird
über den Nordwesten Deutschlands hinweg nordostwärts geführt. Dessen schwache
Kaltfront greift über die Mitte Deutschlands hinweg auf den Osten über, ist aber
von Kaltluftadvektion überlaufen und daher nur wenig wetteraktiv. Geringe
Niederschläge von meist wenigen Millimetern sind auf den Nordwesten und Westen
Deutschlands beschränkt. Nur in Nordseenähe sind um 5 mm innerhalb von 12
Stunden möglich. Mit dem Übergreifen des Troges kann im Nordwesten und Westen
Deutschlands der Wind mit Böen Bft 7 auffrischen. In den dortigen Höhenlagen wie
auch auf exponierten Berggipfeln der nördlichen Mittelgebirge sind stürmische
Böen nicht ganz auszuschließen. Ansonsten ist der Wind nicht warnrelevant.
Im Osten und Südosten bleibt der antizyklonale Einfluss bestehen, wenngleich
auch dort ein paar mittelhohe und hohe Wolkenfelder die Einstrahlung etwas
dämpfen. Hierdurch wird es mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 14 und 19 Grad
nicht mehr so mild wie am Freitag. Im Norden und Westen sowie in einigen
Regionen Süddeutschlands, in welchen eine Gradientzunahme ausbleibt, werden 9
bis 14 Grad erreicht.
In der Nacht zum Sonntag greift der Trog auf die Benelux-Staaten, Ostfrankreich
und die Pyrenäen über. Warmluftadvektion, die die westliche Nordsee und
Nordfrankreich erfasst und die in Verbindung mit der Warmfront eines Tiefs über
dem mittleren Nordatlantik steht, sorgt westlich der Britischen Inseln für
Geopotentialgewinn und für die Aufwölbung eines zunächst flachen Höhenrückens.
Kaltluftadvektion, die den Norden und die Mitte Deutschlands erfasst, dämpft in
diesen Gebieten die Niederschlagstätigkeit weitgehend. Im Südwesten und Süden
wird dagegen die Kaltfront durch den sich annähernden Trog etwas aktiviert, mehr
als 5 mm Niederschlag kommen aber auch dort nicht zusammen. Meist beschränkt
sich die Wetterwirksamkeit dieser absterbenden Front auf mehrschichtige
Bewölkung. Daher bleibt es dann auch in diesen Gebieten wie bereits zuvor in den
anderen Landesteilen frostfrei.
Modellvergleich und -einschätzung
Hinsichtlich der Tiefentwicklung am Samstag ergeben sich signifikante
Unterschiede. Ein vergleichbares Szenario hat nur UK10 zu bieten, wobei sich
hier dieses Tief etwas rascher ostwärts verlagert. Eine Windzunahme im
Nordwesten und Westen bis hin zu warnrelevanten Böen ist aber auch nach UK10
vorstellbar. GFS und auch das kanadische Modell haben nur eine schwache
Tiefdruckrinne, EZ einen flachen Bodentrog zu bieten. Daher wären nach den
beiden zuletzt genannten Modellen die Böen nicht warnrelevant. In der Nacht zum
Sonntag gleichen sich die Modelle dann weitgehend an.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann