#SXEU31 #DWAV140800 #SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Mittwoch den 14.01.2026 um 08 UTC
SXEU31 DWAV 140800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 14.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
SW z Übergang zu S a
Kommende Nacht stellenweise Glatteis im Süden nicht ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch… liegen wir unter einer westlichen Strömung am Rand eines Höhenkeils
über dem Mittelmeerraum. Dabei überquert ein markanter Kurzwellentrog in der
ersten Tageshälfte zügig Norddeutschland nach Osten und schiebt ein
okkludierendes Frontensystem ins östliche Mitteleuropa. Nachfolgend greift ein
kurzwelliger Rückenanteil über. Die zurückhängende Kaltfront wird über der
Landesmitte stationär und verliert an Wetterwirksamkeit. Nördlich davon gelangt
erwärmte Meereskaltluft nach Norddeutschland (T850 -3°C), im Süden wird milde
Meeresluft eingesteuert (T850 +4°C).
Dabei regnet es zunächst im Norden und der Mitte verbreitet, nur anfangs
vereinzelt mit Glättegefahr, wo sich in orografisch gegliedertem Gelände
Kaltluftreste halten. Sonst ist es mild. Die Nebelfelder im Südosten lichten
sich und von der Nordsee her lockert die Bewölkung zumindest über
Norddeutschland teilweise wieder auf.
Zudem wird der Druckgradient auseinandergezogen. Anfangs treten in exponierten
Kamm- und Gipfellagen Sturmböen Bft 8/9 auf, in Leelagen sind Windböen aus Süd-
bis Südwest möglich. Etwa ab Mittag sollten kaum noch warnrelevante Böen
zustande kommen.
Auflockerungen sind auch in den südlichen Landesteilen, nahe der Hochdruckzone,
die auch über den Alpenraum verläuft, zu erwarten. Das betrifft die Bereiche
etwa vom Schwarzwald bis zum Inn, sofern sich in diesen Gebieten Nebel und
tiefer St aufgelöst haben. In den anderen Gebieten hält sich starke Bewölkung.
Das Aufweichen des Gradienten ist für eine Erwärmung nicht förderlich, was vor
allem im Nordosten deutlich wird. Meist werden 4 bis 8, ganz im Nordosten und im
östlichen Bergland teils 2 bis 5°C Grad erreicht. Nur in einigen tieferen Lagen
Südwest- und Süddeutschlands setzt sich die mildere Luft mit Temperaturen von 10
bis 14°C durch.
In der Nacht zum Donnerstag läuft in die Westflanke des über Polen nach Osten
abziehenden Keils ein abschwächender Trog hinein. Dieser aktiviert den über
Deutschland liegenden Tiefausläufer, der sich in der aufkommenden SW Strömung
als Warmfront wieder nordwärts in Bewegung setzt. So regnet es im Laufe der
Nacht vermehrt über der Westhälfte und der Mitte.
Die Mengen bleiben moderat, mit lokal um 10 l/qm in einigen Staulagen der
westlichen Bergländer. Im Nord- und Südosten Deutschlands bleibt es, abgesehen
von Nebelnässen (das in diesen Gebieten zu Glätte führen kann)
niederschlagsfrei. In der Peripherie des Regens, im Süden Richtung Donau und
nach Osten hin vielleicht Richtung Lausitz, wäre auch lokal gefrierender Regen
nicht ausgeschlossen. Allerdings ist fraglich, ob jeweils der Regen dorthin
kommt und ob die Temperaturen nach vorangegangener Abkühlung nicht schon wieder
etwas angestiegen sind.
Im äußersten Nordosten kann es in der ersten Nachthälfte, bevor dort
Wolkenaufzug einsetzt, aufklaren, was dort (wie auch im Südosten Deutschlands,
wo es längere Zeit klar bleibt) leichten Frost zur Folge haben dürfte. Der
südliche Wind lebt nur exponiert im Bergland und über der Nordsee teils
kräftiger auf, ohne Warnrelevanz.
Donnerstag… geraten wir auf die Vorderseite eines großen Troges, resp.
Bodentiefs über dem Nordostatlantik unter eine südwestliche Strömung. Die
leichten Regenfälle der Warmfront ziehen nach Polen, Tschechien und zur Ostsee
ab, dahinter liegen wir im großen Warmsektor des o.e. Tiefs in dem sich die
Advektion von milder Luft in der unteren Troposphäre noch etwas verstärkt.
In der Höhe zeichnet sich ein schwacher Rücken ab, der antizyklonalen Touch in
die Strömung bringt, sodass es dann meist trocken bleibt und die Wolken im Süden
stärker, sonst gebietsweise in Leelagen auflockern.
Da an der Vorderseite einer nach Südengland ziehenden Welle Warmluftadvektion in
Gang kommt, bleibt die Bewölkung sonst geschlossen. Der Wind dreht etwas nach
Südost und langt nur über der Nordsee und im Bergland zu 7 Bft in Böen,
exponierte Gipfel 8 bis 9 Bft aus SW.
Während es im Westen etwas milder wird, ändern sich die Temperaturen in 2m sonst
nur unwesentlich.
In der Nacht zum Freitag entwickelt sich die Welle nur wenig und wird über die
Nordsee bis kurz vor die norwegische Küste gesteuert. Hierdurch legen im
Nordwesten und Westen Deutschlands Druckgradient und der Süd- bis Südostwind
etwas zu. In exponierten Lagen der westlichen Mittelgebirge sowie über der
offenen Nordsee (der Wind ist an der gesamten Nordseeküste ablandig) muss mit
Wind- und vereinzelten stürmischen Böen gerechnet werden. Auf dem Brocken aber
bis Bft 9 bis 10. Die Kaltfront der Welle bringt im Laufe der Nacht dem
äußersten Westen und Nordwesten etwas Regen.
Im Süden und Südosten Deutschlands sind die Luftdruckgegensätze gering, so dass
dort nach Aufklaren mit Nebel zu rechnen ist. Zudem stellt sich dort wie auch
vom östlichen Mittelgebirgsraum zur Lausitz leichter Frost ein. In Nebelgebieten
besteht dabei Glättegefahr durch gefrierendes Nebennässen.
Freitag… meridionalisiert die Strömung deutlich. Der Langwellentrog über dem
Atlantik weitet sich nach Portugal aus, östlich davon reicht ein Keil bis
Finnland und Russland. Die Strömung dreht in der Höhe fast bis Süd.
Die Kaltfront der Welle greift schleifend auf den Norden und Westen Deutschlands
über und geht in die Warmfront einer flachen Welle bei den Pyrenäen über. Sie
erfährt kaum dynamische Unterstützung und ist auch nicht besonders baroklin.
Somit dürften dichte Wolken und wenig Regen über West- und Nordwestdeutschland
ziehen.
Ansonsten halten sich vor allem nach Südosten zu zähe Nebelfelder, sonst gibt es
Aufheiterungen über der Mitte und der SE-Hälfte.
Der Druckgradient fächert wieder auf, einzelne steife Böen aus S-SE treten über
der Nordsee und exponiert im Bergland auf. Brocken und Alpen sind mit
stürmischen Böen dabei.
In der Nacht zum Samstag kräftigt sich das Hoch über Osteuropa und auch über
Skandinavien beginnt der Druck zu steigen. Damit dreht die Strömung bodennah auf
Südost mit langsam ausfließen von kühleren Luftmassen aus dem Hoch zu uns. Der
Tiefausläufer wird samt Wolken und (geringem) Regen nach Westen gedrückt, sonst
breiten sich gebietsweise Nebel- und Hochnebelfelder aus, teils wird es
aufgelockert oder gering bewölkt. Im Westen liegen die Werte meist etwas über
0°C, sonst gibt es oft leichten, im Südosten örtlich mäßigen Frost. Stellweise
ist Glätte möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren großräumig ähnlich.
Auch das lokale Glatteis kommende Nacht ist unsicher, weil die meisten Modelle
den Regen nicht so offensiv in die kälteren Bereiche ausgreifen lassen, wie
ICON.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner