S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 13.01.2026 um 10.30 UTC

Weitgehend ruhiges Wetter mit allmählich wieder zurückgehender Temperatur

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 20.01.2026

Im Vergleich zu gestern hat sich an der großräumigen Struktur nicht viel
geändert. In der Höhe bildet sich ab Freitag (erster Tag der Mittelfrist)
ausgehend von Nordafrika eine Hochdruckzone, die bis ins Baltikum und nach
Südfinnland reicht. Sie verlagert sich ab Montag etwas nach Osten und Süden,
bleibt aber im Grunde bis Wochenmitte wetterwirksam.

Flankiert wird die Hochdruckzone im Westen am Freitag von einem sich mehr und
mehr amplifizierenden Trog samt Tiefdruckgebiet am Boden. Daraus tropft am
Samstag ein Tief über der Biskaya ab, das in der Folge zur Iberischen Halbinsel
und in den westlichen Mittelmeerraum zieht. Der Haupttrog zieht sich nach
Nordskandinavien zurück und macht Platz für einen weiteren Trog, der sich von
Grönland zu Wochenbeginn nach Westeuropa vorarbeitet. Auch aus ihm tropft am
Montag ein Tief ab, das mit dem Tief über dem westlichen Mittelmeerraum
interagiert.

Nördlich der Hochdruckzone ziehen immer wieder kleinere Störungen durch, die
aber kein Potenzial zur Entwicklung stärkerer Zyklonen aufweisen. Erst nach
Wochenmitte nächster Woche könnte sich in der Höhe eine Zone tieferen
Geopotentials etablieren, die zum Ende der kommenden Woche wieder subpolare
Luftmassen auch nach Mitteleuropa führen könnte.

Über Südosteuropa dreht sich zu Beginn der Mittelfrist ein Höhentief, das im
Verlauf von kalter Kontinentalluft über Russland gespeist wird. Dabei verlagert
es sich weiter ost-südostwärts Richtung Asien.

Details für Deutschland:
Zu Beginn der Mittelfrist (am Freitag) fließt zwischen dem Hoch über Osteuropa
und den Tiefdruckgebieten über Westeuropa milde, aber vor allem im Westen und
Norden auch noch feuchte Luft ins Land. Dabei kann es im Westen etwas Regen
geben, sonst bleibt es aber niederschlagsfrei mit einigen Sonnenstunden im Süden
und Osten, aber dichten Wolken im Norden. Zunehmender Hochdruckeinfluss fördert
das Absinken und so die Bildung einer kräftigen Inversion. Da ist es auch nicht
verwunderlich, dass trotz milder Luft in der Höhe (+2 bis +5 Grad in 850 hPa),
die Nacht zum Samstag in der Südosthälfte verbreitet frostig wird. In der
Nordwesthälfte sorgt die etwas bessere Durchmischung für Tiefstwerte meist über
0 Grad.

Zunehmendes Absinken unter steigendem Hochdruckeinfluss ist es auch, was am
Samstag verbreitet für Nebel und Hochnebel sorgt. Einzig der Alpenrand wartet
unter föhnigem Einfluss noch mit längeren sonnigen Abschnitten auf, sonst sind
die Wolken oft dicht und vereinzelt lässt sich etwas Sprühregen nicht
ausschließen.

In den Folgetagen trocknet die Luft langsam ab, sodass sich Nebel und Hochnebel
besser auflösen, vor allem in den Leelagen der Gebirge. Aus dichtem Nebel oder
Hochnebel ist weiterhin Sprühregen möglich. Der kann auch zu Glätte durch
überfrierende Nässe in den Nächten führen. Die Inversion bleibt erhalten: In der
Höhe (850 hPa) fließen weiterhin +2 bis +6 Grad ein, am Boden wird es jedoch von
Tag zu Tag etwas kühler. Dabei besteht im äußersten Osten stellenweise die
Gefahr von Dauerfrost.

Ab Dienstag baut sich das Bodenhoch über Südosteuropa zusehends ab. In der Höhe
ist jedoch die Hochdruckbrücke weiter bestimmend. Ob sich am Donnerstag von
Westen her ein Tiefdruckgebiet durchsetzen kann oder ob das allmählich
erstarkende und über Skandinavien zu uns reichende Russlandhoch die Oberhand
gewinnt, bleibt abzuwarten.

Fazit: Nach zuletzt turbulenten Tagen steht in der Mittelfrist eine deutlich
ruhigere Wetterphase an. Dabei geht die Temperatur wieder etwas zurück,
Niederschläge gibt es aber kaum. Es ist noch offen, ob sich in der erweiterten
Mittelfrist daran groß etwas ändert.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der aktuelle IFS-Lauf weist zu seinen Vorgängern markante Unterschiede auf. Für
uns am bedeutendsten ist das zwar etwas schwächere, aber südlichere Hoch über
Osteuropa. Damit fließt in der Höhe etwas mildere Luft zu uns, was die Inversion
verstärkt. Auch ist die Hochdruckzone über Ost- und Südeuropa nun deutlich
langlebiger und blockiert damit in der neuen Woche den Tiefdruckeinfluss aus
West- und Nordeuropa.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

ICON und IFS sehen sich sehr ähnlich. Allerdings hat ICON in der neuen Woche den
Trog über Westeuropa etwas breiter und kräftiger im Programm, ein Übergriff auf
uns ist möglich. GFS glaubt nicht an die Langlebigkeit der Hochdruckzone über
Ost- und Südeuropa. Immer wieder werden kleinräumig zyklonale Einflüsse und
kühlere Luft berechnet.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen sind recht eng. Es gibt einzelne Ausreißer, aber die Masse ist
auf hohem Niveau sowohl beim Geopotenzial als auch bei der Temperatur in 850
hPa. Ausschläge beim Niederschlag sucht man im Deutschlandschnitt vergeblich. In
der erweiterten Mittelfrist ist der Trend leicht negativ.

Auch bei GFS und ICON ist das Bild ähnlich. Auffällig ist beim GFS nur der
operationelle Lauf, der am Sonntag bei t850 über alle Ensembles hinweg einen
kurzzeitigen aber markanten Einbruch hinlegt.

Die IFS-Cluster zeigen über alle Zeitschritte hinweg wenig verwunderlich das
Blocking als Hauptwetter. Dabei liegt Deutschland zwischen den Stühlen in
südlicher Strömung. Trotz teils mehrerer Lösungen ergeben sich keine markanten
Abweichungen. In der erweiterten Mittelfrist ist der Vorstoß niedrigen
Potentials aus Westen/Südwesten aber erahnbar.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Es gibt kein signifikantes Wetter in der Mittelfrist.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn