#SXEU31 #DWAV #SYNOPTISCHE ÜBERSICHT #KURZFRIST ausgegeben am Freitag den 29.08.2025 um 08 UTC
SXEU31 DWAV 290800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 29.08.2025 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
T B
Heute gebietsweise Starkregen und einzelne Gewitter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag… liegen wir vorderseitig eines Troges mit leicht negativ geneigter
Achse von Schottland bis ins westliche Mittelmeer. Die Achse kommt bis
Ostfrankreich voran, was die Strömung hier zulande von Südwest noch mehr nach
Süd drehen lässt. Dabei wird mäßig warme, recht feuchte und leicht labile Luft
nach Deutschland geführt.
An einer abziehenden Kaltfront hat sich aus Gewittern ein (Stark)Regengebiet
gebildet, dass vom Südosten über die östliche Mitte und den Nordosten heute zur
Ostsee und nach Polen abzieht. Dabei sind lokal Starkregenmengen (eher mehr- als
einstündig) zu erwarten, vereinzelt vielleicht auch mal im Unwetterbereich,
obwohl das nicht mehr sehr wahrscheinlich erscheint. Hinweise auf größere Mengen
sind aus den aktuellen Messwerten (10 -15 l/qm in einer, 20 bis 30 l/qm in 6h)
und in den ENS Produkten (I D2) vorhanden. Die Regenfälle lassen im Tagesverlauf
nach.
Nachfolgend ist es über größeren Teilen des Landes trocken und auch die Sonne
lässt sich häufiger blicken. Dies gilt besonders für die Regionen über der
breiten Mitte, zwischen den abziehenden Niederschlägen im Osten und einer sich
nähernden Troglinie von Westen. Darüber hinaus ziehen am Nachmittag aus den
Alpen heraus Schauer und einzelne Gewitter nach Süd- und Ostbayern. Bei mäßiger
Labilität und überschaubarem PPW (20 bis 25 mm) lokal mit Starkregen und je nach
vorheriger Erwärmung und Abtrocknung der Grundschicht auch mit steifen bis
stürmischen Böen. Einige Modelle zeigen auch verclusternde Gewitter, die auf
ihrem Weg nach Nordosten nachts Sachsen mit einem geringen Starkregenpotential
streifen können.
Die Schauer und einzelnen Gewitter kommen nachmittags und abends von Westen bis
in die Mitte voran. Verbunden sind sie mit einer nächsten Kaltluftstaffel nebst
Bodentrog. Dabei sind Starkregen und steife, eventuell stürmische Böen nicht
ausgeschlossen. Mit Sonnenunterstützung werden 21 bis 25°C erwartet. Nach Osten
und Südosten, sowie ganz im Westen liegen die Werte nachmittags etwas niedriger.
Mit Übergreifen der Konvektion auf den Westen frischt der Südwestwind auf und
erreicht in Böen vereinzelt 7 Bft. Das schreit nicht unbedingt nach Warnungen.
In der Nacht auf Samstag schwenkt der Trog unter Verkürzung seiner Wellenlänge
nach Osten und greift auf den Westen Deutschlands über. Er wird in seiner
Verlagerung langsamer, was auch auch auf einen Abtropfprozess in Richtung Golf
von Genua zurückzuführen ist.
Damit kommen die schauerartigen Niederschläge wenig ostwärts voran und schwächen
sich im Laufe der Nacht ab. Mit Unterstützung der Nordsee kann es eben einzelne
kurze Gewitter geben. Auch im Süden treten neue schauerartige Regenfälle auf,
die aber kaum gewittrig sein dürften.
Die Minima liegen abgesehen von höheren Berglagen zwischen 15 und 10°C.
Samstag… zieht das Trogresiduum des in Teilen zur Adria abgetropften Troges
ostwärts über Deutschland hinweg. Dahinter folgt rasch von Westen ein Rücken,
der im weiteren Verlauf von WLA überlaufen wird. Dabei stabilisiert die Schicht
im Tagesverlauf von Westen her etwas. Die feuchteste Luft findet sich im
Nordosten und im Südosten mit PPW bei 25 bis 30 mm, sonst trocknet es auf 20 bis
25 mm PPW ab.
Die Regenfälle ganz im Süden lassen bis zum Mittag nach und die Bewölkung
lockert auf. Unter der Trogachse bilden sich wahrscheinlich wieder einige
Schauer, aber wohl nur selten Gewitter, da sich durch die Warmluftadvektion und
den nähernden Rücken eine stabile Schicht in 600 hPa bildet. Darunter ist es
zunächst aber noch instabile und leidlich feucht. Im Süden, teils auch im
Nordosten wird von einigen Modellen allerdings doch eine etwas größere
Wahrscheinlichkeit für Gewitter angedeutet, viel wird es aber auch dort nicht.
Sollte es überhaupt für Gewitter reichen, sind es schwächere Entwicklungen.
Mit dem Rücken gib es vorübergehend freundliche und zeitweise sonnige Phasen,
ehe mit der WLA im Laufe des Nachmittags im Westen wieder etwas hohe und
mittelhohe Bewölkung aufzieht. Die Temperatur liegt nur wenig niedriger als am
Freitag. Der Südwestwind lebt über der Nordsee und im Bergland etwas auf mit
einzelnen steifen Böen.
In der Nacht auf Sonntag zieht der Rücken langsam über Deutschland ostwärts. Die
Schauer klingen ab und vorübergehend klart es auf. Dann kann sich auch
stellenweise Nebel bilden.
Bei Schottland schlägt dann ein Sturmtief auf, in das die Reste vom Tropensturm
„Fernand“ enthalten sind. Dessen teilokkludierte Kaltfront zieht nach Benelux
und davor breitet sich mehrschichtige Bewölkung ostwärts über Deutschland aus
und erreicht bis zum Morgen die östlichen Landesteile. Im Westen und Nordwesten
regnet es der deutsche Modellkette dann leicht. Die anderen Modelle sind meist
langsamer. Das Starkwindfeld des Sturmtiefs bleibt nordwestlich von uns,
tangiert höchstens leicht die deutschen Nordseebereiche.
Vor allem über Bayern und Teilen von Baden-Württemberg, wo es länger aufklart,
kann die Temperatur in den einstelligen Bereich rutschen. Am mildesten bleibt es
in den bedeckten Gebieten vom Niederrhein bis Emsland bei Werten um 15°C.
Sonntag… liegt der Sturm fast stationär bei Schottland. Der zugehörige
Langwellentrog gräbt sich weit nach Süden ein bis zur Iberischen Halbinsel,
wobei die Strömung davor, auch über Deutschland wieder etwas rückdreht nach Süd.
Die Kaltfront gerät stärker ins Schleifen und kommt unter Wellenbildung über SW
Europa nur noch langsam über Deutschland nach Osten voran. Sie dürfte im
Tagesverlauf etwa von Schleswig-Holstein bis SW Deutschland fast stationär
werden. Die darin geknüpfte Bewölkung breitet sich über die Nordwesthälfte aus,
die Regenfälle lassen aber nach, weil der Rücken durch die präfrontale
Warmluftadvektion nur langsam weicht und die Front bei leicht antizyklonaler
Höhenströmung dagegen anläuft.
Es gibt auch eine deutliche Feuchtezunahme in der advehierten Luftmasse, die
Schichtung ist aber viel zu stabil, dass es für konvektive Einlagerungen reichen
könnte.
In der Südosthälfte scheint präfrontal meist die Sonne bei dünnen, hohen und
mittelhohen Wolken. Dort steigt die Temperatur kräftig an auf 23 bis 27°C, unter
den Wolken ist es nicht ganz so warm, aber alles andere als kühl.
In der Nacht zum Montag wird die nach wie vor schleifende Front vor einer Welle
zeitweise rückläufig und die Regenfälle im Südwesten, eventuell im Westen können
sich intensivieren. Die Entwicklung wird dabei aber unsicher, auch im Hinblick
auf mögliche Regenwarnungen. In weiten Landesteilen passiert aber nichts.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle zeigen die sukzessive Beruhigung übereinstimmend. Hinsichtlich der
Details gibt es in überschaubarem Maße Unterschiede. Erst ab Sonntag weichen die
Lösungen etwas deutlicher ab. In Timing und Lage der schleifenden Front.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner