SXEU31 DWAV 051800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 05.05.2025 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Hoch über dem Nordmeer, überwiegend leicht antizyklonal geprägt. In arktischer
Luftmasse vor allem kommende Nacht im Osten Frost.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Aktuell … bestimmt ein ausgeprägter Atlantikblock, dessen Achse bis ins
Nordmeer reicht, die Zirkulation. An seiner Ostflanke befindet sich ein
Langwellentrog, dessen Achse sich über Finnland bis nach Belarus erstreckt.
Ausgehend von diesem zieht ein Cut-Off-Tief mit Zentrum über Frankreich an der
Südostflanke des Hochs mit Schwerpunkt über Schottland retrograd Richtung
Pyrenäen. Das korrespondierende Bodentief liegt über Oberitalien und sorgt für
kräftigere Regenfälle auf der Alpensüdseite. Nordseitig einer wellenden
Luftmassengrenze über den Alpen ist kühle arktische Luft nach Deutschland
eingeflossen. Die 850-hPa-Temperatur liegt dabei um 0 °C. Im Süden fallen noch
Aufgleitniederschläge, die durch das Oberitalientief verursacht werden
(Gegenstrom). In den Alpen gehen diese oberhalb von 1500 bis 1800 m in Schnee
über. Über dem Norden hat sich ein Bodenhochkeil des Schottlandhochs
durchgesetzt, der für eine Absinkinversion auf etwa 700 hPa sorgt. In der
darunter liegenden leicht feucht-labilen Schichtung haben sich Cumuluiswolken
gebildet, die an der Inversion breit gelaufen sind und für eine dichtere
Sc-Bewölkung sorgen. In der nördlichen Mitte reicht dies sogar für einzelne
leichte Schauer.
Im weiteren Verlauf sorgt das Absinken für eine weitere Abtrocknung der Luft,
wodurch sich die SC-Schicht von Osten her bereits beginnt aufzulösen.

In der Nacht löst sich die SC-Schicht voraussichtlich bis in die mittleren
Landesteile auf. Zudem schläft unter dem Keil im Norden der Wind ein. Bei klarer
Nacht tritt dort verbreiteter Frost auf. Besonders im Nordosten Brandenburgs, wo
die Taupunkte jetzt schon bei etwa -3 °C liegen und noch weiter fallen werden,
kann es auch mäßigen Bodenfrost kommen. Im Süden halten die
Aufgleitniederschläge mit den größten Intensitäten etwas abgesetzt von den Alpen
weiter an. Der etwas stärkere Gradient an der Südflanke des Hochdruckkeils
bekommt auf den Bergen des Schwarzwaldes noch etwas Unterstützung durch den
nächtlichen Low-Level-Jet, der dort auf freien Berggipfeln für Böen Bft 8
vereinzelt auch Bft 9 sorgt.

Dienstag … ändert sich an der Gesamtsituation wenig. Das Tief über Oberitalien
bleibt stationär und schaufelt weiterhin feuchte Luft in den Süden. Gleichzeitig
zieht der Höhenkeil von Norden Deutschlands weiter Richtung Süden, sodass die
Niederschläge dort rasch nachlassen. Im Nordosten nimmt in der Höhe allerdings
bereits wieder der zyklonale Einfluss zu. Dabei ziehen von Norden her dichtere
Wolkenfelder auf, die zu den Resten einer Kaltfront gehören. In der Mitte
Deutschlands dominiert weiterhin der Höhenkeil, wobei sich tagsüber wieder
Cumuluswolken an der Absinkinversion ausbreiten. In der langsam alternden
arktischen Luftmasse werden tagsüber maximal 9 °C im Süden und bis 16 °C im
Rhein-Main-Gebiet erwartet.

In der Nacht zum Mittwoch kommt dann die dichtere Bewölkung mit ein paar Tropfen
Regen bis etwa zur Mitte voran, während sie im Norden allmählich wieder
auflockert. Auch im Süden halten sich immer noch dichtere Wolken. Dort, wo es
längere Zeit aufklart, kann es in ungünstigen Lagen wieder Frost geben. Doch
dies deutlich weniger verbreitet, wie noch in der Vornacht.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch … zeigen die Modelle wenig Änderung zu den Vorläufen. Zum einen zieht
das sich weiter abschwächende Höhentief nach Oberitalien, wodurch im Süden
wieder WLA einsetzt und ausgehend von den Alpen Niederschläge auf den Süden
übergreifen. Bezüglich der Intensität ist der ICON-12z-Lauf nun etwas
zurückgerudert und passt sich anderen Modellen an. Zum anderen zieht ein Trog
ausgehend vom Langwellentrog über Nordosteuropa stromabwärts über die Mitte
Deutschlands, wodurch die Frontreste in der Mitte Deutschlands etwas aktiviert
werden und somit dort leichte Schauer simuliert werden.

Modellvergleich und -einschätzung

Es gibt keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Modellen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold