S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 31.03.2025 um 10.30 UTC

Hochdruckrandlage. Viel Sonne, wenig Wolken, weitgehend trocken. Bis Freitag
Erwärmung, danach spürbar kühler, verbreitet mit Nachtfrost.

Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 07.04.2025

Am Donnerstag liegt Deutschland unter einem blockierenden Hoch, das zwei
Schwerpunkte über Dänemark und südwestlich von Island aufweist. Flankiert wird
dieses Hoch von Höhentiefs westlich der Iberischen Halbinsel und über
Südosteuropa, so dass sich eine relativ stabile Lage ergibt. Durch dieses
Höhenhoch wird ein Bodenhoch gestützt, das sich von Island ausgehend mit einem
Keil über die Nordsee hinweg bis in den östlichen Alpenraum erstreckt.
Großräumiges Absinken lässt keine nennenswerte Wolkenbildung zu, so dass eine
Erwärmung, im Westen und Süden auf Werte bis etwas über 20 Grad, zu erwarten
ist.
Am Freitag weitet sich infolge eines Vorstoßes arktischer Polarluft aus dem
ostgrönländischen Raum ein Trog über Skandinavien hinweg südwärts aus. Der zuvor
über Dänemark liegende Schwerpunkt des blockierenden Hochs wird hierdurch zu den
Benelux-Staaten gedrückt, wogegen sich der nördliche Teil dieses Hochs kräftigt.
Die stabile aktive Kaltfront, die diesem Trog vorgelagert ist, erreicht gegen
Abend den Küstenbereich. Präfrontal werden in weiten Teilen Deutschlands
nochmals Maxima um oder etwas über 20 Grad erreicht. In der Nacht zum Samstag
dringt die Kaltfront bis in den Mittelgebirgsraum vor, um am Samstag dann die
Alpen zu erreichen. Etwas Niederschlag zeichnet sich nur von Vorpommern bis in
die Oberlausitz hinein sowie unmittelbar an und in den Alpen ab, sonst bleibt es
durchweg trocken. Es erfolgt ein spürbarer Temperaturrückgang, bis Montagfrüh im
850 hPa-Niveau deutschlandweit unter -5, im Osten unter -10 Grad. Daher wird
tagsüber nur im Westen und Südwesten die 10 Grad-Marke noch erreicht. In den
Nächten ist dann im Osten und Süden und sonst bei Aufklaren leichter Frost zu
erwarten. Mit der nach Süden vorstoßenden Kaltluft sind in den Hochlagen der
Alpen Sturmböen möglich.
Zu Wochenbeginn verlagert sich das blockierende Hoch in den Raum Irland.
Zwischen diesem Hoch und einem von Lappland bis nach Südosteuropa reichenden
Trog hält mit einer nördlichen Strömung die Zufuhr arktischer Polarluft an. In
diese Strömung sind kurzwellige Tröge eingelagert, die nur im Nordosten und
Osten geringe Niederschläge zustande bringen. Sonst bleibt es trocken.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum zieht sich das blockierende
Hoch etwas nach Westen, d.h. in den nahen Nordatlantik, zurück, so dass weitere,
nach Süden ablaufende Kurzwellentröge für einen leicht wechselhaften
Wettercharakter sorgen können, ohne dass sich größere Niederschlagsereignisse
abzeichnen. Aufgrund der dann oftmals stärkeren Bewölkung wird es in den Nächten
nicht mehr so kalt wie in den Nächten zuvor, ein merklicher Temperaturanstieg
bleibt jedoch aus.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der aktuelle Modelllauf zeigt gegenüber den gestrigen Modellrechnungen bis
einschließlich Montag keine signifikanten Unterschiede. Erst im erweiterten
mittelfristigen Vorhersagezeitraum ergeben sich im Detail unterschiedliche
Szenarien. Während der gestrige 00 UTC-Lauf den über Osteuropa liegenden Trog in
Richtung Karpatenraum austropfen ließ, generierte der nachfolgende 12 UTC-Lauf
sogar ein Cut-Off-Tief über der Adria. Der neueste Lauf belässt diesen Trog
weiter im Osten, wobei di nach Süden ablaufenden Kurzwellentröge von den
gestrigen Modellläufen noch nicht so deutlich herausgearbeitet wurden.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung.
Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis einschließlich Montag nicht
ableiten. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum ergeben sich
hinsichtlich der Phase und Ausprägung der nach Süden ablaufenden Kurzwellentröge
Unterschiede, die jedoch im Bereich der Vorhersagegenauigkeit liegen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Das EPS des GFS stützt die oben beschriebene Entwicklung und zeigt ebenfalls das
retrograde Zurückweichen des blockierenden Hochs. Dabei nimmt der Spread bereits
ab dem Wochenende merklich zu, wobei der Kaltlufteinbruch von Modelllauf zu
Modelllauf kräftiger gezeigt wird. Die Mehrzahl der EPS-Member zeigt bereits zu
Beginn der neuen Woche wieder ein Temperaturanstieg. Die ab dem Wochenende im
Raum Island sich verstärkende Blockierung wird von den aktuelleren Modellläufen
deutlicher gezeigt als dass dies bei den gestrigen Simulationen der Fall war.
Das EPS des EZMW folgt dem oben beschriebenen Szenario, wobei sich hinsichtlich
der Ausprägung des Kaltluftvorstoßes ein großer Spread abzeichnet. Dieser ist im
Nordosten Deutschlands geringer und nach Südwesten hin stärker ausgeprägt, wo
auch Lösungen zu finden sind, die diesen Kälteeinbruch nicht im Programm haben,
aber deutlich in der Minderheit sind. Mit geringer Wahrscheinlichkeit (1 Cluster
mit 8 Lösungen) wird eine Ausweitung des Troges in Richtung Mitteleuropa
gezeigt, was den Kälteeinbruch verschärfen würden.
Signale, die auf nennenswerte, aber keinesfalls markant zu bewarnende
Niederschläge hindeuten, lassen sich allenfalls ganz im Osten sowie am Alpenrand
finden. Im weitaus größten Teil Deutschlands dürfte es trocken bleiben.
Das Clustering gemäß Großwetterlagen zeigt über den gesamten Vorhersagezeitraum
hinweg eine Dominanz von Blockierungslagen mit einem Hoch über Nordeuropa oder
dem Nordmeer, die dann erst ab dem Wochenende etwas zyklonaler geprägt sind.
Dabei stellt sich dann ein in Bezug auf das vieljährige Mittel eher
unternormales Temperaturniveau ein. Infolge der Trockenheit der Luftmasse ist
hinsichtlich der Temperaturen ein stark ausgeprägter Tagesgang zu erwarten.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Wochenende und auch am Montag besteht in den Hochlagen der Alpen die Gefahr
von Sturmböen aus Nordost. Sonst sind tagsüber wahrscheinlich keine markant zu
bewarnenden Wetterereignisse zu erwarten.
In den Nächten, beginnend bereits ab der Nacht zum Samstag im Norden, ist
verbreitet leichter Frost zu erwarten.

Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann