S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 07.07.2022 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 07.07.2022 um 10.30 UTC

Im Norden und Osten anfangs leicht wechselhaft. Sonst unter Hochdruckeinfluss
viel Sonnenschein und langsam wärmer, im Südwesten ab Dienstag Temperaturen über
30 Grad.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 14.07.2022

Deutschland liegt am Sonntag auf der Vorderseite eines kräftigen, von
Nordwestafrika ausgehendem Höhenkeil, der von Großbritannien zur Nordsee
schwenkt, wobei das Bodenhoch über der Nordsee gestützt wird.
Zwischen diesem und dem hochreichenden Tief über der Ostsee und vor Estland
strömt von Nordwesten nur mäßig warme Nordseeluft nach Deutschland, die sich auf
dem Weg nach Süddeutschland erwärmen kann.

Am Montag schwenkt der Keil nur wenig weiter nach Südskandinavien und über der
Biskaya spaltet sich ein separates Höhenhoch ab und bildet sozusagen den
Gegenpol zum tags zuvor abgetropften Cut-Off-Tief westlich von Portugal.
Zwischen dem Höhenkeil und dem Höhentief im Osten, das zur westlichen Ukraine
zieht, liegen wir in einer nordwestlichen bis nördlichen Höhenströmung. Derweil
wandert das Bodenhoch zum westlichen Deutschland und bestimmt unser Wetter. Die
Luft kann sich dabei erwärmen auf Temperaturen zwischen 7 Grad auf Usedom und
bis 12 Grad bei Lörrach (850 hPa, 18 UTC).

Am Dienstag schwenkt der Höhenkeil nach Nordwestdeutschland und vorderseitig
verlagert sich das Hoch nach Süddeutschland. Unter seinem Einfluss erwärmt sich
die Luft weiter. In 850 hPa liegt um 18 UTC die Temperatur zwischen 10 Grad in
der Lausitz und 14 Grad in Südbaden.

Am Mittwoch schwenkt der Höhenkeil zu den Alpen und dort bleibt auch das
Bodenhochdruckgebiet liegen, das sich aber abschwächt. Auf der Nordseite des
Keils schwenkt ein flacher Kurzwellentrog nach Norddeutschland. Vorderseitig
zieht die schwache Kaltfront eines Tiefs über dem Nordmeer vom Küstengebiet
unter Auflösung zur Mitte Deutschlands und lenkt von Nordwesten nur mäßig warme
Nordseeluft nach Norddeutschland. Postfrontal hat sich ein neues Hoch bei Irland
gebildet.

Am Donnerstag herrscht nach Abzug des Höhentroges eine leicht antizyklonale
Westnordwestströmung in der Höhe und am Boden dehnt sich das Hoch von England
bis nach Norddeutschland aus und bestimmt unser Wetter.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Der neue Modelllauf des IFS simuliert die Entwicklung ähnlich wie die beiden
Modellruns von gestern.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen Globalmodelle einschließlich ICON simulieren die Entwicklung ähnlich
wie IFS.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse des IFS ermittelt heute nur 2 Cluster, die sich aber nur
unwesentlich voneinander unterscheiden und die beschriebene Entwicklung
wiedergeben. Auch in der erweiterten Mittelfrist herrscht überwiegend
Hochdruckeinfluss (3 Cluster).
In der Rauchfahne von Offenbach steigt das Temperaturniveau in 850 hPa von
relativ niedrigen 5 Grad am Sonntag bis Mittwochabend langsam auf Werte um 15
Grad. Danach sinken die Temperaturen im Mittel nur vorübergehend etwas ab, um ab
Freitag wieder auf hochsommerliche Werte anzusteigen. Auch das Geopotential
erreicht am Mittwoch seinen Hochpunkt, um dann kurz wieder abzusinken und ab
Freitag erneut anzusteigen.
Entsprechend der 850-hPa-Temperaturen steigen die Werte im 2-Meter-Niveau von
gut 20 Grad am Sontag bis Mittwoch vom südlichen Norddeutschland bis nach
Süddeutschland auf 30 Grad und mehr, im Südwesten sogar bis 35 Grad. Am
Donnerstag gibt es gebietsweise einen leichten Rückgang der Temperatur um 1 bis
2 Grad.
Damit steuern wir einer hochsommerlichen Witterungsphase entgegen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Bei meist ruhigem Hochdruckwetter ist die Wahrscheinlichkeiten für signifikante
Wettererscheinungen nur gering.
Lediglich am Sonntag besteht anfangs noch an exponierten Küstenabschnitten eine
geringe Gefahr von stürmischen Böen aus Nordwest.
Lediglich die Wärmebelastung nimmt ab Dienstag/Mittwoch vor allem im Südwesten
zu.

Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, oper. Modelle.

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden