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SXEU31 DWAV 261800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 26.10.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Keine markanten Entwicklungen.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 12 UTC

Aktuell … liegen wir schon rückseitig eines Troges, der weiter über Polen nach
Osten abzieht und letztlich Platz macht für einen Höhenrücken, welcher sich von
Westen her nach Mitteleuropa ausdehnt. Damit verbunden kräftigt sich eine zonale
Bodenhochdruckzone über dem Alpenraum und Süddeutschland. Mit dem Trog sind
anfangs im Nordosten noch letzte Schauer unterwegs, die bald abklingen.
Ansonsten bildet sich bei geringem Gradienten über dem Süden und der Mitte
gebietsweise dichter Nebel und Hochnebel. Restbewölkung und die hohen Taupunkte
dürften eine allzu starke Abkühlung bremsen, sodass Luftfrost die Ausnahme
bleibt. Gebietsweise reicht es im Süden für leichten Frost 5cm über dem
Erdboden.
Der Norden wird von kräftiger Warmluftadvektion im Vorfeld einer Warmfront über
der Nordsee erfasst, was dort zu mehrschichtiger Bewölkung und geringen
Regenfällen führt. Der Druckgradient nimmt über dem Norden ebenfalls etwas zu
und nach kurzer Windabnahme kommen an den Küsten einzelne steife Böen aus
Südwest auf, an der Nordsee sind exponiert stürmische Böen nicht ausgeschlossen.
Auf dem Brocken ist im Laufe der Nacht die ein oder andere Sturmböe möglich.

Mittwoch … kräftigt sich der Höhenrücken, weitet sich ostwärts aus und bildet
letztlich ein Höhenhoch über Süddeutschland und Österreich. Die Warmfront wird
derweil mit letzten Tropfen an der Ostsee aus Deutschland abgedrängt. Damit
bleibt die Hochdruckbrücke über dem Süden und der Mitte erhalten und das
Absinken setzt sich fort, während der Norden eher im Randbereich zur Frontalzone
über Nordeuropa liegt.
Vor allem am Vormittag herrscht häufig dichte Bewölkung, im Süden hält sich der
Nebel bzw. Hochnebel aus der Nacht zum Teil länger. Am Nachmittag setzen sich
vermehrt Auflockerungen durch, zuerst in Leelagen an den Nord- und
Nordosträndern der Bergländer.

Im Norden bleibt der Gradient erhalten, womit in der Nordhälfte teils mäßiger
Südwestwind weht mit an Nord- und Ostsee starken, exponiert
stürmischen Böen. Auch der Brocken ist mit stürmischen Böen oder Sturmböen
dabei. In der Südhälfte ist es oft nur schwachwindig. Nördlich der Mittelgebirge
macht sich die milde Luft mit 14 bis 18°C bemerkbar, sonst werden 10 bis 16°C
erreicht, bei längerem Nebel werden kaum die 10°C erreicht.

In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich das Höhenhoch langsam nach Osten,
stützt weiter die Hochdruckbrücke, wobei sich über Rumänien ein neuer
Schwerpunkt bildet, dessen Einfluss bei uns erhalten bleibt.
Die Nacht geht mit der üblichen, herbstlichen Grenzschichtproblematik
einher. Nebel- und Hochnebel bildet oder verdichtet sich erneut.

Im Norden verhindert der Gradient, der zwar etwas nachlässt, aber weiter
einzelne steife Böen an der Nordsee und der schleswig-holsteinischen Ostsee
bringt, die Nebelbildung. Dort ist es teils dicht, teils gering bewölkt, aber
ebenfalls niederschlagsfrei.
Die Temperatur sinkt im Norden auf 12 bis 4 Grad, im Süden auf 6 bis
0°C. In Südostbayern (Alpen, Bayerwald) ist lokal leichter Frost möglich,
ansonsten tritt gebietsweise Bodenfrost auf.

Donnerstag … entfernt sich das Höhenhoch etwas nach Osten und liegt mit seiner
Achse über Ostpolen. Wir liegen an dessen Westflanke in einer
antizyklonalen südlichen bis südwestlichen Strömung. Der Schwerpunkt des hohen
Druckes am Boden entfernt sich zum Schwarzen Meer, wobei der Wind bodennah auf
Süd bis Südost dreht und der Gradient auch im Norden abnimmt. Nur noch im
höheren Bergland und über der offenen Nordsee sind einzelne steife Böen zu
erwarten.

Der Nebel und Hochnebel hält sich über dem Süden und der Mitte
gebietsweise länger, bzw. in einigen prädestinierten Regionen den ganzen Tag.
Ansonsten sorgt das anhaltende Absinken für Bewölkungsauflösung und einen
schönen, milden Herbsttag mit Höchstwerten von 13 bis 17°C, bei zähem Nebel wird
die 10°C Marke deutlich verfehlt.

In der Nacht zum Freitag tut sich wenig an der synoptischen Konstellation. Dass
die Frontalzone auf der Vorderseite eines Langwellentroges über dem Nordatlantik
näherkommt, tut noch nicht viel zur Sache, außer dass sich von Süden her hohe
Wolken ausbreiten, in die etwas Saharastaub eingelagert sein kann.
Vor allem im Süden und in der Mitte breitet sich Nebel aus, während im Norden
nur lokale Nebelfelder auf der Karte stehen. An den Alpen sowie im Südosten
Bayerns tritt lokal leichter Luftfrost auf.

Freitag … befindet sich ein massives Blocking über dem östlichen Mitteleuropa,
dessen Gegenspieler über dem Ostatlantik zu finden ist, in Form eines
umfangreichen Höhentroges. Ein markanter Kurzwellentrog, der über die Biskaya
nordostwärts schwenkt, lässt die Strömung auf südliche Richtungen drehen und von
Westen her langsam zunehmen.

Für Deutschland bedeutet das die Zufuhr recht trockener und milder Luft mit T850
meist über +10 Grad. Dass sich das nicht unbedingt bis zum Boden bemerkbar
macht, liegt an der fortgeschrittenen Jahreszeit und fehlender Durchmischung, da
der Gradient am Boden nicht sonderlich viel hergibt.
So ist das Temperaturgefälle recht groß mit bis knapp 20 Grad an den Nordrändern
der Mittelgebirge (leebedingte Durchmischung, prädestiniert östliches
Ruhrgebiet) und keinen 10 Grad im Dauernebel an der Donau.

Die recht nahe Frontalzone im Westen macht sich in Form hoher Wolkenfelder
bemerkbar, die aus der frontalen Bewölkung herauswehen, wobei ein gewisser
Anteil an Saharastaub in den Wolken vorhanden sein dürfte. Rückwärtstrajektorien
und Staubvorhersagen legen das zumindest nahe.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren ohne wesentliche Unterschiede.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner