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SXEU31 DWAV 071800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 07.10.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Keine markanten Entwicklungen.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC

Aktuell … kräftigt sich eine Zone hohen Geopotentials ausgehend von einem Keil
nahe der Iberischen Halbinsel über die Nordsee und Südskandinavien bis nach
Russland. Dies spiegelt sich im Bodendruckfeld in einer zonalen Hochdruckzone
wider, die ausgehend von einem Russlandhoch über Norddeutschland nach Südwesten
reicht.
In der schwachgradientigen Ostströmung bleibt unter der Absinkinversion eine
feuchte Luftmasse erhalten, in der sich gebietsweise Nebel oder Hochnebel
bildet. Dies betrifft vor allem den Norden und Westen. In den Süden driften
dagegen am Rand eines Troges über dem Mittelmeer Wolkenfelder und auch über
Polen nähert sich ein Streifen starker Bewölkung, der den Osten erfasst. Dadurch
wird sowohl der Temperaturrückgang als auch die Nebelneigung gebremst.

Ganz im Südosten sind durch schwache Warmluftadvektion und die leicht flatternde
Strömung schwache Niederschläge zu erwarten.
Bei Zufuhr milderer Luft in der unteren Troposphäre steigt die Schneefallgrenze
dort auf etwas über 2000m.

In der Südosthälfte kühlt es auf 9 bis 5°C ab, in der Nordwesthälfte, wo neben
den Nebelgebieten teilweise geringe Bewölkung zu finden ist, liegen die Minima
zwischen 5 und 0°C. Vereinzelt, rund um die Eifel ist auch Frost in 2m Höhe
möglich, gebietsweise tritt Bodenfrost auf.

Abgekoppelt von der Grenzschicht kann sich über dem Süden ein Lowlevel Jet
bilden, der zu Sturmböen im Hochschwarzwald führen kann.

Freitag … verstärkt sich die Geopotentialbrücke noch, wobei
die zonal orientierte Achse knapp nördlich von uns verläuft und sich
somit bis in die höhere Troposphäre eine östliche Grundströmung
einstellt. Auch die Konstellation am Boden ändert sich nur wenig; lediglich der
Schwerpunkt des Russlandhochs rückt langsam westwärts.

Bei geringem Druckgradienten lösen sich Nebel und Hochnebel stellenweise nur
langsam auf. Während die Bewölkung über dem Süden gebietsweise dicht bleibt,
kommt der Streifen starker Bewölkung von Ostdeutschland nach Westen voran, wobei
er allerdings mehr und mehr zerbröselt. Niederschläge gibt es auch im Süden kaum
noch.
Den meisten Sonnenschein bekommen der Westen und Nordwesten sowie große Teile
zwischen Sachsen und Vorpommern ab.

An der Südflanke des hohen Geopotentials/Bodendrucks sorgt der
Lowlevel Jet ganz im Süden für einige stürmische Böen oder Sturmböen
auf exponierten Gipfeln, vor allem im Südschwarzwald. Lokal kann es auch in
tieferen Lagen dort im Umfeld steife Böen aus Ost bis Nordost geben.

Die Temperatur steigt meist auf 15 bis 18°C, nur wo sich der Nebel zäher hält
und südlich der Donau werden die 15°C eher nicht erreicht.

In der Nacht auf Samstag legt die Ostströmung leicht zu und es wird von Osten
her langsam trocknere Luft zu uns gesteuert. In der Folge reist auch im Süden
die Wolkendecke auf. Ansonsten ist es zunächst häufig gering bewölkt, bevor sich
im Laufe der Nacht wieder regional Nebel- und Hochnebel ausbreiten kann. Die
Nebelneigung nimmt aber gegenüber der Vornacht schon ab. Dort wo es klar bleibt,
werden Tiefstwerte nahe dem Gefrierpunkt und leichter Bodenfrost erwartet, sonst
kühlt es meist auf 6 bis 2°C ab.

Auf den Schwarzwaldgipfeln bleiben die Sturmböen erhalten.

Samstag … wird der Höhenrücken knapp nördlich durch den Trog über Südosteuropa
und die Frontalzone im Norden in die Zange genommen und schwächt sich etwas ab.
Die zugehörige Bodenhochdruckzone verbindet nunmehr ein neues Hoch bei Irland
mit dem Hoch im Osten was seinen Schwerpunkt dann aber nahe dem Baltikum haben
soll.
Die Höhenströmung dreht etwas nach Nordost, während mit der bodennah weiter
östlichen Strömung etwas kältere und trockenere Luft nach Deutschland advehiert
wird.
Lokale Nebel- oder Hochnebelfelder dürften sich rasch auflösen, so dass einem
meist freundlichen oder gar sonnigen Herbsttag kaum etwas im Wege steht.
Einzig der kräftige Ostwind im südlichen Bergland kann Warnungen nötig machen,
da es im Hochschwarzwald für stürmische Böen reichen kann.

Die Temperatur steigt im Westen auf bis zu 18°C, nach Osten hin trotz
anhaltendem Sonnenschein teilweise nur auf 13 bis 14°C.

In der Nacht zum Sonntag ergibt sich noch keine prognoserelevante Änderung der
Druckverteilung. Gebietsweise bildet sich Nebel oder Hochnebel, aufgrund des
nachlassenden Gradienten wohl wieder etwas mehr, als in der Nacht zuvor. Bei
Aufklaren ist gebietsweise leichter Frost oder zumindest Bodenfrost zu erwarten.
Stärkere Böen sind auch im Hochschwarzwald kein Thema mehr.

Sonntag … liegt Deutschland nach wie vor im Bereich der nunmehr deutlich
schwächelnden Hochdruckbrücke, die sich noch zwischen den Hochs westlich von
Irland sowie über Westrussland hält. In der Höhe überwiegt Absinken mit
Annäherung einer Keilachse von der Nordsee, die vom Höhenhoch über dem
Ostatlantik ausgeht.
Eine sich knapp nordwestlich daran anschmiegende schwache Kaltfront, die mehr
den Charakter einer Okklusion annimmt (abgehobene Warmluftschliere) ist daher
kaum wetterwirksam und macht sich zum Nachmittag an der Nordsee mit aufziehenden
Wolkenfeldern bemerkbar.
In deren Vorfeld zieht hohe und mittelhohe Bewölkung durch. Im großen Rest des
Landes zeigt sich nach Auflösung einiger, teils zäher Nebel- und Hochnebelfelder
(besonders hartnäckig am Bodensee und Alpenvorland bei schwacher Bise) länger
die Sonne.

Während im Osten und Südosten eine gealterte, kontinental geprägte und kühle
Luftmasse lagert (T850 um +3°C), wird im Vorfeld der Kaltfront im Westen mildere
Luft von Frankreich her (T850 um +7°C) angezapft.
Die Höchstwerte staffeln sich entsprechend zwischen 12 Grad in Niederbayern und
an der Neiße sowie 17 Grad in der Kölner Bucht.

In der Nacht zum Montag erreicht der Tiefausläufer mit leichten Regenfällen den
Nordrand der Mittelgebirge. Rückseitig frischt der Wind an der See aus West bis
Nordwest auf mit einzelnen Windböen an der Nordsee. Südlich des Mains bleibt es
gering bewölkt oder klar und es bildet sich vor allem in Gewässernähe wieder
Nebel. Zudem muss im Süden, der Mitte und nach Osten hin mit Frost in Bodennähe,
vereinzelt mit Luftfrost gerechnet werden. Unter den Wolken im Nordweste bleibt
es milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren recht ähnlich ohne signifikante Unterschiede.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner