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SXEU31 DWAV 031800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 03.10.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Unbeständig mit häufigen, aber nicht allzu ergiebigen Niederschlägen bei meist
für die Jahreszeit normalen Temperaturen. Dienstag und Mittwoch im Nordwesten
wieder windiger mit markanten Böen (Bft 8 bis 9) im Nordseeumfeld und auf
einigen Berggipfeln.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC

Aktuell … steht einem umfangreichen und blockierenden Höhenrücken, der sich
vom Balkan über Karelien bis in die Barents-See bzw. nach Nowaja Semlja
erstreckt und nur wenig Verlagerungstendenz zeigt, ein hochreichendes
Zentraltief knapp nördlich Shetlands gegenüber, das sich im Laufe der Nacht
allmählich nordnordostwärts in Bewegung setzt, wobei sich sein Pendant im
Bodenfeld (aktueller Kerndruck: Ca. 965 hPa) nur allmählich auffüllt.
Von diesem Tief erstreckt sich ein Höhentrog über Irland und die Biskaya
südwärts bis nach Andalusien und kommt im Laufe der Nacht allmählich nach Osten
voran, wobei er ein wenig an Kontur verliert und sich vor der Küste Kataloniens
ein Cut-Off-Prozess andeutet. Dadurch steilt die kräftige südwestliche
Höhenströmung über Deutschland noch etwas auf.
Im Bodenfeld hat die Kaltfront des Sturmtiefs inzwischen auf den Nordwesten und
Westen Deutschlands übergegriffen. Sie ist nahezu parallel zur Höhenströmung
positioniert und kam bisher kaum nach Osten voran, nach Abzug einer
Frontalwelle, die inzwischen Südwestnorwegen erreicht hat und sich mehr und mehr
abschwächt, hat sie in den vergangenen Stunden aber zumindest über
Norddeutschland vorübergehend etwas an Fahrt aufgenommen. Nach Süden zu wird sie
durch eine beginnende Zyklogenese vorderseitig des in den westlichen
Mittelmeerraum vorstoßenden Troges in etwa über dem Löwengolf zurückgehalten.
Morgens erstreckt sie sich in etwa von Ostvorpommern südwestwärts bis zum
Hochrhein. Insgesamt eilt ihr die kühlere Luft bereits bodennah voraus, so dass
sie deutlich an Wetterwirksamkeit eingebüßt hat. Bis Montagfrüh werden im
Frontbereich sowie unmittelbar postfrontal meist nur 1 bis 5 l/qm simuliert,
lediglich im Südwesten setzen im Zuge der Zyklogenese weiter südlich verstärkt
Aufgleitprozesse ein, wobei sich die Niederschläge im Frontbereich
intensivieren. In der Südpfalz und im westlichen Baden-Württemberg werden mehr
als 5 l/qm simuliert, im Schwarzwald stellenweise 10 bis 15 l/qm.
Da die kühlere Luft bodennah auch in Süddeutschland der Front im Laufe der Nacht
schon weit vorauseilt und das föhninduzierte Lee-Tief im Alpenvorland dadurch
nach Osten abgedrängt wird, schwächt sich der Föhn an den Alpen im Laufe der
Nacht ab und kommt schließlich ganz zum Erliegen. Lediglich auf höheren
Alpengipfeln reicht der Gradient wohl auch in der zweiten Nachthälfte für
stürmische Böen, eventuell Sturmböen aus Süd. Mit dem Verdrängen der warmen
Luftmasse bodennah geht eventuell die Passage einer Druckwelle einher, wobei der
Wind von Südsüdost auf Westnordwest umspringt. Nacht ganz ausgeschlossen, dass
es dabei im Alpenvorland mal für eine Bft 7 reicht.
Auch sonst spielt der Wind warntechnisch immer weniger eine Rolle. Mit der
beginnenden Zyklogenese im westlichen Mittelmeerraum fächert der Gradient weiter
nördlich, über Mitteleuropa, vor allem nach Frontpassage deutlich auf und der
Wind flaut im Laufe des Abends bzw. der ersten Nachthälfte rasch ab. Später
reicht es lediglich im Nordseeumfeld noch für einzelne steife Böen aus
Südsüdwest, dort legt der Wind mit Annäherung eines flachen Bodentroges später
sogar wieder ein wenig zu.
Südöstlich der Front, also von der Lausitz bis nach Südbayern, bleibt es noch
trocken und auch im Nordwesten sowie im Westen sollte es postfrontal meist rasch
abtrocknen. Eventuell reicht es im Nordseeumfeld noch für vereinzelte Schauer.
Bodennah kann sich die kühlere Luft überall durchsetzen, die Minima liegen meist
zwischen 14 Grad im Osten und 7 Grad bei aufgelockerter Bewölkung im westlichen
Mittelgebirgsraum.

Montag … verlagert sich das Zentraltief weiter ins Nordmeer und füllt sich
langsam auf. Die Spitze des von ihm ausgehenden Höhentroges kommt nur noch
zögernd bis nach Südfrankreich bzw. zum Löwengolf voran, wobei sich der
Cut-Off-Prozess nicht vollzieht. Weiter nördlich zieht der zunehmend kurzwellige
Trog über die Britischen Inseln zur Nordsee. Dabei verliert er deutlich an
Kontur, da vorderseitig eines von Nordwesten her bis zum Abend nach Irland
schwenkenden markanten Kurzwellentroges schwaches kompensatorisches Absinken
wirksam wird. Dieses Absinken verhindert auch, dass der Randtrog im westlichen
Mittelmeer seine volle Wirkung entfalten kann, die Zyklogenese im Bodenfeld
fällt verhältnismäßig schwach aus, das resultierende Tiefdruckgebiet befindet
sich abends in etwa über dem Piermont und sorgt in den Südalpen gebietsweise für
sehr ergiebige Niederschläge, zumal es dort dann bis Dienstag kaum
Verlagerungstendenz zeigt.
Mit dieser Zyklogenese wird die quer über Deutschland reichende Kaltfront wieder
komplett eingebremst und bleibt fast quasistationär. Im Gegensatz zum Vortag
fehlt der thermische Gradient völlig, wodurch sie an frontaler Hebung weiter
einbüßt und auch die dynamische Unterstützung hält sich aufgrund des sich
abschwächenden Troges in Grenzen. Bis zum Abend werden in einem mehr oder
weniger breiten Streifen von Ostvorpommern bzw. Nordbrandenburg südwestwärts bis
nach Baden-Württemberg weiterhin meist nur Mengen zwischen 1 und 5 l/qm
simuliert, lediglich vom zentralen Mittelgebirgsraum bis zum Schwarzwald bzw.
zur Alb sind es 5 bis 10 l/qm, im südlichen Oberrheingraben auch mehr, wobei
ICON-EU insgesamt höhere Mengen als GFS und IFS (von 00 UTC) auf der Agenda hat.

Präfrontal zeigt sich höchstens im Südosten Bayerns noch gelegentlich die Sonne,
postfrontal lockern die Wolken im Westen und Nordwesten dagegen zeitweise
stärker auf. Im „Rattenschwanz“ des weiter nördlich durchschwenkenden Troges
kann es im Nordseeumfeld vor allem vormittags und dann gegen Abend vereinzelte
Schauer geben, voraussichtlich bleiben diese aber auf der See.
Im Nordseeumfeld verschärft sich der Gradient mit Passage eines Bodentroges
vorübergehend wieder etwas und neben steifen können am Nachmittag über der
offenen See (Helgoland) auch stürmische Böen aus Südwest auftreten. Sonst spielt
der Wind warntechnisch – vielleicht abgesehen von Böen Bft 8 bis 9 auf dem
Brocken und exponierten Alpengipfeln – keine Rolle.
Von Südwesten her gelangt erwärmte Meeresluft ins Vorhersagegebiet, auch im
Südosten sinkt die 850 hPa-Temperatur bereits präfrontal sukzessive, abends
bewegt sie sich zwischen 4 Grad im Nordwesten und 8 bis 9 Grad im Südosten.
Daraus ergeben sich Höchstwerte zwischen 13 Grad im südwestdeutschen
Mittelgebirgsraum und 19 Grad mit etwas Sonne im Westmünsterland bzw. in
Südostbayern.

In der Nacht zum Dienstag stößt der markante Kurzwellentrog unter Amplifizierung
zu den Britischen Inseln vor. Während der ehemalige Höhentrog über der Nordsee
sich völlig auflöst, kommt der südliche Troganteil bei ebenfalls leichtem
Konturverlust allmählich ostwärts voran, wird aber durch einen von Westen
heranschwenkenden Kurzwellentrog abgelöst und erreicht morgens die Westalpen,
wobei er sich von dort aus südwärts bis zur algerischen Küste erstreckt. Dadurch
steilt die Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet erneut auf und es setzt
markante WLA ein. Von Südwesten her noch zusätzlich gestützt durch PVA
vorderseitig des auf die Westalpen zusteuernden Randtroges setzt einerseits über
dem Südalpenraum, andererseits aber auch entlang des nach wie vor quer über das
Vorhersagegebiet verlaufenden Frontenzuges (nun als Warmfront geführt) recht
markante dynamische Hebung ein bzw. verstärkt sich wieder. Mit der Höhenströmung
steilt auch die Front etwas auf und verlagert sich über der Mitte und dem Norden
des Landes leicht retrograd, während sie im Süden bereits etwas nach Osten
vorankommt. Morgens reicht sie in etwa von Ostbayern bis nach Vorpommern. Im
Vorfeld setzt am Nordrand der Ostalpen vorübergehend Föhn ein, wobei unklar ist,
ob dieser auch noch bis zu den Bayerischen Alpen reicht. Dann kann es auf
einigen Gipfeln Sturmböen aus Süd geben. Der aktuelle ICON-EU-Lauf simuliert das
Lee-Tief jedenfalls etwas weiter westlicher als die Vorläufe, nämlich über
Oberösterreich und lässt es bis Dienstagfrüh bereits nach Niederösterreich
ziehen.
Aufgrund der sich verstärkenden Hebungsprozesse im frontalen Bereich
intensivieren sich auch die Niederschläge etwas, wobei diesbezüglich die
vorliegenden Modelle noch auseinanderlaufen. Zwar wird der Verlauf der Front
ziemlich ähnlich simuliert, größere Differenzen gibt es aber noch bzgl. der
simulierten Niederschlagsmengen. Der aktuelle Lauf des ICON-EU zeigt entlang des
gesamten Frontenzuges eine Intensivierung der Niederschläge, vor allem aber von
Nordbayern/Thüringen bis nach Nordbrandenburg/Ostvorpommern, wo Mengen zwischen
5 und 10 l/qm, gebietsweise auch bis 15 l/qm zusammenkommen sollen. IFS (von 00
UTC) und GFS haben in der Region keine bzw. nur geringe Mengen auf der Agenda.
Im Südwesten simulieren die Modelle dagegen unisono 1 bis etwa 10 l/qm, im
Schwarzwald vor allem IFS und ICON auch bis 15 l/qm. Warnrelevante Mengen hat
aber aktuell kein Modell auf der Agenda.
Das mit dem zu den Britischen Inseln vorstoßenden Trog korrespondierende
Bodentief kann sich etwas intensivieren und zieht bis Dienstagfrüh zur
nordenglischen Nordseeküste. Im Vorfeld dieser Entwicklung fächert der Gradient
über der Deutschen Bucht vorübergehend etwas auf und der nicht mehr
warnrelevante Wind dreht auf Südost bis Süd zurück.
Ansonsten verläuft die Nacht ruhig. Im Nordwesten und Westen bleibt es
aufgelockert bewölkt, die Nebelneigung bleibt aber wohl eher gering. In der
Lausitz und auch in einigen Föhntälern verläuft die Nacht mit Tiefstwerten
zwischen 14 und 10 Grad mild, sonst kühlt es meist auf 11 bis 6 Grad ab.

Dienstag … verlagert sich der weiter an Kontur verlierende Randtrog in den
Ostalpen- bzw. zentralen Mittelmeerraum. Das Lee-Tief über dem Nordosten
Österreichs wird durch ihn weiter gestützt, weist aber kaum mehr
Entwicklungspotenzial auf und zieht bis zum Abend über Tschechien bzw. dem
Westen Polens zur westlichen Ostsee. Der Frontenzug wird nun an dieses Tief
angebunden, vor allem im Vorfeld der Warmfront kann es aus der Nacht heraus und
am Vormittag vor allem in der Osthälfte gebietsweise auch mal kräftiger regnen.
Mit Abzug der Warmfront lässt die Intensität der Regenfälle am Nachmittag und
Abend wieder nach.
Bzgl. der Mengen und der genauen räumlichen Verteilung ergeben sich im Detail
noch Differenzen zwischen den vorliegenden Modellen. Der aktuelle Lauf des
ICON-EU simuliert vom östlichen Sachsen-Anhalt bis nach Mecklenburg-Vorpommern
sowie im Nordwesten Brandenburgs recht verbreitet 10 bis 20 l/qm, kleinräumig in
Vorpommern auch um 25 l/qm, das meiste davon am Vormittag, wobei die
probabilistischen Verfahren keine nennenswerten Wahrscheinlichkeiten für Stark-
bzw. Dauerregen auf der Agenda haben. GFS ähnelt im aktuellen Lauf dem ICON, IFS
hat die höchsten Mengen tendenziell etwas weiter im Westen auf der Agenda, mit
einer allerdings ähnlichen Größenordnung.
Nach Abzug des Tiefs kommt die Kaltfront nun rascher nach Osten voran und hat
auch den Osten bzw. Südosten Deutschlands bis zum späten Nachmittag bzw. Abend
endgültig ostwärts überquert. Dabei fallen aber kaum mehr als 1 bis 5 l/qm.
Dann gilt es, den Blick gen Westen zu richten. Der Höhentrog über den Britischen
Inseln arbeitet sich allmählich Richtung Benelux und Ostfrankreich vor, das
Drehzentrum des Troges befindet sich abends unmittelbar vor der englischen
Nordseeküste. Das korrespondierende Bodentief verlagert sich nur noch
geringfügig nach Südsüdost, kann sich zunächst noch etwas vertiefen, gerät dann
aber achsensenkrecht unterhalb des Höhentiefs und hat am Nachmittag den
Höhepunkt seiner Entwicklung überschritten. Das zugehörige teilokkludierte
Frontensystem greift nachmittags/abends mit schauerartigen Regenfällen auf den
Westen und Südwesten Deutschlands über, wobei aber kaum mehr als 1 bis 5 l/qm
simuliert werden.
Von Warnrelevanz ist dann aber erneut der Wind. Der Gradient verschärft sich mit
Annäherung des Tiefs vor allem im Westen, der Wind dreht auf Süd, im Nordwesten
auf Südost und frischt auf, im Lee der westlichen Mittelgebirge sowie im
Nordseeumfeld gibt es steife, in den Kamm- und Gipfellagen der westlichen und
zentralen Mittelgebirge sowie auf Helgoland vor allem zum Abend hin stürmische
Böen, auf dem Brocken dann Sturmböen. Abends flaut der Wind nach Frontpassage
aber wieder ab.
Während sich im Südosten Bayerns und in der Oberlausitz bereits am Vormittag die
letzten Sonnenfenster schließen, bleibt es im Westen noch längere Zeit
aufgelockert bewölkt. Eventuell steigt die Temperatur im Warmsektor des Tiefs in
der Lausitz um die Mittagszeit bzw. am frühen Nachmittag auf über 20 Grad,
ansonsten werden aber Werte zwischen 13 Grad bei anhaltendem Regen und 18 Grad
in Südostbayern bzw. im Westen erreicht.

In der Nacht zum Mittwoch greift der Trog unter Verkürzung seiner Wellenlänge
auf den Westen Deutschlands über, sein Drehzentrum befindet sich morgens
unmittelbar westlich der Deutschen Bucht. Das zugehörige Bodentief zieht bis
Mittwochfrüh vor die Nordküste der Niederlande, wobei es sich zwar noch ein
wenig auffüllt, sich aber trotzdem der Gradient an dessen Südflanke verschärft,
da sich von Frankreich her ein Bodenhochkeil nach Süddeutschland schiebt. Somit
frischt der Wind im Nordwesten nach vorübergehender Abnahme ausgangs der Nacht
erneut aus Süd- bis Südwest mit Böen Bft 7 vor allem im Nordseeumfeld und
vielleicht auch im Emsland bzw. Westmünsterland auf.
Ansonsten flaut der Wind aber im Laufe der Nacht ab und lediglich auf einigen
Mittelgebirgsgipfeln kann es noch stürmische Böen geben.
Während die frontalen Niederschläge in der Osthälfte bereits am Abend bzw.
eingangs der Nacht rasch nach Osten abgedrängt werden und es in der Osthälfte
dann weitgehend trocken bleibt, kommt die teilokkludierte Kaltfront rasch nach
Westen voran, wird aber niedertroposphärisch von kühlerer Luft überlaufen, wobei
sie deutlich an Wetterwirksamkeit einbüßt und sich schließlich in etwa über der
Mitte auflöst. Die frontalen Niederschläge kommen noch bis in die mittleren
Landesteile voran und klingen dann aber mehr und mehr ab, nennenswerte Mengen
kommen kaum mehr zusammen.
Mit Vorstoß des Hochkeiles und tiefen Druck südlich der Alpen dreht der Wind in
Südbayern bodennah auf Nord bis Nordwest und es stellt sich somit in Kombination
mit der südsüdwestlichen Höhenströmung eine Gegenstromlage ein. Diese führt zu
einer Intensivierung der Niederschläge vor allem an den Alpen, aber auch bis ins
Alpenvorland bzw. zum Bayerischen Wald reichend. Während dort aber lediglich 1
bis 5 l/qm (nach IFS und GFS etwas mehr) simuliert werden, hat ICON-EU an den
Alpen 5 bis 10 l/qm auf der Agenda, im Oberallgäu und im Werdenfelser Land auch
bis über 15 l/qm. Mit vordringender niedertroposphärisch recht kalter Luft (die
Temperatur in 850 hPa sinkt auf 0 bis 4 Grad) sinkt die Schneefallgrenze – je
nach Intensität der Niederschläge – auf 1500 bis 1200 m.
Im Rest des Landes lockern die Wolken auch mal auf und es bleibt vor allem in
der zweiten Nachthälfte vielerorts trocken, morgens kann es dann im Nordwesten
mit Annäherung des Tiefs eventuell wieder erste Schauer geben. Die Tiefstwerte
liegen meist zwischen 10 und 4 Grad.

Mittwoch … kommt der Höhentrog über dem Vorhersagegebiet noch etwas nach Osten
voran, wird dann aber durch den nach wie vor umfangreichen Höhenrücken über Ost-
und Nordosteuropa blockiert. Von Westen her stößt gleichzeitig ein ebenfalls
breit angelegter Höhenrücken, der sich durch kräftige WLA vorderseitig des
Ex-Hurrikans „SAM“ aufwölbt, zu den Britischen Inseln vor. Beide Systeme nehmen
den Trog sozusagen in die Zange, so dass er an Wellenlänge verliert und sich
nach Süden, Richtung Korsika und Sardinien ausweitet, wobei der aktuelle Lauf
ein Cut-Off über dem Ligurischen Meer simuliert.
Das mit dem Trog korrespondierende Bodentief zieht bis zum Abend zur Elbmündung
und füllt sich weiter auf. Da sich aber gelichzeitig der nach Süddeutschland
gerichtete Hochkeil weiter verstärkt und sich über Frankreich bzw.
Südwestdeutschland ein abgeschlossenes Bodenhoch etabliert, bleibt an dessen
Südflanke über dem Westen/Nordwesten und später auch über der Mitte Deutschlands
ein scharfer Gradient aufrecht. Dort nimmt der Wind somit – durch den Tagesgang
noch verstärkt – weiter zu und es gibt vor allem im Weser-Ems-Gebiet sowie in
Teilen NRW`s verbreitet steife bis stürmische Böen aus Süd, später Südwest.
Weiter südlich reicht es grade noch für steife, höchstens auf
Mittelgebirgsgipfeln für stürmische Böen, im Süden und Osten spielt der Wind
warntechnisch keine Rolle.
Mit dem Tief weiten sich schauerartige Regenfälle vom Nordwesten des Landes bis
in die mittleren Landesteile aus, wobei vor allem ICON-EU im Westen gebietsweise
mehr als 15 l/qm simuliert. Ob die nur mäßig vorhandene Labilität auch mal für
ein kurzes Gewitter reicht, ist fraglich.
Im Südosten klingen die Niederschläge mit Vordringen des Hochkeils zögernd ab,
im östlichen Alpengebiet könnte es noch bis zum Abend leicht regnen bzw. ab etwa
1500 bis 1700 m auch schneien. Großartige Mengen kommen aber nach wie vor nicht
zusammen (selbst am Königssee wohl keine 10 l/qm mehr).
Im übrigen Land bleibt es weitgehend trocken und vor allem in der Osthälfte
sowie im Südwesten kann sich auch mal länger die Sonne zeigen. Bei nach wie vor
nur 0 bis 4 Grad in 850 hPa macht die Temperatur auch bodennah mit Höchstwerten
zwischen 12 und 17 Grad, in den Alpentälern bei Regen teilweise unter 10 Grad
keine großen Sprünge.

Modellvergleich und -einschätzung

Die groben synoptischen Strukturen werden von allen Modellen im
Kurzfristzeitraum sehr ähnlich simuliert. Im Detail ergeben sich aber vor allem
ab der Nacht zum Dienstag Unterschiede, einerseits – wie beschrieben – was das
nach Norden ziehende Lee-Tief am Dienstag angeht, andererseits aber auch, das
Tief am Mittwoch über der südlichen Nordsee betreffend. GFS simuliert es im
aktuellen Lauf auf geringfügig südlicherer Zugbahn, IFS im 00 UTC-Lauf noch
etwas weiter südlich und hat vor allem auch den Hochkeil über Süddeutschland
schwächer auf der Agenda, so dass es auch im Südwesten Schauer geben kann.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff