#DWD -> #SYNOPTISCHE UEBERSICHT #MITTELFRIST Freitag, den 01.10.2021 um 10.30 UTC

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 01.10.2021 um 10.30 UTC

Anfangs unbeständig und gebietsweise windig, ab Donnerstag Wetterberuhigung sehr
mild.

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 08.10.2021

Am Montag, dem Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums liegt Deutschland
auf der Vorderseite eines langwelligen Troges, der sich vom Seegebiet westlich
von Norwegen bis zur Iberischen Halbinsel erstreckt, in einer südwestlichen
Höhenströmung. Vorderseitig davon liegt am Boden eine Tiefdruckrinne mit
eingelagertem Frontensystem, die sich langsam nach Osten verlagert und in den
östlichen Landesteilen noch für Regen sorgt. Vor allem im Alpenraum und im
äußersten Süden kann der Regen auch etwas ergiebiger ausfallen. Die rückseitig
der Tiefdruckrinne eingeflossene Luft weist nur noch eine Temperatur in 850hPa
von 3 bis 5 Grad auf.

Am Dienstag wandert der langwellige Trog weiter ostwärts und erreicht mit seiner
Hauptachse am Abend den Westen. Über den Britischen Inseln bildet sich dabei ein
abgeschlossenes Höhentief, das bis zum Abend die westliche Nordsee erreicht.
Korrespondierend dazu nähert sich auch ein Bodentief. Dessen Frontsystem
erreicht in den Mittagsstunden den Westen und führt zu weiteren Schauern,
teilweise auch kurze Gewittern. Weiterhin nimmt der Südwestwind zu und vor allem
in Gipfellangen des westlichen Berglandes und an der Nordsee gibt es Böen der
Stärke Bft 7 bis 8 (steife und stürmischen Böen). Die Höchsttemperaturen können
allenfalls im Südosten mit leicht föhniger Unterstützung Temperaturen bis 20
Grad erreichen.

Am Mittwoch liegen wir im Bereich des Troges und seine Hauptachse liegt in der
zweiten Tageshälfte über den östlichen Landesteilen. Das Bodentief erreicht die
Deutsche Bucht und schwächt sich dabei ab. Der Tag verläuft wechselhaft mit
häufigen Regen und Regenschauern und die Temperaturen können in der
eingeflossenen frischen Meeresluft nur noch 14 bis 17 Grad erreichen. Der Wind
bleibt aufgrund des weiterhin scharfen Gradienten weiterhin Thema. Vor allem in
den Höhenlagen der Gebirge, sowie in exponierten Lagen an der Küste gibt es
stürmische Böen.

Am Donnerstag kommen wir in den Einflussbereich eines sich von Westen nähernden
Höhenrückens. Der wird allerdings von WLA überlaufen und zusätzlich erreicht den
Westen die Warmfront einer Welle über Großbritannien. Das führt bei uns vor
allem im Westen und Norden zu Regenfällen. Im Rest des Landes bleibt es meist
trocken, wobei nach Süden zu zeitweise auch die Sonne zu sehen ist. Der Wind
schwächt sich gegenüber den Vortagen ab. Auf den Berggipfeln sind aber weiterhin
stürmische Böen wahrscheinlich.

Am Freitag liegen wir unter dem Höhenrücken unter Absinken. Es bleibt abgesehen
vom Norden, wo weiterhin die herumgeführte WLA bzw. die Reste der Warmfront für
Regen sorgen, trocken. Die mit der südwestlichen Grundströmung herangeführt Luft
ist wieder etwas milder und liegt am Tagesende überall im Niveau 850 hPa über 10
Grad. Daher steigt vor allem im Süden sowie im Westen das Thermometer wieder auf
20 Grad.

In der erweiterten Mittelfrist ab Samstag erreicht eine Kaltfront den Norden und
die Mitte. Sie gerät jedoch bald unter Hochdruckeinfluss, sodass sie sich bald
auflöst. Daher herrscht am Wochenende in den meisten Landesteilen ruhiges und
sehr mildes Frühherbstwetter.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz kann insgesamt als recht gut bezeichnet werden, wobei es
natürlich Unterschiede in der Lage und Ausprägung der Druckgebilde kommt. So
wird im neuen Lauf die Tiefentwicklung über der westlichen Nordsee deutlich
südlicher und damit wetterwirksamer bei uns, simuliert als von den Vorläufen.
Auch die Konturierung des auf den durchschwenkenden Trog nachfolgenden Rücken
weist gegenüber dem gestrigen 12UTC Lauf Unterschiede auf. Die aktuelle Version
ist dabei deutlich antizyklonaler konturiert.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Bis Dienstag stimmen die Modelle recht gut überein. Am Mittwoch lässt ICON den
Höhentrog über uns abtropfen und dem entsprechen befindet sich auch ein
abgeschlossenes Bodentief über Deutschland. Das Abtropfen wird auch von den
anderen Modellen simuliert, nur dort ist sein Einfluss auf unseren Wetterablauf
deutlich geringer. Nach der ICON-Lösung verhindert diese Entwicklung auch das
Übergreifen des Rückens auf den Kontinent.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusterlösungen stimmen für Montag und Dienstag sehr gut mit dem aktuellen
Lauf überein. Für den Zeitraum Mittwoch bis Freitag werden nur 2 Cluster
berechnet, wobei der aktuelle Lauf dem Cluster 1 zugeordnet ist. Darin wird nach
dem Durchschwenkend des Troges das langsame Übergreifen eines Rückens auf
Westeuropa simuliert. Der Cut-Off im Trog findet demnach südlich der Alpen statt
und das dadurch neu entstandene Höhentief hat somit nur noch Auswirkungen auf
den Süden. Somit unterstützen die Clusterlösungen die Version des aktuellen
Laufs und die oben geschilderten alternativen Lösungen von ICON und GFS können
demnach ad acta gelegt werden.

Die Rauchfahne von Offenbach zeigt von Sonntag auf Montag mit Durchgang der
Kaltfront einen deutlichen Rückgang der Temperatur und gleichzeitig auch die
deutlichsten Niederschlagesignale in der ganzen Woche. Bis Mittwoch unter dem
Trog dümpelt die Temperatur um 3 Grad herum, stiegt aber am Donnerstag steil auf
Werte über 10 Grad an. Danach steigt auch der Median der 2m-Temperatur auf 20
Grad an.
Die Rauchfahne von Hamburg deutet aber auch am Wochenende noch relativ
unbeständiges Wetter an und auch die Temperatur liegt noch deutlich unter 20
Grad.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Der EFI zeigt am Montag für den Schwarzwald kräftige Niederschläge, am Dienstag
gibt es im äußersten Westen Signale für Wind. Ab Mittwoch gibt es keine Signale
mehr für markante Wetterereignisse.

Niederschlag:
Die Ensembles geben für Montag geringe Wahrscheinlichkeiten für ein Stark- oder
Dauerregenereignis im äußersten Südwesten, der vor allem die Region
Hochrhein/Bodensee betrifft.

Wind:
Am Montag gibt es für exponierte Lagen an der Nordsee geringe Wahrscheinlichkeit
für Böen der Stärke Bft 8. Auf den Alpengipfel ist das Auftreten von stürmischen
Böen wahrscheinlich. Am Mittwoch sind stürmische Böen im Nordseeumfeld
wahrscheinlich und es gibt auch geringe Wahrscheinlichkeiten für Sturmböen.

Gewitter:
Dienstag gibt es im Südwesten geringe Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten von
Gewittern.

Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, IFS, EZMW-EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Rolf Ullrich